Vor dem Bremen-Spiel: Stilfragen
Mit Bremen kommt am Samstag eine Mannschaft zum Club, die sich seit Jahren ein sehr positives Image aufgebaut haben. Bremen steht für Unaufgeregtheit und Kontinuität außerhalb des Platzes, aber Spektakel und Offensivfußball auf dem Rasen. In Bremen spielen jeher exponierte Spieler, oft solche, die von anderen gar nicht so überragend eingestuft wurden und erst in Bremen das Potenzial abriefen, dass dann plötzlich alle schon vorher gesehen haben wollten – ich denke da an Micoud, an Diego (beide kamen von der Ersatzbank anderer Clubs) oder eben einen Özil, den Schalke nicht mehr lieb hatte. Dazu kommen Spieler, die offenbar immer nur in Bremen “funktionieren”, wie ein Frings, ein Borowski oder auch ein Ailton.
Aber neben all dieser Spieler und ihrer Geschichten, die sich jeher um Bremen ranken, steht Bremen eben für Trainerköpfe. Rehhagel z.B., der eine Institution in Bremen war, oder eben jetzt Schaaf, der eine neue Ära an der Weser einläutete. Schaaf ist knurrig, wirkt bisweilen “maulfaul” (nicht despektierlich zu verstehen), ironisch (Frage heute in der Pk: Können Sie schon absehen, wer im Sturm spielt? Schaaf: Seien Sie sicher, wir werden mit Elf anfangen) und verkörpert wie kaum ein anderer das Image des Mannes von der Küste: Rauh, ungebügelt, an- und zupackend und dennoch witzig, charmant (wenn er denn mal mag). Dabei ist Schaaf nicht mal aus dem Norden, Schaaf ist ein Sohn Mannheims.
Und Schaaf ist eines: Unumstritten – auch in seiner Art. Man mag Schaaf, Schaaf ist Werder, Werder ist Schaaf und Allofs. Das war auch unstrittig in den Zeiten (wie bspw. letztes Jahr) als es gar nicht so gut lief.
Das klare Bekenntnis des Umfelds zu Schaaf (und seine Art) ist vielleicht zum einen seinen zurückliegenden Erfolge geschuldet, immerhin wurde er mit Werder Meister und dreimal Pokalsieger, und sowas schafft Kredit. Aber einfach auch, weil man in Bremen jeher gewohnt war (Rehhagel), dass man auch unaufgeregt zum Erfolg kommen kann. Kein SV Hollywood in Bremen denkbar. Und diese Ruhe, diese Kontinuität gerade auch in der Personalpolitik, sehen viele als den Garanten für den jetzt so lange anhaltenden Bremen Erfolg, auch wenn man eigentlich vom Umfeld (500.000 Einwohner) neben Groß-Städten wie Hamburg (1,8 Mio. Einwohner) oder München (1,3 Mio.) und ohne so fußballverrücktes Umland wie im Ruhrpott gar nicht da hingehören würde, dauerhaft an die Spitze der Liga.
Der 1. FC Nürnberg ist da zwar auch in der Größenordnung (500.000 Einwohner), könnte aber auf ein riesiges Einzugsgebiet verweisen. Wenn es denn mal halbwegs läuft, dann reisen Fans aus ganz Franken an, von Hof bis Aschaffenburg, von Coburg bis Weißenburg. Die Identifikation mit dem Club ist eine Identifikation mit Franken, allein deshalb wäre der Club in punkto mobilisierbarer Fanmasse gegenüber der doch eher separierten freien Hansestadt im Vorteil – wenn doch der Erfolg mal wieder zum Club käme. Doch das ist eben die Krux.
Ohne die ganze Historie nun wieder zu bemühen reicht ein Blick auf die letzten Jahre und das Image des Clubs. “Fahrstuhlmannschaft”, “Rekordabsteiger”, “Trainerkiller”, “Depp” – das sind die Attribute, die man dem Club oder seiner Verantwortlichen anheftete. Gerade letzterer (“Depp”) auch deswegen, weil immer dann, wenn man mal wieder die Hand am Erfolg hat, man diesen zum Teil Haare ausraufend leichtfertig durch die Finger rinnen lässt – kaum ein Kuriosum, dass der Club nicht schon geschafft hätte. Hätte der Abstieg als Meister in der 60er Jahren nicht schon gereicht, musste der Abstieg als Pokalsieger jüngst noch ergänzt werden. Und selbstredend ist nur der Club in den Annalen, am letzten Spieltag von einem schier todsicheren Platz 12 noch abzusteigen. Immpossible is nothing…
Aktuell ist man wieder einmal angekommen in Liga 1, viele meinen bereits nach den gezeigten 10 Spieltagen “wohl nur zu Besuch”. Denn das neue Konzept greift (noch?) nicht und wird bereits heftig kritisiert: Der Jugendwahn habe bereits jetzt seine Grenzen erreicht und sich selbst widerlegt. Kontinuität, Aufbau, Jugendarbeit? Das ja, aber nur dann wenn sein Erfolg auch sichtbar ist.
