Die EM ist tot, es lebe der Club!

Ein Kommentar

Reifer, im entscheidenden Moment cooler, aber auch fokussierter und leidenschaftlicher. Italien besiegt Deutschland zu Recht und vollkommen verdient. Dabei war Deutschland nicht mal schlecht und Italien nicht überlegen.

Es geht da auf diesem “högschten” Level, wie Jogi das vor der EM sagte, eben nicht mehr gegen “Hoffenheim oder Nürnberg” – in einem EM-Halbfinale spielt man auf einem Niveau, bei dem es nicht mehr um einen 1:1 Klassen-Vergleich geht. Da geht es – wie Co-Moderator Scholl es treffend formuliert sagte – um Kleinigkeiten. Kleinigkeiten im Vergleich die beispielsweise ein Buffon oder Pirlo mitbringen, die dem deutschen Team für diesen letzten Spiel fehlte, die dem Team seit Jahren für den letzten Schritt fehlen, vielleicht kann man es so platt sagen: Deutschland hat alles, individuelle Klasse, Talent, Taktik, Fitness – aber keine dieser absoluten Leader-Typen. Ballack sollte es immer sein, er war es nie wirklich. In entscheidenden Momenten als er es hätte werden können, da versagte auch er, war gesperrt, verletzt oder wurde intern demontiert. Schweinsteiger wollte es immer sein, aber nicht erst seit der Münchner Boulevard-Posse ums “Chefchen” ist er es nicht, wird es vielleicht nie – und diese EM wird ihm da sicher keinen Meter weiter gebracht haben. Man darf sich fragen: War Schweinsteiger nur nicht fit oder ist er derzeit nicht besser? Beide Antworten würden nicht befriedigen im Sinne der Nationalmannschaft. Gesucht: Einer wie (der von uns in Franken so abgelehnte) Lothar Matthäus bei der WM1990 – Helden kann man sich eben nicht aussuchen… Khedira könnte es werden, dazu muss er aber an Schweinsteiger und dem Bayern-Block erst noch in der Hierarchie vorbei – und das wird man ihm nicht leicht machen.

Um eine EM zu gewinnen braucht man neben allen Zutaten einer richtig guten Mannschaften sicher auch etwas Glück und die Gunst der Stunde, manchmal braucht es aber auch Ziele, die außerhalb des Sports liegen. Denn gerade wenn man eigentlich eine gute Mannschaft hat, in der Spitze mit dem Gegner mindestens ebenbürtig und in der Breite überlegen, dann darf man hinterfragen, was denn noch fehlt. Ich bin nicht gerade im Verdacht Nationalist zu sein, aber man hatte schon beim Einsingen der Hymnen so eine Vorahnung, dass Italien da nicht nur um die eigenen Meriten, den Erfolg für das Team, die Karriere, sondern auch um die Ehre ihres ganzen Landes spielen werden. Dinge, die man vielleicht nicht unterschätzen sollte. Und da sind wir dann auch zurück bei dem, was uns sonst das ganze Jahr beschäftigt: Unseren Club. Viele spötteln ein bisschen über das Panflöten-Pathos von “Die Legende lebt”, mögen die “Rückholaktion” des Phantoms Mintal mehr als “Gnadenbrot im Altenteil” werten, als sportlich sinnvoll, aber all dies sind eben die Komponenten des Sports, für den wir uns begeistern, der sich der reinen Wirtschaftlichkeit und sportlichen Expertise entzieht.

