Ungepolstert
Unentschieden gegen Schalke, unentschieden in Frankfurt, Sieg gegen Hannover.
Fünf Punkte aus den ersten drei Spielen. Ganz wichtig: Ein Polster schaffen, damit man im Falle von Niederlagen in Stuttgart und München einigermaßen schmerzfrei fällt.
So hatte ich mir das gedacht. Das war mein Plan. Wahrscheinlich nicht nur meiner…
Tja, Freunde. Plan geplatzt.
Gerade mal ein Punkt aus diesen Spielen. Da ist nach den ersten drei Stationen im Survival-Trip durch das verminte Gelände der Bundesliga schon ziemlich viel Luft aus der Matratze. Ohne Polster reisen unsere Jungs zum VfB Stuttgart. Wenn sie dort verlieren, geht’s im Heimspiel gegen Mönchengladbach schon ans Eingemachte. Spätestens dann müssen drei Punkte her. Sonst ist die Matratze vor dem Spiel bei den Bayern mauseplatt. Und ob der Atem unserer Jungs ausreicht, um sie in München wieder aufzublasen, würde ich vorsichtshalber mal mit einem Fragezeichen der dickeren Art versehen.
War doch bis jetzt gar nicht so übel. Hört man immer wieder. Richtig schlecht war doch nur das Spiel gegen Hannover. Gegen Schalke hat die Mannschaft gezeigt, dass sie auch mit einer Spitzenmannschaft mithalten kann. Und in Frankfurt war der Club richtig stark.
Na gut. Schalke hat uns nicht auseinandergenommen, das ist richtig. Aber mit “nicht auseinander genommen werden” kann man in einem Heimspiel nicht zufrieden sein. Auch gegen Mannschaften, die zu den sogenannten Großen gehören, sollte man sich nicht allzu viele Heimniederlagen leisten, wenn man die Klasse halten will.
Mit dem Auftritt in Frankfurt war ich auch nicht so richtig zufrieden. Okay, vor dem Spiel wäre ich mit dem einem Punkt einverstanden gewesen. So wie die Partie aber dann gelaufen ist, nachdem Schäfer unsere Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit mit zwei tollen Paraden im Spiel gehalten hatte, war der Punkt zu wenig. Frankfurt baute in den letzten dreißig Minuten sichtbar ab. Da hätte eigentlich noch viel mehr herausspringen müssen als der eine Treffer zum 1:1-Endstand.
Dass sich der Club gegen Hannover so schwach präsentiert, hätte ich nicht erwartet. Da ging nach dem frühen 0:1 nichts mehr. Da stimmte es hinten und vorne nicht. Im Aufbauspiel fehlten die Überraschungsmomente; in keiner Phase des Spiels gelang es dem Club, Druck nach vorne zu erzeugen und Torchancen zu erzwingen, von denen er ja ohnehin nicht wenige braucht, um Ball rund in Tor eckig zu bringen. Und das Verhalten bei Ballbesitz des Gegners hatte nicht nur bei den beiden Gegentreffern eher was von Sightseeing-Tour als von Struggle for Survival.
Wenn der Club aus Stuttgart etwas Zählbares mitnehmen will, muss er sich in Abwehr, Mittelfeld und Angriff gehörig steigern. Da geht es nicht so sehr um 4-4-2 oder 4-1-4-1 (klick). Da geht es um kompromisslose Zweikampfführung und Betonierung des Abwehrriegels. Und natürlich auch um messerscharfes Konterspiel und Nervenstärke im Abschluss.
Ich plädiere dafür, es mal im 4-2-3-1 versuchen:
Die mögliche Aufstellung des 1. FC Nürnberg
am 29. 8. 2009
SCHÄFER
DIEKMEIER WOLF MAROH PINOLA
NORDTVEIT BROICH
RISSE MINTAL GÜNDOGAN
CHARISTEAS
Spielbeginn:
15 Uhr 30
Ich verspreche aber, dass ich nicht den Kopf des Trainers fordere, sollte sich der für eine andere taktische Formation entscheiden und der Club das Spiel verlieren. Und für den Fall, dass sich der Trainer für die von mir vorgeschlagene Formation entscheidet und der Club trotzdem verliert, übernehme ich die volle Verantwortung.
Übrigens: Stöbert man im Archiv, stößt man auf durchaus Ermutigendes: Zwar wies der Club in seiner Bundesligageschichte erst dreimal nach dem dritten Spieltag so wenige Punkte auf wie bzw. noch weniger als in dieser Saison (81/82: 2-8 Tore, 0-6 Punkte; 86/87: 6-9 Tore, 1-5 Punkte; 05/06: 1-5 Tore, 1 Punkt). Er ist aber in keinem dieser drei Spieljahre abgestiegen. (Umgekehrt gesagt: Jedes Mal, wenn der Club aus der Bundesliga abgstiegen ist, hatte er nach dem dritten Spieltag mehr als einen Punkt auf der Habenseite.)
