Zwei Sechser im Lotto

Die Lostrommel in der Transferlotterie drehte sich mal wieder und langweilig war sie jedenfalls nicht. Aber als Clubfan ist man aus den letzten Jahren ja nichts anderes gewohnt, so viele Spieler gaben sich da die Klinke in die Hand. Wieder einmal wurde der Kader korrigiert, was leider - und so viel Kritik muss sein - wieder einmal auf eine Fehleinschätzung in der vorangegangenen Transferperiode schließen lässt. Nun könnte man verteidigend einwerfen, dass man mit leerem Geldbeutel eben mehr ausprobieren/riskieren muss, die Kritiker hielten dagegen, dass man gerade mit wenig im Seckel umso akribischer vorgehen müsse. Am Ende wird man es nicht aufklären können und bei Klassenerhalt ist eh Schwamm drüber.
Hecking stellte also die Taktik um auf 4-2-2-2 bzw. 4-2-3-1 und dafür brauchte er einen neuen Sechser neben Kluge, da Mnari wohl etwas in die Jahre gekommen ist und Nordtveit noch zu leicht befunden wurde. Ein neuer Sechser neben dem gesetzten Kluge, so der Plan, doch der folgte wie viele andere dem Lockruf des Magath, der wie einst ein netter Mann aus Hameln mit seiner (russischen) Flöte Spieler betören kann, doch lieber auf Schalke anzuheuern. Gar nicht einfach also für Hecking, der nun auf der elementar wichtigen Position nicht nur einen, sondern gleich zwei “Verstärkungen” suchen und finden musste.
Warum ist eigentlich die 6er Position so wichtig? Kann das nicht ein solider Wasserträger wie Wimmer für Netzer übernehmen? Ganz klar: Nein. Im modernen Fußball ist die Position zentral vor der Abwehr vielleicht die wichtigste. Das jedenfalls sehen Leute wie eben jener Magath so, der sich gerade bei der Wahl des 6er auf Leute konzentriert, die ohne Starallüren ihre Arbeit verrichten, Räume zumachen, zweikampfstark sind, ein Gespür für das richtige Spieltempo haben und im Spielaufbau den richtigen Pass spielen können. Dass er dabei auf “unseren” Kluge kam ist da nicht richtig verwunderlich, denn der kann genau das. Warum unser Kluge nicht auch unter Oenning immer diese Position spielte, hat da schon verwundert und ist vielleicht nur damit zu erklären, dass Kluge an zu vielen Stellen gebraucht wurde und man ihn ja nicht verdoppeln konnte. Magath setzte in seinem Meisterjahr auf Josué und dessen Statistiken waren letztes Jahr schon nahe an Weltklasse, was Passspiel und Zweikämpfe bzw. abgefangene Bälle anging. – Und noch ein prominentes Beispiel: Die Rolle von Makelele bei den Galaktikos mit Zidane & Co. wurde auch erst erkannt, als er weg war …
Auch kein Wunder ist da Heckings taktischer Rückgriff auf eine Doppel-Sechs. Wenn einer allein es nicht stemmen kann, bspw. weil die Mannschaft viel nach hinten arbeiten muss, da die Offensive zu wenig Entlastung bringt, oder der Sechser aufgrund einer wackligen Defensive oft eingreifen muss, verdoppelt man die Position – jedenfalls bis wieder Stabilität eingekehrt ist. Nun ist es aber mindestens etwas “unglücklich” wenn nun gerade auf dieser Position einer der als feste Konstante eingeplanten Spieler gleich wegtransferiert wird und man - mit Blick auf Neuzugängen - aus statistischen Werten ablesen kann, dass Wintereinkäufe eigentlich eher selten zu den Transfercoups zählen bzw. sofort einschlagen.
