27. Spieltag: FCN vs. Hoffenheim 0:0 Endstand

Kurz vor dem Ende nahm Rangnick noch Carlos Eduardo vom Platz, der doch viel Gefahr versprühte – entsprechend unzufrieden der Brasilianer. Die Partie ging dann zu Ende ohne den letzten Willen und Risiko beider Mannschaften auf Sieg zu spielen. Hannover klar verloren in Stuttgart, Freiburg kann doch noch gewinnen, siegt gegen Mainz und schließt wieder auf. Bremen tut dem Club einen Gefallen und siegt in einem wohl typisch-bremerischen Spiel nach zweifachen Rückstand noch 3:2 gegen Bochum, die in der Schlußphase viel Pech hatten und beinahe doch nochmal ausgeglichen hätten. Die Sensation des Spieltags aber in Frankfurt, denn die besiegen die Bayern mit 2:1. Die Tabelle: 13. 1. FC Köln 28, 14. VfL Bochum 27, 15. 1. FC Nürnberg 25, 16. Hannover 96 23, 17. SC Freiburg 23, 18. Hertha BSC 15 (Hertha spielt am Sonntag noch in Wolfsburg)

Erste Reaktionen (kicker): Nürnberg sicherte sich gegen Hoffenheim in einer mäßigen Partie einen glücklichen Punkt. Das technisch bessere und spielerisch klar überlegene 1899 konnte gegen den offensiv ängstlichen und defensiv anfälligen Club beste Chancen nicht in ein Tor ummünzen und ließ einen möglichen Dreier fahrlässig liegen.



Spiel:

Schlußpfiff.

85. Boakye für Choupo-Moting zur Schlußoffensive – aber Hoffenheim kontert gefährlich. Bremen führt jetzt gegen Bochum, Stuttgart weiter vorn gegen Hannover, Freiburg führt noch(…) gegen Mainz.

75. – Hecking setzt auf den griechischen Stürmergott für Frantz. Der Club zwischenzeitlich auch mal gefährlich vorne, aber ein Punkt ist vielleicht zu wenig – jedenfalls für Hecking, wie es aussieht. – In Bremen gelang Bochum wieder die Führung und Bremen der erneute Ausgleich.

60. Minute – Schäfer hält den Club mit Doppel-Parade gegen Ibisevic im Spiel. Insgesamt hat das Spiel mehr Aktionen, aber die dicken Chancen hatte z.B. auch Carlos Eduardo, der freistehenden aus wenigen Metern daneben köpft. Auf den anderen Plätzen hat Bremen gegen Bochum ausgeglichen und Stuttgart gegen Hannover auf 2:0 erhöht.

2. Halbzeit läuft – Hecking bringt überraschenderweise Mintal für Tavares und zeigt damit seiner Mannschaft taktisch den Weg nach vorne.

Halbzeit 0:0 – Nur eine richtige Großchance im Spiel und die hatte Hoffenheim. Doch Carlos Eduardo nagelt die Pille aus acht Metern in der 13. Minute an die Latte. Auf den anderen Plätzen liegt Stuttgart gegen Hannover mit 1:0 vorne, aber Bochum führt in Bremen und Freiburg im Heimspiel gegen Mainz.

Spiel läuft

Anstoß: Heute, Samstag, 20.03.2010, 15:30 Uhr

Aufstellungen:

Nürnberg: Schäfer – Diekmeier, Wolf, Maroh, Pinola – Ottl, Tavares – Risse, Gündogan, Frantz – Choupo-Moting

Hoffenheim: Hildebrand – Ibertsberger, Simunic, Compper, Eichner – Weis, Luiz Gustavo, Salihovic – Carlos Eduardo – Ibisevic, Maicosuel


Vorbericht:

Der Club also definitiv ohne den Top-Stürmer Bunjaku, der mit Adduktorenproblemen ausfällt. Für ihn wird wohl Choupo-Moting in die Mannschaft rücken, nachdem nach Boulevard-Berichten Hecking die Trainingsleistung von Charisteas kritisiert haben soll. Allerdings wäre so ein “Trainingseindruck” mit Vorsicht zu genießen. Einzeläußerungen von Trainern im Training darf man nicht zu hoch hängen. Dennoch dürfte Harry trotz Siegtreffer in Berlin erstmal wieder auf der Bank Platz nehmen.