Sieht man nix, war’s auch nix. Am besten man macht da weiter, wo man immer weiter machte beim Club, wenn es nicht so lief: Man schmeißt einfach alles über den Haufen (siehe oben: Trainerkiller), holt den vierten Trainer in nicht mal zwei Kalenderjahren (Neururer ist wieder zu haben), dazu noch ein paar erfahrene Bundesliga-Söldner mit eingebautem Abstiegskampf-Gen loseisen und versucht sich mit Kampf und Krampf wieder mal zu retten, koste es was es wolle. Frei nach dem Motto: Kontinuität muss man sich leisten können – ist also Luxusgut und kein Erfolgsrezept.
Das Fanlager ist allerdings gespalten – und das in mehrfacher Hinsicht. Die einen sind die, die obige Ansicht vertreten, die anderen würden dagegen schon gern mit dem Konzept mal weitermachen, sind sich allerdings in dem “Wie” nicht einig. Die Spieler- und Taktikfragen scheinen aber dabei gar nicht so der Punkt zu sein und werden im Wesentlichen eher marginal unterschiedlich betrachtet. Der eine will den Mnari statt den Nordtveit, der andere den Boakye für den Eigler. Ob Rotation oder Stammelf, ob offensiver oder defensiver – am Ende ist sich da auch keiner selbst so richtig schlüssig. Woran sich allerdings die Geister streiten ist die bisweilen gezeigte “Einstellung” bzw. die Leidenschaft, die man vermisst. Und das macht man an MO fest.
Schaaf über Oenning: “ich schätze seine angenehme sachliche Art, er kann Dinge sehr genau und sehe präziese ansprechen” (Pressekonferenz werder.tv)
Oenning ist ein sachlicher Typ, er rastet nicht aus und wird auch nicht pathetisch. Starke Gegner beurteilt er als stark, Gegner auf Augenhöhe bezeichnet er als solche. Er reisst nach Spielen keinen den Kopf ab und findet auch nach einer Klatsche taktische Erklärungen. Das passt nicht jedem.
Es ist vielleicht gar nicht die Frage nach seinen Handlungen. Ob man gegen Hoffenheim bei 0:3 defensiv oder offensiv wechselt mag am Ende zwar ein Signal sein, hätte am Ergebnis aber kaum positives geändert. Ein 0:3 “heimschaukeln” trifft den emotionalen Fan aber ins Mark, es berührt seinen Stolz und es widerstrebt seiner Auffassung. Und hier treffen die unterschiedlichen Auffassungen wohl aufeinander.
Wer den Fußball mehr als “Kampfsport” betrachtet, kann sich einfach nicht mit Sachlichkeit und Vernunft anfreunden. Wer Fußball auch als “Strategiespiel” sieht, der freut sich über wenig Phrasen und sachliche Ansichten. Es ist fast wie ein Vergleich zwischen Italien, wo man die Strategie und Taktik hoch schätzt, und England, wo der unbedingte Einsatz die Maxime bei den Fans ist. Keiner wird sagen können, welcher Weg der einzig wahre ist – allein bei Fans sind die Stilfragen jeweils nur schwer vermittelbar.
Daher wird der gordische Knoten nicht auflösbar sein. Der eine mag die Art, der andere wird nur im Erfolgsfall sich versöhnt zeigen. Da Erfolg aber ein weiter Begriff ist, sind die Aussichten eher vage. Aber viel entscheidender als die Fanmeinung zum Stil Oennings wird sein, wie dies bei den Spielern ankommt. Denn auch Spieler sind ja unterschiedlicher Art. Ein Broich wird eher über analytische Ausführungen zu erreichen sein als vielleicht ein - ohne hier was unterstellen zu wollen - Pinola, der über die Emotion kommt, das Adrenalin braucht. Und ob MO so facettenreich ist, dass er die Spieler jeweils abholen kann, das kann man von außen nicht beurteilen, das spielt sich ja hinter den Kulissen ab. Und eine Mannschaft diesbezüglich an den Ergebnissen zu messen erscheint als Aufsteiger mit limitierten Möglichkeiten etwas ungerecht.
