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Soll erfüllt oder Fehlstart?

Wenn mehrere Personen das gleiche Fußballspiel sehen, bedeutet das nicht, dass sie das Spiel gleich sehen.  Diese schlichte Wahrheit war Thema meines Artikels “Vom Sehen und vom Wollen”, den ich nach der Niederlage des Clubs bei St. Pauli geschriebenen habe, und diese Wahrheit wird durch die Stimmen zum 0:0 des Clubs beim FC Augsburg einmal mehr bestätigt.

Was für n-tv.de ein “Fehlstart” des FCN war, war für Club-Trainer Oenning eine “richtungsweisende” Leistung seiner Mannschaft, die er “auf einem guten Weg” sieht, wenn sie gegen Kaiserslautern an die Leistung des Augsburg-Spiels anknüpfen kann. Was für kicker.de ein lauer Kick war, der den bei kaltem Winterwetter frierenden Zuschauern “wenig Erwärmendes” bot, war für FCA-Trainer Fach “ein sehr gutes und sehr temporeiches Spiel”.

Na ja, der Bewertung “sehr gut und sehr temporeich” kann ich mich nicht anschließen, ich habe ein Spiel gesehen, das durchschnittliches Zweitliganiveau aufwies; ich kann mich aber dem anschließen, was Fach noch sagte: “Ich denke, wir können mit dem Punkt besser leben als der Club.”

Für mich als (Erfolgs-)Fan war der eine Punkt gestern klar zu wenig. Der Club hätte wenigstens eine seiner zahlreichen Chancen nützen müssen. Dann hätte es 1:0 geheißen und wenn die Manschaft das 1:0 dann auch über die Zeit gebracht hätte, hätte n-tv.de nicht “Club legt Fehlstart hin” getitelt, sondern “Glanzloser Arbeitssieg des FCN”.

Womit wir beim Stichwort sind: “Arbeitssieg”. Wenn die Mannschaft die formulierten ambitionierten Ziele erreichen will, muss auswärts auch mal ein Dreier eingefahren werden. Unentschieden ist auf Dauer zu wenig. Da müssen “dreckige 1:0s” her.

Dass es in Augsburg nicht geklappt hat mit einem “dreckigen 1:0″, lag am Torwart des Gegners, der Charisteas’ Kopfball sensationell parierte (41. min) und an mangelndem Glück, als Bielers Schuss am Pfosten landete (64.); es lag aber besonders – das alte Lied (bzw. Leid) – an mangelnder Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. In der 33. Minute hätte Frantz nach der mustergültigen Flanke von Diekmeier direkt abziehen müssen, statt zu versuchen, den Ball anzunehmen.

So blieb es bei einem 0:0, mit dem sich der Autor dieses Artikels schwerer arrangieren kann als mancher Club-Akteur. Schäfer sagte nach dem Spiel, dass er mit dem Unentschieden gut leben könne, Pinola sprach von einem Punktgewinn und beurteilte den Auftritt der Mannschaft als “nicht super, aber okay”.

Wenn es den Club-Spielern mit den Zielen, die sich selbst gesetzt haben, wirklich ernst ist, ist “okay” zu wenig.

     

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Kommentare (11)

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  1. Stephan sagt:

    “wir sind auf einem guten Weg” höre ich nun schon seitdem es nach dem Pokalsieg nicht mehr so gut läuft.

    Aber was hilfts, ich glaube ja auch daran, also Mund abputzen, weiter, noch ist nichts verloren.

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  2. Jones sagt:

    wir sind auf einen guten weg, wenn wir wie augsburg mal fünf spiele hintereinander gewinnen.
    es ist unglaublich schwer den club zu schlagen, heist es immer wieder. es ist aber auch unglaublich schwer gegen den club zu verlieren,
    was ich viel schlimmer finde. an alle träumer,
    wenn wir noch direkt aufsteigen wollen, schätze ich,
    brauchen wir mindestens 33-36 punkte aus den verbleibenden 16 spielen. uns selbst für den 3 werden es an die 30 sein müssen. problem, es sind nur noch 48 zu vergeben. mit dieser taktik zu hause nicht jedes spiel gewinnen und auswärts immer nur ein punkt wird es nichts.
    genau wie wir letztes jahr mit unserer supertaktik, jedes auswärtsspiel verloren und zu hause immer nur ein punkt, auch nicht unser minimalziehl erreichen konnten.