Andererseits schaffte der Club in der Bundesliga bislang nur einmal den Klassenerhalt, wenn er zum Saisonauftakt ein Heimspiel verlor. Die einzige Saison, in der er trotz einer Heimniederlage am ersten Spieltag nicht abstieg, war die Saison 1985/86 (klick).
Nochmal übrigens: Am vierten Spieltag der Saison 1985/86 musste der Club wie in diesem Spieljahr auswärts antreten. Er reiste nach Dortmund und gewann dort überraschend klar mit 4:1…



“Ohne Polster reisen unsere Jungs zum VfB Stuttgart.”
nach nedved(37) jetzt auch noch polster (45)?
ansonsten: remember 85…
…ich hoffe mit.
Gefällt mir
0
Teo – spüre ich da Ironie?
Gefällt mir
0
@belschanov: ich rätsel gerade noch, für wen von beiden es heimatnäher wäre.
Gefällt mir
0
@Teo
Unweit des Stadions befindet sich ein Altersheim…
Übrigens: Die Kakophonie in Sachen Doch-noch-Transfer ist mir auch aufgefallen.
Gefällt mir
0
So weit von der Wahrheit bist Du mit Deinem Gedicht sicher nicht. Die Presse spekuliert von 4-1-4-1 bis 4-5-1, wobei die Übergänge ja fließend sind. Ich denke aber, dass MOe nicht Gündogan und Risse von Anfang an bringt, sondern Kluge auflaufen lässt (ich denke mal statt Gündogan), dann wird Broich offensiver.
Also: 4-1-4-1 mit Nordtveit auf der Sechser.
Um 15:30 sind wir schlauer.
Und ja: Remember 85!
Schon komisch, wieviele Prallelen es gibt.
Gefällt mir
0
Und wieder die Edith:
) krampfhaft suchen, weil es einfach eine geile Zeit als Clubfan war, da es über einige Jahre beständig bergauf ging, mit einer jungen Truppe?
Da fehlt natürlich ein “a”!
Bei der Gelegenheit nochmal zu “Remember 85″:
Könnte es sein, dass wir die Parallelen (diesmal ist es drin
Geschichte wiederholt sich nicht, heißt es immer, aber wer weiß?
Gefällt mir
0
Ja Claus, so wird’s wohl sein.
Gefällt mir
0
@Alexander Mit deiner Aufstellung kann man gut leben. Obwohl ich glaube, dass Kluge für Nordtveit spielen wird. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn dieselbe Mannschaft aufläuft wie gegen Hannover 96. Nur diesmal sollte ab der ersten Minute die Einstellung zum Spiel stimmen.
Gefällt mir
0
@Harald:
belschanov heiß’ ich.
Beste Grüße – und hoffentlich geht heute was in Stuttgart…
Gefällt mir
0
apropos 85/86:
DAMALS endete das spiel vfb-fcn 3:1. eckes traf.
DAMALS stürmte beim vfb ein bäckerlehrling jürgen (~fcb) unter dem trainer willi entenmann (~fcn).
HEUTE stürmt cacau (~fcn) unter dem trainer markus babbel (~fcb).
alles über kreuz endet das spiel HEUTE folglich 1:3. harry trifft.
Gefällt mir
0
@Teo
, vielleicht solltest Du Lotto spielen, oder an der Börse spekulieren. Deine Prognosen klingen so stringent, das muss so kommen
!
Was man mit Statistiken und Vergleichen doch alles vorhersagen kann
Gefällt mir
0
oddset, Armin, oddset. ^^
Gefällt mir
0
Na, so viele Parallelen zu 85 sehe ich nicht mehr. Damals hatten wir schließlich zu diesem Zeitpunkt ein ausgeglichenes Konto…
Gefällt mir
0
@Teo: Völlig logisch und überzeugend, Deine Argumentation! q.e.d.
@BSE08: Musst Du jetzt alles kaputtmachen?
Gefällt mir
0
@belschanov Deine Spielanalyse der ersten drei Spiele ist wirklich sehr gut und ich stimme ihr voll zu. Tut mir leid, dass ich dich versehentlich verwechselt habe.
Gefällt mir
0
@BSE08
Wenn das Spiel heute 1:3 für uns ausgegangen ist wirst Du Abbitte leisten müssen
Gefällt mir
0