Die sanfte Landung und eine geliehene Chance

“Ich nehme an die Chancen stehen schlecht und die Lage ist aussichtslos?” – sagte Captain James T. Kirk gerne, bevor er sich mal wieder mit seiner Enterprise in ein Abenteuer warf. Was ihm natürlich am Ende gelingt. So ein Filmende hätten wir auch gerne, denn mal wieder wird nichts weniger als das Wunder von der Noris gebraucht, um die Klasse zu halten. Ob James T.Kirk allerdings seine Abenteuer auch so optimistisch angegangen wäre, wenn da statt Chekov, Hikaru Sulu, Lennart McCoy, Scotty, Spock oder Uhura eine muntere Truppe an Leiharbeitern einer galaktischen Zeitarbeitsfirma zur Seite gestanden hätten?

Keine Frage: Dass Spieler wie Ottl oder Breno ein Plus an Qualität bringen, darf man getrost unterstellen, aber ob die nötige Einstellung für die Aufgabe vorhanden ist, vor allem wenn es hart auf hart kommt, daran zweifeln schon so manche. Andererseits weiß man ja nicht erst seit Peer Kluge, dass Verträge offenbar unter der Last eines Abwanderungswillens quasi zu Staub zerbröseln und man lieber willig leiht als unwillig hält. Aber vielleicht ist das auch generell mehr eine Frage der Persönlichkeit, denn des Vertragsverhältnisses, wer welche Berufsauffassung an den Tag legt.

Aber kann man sich auf diese Weise einen Klassenerhalt leihen? Und was sind die Konsequenzen?

Martin Bader als Sportdirektor ist in Fankreisen ja nicht unumstritten, da muss man nicht erst einschlägige Foren studieren. Vor allem wirft man ihm fehlende sportliche Kompetenz vor. Dass er ein ordentlicher Ökonom ist, ist dagegen weitgehend anerkannt – auch wenn es zu Einzelentscheidungen unterschiedliche Auffassungen geben mag. Dazu muss man nicht erst auf sein Diplom der Sportökonomie verweisen. Nun aber ist “erfolgreich” so eine Sache.

‘Erfolgreiche Manager’ sind aber ja nicht gleich ‘erfolgreiche Manager’. Die einen können ganz hervorragend mit “kleinem Geld” haushalten, das sind die Konsolidierer, die anderen sind für solche Peanuts nicht zu gebrauchen, haben dafür aber keine Scheu die großen Geschäfte zu machen – das sind dann die Expandierer. Die Konsolidierer werden dann gern von den Expandierern geschluckt, die dann den großen Frachter auch schon mal an die Wand fahren – in Nürnberg nennt man das das Quelle-Syndrom. Dann wünschte man sich wieder einen Konsolidierer, der aber nur noch den klinischen Tod feststellen kann.

Im Fußball-Management ist das nicht viel anders. Da gibt es nämlich Vereine und Manager, die haben zwar kein Geld, kaufen aber laufend ein als gäbe es kein Morgen. Die anderen (Konsolidierer) versuchen verwundert ihre Erbsen zusammenzuhalten, werden aber ständig leergekauft, können sich neue tolle Spieler nicht leisten (auch weil die Spieler bei den Expandierer-Vereinen, obwohl die kein Geld haben, mehr verdienen) und müssen dann immer wieder in die zweite Liga. Will man dann auch mal mit den großen Pinkeln und biegt mal in der Sparkasse nach links in die Kreditabteilung ab, merkt man schnell, dass man dann, wenn es nicht so lief wie erhofft, plötzlich mit ziemlich vielen Folgeproblemen dasteht. Denn da ist ja nicht nur die Transfersumme zu stemmen, da kommen dann noch die Handgelder und Geld für Berater dazu – und natürlich die Gehälter! Und vor allem die sind nicht zu unterschätzen. Wie das die anderen Vereine machen, also die, die immer expandieren aber eigentlich kein Geld haben, ist weitgehend ein Mysterium. Die meisten glauben, sie leihen sich einfach noch mehr Geld, um das alte zurückzuzahlen und trotzdem weiter zu kaufen. Wie lange man das machen kann, ist noch unklar.