Verfolgt man die Fan-Diskussion beschäftigt man sich eigentlich meistens mit der Bewertung des vergangenen Spieltags oder den (möglichen) Auswirkungen dieses oder jenen Ergebnisses auf die weitere Saisonentwicklung – komischerweise eher selten damit, wie denn ein Ergebnis erzielt werden können. Oder kurz: Wie kann man Hoffenheim eigentlich schlagen?

Es ist kein Geheimnis, dass Hoffenheim seit dieser Fabel-Hinserie 2008 nicht mehr in die Erfolgswelle zurückfand. Wohl ein Grund für einen kleinen Dauerkonflikt in Hoffenheim mit Rangnick (www), dem das aktuelle Personal wohl insgeheim nicht ausreicht für (seine) höhere Ziele. Als 7ter in der Hinrunde dieser Saison hatte man schon 5 Punkte Rückstand auf das internationale Geschäft, in der Rückrunde ist man aktuell gar 16ter und mit insgesamt 32 Punkten noch nicht einmal gänzlich aus dem Abstiegskampf heraus. Eine Niederlage gegen Nürnberg würde die Clubberer gar in eine Reichweite von nur noch 5 Punkten bringen.

Hoffenheim war bekannt als extrem offensivstark, aber hinten anfällig. Dazu griff man tief in die Tasche und holte einen Simunic aus der Hauptstadt nach Sinnsheim. Aber statt damit nun das Problem in den Griff zu bekommen hat man in dieser Saison auch noch ein Offensivproblem und erspielt sich zu wenig Chancen (www). An der Qualität der Einzelspieler besteht wohl kein Zweifel, ein Carlos Eduardo allein ist eigentlich eine Augenweide in der Bundesliga, dazu eben jener Simunic (lange eine Bank in Berlin), ein Ibisevic, der in der besagten Traumsaison bereits auf Gerd Müllers Spuren wandelte, oder einen Hildebrand im Tor. Sicher tun die Ausfälle von Ba und Obasi dem Team nicht gut, aber das Problem ist eher, dass die Mannschaft auch nach Zwischenhochs immer wieder den Faden und die Balance zwischen Defensive und Offensive verliert. Das geht ans Selbstvertrauen und man wird als Team instabil, anfällig für Fehler und Nervenschwäche. – Sechs Niederlagen in neun Rückrundenspielen, darunter in Bochum und Mainz, zeigen, dass es nicht nur die großen Teams sind, gegen die es nicht langt – aktuell sind auch Teams wie Gladbach (2:2) oder Hannover (ein knapper 2:1-Sieg) kein Selbstläufer.

Der Club wird also gut daran tun nicht wieder so einen verpennten Einstieg wie gegen Berlin abzuliefern. Denn ins Spiel kommen lassen sollte man Hoffenheim sicher nicht. Die Blockade ist eher eine Kopfsache und eine Frage der angesprochenen Teambalance, was durch Selbstvertrauen und kleinere Erfolgserlebnisse zu beheben ist. Genau die sollte der Club also nicht bieten und statt dessen versuchen aus einer stabilen Deckung auf die Fehler zu warten, die aktuell auch einem Simunic immer wieder unterlaufen. Dann könnten sich mit zunehmender Spieldauer die Chancen bieten, die man nutzen sollte. Dass Bunjaku ausfällt ist gerade in so einem Spiel bitter, den er hat aktuell dieses Selbstvertrauen auch einen Ball reinzumachen. Aber insgesamt darf der Club wieder hoffen, denn nicht nur die kleine Serie zuletzt und der Sprung auf den Nicht-Abstiegsplatz macht Mut, man meint auch das Glück wieder auf seiner Seite zu haben. Was die Hertha in Berlin in der 1. Halbzeit ausließ ist sicher auch Schäfer zu verdanken, war aber auch einfach das bisher so oft fehlende Quentchen Glück – wie auch der ausgebliebene Abseitspfiff in der Nachspielzeit beim Treffer von Charisteas. Auch wenn der tatsächlich nicht im aktiven Abseits stand, so haben solche komplizierten Passiv-Aktiv-Abseits-Situationen doch oft genug schon einen Pfiff ausgelöst, der dann als Randnotiz mal wieder zur “Wahren Tabelle” addiert wurde. Auch Schäfers Schupser gegen Cicero (22.) hätte wohl Elfmeter geben müssen, was rechnerisch ein Unentschieden ergeben hätte. So hat der Club nach langen Klagen über verpfiffene Punkte nun (man erinnere sich an Wolfs Sperren ohne Ball gegen Leverkusen) nur noch 2 Punkte zu wenig auf dem Konto der “Wahren Tabelle”.

