Lass gut sein, Hans

Besser jetzt noch mal über Hans Meyer reden, bevor es am Ende doch noch zum Showdown in der Relegation kommt und alle wieder das unvergleichliche “ausgerechnet” einstreuen … “ausgerechnet gegen Mönchengladbach, ausgerechnet gegen Hans Meyer” … es möge uns erspart bleiben.
Ein Kommentar
Ich war bekennender Hans-Meyer-Jünger bis zu seiner unfreiwilligen Demission (und darüber hinaus), ich wurde nie warm mit seinem Nachfolger, ich glaubte bis zum Schluss daran, dass der Hans es noch gepackt hätte, hoffte noch bis zum letzten Strohhalm, dass man das Unmögliche möglich machen würde, über seine Schatten spränge und das, was zusammen gehörte, unser Club eben und Hans Meyer, wieder zusammenkäme. Doch nichts davon wurde wahr, der Meyer kam nicht wieder, der Abstieg wurde nicht verhindert und nun ist alles schon Geschichte und der Hans bei seiner alten Liebe Gladbach und wir haben einen jungen Neuen und jeder hat so seine liebe Mühe mit dem Jetzt und Hier und Heute. Das könnte man nun so stehen lassen, doch einer rührt in der ganzen Sache immer wieder rum – und das ist ausgerechnet der, der sonst die Medien nicht bedient, Hans Meyer.
Sein Zitat: Heute bauen sie dir ein Denkmal, morgen pinkeln sie dahin. ist oft zitiert und birgt viel Wahrheit, doch wenn der Hans ein Denkmal ist, was ich unterschreiben würde, dann keines, das erhaben auf einem Sockel steht und mit dem steinernen Blick in das Nichts, die Vergangenheit, jedenfalls keine lebende Zukunft blickt, sondern eines, das da oben auf seinem Podest herumwackelt und zedert und – wenn man es überspitzt darstellen will, das erste Denkmal ist, dass sich nicht nur anpinkeln lässt, sondern von oben zurückpinkelt.
Hans Meyer und seine Form des Rückblicks
Direkt nach der Entlassung war es ja bemerkenswert ruhig, da wunderte man sich über doch so wenig Gepolter, da kam ja mehr von den Fans als von den direkt Beteiligten. Als es dann zum ersten Mal um nachträgliche Geldforderungen trotz Abstieg ging, wurden schon kritischere Töne lauter, auch in den klassischen Medien – aber als treuer Hans Meyer-Jünger versuchte man das unter “naja, jeder ist sich eben selbst der nächste” zu verbuchen und abzulegen. Als man dann stritt vor Gericht und ein Rosenkrieg bevor stand, wie das so ist, bei innigen emotionalen Beziehungen und einer Trennug, wollte man auch das nicht hören und nur schnell vergessen. Und als man sich dann verglich (vor Gericht) und Meyer das Angebot aus Mönchengladbach wahrnahm, da schluckte man, als man ihn wieder sah – als er dort bei einer anderen am Seitenrand stand. – Aber es war gut so, denn der Entlassene war wieder rehabilitiert als Trainer in der Bundesliga, wieder mitten drin im Geschehen – und unser Club weit weit weg, in Liga 2.
Aber dabei blieb es nicht. In einem Interview am 27. Januar 2009 bei 11 Freunde (»Nicht so scharf darauf«) setzte Meyer noch einmal deutlich nach. Auf die Frage, warum er denn noch einmal angefangen habe antwortete Meyer:
Die Gladbacher haben einen Zustand genutzt, den ich in meinem ganzen Leben nicht gekannt habe: dass mich ein Verein zwingt, ihn zu verklagen, weil er mein Gehalt nicht mehr zahlen will. Ein Verein, der zwei Jahre von Hans Meyer in einer unglaublichen Art und Weise profitiert hat. Und der auch im Nachhinein nicht zugeben will, dass er mit meiner Entlassung einen Fehler gemacht hat. Dass ich mit meiner Unterschrift in Gladbach dieser Situation entrinnen konnte, das hat der Borussia geholfen. Ich war nicht so scharf auf den Job, dass ich mich beworben hätte.