Mag man nun über Ottl und seine südliche Herkunft und Zuneigung in Frankenland geteilter Meinung sein, über seine sportlichen Fähigkeiten gibt es die nicht. Ottl ist spielerisch und taktisch exzellent ausgebildet, was man in seinen Einsätzen der ersten und zweiten Mannschaft samt Jugendstationen landauf landab hinreichend gescoutet haben sollte. Dass Ottl so frühzeitig “klar gemacht” werden konnte und bereits im Trainingslager dabei war, ist aus transfertechnischer Sicht nahezu perfekt – gleiches galt auch für Breno. Dass sich Ottl nach seinem verbalen Faux-Pas zu Saisonbeginn nun vor nahezu jedes Mikro wirft um nun glaubhaft zu versichern, wie sehr ihm die Sache wichtig sei und er bereit wäre, Verantwortung zu übernehmen, hat viele mit ihm bereits versöhnt. Dass er das wahrscheinlich am Ende vor allem für seine eigene Karriere tut und er am liebsten a la Reinartz als Stammkraft zu seinem Heimatverein zurückkehren würde, werden ihm da nur Fußballromantiker vorwerfen. Wenn am Ende die Leistung und Einstellung stimmt, wie bereits in den ersten drei Partien zu sehen, ist Ottl tatsächlich ein Volltreffer am Transfermarkt – und sei es nur in der Mission Abstiegskampf 2010.
Der zweite Transfer kam aus Hamburg und heisst bekanntlich Tavares. Nun fragt man sich als staunender Beobachter, wer denn dieser Tavares eigentlich ist. Zwar hörte man von einigen ordentlichen Einsätzen unter Martin Jol, aber auch, dass er unter Labbadia keine Chance hatte. Dass er 2 Länderspiele für den Senegal zu Buche stehen hat, ist in der inzwischen inflationären Berufungshistorie weltweit eher eine Randnotiz, sein Wechsel vom FC Tours aus Frankreich zu Slavia Prag eher irritierend, wie der folgende Wechsel für fast 2 Mio. zum HSV. Kurzum: Es gibt wenig Augenzeugen hierzulande, die eigentlich wissen, wie denn Tavares wirklich einzuschätzen ist.
Vielleicht eine Anekdote am Rande aus eine Lesung von Christoph Biermann (Die Fußball-Matrix: Auf der Suche nach dem perfekten Spiel) – soweit noch korrekt in Erinnerung: Einst sei Hermann Gerland (Bayern II) auf Hans Meyer (Borussia Mönchengladbach) zugekommen und schlug ihm einen Spieler zur Leihe vor, der ein Juwel sei aber in München nicht zum Zuge käme, aber Spielpraxis brauche. Meyer entsandte auf diesen glaubhaften Tipp hin einen Scout, doch der konnte nichts finden, was ihn zu einer Empfehlung hinreißen ließ. Meyer, von Gerland überzeugt, entsandte den Chefscout, doch auch der kam verwundert und kopfschüttelnd zurück. Dann sah sich Meyer wohl selbst den Spieler an, musste sich aber den Scouts in ihrem Urteil anschließen und die Leihe fand nicht statt. Der Nachwuchsspieler Philip Lahm wechselte dann auf Leihbasis zum VfB Stuttgart.
Die Anekdote zeigte, wie zufällig eine Spielbeobachtung sein kann. Ein Spieler an einem schlechten Tag (oder noch schlimmer: an seinem einzigen Sahnetag seines Lebens) beobachtet, vielleicht noch leicht verletzt oder auf der falschen Position oder die Mannschaft ist an dem Tag einfach grotte, gibt ein völlig falschen Eindruck. Über Spieler in Deutschland kann man dann noch über Mit- und Gegenspieler etwas herausbekommen, aber bei Spielern aus Prag und Tours wird das schon schwierig. Selbst wenn ein umtriebiger Berater sogar eine DVD mit Videos des Spielers hat, wird die sicher auch eher einen positiven Eindruck vermitteln. Und sich selbst durch Archivaufnahmen von Live-Spielen aus der tschechischen Liga zu quälen (soweit denn vorhanden oder zugänglich), dafür fehlt wohl schlicht die Zeit. Wenn also ein Tavares verpflichtet wurde, dann ist man auf wenige Informationen angewiesen, bspw. über Choupo-Moting, der ihn ja aus dem Training kennen sollte. Warum Tavares nun aber für den Club so eine ‘gute Option’ unter den vielen war, ist dem Umstand geschuldet, dass Hecking ihn aus seiner Zeit in Hannover kannte als man ihn selbst scoutete um ihn nach Hannover zu holen – der HSV griff dann aber vorher zu.
