Remember 25
Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg
vom 7. 6. 1925
STUHLFAUTH
POPP KUGLER
SCHMIDT KALB RIEGEL
STROBEL WIEDER HOCHGESANG TRÄG SUTOR
Spielbeginn:
14 Uhr 30
Remember 85 – so lautete das Motto, das ich in meiner Weihnachtsbotschaft für die Rückrunde der laufenden Saison ausgegeben habe.
Der Glaube an die Erfüllung dieses Mottos war mir – und bestimmt nicht nur mir – spätestens nach der 2:2-Niederlage des Clubs in Duisburg abhanden gekommen. Nach fünf Siegen in Serie (die Verwendung dieses Wortes wollte ich ja schon rechtskräftig untersagen lassen…) liegt unsere Mannschaft aber wieder voll im Soll. Im Vergleich mit 1985 liegt sie sogar darüber.
Damals befand sich der Club sechs Spieltage vor Saisonende noch in der Rolle des Jägers. Er stand in der Tabelle auf Platz 4 und lag einen Punkt hinter dem Relegationsplatz 3 sowie drei Punkte hinter dem zum direkten Aufstieg berechtigenden 2. Platz (klick). Heuer nimmt unsere Mannschaft zu diesem Zeitpunkt bereits den 2. Platz ein und befindet sich in der Rolle des Gejagten.
Die Jagd auf den 1. FC Nürnberg wird am kommenden Sonntag durch den FSV Frankfurt eröffnet. Der “kleine Bruder” der Eintracht will dieses Heimspiel, das auf dem Terrain des “großen Bruders” ausgetragen wird, mit aller Macht gewinnen – und zwar nicht nur, um auf Distanz zu den Abstiegsplätzen zu bleiben.
Für die Spieler des FSV Frankfurt geht es am Sonntag um mehr als um drei Punkte. Sie sinnen auf Revanche. Auf Revanche für 1925, denn…
…am 7. Juni 1925 gewann der 1. FC Nürnberg in der oben präsentierten Aufstellung das Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den FSV Frankfurt mit 1:0. Der Austragungsort dieses Spiels war Frankfurt, der Schütze des goldenen Tors, das erst in der Verlängerung fiel und dem Club den vierten seiner insgesamt neun Meistertitel einbrachte, war Wieder.
Das Motto der anstehenden Partie lautet also Remember 25 (klick und klick). Für die FSVler, weil sie eine alte Rechnung zu begleichen haben; für die Spieler unserer Mannschaft, weil sie in der Pflicht stehen, den ehrwürdigen Meisterschaftshelden um die Club-Ikonen Heiner Stuhlfauth, Hans Kalb und Heiner Träg keine Schande zu machen.
Neben dieser historischen Verpflichtung dürfte aber allein die Erinnerung an das blamable 0:0 gegen den FSV Frankfurt in der Vorrunde ausreichen, um unsere Mannschaft heiß zu machen. Nach diesem Spiel wurde die Club-Mannschaft mit so viel Hohn und Spott überschüttet, dass Wiedergutmachung im Rückspiel so etwas wie eine “Frage der Ehre” ist.
Die Bankrotterklärung der als Aufstiegsfavorit Nr. 1 in diese Saison gestarteten Club-Mannschaft im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt markierte aber zugleich auch den Wendepunkt zum Guten. Oenning schnitt alte Zöpfe ab und setzte verstärkt auf die jungen Spieler – eine Reparaturmaßnahme, die den stotternden Club-Motor auf Touren brachte: Von den 16 Punktspielen, die der Club seit dem Grottenkick gegen Frankfurt absolvierte, ging nur eines verloren, fünf Spiele endeten unentschieden, zehn Spiele wurden gewonnen.
Als Ergebnis dieser stattlichen Bilanz steht nun der zweite Tabellenplatz zu Buche. Diesen Platz gilt es bis zum Ende der Saison zu verteidigen. Dazu sind weitere Siege – und fürs Erste ein Sieg in Frankfurt – Pflicht.