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65 Kommentare zu “27. Spieltag: FCN vs. Hoffenheim 0:0 Endstand”

  1. belschanov sagt:

    @Alexander:

    Ich habe das,was du geschrieben hast, nicht genau genug gelesen. Deshalb ging mein Kommentar, an dem ich inhaltlich festhalte, am eigentlichen Thema vorbei. Ich bitte dies zu entschuldigen.

  2. Der Tobi sagt:

    Also Köln (bei denen geht’s ja um 5 Vorfälle) meinte bereits dass sie das Cluburteil nicht anerkennen würden.
    Finde die Strafe auch viel zu hart!

  3. Optimist sagt:

    Finde die Strafe auch viel zu hart

    In der Sache ist das OK, aber unterm Strich viel zu teuer im Vergleich zu dem, was man sonst so zahlt für Böller und Bengalos (da gabs ja auch schon nur 4-stellige Strafen)

  4. Optimist sagt:

    Also Köln (bei denen geht’s ja um 5 Vorfälle) meinte bereits dass sie das Cluburteil nicht anerkennen würden.

    Köln hat einmal Totalausschluss (Sitz- und Stehplätze) beim Auswärtsspiel in Hoffenheim bekommen, dazu 30.000 Euro Strafe und Schadensersatz (Ausfall Kartenkontingent) an Hoffe. Das ist die gleiche Hausnummer, aber eigentlich ist das für 5 Zwischenfälle dann doch vergleichsweise milder, finde ich. Ich hätte lieber einen Ausschluß für den letzten Spieltag gesehen :mrgreen:

    Allerdings hat der Club ja keinen Totalausschluss bekommen, sondern darf die Sitzplätze vergeben. Hier kann man Bader durchaus gratulieren, da er es immerhin geschafft hat, dass nicht auch die gemäßigten Sitzplatzfans mit bestraft werden.

  5. Steuergott sagt:

    @Bunteskanzler

    Wenn ich Anwalt der zündelnden Ultras wäre, dann würde ich die Schadensersatzforderung des Club damit abwehren, dass ich behaupte, die 100.000 € hat der Club mehr oder weniger freiwillig gezahlt und damit (auch im Interesse der Zündler) seine Schadensminimierungspflicht verletzt.

    Als Schadensersatz geht juristisch nur das durch, was für den Club unabwendbar gewesen wäre. Geht man davon aus, dass dem Club statt der Zahlung ein Punktabzug gedroht hätte, so sind die 100.000 € Schaden gaaanz sicher ersatzfähig, da ein Punktabzug eine höheren Schaden (u.U. Millionenschaden im Abstiegsfall) produziert hätte.

    Aber ich möchte die Zündler nicht verteidigen, da würde ich vor jeder Sitzung Vorschusszahlungen anmahnen….aber Gott sei Dank bin ich auch Steuergott…..

  6. Skaos sagt:

    was ich nicht versteheh herta und kölln bekommen eine mildere strafe
    kann mir da smal einer erklären?

  7. Steuergott sagt:

    @skaos

    Herr Bader hat sich wieder einmal über den Tisch ziehen lassen. Während das Urteil (zwei Auswärtsspiele ohne Stehplatzfans) gesprochen wurde, ist man seitens der Richterbank davon ausgegangen, der Club werde das nicht akzeptieren.

    Da der Club in Gestalt von Herrn Bader aber ein Depp ist, hat er es akzeptiert. Sollen die Richter jetzt sagen, wir ändern das Urteil, weil der Veruteilte zu blöde war, dagegen vorzugehen….Blödheit muß auch bestraft werden, auch wenn Blödheit als solche nicht strafbar ist. Es wird interessant, 0ob der club die 100.000 Euro von den Brandstiftern bekommt. Ich tippen nein, denn ein Schaden auf Blödheitsbasis muß nicht ersetzt werden…

    Dumm, dümmer, Bader…..Es war wieder einmal ein typisdcher Bader….und es geschieht dem Club gescheit recht, wer Bader hat, wird Pleiten ernten…und natürlich den Abstieg, denn Bader macht alle Fehler, die man machen kann (auch nach dem 17. Mai 2008 ist er der Fehlermeister geblieben! Der Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen ist ein Bader….

  8. Armin sagt:

    Ach Steuergott, manchmal sollte man vielleicht nach 23:00 Uhr nicht posten!?

