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Ihr Kinderlein kommet

Ja haben wir denn schon Weihnachten? Der nächste Jungspund steht vielleicht vor der Tür, mit Manuel Zeitz (18, Saarbrücken) wird das nächste Talent im Transfermarkt gehandelt. 13 Spiele hat der junge Mann in der Oberliga Südwest schon am Buckel, 6 Tore und 3 Assists lassen sich hervorragend hören. Bereits zu Saisonbeginn stieß mit Mike Frantz ein talentierter Mann von Saarbrücken zum Club, Zeitz könnte der nächste sein.

25 Jahre Durchschnittsalter steht aktuell beim Club zu Buche, nochmals bereits deutlich aufgefrischt durch die Winter-Neuzugänge Reinartz, Risse und Diekmeier. Sollte noch Zeitz kommen und Charisteas (28) und Breska (29) gehen, geht man weiter konsequent zur Fohlenelf. Und auch Klewer (31) und Mnari (32) sind so Kandidaten für mittelfristige Wechsel.

“Kinderlein” ist dabei nicht despektierlich gemeint (höchstens witzig), dennoch fragt man sich, ob der Weg so konsequent umgesetzt nicht wieder ein wenig zu forsch ist. Ohne die ‘Alten/Erfahrenen’ geht es nicht, sagte Michael Oenning ständig, die Transferaktivitäten lassen da anderes vermuten. Und mit Bujanku (25) und Gündogan (18) stehen die nächsten Neuzugänge bereits fest, die den Schnitt nicht heben. Und der gehandelte Gueye ist auch gerade mal 22.

Die Jugend macht einem als Fußballfan meistens Freude, die Unbekümmertheit und der Einsatz, doch macht einen gerade auch aktuell manche Teile der Clubfans da bei aller Euphorie Sorge. So schnell die Leistungen der Jungen honoriert wird, so schnell fallen sie auch in Ungnade bei vielen. Pinola ist vielleicht das Parade-Beispiel: Gestern noch Objekt eine “Bleib bei uns”-Unterschriftenaktion ist der auch erst 25-jährige bei vielen schon als Söldner gehandelt worden, der nur keine Lust mehr habe. Auch ein Reinhardt ging bereits den Weg vom Hoffnungsträger zum Buhmann – und der Junge ist 24.

Offenbar ist bei vielen nicht durchgedrungen, dass es sich nicht um Maschinen handelt. Spieler entwickeln sich in der Regel bis Ende 20 erst zur vollen Leistungsfähigkeiten. Auszeiten von 1-2 Jahren mit Leistungstiefs sind keine Seltenheit – selbst ein Mega-Talent wie Nuri Sahin (Dortmund) durfte das schon erfahren, Beispiele ließen sich beliebige finden. Im Gegenteil wird man lange kramen müssen um Talente zu finden, die bereits Anfang 20 durchgehend starke und konstante Leistungen gebracht haben. Ein Messi ist da vielleicht eine Ausnahme, aber wie schnell es gehen kann, durfte selbst ein Ronaldinho erkennen, der in ein tiefes Loch über viele Monate fiel bis ihn schließlich Barcelona freigab.

Nun ist Reinhardt kein Ronaldinho, aber bei dieser Ungeduld mancher Fans, wird einem bisweilen schon bange, wenn man an die nächsten Krisen denkt.

Und die kommen bestimmt und da pflegte Rehhagel immer zu sagen: Wenn das Schiff in schwerer See Schlagseite bekommt, müssen die Leichtmatrosen von Bord und Männer mit Bärten ans Ruder. Das hat dann was von “Krisenfestigkeit” zu tun, vielleicht mit gefestigter Persönlichkeit, aber auch mit der Erfahrung, dass man weder den himmelhochjauchzenden Jubel um seine Person noch die beißende Kritik oder gar Pfiffe der eigenen Fans zu persönlich nehmen sollte.

Mir als Fan macht der “Jugendwahn” Spaß, vor allem aber, weil er mit enormen Talent verbunden ist – namentlich genannt die U19-Nationalspieler und Europameister Reinartz, Risse und Diekmeier – die wirklich schon exzellente Leistungen gezeigt haben. Aber ich wünsche sehr, dass man alle Jungschen vor übertriebenen Lob ebenso beschützt wie vor der Kritik. In dem Sinne freut es mich zu lesen, dass Reinhardt wohl wieder im Training ganz neuen Zug bekommen haben soll und die Diekmeier-Verpflichtung wohl nicht als Demontage begreift, sondern als Ansporn. Und genau dabei sollten wir die Jungs alle unterstützen: Beim sportlichen Wettstreit sich zu verbessern und so das Beste aus sich heraus zu holen. Dabei brauchen sie auch uns, die Fans.

     

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Kommentare (6)

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  1. axel sagt:

    prinzipiell völlig korrekt. mit einer u-19 steigt man sicher nicht auf.
    nur:
    wenn die “alten” über ein jahr un länger keine leistung bringen (reinhardt) oder häufig verletzt sind (mnari) oder gar den eindruck großer unlust vermitteln (harry)….
    wenn der markt keine qualitativ weiterführenden “ausgewachsenen” spieler in unserer preisklasse hergibt….
    ….dann doch lieber mit youngstern aufrüsten, oder?
    zumal in jedem mannschaftsteil wenigstens ein erfahrener spieler verbleibt, sei es pino in der abwehr, kluge oder mnari im mittelfeld oder (zuweilen) harry im sturm. von schäfer im tor gar nicht zu reden.