Dass auch gegen “leichtere Gegner” Siege nicht im Handumdrehen zu erringen sind, bewies das Heimspiel gegen den stark ersatzgeschwächten FC St. Pauli, der unsere – vielleicht zu siegessichere – Mannschaft in der ersten Halbzeit von einer Verlegenheit in die andere stürzte. Nur mit viel Glück, geriet man gegen einen erstaunlich selbstbewusst auftretenden Gegner, bei dem David Hoilett, der aus denkwürdigen Gründen nicht beim Club spielt, groß auftrumpfte, nicht in Rückstand und nur durch einen Ausrutscher von St. Pauli-Schlussmann Hain bei Bielers Kopfball kam man zum Führungstreffer, der die Weichen für den 2:0-Sieg stellte.
Nach dem St. Pauli-Spiel sagte Raphael Schäfer (klick): “Wir sind jetzt die Gejagten und müssen lernen, mit dem Druck umzugehen. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben, jeder muss heiß bleiben, weiterkämpfen, sonst kriegen wir auf den Sack. St. Pauli hat seine Chancen glücklicherweise nicht ausgenutzt.” Deutliche des Worte des FCN-Torwarts, dessen Paraden in diesem Spiel einmal mehr die Garantie dafür waren, dass zum fünften Mal in Folge im Resultat hinter dem Doppelpunkt die Null stand.
Dumm nur, dass bei dem schweren Auswärtsspiel in Franfurt Isaac Boakye platzverweisbedingt nicht zur Verfügung steht. Das Sportgericht verurteilte den ghanaeschen Stürmer zu drei Spielen Sperre. Es legte Boakyes Tritt gegen gegen den St. Paulianer Timo Schultz als Tätlichkeit aus – eine Sichtweise, die NN-Reporter Wolfgang Laas teilt, der die zu zwei Platzverweisen führende Szene so schildert (klick):
“Wer Isaac Boakye nach knapp einer Stunde bei seinem Abschied sah, konnte fast ein wenig Mitleid haben. Zwei Betreuer mussten den Ghanaer stützen, dessen Oberkörper fast im rechten Winkel nach vorn gebeugt war. Es muss wirklich sehr weh getan haben, was sich der aus Sachsen bei Ansbach stammende Marcel Eger unweit der Mittellinie gegen ihn geleistet hatte. Boakye war nach einem Zweikampf zu Boden gegangen und die Partie deswegen auch schon unterbrochen, als ihm Eger aus einem Meter Entfernung den Ball in den Unterleib drosch. Genau dahin, wo Männer besonders empfindlich sind. [...] Boakye trat Sekunden später gegen Timo Schultz nach, und zwar nicht etwa unkontrolliert aufgrund der schmerzbedingten Zuckungen, sondern zielgerichtet und mit voller Absicht. Dem ausgezeichneten Schiedsrichter Frank Willenborg, einem 30-jährigen Realschullehrer aus Osnabrück, blieb keine andere Wahl als die Rote Karte. Eger, der mit seiner Unbeherrschtheit den ganzen Ärger heraufbeschworen hatte, musste mit Gelb-Rot vom Platz.”
Boakye bestreitet allerdings, dass er absichtlich zugetreten hätte (klick):
“Ich bin gefoult worden, schon das hat weh getan. Aber als ich dann auch noch den Ball in den Unterleib geknallt bekam, obwohl ich schon am Boden lag, von wem auch immer, da hatte ich wirklich unvorstellbare Schmerzen. Ich hatte die Augen geschlossen, so quälend war der Schmerz. Also habe ich auch nicht gesehen, dass da jemand stand. Leider ist es passiert, ich entschuldige mich dafür. Jedoch war es ganz sicher keine Absicht, den Gegner zu treffen.”
Wie dem auch sei, der Ausfall Boakyes dürfte Oenning einiges Kopfzerbrechen bereiten, denn neben Eigler weist der Kader mit Bunjaku nur noch einen weiteren Stürmer auf. Letzterer stand aufgrund einer Verletzung längere Zeit nicht zur Verfügung und es ist fraglich, ob er bis zum Sonntag fit wird.