Nun hat unser Club nahezu alles schon mal probiert an Taktiken, vor dem letzten Abstieg mal wieder die Nummer “Pinkeln mit den Großen”. Da wurden Spieler wie Misimovic und Koller entlohnt (und sicher nicht für Peanuts!) und die Helden des Pokalsiegs mit ordentlich verbesserten Konditionen langfristig gebunden. Dumm nur, wenn man trotzdem absteigt und nun der freundliche Herr aus der Kreditabteilung gar nicht mehr so freundlich schaut. Bader war aber durchaus clever und hatte Verträge gemacht, die dem Club die Chance boten, die teuren Kräfte auch für Liga 2 zu binden. Das tat man auch weitgehend, vor allem aber mit dem Zweck die meisten Spieler stande pede wieder zu verkaufen und so den Mann in der Kreditabteilung wieder zum Lächeln zu bringen. War auch alles schön und gut (Koller, Saenko, Vittek, …), es blieben trotzdem die “Säulen der Mannschaft” zu weitgehend Erstligakonditionen, was ja auch jeder wollte. Dazu kamen noch einige wenige – leider ausgerechnet auch Spitzenverdiener – die partout gar nicht weg wollten. Und die belasten den Etat doch sehr.

Offenbar will man diesen “Fehler” dieses mal nicht machen, auch weil man gar nicht in der Lage wäre. Die Verträge der neuen Spitzenverdiener sind im “worst case szenario” (zu fußballdeutsch: Abstieg) kraft Leihende obsolet. Und auch ein Pinola wird dieses mal nicht mit in Liga 2 gehen. Kurzum: Die 7 Leihspieler bieten eine Option ohne Risiko (ökonomisch gesehen). Man musste kein Kredite aufnehmen um die Spielertransfers zu stemmen, man muss keine Risiken mit Optionen fahren, auf Gefahr, dass ein Spieler gar nicht weg will oder keinen neuen Verein findet. Wenn man im Sommer also wieder mal “neu anfangen” muss, dann ist der wiederholte “Betriebsunfall” wohl diesmal leichter abzufedern. Eben die Vorbereitung einer “sanften Landung”, wie auch schon mal in den Kommentaren zu lesen war. Denn machen wir uns nichts vor: Egal wer jetzt noch gekauft werden würde, für den Abstieg braucht es ein Wunder, dazu reicht ein Blick auf die Tabelle.

Noch einmal aber zur Causa Makaay: Dass Makaay auf einen Teil seines Gehalts verzichten würde, ist rührig und ehrenwert. Aber man muss immer sehen, was das bedeutet. Laut Bruchhagen (im Übrigen auch so ein Konsolidierer wie Bader) wären Spieler wie Asamoah und Altintop auch für die Eintracht ein finanzieller Kraftakt – gleiches gilt für Makaay. Diese Spieler haben bereits Gehälter erreicht, von denen man selbst bei “freundlichen Entgegenkommen” noch weit entfernt ist. Gehälter sind zwar weitegehend reine Spekulation und selten wirklich bekannt, bei Makaay taxiert man aber heute noch mindestens 2 Mio. Jahressalär. Wenn Makaay nun von “Entgegenkommen” spricht, dann meint er sicher kein “halbes Gehalt” – Gehälter sind ja nicht nur Lohn, es ist der Ausdruck von Wert und Standing, und da wird Makaay auch ein entsprechendes Angebot erwarten (dürfen). Kurzum: Selbst wenn ein Makaay käme, würde er sofort eine Spitzenverdiener-Position einnehmen und allein für sein Kurzengagement um eine Million kosten – zzgl. Berater, Prämien etc. und Option für ein weiteres Jahr bei Klassenerhalt zu dann nochmals angehobenen Bezügen. Das kann der Club bei aller Verzweiflung nicht stemmen für einen Spieler, der aufgrund seiner Alters und der gezeigten Leistungen der jüngeren Vergangenheit keine Garantien geben kann.

Jörg Schmadtke, Sportdirektor von Hannover 96, hat gegenüber der ‚Neuen Presse Hannover‘ bestätigt, dass die Niedersachsen um Roy Makaay buhlen: „Wir haben Kontakt zu ihm aufgenommen.“ Das Problem, was sich den 96ern im Kampf um den Stürmer von Feynoord Rotterdam stellen wird, bringt der Manager gleichsam auf den Punkt: „So einfach ist das nicht, wenn man nicht über endlos viel Geld verfügt.“
Quelle: fussballtransfers.com

Bruchhagen wie auch Bader können gar keine beliebten Leute bei den Fans sein, denn ihnen fehlt die kindliche Begeisterung, wenn sie Namen wie Makaay oder Lincoln hören. Sie betrachten Chance und Risiken und entscheiden im Sinne ihrer Verantwortung und Aufgabe. Bei Frankfurt ist das derzeit erfolgreicher als in Nürnberg, die Wege sind aber ähnlich – ein Weg, der von Realitätssinn getragen ist, damit man irgendwann mal wieder träumen kann. Sich in der Not panisch von jeder Vernunft zu trennen, wäre vielleicht verständlicher, dem Fan naheliegender, aber würde den Club wirklich wieder dahin bringen, wo er mal war: Kurz vor dem Ruin. Und zwar unabhängig von Klassenerhalt oder Abstieg.