Ein Engagement bei Gladbach nur um einer gerichtlichen Auseinandersetzung zu entgehen? Einer Gerichtsstreitigkeit, bei der es um einen – mindestens umstrittenen – Anspruch auf “Lohnfortzahlung” ging? Das nun irritierte doch gewaltig. – Mag man die finanziellen Verhältnisse des Hans Meyer auch nicht kennen, so schlecht entlohnt wird er auch in aktiver Trainerzeit nicht gewesen sein, dass ihn das Hungertuch gen Bökelberg trieb. “Um einer Situation zu entrinnen”? Gehörig viel Pathos – wohlgemerkt nicht in Bezug auf die Entlassung an sich sondern im Kontext der gerichtlichen Lohnfortzahlungs-Auseinandersetzung.
Beim Lesen des Interviews kamen daher viele Zweifel – oder eben ‘das Denkmal Risse’. Es geht nicht nur um das Nachkarten an sich, es geht darum, wie hier Dinge in Kontext gebracht werden, die nicht zusammengehören. Umso mehr, liest man die Folgefrage “Hatten Sie das Gefühl, dass Sie noch etwas beweisen müssen?” und deren Beantwortung: “Das spielt gar keine Rolle. Gehen Sie mal mit mir in Nürnberg durch die Stadt. Das ist richtig peinlich, wie viel Sympathie mir da entgegen schlägt. In jedem zweiten Restaurant muss ich nichts bezahlen.” – Das mag so stimmen, doch auch Kinder mögen in Rosenkriegen nicht gern zitiert werden, wen man gefragt wird, wen man denn nun lieber mochte ‘Mama oder Papa?’ – und so auch Fans nicht, zwischen dem verehrten Ex-Trainer und dem Verein. (Und warum eigentlich “peinlich”?)
Doch man kennt ja Meyer und die Medien, man las und legte ab. Sicher war alles ‘so’ nicht gemeint, denkt man/hofft man, alles aus dem Zusammenhang gerissen oder vielleicht einfach ein falscher Moment für das Interview. Ablegen. Doch Meyer lässt nicht locker und so las man am letzten Samstag, 23.4.2009, bei Spiegel Online dieses Interview:
SPIEGEL ONLINE: Nach der für Sie enttäuschenden Entlassung in Nürnberg im Februar vergangenen Jahres hatten viele den Eindruck, dass Sie daraufhin Ihre Trainerkarriere endgültig beenden würden.
Meyer: Darauf wäre es auch eigentlich hinausgelaufen.
SPIEGEL ONLINE: Hätte irgendein anderer Club außer der “Herzensangelegenheit” Gladbach eine Chance gehabt, Sie umzustimmen?
Meyer: Nein, keiner. Und Gladbach auch nur, weil mir am Ende meiner Karriere etwas passiert ist, was ich nie für möglich gehalten hätte. Ich bin ja auch vorher schon entlassen worden, habe auch immer gesagt, dass sich bei mir keiner zu bedanken braucht. Der einzige Club, bei dem ich finde, dass ich noch richtig etwas gut habe, ist Nürnberg. Weil sich die Verantwortlichen dort aus meiner Sicht nicht korrekt verhalten haben.
SPIEGEL ONLINE: Im Streit um die Abfindung prozessierten Sie gegen den Club, der unter Ihnen ein paar Monate zuvor DFB-Pokalsieger geworden war.
Meyer: Das war etwas völlig Fremdes für mich. Dieses Gezerre wollte ich lieber heute als morgen beenden. Da Gladbach anklopfte, konnte ich dieser Situation entkommen.
Quelle: Spiegel Online
Alte Liebe rostet nicht, sagt ein Sprichwort, aber dazu sollte man es nicht zu oft Flüssigkeiten aussetzen.
Mag sein, dass diese Entlassung eine große persönliche Enttäuschung gewesen sein mag. Mag sein, dass hier auch Dinge besprochen waren, die die Öffentlichkeit nicht kennt, mag sein, dass man so manches mal im Ton vielleicht Grenzen überschritt – wer weiß das schon was hinter den Türen passierte. Aber in der Schuld bei Meyer zu sein, weil der meint bei uns, dem Club, dem FCN, “richtig etwas gut” zu haben, sehe ich uns nicht. Und genau hier verliert – zumindest im gedruckten Wort – der Hans die sonst so gefürchtete (Trenn-)Schärfe des Worts. “Der Club”, das ist nicht Martin Bader und auch nicht Michael A. Roth, der Club, das ist die Tradition, das ist die Region, das sind die Fans – und wir alle litten mit unter der sportlichen Talfahrt und wir sind noch da, während der Hans jetzt schon woanders ist (wenn auch unfreiwillig).
