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Lissabon – Chance oder Risiko?

Wir steigen auf,
wir steigen ab,
und zwischendurch UEFA-Cup.

Geiler Fangesang der Bochum-Fans, nachdem es nach Aufstieg direkt in den UEFA-Cup (2004) ging, wo man sich wacker schlug (und so gut wie weiter war – wenn ich mich Recht erinnere (und Quelle sagt, ich erinner mich richtig) – nur durch einen individuellen Fehler von Edu ausschied) und dann in Liga 2 landete. Dann vor 2 Jahren die Eintracht aus Frankfurt, die sich ebenso wacker gegen Mannschaften wie Newcastle United, Celta Vigo, US Palermo und Fenerbahce Istanbul in der Gruppe schlug und sich nur einmal Palermo etwas unglücklich geschlagen geben musste, konnte auf der Zielgeraden in der Bundesliga mit Ach und Krach noch das rettende Ufer erreichen. Wohl gemerkt nach einer unglücklichen Finalniederlage im DFB-Pokal gegen die Bayern im Vorjahr.

Nürnberg nun in ähnlicher Situation: Als vermeintlich “kleiner” Verein im UEFA-Cup erfolgreich dabei, aber in der Liga kurz vor dem Exodus. Bestehen da Parallelen?

Bei Frankfurt wohl nur bedingt, da man im Vorjahr der besagten Saison auch nur im unteren Tabellendrittel sich bewegte, bei Bochum aber allemal. Als Aufsteiger landete man 2004 sensationell mit 56 Punkten auf Platz 5 unter Trainer Peter Neururer und mit Spielern wie Vahid Hashemian, Peter Madsen, Dariusz Wosz oder Frank Fahrenhorst. Mit dem Ausscheiden aus dem UEFA-Cup dann der endgültige Knacks und der freie Fall in Liga 2.

Doch woran kann das liegen?

Punkt 1: Euphorie

Die Begeisterung bei Fans und Mannschaft ist gerade bei Mannschaften, bei denen internationale Spiele nicht gerade zur lästigen Pflichtübung gehören (mir klingen da noch die Worte Ze Robertos über das lästige Spiel in Aberdeen in den Ohren), enorm. Das führt fast unvermeitlich zu einer Fokussierung auf diese Spiele und auch zu einer vollkommenen Hingabe. Beim Club konnte man das sehen, wie man da fightete und ackerte, von Larissa bis Petersburg. Dass das einen auch emotionalen Verschleiss bedeutet, dürfte jedem einleuchten. Man kann sich nicht künstlich für Duisburg heiss machen, wenn man nebenbei abends im Scheinwerferlicht vor einem potentiellen Millionenpublikum spielt. Zudem hat man das Gefühl, dass manchen Spielern das auch nicht bekommt und sie abheben, also sich bereits viel weiter wähnen als sie tatsächlich sind. Kommt dann noch die Berufung in die Nationalmannschaft ihres Landes dazu, ist kaum ein Halten mehr, vor allem bei Spielern, die zwischen Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt pendeln.

Punkt 2: Verschleiss

Man kann sagen was man will, aber die Zusatzbelastung musst du auch erst mal wegstecken, gerade wenn ein Kader in der zweiten Reihe nicht identisch besetzt ist und dann auch noch Verletzungen dazu kommen. Die Folge: Überspielte Spieler müssen ran, ebenso wie Angeschlagene und Formschwache. Das führt zu einem enormen Verschleiss und noch mehr Verletzungen.
Leverkusen reagierte einst in so einer Phase sehr rigoros und schenkte 2003 in ähnlicher Situation die Champions League ab. Das war bitter, für den Verein, die international Reputation und die Fans, aber der Lohn war, dass man am Ende das Ziel Nicht-Abstieg als 15. erreichte – übrigens vor Nürnberg – und im Folgejahr wieder an den guten Leistungen der Vorjahre Anschluss fand.
Wenn dann noch der DFB, wie üblich, den kleinen Mannschaften einen Zeitplan vorsetzt, der ihnen im Extremfall nur noch 40 Stunden bis zum nächsten Spiel lässt, kann das kaum kompensiert werden.