So sucht man in den Gesichtern der Spieler nach Antworten, will auf dem Platz den Einsatz sehen. Doch auch dies ist natürlich auch eine Frage des jeweiligen Naturells. Einen Pinola, Wolf oder Kluge wird man auch kaum den Einsatz absprechen, ein Eigler schlurft eben eher wie Gott ihn schuf über den Platz. Auch einen Berbatov bei Manchester United wirft man dieses Phlegma gerne vor – doch wenn man genau hinsieht ist Berbatov gar nicht gemütlich, er sieht nur einfach nicht so aus als würde er sich beeilen, läuft dabei aber locker am Gegenspieler vorbei.
Es wird sich nicht auflösen lassen, zu unterschiedlich sind die Erwartungen an den Fußball und seine Ausdrucksform. Wenn man MO etwas raten wollte, dann vielleicht bisweilen die Volksseele zu befrieden und nicht immer genau das zu tun, was andere ernüchtert. Viel leichter könnten es die Spieler machen, indem sie Bremen morgen niederrennen und wieder eine Hausmacht errichten, die man mit allem was man hat zu verteidigen gedenkt. Das mag zwar nicht immer ausreichen, macht aber auch dem Gegner Respekt und Respekt ist im Fußball schon mal ne Menge wert.
Und wenn man dann nochmal Michael Oenning genau zuhört, dann sagt er doch glatt genau das in der Pressekonferenz vor dem Spiel: “Wir müssen den Gegner versuchen zu vermitteln, dass es schwer wird hier. Und das wir dazu in der Lage sind, davon bin ich überzeugt! Wir können durchaus ein Spiel für den Gegner schwierig gestalten. Wichtig wird aber auch sein, dass wir nicht vergessen nach vorne zu spielen, denn das ist ein Heimspiel.” Und so viel anders klingt das auch nicht wie so mancher Zampano, auch wenn es ruhig und wenig gestenreich gesagt wird. Eben eine Frage des Stils.
Also Oenning möchte Bremen vermitteln, dass es ein Heimspiel für den Club ist, es möglichst schwierig gestalten und auch nicht vergessen nach vorne zu spielen. Falls es dann nicht klappen sollte, war der Gegner wahrscheinlich mal wieder nicht auf Augenhöhe oder der Club nach einem Gegentor bereits geschlagen. Schaaf mag zwar knurrig sein und bisweilen auch wortkarg aber er erspart seinen Fans solche Äußerungen.
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Harald … du gehörst eindeutig in die Fraktion, die einfach nicht mit MO können. Hab ich jetzt auch kapiert.
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Alexander:
“[Und wenn man dann nochmal Michael Oenning genau zuhört, dann sagt er doch glatt genau das in der Pressekonferenz vor dem Spiel: “Wir müssen den Gegner versuchen zu vermitteln, dass es schwer wird hier. Und das wir dazu in der Lage sind, davon bin ich überzeugt! Wir können durchaus ein Spiel für den Gegner schwierig gestalten. Wichtig wird aber auch sein, dass wir nicht vergessen nach vorne zu spielen, denn das ist ein Heimspiel.” Und so viel anders klingt das auch nicht wie so mancher Zampano, auch wenn es ruhig und wenig gestenreich gesagt wird. Eben eine Frage des Stils.]”
MO ist nach wie vor ein glücksgriff für den club – zweifellos. mir geht aber die hutschnur hoch, wenn es zu vorsichtig, zu versachlicht, zu abwägend, zu behutsam, zu verschraubt wird. und das wird es mal wieder in MOs text bei der pk.
