25. Spieltag: FCN vs. Bayer 04 3:2 (2:0)
Es war der erwartete Sieg … haha. Aber stimmt doch irgendwie. Irgendwie lag es heute in der Luft (siehe Vorbericht unten), dass ausgerechnet der Club die unglaubliche Serie der Leverkusener brechen würde. Es war nichts rationales, es war dieses typische Fußball-Gefühl, dass man hat und man denkt “Heute geht was”. Dass es dann so aufregend “typisch Club” wurde, konnte da noch keiner ahnen. Eine unglaubliche 3:0-Führung stand da an der Anzeigentafel, nachdem Adler, dem die Nominierung zur No. 1 der Nationalelf ganz offenbar nicht gut tat, auch den Hoppelball von Tavarez passieren ließ. Doch dann kam Bayer mit Macht und es drückte den Fan in seinen Sitz wie den Club in die Abwehrzone. Angriff auf Angriff lief und die Tore zum 3:1 und 3:2 waren abzusehen. Eigentlich wartete man auch auf den Ausgleich, doch der fiel nicht – auch weil der Schiri diesmal zwar nicht gerade “pro FCN” aber doch sicher auch nicht “Club-feindlich” so manche Situation entschied. Trotzdem hatte Bayer noch die Ausgleichschancen und am Ende jubelte man und Spieler und Fans müssen jetzt in die Reha – die Spieler zum Auslaufen und ins Becken, die Fans brauchen einen Schnaps. – Sieg gegen Bayer, Unentschieden gegen Bochum und Bayern, das macht unter dem Strich 5 Punkte und damit (was noch wichtiger ist) der Sprung endlich endlich wieder auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Nach den Siegen von Hannover und Nürnberg sind jetzt sogar Bochum und Köln vielleicht wieder nervöser, denn der Club liegt “nur noch” 6 Punkte hinter ihnen, Hannover 7.
Überschattet und ein ganz bitterer Wermutstropfen die Verletzung von Breno: Verdacht auf Kreuzbandriß nach einem Foul von Reinartz. Für Breno und den Club wäre das ganz hart, aber wie Hecking bei Sky sagte: “Auch andere Mannschaften haben Verletzte, dann muss die Mannschaft eben noch enger zusammen rücken.” Und mit Maroh haben wir ja durchaus ein solides Backup und die Aufgabe, nach der Winterpause für Stabilität zu sorgen, hat Breno jetzt bereits erfüllt. Aus der aktuellen Position heraus spielt es sich sicher schon einfacher und die Mannschaft spürt, dass sie nicht zum Abstieg verdammt ist.
Endstand: 3:2
Halbzeit (Ich geh jetzt doch in die Sportsbar …)
Und nochmal Choupo! 2:0 nach Pass Diekmeier!
42. Minute: TOOOOOOR! Choupo-Moting!
32. Minute – Ausgerechnet Ex-Clubberer Reinartz tritt Breno mit einem gestreckten Bein aus dem Spiel und ist mit Gelb noch gut bedient. Maroh im Spiel, aber große Sorgen um Breno und wie schwer die Verletzung ist. Die Stimmung beginnt zu kochen, die Fans sind außer sich.
25 Minuten gespielt, weiter 0:0. Der Radioreportage zu Folge ein ausgeglichenes und flottes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten.