Soll also von Heesen die Marschroute “Schmerzfreier Ausstieg” ausgeben und die Spieler dahingehend einstellen, dass sie sich möglichst nicht weh tun, soll er alle Wackelkandidaten schonen und den Leistungsträgern eine Pause gönnen? Oder soll man darauf hoffen, dass ein Weiterkommen einen positiven Effekt auf die Moral hat?

Gute Frage. Vor allem weil man nicht mal weiss, ob ein Weiterkommen so gut für die Moral wäre oder ob er im Gegenteil noch mehr in den Hirnen zementiert: Ach, eigentlich sind wir doch eine tolle Truppe, das wird schon irgendwie… Denn das wäre so ziemlich das Letzte, was wir gebrauchen können, ein Verkennen der Situation und deren Brisanz. Und der Verschleiss könnte erst richtig desaströs werden, wenn man in die Verlängerung müsste.

Also ich würde wohl in jedem Fall mal nicht auf Biegen und Brechen spielen. Mal den Galasek und Blazek zur “Schonung” raus und nur top-fitte Spieler aufbieten, zur Not die aus der zweiten Reihe. Und dann lieber früh wechseln, einen Koller und Pinola zum Beispiel, denn die sind unersetzlich zur Zeit. Und wenn es sowieso nicht gut läuft, dann sauber eine knappe Niederlage oder ein 1:1 nach Hause fahren. Dann nagt das nicht am Selbstbewusstsein, weil man ja abschenkte, und tut nicht weh für Cottbus.

Oder was meint ihr? Abschenken oder sollen wir lieber als UEFA-Cup-Sieger in die zweite Liga? (Wenn es das noch nicht gab, dann schafft es der Club allemal!)

     

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Kommentare (7)

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  1. Gretl sagt:

    Also, ich hab heute irgendwo gelesen, dass von Heesen mit 4!!! Stürmern spielen will??!!! 8O (die Quelle gilt aber nicht gerade als seriös ;) )Blazek raus… finde ich gut! Mögen es manche als “Schonung” deklarieren, mich würde es vor allem interessieren wie sich Klewer macht, um dann evtl. ihm den Vortritt in der Liga zu geben. Ansonsten hoffe ich schon, dass die morgen Gas geben. Wenn schon einen Abgang aus dem Uefa-Cup, dann wenigstens einen Glanzvollen.

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  2. Failhaid sagt:

    Eine Chance haben wir schon,wenn wir wieder so ein gutes Spiel abliefern wie im Hinspiel,uns hinten keinen Katastrophenfehler leisten und vorne endlich mal gefährlich sind und dann auch die Tore machen.Das man Klewer spielen lassen will find ich eigentlich auch ganz gut,die offensive Spielweise verwundert mich nicht,weil wir alles riskieren müssen.100 Prozent von Beginn an und wir schaffen es!

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  3. jayjay sagt:

    Ich würde es abschenken. 1. Liga ist wichtiger und bringt u.a. auch erheblich mehr Kohle.

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  4. Failhaid … mir ging es weniger um die tatsächliche Chance weiterzukommen, sondern eher darum, ob ein Weiterkommen die Chancen für den Klassenerhalt verbessert

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  5. Gretl sagt:

    Ob Klewer tatsächlich spielt, ist eine ganz andere Sache. Das war reine Spekulation von mir und bezog sich auf Alexander’s Artikel.

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  6. Failhaid sagt:

    Wenn wir weiterkommen sollten könnte es naürlich ein paar Problemchen mit Kondition und Kraft geben,aber egentlich sollte das eine Bundeslga-Mannschaft wegstecken können

    @Gretl: OK,hab aber auch nicht den ganzen Artikel gelesen,hatte gerade wenig Zeit

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  7. Failhaid sagt:

    Tja,die Chance war eindeutig da!

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