“Wir müssen den Gegner versuchen zu vermitteln, dass es schwer wird hier. Und dass wir dazu in der Lage sind, davon bin ich überzeugt! Wir können durchaus ein Spiel für den Gegner schwierig gestalten.”
nein. eben nicht versuchen. MACHEN!!!
beispiel: “die jungs gehen morgen auf den platz und werden es den bremern so schwer als möglich machen.” RUMMS!
stattdessen hört es sich an wie: “wir gehen da morgen behutsam auf den rasen, tippen unseren gegenspielern auf die schulter und sagen “du-hu. ich weiß nicht so recht, wie ich es sagen soll, aber pass nur auf – ich werde mich nämlich schon ein wenig anstrengen gegen dich, weil ich dazu …” da hat man schon das erstarrte, nach oben aufblickende, unterwürfig zittrige: ‘BEIß mich nicht!’ mit drin…
weiter im text…
“Wichtig wird aber auch sein, dass wir nicht vergessen nach vorne zu spielen, denn das ist ein Heimspiel.”
au backe! das kann wirklich leicht passieren. so im spiel von links nach rechts vergisst es sich einfach so schnell, was das ziel dieses wunderbaren spiels ist.
beispiel: “wir werden morgen vor ausverkauftem haus spielen. da werden wir uns sicher nicht verstecken sondern mutig nach vorne spielen”.
vielmehr hört man eher ein: “ich habe schon mehrere packungen axura verteilt, damit wir nicht vergessen, wo das gegnerische tor steht. wir wollen das ja nicht vergessen, aber es passiert halt immer so…”
die stilfrage ist nicht nur eine frage zwischen emotion und sachlichkeit. sondern eben auch eine frage der SPRACHE. auf der PK die AN-SPRACHE. auf dem PLATZ die KÖRPER-SPRACHE. und da sehe ich dann einen zusammenhang, der mir (seit dem pokalspiel gegen hoffenheim) überhaupt nicht gefällt.
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@Alexander: Hätte Oenning gesagt wir wollen die Bremer unter Druck setzen und nach vorne spielen, denn wir haben ein Heimspiel, hätte ich Respekt gehabt, aber bitte doch nicht sowas wie: “Wir wollen das Spiel schwierig gestalten und auch nicht vergessen nach vorne zu spielen usw..”
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Ja, sicher das ist die Marschroute mit der ein Club gegen Bremen auflaufen sollte:
“die Bremer unter Druck setzen und nach vorne spielen, denn wir haben ein Heimspiel”
und nach 20 minuten 3:0 für die anderen…
Also wenn mein Trainer mir sowas vor einem solchen Spiel sagen würde – denn auch Fußballer sind ja nich immer doof – dann würde ich den Kopf schütteln.
Gegen so einen starken Gegner ist ein bisschen Härte und auch hier und da mal einfach das Spiel “zerstören” (“Wir wollen das Spiel schwierig gestalten”) angemessen.
Wenn man dann neben dem “kaputtmachen” “nicht vergisst auch nach vorne zu spielen” und dann vielleicht seine wenigen Chancen zu nutzen und zu gewinnen, dann kann das was werden!
Aber wies Harald hören möchte, Brust raus, Attacke und großes Hallo!, das wäre z.Z. gegen Hertha u.ä. angemessen, aber sicherlich nicht gegen Bremen.
I like Oenning
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@Spell: Genauso möchte ich den Club morgen sehen. Mit breiter Brust auf den Platz zu kommen und nicht mit ein “bisschen” Härte das Spiel schwierig zu gestalten oder “kaputtzumachen” und eventuell nach vorne zu spielen.
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@Harald
“Mit breiter Brust auf den Platz zu kommen ”
Bitte? Mit welcher Berechtigung?
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@Alexander: Wie soll der Club denn bei einem Heimspiel auf den Plazu kommen? In gebeugter Haltung und 3. Punkten für die Gästemannschaft?
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@Harald … wie? mit dem Bewußtsein, dass der Gegner besser ist, dass man dessen Stärken dennoch versuchen muss zu elimieren, dass man Fehler vermeiden muss, dass man seine wenige Chancen nutzen muss und dass man, wenn es schief geht, versucht sich nicht zu blamieren
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@Alexander….der Club muss aber auch nicht vor Ehrfurcht erstarren. Diese Spiele haben wir diese Saison doch oft genug erlebt. Wenn ich mit den Bewußtsein als Spieler in die Begegnung gehe , der Gegner ist sowieso besser, habe ich das Spiel schon fast verloren.
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@Alexander: das sind fußballer, keine yale-absolventen…
bei so viel eventualitäten-abzweigungen haben die zwei knoten im gepäck, wenn es auf den rasen geht: einen im kopf und noch einen in den beinen^^
wie wäre es mit: gehts raus und spielt fußball?
