“Einmal noch” – Ein Jahresrückblick auf 2008
Einmal werden wir noch schlafen gehen, dann ist dieses Jahr 2008 vorbei – endlich. Einmal will ich noch zurückblicken und dann hoffentlich nur noch die ganze Sache als Historie verbuchen. Und einmal will ich noch kein Blatt vor den Mund nehmen dieses Jahr – denn, sind wir mal ganz ehrlich – dieses Jahr 2008 war ein grauenhaftes Jahr, aus Fan-Sicht. Kaum zu unterbieten, ein Desaster und schlimmer nur noch in der legendären ersten Abstiegssaison 1969 als Meister, dramaturgisch allerdings deutlich hinter dem mit dem Abstieg ‘gekrönten’ Finale 1999.
Gäbe es einen Fußball-Gott, ihn würde mit dem Club wohl eine Art Hassliebe verbinden, denn anders wäre nicht zu erklären, warum er gerade derartige Freude daran hat, zwischen den Extremen pendeln zu lassen. Gleichgültigkeit wäre ja das eine, dann würden wir irgendwo im Niemandsland des deutschen Fußballs dümpeln, aber Nein, wir müssen ja die totalen Pegelausschläge abbekommen, vom Sieger zum Deppen und wieder zurück. Aber wir beschweren uns nicht wirklich, es gehört zu uns als Clubberer eben dazu und umso süßer schmecken die Erfolge, wenn man das Tal der Tränen wirklich kennt. Ein Batzi-Fan wird das nie verstehen, wie sich dieses Gefühl anfässt, dieses am Boden liegen und belächelt werden und dann wie eine wachgeküsste Prinzessin den DFB-Pokal in den Himmel zu strecken. Um dann eben wieder über Abstiegsgefahr in Liga 2 reden zu müssen – kein Wahnsinn! Einfach der Club.
Dieses Jahr begann ja mit einem Spiel frei, weil man sich nach dem Pokalsieg natürlich gegen Jena blamieren musste und daher am ersten Pflichtspieltermin der Saison gleich mal frei hatte. Aber das hatte man ja über den Winter gleich mal verdaut, man schöpfte ja mit der hochgejubelten Koller-Verpflichtung frische Hoffnung und Lissabon stand vor der Tür. Eine Meyer-Entlassung stand da noch gar nicht zur Debatte – im Gegenteil! Man handelte Meyer als möglichen HSV-Trainer und das zum Graus der Fans und Verantwortlichen. Doch im Februar war alles schon Makulatur: Meyer wurde entlassen, Thomas von Heesen kam, man verlor in Lissabon 0:1 und trotz beherztem Rückspiel (2:2) schied man aus – und damit verging der letzte Restruhm aus der gerade noch so allgegenwärtigen rosigen Zukunft. Manche Spielzeiten weiß man eigentlich schon, dass alles Grütze sein wird, allein weil einfach zu viel blödes passiert: wie erst Beinahe-Spielabbrüche wie gegen Frankfurt und dann echte Spielabbrüche wegen Regen – sowas stimmt einen eigentlich schon auf Desaster ein. Der Rest ist leidlich bekannt: Der Trend blieb ungebrochen nach unten, die entscheidenden Spiele wurden nicht gewonnen, am Ende stand der Abstieg.
Was sich in dem Jahr bei Clubfans United (fka clubfans.de) getan hat, ist durchaus auch ein paar Zeilen Rückschau wert. Im März beschlossen Stefan (Gründer) und ich, die Sache etwas anders anzugehen und ich wurde vom Co-Autor zum Mitbetreiber, eine Doppelspitze also, und dazu gab es auch gleich den Relaunch der Seite. Im April wurde der Fanclub (wieder) gegründet, der zwischenzeitlich stolze 31 Mitglieder zählt. Im Juli dann der kleine “Schock”, als wir feststellen mussten, dass es unter der alten Domain “clubfans.de” nicht weitergehen kann – jedenfalls nicht so, wie wir uns das vorstellten. Das war von uns damals leider nicht ideal kommuniziert (was auf meine Kappe geht), aber wir konnten es aufklären und am Ende ging es wie frisch gestrichen weiter unter der neuen Flagge “clubfans-united.de”. Klang wie bisschen viel Rauch um nichts, tatsächlich war das damals aber schon ein Scheideweg, an dem alles auch hätte enden können.