Manchmal sind also Transfers ziemlich “irdisch” zu erklären. Spieler sind nun mal, wenn sie nicht gerade wie ein Messi oder Kaka täglich im Rampenlicht stehen, nicht so einfach einzuschätzen. Es gibt keine Punktewertung wie auf Match Attax-Karten oder im Fußball Manager am PC. Zudem: Spieler können auf anderen Positionen, mit veränderten taktischen Aufgaben oder einfach in einem anderen Umfeld komplett andere Leistungen abrufen. Dies zu beurteilen braucht es mehr als ein paar Live-Eindrücke und den Marktwert bei transfermarkt.de. Beispiele dafür gibt es ja schon aktuell in der eigenen Mannschaft, wo die Kollegen drüben im Clubblog sich nach dem Hannover-Spiel fragen, wer denn plötzlich den “Eigler als Fußballer verkleidet” habe.
Dass der Club sich vor allem also defensiv verstärkt hat, im Offensiven aber auf Verstärkungen vertraut, die von innen kommen (sprich: Selbstbewußtsein), ist nachvollziehbar und hoffentlich richtig. Ob sie auch erfolgreich sind, wird sich zeigen, wobei Hannover – bei aller Freude – in der aktuellen Form noch kein Gradmesser war. Nach Stuttgart werden wir mehr wissen. Wir Beobachter von Außen sind aber über das, was wir bisher sehen, schon froh und zuversichtlicher. Vielleicht hat man mit den beiden Neuen ja wirklich gleich zwei “Sechser im Lotto” für den Klassenerhalt gezogen.
Tags: Bundesliga, Neuzugänge, Transfermarkt


Keine Frage seit dem die neuen hier sind, bin ich auch wieder zuversichtlicher was das Thema Klassenerhalt betrifft.
Bleibt nur zu hoffen das sich keiner von den dreien Verletzt.
Gespannt bin ich auch darauf wie sich Breno und Ottl im Derby gegen die Bayern schlagen.
Ein Fehler, der zu einem Gegentor der Bayern führt, könnte fatale Auswirkungen haben.
Aber nein besser nicht an sowas denken, lieber bleibe ich Optimist.
Nanu, gabs hier nicht eben noch einen Beitrag von belschanov nebst Kommentar von mir? Wo ist das denn hinverschwunden?
egal, zum Thema:
Im Prinzip sind wir also wieder beim bewährten Meyer-System (Doppel-6, 3 Stürmer) gelandet. Offensichtlich fühlt sich der Club damit am wohlsten, vielleicht auch, weil es dann nicht das ominöse Loch im Mittelfeld gibt. Denn eigentlich ist das 4-2-3-1 nur die defensivere Spielweise des 4-3-3 mit etwas defensiver agierenden Außenspielern (auch wenn hier derzeit nominelle Stürmer auflaufen).
Sieht bisher jedenfalls vielversprechend aus, vor allem, wenn Mintal weiterhin Spielmacher- und Kämpferqualitäten zeigt.
Und unsere Offensive? Ist vermutlich auch besser, als die 16 Saisontore vermuten lassen, wenn sie nur richtig eingesetzt wird. Mit einer besseren Spielanlage wird sich sicherlich auch das Offensivspiel verbessern. Vielleicht hatte Hecking recht, indem er die Offensive allein durch die Verpflichtung von Defensivspielern verstärken wollte (so paradox das klingen mag). Ich hoffe, er lag damit richtig.
Und seien wir mal ehrlich: bezahlbare, bessere Stürmer als die bei uns vorhandenen gibt es auf dem Markt eigentlich nicht. Und uns lediglich in der Breite zu verstärken… an Masse mangelt es in unserer Offensive ohnehin nicht.
Bin schon gespannt auf Stuttgart, wie sich das alles gegen einen starken Gegner mit Positiv-Lauf anlässt….
@Optimist … belschanov und ich haben gleichzeitig was geschrieben und wir haben uns aufgrund des Inhalts so verständigt, dass seiner morgen kommt (mit deinem Kommentar)
Aktuell liegt vor unserem Stürmer Bunjaku nur Kießling, Kurnayi und Barrios in der Torjägerliste, gleichauf ist er mit Dzeko und Gomez. http://www.kicker.de/ne...jaeger-der-saison.html
Bessere und gleichwertige können wir uns keinen leisten, das stimmt.
