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Mintal – das vergessene Phantom

Eigentlich…! … ja eigentlich wollte ich mir das ja mal für die Post-Relegations-Ära aufheben, aber wenn es schon so angesprochen wird in den Kommentaren, muss ich schon mal Senft zu geben.

Ich verstehe es einfach nicht. Einen Mintal im Kader zu haben und nicht spielen zu lassen ist für mich ein Frevel – vor allem wenn es doch eh nicht läuft in einer Saison, also kein anderer Stürmer (oder Sturmduo) zeigte, dass man wirklich auf Dauer besser sei oder dass die Mannschaft ein erfolgreiches System (ohne Mintal) gefunden hätte. – Das ist keine Ironie, das ist mein voller Ernst. Entweder ich trenne mich vor der Saison von ihm oder er ist gesetzt. Ein Spieler mit seiner bewiesenen Qualität und Integrität muss ich nicht nur Vertrauen schenken, ich muss mein Spiel auf ihn abstimmen.

Da haben wir einen Spieler (im noch hervorragenden Fußballer-Alter von 32 Jahren!) in Reihen, der gleich mehrfach Torjäger-Titel in eben von Stefan beschriebender Art und Weise holte (“kaum präsent auf dem Platz aber hat eben die Buden gemacht. Ein Spielmacher war Mintal noch nie.”), und man zieht ihm gleich reihenweise unerfahrene Leihspieler oder Ergänzungsspieler vor. Dass sowas in einer Mannschaft auf Dauer nicht funktionieren kann, liegt für mich auf der Hand.

Mintal ist - wenn er fit ist - zu setzen und man muss ihn in Position bringen, damit er seine Treffer macht. Man muss so trainieren, dass dieser Überraschungsmoment einstudiert wird, den ein Mintal wie vielleicht kein zweiter in den letzten Jahren in der Liga nutzen kann. Dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört, zeigte die Rückrunde letztes Jahr, wo man das endlich mal wieder praktizierte.

Um mal eine JFK-Analogie zu bemühen:
“Mintal muss sich nicht fragen, was er für die Mannschaft tun kann.
Die Mannschaft muss sich fragen, was sie für Mintal tun kann.”

Das wäre der angemessene Umgang mit einem Spieler, den der Club, jedenfalls in den letzten 2 Jahren, eigentlich nicht mehr ‘verdient’ hat, weil man ihm nicht den verdienten Respekt entgegenbringt. Mit Stars muss man eben auch umgehen können – und das gerade dann, wenn sie eben nicht die geborenen Lautsprecher in eigener Sache sind.

Mintal gegen Köln auflaufen zu lassen war mehr als richtig. Ihn in der Relegation zu ‘setzen’ ist eine späte, aber richtige Erkenntnis. Hoffen wir, dass sie nicht zu spät kam.

So! Das musste mal raus.

     

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Kommentare (32)

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  1. Clubfan-Mosel sagt:

    Absolute Zustimmung Alexander!
    Ich hab mich sogar schon gefragt ob es da ein persönliches Problem gibt oder ob Mintal dem Trainerteam innerhalb des Mannschaftsgefüges zu stark ist!?

    Fakt ist, er muss einfach spielen und dann haut er auch noch mal einen raus und wird maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt haben.
    Spätestens dann ist er wohl der Club-Held der jüngeren Vereinsgeschichte.

    Nebenbei gesagt ist er das für mich schon seit geraumer Zeit!

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  2. Christian sagt:

    Lieber Alexander, da hasst du eine Frage aufgegriffen, die sich mir immer wieder mal gestellt hat. Dass Mintal immer gefährlich sein kann, hat er am Samstag gegen Köln durchaus gezeigt. Das haben vor dem Spiel schon Alt-Cluberer wie Steff Reisch via Nürnberger Nachrichten bemängelt, dass Hecking ihn zu selten einsetzt.Übrigens haben sich Reisch und andere Alt-Cluberer für eine professionellere Vereinsführung als die derzeitige: gute Geschäftsleute, aber wenig fußballerische Erfahrung. So die Altmeister.