Ab Juni gärte bereits die Idee eines Forums in uns, es dauerte aber bis Dezember, um aus der Idee Wirklichkeit werden zu lassen – was auch viel mit konzeptionellen Überlegungen und auch verschiedenen technischen Lösungsmöglichkeiten zu tun hatte. Am Ende entschieden wir uns für die große Lösung, ein phpBB-Forum – das Forum ist jetzt offen für Anmeldungen von jedermann.
Einen Rückblick (mit Ausblick) auf die Hinrunde warf ja unser geschätzter Co-Autor belschanov, ich will dem gar nicht viel dazufügen. Eines wurde mir aber klar: Am Ende schmecken Siege einfach gut. Es ist eigentlich relativ egal, wo ich spiele und wer der Gegner war: Gewinnt der Club, hab ich gute Laune, verliert er, ist selbige schlecht. Klar hat man bei manchen Siegen mehr Genugtuung, bei anderen mehr Hoffnung, andere schüren mehr Zweifel – aber am Ende ist es das gewonnene Spiel, warum uns dieser Sport so begeistert. Und anders ist auch nicht zu erklären, warum man eigentlich fast schicksalsergeben hinnahm, dass solche feinen Techniker wie Misimovic, Galasek, Saenko und Vittek, ebenso nun längst Geschichte sind, wie ein Koller oder ein Polak. Heute freut man sich schon wieder, wenn ein junger Maroh mal halbwegs solide einen Innenverteidiger gibt, ein Perchtold die gegnerische Mittelfeld-Offensive niederkämpft und ein Kluge einen ordentlichen und soliden Spielaufbau anbietet. Das ist ohne bösen Sarkasmus geschrieben, es spiegelt einfach nur wieder, worum es einem geht: Den Sieg zu kosten und nach dem Spiel das Gefühl gehabt zu haben, dass die am Platz genauso emotional und mit Leidenschaft mitgehen, wie die auf den Tribünen und an den Radio- und TV-Geräten und PCs zu Hause.
Heute stehen wir im gesicherten Mittelfeld der zweiten Liga – wahrlich ein “würdiger” Abschluss eines Grottenjahres. Und dennoch ist die Stimmung eigentlich gut. Das kann man wohl auch nur in Franken und anderen ähnlich gelagerten Mentalitäten erleben. Am Ende zählt nur bedingt Liga und Position, wenn man einfach ein gutes Gefühl bei der Sache hat, man ein bisschen träumen kann und sich nicht “verarscht” fühlt. Dann fiebert man auch schon wieder auf die Rückrunde, glaubt mal wieder an eine neue Jungstar-Verpflichtung (Diekmeier, Risse, Reinartz) und träumt dabei von Reuter, Dorfner, Eckstein und Grahammer.
Guten Rutsch ins neue Jahr!
“Gewinnt der Club, hab ich gute Laune, verliert er, ist selbige schlecht.”
Genau so isses!
Nach den letzten Vorrundenspielen ist unsere Laune ja gar nicht so schlecht. Hoffen wir mal, dass sie in der Rückrunde so richtig gut wird. Verdient hätten wir das nach all dem, was wir in dem zu Ende gehenden Jahr mitmachen mussten, allemal.
Frohes neues Jahr an alle hier im Blog!
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Ich wünsche dem ganzen Team und allen Clubfans einen guten Rutsch ins neue Jahr 2009 und unserm Club den Rück-/ Aufstieg in die erste Bl.
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gsunds neues!
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Dann wünsch ich dir jetzt, ein frohes neues Jahr
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