EM: Sacken lassen

Ein persönlicher Kommentar von Hörnla und eine Antwort auf Arnd Zeigler und andere Betrachtungen die EM und andere Dinge betreffend

Sacken lassen. Einfach sacken lassen. Eine Woche lang, eine kleine kurze Woche lang nichts kommentieren, an andere Dinge denken, der Sedimentation ihren Lauf lassen und schauen, was bleibt, wenn das Trübe gewichen ist und sich die Dinge gesetzt haben. Man geht damit durchaus ein Risiko ein heutzutage. Die EM, wann war die nochmal? Irgendein Ereignis der Prähistorie wohl. Kein Titel, nichts Bleibendes. Jetzt gilt es doch schon längst, die Bundesligatransfers zu verfolgen, Sammer hin und Kloppo her, hochspannende Berichte aus den Trainingslagern, der „kicker“ zeigt joggende Spieler vor sommerlicher Alpenkulisse (Wow, so geht also Vorbereitung? Unglaublich!), Rangliste hier und Testspiel da. Die EM? Lang lang ist’s her.

„Gegen Morgen in der grauen Frühe pissen die Tannen/Und ihr Ungeziefer, die Vögel fängt an zu schrein“, dichtete Bertolt Brecht dereinst in „Vom armen B.B.“. „To twitter“ heißt gemeinhin ja Zwitschern oder Schnattern und diese Übersetzung gibt in meinen Augen recht präzise wieder, welch gewaltiger Informationsgehalt in dieser extremen und auch in weniger extremen modernen Echtzeit- und Fastechtzeit-Kommunikationskanälen verbreitet wird. Keine Angst, das wird keine übliche Medienschelte, auch wenn das arg „Old School“ daherkommt. Ich drücke hier allerdings schon und lediglich meine Verwunderung darob aus, in welcher Geschwindigkeit jeglicher geistige Dünnpfiff heute abgeschissen werden kann. Das beeindruckt ab und an doch, auch wenn man als Profi natürlich weiß, dass in Zeiten des extremen Zeitdrucks natürlich die Texte für alle wesentlichen Ausgänge zum Beispiel eines Fußballspiels bereits vorher fix und fertig in der Schublade liegen. Aber auch wenn sich die daran Beteiligten immer so furchtbar innovativ und furchtbar wichtig vorkommen: dass zwischen „Hosianna“ und „Kreuziget ihn“ kein weiter Weg ist, das wissen die der abendländischen Tradition Bewussten schon seit gut 2000 Jahren. Was man leider vergessen zu haben scheint, was aber, wenn ich recht orientiert bin, bereits die alten Griechen wussten: wenn es etwas werden soll mit dem Nachdenken, mit dem Sich-eine-Meinung-bilden in der Diskussion, dann braucht man dazu Muße und dazu braucht man wiederum Zeit. So, genug der Vorrede. Kommen wir zu den Griechen in der Europameisterschaft (man beachte die meisterliche Überleitung).

Es gibt gewisse Topoi, die immer wieder und immer wieder gerne aufgerufen werden, wenn man vom Rathaus kommt, mithin schlauer ist. Zum Beispiel, dass die Griechen der leichteste Gegner waren, den die deutsche Mannschaft erwischen konnte. Ähnliches dürften sich bereits die Polen gedacht haben oder die Russen, die aber, oho oho, dann von den Griechen in der Vorrunde ausgeschaltet wurden. In meinen Augen mangelt es da an Respekt. Respekt, den eine niederländische Mannschaft, um nur ein Beispiel zu nennen – da sind ja so viele Stars dabei – immer a priori zugebilligt bekommt und den sie auch nicht verliert, wenn man mit 0 (in Worten: null!) Punkten auf dem Konto nach der Vorrunde nach Hause fährt. Griechenland kann dagegen wohl noch zehn Mal die EM gewinnen, das ist ein schwacher Gegner. Punktum.

