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Vergiss es!

“Wallse dächnisch nix drauf homm”, sagte Alfred (klick), “des hosd doch geecha Härda scho gsääng, dasse dächnisch nix drauf homm, fordna is ihna da Boll vaschbrunga…”

“Da kannst du Hegeler keinen Vorwurf machen”, sagte Hannes (klick), “Hegeler war in vollem Lauf, da ist es nicht so einfach, den Ball so exakt zu timen…”

“Na Boll daima, wenni soo a Schongs hobb, brauchi nedd vill zu daime, doo heebi main Boll hald ieban Kibba drieba. Wenni Bundesliecha-Broofi bin, heebi main Boll drieba, woss annaschd gibds doch doo goor nedd, soo a Schongs konni nedd weglossn, olds Bundesliecha-Broofi konni soo a Schongs nedd weglossn, doo mussi dächnisch soo vill drauf homm, dassi…”

“Der Club hat in Dortmund gut gespielt”, sagte Hannes, “in der Abwehr hat er gut gestanden…”

“J-ja”, sagte ich und nahm einen Schluck aus dem Glas.

“…das System hat gepasst.”

“Wennsd na Boll nedd naigrichst, hilfd da des besde Sysdeem nix. Doo braugsd aichndlich goor nedd ärschd oodreedn. Des woor ja nedd bloos die Schongs vom Heecheler, doo woor ja nuch aane, die nuch gloora woor, vo dem aigwegsldn Schbiela,  Waißmüller odda wie der haaßd…”

“Wießmeier”, sagte ich, “Julian Wießmeier.”

“…doo mussi main Ranges hald gschaid naihaldn, doo muss ma mai Fehnfrisuur egool sai, woor a subba Flangn, konn goor nedd bessa kumma, die Flangn, subba gedaimd und dann gehd der nedd gschaid zum Boll, iech mechd bloos wissn, woo der midd sain Kubf woor, wohrschainli woor a naggade Fraa hindam Door gschdandn, soo gaisdesobweesnd, wie der woor.”

“Klar war das eine Hundertprozentige”, sagte Hannes, “aber man sollte dem Jungen keinen Vorwurf machen, der hat die Zukunft noch vor sich, der wird’s noch lernen. Und außerdem war sowieso nicht zu erwarten, dass der Club in Dortmund was holt. In Dortmund braucht der Club nicht zu punkten. Wichtiger sind da schon die Spiele gegen Augsburg und Köln.”

“Erstens”, sagte ich , “wird der Club auch gegen Augsburg und Köln nicht gewinnen, wenn die Spieler im Abschluss weiterhin so versagen wie in Dortmund und im Heimspiel gegen Hannover, und zweitens ist es Unsinn, zu sagen, dass der Club in Dortmund nicht zu punkten braucht.”

“Erstens wird der Club gegen Augsburg und Köln mehr Torchancen bekommen als gegen Dortmund, womit sich die statistische Wahrscheinlichkeit, dass er trifft, erhöht, und zweitens verstehe ich nicht, warum es Unsinn sein soll, zu sagen, dass der Club in Dortmund nicht zu punkten braucht. Du hast ja selbst gesagt, dass du davon ausgehst, dass der Club in Dortmund verliert. Und jetzt regst du dich darüber auf, dass er das Spiel verloren hat. Das verstehe, wer will.”

“Was ich vor dem Spiel sage, ist doch völlig irrelevant für die Bewertung des Ergebnisses nach dem Spiel. Die Bewertung des Ergebnisses hat sich doch nicht an einer Vorerwartung zu orientieren, sondern einzig und allein daran, wie das Spiel konkret gelaufen ist. Gemessen an der Klarheit der Torchancen, die der Club in Dortmund hatte, hätte er ein Unentschieden erzielen müssen. Der Club hat in Dortmund ein Spiel verloren, das er vom Spielverlauf her niemals hätte verlieren dürfen. Das 0:2 ist eine herbe Enttäuschung und darüber sollte man sich nicht hinwegtrösten, indem man sagt, dass es ja sowieso zu erwarten war, dass der Club in Dortmund verliert. Es gibt keine Entschuldigung für das Herschenken von Punkten – egal wie der Gegner heißt…”

Ich nahm einen Schluck aus dem Glas.

