“Spielfreude okay, zu wenig Tore”

Ich will mal nicht so kritisch sein und die Sache nicht so verbissen sehen. Testspiele sind "Freundschafts"-Spiele und da sollte man als Club-Anhänger die Leistung seiner Mannschaft auch mal "freundschaftlich" beurteilen. Deshalb lasse ich die Nörgelei und zitiere als Fazit zum 2:0-Sieg des FCN über den Bayernliga-Neuling FSV Erlangen-Bruck Thomas von Heesen. Auch wenn – oder gerade weil – ich es mir damit etwas zu einfach mache.
Der Club-Trainer sagte nach dem Spiel: "Die Spielfreude war okay heute, aber wir machen einfach noch zu wenig Tore." Lassen wir das mal so stehen und halten wir uns an…
… Punkt eins (…die Spielfreude war okay… ):
Der Club zeigte vor 5500 Zuschauern im Erlanger Siemens-Stadion die eine oder andere gelungene Kombination, von denen zwei auch zu Toren führten. Dem 1:0 durch Vittek (24. min) ging ein feiner Pass in die Gasse von Mintal voraus. Das 2:0 (69. min) wurde mustergültig über die rechte Seite herausgespielt: Masmanidis (auf beiden Flügeln sehr agil) ließ den Ball mit dem Außenrist zu Vittek abtropfen, der passte steil auf Gygax und der Schweizer Nationalspieler umkurvte den Torwart und schoss aus spitzem Winkel routiniert ein.
Bereits in der 10. Spielminute hatte der Erlanger Torwart das Leder zum ersten Mal aus dem Netz holen müssen. Mintal hatte den Ball in den Strafraum zu Vittek gelegt, der spielte Doppelpass mit dem aufgerückten Pinola (diesmal wieder linker Verteidiger) und schoss ein Tor, das allerdings zu Recht wegen Abseits nicht gegeben wurde.
Das Ergebnis wäre deutlicher ausgefallen, wenn in der Phase zwischen dem 1:0 und der Pause Breskas Pfostenschuss nach schöner Flanke von Masmanidis den Weg ins Tor gefunden hätte (wobei sich allerdings die Frage stellt, ob der Ball ins Ziel oder weit drüber gegangen wäre, wenn der Slowake den Ball richtig getroffen hätte…) und wenn Masmanidis in aussichtsreicher Position keine „Gurke“ fabriziert hätte, nachdem Breska in den Strafraum geflankt und Mintal maßgerecht aufgelegt hatte.
Im zweiten Spielabschnitt waren abgesehen vom Treffer zum 2:0 keine nennenswerten Torchancen für den Zweitligisten zu verzeichnen. Und damit sind wir bei…
…Punkt zwei (…aber wir machen einfach noch zu wenig Tore… ):
Anders als beim ausgebliebenen Schützenfest im Spiel gegen den Bezirksligisten FC Lichtenfels lag das Manko in der Offensive diesmal nicht so sehr in der mangelhaften Chancenverwertung, sondern darin, dass zu wenige Chancen erarbeitet wurden. Im Mittelfeld lief das Kombinationsspiel des Clubs phasenweise recht gefällig (Gygax setzte Akzente), es versandete aber in Strafraumnähe, weil kaum Lücken für Anspielstationen gerissen wurden (O-Ton eines hinter mir stehenden Zuschauers, der zu der Altersgruppe gehörte, die Max Morlock noch live spielen sah: „Ideenlos, ideenlos, das dauert alles viel zu lange“ ); und wenn sich mal die Möglichkeit zum finalen Pass ergab, wurde er nicht präzise genug gespielt. So gab es gegen den geschickt verteidigenden Bayernligisten viel zu selten ein Durchkommen…
Aber gut, hoffen wir (oder, wie sagte Hans Meyer immer so schön: gehen wir mal davon aus ), dass es Thomas von Heesen im anstehenden Trainingslager in Österreich gelingt, den noch arg stotternden Angriffsmotor auf Touren zu bringen. Und gehen wir ebenfalls davon aus, dass die auch in der Defensive zu Tage getretenen Schwächen abgestellt werden. Vor allem in der zweiten Halbzeit war der Bayernligist mehrmals einem Treffer nahe, weil ihm zu viel Raum für Konter gegeben wurde oder die Abwehrspieler im eigenen Strafraum nicht Herr der Situation waren (Goncalves , Bieler ).
Aufstellung 1. Halbzeit: Schäfer – Reinhardt, Wolf, Gonzalves, Pinola – Judt, Engelhardt – Breska, Mintal, Masmanidis – Vittek .
Aufstellung 2. Halbzeit: Schäfer – Reinhardt (84. Kammermeyer), Wolf (65. Abadonardo), Gonzalves, Bieler – Perchtold, Kluge – Breska (65. Pagenburg), Gygax, Masmanidis – Vittek .
Nach meinen Beobachtungen in den Testspielen gegen Amberg , Lichtenfels und Erlangen-Bruck ist eine Umstellung des Spielsystems auf 4-4-2 (hatte ich eigentlich vermutet) nicht zu erkennen. Es scheint beim 4-2-3-1 zu bleiben.
Bild mit freundlicher Genehmigung fcn.de
Danke für den Bericht!
Eine Taktik-Frage: 4-2-3-1 oder doch ein 4-1-4-1? Das hatte Von Heesen ja mal angedeutet, die Spanien-Taktik – aber in der Praxis?
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Soweit ich das sehe (bin ja nur ein “interessierter Laie”) war das gestern klar ein 4-2-3-1. Man könnte es auch 4-2-1-3 nennen, die beiden offensiven Außen sind mal ganz vorne, mal ziemlich zurückgezogen (muss ja bei Ballbesitz des Gegners auch so sein).
Nach 4-1-4-1 sah die Aufstellung in der 1. HZ des Amberg-Spiels aus (mit Mintal und Masma in offensiven Halbpositionen). Ich habe diese Formation als 4-1-2-3 angegeben. Ist irgendwie auch ein “Streit um Bezeichnungen” mit den Spielsystemen…
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belschanov … wir haben doch alle keine 2. Liga gespielt
ich finde deine Eindrücke sehr fundiert
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Wirbel um Wolf. Wechselt der Abwehrrecke doch noch zu einem erstklassigen Verein? Diese Entwicklung, die eigentlich schon abgehakt war, ist doch etwas beunruhigend. Der Verein sollte gut daran tun, ihn nicht in letzter Sekunde noch zu verlieren. Dies wäre für den Club als auch für die Fans ein herber Rückschlag.
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Club spielt 0:0 gegen Bukarest. Das liest sich doch schon mal besser als ein 3:0 gegen Lichtenfels!
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