Ein schnell gefälltes und im Wesentlichen unwidersprochen gebliebenes Blitzurteil folgte der EM auf dem Fuß: nichts Neues unter der Sonne, nichts Neues taktisch, usw. usf. Abhaken. Das finde ich, in Bezug auf das Spiel, nun ganz und gar nicht oder zumindest in dieser Pauschalisierung unrichtig und habe das andernorts auch bereits zu analysieren versucht. Außerdem: da gab es doch ganz erhebliche Neuerungen. So zum Beispiel die Tatsache, dass die Verantwortlichen bei der Bildregie der so genannten Live-Übertragungen offenbar unter Rückgriff auf Muster aus Tragödie und Mythos Märchenspiele inszenieren anstatt live zu übertragen. Wir alle wissen, dass spätestens seit Photoshop und Konsorten verbunden mit der Auflösung des Originals in der digitalen Photographie dem Bild keinerlei dokumentierender Wert mehr zukommt. Alles schön und gut – aber im Hinterkopf hatte und hat man doch irgendwie noch, dass, trotz all der Kameras und Schnitte und Bildregie und so weiter, dass die Fernsehberichterstattung einem doch irgendwie ein im wesentlichen „wahres“ (Wahrheit – ogottogott, aber man weiß hoffentlich, wie’s gemeint ist) Bild der Geschehnisse vermittelt. Na gut, eigentlich könnte man wissen, dass das mit dem „live“ so eine Sache ist, immerhin könnte bei zu viel „live“ ja wieder mal ein Nippel einem Bustier entkommen, so (natürlich völlig ungewollt und ungeplant) geschehen, bei einer Oskar-Verleihung (in Bezug auf die beteiligten Personen und näheren Umstände hat die gütige Lethe bereits an mir ihr Werk getan). Auch wenn wir beim Herrenfußball sind – dem Zufall des Spiels dasselbe überlassen? Gott bewahre – womöglich überreißen Legionen von Faschingsfans dann zu oft, dass Fußballspiele auch und gar nicht mal so selten stinkend langweilig sein können. Nein, wo rasante Schnitte nicht mehr ausreichen, um einem anämischen Gegurke Leben und Rasanz und angebliche Athletik einzuhauchen, da kann man es ja mit Einsprengseln versuchen dergestalt, dass ein Bundestrainer während des Spiels offenbar locker genug ist, einem Balljungen das Bällchen schalkhaft zu entwenden oder dass zur Halbzeit eine deutsche Fanin bereits durch ihre Tränen zeigt, dass sie dabei ist, alle Hoffnung fahren zu lassen. In der „SZ“ stand ein Interview zu lesen mit irgendeinem Medienprofi, der bereits führend an der medialen Aufbereitung mehrerer hochkarätiger Sportereignisse beteiligt war und dieser Herr zeigte völliges Unverständnis dafür, dass man Unbehagen empfinden, ja dass man sich verwundert zeigen könnte angesichts einer Live-Berichterstattung, die gar nicht mal so „live“ ist. Die gesendeten Geschehnisse seien doch passiert und es sei doch Sache des künstlerisch Verantwortlichen sie zu senden, wenn es denn passe. Basta. Aha. Damit befindet sich der gute Mann medientechnisch sicherlich im 21. Jahrhundert, semiotisch, in Bezug auf den Stand des Nachdenkens über die Zeichen und ihre Bedeutung aber irgendwie zur Zeit der Völkerwanderung. Kurz gesagt: nicht technisch aber theoretisch ließe einen derartigen Gimpel jeder Akteur von Ecos Rosenroman locker aussteigen. Über 1500 Jahre abendländische Geistesgeschichte, um dann bei sowas anzukommen. Grauslich! Das wäre mal ein Kritikpunkt, an dem anzusetzen sich lohnte. Aber dann müsste man vielleicht auch darüber nachdenken, warum die Politiker ihre wegweisenden und wichtigen und potentiell unbeliebt machenden Entscheidungen gerne während solcher Großereignisse wie WM oder EM auf den Weg bringen. Die inszenierte sportliche Mär, sich hemmungslos an den Erzählmodellen von Tragödie bis Mythos bedienend, muss perfekt sein – dann ist einem der Rest scheißegal. Aber auch das wussten bekanntlich bereits die alten Römer.