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  3. Jones … so isses … die Punkte kann man leider nicht herbeireden, die müssen eingefahren werden und in Augsburg hätte man die einkalkulieren müssen, will man eben nicht braves oberes Mittelfeld der Liga sein, sondern einer der beiden Top-Mannschaften (und Gnade uns vor dem Relegationsplatz …).

    Ich finde den eingeschlagenen Weg auch gut, aber nach der Partie gegen Augsburg erscheint mir der Nicht-Aufstieg wahrscheinlicher als der Aufstieg. Das war mir zu brav und ein im Zeugnnis zu “stets bemüht”. Man hatte zwar den Eindruck, der Club wollte bisschen mehr den Sieg als der FCA, aber es war nicht dieses gallige unbedingt wollen, wie noch gegen die Westvorstadt. Alles schön organisiert, das ist zwar auch schön, aber wer sich am Ende in der Tabelle vor anderen 16 Mannschaften sehen will, muss jedes Spiel gewinnen wollen – lieber Niederlage als Unentschieden – denn wenn das Konzept nur jedes zweite mal aufgeht, hat man in vier Spielen statt 4 Zähler dero 6, das ist die Arithmetik.

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  4. kanzler sagt:

    “Alles schön organisiert, das ist zwar auch schön, aber wer sich am Ende in der Tabelle vor anderen 16 Mannschaften sehen will, muss jedes Spiel gewinnen wollen – lieber Niederlage als Unentschieden – denn wenn das Konzept nur jedes zweite mal aufgeht, hat man in vier Spielen statt 4 Zähler dero 6, das ist die Arithmetik.”

    Das seh ich genauso, mir hat auch der Mut gefehlt in der zweite Halbzeit oder spätestens gegen Ende der Partie mehr zu riskieren, alles nach vorne zu werfen und auf Sieg zu Spielen. Ein Sieg ist nunmal soviel Wert wie drei Unentschieden und ein UNentschieden ist kaum besser als eine Niederlage. Wir haben auch in der Hinrunde (und auch letzte Saison) zu viele Unentschieden, irgendwie fehlt immer noch der letzte Siegeswillen.

    Naja verloren ist noch nichts, ich denke man muss jetzt einfach wieder von Spiel zu Spiel schauen, punkten und nicht nach jedem Spieltag überlegen ob der Aufstieg noch drin ist oder nicht. Das sehen wir ab dem 30. Spieltag…

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  5. Hörnla sagt:

    Ich finde diese ersten Kommentare, mit Verlaub, ein wenig zu harsch. Vor allem, wenn man den hier veröffentlichten Vorbericht in Rechnung stellt, der Augsburg über den grünen Klee lobt. Vor nicht allzu langer Zeit wären wir alle froh gewesen, wenn man gegen eine solche Mannschaft in der Fremde die immer wieder als Muss beschworene Null hinten derart ungefährdet hätte herausspielen können. Nun gelang das recht überzeugend – gegen eine Mannschaft, gegen die man eben nicht mit Mann und Maus stürmen kann, da sie über konterstarke Stürmer verfügt – die der Club aber jederzeit im Griff hatte. Wäre es nicht so gewesen, hätten die Nürnberger mit Gewalt den Dreier gesucht und tatsächlich ein Kontertor eingefangen – was dann hier geschrieben worden wäre, ich mag es mir gar nicht vorstellen. Vorerst ist bei mir das Glas jedenfalls noch halbvoll: ich habe erfreulich selten die berüchtigten hohen Bälle ins Nirwana nahe dem gegnerischen Tor gesehen und auch einen Charisteas, der sich offenbar der Normalform nähert, was man von seinen Kollegen im Sturm und offensiven Mittelfeld noch nicht behaupten konnte.
    Ansonsten sollte man wie vor der Winterpause von Spiel zu Spiel denken und sich zu diesem Zeitpunkt nicht mit Aufstiegsgerede und Punktearithmetik überfrachten. Neuaufbau mit jungen Leuten – Integration jeder Menge Neuzugänge, die alle nicht teuer sein durften – und sicherer, nicht glücklicher Aufstieg – und, sonst hat’s ja keinen Wert, Etablierung in der Ersten: das scheint mir fast ein wenig viel erwartet im Moment.