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31 Kommentare zu “Die sanfte Landung und eine geliehene Chance”

  1. Tobi sagt:

    Schöner Artikel! Hat mir gut gefallen!

  2. Optimist sagt:

    Ja, genau. Und es ist ja nicht so, dass man sich nicht mit den einschlägigen Namen beschäftigt hätte. Bader hat erst gestern irgendwo geäußert, dass Asamoah und Altintop sehr wohl erwogen wurden, aber einfach nicht finanzierbar waren. Passt ja auch zu der Aussage, dass sogar Frankfurt sich strecken müsste, obwohl die sich deutlich mehr Ausgaben leisten können.

  3. @Optimist

    Dazu die Quelle: “Bader weiter: „Auch wir haben uns über Altintop oder Asamoah Gedanken gemacht. Aber diese Spieler sind für uns nicht finanzierbar.“”

  4. Armin sagt:

    Wie das mit dem Expandieren klappen kann? Na wie fast überall in der Wirtschaft. Es braucht eine Phantasie an die viele glauben.

    Wie hat es erst vor kurzem Jürgen Scheider im Fernsehen gesagt. Das mit den Krediten war so lange kein Problem, wie die Krditgeber daran geglaubt haben, dass der Wert der Gebäude nach der Renovierung höher sein wird als die Kosten dafür. So lange interessiert sich auch keiner für echte Fakten, da fragt kaum ein Kreditbearbeiter wie groß die Flächen tatsächlich sind, ob es Mieter gibt also all die harten wirtschaftlichen Daten, von denen man glaubt dass sie essentieller Bestandteil der Kreditvergabe wären.

    Nein viel wichtiger ist die Phantasie. Übertragen auf den Fußball heißt das, wer als “kleiner Verein” Kreditgebern, Sponsoren und Werbepartnern ein realistisches Bild malt, wird sich eher schwer tun nach vorne zu kommen.

    Wer es aber schafft wie Niebaum/Meier in Dortmund oder Assauer auf Schalke eine Zukunft zu malen, die interationales Geschäft verspricht und damit Anteil an der ewigen Geldmaschine der CL, der bekommt die nötigen Kredite und sind erst mal genügend Leute an Bord, dann wird es immer schwerer auszusteigen. Dann findet sich auch die Stadt, die die Liquidität sichert, wenn Banken und private Sponsoren ausfallen. Und manchmal funktioniert das drehen des großen Rads. Hätte Schalke gerade nicht Magath und sein unendliches Selbstvertrauen als Trainer an Bord und damit den sportlichen Erfolg, dann wäre die hilfe zu Beginn der Saison eher der Tropfen auf den heißen Stein gewesen. So kann das Casinospiel der Schalker aber tatsächlich mal wieder aufgehen.

    Ein wenig ist es bei solchen Vereinen halt auch wie in der aktuellen Finanzkrise mit systemerhaltenden Banken, sprich die Politik kann solche Vereine gar nicht Pleite gehen lassen. Nicht umsonst passieren solche Dinge gern mal in Regionen, die außer dem Fußballverein nicht so viel zu bieten haben. Was wäre denn Gelsenkirchen ohne Schlake oder Kaiserslautern ohne den Betze mit seinem FCK? Welcher Lokalpolitiker wollte da die Verantwortung für den Untergang übernehmen? Hat ein Verein aber ein solches Erpressungspotential kann er natürlich anders auftreten.

    Bei Nürnberg ist der FCN aber halt nur ein Bestandteil des Bildes der Stadt und für die Region ist er noch weniger wichtig, schließlich war Nürnberg nie politisches Zentrum Frankens, von Bayern gar nicht zu sprechen.

  5. Und zu Armin ergänzend noch vielleicht:

    Martin Kind von Hannover 96 will ja sogar noch weiter gehen und versucht das auch. Er will die Vereine überzeugen, dass mit dem Aufbruch der Strukturen (50+1) man noch besser Investoren überzeugen kann, dass man in eine blühende Zukunft investiert deren Grenzen nur der Himmel ist. Dass man vielleicht skeptisch werden könnte, dass - wenn alle viel Geld haben - das gleich in grün rauskommt, nur eben noch weiter an der Schraube gedreht, soll dabei nicht stören…

  6. Frank sagt:

    Starker Text, Alexander!

    Bin zwar der Meinung, dass wir bei einem Abstieg so oder so relativ hart landen würden, aber ob der “geliehenen Chance” würde es dann doch etwas sanfter abgehen.

    Zu 50+1:
    Um bei Armins Metapher zu bleiben: Auch dies erinnert stark an die Finanzkrise. Die Gegner von 50+1 argumentieren wie Finanzindustrielle in einer heilen Welt vor der Lehman-Pleite. Die Bundesliga verliere an Boden. Man könne doch nicht tatenlos zusehen, wie uns andere finanziell überrunden würden. Und so weiter und so fort. Mit ungefähr den gleichen Worten dürfte die findige Finanzindustrie im Jahr 2003 der Politik in den Ohren gelegen haben.