Die meisten, die bei einem Großereignis wie der EM die Spiele („der Deutschen“ natürlich) verfolgen, wissen nichts. Nichts vom Fußball, nichts von der Schönheit des Spiels, nichts von der oft genug enervierenden Langweiligkeit desselben Spiels. Was aber alle wissen: Titel sind gut. Titel müssen her, so äußert sich die sportliche Leitung vorher, Titel sind toll, wir sind reif für Titel. Das schöne Spiel? Wer erinnert sich noch an die üblen Auftritte der deutschen Nationalmannschaft unter Trainerdarstellern wie Ribbeck und Völler, wem sind diese bleiernen Zeiten noch im Gedächtnis, wer kann noch Dank empfinden, dass das spätestens seit den Zeiten von Klinsmann und Löw in der Regel nicht mehr gilt? Mit den paar, die sich daran erinnern – und hier beginnt meine Kritik an der Kritik von Arnd Zeigler – kann man keinen Staat machen. Mit den paar, die sich dann auch fanden zum Finale-Gucken, als die Mehrheit die EM längst abgehakt hatte, als Fehlschlag, als Ärgernis, als einzige Enttäuschung, mit den paar, die – ein wenig Gerechtigkeit gibt es dann doch noch auf dieser Welt – in den Genuss eines der besten Spiele des Turniers kamen, mit den paar kann man den Fußballzirkus, den wir alle inzwischen gewohnt sind, nicht finanzieren. Um es noch klarer zu sagen: die von Zeigler angeprangerte Respektlosigkeit des Sportgroßinquisitors „BILD“, um nur ein wüstes Beispiel zu nennen, ist nichts anderes als die andere Seite der Medaille, die eine derartige Aufmotzung eines Fußballturniers erst möglich gemacht hat. Die eine ist aber ohne die andere Seite nicht zu haben.

Es ist etwas, an das wir in unserer selbstverantwortungslosen, klagelüsternen Kuschelwelt ungern erinnert werden, aber es ist trotzdem wahr: alle Dinge haben ihren Preis. Man muss für alles bezahlen. Wer 27000 Kameras im Stadion will, 20 Schiedsrichter und künftig auch noch GoalRef und HawkEye, wer Stars will und Begeisterung und Hype und Autokorsos und nochmal Begeisterung und immer wieder wiederholbare Sommermärchen, wer all das finanzieren will, der kann das nicht nur mit Leuten tun, die sich über Raute oder Nicht-Raute den Kopf zerbrechen und durchaus schon mal ein Spiel am heimischen Fernseher ansehen und die den TV auch nicht zwei Stunden vor Anpfiff einschalten und erst drei Stunden danach ausmachen. Wer will, dass all die Verbände, Spieler, Trainer, Unterstützungsteams, Medienanstalten, Werbeagenturen, Sportartikelhersteller, Gastronomen, Brauereien bis hin zu den Servicekräften in den Kneipen ihr Geld verdienen, der braucht nicht das Spiel, der braucht den Event. Der muss Leute, die sich nicht die Bohne für Fußball interessieren, dazu bringen, sich ein Trikot zu kaufen, sich anzumalen, als wäre schon Fasching, sich stundenlang in der glühenden Sonne beim Public Viewing mit überteuerten Getränken besinnungslos zu saufen. Dann kann man solche Turniere, dann kann man solche Gehälter finanzieren, dann kann man solche (Un-)Summen bewegen. Wer also jetzt im Nachhinein A sagt, sprich: böse böse „BILD“, die in seltener Häme und Respektlosigkeit unsere Nationalspieler abledert, der muss auch B sagen und vorher (!!!), ja weit vorher die Stimme erheben, wenn wochenlang gelobhudelt wird, wenn jeder Pups aus dem Nationalmannschaftshauptquartier berichtenswert erscheint, wenn plötzlich wichtig ist, dass der Schweini nicht mehr Schweini sein will und dass der Özil die Merkel, die in Bezug auf Anbiederung ja keinerlei Schamgrenze kennt, cool findet und dass den Gomez grad was zwickt und was der Philipp grad so denkt. Wer kritisiert, dass nun gehöhnt wird, Lahm spreche wie ein Politiker, der erhebe bitteschön seine Stimme auch, wenn wochenlang jedes ebenso politikereske Statement sendens- und schreibenswert erscheint, wenn wochenlang Nullnachrichten stundenlang ausgewalzt werden und wenn alle Kanäle des Äthers mit diesen Absonderungen von Menschen, die zuletzt tatsächlich an ihre eigene Bedeutung glauben, vollgemüllt werden. Wer das eine verdammt, sollte zum anderen auch nicht schweigen. Oder, was wahrscheinlich das Klügste wäre: beides ignorieren. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter. In zwei Jahren bei der WM werden wir eine weitere Steigerung des Hypes erleben. So ist das halt.

