Clubfans United bei Google+ Facebook RSS

Das war die Aufstiegssaison 2008/09 – Teil 3: Der steinige Weg in die richtige Richtung

Aufstieg
 
Da nun waren wir also angekommen, 14ter mit 5 Punkten und nur zwei Punkte vor dem Tabellenletzten. Oder eben gerade nicht angekommen! Denn die in dieser Zeit wohl meistbemühte Erklärung lautete, dass man einfach irgendwie noch nicht angekommen sei in Liga 2. Bei “dem Potenzial”, das man sich selbst und auch die Konkurrenz einen unterstellte. Irgendwie kam einem das bekannt vor und zwar - genau! - vom letzten Jahr, da stieg man nämlich mit auch so einem “unglaublichen Potenzial”, mit einem Koller, Galasek, Misimovic, Charisteas, Vittek, Saenko & Co., einfach so ab.

Aber angekommen hin oder her, es wartete Duisburg als Gegner im heimischen Stadion: Endstand 0:1. Nun fehlten einem endgültig die Worte. Manche forderten schon den nächsten Trainer, andere sahen das Abstiegsgespenst 2009 auf uns warten. Dazu sorgte im Spiel eine größere Fangruppierung mit einem Schweigeprotest für Irritationen – dabei ging es nicht einmal um die Lage der Mannschaft sondern um die Anstoßzeiten in der Liga, ein denkbar unglückliches Timing. Was blieb noch als Galgenhumor? Also schlug man sich selbst zum Interimstrainer und gab fleißig Interviews. Kernforderung: Totale Demokratisierung der Aufstellung und zu guter Letzt lässt man das ganze Spiel nur noch simulieren, das spart Zeit und Kraft und ist im Ergebnis auch gerechter.

Doch nach Ironie und Sarkasmus war nicht jedem, so mancher hätte vor lauter Pein(lichkeit) sich am liebsten in ein Schneckenhaus verkrochen, doch offenbar waren selbige derzeit komplett von den Spielern des Club ausgebucht.

Wenn einer keinen Bock hat, sich reinzuhängen…

… dann scheint das ansteckend zu sein. Im Spiel gegen Duisburg war in unserer Mannschaft von Bock, sich reinzuhängen nicht allzu viel zu sehen. Schäfer mal außen vor überzeugten mich in puncto Einsatzwille nur Charisteas und Gygax. Was war los mit den anderen in dieser Partie, die von den Spielern selbst zum Schicksalspiel ausgerufen wurde? Was war los mit Mintal? Was war los mit Boakye? Was war los mit Mnari? Und was ist eigentlich los mit Kluge? Was ist los mit Engelhardt? Was ist los mit …?

Sitzen die alle in ihren Schneckenhäusern und brüten vor sich hin?

Aus: Neues vom Tresen

Wenn fehlende Qualität nicht das Problem ist und diverse Übungsleiter die Mannschaft nicht einnorden können – und das seit 1 1/2 Jahren – dann muss es ein Problem des Charakters sein. Das hörte sich gut an, aber überzeugen konnte es einen auch nicht wirklich. Was in aller Welt ging da nur vor? Und auch gegen Ahlen, nun wahrlich auch keiner der Top-Kandidaten in Liga 2, folgte ein trostloses 1:1, bei dem noch mancher gar von “Punkt entführt” sprach. So weit war es dann schon …

Ein kleiner aber steter Nebenkriegsschauplatz blieb die Personalie Hans Meyer. Als ob man nicht schon genug Sorgen und Gesprächsstoff gehabt hätte, trieb der unleidliche Rechtsstreit um eine Abfindung immer wieder neue Blüten. Da kam es zu Pass, dass Gerüchte aufkamen, Meyer könnte vielleicht in Gladbach als Retter anheuern.

Es stand die Hauptversammlung an und selbige durfte in Anbetracht der sportlichen Lage durchaus mit Spannung erwartet werden. Doch zur Überraschung eskalierte die Situation nicht, sonder es beruhigten sich sogar die Gemüter. Grund dafür die finanziell gute Lage, die verkündet wurde. Wenigstens da schien der Club die Früchte der Arbeit der letzten Jahre zu ernten und dies gab allgemein einiges an Vertrauen wieder als Bonus an die Vereinsführung.

Sportlich blieben aber auch die Fans ratlos und uneins. Soll man nun mal Vertrauen und Zeit geben oder doch hart durchgreifen? Vielleicht sogar Spieler aus der zweiten Mannschaft ran lassen um Zeichen zu setzen? Markus Fuchs, der Kapitän der Zweiten und Typ bulliger Stürmer wurde testweise ins einberufene Kurztrainingslager in Bad Gogging berufen. Der Fan nutzte die Pause um sich klar zu machen, dass die Sorge um Übersättigung durch zu viele Montagsspiele im DSF, die man vor der Saison als Top-Favorit erwarten konnte, unbegründet war – da spielten ja jetzt immer andere. – Von Ergebnissen in Testspielen wollte man besser gar nicht viel wissen. Der geforderte Fuchs spielte da in der zweiten Halbzeit auch – aber ohne große Auswirkung, wieder eine Hoffnung auf Wunderheilung weniger.