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@Harald:
der gegner IST besser, daran besteht nun leider mal überhaupt kein zweifel…
das wissen auch die spieler. sie sind ja nicht bewußtseinsgetrübt. wenn du statt bewusstsein ‘ehrfurcht’ schreibst, dann passt das 100%.
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@Teo:
Einverstanden. Ich möchte nur nicht mehr die Spiele wie gegen Leverkusen und Hoffenheim sehen, wo sich der Club einfach in sein Schicksal ergibt und wo der Trainer das Spiel schon in der Halbzeit verloren gibt. Egal wie der Club morgen spielt, ich als Fan möchte wieder das Gefühl haben, der Club hat alles gegeben.
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@Teo … “gehts raus und spielt fußball?” stammt von wem?
http://www.faz.net/s/Ru...~Ecommon~Scontent.html
Eine Perle der Floskeln….
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Wollen wir wirklich darüber debattieren, ob es es legitim ist, dass der 1. FC Nürnberg in einem Heimspiel das Ziel hat, das Spiel zu gewinnen, und die Mannschaft mit der entsprechenden Einstellung ins Spiel geht? Diese Debatte ist doch ABSURD. Da kann man doch gleich sagen, der 1. FC Nürnberg spielt nur UNTER VORBEHALT in der Bundesliga. Ganz nach der Parole: Wir spielen halt a wengerla mit und schauen, was möglich ist. Liebe Fans, bitte erwartet nicht zu viel von uns. Erwartet am besten gar nichts von uns, das Unternehmen ist eine Nummer zu groß für uns.
Ist das wirklich eine Diskussionsgrundlage?
Falls ja, schlage ich vor, darüber zu diskutieren, ob es nicht besser gewesen wäre, der 1. FC Nürnberg hätte auf die Teilnahme am Spielbetrieb der Bundesligasaison 09/10 verzichtet.
Ich stehe in dieser Debatte auf Haralds Seite.
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finde ich ebenso, ein Trainer muß in der Öffentlichkeit das Bild vermitteln, dass man jeden Gegner schlagen will, egal wer kommt. Ob mit Qualität oder sei es über Galligkeit und Kampf. Er ist doch kein unabhängier Sachverständiger, den Job kann er ruhig den zahllosen Fußballfachleuten in der Medienlandschaft überlassen.
Ein Produktmanager beispielsweise ist doch auch nicht dafür da die Nachteile des eigene Produktes zu erläutern oder wie weit die Konkurrenz enteilt ist.
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Das objektive, sachliche Bericht erstatten kann MOe gerne bei Sky machen, als Co Kommentator. Darüber hinaus könnte er seine Jungs schon mal gerne mit ein paar deutlichen Worten stark reden und ein Feuer entzünden.
Glaube kann bekanntlich Berge versetzen, selbst wenn es auch nur hin und wieder funktioniert.
Dann war noch von ihm zu lesen..’Dieckmeyer sei natürlich besonders motiviert, den müsse er eher einbremsen’
Die Journaille des Artikels fügte dann auch süffisant an, …na wenn das dem FCN sein einziges Problem ist…
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Ich sehe, dass ich mit meiner Mutmaßung über die unterschiedlichen Auffassungen gar nicht so daneben liege. Denn: Nein! Für mich ist Fußball eben kein “Profukt”, dass mir jemand verkaufen muss.
Ich brauche nicht die “öffentliche Illusion” des “heiß machen” und “stark reden”. Und wie gesagt: Es geht nur um das was uns geboten wird. Was intern passiert kann ja keiner von uns beurteilen, also sehen wir nur auf öffentliche Äußerungen, also auf die Show für uns. Offenbar brauchen manche Fans das “heiß machen” und “stark reden”, ich brauch es nicht, ich will sachliche Analyse.
Aber – wie gesagt – ich hab Verständnis für beide Sichtweisen. Aber ich verteidige den Stil Oennings, andere mögen andere Trainertypen verteidigen.
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@Alexander Meine Meinung: Oenning hätte gut Politiker werden können! Mit seiner Art kommt er mir vor, wie früher Helmut Kohl, der die Probleme auch gerne ausgesessen hat. Das Ergenis ist das gleiche: Deutschland hat ca. 3,6 Millionen Arbeitslose und der Club steht auf Platz 16!!!!!!!