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Kommentare (18)

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  1. War die EM wirklich 2012? ;-)

    Nun, ich stimme mit der Kritik an den Kritiker, formuliert von Arnd Zeigler, nur bedingt überein. Klar: Gegen das Boulevard-Gelaber hab ich auch was, aber inhaltlich sollte es auch erlaubt sein Fehler als Fehler anzusprechen – und Löw hat Fehler gemacht und das ja auch selbst eingesehen. Deswegen immer gleich Köpfe zu fordern, halte ich allerdings auch für albern, ist aber auch in der Wirtschaft längst üblich.

    Ich bin froh, dass ich endlich wieder über Gomez lästern kann ohne mir mangelnden Patriotismus vorwerfen lassen zu müssen. :-)

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  2. Claus sagt:

    @Hörnla: Die “Live”-Übertragung wird demnächst sowieso völlig abgeschafft. Schon mal die Zeitverschiebung zwischen IP-TV und Satelliten- oder Kabelempfang gemessen?
    Bei mir ist die EM wirklich abgehakt, nur etwas Positives fällt mir noch ein, falls es nicht schon woanders erwähnt wurde, und gilt einer Gruppe, die gewöhnlich als Buhmann herhalten muss, den Schiedsrichtern. Noch nie bei einem großen Turnier habe ich so wenige, um nicht zu sagen gar keine Fehlentscheidungen die Abseitsregel betreffend gesehen. Die wenigen Szenen, die noch beim Standbild diskutiert wurden, betrafen dermaßen kleine Sekundenbruchteile, dass man einem Menschen ohne technische Hilfsmittel wirklich keinen Vorwurf machen kann.

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  3. Teo sagt:

    Was bleibt von der EM ist der Ballzauber der Spanier zum verdienten EM-Sieg auf der sachlich/ fachlichen Ebene und

    “Low lie the fields of Athenry”.

    auf der emotionalen Seite.

    Und wenn der Club am zweiten Spieltag im eigenen Stadion 0:4 zurück liegen sollte, dann werde ich erst mal an die Iren denken.

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  4. Juwe sagt:

    Teo: Was bleibt von der EM ist der Ballzauber der Spanier z

    und daß Italiener auf einmal offensiv spielen. Die Erfinder des Catenaccio. Mich hat das persönlich am meisten überrascht und die deutsche Nationalmannschaft hat es glaube ich bis heute nicht verstanden.

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  5. Optimist sagt:

    Alexander | Clubfans United: War die EM wirklich 2012?

    das Trifft den Nagel auf den Kopf!

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  6. Woschdsubbn sagt:

    Ich mochte den aktuellen Bundestrainer von Anfang an nicht. Die Bevorzugung von Spielern seines Heimatbundeslandes im Allgemeinen bzw. dem VFBäh im Speziellen, ging mir total auf den Zeiger.
    Und wenn man sich die bei Arnds Beitrag aufgeführte Siegesliste mal genauer ansieht, dann sind da bekannte Fußballgrößen wie Aserbeidschan, Kasachstan, Belgien und Österreich teilweise mehrmals mit dabei.