Mal wieder ein klasse Artikel von Dir, Alexander, muss man aber eigentlich nicht mehr extra betonen.
Man könnte bei der Betrachtung der Transferlotterie bei unserem Ruhmreichen aber auch noch eine andere, offensichtlich nicht ganz unwichtige Position, mit einbeziehen: den Trainer.
Wohl keine andere Position im Team ist mit so vielen Fragezeichen versehen wie diese, und das auch bei Akteuren, die bei anderen Vereinen nachgewiesenermaßen gute Arbeit verrichtet haben. Es gibt einfach zu viele Faktoren, die dieses komplexe Gefüge “Fußballmannschaft” beeinflussen, um einen Erfolg oder Misserfolg vorherberechnen zu können. Auch Vereine wie der FC Bayern haben beim Trainer schon den einen oder anderen Missgriff getätigt (ich erinnere nur an den ehemaligen Bundestrainer), und auch ein Herr van Gaal hatte anfangs der Saison einen schweren Stand in München (obwohl es sich südlich der Donau i. d. R. um ein “Luxusproblem” handelt). Als Clubfan hat man in den vegangenen Jahrzehnten ja aufgehört, die Trainerentlassungen mitzuzählen (dafür gibt’s heutzutage per Internet zugängliche Datenbanken), und ich gestehe, dass ich bis vor gar nicht allzulanger Zeit die Trainerposition als nicht so zentral eingeschätzt habe und i. d. R. immer der Meinung war, dass mal wieder der Unschuldigste entlassen wurde (einzige Ausnahme: die berühmte Oktoberrevolution), bis zum Herbst 2005. Da musste ich mir verwundert die Augen reiben, wie ein neuer Trainer beim Club aus einer Grottenmannschaft ein nahezu Spitzenteam formte, und das mit vorhandenen Spielern, die zumindest zum Teil noch nicht mal ihre Positionen wechselten. Dass es nicht allzulange später mit dem gleichen Trainer wieder in die andere Richtung ging war dann aber auch wieder sehr ominös. Irgendwie scheint es so zu sein, dass sich Trainer mit der Zeit “verbrauchen”, warum auch immer. Diese Gleichung “Spieler+Trainer=Mannschaft” (und man könnte auch noch viele Positionen außerhalb des Platzes dazunehmen) ist eben nicht so einfach aufzulösen, wie es aussieht. Ein Herr Oenning hat relativ bravourös die Aufgabe “Aufstieg” gelöst (den Vorwurf “mit Ach und Krach” lasse ich nicht gelten, dazu war der Abstand zur Spitze schon zu groß). aber in der 1. Liga hat es nicht mehr funktioniert. Jetzt kommt ein Herr Hecking und alle sind sich darüber einig, dass das ein Schritt nach vorne war, natürlich auch durch den Systemwechsel und die Verstärkungen, die er eingeleitet hat, aber auch dadurch, dass er einigen Leuten offenbar das Fußballspielen wieder beigebracht hat (ich erspare mir Namen). Ob es am Ende der Saison reicht wird man sehen, ob es über diese Saison hinaus reicht, wer weiß?
(Ich habe zur Eigenwerbung meinen Namen mal wieder mit einem Link zu unserem Berliner Fanclub unterlegt, auch weil mich schon länger interessiert, wer sich hinter “berlinclub” verbirgt und ich hoffe, dass sich selbiger mal outet. Ich hoffe, dieses Anliegen wird mir verziehen.)
Och, hört man doch gerne. Kritik gibt’s ja auch, keine Sorge.
Solche Art “Werbung” ist immer willkommen!
Wenn wir schon dabei sind: Berlin ist ja ein guter Anfang, aber weiss jemand zufällig was über eine Club-Infrastruktur in Hamburg?
Der einzige OFCN in der Nähe von Hamburg ist #458 “Clubfans Norddeutschland” in 22946 Trittau.
Ach du S..
Aber ich hab auch eher an eine Kneipe oder so was gedacht.
