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Vorschau: 1. FC Nürnberg – Bayern München (20. Spieltag 06/07)

Derby-Tag, da darf es schon mal zwei Vorberichte geben, wie ich meine. Hier der meine:

Wir waren schon lange nicht mehr so nah dran!

So nah, wie wir an einem Punkt oder gar einem Sieg gegen die Bayern heute Abend sind, waren wir schon lange nicht mehr. – Es gab durchaus Siege in einer nicht zu weit vergangenen Vergangenheit, wie am 32. Spieltag der Saison 1998/99 durch die Tore von Ciric und Driller. Da sollte aber nicht vergessen werden, dass Bayern damals drei Spieltage vor Saisonende bereits 9 Punkte Vorsprung auf Leverkusen hatte und Nürnberg gegen den Abstieg spielte … ein Schelm wer Arges dabei denkt … Nürnberg ist übrigens trotzdem abgestiegen. – Unvergessen aber war der 15. Spieltag der Saison 1993/94. Es war Samstag, der 6 November 1993, 15:30 Uhr, ich in Block 9 mit Stehplatzdauerkarte, strahlendes Wetter, irgendwo ganz in der Nähe stand mein Blogger-Kollege Stefan hier von clubfans.de (wie ich gestern erfuhr, ein lustiger Zufall das, haben wir uns dann so viele Jahre später erst online kennen gelernt). Es war ein begeisterndes Spiel in der Besetzung: Andreas Köpke, Michael Wiesinger, Marco Kurz, Lubos Kubik, Kay Friedmann, Manni Schwabl, Hans-Jörg Criens, Sergio Zarate, Uwe Wolf, André Golke und Alain Sutter. Der FCN gewann durch Tore von Golke in der 23. und Criens in der 50. Die Fans standen Kopf! – Platz 13 war da zwar nicht prickelnd, aber die Fans liebten Mannschaft und Trainer, in persona Willi Entenmann, Köpke, Kubik und Zarate, um nur einige zu nennen. Doch nach dem Spiel passierte das Unfassbare: Entenmann wurde von Präsident Voak entlassen. So aus der Erinnerung mit der Begründung: Mit Entenmann habe man zwar eine stabile Bundesligamannschaft, aber nun wolle man mehr und das sei mit Entenmann nicht erreichbar. Am Ende der Saison stand der Abstieg, auch damals schon nur aufgrund der schlechteren Tordiffernz, doch das sollte ein paar Jahre später noch krasser ausgehen. – Dieses Denken, den Erfolg übers Knie brechen zu können, erinnert mich übrigens an die jüngere Geschichte von Mönchengladbach seit der Zeit mit Meyer. Eben jenem Hans Meyer, der nun den FCN so erfolgreich trainiert.

Und noch eine kleine Klammer zwischen damals und heute: Auf Platz 2 stand damals Bayern München, die durch die Niederlage erstmal einen Rückstand auf den damaligen Tabellenführer von 5 Punkten hatten – und der Tabellenführer hieß …? Eintracht Frankfurt. Doch die verpielten alles noch und landeten am Ende auf Platz 5 – für viele der Anfang vom Ende einer goldenen ßra – damals übrigens mit Thomas Doll im Angriff, doch das nur am Rande. Toppmüller verlor seinen Trainerposten und es übernahm…? Richtig, Jupp Heynckes. Fehlte also nur Felix Magath im Bunde, dann wären alle Hauptdarsteller des Trainerkarussels der englischen Woche (Stichwort: schön blutig) beisammen. Heynckes und Doll und Hitzfeld – heute (wieder) Bayern-Trainer – war damals übrigens Trainer in Dortmund.

Zum Spieltag:

Mein Tipp: FCN – FCB 2:2

Die Bayern sind verunsichert. Warum? Weil sie eigentlich das machen, was sie immer machen – aber nicht mehr gewinnen, nicht mehr andauernd jedenfalls. – Sie haben ja noch nie ein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt, wie das Werder tut oder Leverkusen, Dortmund oder Frankfurt einst als Konkurrenten taten. Die Bayern spielten schon immer kontrollierte Offensive, schossen irgendwie ein Tor und machten dann gekonnt den Laden dicht und vorne die Entscheidung, und wenn dann eine Mannschaft meinte alles nach vorne zu werfen, dann wurde es auch mal höher im Ergebnis. Aber “schön” war es nie, aber meistens “erfolgreich”. Aber das war eben mal. Zuletzt stotterte das gewohnte Spiel und man gewann nicht, und nicht nur einmal nicht, sondern öfter, und das auch noch zu Hause und auch noch gegen Gegner wie Hannover oder Bochum.

Nun machen wir uns nichts vor, wenn Bayern ins Spiel kommt, reicht es gegen den Club allemal zu einem Sieg. Für den Club muss da schon einiges mehr passen und weniger schief gehen. Aber gerade das zeichnet den Club diese Saison aus: Es klappt nicht immer alles, aber es geht wenig schief. Und daher werden die Bayern trotz Angriffsfanfare des alten Generals, den man vor ein paar Jahren bei Bayern noch mit dem Beigeschmack “nun geht er, und das ist gut so, denn er ist von gestern” entließ und des öfteren gerne in die Belletage des Bundestrainerpostens durch Bayern-Gnaden geschoben hätte. Sowas wie das gepflegte Altenteil auf hohem Niveau – in der Wirtschaft gern mit Aufsichtsratsposten verglichen. Aber nun ist er wieder da – als Heilsbringer und Retter (vom 4. Platz!!). – Allein mir fehlt der Glaube. Die Mannschaft ist eine Mischung aus talentierten, aber zu früh zu hoch gepushten Nachwuchsspielern (Hargreaves, Schweinsteiger, Podolski), einigen Legionären und dazwischen ein paar Enthusiasten – und die Mischung stimmt nicht, wie ich meine. Und genau so werden die Bayern heute Abend auch wieder auftreten, möge der General nun verkünden was er wolle. – Läuft es dieses mal – warum auch immer und das wird dann auch keiner so genau wissen oder analysieren können, Magath war ja auch nicht blöd als Trainer – dann war die Entlassung natürlich genau “die richtige Maßnahme”, aber läuft es nicht bei den Bayern, dann schlagen wir sie heute – wieder, wie damals. Und wenn es sogar ganz gut läuft, dann sogar deutlich. – Aber da wir Clubberer Realisten sind und beide Spiele gesehen haben, also das gegen den VfB und das gegen Gladbach, bleiben wir auf dem Teppich und sagen: Unentschieden. Mit einem späten Ausgleich der Bayern

     

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Kommentare (2)

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  1. MaKaE sagt:

    Klasse Spiel – alle achtung!!
    P.S. Andi Wolf FUSSBALLGOTT!

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  2. Alexander sagt:

    Wahnsinn … Faß aufmach

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