    Und bei den Ansprüchen an die Nationalelf darf man auch in Betracht ziehen, dass der DFB der mit großem Abstand größte Fußballverband der Welt ist und wahrlich nicht unter Geldmangel leidet. Und seit etwas mehr als einem Jahrzehnt (!!irgendwann ist dann auch mal der letzte Funktionär aufgewacht) wird ja sogar die Jugend- und Nachwuchsarbeit mit den Leistungszentrum unterstützt. Direkt oder Indirekt daraus resultierten die aktuellen Wunderspieler wie Götze, Reus, Khedira oder Özil.

    Aber solche goldenen Generationen wachsen nicht auf den Bäumen. Es ist nicht gesagt, dass wir einen permanenten Strom an solchen Talenten zur Verfügung haben werden.
    Wenn es also mit solchen Ausnahmenspielern zum nun wiederholten Male nicht gelingt, einen großen Titel zu holen, weshalb darf man dann da nicht die Trainerfrage stellen?! Das ist wohl mehr als legitim. Und die seltsame Lethargie, die im Spiel gegen Italien weite Teile der Mannschaft ausstrahlten (>60 Minuten trotz Rückstand keine Torchance) neben der völlig falschen Taktik und Aufstellung sind auch gute Argumente für einen Trainerwechsel.
    Weshalb nimmt man denn nicht wirklich mal einen frischen, unverbrauchten Fußballlehrer aus dem Ausland? Der würde vielleicht frische Ideen anstatt “Ich stelle mal den FCB auf” mitbringen.

    Schade, dass so eine Chance vergeben wurde.
    Aber now to something completely different, wie bekannte britische Komiker sagen würden. :P
    Gibt es einen Counter, ab wann die Saison wieder losgeht?

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  7. Armin sagt:

    Na, spricht aus all unseren Kommentaren nicht auch die Enttäuschung? Das schimpfen auf die Event-Fans, soll das nicht einen selbst ein wenig als “echten” Fußballfreund erhöhen? Sicher der mediale Overkill steigert sich, wo man eine Steigerung kaum noch für möglich hielt, allerdings auch wir hier in unserem kleinen Medium beteiligen uns daran.

    Ich kann für mich nur sagen, dass ich selten mehr Spiele gesehen habe als bei dieser EM. Und ja, auch ich war enttäuscht von unserer Mannschaft, weil sie aus meiner Sicht nicht ihre beste Leistung zeigen konnte. Im entscheidenden Wettkampf seine beste Leistung zu bringen ist eben auch ein wichtiger Bestandteil des Sports.

    Wenn man sich dann selbst auch noch zum Titelfavorit ernennt, dann ist “koan Titel” eben eine Enttäuschung, man frage mal bei den Bayern nach, die kennen das. Und auch das hat nicht unbedingt etwas mit Erfolgsfans zu tun. Der eigene Anspruch, die Qualität der eigenen Spieler definiert auch den Anspruch, wird der nicht erfüllt ist man enttäuscht, das ist, finde ich, nur menschlich.

    Insofern konnte ich den offenen Brief von Zeigler auch nicht verstehen, daß die BLÖD unmenschlich handelt und mindestens über das Ziel hinausschießt, Stimmungen übersteigert, kann man doch nicht erst 2012 gemerkt haben. Aber Enttäuschung über “koan Titel” finde ich in dieser Situation normal. Dazu Spieler die nicht den Fußball gezeigt haben, den die Mannschaft mit der letzten WM und der EM-Qualifikation versprochen hatte, soll man das als Fan einfach nur so zur Kenntnis nehmen? Wenn der Fußball begeistert, dann kann er auch enttäuschen, traurig und wütend machen. Nur positive Emotionen wären unmenschlich.