    Vielleicht war der Club als Wiederholungstäter angeklagt, dazu die deutlich stärkeren Auswirkungen der Ausschreitungen im Block, immerhin zwei Schwerverletzte, auch wenn diese wahrscheinlich die Täter selbst waren.

    Deine mutige Schlußfolgerung, die Richter hätten die Strafe gern wie im Basar ausgehandelt, also iderspruch des FCN, dann niedrigeres Strafmaß ist schon sehr lustig, ich kenne keinen Richterspruch, der absichtlich höher ausgefallen wäre um ihn dann nach verhandeln zu können. Was nicht heißt, dass manchmal tatsächlich ein Einspruch sinnvoll sein kann. Hier sehe ich das aber ganz und gar nicht.

    Im Gegenteil, durch die klare Haltung von Bader schon im Vorfeld der Verhandlung konnte vermieden werden, dass wir ähnlich wie Köln gar keine Fans hätten mitnehmen können.

    Und noch eine kleine Denksportaufgabe zum morgen, wenn Bader so schlecht ist, warum spielen wir dann jetzt erste Liga und stehen im Schlußspurt der Liga auf einem Nichtabstiegsplatz? Nur mal so gefragt.

    Natürlich macht auch Bader Fehler, schließlich ist er auch ein Mensch und außerdem ist Fußball halt auch nicht bis zum letzten Detail planbar. Es ist und bleibt ein Spiel, da gehört Glück dazu, da gehören Spieler dazu, die sich verletzten können, die eine Formkrise haben können oder es gibt schlicht menschliche Disharmonie in einer Mannschaft, das ist nicht alles vor Beginn einer Saison vorhersehbar.

    Ich denke nach wie vo Bader macht mehr richtig als falsch und bin deshalb froh so einen Manger zu haben. Die Alternative, einer wie D. Hoeneß oder M. Meier und dann nach wenigen Jahren Schulden die den Verein fast nicht mehr handlungsfähig machen? Für mich keine Alternative.

  9. Ich finde es bisschen scheinheilig jetzt auf der Hertha herumzuhacken, die kämpfen halt ums Überleben – wir waren in vergleichbaren Situationen auch keine Mutter Theresa (ich denke da an den martialischen Zusammenbruch von Trainer Wolf in Aachen und unseren Protest weil die Mannschaft danach brutal verunsichert gewesen sein soll … die Argumentation kennt man dann ja: “Im Sinne des Vereins sind wir fast gezwungen alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen”)

    Das ist nicht schön, macht aber noch kein Feindbild. Warum Schäfer generell nicht einfach mal besonnener wird, auch wenn (soweit ich gesehen hab) die Aktion eher harmlos war, ist mir ein Rätsel. Er wandelt eindeutig in Lehmanns Spuren, der auch immer so ne Ecke provoziert, auch wenn man nicht alles ahnden kann…

  10. Armin sagt:

    Hallo Alexander
    Das scheinheilig kann ich so nicht stehen lassen. Wenn die Hartha gegen die Spielwertung Einspruch erhoben hätte könnte ich das irgendwo noch verstehen, nach dem Motto alle Mittel sind recht, aber den Torwart eines Konkurrenten nachträglich sperren lassen wollen, das hat für mich dann nichts mehr mit “Kampf mit harten Bandagen” zu tun.

    Natürlich geht es um sehr viel, ein Abstieg würde für Hertha den Kampf ums wirtschaftliche Überleben bedeuten, denen könnte es durchaus wie den Blauen aus München gehen. Für die zweite Liga ist das Stadion zu groß und zu teuer, dazu jetzt schon eine hohe Verschuldung und eine Mannschaft die nach dem Abstieg auseinanderfallen wird. Da können die Nerven schon mal blank liegen. Aber dann bei eigenem Verschulden, Stürmung des Feldes durch die eigenen Fans, zu schreien “haltet den Dieb und auf jemand anderen zu weißen, das ist doch sehr viel eher scheinheilig, als mein obiger Kommentar.

    Nein ich bleibe dabei, die Hertha ist und bleibt für mich ein unsympathischer Verein und das beweißt sich in so einer Situation mal wieder.

  11. belschanov sagt:

    …den Torwart eines Konkurrenten nachträglich sperren lassen zu wollen, das hat für mich dann nichts mehr mit “Kampf mit harten Bandagen” zu tun.

    Genau so isses.