“…Dummerweise hat der Club jetzt zum zweiten Mal in Folge ein Spiel verloren, das er von den Torchancen her nicht hätte verlieren dürfen. Gegen Hannover, weil Klose gegen Spielende das 2:2 verweigerte, nachdem er in der ersten Halbzeit schon zwei gute Kopfballchancen im Anschluss an Standardsituationen nicht nutzen konnte (klick), gegen Dortmund, weil Hegeler und Wießmeier vor dem Tor kläglich versagten und Simons und Wollscheid ebenfalls nach Standardsituationen neben oder über den Kasten köpften (klick), und weil –”

“Und weil?”, sagte Hannes.

“Vergiss es.”

“Was soll ich vergessen?”

“Nichts. Vergiss es.”

“Jetzt bin ich aber neugierig. Was wolltest du sagen?”

“Nichts. Nichts wollte ich sagen.”

“Konnsd scho soong, Michael, bai uns konn doch jeeda sai Mainung soong.”

“Spuck’s aus!”

“Zweimal Gegentore über die linke Abwehrseite. Das 1:0 für Hannover über links und auch das 1:0 für Dortmund. Zweimal Gegentore über die Pino-Seite.”

Ich nahm einen Schluck aus dem Glas und aus den Boxen klang (klick):

… S  T  A  N  D     B  Y     Y  O  U  R     M  A  N …

“Nee, nee”, sagte Hannes, “Pinola war nicht schlecht. Vor allem nach vorne war er gegen Hannover ein Aktivposten und auch gegen Dortmund, Traumpass auf Chandler, da hat er tolle Übersicht bewiesen, und dann sein Distanz-Hammer, der für Weidenfeller nicht leicht zu halten war…”

“Ich sagte doch: Vergiss es.”

“…aber stimmt schon, nach hinten: bei den Gegentoren sah Pino die Hacken des Gegenspielers, da hätte er näher am Mann sein müssen, vielleicht sollte es Hecking doch mal mit Plattenhardt…”

“Vergiss es.”

“Naa, naa, die Schbiele hodd da Glubb nedd hindn valoorn, aa wenn da Kibba geecha Hannoova schlechd ausgsääng hodd. Dassd hindn amoll ausgschbilld wärsd, konn scho amoll bassiern, des bassierd aa Barzeloona, des bassierd jeeda Monnschofd irchndwann amoll, vorna mussd hald daine Schongsn nudsn, dann konnsd hindn aa amoll aans fanga, die Schbiele hodd da Glubb vorna valoorn, wallse nan Boll nedd naigrieng, die Kaschba, wallse ihre Schongsn nedd nudsn, horch Michael, hosd a Zigareddn für miech, konnsd ma aane geem?”

 

 

     

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Kommentare (11)

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  1. Paule sagt:

    Ich hab mein Nachbarn beim Stand von 1-0 gsecht, gleich schiesmer des 1-1, und dann kommt dieser Dortmunder Simpel und schiesst des Glückstor, das er natürlich auch super erzwungen hat. Ich hab einen Tobsuchtsanfall kriecht und hätt am liebsten irgendeinem eine eingeschenkt, aber ich bin doch ein friedliebender Kerl … jetzt gehts wieder ….

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  2. Teo sagt:

    Tresengast Schorsch: “Vielleicht trägt Pinola doch etwas schwer an seinem sprießenden Vollbart… Und der Distanzschuss war doch ganz klar eine Trotzreaktion, nachdem er Sekunden zuvor beim ersten Gegentor unglücklich orientierungslos aussah. Vielleicht hätte man nach der frühen gelben Karte in der Halbzeit über eine Auswechslung nachdenken sollen. Vielleicht sogar müssen…“

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  3. Paule sagt:

    Teo:
    Tresengast Schorsch: “Vielleicht trägt Pinola doch etwas schwer an seinem sprießenden Vollbart… Und der Distanzschuss war doch ganz klar eine Trotzreaktion, nachdem er Sekunden zuvor beim ersten Gegentor unglücklich orientierungslos aussah. Vielleicht hätte man nach der frühen gelben Karte in der Halbzeit über eine Auswechslung nachdenken sollen. Vielleicht sogar müssen…“

    Naja, die “linke Seite” ist ein bisschen unsere AchillesFerse.