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  3. Beobachter sagt:

    Toller Artikel. Seh ich ganz genauso. Wenn Marek fit ist muss er spielen!

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  4. Juwe sagt:

    Ich bin von Marek Mintal in der gegenwärtigen Form nicht so überzeugt, seine Chancen, die er bekam konnte er leider nicht nutzen und der Trainer sieht ihn ja zudem jeden Tag im Training. Aber lassen wir uns überraschen bei Mintal schwingt eben immer eine gerüttelte Portion Pathos mit.

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  5. Der Tobi sagt:

    Mintal ist zu 100% FCN! Keine Frage !
    Aber ich muß leider auch sagen, dass ich Ihn am Samstag wieder sehr schlecht gesehen habe. Beim Kicker hat er auch eine 5,5 bekommen (Saisondurchschnittsnote 4,50). Evtl. ist seine Zeit einfach vorbei? Egal was ist, man sollte versuchen Ihn unbedingt in irgend einer Funktion an den Verein zubinden.

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  6. Mintal wird beim Kicker halt nur an den Toren gemessen. Das ist insoweit auch korrekt, wenn man sonst mit Unauffälligkeit glänzt. Aber das ist ja beim Mintal Konzept – frei nach dem Motto: “It’s not a bug, it’s a feature!” Wenn er dann trifft, lobhudeln wieder alle. Die Frage ist doch: Warum bringt man ihn nicht oft genug in die Position?

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  7. Bertl sagt:

    Ich sehe Mintal auch eher so wie Juwe und der Tobi.
    Seine Zeit ist eigentlich längst abgelaufen, das Problem ist nur das wir keinen neuen Star seit Mintal in der Mannschaft haben.
    Unsere Mannschaft besteht nur aus Durchschnittskickern, wenn sie mal einen guten Tag erwischen können sie jeden schlagen, wenn nicht kommen solche Spiele wie in Freiburg oder Hamburg raus.

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  8. regi sagt:

    Da muss ich leider Tobi und Juwe Recht geben. Ich liebe Marek – aber er ist viel zu langsam. Und torgefährlich ist er auch längst nicht mehr.

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  9. bunteskanzler sagt:

    Torgefährlichkeit ist bei Stürmern ja meistens Formsache, und eine gewisse Grundgefährlichkeit (Instinkt, guter Schuss, beidfüssig) hat Marek schon oft nachgewiesen. Das er langsam ist stimmt allerdings, ist mir auch immer wieder aufgefallen. Trotzdem würde ich ihn einfach mal spielen lassen, ich traue ihm auch jederzeit wieder einen Lauf wie letzte Rückrunde zu wenn er mal wieder trifft, in der Bundesliga vielleicht nicht ganz so viele Tore.
    Wieso eigentlich nicht als Sechser? Das ist der natürliche Werdegang vieler Offensiver – im Alter immer ein Stück weiter nach hinten. Wenn die Spritzigkeit nicht mehr reicht sich vorne entscheidend durchzusetzten, kann man die Erfahrung und Übersicht im Spielaufbau bzw. defensiven Zweikampf meist gut gebrauch. Plus, Mintal könnte locker ein wenig mehr Torgfährlichkeit ausstrahen, als unser jetziges zentrales Mittelfeld.

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  10. Stephan sagt:

    Ich denke dass Augsburg nicht unbedingt Respekt vor der Nürnberger Mannschaft hat, was durchaus ein Vorteil für den FCA ist.

    Mintal könnte ein wenig Respekt zurückgewinnen, und wenn nur aufgrund der Tatsache dass er mangels Spielpraxis schwer einzuschätzen ist. Ob er nun spielerisch einen Unterschied ausmachen mag sei dahingestellt – psychologisch für die eigenen Fans und den Gegner wohl auf jeden Fall.

    Fazit: Marek von Anfang an.