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  8. Woschdsubbn sagt:

    Armin, dass wir ähnlicher oder gleicher Meinung sind, wird ja langsam zur Gewohnheit :P
    Ich mag den Arnd ja schon, aber mir ist er mit seinem Beitrag da auch etwas übers Ziel hinausgeschossen. Irgendwie hat er sich da regelrecht in Rage geschrieben.

    P.S.: Wie war das jetzt mit dem Counter zum ersten Glubbspiel?

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  9. Optimist sagt:

    Armin: Na, spricht aus all unseren Kommentaren nicht auch die Enttäuschung? Das schimpfen auf die Event-Fans, soll das nicht einen selbst ein wenig als “echten” Fußballfreund erhöhen? Sicher der mediale Overkill steigert sich, wo man eine Steigerung kaum noch für möglich hielt, allerdings auch wir hier in unserem kleinen Medium beteiligen uns daran.
    Ich kann für mich nur sagen, dass ich selten mehr Spiele gesehen habe als bei dieser EM. Und ja, auch ich war enttäuscht von unserer Mannschaft, weil sie aus meiner Sicht nicht ihre beste Leistung zeigen konnte. Im entscheidenden Wettkampf seine beste Leistung zu bringen ist eben auch ein wichtiger Bestandteil des Sports

    Ich weiß nicht recht, meine Enttäuschung resultiert eher aus der Wahrnehmung des Spektakels, das mich seltsam kalt gelassen hat. Und das, obwohl ich wirklich alle Spiele gesehen habe (sogar die parallelen). Früher war das nicht so, da war ich irgendwie “beteiligter”. Und die ganze Zeit habe ich eigentlich gehofft, dass der Funke endlich überspringt. Er sprang nicht. In der Nachbetrachtung erreiche ich nun auch keine andere Wahrnehmungstiefe, da ist mir fast nicht mehr bewusst, dass das Finale ja nicht einmal 2 Wochen her ist….

    Diesmal dagegen habe ich das Gefühl, überhaupt nur deshalb ein wenig Zugriff auf das Event bekommen zu haben, weil ich unser firmeninternes Tippspiel organisiert und ausgewertet habe und ich mich deshalb näher mit den Ergebnissen auseinandersetzen musste.

    Vom Abschneiden der Nati bin ich eigentlich nicht enttäuscht, sondern vielmehr verblüfft, wie es passieren konnte, dass man mit einer derart offensichtlichen Fehleinschätzung in ein Halbfinale geht. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, was man sich dabei denken hätte können…

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  10. Armin sagt:

    Vom Abschneiden der Nati bin ich eigentlich nicht enttäuscht, sondern vielmehr verblüfft, wie es passieren konnte, dass man mit einer derart offensichtlichen Fehleinschätzung in ein Halbfinale geht. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, was man sich dabei denken hätte können…

    Ich bin da ein wenig anderer Ansicht als die meisten von mir gelesenen Kommentare. Ich glaube Löw hat durchaus richtig entschieden, dass er die Aufstellung auf das Spiel der Italiener ausgerichtet hat. Die Idee das eigene Spiel dem Gegner aufzuzwingen war bei diesem Turnier einfach zu gewagt, dafür erreichten zu viele, vor allem vorher als wichtig eingestufte Spieler, nicht die Form.

    Dass dann der Spieler, der das Spiel der Italiener eindämmen sollte gar nichts bringt, also Kroos, das ist auch Pech.

    Natürlich war das Halbfinale enttäuschend im Spielverlauf, aber wenn man die restlichen Spiele der EM betrachtet nicht stark abweichend. Scholl hatte zum Auftakt gegen Portugal einige kritische Worte, aber die wollte kaum jemand hören, falsch waren sie deshalb nicht.

    Unsere Mannschaft konnte schlicht nicht das zeigen, was sie eigentlich zeigen könnte und das ist einfach schade.