    Denn damals wurden von der Politik Finanz-Regularien gelockert, um den Finanzplatz Frankfurt gegenüber dem Finanzplatz London wettbewerbsfähiger zu machen. Wie das Ganze endete, ist bekannt – mit grenzenloser Gier und Selbstbedienungsmentalität der Banken. Die Petrodollars und Immobilieneuros, welche die englische und spanische Liga dominieren, stinken nach einer gewaltigen Blase, die irgendwann mit einem lauten Knall platzen dürfte. Beziehungsweise schon am Platzen ist. Siehe Portsmouth. Siehe ManU.

    Hab mir gestern das Muskelspielchen zwischen dem US-Investor Glazer (ManU) und dem Scheich (ManC) nicht angeschaut auf DSF. War mir einfach zu blöd.

  7. Manu sagt:

    jaja…das liebe geld.

    ich bin ja der meinung, dass sich ein hohes gehalt für einen topspieler schon lohnen kann.

    der abstieg käme weit teurer. aber es ist halt immer ein risiko, wenn man “altstars” holt.
    ein v. nistelrooy z. B.bekommt für die rückrunde angeblich 2 Mio. die summe holt der hsv durch trikotverkauf etc. locker rein. und wenn er sie in die championsleaugue schießt, dann lohnt es erst recht.

    ob ein asa oder altintop uns weitergeholfen hätten bezweifel ich… bei maakay sehe ich es anders. er, bunjaku und dazu harry oder boakye.hätte gepasst. er hätte bei den anderen stürmern -verzeiht- evtl. für” hummeln im arsch gesorgt”…

  8. Juwe sagt:

    ich glaube auch, er hätte für einen Ruck gesorgt auch im Umfeld. Ob der Transfer überhaupt zu machen gewesen wäre, steht wieder auf einem anderen Blatt.

    Jetzt bin ich erst mal gespannt auf Hannover, mal wieder ein Schicksalsspiel, bislang haben wir ja alle gegnerischen Mannschaften oder Trainer, die am straucheln oder neu waren aufgebaut. Hoffentlich diesmal nicht wieder.

  9. El Burro sagt:

    Ich glaube Bader hat einfach aus Koller gelernt. Warum sollte Makaay es besser machen? Und würde die Mannschaft sich dann ihr Spiel nicht wieder nur auf ihn fixieren? Ich glaube fast das auch ein VdV uns nicht helfen könnte.

    Wie bei vielen Sachen braucht es einfach den “flow”. Gibts den nicht läufts nicht. Gibts den spielt die Mannschaft auch mal bei 150%. So was kann man aber nicht erzwingen. Es hilft aber sicherlich nicht jeden ST das Tor löchrig geschossen zu bekommen. Von daher sehe ich die momentane Strategie sehr positiv. Irgendwann hat einer der Stürmer wieder einen Lauf. Und wenn der rechtzeitig damit anfängt können wir auch nächste Saison wieder “Derbys” haben die nicht nur 10 km auseinanderliegen sondern 200km ^^.

  10. Christian sagt:

    Ich will ja nicht nachtreten, aber komm nicht ganz umhin, denn Großartiges hat Bader zusammen mit Oenning diese Saison wahrlich nicht geleistet. Die beiden haben einfach darauf gehofft, dass all die jungen Talente, die Mitte der zurückliegenden 2.Liga-Spielzeit verpflichtet hat, mit dem Aufstieg einen solchen Entwicklungssprung gemacht haben oder im Laufe der laufenden Saison machen werden, dass damit die Klasse gehalten werden könne. Dies hat man, ich meine vor allem Bader, mit den beschränkten finanziellen Mitteln gerechtfertigt. Und Oenning hat das mitgemacht, sich selbst etwas vorgemacht. Und jetzt, eines besseren belehrt, macht Bader mithilfe dieser beschränkten finanziellen Mittel einen Haufen absolut notwendiger Notverpflichtungen, von denen am Ende der Spielzeit, die im günstigsten und erfreulichsten Fall mit dem Klassenerhalt endet, vielleicht keiner mehr bleiben, sondern zu den ausleihenden Vereinen zurückkehren wird.
    Dann muss ein Neuaufbau erfolgen, den man am besten schon im vergangenen Sommer angegangen wäre. Ein Broich, der zudem nicht spielt, war und ist zu wenig. Das ist und bleibt das Bader-und-Oenningsche Selbsttäuschungsmanöver. Wenn man sich den absolut notwendigen Trainerwechsel nicht geleistet hätte, dann hätte man auch mit dieser Illusion weitermachen können, Hecking hingegen musste Bader etwas anbieten, denn man kann nicht erwarten, dass dieser mit den nicht so schnell wachsen wollenden Schöß- und Setzlingen von Oennings Farmteam, ja Überresten dieser kläglichen Basteleinheit noch irgendwelche Bäume ausreist.
    Es hat bei mir etwas gedauert, bis mir das so allmählich dämmerte. Für einen Erfolgsfan wie mich zählen nur noch Punkte, Punkte, Punkte.