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Fangt jetzt bitte nicht mit Politik und Arbeitslosenzahlen hier an, hat mit MOe und unsern Club nun wirklich nix zu tun. Bitte!!!
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@belschanov … jeder hier will den Club siegen sehen. Den Anspruch, den HM damals definierte, und den ich oben auch ansprach “wieder eine Hausmacht errichten, die man mit allem was man hat zu verteidigen gedenkt”. Aber die Diskussion geht hier doch gar nicht darum, hier gehts doch im Wesentlich darum, ob MO in der Pressekonferenz den Zampano macht, was offenbar manchen zu wenig ist.
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@bertl: Du hast recht. Aber bei einigen Kommentaren von Oenning geht mir allmählich der Hut hoch. Es geht mir auch nicht darum,ob Oenning den Zampano macht, sondern dass der Club endlich wieder Fußball spielt und nicht schon vor dem Spiel vor dem Gegner vor Ehrfurcht(Teo) erstarrt.
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@Alexander
deinen Eingangs Artikel finde ich sensationell gut und trifft den Punkt über die Geschmacksfrage des Stils eines Trainers.
Dennoch glaube ich nicht, dass MO für die Medien die pure Sachlichkeit auspackt und dann hinter verschlossenen Türen bei seiner Mannschaft eine Wutrede a la Klinsmann hält.
‘Haut die Bremer durch die Wand!’
Der Punkt Motivation, im Leistungssport ein ganz wichtiger Faktor. Und ein wenig Feuer in den Medien oder bei den Fans vom Trainer angefacht, würde auch nicht schaden. Sport ist Emotion.
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Es spielt doch keine Rolle, was Oenning auf PKs sagt. Am Anfang hat sich bei Schaaf auch jeder gefragt, was der da macht. (Im Nachhinein muss man sagen – schön, dass er einigermaßen so geblieben ist, wie er ist.)
Schaaf hat in seinem ersten Jahr auch mal einen Herbst im Keller verbracht (nicht, um zu lachen). Vermutlich die beste Entscheidung der Vereinsgeschichte, mit ihm weiter zu machen. Daher würde ich auch Oenning mal arbeiten lassen.
Dazu muss der Verein und das Umfeld sich aber wohl darüber im klaren sein, dass man auch die zweite Liga geht, um sich langfristig zu etablieren.
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Also ich konnte den PKs noch nie etwas abgewinnen. Selbst ein HM nutzt sich irgendwann ab. Wenn ich dann aber dennoch mal Zitate aus den PKs lese, bin ich froh nicht immer wieder die gleichen Floskeln und Zuversichtsäußerungen zu hören, sondern eine sachliche Analyse der Lage.
Wie MO die Mannschaft motiviert ist doch eine völlig andere Sache, obwohl ich ihn auch dabei als eher sachlich einschätze.
Ja, Motivation ist sicher ein wichtiger Faktor im Sport, aber ich bin überzeugt davon, dass die Eigenmotivation sehr viel mehr bewirkt als die Fremdmotivation durch den Trainer. Und Eigenmotivation entsteht imho in erster Linie aus den Erfolgen der Vergangenheit. Und daran mangelt es einfach beim Club. Der Club muss mal mit ein paar dreckigen Spielen und viel Glück eine kleine Siegesserie starten, dann kommt auch das Selbstvertrauen wieder und die breite Brust.
Alles andere ist Schauspielerei und wird keinen Gegner beeindrucken.
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@Johan … “Dazu muss der Verein und das Umfeld sich aber wohl darüber im klaren sein, dass man auch die zweite Liga geht, um sich langfristig zu etablieren.”
Dem stimme ich zu, aber das ist kaum zu vermitteln und wird ziemlich sicher so nicht passieren. MO muss den Klassenerhalt schaffen, sonst gilt das Projekt als gescheitert, leider…
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@Alexander….Ich denke auch, dass es nur ganz wenige Vereine gibt, bei denen so eine Konstellation mal vorkommen könnte. Geht nur, wenn die Realität (Pendeln zwischen erster und zweiter Liga) mit dem Anspruch übereinstimmt.
Vielleicht Freiburg. Oder Mainz. Aber nicht Vereine wie Köln oder M’Gladbach, die zu viel Gepäck mit sich rumtragen.