    Dass sich Löw nicht dazu durchringen konnte den Bayernanteil drastisch nach unten zu fahren, ist für mich aber auch verständlich, gerade Schweinsteiger war als heimlicher Kapitän gesetzt, so einen Spieler draußen sitzen zu lassen ist ein großes Risiko. Schweinsteiger muss man daheim lassen oder spielen lassen. Hätte er seine Form während des Turniers gefunden, wäre alles gut gewesen.

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  11. Woschdsubbn sagt:

    Armin:
    Dass sich Löw nicht dazu durchringen konnte den Bayernanteil drastisch nach unten zu fahren, ist für mich aber auch verständlich, gerade Schweinsteiger war als heimlicher Kapitän gesetzt, so einen Spieler draußen sitzen zu lassen ist ein großes Risiko. Schweinsteiger muss man daheim lassen oder spielen lassen.

    Warum?

    Vor dem Spiel hat Schweinsteiger doch in einem Interview sogar die große Vorlage selbst gegeben, nicht auflaufen zu müssen, in dem er sich selbst dazu bekannt hat, einfach nicht fit zu sein. Er war ja im Spiel vorher gegen Griechenland schon herausragend schlecht und bestätigte seine schwache Form der zweiten BuLi-Saisonhälfte bzw. der EM-Vorrunde durchgehend.

    Als wir dann Kroos beim Aufwärmen sahen, dachten wir schon: Gute Wahl, Kroos statt Schweinsteiger zu bringen. Leider haben wir da falsch gesehen.

    Natürlich war das nur einer der Bausteine im Mosaik der Enttäuschung.

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  12. Warum hat man eigentlich so ein Problem damit zu sagen: Löw hat einen Fehler gemacht? Weil ich glaube, dass man heute für Fehler immer Folgen fordert. Ein Manager, der ein Geschäft versemmelt, der muss WEG! Ein Sportdirektor/Trainer, der absteigt, der muss WEG! Ein Nationaltrainer, der sich im Halbfinale einer EM falsch entscheidet, muss WEG! Warum eigentlich? Warum soll einer, der sonst gute Arbeit geleistet hat wegen einer falschen Entscheidung die gute Arbeit nicht fortsetzen können? Wird er nicht eher umso besser, wenn er den Fehler als Fehler begreift und daraus die richtigen Schlüsse zieht?

    Für mich hat Löw sich falsch entschieden und bei der EM einfach Fehler gemacht. Angefangen von der vollkommen unnötigen Demontage der Dortmunder Spieler in der Öffentlichkeit. Fortgesetzt bei der Nibelungentreue zu bestimmten Bayern-Spielern, während er umgekehrt Gomez ständig ins Wechselbad der Gefühle stieß. Die Ergebnisse allerdings blendeten. Portugal und Dänemark hätten auch anders ausgehen können, Holland war neben der Kappe, Griechenland keine Messlatte. Nicht nur Scholl, auch unser Hecking monierte, dass die Nationalmannschaft besser geredet wurde als sie war. Und geblendet vom “goldenen Händchen” des Griechenland-Spiels, wechselte Löw im Vertrauen auf sein Glück nochmal durch – und verlor.

    Für mich sollte Löw natürlich weiter machen. Er hat nicht nur Erfolg (und ein Turniersieg ist für mich kein Maßstab), er hat vor allem ein berauschendes Spielsystem etabliert, für das wir international nur Staunen ernten. Das soll er fortsetzen, aber seine Fehler nicht wiederholen. Dann klappt es auch mal mit den Titeln. Vielleicht.

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  13. Bluemerson sagt:

    wußte gar nicht das wir schon ein neues Auswärtstrikot haben :-) fehlt ja quasi nur noch das Heimtrikot und ein Sponsor !!!

    http://www.ligainsider....013-LigaInsider-de.jpg

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  14. Scramjet sagt:

    Bluemerson:
    wußte gar nicht das wir schon ein neues Auswärtstrikot haben fehlt ja quasi nur noch das Heimtrikot und ein Sponsor !!!