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  4. Teo sagt:

    Paule,

    Das nun sicher nicht. Aber mit gelb im Gepäck und seinem “vielseitig gefördert schlechten Ruf” wird es jeder Gegner über links versuchen – immer mit der Gewissheit, dass Pinola gefühlt “unter besonderer Beobachtung” bei den Referees steht und ein gelb vorbelasteter Pinola bewegt sich auf schmalem Grat zwischen “weg bleiben” oder “duschen gehen”…

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  5. Von Götze & Co. haben sich schon andere ausspielen lassen. Dass es dann bei uns immer gleich zum Tor kommt, ist derzeit mehr als ärgerlich. Die Effizienz, die unsere Gegner an den Tag legen, ist schon seltsam. Hannover ok, die stehen ja für Effizienz, aber Dortmund braucht sonst auch viele Chancen.

    Insgesamt ist es halt alles eine Frage der Balance. Bremen ist da für mich ein Lehrbeispiel, wie schwer es ist, das Stellschräubchen richtig zu justieren. Dreht man zu weit nach links, ist vorne tote Hose, ein bisschen zu weit nach rechts, dann klingelts hinten. Hecking setzt nun mal auf “im Zweifel absichern” – das hat auch was mit den Möglichkeiten zu tun (wie haben keinen Rosenberg, Marin, Arnautovic, Ekici … oder Pizarro) – und das machen die Jungs gut. Dass man dabei nicht komplett alle Chancen verhindern kann (außer vielleicht gegen Berlin), liegt auf der Hand. Dass daraus dann aber auch zuverlässig Tore entstehen, ist schlicht nicht nachzuvollziehen.

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  6. Schönes Zitat dazu auch in der DAZ – Artikel ist auch nett zu lesen:

    Andreas Rettig, Geschäftsführer des FCA, zeigt nach der ehrenvollen Heimniederlage (in Augsburg gibt es das) gegen Hoffenheim eine ausgesprochen breite Brust: „Wir haben mit Nürnberg noch eine Rechnung offen. Damals waren sie besser, jetzt wollen wir zeigen, dass wir aufgeholt haben.“
    http://www.daz-augsburg.de/?p=20722

    “ehrenvolle Heimniederlagen” – ein fränkisches Oxymoron? :mrgreen:

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  7. Juwe sagt:

    ‘Aufgeholt haben’ wäre ja nicht das Problem, damals haben die Augsburger in zwei Spielen nichtmal ein Tor erzielt, wenn ich mich richtig erinnere, nur ob sie mittlerweile auch besser sind – das gilt es doch am Samstag zu klären. :-) Witzig wie damals besonders die Augsburger Presse vor den Relegationsspielen den FCN als abgewrackten Bundesligisten dargestellt haben, dem es leidglich galt den Fangschuss zu geben. Der Schuss ging ja bekanntlich nach hinten los— Do it again..

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  8. Bertl sagt:

    Den Schwaben schlottern doch schon die Knie wenn sie Christian Eigler sehen. :-)
    Da gibts nix aufzuholen.

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  9. Teo sagt:

    Auf der heutigen PK spricht der Trainer von der Konsequenz vor dem Tor…

    2 Zitate:
    “Wir sind natürlich mit dem Saisonstart, was die Leistung der Mannschaft angeht natürlich einverstanden. Punktemäßig natürlich nicht.”

    wir müssen “den Gegner frühzeitig unter Druck setzen, den Gegner zu Fehlern zwingen, den Gegner vor uns her jagen solange bis wir den Ball haben und dann müssen wir die Konsequenz vor dem Tor haben (…)”
    (Quelle: club-tv)

    Pekhart kann, so der heutige Stand, am Samstag spielen. Er hatte sich am Dienstagnachmittag im Kraftraum am rechten Knie verletzt (Kapselverletzung & Einblutung).

    Kann er nicht spielen, dann steht eine Null-Tore-Elf auf dem Feld und müsste dann ohne den zweifachen Liga-Torschützen (bzw. drei Tore in vier Spielen) auskommen.

    Wie es genau zu dieser kuriosen Verletzung kam, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Gespannt bin ich auf die Umsetzung der Maxime des Trainers: “…vor uns her jagen…”
    Das hört sich fast an wie “zum Eigentor zwingen”. Das würde dann auch den möglichen Pekhart-Ausfall und die verbesserungswürdige Chancenverwertung kompensieren…

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