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Ich bin bei eurer Diskussion hängen geblieben, weil ich mir bei meinem Verein seit längerem Gedanken über den Zusammenhang zwischen Leistung der Mannschaft und öffentlichem Auftreten mache.
Die Grundfrage, die hier anklingt, wie hängen des Stil des öffentlichen Auftritts und die Qualität als Trainer zusammen? Peter Neururer besetzt da ja im Gegensatz zu Oenning die andere Seite der Skala.
Juwe vermutet, diesen Zusammenhang gibt es. Das ist aber eben nur eine Vermutung.
Wenn ich den MSV unter Neururer sehe, der sehr volksnah seine Erwartungen an die Mannschaft in der Öffentlichkeit formuliert, erkenne ich den Zusammenhang aber nicht. Er erzählt von Kampf aufnehmen, zeigen, wer der Herr im Haus ist. All die bekannten und beliebten Bekundungen eigener Stärke. Was aber nicht verhindert, dass der MSV in dieser Saison nach den ersten Niederlagen in keinem Spiel danach mehr von Anfang präsent auf dem Platz gestanden hat. Auch bei den Siegen nicht.
Ich weiß also nicht genau, welchen Zusammenhang es da gibt. Worüber wir reden, lässt sich eigentlich nur tatsächlich beurteilen, wenn wir uns Tag für Tag auch das Training ansehen und wenn wir zudem das Spielverhalten jedes einzelnen Spielers minutiös in Bezug zur Mannschaftstaktik analysieren.
Ich mache das nicht und versuche trotzdem meine Meinung zu haben. Aber argumentieren fällt da schwer – wenn wir ehrlich sind. Da sind wir schnell bei Gefühl und Geschmack und Persönlichkeit. Des Trainers und des Fans.
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Oh ja, vielen Dank, Du sprichst mir aus der Seele.
Pressekonferenzen im Fernsehen sind für mich die Gelegenheit, schnell aufs Klo zu gehen. Die kommen von der Aussagekraft her gleich hinter den Werbepausen und den Interviews der Spieler.
Ich könnte mich tierisch über eine so grauenvolle Leistung wie gegen Hannover und Bochum aufregen, aber es ist mir ein vollständiges Rätsel, warum sich die Leute hier permanent über irgendwelche Statements des Trainer gegenüber der Presse echauffieren. Von mir aus könnte man Pk`s und Interviews vollständig abschaffen, aber die Masse lechzt offenbar regelrecht danach.
P.S.: Meyer hatte vor drei Jahren vor einem Spiel gegen Bremen ganz bescheiden gesagt, “heute würde ihm schon ein Unentschieden genügen”. Kein Mensch hatte daran was auszusetzen gehabt, vor allem gewann der Club durch zwei Vittek Tore auch noch 3:1.
Babbel hat sich gestern geäußert, er wolle heute einen Sieg gegen die Bayern, was ihm heute morgen im SWR vom Kommentator als das berühmte Pfeifen im Walde ausgelegt wurde.
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… und das ist ein wundervoller Kommentar, für den ich mich herzlich bedanken möchte. Sehr schön auf den Punkt gebracht!
(@Juwe:
Das erinnert mich an den Bäcker, dessen Brötchen den einen schmecken und den anderen nicht).
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@Kees Jaratz … Danke! Das bringst du besser auf den Punkt als ich!
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Halbzeit 2:0. Bemerkenswert gute Leistung. Leider ging Kluges Gewaltschuss an den Pfosten. Leider vergaben Bunjaku und Mintal weitere gute Chancen.
Hoffentlich spielt Bremen in der 2. HZ so wie der Club in der 2. HZ in Hoffenheim.
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@ Alexander
Die Realität ist mal wieder besser als jede Diskussion: Trotz der sachlichen PK ohne wildes Getrommel (was von manchen ja erwünscht gewesen war) hat der Club sein bisher bestes – und engagiertestes – Spiel abgeliefert. Die Ansprache in der Kabine hört sich wohl doch anders an…. Ich mag sachliche Analysen und ehrliche Einschätzungen in der Öffentlichkeit; das macht authentisch.
Den anderen sei ein Zitat von Walter Hellmich angesichts der Entlassung von Peter Neururer in Erinnerung gerufen bzgl. der Anforderungsprofils für den “Neuen”: “…ehrliche Arbeit, das passt besser zu uns als große Sprüche…”
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