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  11. Christian sagt:

    @ Stephan: Ich verstehe die Logik dahinter nicht. Denn wenn die Augsburger so gar keinen Respekt vorm Gegner haben, dann unterschätzen sie ihn womöglich, was keinen Vorteil mit sich bringt.

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  12. Teo sagt:

    Schön, dass Du den Ball angenommen hast, Alexander ;-)

    Mein Herz, um die Symbolik nochmal aufzugreifen, hätte ziemlich genau Deinen Artikel in meine Feder diktiert, zumindest von der Grundstimmung der Verwunderung und Entrüstung.
    Aber so einfach ist es m.E. nicht.

    “Es geht möglicherweise abermals in den Keller, in den tiefen, tiefen Keller. Aber noch scheint die Sonne über dem Frankenstadion. Doch die ersten grau-blau-dunklen Wolken ziehen sich schon zusammen hier über dem weiten Rund am großen Dutzendteich.” (GüKo’99, Teil 1)

    Unter Oenning hat Mintal eine souveräne Rückrunde in der 2.Liga gespielt. 14 Spiele, 11 Tore. Und somit hat das „System Mintal“ die Wende zur Relegation, zur 1.Liga noch bewerkstelligt. Es war ein Kraftakt, der gerade eben noch so gestemmt wurde und keine „easy-going-Betriebsunfall-Korrektur-im-Vorübergehen“. Und alle freuten sich auf die erste Liga.

    “Harmlos. Gelähmt. Unsicher. Nervös. Mit wackligen Knien. Der FC Wackel-Knie.” (GüKo’99, Teil 2)

    So präsentierte sich der Club zu Beginn der Serie 2009/10 unter Michael Oenning. Das gut einstudierte „System Mintal“ mit den weiteren Korsettstangen Schäfer, Pinola, Wolf und Kluge sollte auch wieder in Liga 1 funktionieren. Die Mannschaft wurde bestenfalls ergänzt.Das Konstante, das Eingespielte, so auch der Tenor vieler Fachleute, sollte die Trumpfkarte des FCN sein. Mit Mintal und Co. und vielen jungen, hungrigen Spielern, die im Zusammenspiel versiert sind, müsse das auch mit dem Klassenerhalt klappen. Für 10 Tore sei Mintal sicher noch gut.
    Und dann begann sie, die Hinrunde. 12 Spiele mit Marek Mintal, 1 Tor. Bis auf den Wolfsburg-Dreier stand das Phantom bei allen geernteten Punkten mit auf dem Platz. Das waren aber unter dem Strich nur 9 Pünktchen. Im „System Mintal“ hakte es, keine Phantomtore, viel zu wenig Punkte. Eher ein Schatten seiner selbst – ein Schatten-Phantom…

    “Und das kann der Abstieg für den 1.FC Nürnberg sein. Das sage ich nicht gerne, aber es ist die Wahrheit.” (GüKo’99, Teil 3)

    In der Rückrunde schafft der Club unter dem neuen Trainer Dieter Hecking 19 Punkte (20:26 Tore/ Hinrunde 12 Punkte und 12:32 Tore). Marek Mintal macht noch zwei Spiele über 90 Minuten. Gündogan, Risse und Frantz haben mit Ausnahme von 2 Blackout-Spielen (Freiburg, Hamburg) das „System Hecking“ lebendig werden und über weite Strecken den Namen Mintal, das Phantom vergessen lassen. Erst im Zuge der Glücklosigkeit und deren Folgen (Wolfsburg) rollte die Forderung nach Marek, nach dem „System Mintal“ wieder heran.