Wenn es noch eine Geste gebraucht hätte, die das Ende der vielleicht verklärten, romantisierten Vergangenheit der großen Liebe zwischen Club und Hans Meyer gebraucht hätte, dann waren es diese beiden Interviews. Es hat ernüchtert, auch als Fan, denn es zeigte eben doch, dass alles wohl sehr irdisch ist. Aber (manche) Fans sind eben Träumer und neigen dazu schnell den Heldenstatus auszurufen – oder eben Denkmäler zu bauen. Ob sie dann aber angepinkelt werden, das entscheiden die Helden dann aber manchmal auch selbst mit.
Daher mag man dem Hans Meyer zurufen – auch und gerade in großer Verbundenheit und Wertschätzung: Lass gut sein, Hans.
Lassen wir es doch einfach ruhen – es war eine schöne Zeit. Und an die, die es angeht, kannst du dein Wort auch weiter in aller Schärfe richten – aber ohne Medien, die hast du früher auch nicht gebraucht, und auch dafür mochten wir dich.
Dazu “Laß gut sein” – ein Gedicht eines anonymen Verfassers (passt naturgemäß nicht in allen Teilen, aber so manches trifft es doch ganz gut):
Laß gut sein
ich hör Dir zu,
Du könntest genausogut schweigen
das Ich steht groß auf deiner Stirn
es ist vorbei
laß gut seinDu bist weggegangen
hab Dich nie kritisiert,
wie Freunde das sollten
und wenn Dir eines Tages einer sagt,
was ich jetzt fühle,
was ich jetzt denke,
wirst Du weinen-
schreien die Welt wäre ungerecht
-besonders zu Dir-
Du hast ja immer gelitten
wolltest leiden
Du glaubst Schmerz rechtfertigt so zu sein
wie Du jetzt bist
Du wählst, Du wirfst weg
laß gut seinDu kannst Dich nicht hineinversetzen,
weil Du im Überleben viel zu beschäftigt bist,
obwohl die Schlacht schon lange vorbei ist
Du begreifst nicht,
daß jetzt andere Dinge zählen,
vielleicht brauchst Du noch länger
um den Igel abzulegen
Du bist nie über Dich -das heulende Kind in Dir
hinausgekommen
ich ertrag Dich einfach nicht mehr
Du weinst noch immer
um Dich
laß gut sein
laß seinQuelle: unicum.de



Schöner Artikel, der das verdeutlicht, was auch in mir vorgeht: die Enttäuschung über die Entlassung weicht der Enttäuschung über den Entlassenen.
Wir Außenstehenden können sicher nicht beurteilen, wer damals im Recht war, aber das ist ja jetzt inzwischen eigentlich auch egal. Daher: lass es gut sein.
Am meisten Schaden nimmt das Andenken an den großen Trainer Hans Meyer durch sein eigenes Verhalten mit seinem ständigen Nachkarten. DAS nervt mich wirklich!
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Ein sehr treffender Kommentar, der meinen Artikel sehr gut ergänzt. Danke.
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Hat sich gelohnt, diesen langen Beitrag zu lesen.
Möglicherweise wird der Pokalsieg unter Hans Meyer der einzige Titel unseres Clubs gewesen sein, der mir (Jahrgang 1971) in meinem Leben vergönnt sein wird.
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Hat sich gelohnt, auf diesen Beitrag zu warten. Treffender konnte man es nicht formulieren und auch dem Kommentar vom “Optimisten” kann ich mich nur vollinhaltlich anschliessen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke.
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Ich denke, glaube, vermute, dass da doch einiges Schwerwiegendes passiert ist, das einen Hans Meyer damit nicht abschließen lässt. Schätze, dass da auch die menschliche Enttäuschung von ihm eine große Rolle spielt. Von daher kann ich ihn verstehen. Ich bin auch nachtragend
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Um die Personalie Hans Meyer sind in unserem Blog nach seiner Entlassung, aber auch weit darüber hinaus erbitterte Debatten geführt worden. Ich habe dabei kräftig mitgemischt, und zwar als einer derjenigen, die Meyers Entlassung im Februar des letzten Jahres aus sportlicher Sicht für richtig hielten. Ich war – und bin auch heute noch – der Auffassung, dass die Entlassung sogar zu spät kam.