  11. Juwe sagt:

    Ich finde Bader/Oenning haben aus der 2. Liga das Beste gemacht, das Ticket für die 1. Liga gelöst, aber den Zug dann irgendwie verpasst oder verschlafen, obwohl die Anzeichen sehr deutlich waren, dass es nur mit einem “weiter so”, nicht gehen wird.

    Oenning ist ja nunmal keine Plaudertasche, ich würde schon gerne noch erfahren, hat er sich aus reiner Überzeugung dem Bastel-Jugendstil verschrieben und MaBa von diesem überzeugt, oder war es als Hauptgrund der Vorgabe geschuldet, no money!
    Die Gewichtung “Überzeugung oder leere Kassen”, hätte mich zumindest mal genauer interessiert.

  12. Es macht wirklich keinen Sinn, die Diskussion von neulich wieder anzufangen, zu unterschiedlich sind einfach die Positionen und auch die Sichtweisen. Selbst ein Blick auf das Ergebnis hilft ja nicht: Besteht Erfolg wird der Kritiker immer sagen “ja klar, TROTZ dem” und läuft es nicht sagen sie “na siehste”. Oder wie kürzlich gelesen angeblich von Berti Vogts das Zitat: „Wenn ich über’s Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann der.“

    Tatsächlich sind die Führungsstile durch alle Ligen und selbst in der Bundesliga komplett unterschiedlich, in England ist ein Alex Ferguson nach unserem Verständnis Trainer, tatsächlich aber eher was wie ein sportlicher Manager – das tägliche Training machen ganz andere. Ähnlich Arsène Wenger, wobei der über eine eher bescheidene maximal nationale Spieler”karriere” verfügt gegenüber Ferguson. Beiden wird man die Fachkompetenz kaum absprechen. José Mourinho wiederum hat überhaupt keine eigene Spielererfahrung, offenbar reicht das aber aus um diverse Erfolge einzufahren.

    Aus einer eigenen Spielerkarriere also auf sportliche Kompetenz zurückzuschließen ist eher schwierig. Dass viele Spieler später Trainer werden ist viel mehr dem Umstand geschuldet, dass sie eben Fußball lieben oder schlicht nichts anderes mit sich anzufangen wissen. Und wie oben genannte Beispiele aus England zeigen ist gleiches vom Sportdirektor zu vermelden.

    Auch die Konstellationen: Klassischer Trainer, Sportdirektor mit Fußballhintergrund und Ökonom als Manager ist im Fußball doch eher die Ausnahma als die Regel. Ein Magath bspw. duldet ja gar keinen neben sich, in Dortmund gab es auch schon alle Konstallationen und wie auch schon genannt in Leverkusen hat man auch schon erfolgreich Fußball gespielt (naja, fast erfolgreich), als noch kein Völler das Zepter geschwungen hatte, sondern ein Reiner Calmund, gelernter Kaufmann im Außenhandel und Betriebswirt.

    Es geht mir aber gar nicht um Einzelbeispiele, sondern um die Pluralität. Oder um es prosaischer auszudrücken: “Viele Wege führen zum Ziel”, das hängt einfach an den handelnden Personen und natürlich auch an den Rahmenbedingungen.

    Jetzt noch mal zu Bader. Ich kann das ehrlich gesagt gar nicht beurteilen, ob seine Arbeit nun wirklich gut oder schlecht ist. Sie am Ergebnis im Sinner des Tabellenstandes zu bemessen halte ich aber für schlicht falsch. Man kann einen Bader nicht den Vorwurf machen, dass er keine Wunder vollbracht habe. Offenbar vergisst so mancher, wie es beim Club noch vor Jahren aussah, als jedes Jahr die Angst vor dem Ergebnis des Lizenzverfahrens umging und so manches mal nur Roth noch helfen konnte. Heute ist der Verein solide geführt und auch deutschlandweit endlich nicht mehr belächelt. An diesem Ergebnis darf man Bader gerne auch mal messen.

    Kurzum finde ich es eigentlich absurd, und damit schiele ich auch auf andere Stellen, an denen die Diskussion noch weit vehementer geführt wird, ich will da aber nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen, mit bisweiler welcher Stammtisch-Logik hier ein Management kritisiert wird. Das sieht dann gern so aus: Fakt ist: Das Auto liegt im Graben und der Fahrer hat den Wagen verissen, Fakt ist: das ist auch schon zwei anderen aus der Fahrschule vor paar Jahren passiert – ergo: der Fahrlehrer ist eine Pfeife. q.e.d.