Latentes Unwohlsein überkam nun auch den noch so seefesten Club-Anhänger, der manche schwere See bereits mit dem Club durchschipperte. Aber Abstiegsgefahr, war das nicht eigentlich ein schlechter Scherz? Man versuchte sich in philosophischer Ergründung des Seins:

Vielleicht hängt über dem Leben des Club-Fans der Fluch des Sisyphos, jenes tragischen Helden, dem die Götter ein Schicksal in ewiger Sinnlosigkeit auferlegt haben. Er wurde dazu verurteilt, einen Felsblock einen steilen Berg hinaufwälzen. Das Gemeine dabei ist, dass der Fels jedes Mal kurz vor dem Gipfel ins Tal zurückrollt und Sisyphos immer wieder von vorne anfangen muss.

Seit geraumer Zeit rollt der Fels nun wieder nach unten. Wenn die Götter es wollen, bis in die dritte Liga…

Und dann kam Freiburg. 2:0. Heimsieg. Kluge und Mintal ließen Tonnen an Gesteinsgeröll vom Clubfans-Herzen fallen. Es geht ja doch und das gegen die starken Freiburger. Und gleich noch ein 8:0 im Test hinterher, als Nachtisch quasi. Endlich ein Strohhalm und endlich mal Zeit einen ersten vorsichtigen Rückblick zu wagen. Immerhin hatte man ja noch nicht mal den letzten Abstieg richtig verarbeitet.

Koblenz, die gerade eine 0:9 (!!!) Klatsche gegen Rostock verbuchten, sollte da gerade Recht kommen um dem zarten Pflänzlein Aufschwung weitere Nahrung zu geben. Das ging bis zur 83ten Minute auch gut, denn da führte man noch, doch kassierte dann den mehr als unnötigen Ausgleich. Der Ausgleich zeigte, wie sehr Wohl und Wehe beinander liegen und auch Oenning bemühte den Konjunktiv, nicht ohne damit so manchen zu verwirren: “Wären wir eine Spitzenmannschaft, hätten wir 1:0 gewonnen”. Ja, nun, das heisst wir sind und wären oder könnten oder müssten? – Wie dem auch sei, es ging auch diesmal wieder weiter und Oberhausen wurde 2:1 geschlagen – nicht im Stile einer Spitzenmannschaft nach einer 2:0-Führung, aber immerhin diesmal - wenn auch auf ziemlich wackligen Beinen - nach Hause gebracht. Wieder den Sack vorzeitig trotz bester Chancen nicht zugemacht, diesmal aber ungestraft. Es hat sich also doch nicht alles gegen den Club verschworen, es ist einfach nur viel schwieriger als man sich das vielleicht dachte…

Zehn Spiele – dreizehn Punkte, so sahen die Fakten aus. Zwar nicht Fisch, nicht Fleisch, aber die letzten Ergebnisse ließen vorsichtig doch nach oben lunzen, denn “Siege wirken halt belebend, auch solche in Grottenspielen…”. Und 10 Spieltage sollst du ruhen, dann sollst du eine Analyse tun dachte man sich und sah eine Liga weiter oben, dass auch andere irdisch sind und trotz Potenzials und Mitfavoritenrolle in ihrer Liga so ihre Probleme haben: der SV Werder Bremen – und irgendwie hielt der Vergleich mit Werder auch bis ganz zum Schluß dieser Saison auch stand …

Aber auch wenn vieles holprig war und weiter mehr Fragezeichen als Gewissenheiten erschienen: mit Michael Oenning - da war man sich irgendwie weitgehend einig - war der beschrittene Weg nun der richtige. Lediglich was das wirklich bedeutet, da war man sich unklar:

Wie lange Oenning und sein Trainerstab dafür brauchen, wird man sehen müssen. Und ob es dann am Ende noch reicht für das Saisonziel, auch.

Fortsetzung folgt

     

Tags: ,

Kommentare (1)

Trackback URL | Kommentar RSS-Feed für diesen Artikel

  1. [...] Wo waren wir? Mit 13 Punkten aus 10 Spielen irgendwo zwischen Hoffen und Bangen. Mit Oenning war zumindest die Trainerfrage geklärt, jetzt hieß es nach “dem Lauf” zu suchen, den man aber irgendwie seit 2 Jahren suchte und nie fand, auch als noch ein Koller, Galasek und Misimovic am Platze standen. Jetzt hießen die Kandidaten eben Eigler, Kluge und Perchtold. [...]

    Gefällt mir Daumen hoch 0

Termin wird geladen....