Ich sage das nicht, weil ich diese Debatte neu aufwärmen will, sondern deshalb, weil vor diesem Hintergrund das, was ich jetzt sage, den einen oder anderen überrraschen mag: Ich fand Hans Meyer als Mensch – genauer gesagt: als der Mensch, als der er sich in seiner Zeit beim Club öffentlich präsentierte – sympathisch. Ich finde ihn heute noch sympathisch. Hans Meyer ist Hans Meyer. Ein unverwechselbarer, nicht austauschbarer Typ. Aber er ist eben auch nur ein “Mensch”, der nicht “besser” und nicht “schlechter” ist als andere Menschen auch. Deshalb bin ich von seinen nachträglichen Bemerkungen in Richtung Club nicht allzu sehr überrascht.
Durch den Pokalsieg hat sich Hans Meyer einen herrausragenden Platz in den Club-Annalen gesichert. Am Ende ist er dann – wie andere Club-Trainer, die zwar keinen Titel holten, aber zunächst durchaus erfolgreich arbeiteten (Augenthaler, Wolf) – gescheitert, weil er der Mannschaft im Abstiegskampf keine lebensrettenden Impulse mehr geben konnte.
Ich wünsche mir, dass Hans Meyer dem Fußball auch nach dem Ende seiner Trainerkarriere erhalten bleibt. Eine schöne Sache wäre eine TV-Gesprächsrunde zum Thema Fußball nach dem Muster des “Literarischen Quartetts”, in der Hans Meyer im Stile von Marcel Reich-Ranicki den Vorsitz hat.
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Danke an Alexander & belschanov für die guten Zeilen, und an Gretl, deren Gedanken ich gut nachfühlen kann und deren Beiträge ich schon lange vermisst habe!
In einem Punkt sehe ich es anders:
=> Meyer sagt: “Der einzige Club, bei dem ich finde, dass ich noch richtig etwas gut habe, ist Nürnberg.”
=> Alexander sagt: “Aber in der Schuld bei Meyer zu sein, weil der meint bei uns, dem Club, dem FCN, ‘richtig etwas gut’ zu haben, sehe ich uns nicht. Und genau hier verliert – zumindest im gedruckten Wort – der Hans die sonst so gefürchtete (Trenn-)Schärfe des Worts. ‘Der Club’, das ist nicht Martin Bader und auch nicht Michael A. Roth, der Club, das ist die Tradition, das ist die Region, das sind die Fans – und wir alle litten mit unter der sportlichen Talfahrt und wir sind noch da, während der Hans jetzt schon woanders ist (wenn auch unfreiwillig).”
Letzteres stimmt schon, Alexander, aber ich glaube nicht, dass Du hier den richtigen Bezug anpeilst. In meinen Augen stellt Meyer keinen Zusammenhang mit der Tradition und den Fans her, sondern beklagt schlicht und einfach den miesen Stil, in dem die Trennung vollzogen wurde! Genauso wie Du, Alexander, wie ich und wie die meisten hier in diesem Blog vor einem Jahr das getan haben! Dass sich Hans Meyer um unseren Club verdient gemacht hat (erst Rettung vor dem Abstieg, dann Pokalsieg), kann nicht im Ansatz bestritten werden. Dass er im Jahr 1 nach dem Pokalsieg Fehler gemacht hat, dürfte ebenso klar sein. Aber das rechtfertigt überhaupt nicht den miesen Stil der damaligen Trennung. Und darüber darf man, mehr als ein Jahr danach, auch heute immer noch sauer sein. Ich kritisiere nicht die Entscheidung der Trennung, sondern die Art, in der das Management unseres Lieblingsvereins die Trennung vollzogen hat: ohne Fingerspitzengefühl und ohne Respekt vor den Leistungen des Hans Meyer. Sie hätten wissen müssen, dass wir damals alle einen neuen 1. FC Nürnberg mit einem anderen, gegenüber früher nunmehr souveränen Stil erwarten konnten, erwartet haben und dass wir darauf endlich einen Anspruch hatten – mit unserer Treue zum Verein, viele Jahre, durch Dick und Dünn. Statt dessen wurden wieder einmal die zarten Pflänzchen neu sprießender Werte und Hoffnungen kaputtgetrampelt.
Ecco!
Aber, Alexander, generell hast Du Recht: Schauen wir nach vorn, lassen wir’s gut sein, wenn’s der Hans schon nicht kann. Punkt.