Man sollte immer vorsichtig sein mit selbstreferenziellen Eigenzitaten dahingehend, wo man doch so alles Recht gehabt habe (während man natürlich alles, wo man daneben lag, gern vergisst), aber in Bezug auf die EM sehe ich mich bestätigt (außer mit Blick auf Polen, denen traute ich die Sensation zu): Für Deutschland sah ich das Halbfinale als Ende der Fahnenstange und Italien hatte ich dick am Zettel, eben weil die Mannschaft an sich gar nicht funktionieren kann mit Typen wie Cassano und Balotelli, einer Taktik aus den 90ern, einem offensiv denkenden Trainer (in Italien!), einem eigentlich schon ausgemusterten Spielmacher im zweiten Frühling (in einer Fußball-Welt des Jugendwahn) und geschüttelt von staatsanwaltlichen Ermittlungen. Aber eben genau deshalb: Weil in Italien der Pathos dies alles zudecken kann, umso dicker, je schlimmer alles auf sie einprasselt. Und weil mir dieser Pathos in Deutschland fehlte, das generell schon historisch bedingt Probleme damit hat auf nur im Verdacht zu stehen Patriotismus zu pflegen, fehlte auch mir die absolute Begeisterung für dieses Team, für dieses Turnier – und entsprechend fehlt auch jetzt die tiefe Enttäuschung.

Für mich bedeutet das für meinen Club, dass man solche verbindenden Momente hüten und verteidigen sollte. Natürlich gewinnt “Die Legende lebt” kein Spiel, aber sie sorgt für das Prickeln im Stadion, den besonderen Moment der positiven Anspannung, die Energie, die dann von den Rängen auf das Feld überspringen kann. Natürlich sind die Spieler am Platz längst nur noch Zeitarbeiter am Rübenfeld Bundesliga geworden, aber es muss immer ein Korsett stehen, das aus einer bunten Truppe eine Mannschaft macht. Mag ein Mintal in der U23 sportlich keine Rolle für die Bundesliga spielen, er kann für das Gesamtkonstrukt 1. FC Nürnberg eine wichtige Rolle bedeuten. Mag man einen Schäfer oder Pinola auch sportlich ersetzbar wähnen (und Ähnliches könnte man auch in Richtung Maroh sagen, daher muss man auch Verständnis für den Frust der Fans ob seines Abgangs haben, allerdings war Maroh kein Leader), sie sind die “Typen” im Team, die den Club prägen und führen. Dazu kommen Spieler wie Simons, Balitsch oder auch Nilsson, die von ihrer Persönlichkeit her in der Lage sind – solange der Körper mitmacht. Und es sind ein Bader und Hecking als Frontmänner eines ganzen Teams, zu dem auch vorderst ein Woy und auch eine Pressesprecherin Wildermuth oder ein Fanbetreuer Bergmann zählen, die dem Verein nach innen und außen Kontinuität und ein Gesicht geben.

Unsere Bundesliga-Saison verspricht keinen EM-Titel noch sonst Titel und Triumpfe, aber das Prinzip ist das gleiche, Erfolg ist nur eine Frage von Definition und Zielsetzung – und unsere Erfolge werden in 40 Punkten plus X gemessen, in zwei Derbys und dem nächsten Schritt, den Club wieder dahin zu führen, wohin er langfristig und stabil gehört: In die höchste deutsche Spielklasse. Dafür sing ich dann auch bei “Die Legende lebt” mit.

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Kommentare (32)

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  1. Beate60 sagt:

    Bin voll auf deiner Linie.

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  2. Optimist sagt:

    Genau, gut analysiert!

    Auch mir fehlt die Enttäuschung, denn eigentlich hat mir schon von Anfang an die Begeisterung gefehlt. Vielleicht lag das am Übermaß an Nordtiroler Pomade, wo wir doch als Alternative einen begeistert aufspielenden deutschen Meister als Korsett hätten haben können…

    Das Spiel gestern war für mich gelaufen, bevor es angefangen hat. Ich habe die Aufstellung gesehen und gleich gesagt: “was denkt der sich dabei, so verlieren wir garantiert” (hab Zeugen ;-) ). Da das ganze dann erwartungsgemäß lief, konnte ich das ganz entspannt ertragen. Was sollst, schließlich hat ja nicht der Glubb verloren….

    Ich freue mich, dass wir uns nun endlich wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren können. Eine Nationalmannschaft, mit der ich mich nicht identifizieren kann (und das liegt einzig an der falschen Blockbildung, um da nicht missverstanden zu werden) ist das mit Sicherheit nicht.

    Die Legende lebt…!

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  3. deejay0204 sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele!!!
    Deinem Beitrag kann ich uneingeschränkt zustimmen.
    Wir sind der Glubb!!!!

