Vorschau: Club in Cottbus (5. Spieltag)
So könnten sie wohl lauten, »die Schlagzeilen, wenn wir am Sonntag in Cottbus verlieren sollten: Krise beim Club!« (O-Ton Meyer mit der gewohnten Ironie) und Sportdirektor Bader mahnt Fans und Umfeld mit den Worten »Einige sind schon zu verwöhnt«, nachdem der bisher so toll aufspielende Youngster Reinhardt nach Fehlern mit Pfiffen bedacht wurde.
Ja ja, das Nürnberger Umfeld, und auch selbst sah man sich nach dem 1:1 ja fast schon in eine Depression fallen und daher hätte ich auch bis heute morgen noch auf eine Niederlage, mit Wohlwollen noch auf ein Unentschieden getippt. Doch dann kam mir der Einfall: Da war doch was, da war doch was anders als sonst immer. Genau! Hans Meyer! Auf den Einbruch nach Rückschlägen (wie das 0:1 zu Hause gegen Frankfurt letzte Saison) warteten alle Clubberer letztes Jahr, auf die obligate Niederlagenserie, aber nichts da. Meyer hatte stets eine Antwort und stellte sein Team immer wieder erfolgreich neu ein (taktisch und psychisch).
Und man sollte eh mal den Ball flach halten: Passiert ist nämlich gar nichts, außer dass der Club ohne Sturm (jedenfalls keinen austrainierten, fitten) gegen Bochum nur 1:1 spielte. Und dass man sich am Ende nicht auf Biegen und Brechen nach vorne warf, dass darf vielleicht sogar als clever gewertet werden, denn die Bochumer zeigten mehrfach exzellentes Konterspiel. Da zitieren wir auch mal Olli Kahn aus der Presse als Reaktion auf die Niederlage der Bayern gegen Bielefeld: Man müsse auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein. Richtig! – Mit einem Joker Vittek und einem langsam wieder in Form kommenden Mintal, sowie einem auskurierten Schroth und Saenko, da wird es besser aussehen. Dennoch denke ich, dass Meyer defensiv beginnt und auf Unentschieden spielt – und genau deshalb gewinnt. Das 0:1 aus einem der gelegentlichen Vorstöße oder einer Standard und das 0:2 nach Konter, so könnte es laufen. Stehen wir kompakt, hat Cottbus Probleme, denn Cottbus kann das Spiel nicht machen und wir können mit einem Unentschieden ja gut leben. Die Zeit spielt dann für den Club, die sicher auch die besseren Individualisten in den Reihen haben, die auch das Spiel mit einer Einzelleistung entscheiden können.