Wir haben viel vor uns – wenden wir uns dem Aufstieg zu, vielleicht einer neuen Spiel- und Vereinskultur und einem Club, der im Oberhaus mit schönen und spannenden Spielen an eine ruhmreiche Fußballkultur anknüpft und irgendwann wieder von vielen geliebt und geachtet wird.
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Lesenswerter Beitrag und ebenso die Reaktionen und Antworten.
Für mich stellt es sich im Fall Hans Meier einmal mehr so dar, dass die meisten Spieler, wie auch Trainer, eben doch nur Angestellte sind.
Ich schreibe aber absichtlich “die meisten”. Ein Marek Mintal ist in den letzten Monaten als einheimischerer Clubberer aufgefallen, als manch einer aus der Region. MÖ wird bestimmt auch gut bezahlt, man merkt aber auch ihm die Verbundenheit zum Club an. Und so kann ich es auch sehr gut nachvollziehen, wenn ein Olaf Thon im Doppelpass erklärt, dass ein Trainer auf Schalke sich auch dort mit seiner gesamten Familie einbringen und aufhalten sollte, und nicht mal eben schnell zum Training jetten. Oder nach dem Abpfiff wieder sieben Tage untertaucht.
Und wenn man mehr das Gefühl hätte, dass sich Spieler und Trainer mit einem Verein identifizieren, dann würden solche Begriffe wie “Söldnertruppe” erst gar nicht erst aufkommen, obgleich es alle nur Arbeitnehmer sind. Bei dem Arbeitgeber, mit dem grössten Geldbeutel wird eben angeheuert. Das ist wie in unser aller Leben auch so. Nur der, der auch Spass am Unternehmen, und seiner Arbeit hat wird auch mal auf eine Gehaltserhöhung verzichten können. Genau das macht die Identifikation dann eben aus.
Sicherlich war HM in seiner Angestelltenzeit mit Herz und Seele dabei. Aber auch nicht länger. Während der Klage, so denke ich, war er ein reiner Geschäftsmann, der zusehen muss, wo er bleibt.
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Mag sein – und das Ergebnis ist wie so oft bei solcher Situationen: Ein paar sind gemeint, viele sind getroffen – leider meist die nicht, die es sollte.
Vielleicht erwarte ich da zu viel, wenn ich von Leuten, die so lange im Geschäft sind, erwarte, dass sie die Sensibilitäten treffen.
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Ich fühle mich davon überhaupt nicht angesprochen, sondern sehe das ganz klar als “Anklage” an die Vereinsoberen?
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Siehste, so unterschiedlich kann das ankommen. Ich fühle mich zum Beispiel angesprochen.
Aber wer ist dann nun Schuld daran? Der, der sich angesprochen fühlt, oder der, der sich offenbar unbedingt äußern muss? Und wenn er sich unbedingt äußern muss, wieso tut er es über die Medien und nicht direkt? Und wenn über die Medien, warum dann nicht klar und unmissverständlich?
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Hm? Für mich hat er sich unmissverständlich ausgedrückt. Wieso über die Medien kann ich dir auch nicht sagen. Vielleicht ist das eine Art Rache? Seine Entlassung hat er ja schließlich auch über die Medien erfahren….
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Wenn Hans Meyer, wie er in dem Spiegel Online-Interview sagt, beim Club “noch richtig etwas gut” hat, d.h. wenn er mit dem Club noch eine Rechnung offen hat, kann sich die offene Rechnung ja wohl nur auf die Vereinsführung beziehen. Wobei es sich bei der offenen Rechnung ja wohl auch nicht mehr um finanzielle Dinge handeln kann. Die Gehaltsforderungen, die Gegenstand seiner gerichtlichen Klage gegen den 1. Fc Nürnberg waren, haben sich ja mit seinem Engagement in Gladbach erübrigt.
Es kann also nur um persönliche Verletzungen gehen. Wenn er sich auf der persönlichen Ebene von jemandem verletzt fühlt, sollte er diese Dinge mit den betreffenden Personen auf der privaten Ebene ausmachen. Wenn er schon den Weg über die Öffentlichkeit wählt, sollte er auch sagen, worin diese Verletzung konkret besteht, d.h. wer ihn wie schlecht behandelt hat.
Ich vermute mal, es geht bei dieser Sache halt schlicht und einfach um gekränkte Eitelkeit. Eitel ist er ja scho a weng, der Meyer Hans…
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So seh ich das auch, belschanov.