    Das bringt keinem weiter, mag der Bader nun tatsächlich “gut” oder “schlecht” sein. Wir können es schlicht nicht beurteilen. Ihn aber dafür verantworlich zu machen, dass er aus dem darniederliegenden Club, zu dem kaum noch 20.000 in die Heimspiele kamen und der z.T. bis in die 3. Liga rutschte, bis heute noch immer keinen Verein “auf Augenhöhe” mit etablierten Bundesliga-Vereinen zu bringen (und das im Vergleich zu wirklich etablierten Mannschaften wie auch Frankfurt, die schon länger an der Konsolidierung arbeiten) und das bei Rahmenbedingungen, die gerade auch im eher strukturschwachen Raum Nürnberg (an der Stelle auch dafür unser DANK NACH MÜNCHEN!) mit miesen Sponsoringmöglichkeiten und klammen Stadtkassen nicht einfach ist, halte ich zudem für unfair. Und über Unfairness rege ich mich viel mehr auf als über eine abweichende Meinung zu Einzelpersonen.

  13. Christian sagt:

    Juwe: Die Gewichtung “Überzeugung oder leere Kassen”, hätte mich zumindest mal genauer interessiert.

    Das würde mich auch interessieren, aber das werden wir in nächster Zeit wohl (noch) nicht erfahren, es ist(noch) zu brisant. Auf jeden Fall kann man festhalten, dass das Badersche Kalkül für die laufende Saison nicht aufgegangen ist. Ich will nur vermuten, dass Oenning wohl der letzte gewesen wäre, der sich gegen eine Verstärkung oder qualitative Aufrüstung des Kaders gewehrt hätte. Sparzwang hin oder her, ein jeder Trainer möchte mit seiner sportlichen Arbeit Erfolg haben.

  14. Woschdsubbn sagt:

    Bei den Einkäufen gehört einfach immer auch eine gehörige Portion Glück mit dazu.
    Siehe Mainz, die sich mit Ivanschitz DEN Hammer an Land gezogen haben. In der FR hatte ich einen schönen Beitrag dazu gelesen, wie der Transfer zustande kam. Da war beschrieben, daß das alles ein völliger und reiner Zufall war. Leider finde ich den Artikel nicht im Netz, war aber irgendwie so, daß der Präsident sich mit dem Manager unterhalten hatte und bei der Suche nach einem offensiven Mittelfeldspieler fiel auch der Name des österreischen Nationalspielers. Dann haben die einfach mal so in Griechenland bei Panathinaikos angerufen hat und Ivanschitz war tatsächlich gleich interessiert, weil er mit dem dortigen Trainer nicht zurechtkam. Dann ging das recht schnell und Ivanschitz ist anscheinend genau der passende Mann in Spiel und im Mannschaftsgefüge: Ein totaler Wechselvolltreffer wie er auch anderen Vereinen mehr als selten gelingt! Das kann aber auch alles etwas dauern und dann nur ein Strohfeuer sein, siehe Grafite: Der kam Aug 08 nach WOB, war erstmal nix und dann letzte Saison unglaublich stark. In dieser Saison kommt er genausowenig aus den Puschen wie VWBurg insgesamt.
    Oder unser Nationalpoldi: Bei den Bauern eher Mau und eine Wechselniete, weil er nicht ins System passte, dann der Wechsel zu Köln, wo er noch schlechter ist als vorher bei den Bauern. In der Nationalelf trumpft er dagegen immer auf und spielt mind. nicht schlecht bis gut, siehe Elfenbeinküste.

    Letztendlich ist es sehr schwierig, den “richtigen” Transfer hinzubekommen. Aber vielleicht hat auch unsere Glubbleitung endlich mal wieder das nötige glückliche Händchen und nach den letzten guten bis sehr guten Transfers wie Schäfer, Mintal, Saenko, Polak, Vittek oder Galasek auch mal wieder einen Volltreffer gelandet mit dem Tavares.

    Schaut euch doch mal die Zusammenschnitte der Saison an, als der Meyer den Wolf ersetzte und der Glubb dann die Liga von hinten aufrollte und Vittek eine unglaubliche Torserie hinlegte.
    Können wir das wieder schaffen? Das laß ich mal offen!

  15. Woschdsubbn: Bei den Einkäufen gehört einfach immer auch eine gehörige Portion Glück mit dazu.
    Siehe Mainz, die sich mit Ivanschitz DEN Hammer an Land gezogen haben.