Von den Denkmodellen, wie Boakyes Ausfall kompensiert werden kann, erscheint mir die Variante mit Frantz als Sürmer am plausibelsten. Ich rechne für das Spiel in Frankfurt mit folgender Startaufstellung:
Die mögliche Aufstellung des 1. FC Nürnberg
am 26. 4. 2009
SCHÄFER
DIEKMEIER MAROH PINOLA BIELER
REINARTZ
KLUGE MINTAL GYGAX
EIGLER FRANTZ
Spielbeginn:
14 Uhr
Gleich in welcher Besetzung unsere Mannschaft am kommenden Sonntag, dem sechstletzten Spieltag der Saison 08/09, dann tatsächlich aufläuft, sie hat einen dreifachen Auftrag zu erfüllen: a) den bitteren Nachgeschmack des Vorrundenspiels gegen den FSV Frankfurt vergessen zu machen; b) drei Punkte einzufahren, um den zweiten Tabellenplatz zu untermauern; c) den Ruhm und die Ehre der Helden von 1925 tapfer zu verteidigen.
Übrigens: In der Saison 84/85 spielte der Club am sechstletzten Spieltag bei der SG Wattenscheid. Er gewann dort mit 3:1 und fuhr in den restlichen sieben Saisonspielen (der Club hatte noch Nachholspiele gegen Hannover 96 und Hertha BSC zu absolvieren) satte sechs Siege ein. Am Ende stand die Rückkehr in die Bundesliga – womit wir schließlich…
…wieder bei Remember 85 angekommen wären…
[Quelle für die Aufstellung von 1925: Christoph Bausenwein, Harald Kaiser, Bernd Siegler: Die Legende vom Club. Göttingen 1996. S. 367. - Anders als im Club-Gedicht von Peter Handke steht in dieser Mannschaftsaufstellung kein falscher Spielername.]



Die Aufstellung ist eine sehr gute Alternative, bin mal gespannt was unser MOe darüber denkt, es wäre auch eine Alternative mit Vidosic oder Bunjaku möglich, der laut einem Zeitungsartikel wohl bis Sonntag wieder fit gemacht werden soll, das klingt dann wohl schon in Richtung Bunjaku.
Interessant an deiner Aufstellung finde ich aber Taktisch auch das das Dreieck Mintal-Franz-Gygax rotieren kann, zumindest Gygax, der auch offensiv spielen kann, könnte mit Franz tauschen, solche Wechsel bieten viel Unsicherheit in der gegnerischen Abwehr.
Das spiel wird aber nicht nur aufgrund seiner Historie spannend. Sondern auch wegen der Clubberer die dort hin fahren werden, das wird wieder eine Völkerwanderung. Es sind 15000 Fans im Gespräch ich (+Freundin (dann schon Ehefrau, 24.4 ist es soweit)+Schwager) bin auch dabei. Das wird ein Erlebniss, ich fands vor Weihnachten schon geil in München, leider hat das Ergebnis nicht gestimmt.
Ich hoffe wir schaffen diesmal die Chaoten aus dem Stadion fern zu halten, wie ich grade in den Nachrichten erfahren habe, wurde der Club wegen bengalischen Feuern und Rauchbomben in Augsburg und Oberhausen wieder zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000€ verdonnert, sowas muss nicht sein und gefährdet unser aller Ziel.
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@ElectricMaxxx:
Ja, so wie es aussieht, werden am Sonntag mehr Club-Fans als FSV-Anhänger im Waldstadion sein. Hoffen wir mal, dass unsere Mannschaft den “Heimvorteil” nutzen kann…
Gratulation zu deiner Verehelichung! Am Freitag Hochzeit und am Sonntag beim Auswärtsspiel des Clubs dabei – die Frau, die das zulässt und sogar mitmacht, muss in Ordnung sein!
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Also diese Revanche Geschichte von 1925 finde ich schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Klar der FSV will zeigen, dass er mal ein bedeutender Fußballverein war, aber an dieses Spiel hätte doch wirklich keiner mehr gedacht.
Übrigens noch eines zu der Aussage (in einem der vorherigen Artikel), dass das Spiel des Club in der Commerzbankarena stattfindet weil das FSV-Stadion am Bornheimer Hang umgebaut wird. So ganz stimmt das nicht, denn das Stadion wird zwar umgebaut, aber auch nach dem Umbau wird das Stadion nicht zweitligatauglich sein, also solange der FSV in Liga 2 spielt, spielt er in der Commerzbankarena.