Spiel läuft – Charisteas trotz Bunjaku-Sperre und Eigler-Verletzung nicht mal auf der Bank, denn “nach besseren Trainingsleistungen hat Boakye die Nase vorn” sagt Hecking. Da spricht wohl eher viel dafür, dass Charisteas bei seinem 5ten Club-Trainer in Folge in Ungnade gefallen ist…
Sonntag 07.03.2010 15:30, Frankenstadion
FCN:
Schäfer – Diekmeier, Wolf, Breno, Pinola – Ottl, Tavares, Gündogan – Risse, Frantz – Choupo-Moting
Bayer 04:
Adler – Castro, Friedrich, Hyypiä, Kadlec – Vidal, Reinartz – Renato Augusto, Kroos – Kießling, Derdiyok
Vorbericht:
Hecking wird wohl mit der Bayern-Taktik auch gegen Bayer zu bestehen versuchen und wenigstens einen Punkt gegen die bisher in der gesamten Saison noch ungeschlagenen Leverkusener holen wollen. Allein … einfach wird es nicht und dafür muss man nicht nur auf die Serie der Werkself verweisen, auf den Tabellenstand oder den Umstand, dass 50 Tore (Bayer) auf 19 (FCN) treffen, auf 20 Gegentore gegenüber 40, oder das das viertbeste Auswärtsteam auf das drittschlechteste Heimteam trifft. Denn als ob das nicht schon reichen würde, fallen beim Club mit Bunjanku (11 Tore) und Eigler (wohlwollend als “zweittreffsichersten” Stürmer mit 2 Treffern im Kielwasser mitgezogen) der 13 Treffer-Sturm des Clubs aus (von 19 gesamt, noch einmal eingeworfen). Kurzum: Wer soll denn die Tore machen, gegen eine Innenverteidigung mit Hyypiä, der nach einer Gelbsperre wieder dabei ist, und der in Deutschland aktuell die unangefochtene Nummer 1 der Abwehrspieler mit einer fast schon sensationellen kicker-Durchschnittsnote von 2,59 in 23 Spielen (Zweitbeste Wertung aller Spieler dieser Liga).
Aber es wäre nicht Fußball, wenn genau solche Geschichten auch möglich wären. Sonst hätte Podolski gestern wohl auch nicht ausgerechnet seine Torflaute gegen die Bayern beendet und Köln einen Punkt beschert. Also Bange machen gilt nicht, vielleicht liegt in der krassen Aussenseitersituation die Chance. Und dass man mit seinen Prognosen eh meist daneben liegt, zeigt gerade dieser Spieltag: Nix von wegen Druck auf Leverkusen, weil die Bayern sonst quasi “weg” wären mit 5 Punkten Vorsprung, und nix mit Zweikampf um Platz 16 mit Freiburg, denn die lassen sich ausgerechnet von Hannover zu Hause schlagen, die sonst wirklich von alles und jedem geschlagen wurden.
Und so ist dieses Spiel heute bei weitem nicht das kleine Schicksalsspiel, das man fast schon daraus hätte machen wollen, denn weder wird Bayer bei einer Niederlage aus dem Titelrennen sein noch der Club abgeschlagen oder – bei Sieg – ein bisschen weg von einem direkten Abstiegsplatz. Alles nichts dergleichen. Egal wie es ausgeht, die Saison geht einfach weiter und alles bleibt offen. Die drei Punkte wollen trotzdem beide sicher gern, würden sie die Ausgangssituationen für beide sicher verbessern. Ja, sogar ein Unentschieden wäre für beide keine Katastrophe… mal sehen, ob das nicht doch auch in den Köpfen steckt.
Tags: Bayer+04+Leverkusen, Bundesliga


Ab in die Bierbar Milano, in der Bronx einer gewissen badischen Großstadt…
Wobei, nach der tollen Ausleihe von Norditalien aus, darf man gar nimmer so arg jubeln über das Weiterkommen der Fiorentina? Hmm, doch, darf man.
@Alexander:
Wenn der Präsident Helmzger von der Sache Wind bekommt, wird’s eng für mich. Ich fürchte sogar, er ahnt schon was. Wie sonst ist es zu erklären, dass er zwei Wochen vor Weihnachten meinen neuen Vertrag per Handschlag zu meinen Konditionen absegnete und jetzt von einer Einigung nichts mehr wissen will?
Wie würde Uli Hoeneß dazu sagen, …da liegt offensichtlich keine Handschlagqualität vor!
@belschanov: Ich Arminhoff schon eingeschaltet, er fordert einfach das doppelte von bisher und zudem die Hälfte von United. Danach haben wir Ruhe bis zum Saisonfinale, bis er sich wieder einkriegt.
@Alexander:
Für diese verschlüsselte Botschaft fehlt mir die Dechiffriermaschine.
2:0 florenz.
time to say…
fehler im programm: 2:1
korrigiert
3:1
unfassbar… 3:2
@Teo
Reicht dir der Stress mit dem Club nicht?
Lass die Bayern doch weiterkommen. Wird wieder mal Zeit, dass eine deutsche Mannschaft die Champions-League gewinnt…
Entscheidend ist allerdings, dass Bayern das anstehende Heimspiel gegen Freiburg gewinnt!
ich hab mich schon ein wenig auf die fortsetzung
…googbye!
gefreut, aber die glücksritter von der isar sind weiter.
doch. vollkommen. ich hätte ihnen nur ein wenig bodenhaftung inklusive nürnberger verhältnisse gewünscht.
letzteres absolut.
allerdings gönne ich es den gunners endlich einmal den pott zu gewinnen. arsene wenger hätte es mehr als verdient.