Und nur am Rande: Wenn es sich nicht um Probleme mit Einzelpersonen handeln sollte, sondern um “die Vereinsführung”, hat er dann die Rechnung mit dem Club auch dann noch offen, wenn der Roth und der Bader auch nicht mehr da sind?
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Ist das jetzt nicht Haarspalterei, Alexander?
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Ich stimme Gretl ( ich habe Dich hier schon sooooo sehr vermisst
) zu! Ich fühle mich durch Hansiator nicht angesprochen!! Mir scheint es in erster Linie um eine wirtschaftliche Kontroverse zwischen ihm und der Führung zu handeln. Als er kam , war der Glubb doch finanziell und sportlich ziemlich fertig. Durch ihn wurde die finanzielle Basis für eine Zukunft gesetzt, die ich bisher nicht kannte. Einen Saenko, Vittek, Polak, Misimovic usw in diesen Dimensionen verkaufen zu können, wäre ohne ihn nicht möglich gewesen. Saenko wäre doch zum damaligen Zeitpunkt für 300.000 Euro zu irgendeinem Verein verkauft worden ( siehe Engelhardt zum KSC). Dazu die Einnahmen aus Pokal und Europapokal. Und dann knausert der Verein , der dazu noch ein Schmierentheater ohnegleichen bei der Entlassung veranstaltet hat, in juristischen Spitzfindigkeiten. Also ehrlich, ich hätte in seiner Situation wohl genauso gehandelt! In diesem Zusammenhang sehe ich auch die Aussage ” peinlich” . Natürlich mag dabei Eitelkeit auch einen Grund spielen. Trotzdem hat der Hansiator für mich auch heute nichts von seinem Status eingebüst. Und es muss schon einiges mehr passieren , dass ich da mal hinpinkle…. 
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Mei, ist das eine liebe Begrüssung
Danke Clubfanseit1965 und KUZ. Ich habe hier immer mitgelesen, wollte aber die Herren der Schöpfung nicht stören. Aber ich scheine meine “Goschn” (Verzeihung für den fränkischen Ausdruck) doch nicht halten zu können. Und schon gar nicht, wenn es um Hans Meyer geht 
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Mal ne andere Frage: Weiß jemand von euch, was für ein Auto Hans Meyer zur Zeit fährt?
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Mensch, belschi.. jetzt muss ich doch fragen: Wiesohooo?
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@Gretl:
Ich habe diese Frage gestellt, weil sie so gut zu dem Auto-Quiz passt, bei dem übrigens immer noch zwei (jetzt sogar drei) Fragen offen sind…
Du hast so lange geschwiegen, Gretl. Jetzt hast du dein “rätselhaftes Schweigen” (Friedrich von Schiller, Don Carlos, 1. Akt, 1. Auftritt, Vers 5) gebrochen. Du meldest dich wieder zu Wort und nennst mich belschi.
Da werd’ ich ja ganz verlegen…
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Hochinteressanter Artikel, hochinteressante Kommentare.
Leider kann man von außen immer nur spekulieren – was ich über Adresse zwei und drei über die Situation zwischen Trainer und Mannschaft damals so gehört habe, stand auch in keiner Pressemitteilung. Aber da es eben über diverse Ecken kolportiert wurde und der Club – also der offizielle Verein – für Kabale und Liebe seit je her nicht unbekannt ist, wer weiß schon, was stimmt.
Dass in diesem Geschäft bei aller Professionalität, die einer haben muss, sonst verschwindet er schnell in der Versenkung, doch letztlich Menschen mit all ihren Gefühlen, Eitelkeiten und Verletzungen agieren, das sah man meines Erachtens auch an der Magath-Geste, gegen seinen Ex-Verein den Ersatztorhüter einzuwechseln. Da wurde, wer sehen wollte, konnte sehen, öffentlich eine Rechnung beglichen.
Wichtiger Faktor ist in meinen Augen der Interpretationsrahmen. Wenn einer Erfolg hat, dann kann er sich in der Regel fast alles erlauben, es wird als wohltuend sich vom Einerlei abhebende Exzentrik goutiert. Wenn einer Misserfolg hat, kehrt sich das dann alles gegen einen. Was vorher vielleicht Beharrlichkeit und Konsequenz war, ist nun Sturheit.