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  2. aber axel … der Reinhardt ist doch kein “alter”! der ist 24! und nur weil er da schon Stammspieler war, fällt das überhaupt auf! andere in seinem Alter sind da schön brav Ergänzungs- oder Persepektivspieler die letzten Jahre (20-23) und können sich auch längere Auszeiten unbemerkt nehmen.

    Und die Unlust Harrys … ich muss das immer wieder sagen … ist doch erst in einmal zu sehen gewesen (Osnabrück) und danach hat man doch bei vielen Fans den Stab schon gebrochen … wundert es da einen, wenn die eigenen Fans einen auspfeifen und man nicht mehr spielen kann, dass man frustriert ist? Nein, Unlust fand ich nicht …

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  3. Flo sagt:

    Danke für diesen Artikel. Bin völlig der gleichen Meinung. Ich als Glubb-Fan finde es beschämend, wenn man im Stadion steht und die halbe Kurve einen Spieler der eigenen Mannschaft auspfeifft. Diese sog. “Fans” sollten sich lieber überlegen, wie sie Spielern, die sich zur Zeit nicht in einer Hochphase befinden, wieder auf die Beine helfen. Der fehlende Rückhalt bei den Fans hat schon oft zum Zerwürfnis zwischen Verein und Spieler geführt. Und dann wundern sich viele auch noch, warum dann manche Spieler beim Glubb “nix taugen” und bei anderen Vereinen dann wieder aufblühen!
    Also: Fan-Support für die ganze Mannschaft!

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  4. Wolferl sagt:

    Auf Jugend setzen – ja, das hat doch schon einmal geklappt …. Aber da müssen wir uns alle ziemlich geduldig zeigen, gerade die Jungen brauchen Vertrauen. Nach 2 verlorenen Spiel die Nerven verlieren darf nicht passieren.

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  5. Kir.Royal sagt:

    …wo, wenn nicht in der 2. Liga?
    Den Artikel fand ich sehr gut geschrieben.
    Wo sonst kann man solche Experimente ausprobieren? Keine BuLi-Mannschaft kann sich so einen Schritt erlauben, weder ganz oben, erst recht nicht ganz unten. Ich denke, der Aufstieg in diesem Jahr ist nicht das oberste Ziel. Ich finde es schön, dass man von unten anfangen will. Vor allem mit auch mal mit deutschen Spielern. Natürlich macht es die Mischung. Die Mischung zwischen jung und alt, die Mischung zwischen erfahren und unbekümmertem Aufspielen. Auf geht´s…Nürnberg schiess ein Tor. Und das wünsche ich mir mehr denn je…

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  6. stc sagt:

    man mag sich -wie ich schon an anderer stelle erwähnte- heute einen eckes mit vier spielen ohne torerfolg oder den “kultspieler” sane in der heutigen zeit vorstellen. vom helden zum deppen und wieder zurück und gleich wieder retoure in nur wenigen wochen…, ach was, tagen!

    dass ein immer größerer druck auf jungen spielern lastet, die sich mitunter seit ihrem 8. lebensjahr dem traum des profifußballers unterordnen und für die eine schlechte saison mit 21 oder 22 jahren vielleicht die erste seit 14 jahren professionellen ballspiels ist, liegt aber auch an der schnelllebigkeit der heutigen zeit. aber dieses rad kann man nicht mehr zurück drehen.

    fußballdino sasa ciric meinte letztens sinngemäß in einem interview, er habe professionell mit 18 jahren das fußballspielen angefangen, weshalb er auch so lange spielen konnte (und es immer noch könnte, wenn er wollte :-) ), ein alter, indem heutige ambitionierte jugendspieler evtl. schon ein bis zwei schwerere operationen hinter sich gebracht haben. und ein alter, indem sich der zukünftige weg schon 2-3 jahre vorher durch die richtige wahl des ausbildenden vereins bzw. das durchlaufen von auswahlmannschaften weitestgehend enstchieden hat.

    ich kenne mich nicht genau damit aus, aber ich denke, dass auf einen franz oder diekmeier ca. 250 jugendspieler kommen (wenn das überhaupt reicht), die mit dem selben traum und vielleicht sogar den selben anlagen zwischen 12 und 16 jahren evtl. entscheidende fehler gemacht haben.

    allerdings -und das muss ich mal loswerden – kann ich dieses “ich schäme mich” und “beschämdend” geeier begzüglich der pfiffe gegen eigene spieler nicht mehr lesen oder hören! ich hab da nicht mitgemacht, aber ich bin der festen überzeugung, dass gerade diese pfiffe gegen rostock einfach nur bedeuteten, dass man nun -aus der not heraus- einen neuen weg eingeschlagen hat und man nicht mehr zu denen zurück will, die uns in diesem sumpf getrieben haben. wie lange zuvor haben die clubfans still gehalten? wie oft wurde das team v.a. auswärts über die jahre hinweg fantastisch unterstützt?

    der clubfan an sich will auf dem feld spieler haben, denen er auch eine schlechte leistung verzeihen kann, weil er weiß, dass sich die jungs für den verein zerreißen würden. die jungspunde wie frantz oder maroh, denen man z.b. in ingolstadt anmerkte, dass es ihnen auch etwas bedeutet, dass nicht wenige immer noch “dumm genug” sind, den verein in die fremde zu folgen und bei denen das “abklatschen” nach dem spiel noch kein einstudiertes ritual ist, sind bei uns bestens aufgehoben.

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