Das muss man dem van Gaal schon belassen, was er für Jungspunde aus dem Ärmel zaubert einen nach dem anderen und das bei der hochkarätigen Bayern Bank, nun wieder in einem CL Achtelfinale. Unglaublich…er setzt irgendwie Oennings Philosophie nur handwerklich besser um
Dann schau Dir mal die Infrastruktur und das Vereinsgelände bei den Bauern an und vergleiche das mit “unserem” Bunker, dann weißt Du auch, warum wir ein neues Funktionsgebäude und Verbesserungen der Infrastruktur brauchen
Ich finde, dass die Entschuldigung von Stefan Reinartz hier etwas zu kurz kommt.
Ein offener Brief auf der Homepage des gegnerischen Vereins mit einer persönlichen Entschuldigung und einem äußerst loyalen Wort zum Club obendrein halte ich für ausgesprochen bemerkenswert. Gerade weil man Profis immer alles mögliche an Skrupellosigkeit und Kälte attestiert. Reinartz stellt mit diesem Brief nicht nur glaubwürdig dar, dass er nie beabsichtigt hatte, Breno zu verletzen und dass ihm diese Verletzung ausgesprochen leid tut und er das ganze am liebsten rückgängig machen würde, da er nachvollziehen kann, was eine so schwere Verletzung für einen jungen Spieler wie Breno bedeutet.
Zumindest in seiner Reaktion auf Brenos Verletzung ist Stefan Reinartz ein Vorbild. Es wird nicht wenige Spieler in der Liga geben, die trotzig reagieren würden: “Was denn??? Der Breno hat doch auch voll draufgehalten, der hätte mich genauso verletzen können!”
Einen solchen Brief kann man auch Nachwuchskickern unter die Nase halten, die glauben, sie müssten es in Jugendspielen ihren “Vorbildern” aus der Liga gleichtun und dem Gegner lieber von hinten in die Beine rauschen, als dass sie einen Torschuss zulassen.
Des weiteren hat es mich wirklich sehr gefreut, dass Reinartz sein Jahr beim Club offensichtlich nicht vergessen hat, sondern sich wohl darüber bewusst ist, dass ihn eben jenes Jahr in Nürnberg dahin gebracht hat, wo er jetzt ist: In die Startformation einer Mannschaft, die noch immer ganz oben in der Liga mitspielt.
Ich freue mich auch über die Entschuldigung von Reinartz und dass er irgendwo immer noch seine Verbundenheit zum Club zeigt.
Ich hätte mir aber auch ein ganz klein wenig “eigene Schuld” in der Entschuldigung gewünscht, immerhin ist er mit gestrecktem Bein voll gegen den Gegner gegangen, als ganz “normal” sehe ich den Vorgang nicht an. Aber egal, schön, dass er sich entschuldigt, vor allem, dass er sich bei Breno noch persönlich melden will.
@berlinclub, kleine Verbesserung, Reinartz war gerade mal ein halbes Jahr bei uns, kein ganzes. Umso beeindruckender die Lücke die er bei uns gelassen hat und um so schöner seine Verbundenheit mit dem Verein.
Noch ein Wort zu Tavares: Die Presse sah seine Leistung durchwegs überdurchschnittlich
http://www.weltfussball...ayer-leverkusen/noten/
@ Armin, stimmt, danke für die Korrektur! Da kann man mal sehen, wie sehr mich seine Leistung beeindruckt hatte, dass ich ihn eine komplette Saison bei uns “gefühlt” habe
Und kurz zu seiner eigenen Schuld: Da hast Du zwar Recht, aber ich halte Reinartz mal zugute, dass dieser Brief das Schuldeingeständnis zwischen den Zeilen hervorschimmern lässt.
Außerdem weiß ich nicht, ob er sich mit einem klaren Eingeständnis nicht sogar einer möglichen zivilrechtlichen Verfolgung (den Bayern – aber nicht nur denen – bei Witterung von möglichen Schadensersatzansprüchen durchaus zuzutrauen) hätte aussetzen können.