Aber eben weil es menschelt, ist der Fußball ja nach wie vor weit über die Bedeutung einer bloßen Sportart hinaus attraktiv und hat, auf vielen Ebenen, viel zu geben – trotz aller Verwissenschaftlichung. Wenn man den gemeinen Fan nüchtern mit den Augen eines unbeteiligten Außerirdischen beschreiben wollte: seltsame Rituale, große Emotionen, viel Geld und Zeit wird aufgewandt – und alles für etwas, das man nicht selbst beeinflussen kann und das mit dem eigentlichen Leben im Gegensatz zum Selbstkick nichts zu tun hat. Seltsam seltsam das alles. Irgendwie aber ein glücklicher Zipfel der Sinnlosigkeit, den zu erobern sich lohnt in einer Welt, in der alles und jedes einem Zweck dienlich sein, irgendwie pädagogisch wertvoll sein muss. Insofern bleibt immer wieder neu, was einem das Gedächtnis als schon tausendmal erlebt im Gehirn verzeichnet.
Aus irgendeinem Grund scheint HM von der Nbg-Geschichte mehr getroffen als von anderem – und aus irgendeinem Grund fühlst Du, Alexander, Dich angesprochen von etwas, von dem man sich auch als Fan überhaupt nicht angesprochen fühlen muss. Ich unterstelle mal bei HM, dass da nicht nur Kalkül und Pokerspiel um Geld dabei sind, dir A. traue ich derart schnöde Dinge sowieso von vorneherein nicht zu. So sehr ich also Deinem “Lass gut sein” zustimme, so sehr akzeptiere ich auch, dass jemand tiefer getroffen ist und dass das eben braucht um zu heilen und das ist auch gut so. Wie tief, das kann ich nicht beurteilen, aber für manche Verletzungen sind ein paar Jahre nicht viel Zeit. Wenn’s nur um die Kohle ging – ja mei, dann sind diese Zeilen eh gegenstandslos.
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jetzt ist aber mal wieder gut mit denkmalpisserei! wir waren pokalsieger! und das gefühlte hunderttausend jahre nach der letzten sternstunde. und wir waren ne weile in europa unterwegs. mein gott war das geil als “patzek” es in bukarest gegen alle aufgenommen hat und das phantom die holländer ohne punkte heimschickt. ihr wollt immer jemand haben, der bedingungslos zum verein steht. und dann ist dann vielleicht mal so einer da, dann steht der verein nicht zu ihm. da möchte ich euere hutschnur sehen, wenn ihr nen verein durch die gruppenphase gebracht habt und dann die nächsten runde nicht mehr als trainer da seid. und euch dann auch nicht mehr zugetraut wird, das mit der buli wieder in den griff zu bekommen. ist das vielleicht keine beleidigung, durch tvh ersetzt zu werden??
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@schönwetter-fan
Auch wieder viel Wahres bei. Vor allem der letzte Satz…
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@schönwetter-fan:
Denkmalpisserei??
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Die Verdienste von HM sind doch unstrittig und die Mehrheit der Fans (auch hier) hätten den Hans doch gern behalten (viele sogar gern wieder, aber der MO ist auch ok). Es geht hier doch nicht um Rückblicke, es geht um die aktuellen Interviews vom Hans und wie das bei manchen ankommt (oder nicht).
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Also Meyers Gefühlswelt ist natürlich Spekulation, aber meine kann ich Dir sagen: Gerade weil wir ihm so offenkundig zu Füßen lagen, auch und gerade nach dem Abschied, als wir alle gegen den Verein opponierten, flammende Apelle verfassten – ja sogar zum Teil als hoffenungslos Hans-Meyer-Jünger uns bezeichnen lassen musstem, die nicht mehr in der Lage sind klar die Zeichen der Zeit zu erkennen …
gerade weil das so ist …
… ist auch eine “Nicht-Erwähnung” in so einem Interview schmerzlich. Weil es besondere Beziehungen gibt, die man nicht belasten will, wäre so ein Nachsatz wie “und damit meine ich ausdrücklich nicht die vielen lieben treuen Fans, die mir immer zur Seite standen und die ich ganz bestimmt nicht meine!” notwendig gewesen. Wenn die Geliebte aus der Schulzeit dich bei ihrem Rückblick auf die wichtigesten Momente im Leben nicht erwähnt, guckst du eben auch bedröppelt, wenn du nicht namentlich erwähnt wirst. Weiß nicht, ob ich das so rüberkriege, was ich meine…
Ich bin vielleicht Romantiker.