    Auch wenn es meiner Argumentation gut täte, das Beispiel Ivanschitz aufrecht zu erhalten (wegen “Glück haben”), so ist es doch auch ein guter Beleg für die Sache mit der Wahrnehmung. Denn Ivanschitz hatte zwischenzeitlich auch schon ein Tief und mit Simak nicht umsonst Konkurrenz bekommen. Seine letzten 6 Spiele waren eher schlecht als recht mit dabei nur 1 Torvorlage, sein letztes Tor schoß er im Oktober. Aus den letzten 7 Spielen seit dem Duselsieg gegen den Club gelang genau ein weiterer Dreier, gegen Hannover mit 1:0. Ein Portrait bei 11Freunde (http://www.11freunde.de/sonstige/125481) offenbart auch, dass Ivanschitz bei den Fans in Österreich aufgrund seiner “Söldnermentalität” nicht sonderlich gelitten sei und deshalb wohl auch nicht mehr für die Nationalmannschaft berufen wird.

    Für viele galt und gilt Ivanschitz schon immer als großes Talent, der aber den großen Sprung noch nicht geschafft hat. Auch den (wieder einmal) hoffnungsvollen Neustart bei einem Verein muss Ivanschitz erst noch bestätigen, die letzten Begegnungen schüren eher die Zweifel. Und mit Portraits von großen Talenten aus Ligen abseits der Top-Ligen mit großem Potenzial, die “nur noch” den Durchbruch schaffen müssen, können wir den ganzen Neubau pflastern … (nur die aktuellsten Beispiele: Vidosic, Benko, Spiranovic, Breska, Goncalves, Szikal, Beauchamp, Jelic, Heffernan, Slovak, …)

  16. Und noch was für den Humor:

    Wenn ein Robinho am Markt ist und ihn keiner haben will, zeugt das sicher auch für die Unfähigkeit des Clubs, hier nicht zugeschlagen zu haben… :mrgreen:

  17. Patrick sagt:

    Hab auch gelesen dass Robinho unbedingt zum Club will. Aber er meinte, dass Bader sich mit ihm nicht einigen konnte, obwohl er (Robinho) sogar sein Gehalt aus eigener Tasche gezahlt hätte.
    Schon 2005 ist er nur nach Madrid weil seine Position beim Club besetzt war.

  18. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United: Denn Ivanschitz hatte zwischenzeitlich auch schon ein Tief und mit Simak nicht umsonst Konkurrenz bekommen.

    Zumindest hat er Mainz zu Saisonbeginn schon mal in die richtige Spur geschossen. Was das Wert ist, sieht man im Vergleich zum Club, der eigentlich wirklich keinen schlechteren Kader hat als Mainz.

    und zu Robinho: Wachen Sie auf, Herr Bader! :lol:

  19. Optimist sagt:

    Wie man im Kicker lesen kann, sind Asamoah, Elson und Makaay auch in Hannover ein Thema – und auch dort eigentlich zu teuer. Das sagt schon alles über den Realismus der auch hier teilweise geäußerten Forderungen. Denn Hannover hat wohl doch noch etwas mehr finanzielle Möglichkeiten als der Club….

  20. Armin sagt:

    Optimist: Wie man im Kicker lesen kann, sind Asamoah, Elson und Makaay auch in Hannover ein Thema – und auch dort eigentlich zu teuer. Das sagt schon alles über den Realismus der auch hier teilweise geäußerten Forderungen. Denn Hannover hat wohl doch noch etwas mehr finanzielle Möglichkeiten als der Club….

    @Optimist, aber doch nur weil Bader seit Jahren schlechte Arbeit leistet. Vom natürlichen Potential her, gehört der Club zu den reichsten Vereinen, leider versteht es unser Manager nicht dieses Potential zu entwickeln. ;-)

  21. Optimist sagt:

    @Armin, wir brauchen halt ein finanzielles Perpetuum Mobile als Manager, einen, der durch “gute Arbeit” aus Luft (kräftig ein- und ausatmen?) innnerhalb von nur 4 Wochen Geld generieren kann. Bader musste hier einfach scheitern… ;-)

  22. Juwe sagt:

    Bader ist doch nicht gescheitert, sondern die 5 Trainer, die er folgerichtig und notgedrungen entlassen musste.

  23. Juwe sagt:

    Konnte er ja nicht ahnen, dass sie alle ein falsches Konzept hatten. (-;

  24. Woschdsubbn sagt:

    Hm, ManU hat angebl. fast eine Milliarde Schulden, Schalke werde 150 Millionen andiktiert und dem Glubb gerade mal 5-8 Milliönchen. Das sind für 8 Mio. pro 28.000 Dauerkarten gerade mal 285,71€. Na, aber hob. Her mit Tevez, Lampard, Kaka und Torres. Los, Herr Bader! Schnell die Mütze vom Herrn Jürgen Schneider ausgeliehen und der Deutschen Bank eine Geschichte vom Pferd erzählen und ab geht die Luzi! Das kann doch nicht so schwer sein!