    “Da muss man doch was bieten. Nichts dergleichen ist bisher zu sehen.” (GüKo’99, Teil 4)

    Und dann kam der letzte Spieltag. Und Mintal spielte statt Risse. (Oder doch Eigler für Risse). Geschuldet dem Mannschaftsgefüge beugte sich Hecking scheinbar dem Drängen. Doch da spielte kein Phantom. Nein. Marek war desöfteren zu sehen. Viel zu langsam, umständlich und glücklos. Es war eine schlechte Leistung, aber er war auf dem Platz und viele Mitspieler konnten sich an ihm aufrichten – nur das Spiel auf ihn ausrichten, das konnten sie nicht mehr…

    “Und sie haben keine Chance. Nur noch zehn Zentimeter bestenfalls steht der Club vorm Abgrund…” (GüKo’99, Teil 5)

    Resümee: In der zweiten Liga hat das „System Mintal“ letztes Jahr noch funktioniert. Da gab es einen fulminanten Endspurt zur Glückseligkeit. In der ersten Liga hat es in der Hinrunde schlichtweg versagt. Hecking hat das erkannt und die Konsequenzen gezogen. Auf Gedeih und Verderb an einem leistungsschwachen Spieler festzuhalten ist niemals sinnvoll. Auch nicht bei Marek. Der Erfolg (s.o.) gab dem Trainer recht. Dass er das Phantom, das mit seiner Erfahrung und Ausstrahlung auf die Mannschaft positiv wirkt, für die entscheidenden Spiele (Köln, Relegation) bringt, ist nachvollziehbar und eine große Geste gleichermaßen.

    “Ganz egal, was auch passiert, du bist nie allein, du bist und bleibst für immer unser Club.” (Waikiki Beach Bomber)

    Vision: Am idealsten lässt sich dieses Dilemma zwischen Herz (Stammplatzgarantie) und Verstand (Tribüne) nur lösen, wenn dieser verdiente Spieler, dieses Synonym für Identifikation für den Club, dieser Sympathieträger, dieser wunderbare, feine Mensch, der jenseits aller Starallüren dem FCN so tolle Momente ermöglicht hat, am Donnerstag eine seiner vielen Buden macht und das Clubschiff auf Erstligakurs hält. Und nach der Saison eine Position im Marketing, in der Fanbetreuung oder als Assistent im Trainerstab einnimmt.

    Nur vergraulen, da bin ich ganz bei Alexander, vergraulen sollten sie die Marke Marek nicht, und schon gar nicht auf Etappen. Das wäre seiner nicht würdig.

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  13. Stephan sagt:

    @Christian: im Fussballjargon: vielleicht bindet er ja wenigstens 1-2 Gegner an sich.

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  14. Christian sagt:

    @ Stefan: Diesen Jargon versteh ich schon, was Mintal betrifft. Respekt vor der gegnerischen Mannschaft, das ist etwas anderes.

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  15. belschanov sagt:

    Ich denke schon, dass Mintal in dieser Saison das eine oder andere wichtige Tor erzielt hätte, wenn er öfter zum Einsatz gekommen wäre. Ein Spieler muss das Vertrauen des Trainers spüren, um das Selbstbewusstsein zu haben, das die Grundlage für eine gute Leistung ist. Das gilt auch für einen erfahrenen Mann wie Mintal, der unbestritten als einer der verdienstvollsten Spieler des FCN in den letzten 40 Jahren gelten kann. Dieses Vertrauen wurde ihm nicht entgegengebracht. Man vertraute eher auf Gündogan. Der hat seine Sache zunächst ganz gut gemacht, baute aber zum Ende der Saison hin immer mehr ab. In den letzten Spielen war seine Leistung so schwach, dass seine Aufstellung fast schon einer Ohrfeige für Mintal gleichkam. Hecking scheint das mittlerweile erkannt zu haben…

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  16. Clubfan-Mosel sagt:

    Ich weiß nicht ob man von einer Ohrfeige für Mintal sprechen kann, ich denke dazu sind wir letztendlich alle nicht nah genug dran. Aber schon nach dem Spiel gegen Wolfsburg habe ich die Frage gestellt, ob man Gündogan nicht vielleicht doch eine Pause geben sollte. Der Druck auf solch junge Spieler ist in der Situation in der sich der Club befand und befindet doch sehr hoch und da muss man einem 19jährigen auch mal Fehler zugestehen. Dass die dann solch tragische und heftige Konsequenzen haben wie sein Fehlpass vor dem Dzeko-Tor haben ist dann doppelt blöd.
    Es kann nicht jeder von den Jungen mit dem Druck so gut klar kommen wie ein Mike Frantz. Zumindest hab ich den Eindruck, dass er das ganz gut hin kriegt.