Und nun zur Aufstellung, ich hätte noch eine interessante Alternative:
————– Schäfer ————
Diekmeier – Maroh – Pinola – Bieler
——–Kluge ——— Reinartz —
————– Mintal —————
— Risse ——————-Frantz —
————— Eigler ————–
Damit hätten wir zwei schnelle Leute offensiv außen, was gerade auswärts eine interessante taktische Variante sein könnte, gleichzeitig wäre hinten mit der Doppelsechs noch etwas mehr Sicherheit gegeben, wobei Kluge eher den offensiven Part spielen würde.
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mh finde ich ein recht gute Idee deine Aufstellung, nur Eigler als Mittelstürmer ist er sehr selten in Erscheinung getreten oder täusche ich mich da, er kommt viel über außen, läuft oder flankt rein, so sind auch die meisten Tore entstanden, wir sollten Bunjaku/Vidosic nicht vergessen, aber vll auch wie die Bild es tut auch nicht überbewerten.
Ich lass mich bis Sonntag mal überraschen MOe wirds schon wissen was er tut.
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@ Armin:
ich glaube eigentlich nicht, dass Moe die taktische Grundordnung ändern wird, die sich bislang bewährt hat. Eher noch wird Risse als nomineller Stürmer auflaufen. Passt ja auch, da Eigler auch oft über links/halblinks kommt. Eigentlich ist meiner Meinung nach tatsächlich Risse oder Gygax als Ersatz für Isaac zu erwarten, alles andere würde mich sehr überraschen.
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Naja, an den Haaren herbeigezogen nicht, deswegen gibt es ja sogar ein kleines Volksfest dazu vor dem Stadion.
Rekordbesuch zur „Endspiel-Revanche“?
http://www.fsv-frankfur...&cHash=0f53126644
Aber natürlich ist das nur noch historisch relevant, aber ein netter Aufhänger.
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Ich werde am Sonntag mir das Spiel auch live ansehen und unser Team unterstützen bei unserem “Heimspiel” in Frankfurt. Hoffe natürlich auf ein schönes Spiel und viele sehenswerte Tore für uns.
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Nachdem nun alle anderen am Freitag vorgelegt haben ist es morgen egal wie gespielt wird, wichtig sind allein die drei Punkte.
Mal sehen wie sich unsere jungen Spieler dem Druck gewachsen sehen? Ich hoffe es geht gut und wir gewinnen!?
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@ Armin
Du irrst ! Das Stadion am Bornheimer Hang (“Volksbank-Stadion”) hat inzwischen längst die Zulassung zu Spielen der 2. BL erhalten. Es wird kein zweites Jahr in der ungeliebten “Schüssel” Commerzbank-Arena geben. Übrigens sehr zur Freude der Eintracht, die zu Anfang der Saison mal glaubte, ihr würde das Stadion gehören, bis die Stadt Frankfurt ihr klarmachte, dass es der Stadt gehöre und jeder Verein das Recht habe, dort zu spielen.
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“Längst die Zulassung zu Spielen der 2. BL erhalten”, Country?
http://www.spox.com/de/...imer-hang-zurueck.html
Und, Country, ob es tatsächlich der Stadt Frankfurt bedurfte, um der Eintracht als Mieter die Eigentumsverhältnisse am Waldstadion “klarzumachen”, lasse ich mal dahin gestellt. Wobei ich auch nicht erwähnen muss, dass das Finanzierungskonzept für das neue Waldstadion im Wesentlichen darauf basiert, dass die Eintracht in der ersten Liga spielt, oder?
http://www.eintracht.de...l/pressespiegel/10894/
Aber das hier ist beileibe nicht der richtige Ort, um darüber zu diskutieren.
Also: Glückwunsch zum Sieg an den FSV, viel Erfolg im nächsten Jahr im Stadion am Bornheimer Hang und ein “Kopf hoch” an den Club – ihr packt den Aufstieg noch!
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