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  4. Johannes sagt:

    Wunderbare Analyse! Vielen Dank dafür.

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  5. BSE08 sagt:

    1972 spielten wir “Ramba-Zamba” und zwei Jahre später wurden wir Weltmeister. Dabei haben während der Hymne alle nur Kaugummi gekaut.
    Mittlerweile singen sie alle. Dafür fehlt es jetzt an der Inbrunst. Nun ja. Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Grund ist.

    Von fehlender Begeisterung konnte ich eigentlich im Umfeld nichts feststellen. Aber vielleicht haben wir gereifteren Semester mittlerweile ein gutes Gespür dafür entwickelt, was unsere Jungs wirklich draufhaben.

    Und wenn du im Schnitt in jedem Spiel ein Gegentor fängst, dann kratzt du dich schon mal am Kopf und fragst dich, wie das auf Dauer gut gehen soll.

    Übrigens: Ich setze im Endspiel absolut auf Spanien. Die werden m.E. zu Unrecht niedergemacht ob ihrer Spielweise. Fakt ist doch, daß sowohl Frankreich als auch Portugal keine einzige echte Torchance herausarbeiten konnten! In punkto Kontrolle des Spieles ist es das absolute perfekteste, was ich jemals gesehen habe.

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  6. Woschdsubbn sagt:

    Mir erging es genauso wie Optimist. Nur habe ich vor dem Spiel. als ich meine Meinung im Schanzenbräu Biergarten kundtat, auch gleich einige Buhrufe von den benachbarten Bierbänken geerntet… :D

    @Alexander: He, bei Deiner Aufzählung der “Typen” beim Glubb hast Du den Hanno Balitsch vergessen! Vielleicht ist er noch nicht lange genug beim Glubb, aber auch im aktuellen Interview spricht er doch sehr selbstbewusst Tacheles…für mich auch ein absoluter Führungsspieler.

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  7. KUZ sagt:

    Das für mich emotionsloseste Großereignis im Fussball ist fast vorbei. Das sage ich, obwohl ich 78/82/84/2000/2004 erlebt habe.

    Einigen unserer selbstgefälligen und sich selbst beweihräuchernden Spielern fehlt in dieser Zusammensetzung das letzte bischen Etwas. Für mich sind dies in erster Linie Schweinsteiger, Lahm, Podolski , aber auch Müller, Kroos und in Ansätzen Gomez. Alles tolle Fussballer, aber… Lahm, Schweini oder Poldi sind schon zu lange dabei. Hoffiert wie frühere Weltmeister,ohne entsprechendes geleistet zu haben. Mit ihnen erscheint mir ein internationaler Titel eigentlich nicht mehr möglich. Sie haben inzwischen schon den 4. Versuch gestartet. Und es wieder nicht geschafft. 2014 ist für mich Brasilien der große Favourit. Deren Mannschaft wird zur Zeit gar nicht beachtet, ohne augenblickliche Stars, spielt einen geilen Fussball. Da wächst was für die Zukunft. Das bedeutet für Lahm und Co wieder keinen Titel. Diese Generation erinnert mich an Portugals Figo & Co Zeit. Können geil spielen, blieben aber ohne Titel.Einen AV wie Lahm kann natürlich auch eine erfolgreiche Nati gut vertragen, nur nicht in der Rolle des Anführers, sondern als Teamplayer. Selbiges gilt für Schweine und Poldi. Kroos, Gomez oder Müller sind brüskiert , wenn sie nicht spielen. Die Begründung kann doch nur “als Spieler von Nordtirol” sein. International mithaltend, aber zum großen Coup reichts einfach nicht. Nicht einmal mehr national!

    Deshalb sollte Jogi umdenken “können”. Spielern , die außer Talent auch noch hungrig sind, wie Götze, Reus, Schürrle sollten jetzt das Vertrauen geschenkt werden. Wenn nicht heute, wann denn sollte das aktuelle Leistungsvermögen entscheidend sein und nicht nach Reputation. Ob das allerdings Nordtirol akzeptiert? Ich glaube, dass der Einfluss dieses Vereins doch zu groß auf den Verband ist.

