Nur Mut

In schier ausweglosenen Lebenslagen neigt man gern dazu dem Gegenüber mit einem gespielt positiv-aufmunterndem Lächeln auf die Schultern zu klopfen und ihm mit einem “nur Mut” in sein wohl unvermeintliches Schicksal zu verabschieden. Dabei steckt weit mehr und so viel Wahres in dieser Redewendung.
Mut hatte nämlich gestern der gesamte 1. FC Nürnberg – der Trainer, mit einer unkonventionellen und extrem offensiven Aufstellung, die Mannschaft, die ihr Herz in die Hände nahm, und nicht zuletzt die Fans, bei denen 44.000 mutig genug waren, sich einen vorzeitigen K.O. zuzumuten für den Fall, dass man auch gegen diesen schon zu Saisonbeginn designierten Abstiegskandidaten nicht gewinnen würde – plus all den Mutigen vor ihren Radios, Internet-Streams und -Tickern und Fernsehgeräten.
Mut führte zum 1:0, als ausgerechnet der für seine Versuche dieser Art oft fast verspottete Grieche zwei Gegenspieler ausdribbelte und mutig abzog. Mut hatte die Mannschaft, danach nachzusetzen und nachzulegen. Und Mut, auch wenn man das nun so gar nicht wahr haben will, war auch, in der zweiten Halbzeit eben nicht so weiterzumachen, sondern nun einmal auf seine anderen Stärken zu setzen, einmal das machen, was andere so gut können, mal einen Gang runterschalten und hinten dicht machen. Denn genau dieser Übermut hatte gegen Bielefeld dazu geführt, beim Stande von 2:0 im eigenen Stadion ausgekontert zu werden.
Vielleicht ist das gerade der Trumpf, den der Club jetzt hat und den man sich auch einreden sollte: Wir haben endlich nichts mehr zu verlieren und können nur noch alles gewinnen. Die ganze Saison lang liefen wir den Ansprüchen hinterher. Jetzt hatte man drei Spieltage vor Schluß 4 Punkte Rückstand und zwar noch Chancen, aber wußte, dass keiner sich mehr wundert, wenn gegen Duisburg die Lichter ausgegangen wären. Erst erwischte es Rostock, die eigentlich auf dem besten Weg waren sich abzusetzen und dann die Angst bekamen, doch alles zu verlieren – Ergebnis: Platz 18 und so gut wie abgestiegen. Dann waren es die Cottbusser, die den Mut in die Hände nahmen und eine Serie starteten – und nun darum zittern müssen, dass es sie doch noch erwischt. Und genauso Bielefeld, die durch das mehr als schmeichelhafte 2:2 sich schon fast auf der Zielgerade sahen, und nun den Atem im Nacken spüren und nun ihrerseits gegen zuletzt aufkommende Dortmunder, die zwar um nichts mehr in der Tabelle, aber um ihren Trainer und ihren Arbeitsplatz für die nächste Saison kämpfen müssen, quasi punkten zu müssen.
Am Ende könnte gerade diese Kurven aus Mut und Angst den Unterschied machen. Reden wir uns Mut zu und genießen einfach mal das Finish! Denn auch wenn man mich dafür verrückt halten mag, am Abstiegskampf etwas positives abgewinnen zu können: Mehr Spannung und Leidenschaft kann man doch gar nicht kriegen – und wer hätte sich sonst über ein 2:0 gegen Duisburg in einem Heimspiel so freuen können? Soll man ruhig mal drüber nachdenken. Funktioniert natürlich umso besser, wenn man an das gute Ende glaubt. In dem Sinne: Nur Mut!
Berlin, Berlin – Wir fahren nach Berlin!
Bild mit freundlicher Genehmigung fcn.de (bongarts)



nicht mal 24 std nach dem sieg und neuer hoffnung muss man mir wieder alles verderben!!! angeblich ist der wechsel von zwetschge zu wolfsburg schon fix!! ablösesumme ca 4 mio. er hat kein bock auf abstiegskampf!! so ne sau aber auch!!! söldner!!!!
Gefällt mir
0
abwarten, sam … noch ist das nur ein Gerücht vor allem der BLIND
kann mir gut vorstellen, dass es bestimmte Einigkeiten ergibt, aber erst mal abwarten, in welcher Liga wir kicken werden
dass wir Misimovic nicht lange halten können war klar, wie auch der HSV einen Van der Vaart nicht auf Dauer und Bremen einen Diego nicht, wenn einer der ganz großen anklopft
denke Misimovic hat sich bisher einwandfrei verhalten und das sollte man auch honorieren, selbst wenn er ginge – und wie sagte einst Martin Bader mal (wenn ich mich Recht erinnere): Tranfererlöse gehören bei Clubs wie Nürnberg zu einem Teil der geplanten Einnahmenseite
Und da hat er Recht. Leider.
Gefällt mir
0
und sam – P.S. – das Zitat mit dem Abstiegskampf war meines Wissens nach vom letzten Jahr und die Begründung, warum er sich ausgerechnet Nürnberg anschließen wollte …
Gefällt mir
0
Es ist doch IMMER schön, am Pfingstsamstag in Berlin spielen zu dürfen…da kann doch nix schief gehen….;-)))
Gefällt mir
0
Alexander, Misimovic mit Van der Vaart zu vergleichen ist meiner Meinung etwas überzogen. Von Van der Vaart weiß jeder schon seit längerer Zeit, dass er ein “Söldner” und Absahner ist. Aber ein Misimovic, der sich öffentlich laufend zum Club bekennt und dann im Abstiegskampf längst den Wechsel geplant und vollzogen hat ist eine andere Dimension. Außerdem ist er fussballerisch nicht auf der Ebene wie ein Van der Vaart.
Gefällt mir
0
Heute am Samstag in Berlin.Es muß unbedingt ein “dreier” her.
War letztes Jahr in Berlin beim Pokalfinale.
Vielleicht ist Berlin ja wieder eine positive Reise wert?
Ich drücke unsern Club die Daumen!!
Gruß aus Shanghai/China
Gefällt mir
0
@Maeggo … also ein Dreier wäre der Traum, aber “müssen”? Definitiv MUSS ein Punkt her, wenn man nicht nach Bielefeld schaut. Denn nur mit einem Punkt ginge man noch mit Chancen in die Zielgerade, egal wie Bielefeld heute spielt. Selbst wenn Bielefeld heute gewinnt und der Club holt einen Punkt, sehe ich uns mit den besseren Chancen am letzten Spieltag, da wir ein Heimspiel haben und Bielefeld in Stuttgart antritt.
Gefällt mir
0
naja bessere chancen am letzten spieltag würd ich nicht sagen!!! bielefeld hat ja dann immer noch 3 pkt vorsprung!! bielefeld braucht sich nur ein unendschieden in einem langweiligen spiel holen und wir sind weg!!! da nutzt nicht mal ein sieg gegen schalke was!!! das bielefeld heute gegen dortmund gewinnt ist sehr wahrscheinlich!!! meine moffnungen ruhen deshalb auf zwei niederlagen der cottbuser!!! da würden uns wahrscheinlich auch zwei machbare unendschieden reichen wenn bayern münchen uns nicht gegen duisburg hängen lässt!!!
Gefällt mir
0