    Also ich denke Mintal wird zumindest am Donnerstag auflaufen. Ob er dann sticht werden wir sehen. Ich jedenfalls glaube dran!

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  17. Optimist sagt:

    Eine Einsatz-Garantie nach dem Motto “Wenn er fit ist, muss er auch spielen” geht mir schon etwas zu weit. Da muss man schon sehen, dass es trotzdem auf Leistung ankommen muss. Wir haben nicht die Klasse im Team, einen Ausfall mit durchzuschleppen – was nicht heißen soll, Mintal wäre ein Ausfall, ich meine das ganz allgemein.

    In der Verfassung des letzten Spiels kann und sollte man Mintal einsetzen: Er ist zwar nicht groß aufgefallen, aber eben auch nicht negativ aufgefallen. Er war kämpferisch präsent, hat einige Zweikämpfe gewonnen – auch nicht unbedingt seine Stärke – und keine haaarsträubenden Fehlpässe gespielt. Dabei strahlt er immer eine Präsenz aus, die den Kollegen hilft und auch den Gegner beeindruckt – auch wenn er länger nicht getroffen hat, aber der Name wirkt trotzdem. Das es auch schon anders war, hat man im Hinspiel in Köln gesehen: Da fand ich seine Leistung wirklich unterirdisch, da war ein Anspiel auf Mintal fast gleichbedeutend mit einem baldigen Ballverlust. In diesem Zustand sollte und darf es dann auch keine Einsatzgarantie geben, denn dann hilft er nicht.

    Ein gutes Beispiel für die Wirkung der Präsenz eines Führungsspielers ist übrigens der Ausfall von Wolf gegen Dortmund. Was haben wir nicht vorher gemeckert über Wolfs schwache Form, aber Tatsache war, dass ohne ihn die Abwehrleistung noch schlechter war und auch der sonst zuverlässige Maroh den totalen Flattermann hatte. Daher sieht man im Nachhinein: Auch Wolf ist zurecht gesetzt. Warum also nicht auch Mintal, solange er in akzeptabler Form spielt (wie jetzt gegen Köln).

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  18. Teo sagt:

    belschanov: Ich denke schon, dass Mintal in dieser Saison das eine oder andere wichtige Tor erzielt hätte, wenn er öfter zum Einsatz gekommen wäre.

    Marek Mintal hat im ersten Spiel gegen Schalke getroffen. Er stand in der Hinrunde 12 Mal in der Anfangself. Gündogan bis zum 7.Spieltag fünf Mal, dann gar nicht mehr…

    Ich kann da deiner Logik nicht folgen.
    Viele Spiele – keine Wirkung – keine Tore.

    Die Spielberechtigung von Mintal leitet sich am Donnerstag nicht über die Leistung, sondern von seinem Standing & seiner Routine ab.
    Einen Freibrief bezüglich Aufstellung darf man niemandem ausstellen. Auch nicht Mintal. Man muss aber anständig mit ihm umgehen…

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  19. BSE08 sagt:

    Was für ein starker Kommentar von Teo – Respekt.
    Daß Marek jetzt so stark diskuttiert wird, gefällt mir nicht, weil es so stark nach dem letzten Strohhalm aussieht, nach welchem Ertrinkende greifen.
    Gibts denn keine Alternative sowohl zu Marek als auch zu Gündogan?