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@ belschi (wirst dich jetzt bestimmt nicht so freuen wie bei gretl)und @ “denkmalpisserei” – da hab ich nur den begriff aus der “phantom”-diskussion von vor ein paar wochen aufgegriffen.
@alexander: man wird die interviews nie ohne zusammenhang mit der entlassung als solcher und deren ablauf und zeitpunkt im besonderen betrachten können. und manchmal hab ich das gefühl, dass hm in nem interview auch bewußt versucht, das mit der schrulligkeit (ihr wisst jetzt hoffentlich, was ich meine)besonders zu pflegen. ab und zu läuft ihm dann wohl auch so mancher interviewsatz aus dem ruder.
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und weil der bezug gerade so schön passt: da steht das schaaf nun schon zehn jahre auf der weide. ganz ohne buddas und theater stehen die in zwei wettbewerben im halbfinale. die haben sich über das internationale und den pokal gefestigt als es in der buli überhaupt nicht lief. vielleicht hätten wir die portugiesen und den umschwung damals auch gepackt. mit nem fussballlehrer statt nem schönschwätzer…
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@Alexander
Denke, ich habe dich schon verstanden.
schönwetter-fan machte in Beitrag 27 aber einen wichtigen Punkt, den ich bis dato auch nicht so klar gesehen hatte: die Medien haben für jeden eine Rolle reserviert und bei HM ist das irgendwas schrulliger Ossi-Fachmann-Trainer mit den geilen Sprüchen, der einem damit das Blättchen füllt. Das erfüllt HM natürlich teils bewusst – ich denke, man darf nämlich nicht unterschätzen, dass Meyer die Medien schon auch bewusst einsetzt(e) um z. B. Druck von der Mannschaft zu nehmen oder über die Hintertür auf bestimmte Leute aufzubauen. Andererseits geht’s ihm dann da vielleicht manchmal auch wie dem Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht wieder los wird. Fazit: Gerade bei HM ist der Zusammenhang extrem wichtig, ich würde bei mancher Äußerung sogar gerne Tonfall und Mimik sehen, ehe ich zum Beispiel ein, wenn es bloß so dasteht, schon leicht schmerzendes “peinlich” bewerte, wo es um, ja was, Zuneigung, Liebe, Verehrung, Respekt, ein Gedächtnis der Fans, das nicht bloß zum nächsten Spieltag reicht, geht.
Ansonsten ist die Ära Meyer mit Momenten bei mir verbunden, die kann mir niemand und nichts nehmen. Ich freue mich genauso und ehrlich über die jetztige Mannschaft, in der ich wirklich Einsatzfreude und Willen und Zusammenhalt entdecke. Aber Pokalfinale und Europapokal, Kids in fränkischem Land und Stadt, die mal nicht automatisch mit dem FCB Trikot rumlaufen, das war halt was Anderes. Scheiß auf die viel zitierte “unbegrenzte Leidensfähigkeit” des Clubfans – Schmonzes wie diesen kann ich langsam nicht mehr hören, so als ob es ein Misserfolgsgen beim Club geben müsse. Auch was gebetsmühlenhaft Wiederholtes, mit dem der grünste Sportredaktionispraktikant immer locker seine Zeilen/Minuten füllen kann.
Natürlich ruht Erfolg immer auf vielen Schultern, unsere Erinnerung konstruiert dann eine Ära und macht sie halt an einem Namen fest. Insofern sehe ich das von Alexander konstatierte Nachgekarte primär als ein Problem der Vereinsoberen und HM: wenn letzterer sich die Erinnerung im Nachhinein verdüstern will, bitte, wenn erstere Probleme haben, denen ihr Bier. Wie es wirklich war, wissen wir eh nicht. Aber was ich weiß ist, dass der Club endlich mal ne Zeitlang nicht bemitleidet, sondern ernstgenommen wurde. Für einen Fan ein schönes Gefühl.
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>>> Mal ne andere Frage: Weiß jemand von euch, was für ein Auto Hans Meyer zur Zeit fährt?
Diese Frage stellten Jenaer Fans vor ca. 25 Jahren auch.
Kurze Zeit später wurde der Wagen von HM (damals ein Wartburg) “etwas” umlackiert.
Der Grund war sein Wechsel von CZ Jena zu Rot – Weiss – Erfurt.
Das mal am Rande
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