    Widerliches Verhalten ist sowas. Ungefähr so, wie wenn einer einen Klassenkameraden wegen einer Bagatelle beim Lehrer verpetzt, um sich einen Vorteil zu erschleichen.

  12. Armin: Das scheinheilig kann ich so nicht stehen lassen. Wenn die Hartha gegen die Spielwertung Einspruch erhoben hätte könnte ich das irgendwo noch verstehen, nach dem Motto alle Mittel sind recht, aber den Torwart eines Konkurrenten nachträglich sperren lassen wollen, das hat für mich dann nichts mehr mit “Kampf mit harten Bandagen” zu tun.

    Das mit dem “scheinheilig” bezog sich auch weniger auf dich als auf den Verein, denn auch da klingen mir noch die Ohren mit besagter Erklärung “zum Wohle des Vereins müsse man ja … alle Mittel und Möglichkeite ausschöpfen…”. Ich frage mich auch: Hätte es der Club auch gemacht? Da ich das nicht eindeutig verneinen kann (auch, weil eben hypothetisch) bin ich etwas vorsichtig.

    Aber ich denke eines ist doch klar: Schäfer hätte es sein lassen sollen, die Fans hätten das sein lassen sollen (auch wenn ich keinen Zusammenhang sehe), die Hertha hätte es sein lassen sollen und der DFB soll es jetzt auch sein lassen. Dann hätte wenigstens einer was richtig gemacht.

  13. Steuergott sagt:

    An Armin,

    das Geschacher ist gang und gäabe. Zum Beispiel bei einer Betriebsprüfung zwischen Finanzamt und Steuerpflichtigen. Daher glaube ich schon, dass das Strafmaß niedriger gewesen wäre, wenn man es so wie Köln gemacht hätte. Immerhin hat Köln 5 Vorfälle zu vermelden gehabt und lieber ein Spiel ganz ohne Fans, als zwei ohne Stehplätze, denn in Hoffenheimt Ersatz für 2000 Tickets leisten ist billiger, als in Freiburg und Hamburg für 6000 Tickets…

    Naja, aber MaBa hat halt wieder gebadert…

  14. Armin sagt:

    @Steuergott

    Natürlich gibt es bei außergerichtlichen Einigungen auch ein “Geben und Nehmen”, insbesondere in Fällen bei denen der Sachverhalt schwer nachweisbar ist, bzw. eine Beweisführung sehr aufwendig und damit langwierig ist. Wirtschaftsstrafsachen sind da besonders häufig anzutreffen.

    Aber etwas anderes ist ein Verfahren vor einem DFB-Sportgericht bei eindeutiger Sachlage. Ich kenne keinen einzigen Fall in dem eine Berufung eine Strafmilderung gebracht hätte, siehe auch die rote Karte gegen Schäfer in der Vorrunde.

    Übrigens Köln hat die Strafe auch sofort angenommen und nicht “geschachert”, dass die Strafen unterschiedlich ausgefallen sind hat auch mit der unterschiedlichen Auswirkung zu tun. Eben beim Club 8 Verletzte, davon 2 schwer.

    Es hat also nichts mit schlechter Führung zu tun, wenn Bader und die Vereinsführung die Starfe so akzeptiert hat.

  15. Optimist sagt:

    Armin: dass die Strafen unterschiedlich ausgefallen sind hat auch mit der unterschiedlichen Auswirkung zu tun. Eben beim Club 8 Verletzte, davon 2 schwer.

    Die Strafe ist durchaus vergleichbar: Hier 2 x Teilausschluss, da 1 x Vollausschluss. Trotzdem halte ich die zu bewertenden Aktionen der Kölner für schwerwiegender: Die Clubfans haben sich selbst abgefackelt, was ja trotz der Verletzten eigentlich als Unglücksfall im Rahmen einer an sich friedlichen, weil im Block belassenen und einzelnen Aktion zu bewerten wäre.

    Die Kölner hingegen waren wegen 5 Vergehen angeklagt, darunter auch Angriffe auf gegnerische Spieler durch werfen von Gegenständen und sogar Bengalos (Toni Kroos wurde bei der Ausführung eines Eckballs mit einer Bengalokerze beworfen – und zum Glück nicht getroffen).

    So gesehen find ich das Strafmaß gegen Köln schon vergleichsweise Milde. Die Auswirkungen sind für mich nicht maßgebend, sondern die Aktion und Intention.

    Andererseits: Wenn ich bei Rot über die Ampel fahre, wird die Strafe ja auch anders bemessen, wenn ich einen Unfall verursache….

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