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  20. Optimist sagt:

    @ BSE: Broich und Gygax. Also die Antwort ist: nein

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  21. Ja, das sind gute und interessante Fakten, Teo, starker Einwand. Was ich dagegenzusetzen habe ich in der Tat mehr aus dem Bereich Mythen und Geschichten – trotzdem bleibe ich dabei, denn …

    Marek war keine Eintagsfliege. Er hat sowohl in der Slowakei wie auch in der ersten und zweiten Bundesliga unter Beweis gestellt, dass er in allen Belangen Liga-tauglich ist und sogar darüber hinaus eine exponierte Begabung hat. Richtig ist, dass die schweren Verletzungen so einen Spieler zurückwerfen, ihn vielleicht sogar daran hindern je wieder in diese Form zu kommen. Dagegen spricht aber die außerordentliche Rückrunde letztes Jahr und das in einer eigentlich insgesamt spielerisch schwachen Mannschaft, der es kaum gelang Chancen zu generieren (und das in Liga 2…).

    Für mich hat Marek sicher durch die Verletzungen Prozente verloren, das reicht aber immer noch um bei seiner Spielart ein Top-Stürmer zu sein. Ich erinnere mich noch gut an einen “lustigen” Fernseh-Bericht als man immer Schattenschablonen über die Bilder hielt um zu zeigen – “wo war da eigentlich gerade noch Mintal?” Der Begriff “Phantom” kam ja nicht vom “Düsenantrieb” als Sprinter, sondern von seiner Begabung “unterzutauchen” und am rechten Ort “aufzutauchen”. Das klang alles immer bisschen mysteriös, ich bin aber überzeugt, dass das auch taktisch eintstudiert war. Marek konnte sich so frei bewegen um sich in Stellung zu bringen und dann dank hervorragender Schußtechnik abzuschließen. Dass diese Situationen kaum noch “passieren” ist also nur zu einem (vielleicht gar geringen) Teil Mintal zuzuschreiben, sondern der Taktik und den Mitspielern. Das meinte ich: Die Mannschaft muss für Mintal arbeiten, damit Mintal ihr Tore zurückgeben kann.

    Dass er die sich gebotenen Chancen dann zuletzt nicht nutzte ist für mich kein Beleg. Dass Stürmer Chancen nutzen ist zum einen eine Frage der Statistik, also wie viele Chancen bieten sich überhaupt (und da war es diese Saison extrem dürftig…) und dann eine Frage des Selbstvertrauens. Der sensible Mintal wurde aber ganz sicher in Sachen Selbstvertrauen eher demontiert als aufgebaut.

    Nein, ich bleibe dabei, auch wenn es vielleicht nur ein “Glaube” ist: Mintal ist zu setzen.

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  22. Teo sagt:

    Optimist: @ BSE: Broich und Gygax. Also die Antwort ist: nein

    Broich wechselt nach Brisbane. siehe kicker-online.

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  23. Teo sagt:

    Alexander | Clubfans United: Dass Stürmer Chancen nutzen ist zum einen eine Frage der Statistik, also wie viele Chancen bieten sich überhaupt (und da war es diese Saison extrem dürftig…) und dann eine Frage des Selbstvertrauens. Der sensible Mintal wurde aber ganz sicher in Sachen Selbstvertrauen eher demontiert als aufgebaut. Nein, ich bleibe dabei, auch wenn es vielleicht nur ein “Glaube” ist: Mintal ist zu setzen.

    Es war denn eher eine Frage der Chancenverwertung, denn der Chancenanzahl. Bei der Chancenverwertung liegt der Club abgeschlagen auf dem letzten Platz mit ca. 18% verwerteter Chancen.
    Und gespielt hat er die Hinrunde. “Demontiert” wurde er dann demnach in der Rückrunde unter der erfolgreichen Ära Hecking (im Vergleich zur Hinrunde unter Oenning).
    Somit führt das unweigerlich zur Trainerdiskussion…

    Dennoch: Am Donnerstag wird er sicher spielen.

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  24. belschanov sagt:

    Teo:

    Ich kann da deiner Logik nicht folgen.
    Viele Spiele – keine Wirkung – keine Tore.

    a) Logik war noch nie meine Stärke…
    b) Soweit ich mich erinnere, stand Mintal in der Rückrunde nicht allzu oft in der Startelf. Vielleicht stimmt aber auch irgendwas mit meinem Erinnerungsvermögen nicht (mehr)…

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  25. Optimist sagt:

    belschanov: Soweit ich mich erinnere, stand Mintal in der Rückrunde nicht allzu oft in der Startelf.