  25. Die Ironie und den Sarkasmus der Martin Bader Sympathisanten empfinde ich langsam als reichlich arm.

    Hilft alles nichts, heute muss mehr als ein Pünktchen her.

    Glaube – Hoffnung – Liebe zu unserem Glubb, ich denke da ziehen wir alle an einem Strang.

    Zumindest bis zur nächsten Debatte.

    Mein Tipp: Hannover – Glubb: 0 : 1

  26. dami sagt:

    wolfsburg will diekmeier sofort! angeblich bereit bis zu 5 mio zu zahlen. für diese ablöse fahr ich ihn persönlich mit dem hundeschlitten nach wolfsburg!

  27. Juwe sagt:

    Trau ich dem FCN auch noch zu. Sollten sich mal ein Beispiel an Mainz mit Hoogland nehmen. Dort kann er nach der Saison wechseln, die können NEIN sagen. Auch wenn Diekmeier als junger Spieler seine Schwankungen hat, das wäre der nächste aus dem Tafelsilber, den man weggibt. Er ist noch jung ihn könnte man noch lange Zeit verkaufen.

  28. Skaos sagt:

    Also bei 5Mio wenn es stimmen sollte würde ich schon mal ernthaft drüber nachdenken. Denn für Das geld bekommen wir sicher einen Ersatz für DD und auch noch einen offensiven Mann.
    Und Tafelsilber?
    in letzter Zeit war DD sicher nicht der beste mann auf dem platz und an vielen Gegentoren beteiligt.

  29. Armin sagt:

    @Altclubberer

    Der Sarkasmus ist aber auf Seiten der Bader-Kritiker auch nicht so viel kleiner. Das Problem ist halt der Anspruch. Wenn einem sauberes finanzielles Gebaren, ein Lizensierungsverfahren bei dem wir nicht immer am Rande des Lizenzenzugs stehen, der Versuch von kontinuierlichem Arbeiten, Erfolge wie der Pokalsieg genügen, dann kst man zufrieden mit Bader und will ihn eher behalten als eine neue Wundertüte zu holen.

    Was hat denn 60 der Wechsel von Reuter zu Stevic gebracht? Gleubt Ihr zu uns kommt der Wundermann, der alles anders und besser macht?

    Das Problem im Sport ist halt immer, dass man von Menschen abhängig ist und in der Liga, dass da genau noch 17 andere Vereine sind, die auch nicht schlecht arbeiten. Selbst wenn alle Sportmanager der Liga perfekt arbeiten müssen immer noch jetzt mindestens 2 Mannschaften absteigen. Gutes Arbeiten allein ist also kein Garant in der Liga zu bleiben.

    Und heute zu verneinen, dass finanzielle Voraussetzungen entscheidend für den sportlichen Erfolg sind halte ich auch für mehr als blauäugig.

    Damit will ich gar nicht sagen, dass Bader fehlerfrei arbeitet, ich sage auch nicht, dass Bader einer der besten Sportdirektoren wäre,natürlich gibt es da erfolgreichere und somit bessere. Aber ich denke aktuell bekommen wir keinen besseren und weil ich sehe dass tendenziell die Vereine die langfritig arbeiten auch erfolgreich arbeiten, habe ich keine Lust jetzt wieder auf ein neues Pferd zu setzen.

  30. [...] Die sanfte Landung und eine geliehene Chance Die 7 Leihspieler bieten eine Option ohne Risiko (ökonomisch gesehen). Man musste kein Kredite aufnehmen um die Spielertransfers zu stemmen, man muss keine Risiken mit Optionen fahren, auf Gefahr, dass ein Spieler gar nicht weg will oder keinen neuen Verein findet. Wenn man im Sommer also wieder mal “neu anfangen” muss, dann ist der wiederholte “Betriebsunfall” wohl diesmal leichter abzufedern. [...]

  31. Christian sagt:

    Auswärtssieg! Manchmal hat man schon vor dem Spiel ein verdächtig gutes Gefühl und will gar 3:0 tippen, tippt dann aber 2:0 und hält dies durchaus für realistisch. Und nach dem Spiel muss man, trotz aller Zuversicht, mit der man zuvor schwanger ging, dennoch sein zerknittertes Nervenkostüm glattstreichen. Ich meine, der Club hat gezeigt, dass er nicht absteigen muss, und freu mich auf Stuttgart, den genau richtigen Gradmesser. Freiburg nach Wolfsburg war der falsche, von der Papierform her. Sodann freu ich mich auf einen Samstagabend beim Italiener in Gostenhof. ;)

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