Tommy und die Opa-Taktik

Regel No. 1 gebrochen: Boulevard nicht lesen, gar nicht wahr nehmen, nicht einmal daran denken
Ergebnis Regelbruch: Ärger, Kopfschütteln, Schreibreflex
Ich mag die Website der Supporters ja sehr, auch wenn sie wenige eigene Inhalte hat (eben getreu dem eigenen Motto: Wir reden nicht! – Wir handeln!) sondern sich vorwiegend auf die Erstellung eines gut sortierten Pressespiegels konzentriert. Aber so bekommt man auch mit, wenn man denn Regel No. 1 mal wieder bricht, wie denn der angebliche “Mediendruck” so entsteht. Heute im Angebot: Tommy und die Last der Opa-Taktik
Von einer bestehenden “antiquierten Spielweise” ist da zu lesen, auf die TvH “Null Bock” mehr habe. Dass er fordere, dass man nicht hinterherlaufe, sondern eine “intelligente Raumdeckung” spielen solle. “Allerdings”, so wird konstatiert, “fehle es dazu an den nötigen Grundvoraussetzungen von modernen und erfolgreichen Fußball”der Truppe. Kurzum: In jedem Fall anders machen, als es “sein Vorgänger Hans Meyer mit seiner Opa-Taktik praktizierte”.
Luft holen.
Also – meine ganz persönliche Meinung – so viel Unsinn habe ich ja wirklich selten gelesen. Ist mir ja schon klar, dass jetzt endlich, wo ‘der König tot ist’, man mal nach Herzenslust an’s Denkmal pinkeln kann, aber dann doch bitte nicht mit so hanebüchenen Taktik-Ergüssen, für die selbst der geneigte Stammtisch-Nationaltrainer noch verschämt den Blick zu Boden richten würde. Also wenn HM mal Opa-Taktik spielte, dann war das kurz nach seiner Amtsübernahme, als er zur Stabilisierung der Abwehr in die Trainer-Trickkiste griff, mit Libero spielte und damit die Gegner richtig aus dem Konzept brachte. Aber auch damals gelobte er, dass das wahrhaft keine Lösung seiner Träume sei. Der Mann hat seine Erfolge unter anderem in den Niederlanden gefeiert, eine Land, dass – wenn auch manchmal resignierend – seit jeher dem taktischen modernen Feingeist mitunter die Rehhagelsche Effizienz opferte und lieber schön modern untergeht als bieder einen Sieg nach Hause fährt.
Wenn HM also zuletzt wieder Mann-orientiert spielte, dann weil die Automatismen eben nicht griffen, man den Leuten halt geben wollte durch klare Zuordnungen (so würde ich das aus der Ferne orakeln). Und von wegen “kein moderner und erfolgreicher Fußball”: Hat der Verfasser, Markus Löser von der AZ, wirklich diese beeindruckende Gabe des schnellen Vergessens, die man allerdings in der Tat dem Boulevard auch bei Bedarf gerne nachsagt (Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?), dass er eben jene zurückliegende 1 1/2 Jahre vergaß, in dem der Club als Muster von flexiblenen Angriffs- und effizienten Defensivspiel galt, bei dem man mit einer nahezu atemberaubend offensiven 4-3-3-Ausrichtung mit die beste Abwehr der Liga stellte. Mit einem antiquierten System kriegt man das vielleicht noch – wie Rehhagel – in einem Turnier mit, wo sich eine Mannschaft quasi in einen Rausch spielen kann, aber nicht im trockenen Liga-Alltag.
Vielleicht sollte man sich beim Boulevard doch mal auch inhaltlich mit Trapattoni auseinandersetzen:
Ein Trainer ist nicht ein Idiot ! Ein Trainer sei, sehen was passieren in Platz.
Nein, ich hab da kein Verständnis. Finde es nicht einmal unterhaltsam. Es gibt sicher gute Gründe Dinge zu verändern, auch um mal etwas Aufbruchstimmung zu verbreiten und einfach das Gefühl zu geben, dass man den Abwärtstrend stoppen kann, indem man Dinge jetzt anders macht. Aber deswegen bedarf es keiner Verklärung der Vergangenheit. Und wer den aktuellen Spielern, darunter namentlich (“Tomas Galasek & Co.”) den Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft (die ja auch gaaanz sicher als antiquiert gilt…) genannt, die Fähigkeit abspricht, eine intelligente Raumdeckung zu praktizieren, versucht sich hier – auch das meine persönliche Meinung – nicht einmal ansatzweise um eine Sportberichterstattung.
Aber wer es liest und auch noch glaubt, ist eben auch selber Schuld.
Tja, der König ist tot..es lebe der König. Davon leben die doch und wer ein bisschen Ahnung hat, erkennt das Spielchen. Allerdings bleibt zu befürchten, dass Etliche keine Ahnung haben…
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btw…wollte ich schon länger mal fragen:
Wo sind denn die ganzen Anti-Meyer/TvH-Befürworter hin? Ihr seid so leise
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Gretl, bin idT gerade eben tatsächlich vom Kollegen darauf angesprochen worden – Antwort:
gleiche Taktik
gleiche Aufstellung
gleicher Erfolg
und nun komm mir keiner mit: in der Kürze der Zeit nichts zu machen gewesen. Den Pancho bringt TvH auch nicht, die hohen Bälle auf Koller kamen weiter, der Blazek spielte (wie eh und je) und trotz Koller und Harry spielte auch TvH das 4-3-3 stoisch weiter. Nichts gegen einzuwenden, wenn es eben logisch das Beste ist, aber dann hätte ich lieber den Hans behalten.
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Ich kapier nur nicht warum Harry bei der Nationalmannschaft die Rechtsaußen-Position viel besser spielt als im Verein.Da sollte man wirklich mal ne Taktikänderung machen,was natürlich nicht gleich bedeuten muss,dass ein Saenko kein Flügelflitzer mehr sein darf.
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[...] wird wohl auch diesmal mit der Opa-Taktik im 4-3-3 spielen, die einschneidendste Änderung ist dabei wohl Klewer in der Torwartposition. [...]
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