Immerhin hat ja neulich schon eine Schäuferla-Wirtschaft in Hamburg-Winterhude aufgemacht. Konnte ich allerdings bisher noch nicht testen.
Entweder das Internet absuchen (zu Premiere-Zeiten gab’s mal so eine Datenbank, auch wenn die unvollständig war) oder Gleichgesinnte suchen und eine wenig besuchte Kneipe mit Sky kapern. Wenn da regelmäßig wenigstens 10 Leute zu Clubspielen auftauchen und einigermaßen Umsatz machen, ist der Wirt hocherfreut und bietet exklusiv Clubspiele. So lief das in Berlin, nachdem das Frankenstüble dicht gemacht hatte. Vielleicht gibt’s ja auch in Hamburg eine Kneipe mit fränkischer Ausrichtung?
Jetzt hattest Du mich überholt. Das ist doch ein Ansatz. Wo sonst wird man Exilfranken treffen?
Hab im Stadtmagazin von gelesen. Der Wirt kommt angeblich aus Pappenheim. Immerhin soll es da (also in der Wirtschaft) auch Nbg. Bratwürste geben. Ich glaub ich muss da mal hin. Holt der Club drei Punkte gegen Stuttgart, werde ich das da feiern.
Der Artikel in Ehren, aber reicht ein gewonnenes Spiel, – und das auch noch gegen einen Gegner, der gerade vollkommen von der Rolle ist – um Breno, Ottl und Tavares gleich als Riesenvolltreffer zu feiern?
Hier wird mir zu schnell zu viel Tamtam gemacht. Nach dem VfB-Spiel haben vermutlich wieder alle das heulende Elend.
Breno und Ottl haben immerhin schon 3 sehr ordentliche Spiele gezeigt, Tavares muss seine Leistung vom letzten Spiel sicherlich noch bestätigen, und “Bumm-Bumm” Bunjaku (so genannt von einem DSF-Sprecher) wird sicherlich auch nicht in jedem Spiel 3 Tore machen. Wie üblich sind wir am Samstag Abend schlauer.
Hmm … eigentlich sag ich das ja auch aus.
Ob sie auch erfolgreich sind, wird sich zeigen, wobei Hannover – bei aller Freude – in der aktuellen Form noch kein Gradmesser war. Nach Stuttgart werden wir mehr wissen.
Das mit dem Sechser und Lotto ist ja eher ein Wortspiel und meint, dass wir die Position eines Sechser in der Transferlotterie ziehen mussten.
Sehr schöner Artikel und ein schlüssiger Metapher bzgl. der Lotterie. Ich bin sehr gespannt auf Stuttgart und klar, es wird nicht so glatt laufen wie gegen Hannover, bei denen man nie das Gefühl hatte, sie könnten das Blatt wirklich noch wenden.
Nun muss man sehen ob man auch 90Min erfolgreich im Feuer stehen kann, das wird es gegen Stuttgart werden, aber genau dafür ist man ja in der höchsten Spielklasse. Ich habe ein gutes Gefühl auch wenn die Nerven
nicht das ruhigste Dasein fristen werden über 90 Min.
Ich halte Heckings System für geeignet die Stuttgarter gar nicht erst in diesen gefährlichen Spielfluß kommen zu lassen, wie sie es gegen Dortmund getan haben. Darin wird der Schlüssel liegen, nicht auf Augenhöhe mitspielen, wie man es unter MOe gerne blauäugig versucht hat, sondern seine (begrenzten) Fähigkeiten zum tragen bringen. Wie in einem Schachspiel erstmal Räume zu besetzen und das wirken zu lassen. Dem Gegner die Freude und Lust nehmen am kombinieren.
Wenn man auf das Rauschen im Blätterwald hört, dann hat Stuttgart schon gewonnen (wenn auch nach hartem Kampf). Vielleicht macht sich das Gefühl, schon gewonnen zu haben auch in Stuttgart breit und verleiht denen die gewisse Selbstgefälligkeit, die wir ausnützen könnten. Denn nachdem man Dortmund so klar besiegt hat, schlägt man den Club ja quasi im Vorübergehen (so wie wir Freiburg einst im Vorübergehen schlagen wollten).
Ich habe da ein ganz gutes Gefühl, weil so eine Stimmung für uns eher hilfreich ist.