    Eine Alternative zum Bundes-Jogi sehe ich außer Kloppo nicht. Deshalb sehe ich auch keinen Grund , dass er nicht weiter machen soll.

    Der ” Deutsche Stil” ist inzwischen in aller Welt bekannt . Die EM hat gezeigt, wie man dieser erfolgreich begegnet. Und deshalb sollte sich etwas ändern. Ein Poldi, Schweinsteiger & Co müssen sich neu beweisen, um spielen zu dürfen.

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  8. Woschdsubbn, guter Einwand, hab ich ergänzt.

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  9. Meine Aufstellung 2014:

    Neuer – Schmelzer, Boateng, Hummels, Lahm – Khedira (C), Bender – Reus, Özil, Götze – Schieber

    BEAT THAT, ITALIA!

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  10. BSE08 sagt:

    Ganz interessant-provokant sind in diesem Zusammenhang der DAZ-Artikel nach dem Griechenland Spiel: http://www.daz-augsburg.de/?p=26663 sowie die Reihe “EM: Wir befinden uns im Zeitalter der Bundestrainer-Schauspieler”, beginnend hier: http://www.daz-augsburg.de/?p=26407

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  11. Beate60 sagt:

    Alexander | Clubfans United,

    du hast Wollscheid vergessen! Wenn der sich so weiterentwickelt ist er sicher einer der Boateng vorzuziehen ist!

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  12. Beate60, Wollscheid, wie auch Gündogan, sind für mich noch den Beweis schuldig, dass sie das Versprechen, das ihr Talent macht, auch einlösen können. Schieber wäre insoweit auch nicht in meiner Elf, gäbe es in Deutschland jenseits von Klose einen Kandidaten für die Position.

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  13. Beate60 sagt:

    Alexander | Clubfans United,

    okay. Ich bin sicher, in ein paar Monaten schreibst du die zwei ohne Zögern rein.

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  14. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United: Schieber wäre insoweit auch nicht in meiner Elf, gäbe es in Deutschland jenseits von Klose einen Kandidaten für die Position.

    …am Ende der Saison wirst Du Polter da hinschreiben ;-)

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  15. Beate60:
    Alexander | Clubfans United,

    okay. Ich bin sicher, in ein paar Monaten schreibst du die zwei ohne Zögern rein.

    Will ich gar nicht ausschließen! :-)

    Aber die Konkurrenz auf den Positionen ist schon happig. In der Innenverteidigung ist ja auch noch ein Höwedes und auch ein Mertesacker kann wieder zu alter Form kommen. Daneben eben Boateng und Badstuber (Hummels sehe ich als gesetzt). Und auf der 6er Position stehen als Konkurrenz für Gündogan neben den Platzhirschen Schweinsteiger und Khedira ja noch ein Kehl, Kroos und beide Bender am Zettel. Nur im Sturm sehe ich da eben die einfachsten Chancen, denn in Deutschlands Top-Clubs kicken (außer Gomez) meist Legionäre wie Lewandowski und Huntelaar. Da könnte eher ein Helmes wieder reinstoßen oder ein Kießling sein Comeback schaffen.

    Aus dem Club-Kader sehe ich übrigens drei Spieler nicht chancenlos auf den Kader 2014. Ganz vorne: Timo Gebhart, evtl. Esswein, vor allem aber auch Chandler! Der hat sich noch nicht “festgespielt” für die USA und die letzten Signale zeigen doch, dass er das auch vorerst nicht vorhat. Und die Rechtsverteidigerposition ist so fest nicht verbucht in der deutschen Nationalmannschaft.

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  16. Optimist: …am Ende der Saison wirst Du Polter da hinschreiben ;-)

    Auch denkbar, aber für mich unwahrscheinlich. Aus den Gründen: Selbst wenn Polter bei uns einschlagen würde, dann wäre es seine erste Saison auf dem Niveau. Er müsste dann nach Wob zurück und sich dort neu beweisen, was wieder etwas Zeit bedeutete – dann aber ist man schon Mitte/Ende 2013 und damit schon (hoffentlich) in einer vorgerückten Phase der WM-Vorbereitung. Anders Schieber. Er kann jetzt sein Gesellenjahr unter Kloppo machen und das bei einem Top-Club. Schafft er es Lewandowski anzugreifen, wäre er 2013/2014 Stammstürmer beim BVB. Das ist ne Ansage!