    …aber zum Beispiel beim 3:1 in Hannover und hat dort ein starkes Spiel gemacht: u.a. das 1:0 für Bunjaku aufgelegt.

    Er ist also durchaus mehr als nur eine mystische Hilfe, wenn er gut drauf ist – auch jetzt noch.

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  26. Und vielleicht doch noch paar Zahlen:

    Mintal hatte im ersten Spiel der Saison getroffen, danach ordentlich gegen Frankfurt gespielt, es folgten vier dürftige Spiele (wenn man nur die kicker-Note mal gelten ließe) in einem Team, das nur gegen den VfB (0:0) zu überzeugen wusste (der Heimsieg gegen Gladbach war so naja). Ein ordentliches Spiel gegen die Hertha, ein schlechteres gegen Hoffenheim und das war es, was ihm – dem Idol und Aufstiegsheld – in einer insgesamt schwachen Mannschaft (die Noten der anderen waren auch in der Regel nicht wirklich viel besser) schon jeden Kredit kostete. Danach immer nur noch aus- oder eingewechselt. Irgendwann fast aussortiert.

    Die Sturmkollegen mit Ausnahme von Bunjaku in einer kurzen effektiven Wirkungsphase überstrahlten ihn auch nicht, bemerkenswert da der Einwand, Charisteas ist immer noch laut kicker unser Noten-bester Stürmer.

    Wenn also die Mannschaft insgesamt, vor allem aber der Sturm, nicht funktioniert – werde ich dann den aussortieren, der schon mal im Leben gezeigt hat, dass er es kann?

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  27. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United: Wenn also die Mannschaft insgesamt, vor allem aber der Sturm, nicht funktioniert – werde ich dann den aussortieren, der schon mal im Leben gezeigt hat, dass er es kann?

    Genau, deswegen finde ich, stellt sich die Mannschaft für Do von selbst auf: Bunjaku (bester Torjäger), Frantz (derzeit stärkster Offensivspieler im Gesamtpaket), Mintal (aus genannten Gründen) Eigler (Mr. Relegation – sorgt für Respekt beim Gegner), dahinter Ottl (Alternativlos) und Gündogan (oder Tavares, einziger Wackelkandidat) sowie die Abwehr vom Köln-Spiel, da Diekmeier noch ausfällt. Jede weitere Änderung wäre eine Riesenüberraschung für mich.

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  28. Clubberer sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen!
    Volle Übereinstimmung!

    MINTAL – FUßBALLGOTT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Die Erkenntnis von Hecking kommt etwas spät, dass die jungen Söldner im Abstiegskampf nichts taugen und man einen erfahrenen torgefährlichen Mann auf der Bank versauern lies.

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  29. Hörnla sagt:

    Alexander | Clubfans United: wie viele Chancen bieten sich überhaupt (und da war es diese Saison extrem dürftig…)

    Das stimmt leider nicht ganz – wenn man der Statistik im “kicker” Glauben schenken darf. Vor zwei Wochen oder so stand Schalke auf Nr. 1 der Chancenverwertungstabelle mit weit über 30 Prozent Quote, der Club als Letzter dieser Tabelle hatte gerade mal, wenn ich mich recht erinnere, vier Chancen weniger erarbeitet, aber eine Verwertung von lediglich knapp über 19 Prozent. Darin liegt also eher das Problem.

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  30. Armin sagt:

    Einspruch Alexander.

    Ich kann alle Fans des FCN und des Spielers Marek Mintal gut verstehen, er war mal einer der besten Spieler die beim Club unter Vertrag standen und hätte er nicht drei so schwere Verletzungen gehabt wäre er vielleicht ein ganz großer im internationalen Fußball geworden, wer weiß?