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  6. Hörnla, ist sicher auch richtig, vielleicht hat man wirklich zu viel erwartet – gerade nach der Vorbereitung. War halt schon irgendwie “a Dämpfer”, so ein trostloses 0:0 gegen eine Mannschaft, die – guten Lauf hin oder her – man normalerweise sportlich bezwingen können muss …

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  7. Schäuferla sagt:

    Na ich war ja in Augsburg dabei und denke das Spiel war nix dolles.

    Man muss von der Mannschaft viel mehr erwarten.
    Ich denke der Aufstieg ist durch.

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  8. Harald sagt:

    Zu den Kommentaren des ehemaligen Co-Trainer Oenning fällt mir schon lange nicht mehr ein.
    Fatal an der ganzen Sache ist, dass man mit diesen ehemaligen Co-Trainer bis 2011 verlängert hat. Das dieser Trainer kein Konzept hat, haben die Spiele gegen 1860 und Augsburg deutlich gezeigt. Kein druckvolles Spiel nach vorne, sondern nur konzeptloses Mittelfeldgeplänkel. Eckbälle und Freistöße braucht der Schiedsrichter für den Club nicht mehr zu pfeifen, sondern soll lieber den Ball gleich den Gegner geben, den die Ausführungen sind eine einzige Katastrophe. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, das es der Club vielleicht doch noch schafft, selbst mit diesen Trainer.

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  9. Schäuferla sagt:

    Harald spricht mir aus der Seele.

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  10. Manu sagt:

    “… Eckbälle und Freistöße braucht der Schiedsrichter für den Club nicht mehr zu pfeifen, sondern soll lieber den Ball gleich den Gegner geben,…”

    sehe ich auch so harald. ansonsten denke ich jedoch, dass oenning durchaus was kann. umsetzen müssen es die spieler! da hilft der beste trainer nix.

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  11. Armin sagt:

    Warum geht Clubfan nur himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt?

    Schaut man einmal annähernd neutral auf unseren Ruhmreichen, soweit man das als Fan überhaupt kann, dann sieht man einen Verein, eine Mannschaft, die sich ganz langsam wieder findet, nach einer mehr als verkorksten Saison an deren Ende der Abstieg stand. Dazu wurde die Philosophie des Vereins im Laufe dieser Saison komplett über den Haufen geschmissen, startete man mit einer “Erstligamannschaft” mit bekannten Namen in die Saison, baut man nun fast komplett auf junge, hungrige Spieler. Wenn man sieht wie viele Spieler der Club in dieser Saison abgegeben und wie viele Neue er geholt hat, dann darf man von der Mannschaft eigentlich nicht all zu viel erwarten.

    Ich denke auch die Kommentare zum Trainer sind etwas zu voreilig, bisher hat er es zumindest geschafft wieder so etwas wie Teamgeist zu schaffen und es ist sicher nicht die Aufgabe, gerade bei einer so jungen Mannschaft wie der unseren, nach einem schwächeren Spiel drauf zu hauen. Ganz im Gegenteil, es geht darum die jungen Spieler stark zu machen.

    Natürlich war ich auch enttäuscht, dass wir nicht besser in die Rückrunde gestartet sind, das WE hätte auch mal wieder die Chance gebracht näher an die Spitze heran zu rücken, Immerhin haben sich die ersten beiden die Punkte gegenseitig weggenommen.

    Wo die Reise diese Saison hingeht werden wir nach den ersten fünf Spielen sehen, jetzt schon wieder die Punkte hoch zu rechnen und dubiose Rechnungen auf zu stellen, alle Heimspiele gewinnen, auswärts immer unentschieden, naja, da glaubt doch ernsthaft keiner dran. Natürlich werden wir auch mal zuhause verlieren, aber wir werden auch ein paar Auswärtsspiele gewinnen. Am Ende wird man sehen wo wir stehen, für den Aufstieg wird es aber sehr, sehr schwer, da brauchen wir auch ein wenig Glück, das wir letzten Freitag nicht unbedingt hatten.

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