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  17. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United,
    ja, klar, das war positives Wunschdenken, denn wenn Polter entsprechend,… dann… naja, Du weißt schon :mrgreen:

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  18. Optimist, ist es das? Wunschdenken? Wenn Polter so einschlägt bedeutet das, dass wir a) einen Pekhart auf der Bank haben (was wiederum bedeutet, dass der nicht gut genug wäre) und b) die Diskussion haben, warum wir wieder einen Spieler eines anderen Vereins hochpäppeln, während die eigenen Spieler auf der Bank schmoren, um sie dann ohne ROI zurückzuschicken für einen Händedruck.

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  19. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United,
    Ja, da hast schon recht. Ich mein ja auch eher, dass wir eine tolle Saison spielen und damit einfach alle unsere Spieler irgendwo auf einem Zettel landen ;-)

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  20. Optimist sagt:

    …das ist halt unser in Frage kommender Mann auf dieser Position, wobei da ja auch Esswein wäre, wenn auch nicht als klassischer Stoßstürmer (was aber Schieber auch nicht wirklich ist).

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  21. Bertl sagt:

    Alexander | Clubfans United:
    Meine Aufstellung 2014:

    Neuer – Schmelzer, Boateng, Hummels, Lahm – Khedira (C), Bender – Reus, Özil, Götze – Schieber

    BEAT THAT, ITALIA!

    Wenn Du Lahm raus nimmst bin ich einverstanden. ;-)

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  22. Markazero sagt:

    Hab mir auf Youtube grad mal angehört, wie die irischen Fans nach dem 0-4 gegen Spanien “The Fields of Athenry” zum besten gegeben haben, und danach den BBC-Bericht über FCNUK angeschaut. Beides ganz großer Sport und das, was bei dem komischen EM-Event, wo man ständig hochbezahlte Werbe-Grinsgesichter neben den ach so unabhängigen Artikeln…. Es ist mir unmöglich, mit dem Premium-Produkt Dt. Nati eine emotionale Verbindung herzustellen. Kein “Hirn-aus, Herz-an-Knopf” da. Bei der Panflöte kein Problem. Diese im Prinzip musikalisch grauenvolle Zumutung plärre ich jederzeit gerne inbrünstig mit. Das gefiel mir an Alexanders Artikel: die lässige Überleitung zu den wirklich wichtigen Dingen: zum Glubb!

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  23. AndiAlone sagt:

    Gefällt mir ausnehmend gut, der Kommentar – und trifft den Nagel sowas von auf den Kopf.

    Endlich wieder nur der glubb!

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  24. Claus sagt:

    @Optimist und Woschdsubbn,
    Da sind wir uns wieder mal einig. Auch wir Hobbytrainer im Berliner Biergarten (übrigens auch mit Schanzenbräu) haben bei der Startaufstellung sofort die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, weil da 5 Fehlgriffe in der Startaufstellung waren. Das ist dann mit 3 Auswechslungen leider nicht mehr korrigierbar.
    Ein Rätsel bleibt für mich Müller. Vor 2 Jahren spielt er in überragendes Turnier, und seitdem läuft er seiner Form hinterher. Es ist vielleicht mehr Fluch als Segen, wenn man schon in jungen Jahren zurecht überschwänglich gelobt wird. Insofern kann ich die Bedenken Alexanders bzgl. Wollscheid ein Stück weit verstehen. Wo allerdings Boateng seine Eignung für die N11 nachgewiesen haben soll, ist mir ein Rätsel.

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  25. belschanov sagt:

    Ein Wort zur Leidenschaftsdebatte: Wichtiger als die Leidenschaft der Fans ist die Leidenschaft der Spieler. Letztere soll, glaubt man Hecking, in der letzten Saison bei dem einen oder anderen Club-Spieler zuweilen nicht so toll ausgeprägt gewesen sein, was ich in meinem Artikel “Passionsspiele” thematisiert habe.