    Aber leider kam es nicht so, nach der Torjägerkanone in der Aufstiegssaison 03/04 und der Bestätigung derselben in Liga 1 mit 24 Toren in der Saison 04/05 kamen die Verletzungen. Sicher seine Quote mit 66 Toren in 163 Ligaspielen gehört immer noch zu den guten, aber schon der Blick auf die Assists macht das Dilemma deutlich 14 in ebensovielen Spielen. Das sind uaf eine Sasison mit 34 Spielen hochgerechnet nicht einmal ganze 3 Torvorlagen, für einen zentralen offensiven Mittelfeldspieler eine hundsmiserable Quote!

    Aber als reiner Stürmer konnte er auch nie überzeugen, Mintal muss aus der Tiefe kommen, über den Platz schleichen, liebt nicht das direkte Duell mit einem Innenverteidiger, das Phantom eben.

    Wie setzt man aber nun einen solchen Spieler ein? Kein großer Dribbler wie Özil, Ribery oder Robben, kein Stoßstürmer in der Mitte, kein Vorlagengeber wie Misimovic, kein Ballverteiler, kein Spiellenker und auch die Zweikampfstärke ist nicht die beste. Er ist der reine Knipser, aber gibt es für so einen Spieler heute noch Platz?

    Ja wenn er Messi oder Ronaldo heißt, eher nein bei allen anderen Spielern, denn im modernen Fussball müssen alle Spieler ständig mitarbeiten, ein Phantom ist da eher nicht mehr gewünscht.

    Aber könnte es für einen “kleinen” Verein wie Nürnberg nicht doch sinnvoll sein, seine bekannt hohe Qualität beim Torschuss zu nutzen? Ich fürchte eher nein, denn gerade unsere Mannschaft schafft es viel zu selten die Defensivschwächen von Mintal zu kompensieren, dazu kommt noch, dass mit Mintal auch noch die Kreativzentrale im Mittelfeld unbesetzt bleibt.

    Ich fürchte es ist eben nicht die hier postulierte Respektlosigkeit, die Hecking dazu gebracht hat, dass er auf Mintal verzichtet, ich fürchte es ist schlicht die fußballerische Notwendigkeit.

    Und wäre es nicht respektlos den anderen Spielern gegenüber, wenn ein Mintal unter “Artenschutz” gestellt wird, egal wie gut oder schlecht er spielt?

    Dazu kommt, würde man tatsächlich das Spiel komplett auf Mintal fokusieren, was passiert wenn er sich wieder verletzt?

    Außerdem sehe ich nicht dass irgendjemand wirklich respektlos mit Mintal umgeht, gerade vor ein paar Tagen wurde er unter die Club-Legenden aufgenommen, für mich ist das nun wahrlich keine Respektlosigkeit.

    Nein so leid es mir tut, ich kann Alexander hier nicht folgen, es geht nicht um einen Spieler, es geht um die Mannschaft. So lange ein Spieler aktiver Teil der Mannschaft ist muss er Leistung bringen, muss seine Aufstellung einen sportlichen Vorteil bieten, das war zuletzt leider viel zu selten bei Marek der Fall. Über seine Verdienste können wir nach Beendigung der Karriere sprechen.

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  31. schönwetter-fan sagt:

    wisst ihr was: ich saß gestern nach ner weile es ersten ärgers über mintal´s bankjob so im stadion und hab mich an die geschichte von marek und dem az alkmar erinnert…. aber wer nicht aufgestellt ist, der kann nicht mal als phantom in geilster schußtechnik nen tor oder zwei schießen. er ist nunmal (leider oder vielleicht auch gott sei dank) keine posaune im eigenen namen, die sich, wie netzer, auch mal selbst einwechselt…

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  32. [...] aufmerksam macht. Mintal aber dauerhaft auf der Bank war letztes Jahr schon ein Problem, es wird es wieder werden. Hier hätte man wohl klare Worte sprechen müssen – jedenfalls sieht es so aus, als [...]

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