    Zum Ausscheiden der Nationalmannschaft: Ich bin traurig, traurig, traurig. Und die Tatsache, dass das Ausscheiden auch mit dem Versagen von Spielern des FC Bayern München zu tun hat, vermag mich überhaupt nicht zu trösten. Glückwunsch an jeden, der das kann. Ich kann das nicht. Und ich will das nicht. Ich finde auf Schadenfreude basierende Selbsttröstung einfach nur traurig.

    Ach ja. 1980 unter Derwall Europameister. 1982 unter Derwall immerhin im WM-Endspiel…

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  26. Markazero sagt:

    Nicht traurig sein, Belschanov! Und das meine ich ganz ohne Schadenfreude (naja, fast, die UEFA/ARD/ZDF-Dauerwerbesendung ist schon ganz schön nervig). Diese (jüngste) Mannschaft (des Turniers) hat noch Luft nach oben, und Löw wird aus seinen (Aufstellungs-) Fehlern schon lernen.
    Ist doch auch ganz schön, wenn die sich angebahnt habende Hybris wieder geerdet ist. War es nicht Prandelli, der von “Demut” sprach? Die fehlte mir. Stattdessen waren “wir” ja mal wieder die, die alle schlagen können und eigentlich sowieso “besser” (Lahm). Das darf von mir aus gerne nach hinten los gehen. Um so mehr, wenn aus Italien stammende”Tagesthemen”-Moderatoren Hass-Mails kriegen, nur weil sie in der Halbzeitpause Dante zitieren und sich ein Grinsen nicht verkneifen können.
    FCN-SSV Kasendorf 12-0 (mit Toren diverser Neuzugänge) ist doch auch schön!

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  27. Markazero sagt:

    Und wenn man das Endspiel so sieht – puh, da NICHT unter die Räder zu kommen… schwer… Sehr beeindruckend, was Spanien da macht!

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  28. Kugelblitz sagt:

    Ich wollte das Spiel ja eigentlich gar nicht sehen. Bin aber froh, dass ich dann doch eingeschalten habe. Das war schon eine beeindruckende Präsentation von Spanien und versöhnt am Ende dann doch einigermaßen mit dieser grauenhaften EM.
    Der Sieger ist ein verdienter Sieger und selbst wenn der Gegner Deutschland geheißen hätte, wäre das Ergebnis nicht viel anders gewesen.

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  29. BSE08 sagt:

    BSE08:

    Übrigens: Ich setze im Endspiel absolut auf Spanien. Die werden m.E. zu Unrecht niedergemacht ob ihrer Spielweise. Fakt ist doch, daß sowohl Frankreich als auch Portugal keine einzige echte Torchance herausarbeiten konnten! In punkto Kontrolle des Spieles ist es das absolute perfekteste, was ich jemals gesehen habe.

    Ausgezeichnet, BSE08, Ausgezeichnet!!

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  30. Armin sagt:

    BSE = Fußballgott ;-)

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  31. Christian sagt:

    Pathos ist neutrum, nicht maskulin. So wie die Italiener pathetisch singen können, können die Spanier beim Hymnentraining nur das Strammstehen üben. So ganz instrumental und ohne Lyrik. Demnach dürften die Spanier einen nicht ganz bis in die Haarspitzen motivierten Fußball spielen, die Italiener schon. Das mag ich aber bei Puyols Locken und Villas Dreitagebart gar nicht glauben! (Schade, dass die beiden nicht dabei waren.) Und ebenso wenig, dass es unbedingt eines Máximos oder Líders bedarf, weder bei den Spaniern, noch bei Jogis Nutellabrotschmierern. Der amtierende Weltmeister und alte & neue Europameister hat eine flache Hierarchie, keine schiefe Ebene. Für noch mindestens zwei Jahre wird diese Furia Roja das Maß aller Dinge bleiben.

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  32. BSE08 sagt:

    Christian,

    Respekt, das ist ja mal eine Zusammenfassung mit künstlerischem Wert!

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