    http://www.ligainsider….013-LigaInsider-de.jpg

    Ich glaube nicht, dass das wirklich das neue Trikot ist. Hier sind von dem Entwurf noch zwei andere Bilder:
    http://www.pic-upload.d...004243/n12-14.jpg.html
    http://www.bilder-uploa.../892ee6-1339764780.jpg
    Da passt es zum einen nicht, dass Adidas wohl kaum einen Streifen direkt durch das “climacool”-Logo ziehen würde. Und andererseit ist es zweimal genau das gleiche Bild, nur mit Photoshop die Farben verändert…

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  15. Optimist sagt:

    Armin: Ich bin da ein wenig anderer Ansicht als die meisten von mir gelesenen Kommentare. Ich glaube Löw hat durchaus richtig entschieden, dass er die Aufstellung auf das Spiel der Italiener ausgerichtet hat. Die Idee das eigene Spiel dem Gegner aufzuzwingen war bei diesem Turnier einfach zu gewagt, dafür erreichten zu viele, vor allem vorher als wichtig eingestufte Spieler, nicht die Form.
    Dass dann der Spieler, der das Spiel der Italiener eindämmen sollte gar nichts bringt, also Kroos, das ist auch Pech.

    Ich kritisiere gar nicht, dass er Kroos gebracht hat. Aber warum dann wieder Podolski und Gomez? Warum nicht einfach Kroos für Schürrle, der ja auch nicht überzeugt hatte und fertig. DIESE Aufstellung hätte ich verstanden…

    Eine andere Sache ist, Schweini durchzuschleppen, aber der war ja zumindest auch in den vorangegangenen Aufstellungen vertreten.

    Wie auch immer, ich gebe Alexander recht: Dass man Fehlentscheidungen kritisiert heißt noch lange nicht, dass man Köpfe fordert. Das wäre überzogen.

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  16. Bluemerson sagt:

    Hi Jungs,
    habe exklusive Bilder aus dem Trainingslager Oberstaufen !!

    Auf zur Bildergalerie :-)

    https://www.dropbox.com...cip61g3vb/4w0D26r7w8#/

    Die Bilder können schön auf Originalgröße gezoomt werden !!

    Viel Spaß beim anschauen ;-)

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  17. Armin sagt:

    Warum hat man eigentlich so ein Problem damit zu sagen: Löw hat einen Fehler gemacht? Weil ich glaube, dass man heute für Fehler immer Folgen fordert. Ein Manager, der ein Geschäft versemmelt, der muss WEG! Ein Sportdirektor/Trainer, der absteigt, der muss WEG! Ein Nationaltrainer, der sich im Halbfinale einer EM falsch entscheidet, muss WEG! Warum eigentlich? Warum soll einer, der sonst gute Arbeit geleistet hat wegen einer falschen Entscheidung die gute Arbeit nicht fortsetzen können? Wird er nicht eher umso besser, wenn er den Fehler als Fehler begreift und daraus die richtigen Schlüsse zieht?

    Ich sage doch gar nicht, dass Löw keinen Fehler gemacht hat, allerdings das Problem vieler Fehler ist halt, dass man sie erst im Nachhinein erkennt. Natürlich gibt es dann Leute, die hinterher vorher schon immer alles besser gewusst haben, aber wenn man ehrlich ist, dann muss man einfach sagen, vieles in diesem Spiel, Fußball, ist einfach enorm schwer vorauszusagen. Vielleicht wetten deshalb so viele Menschen so gern auf die Ergebnisse?

    Für mich sah es so aus, Löw hatte einen Plan, die Mannschaft die sich 2010 bei der WM so positiv zeigte über die EM-Quali weiter zu entwickeln, vielleicht an der einen oder anderen Position noch zu verändern, aber im Gros doch so zu lassen. Jede große Mannschaft hat sich doch auch entwickelt, wurde nicht direkt als solche geboren.

    Bis kurz vor der EM ging der Plan fast perfekt auf. Der Kern der Nationalelf war der Bayernblock und dieser spielte um die Meisterschaft mit, kam ins Pokalendspiel und in CL-Endspiel, eigentlich eine grandiose Saison. Dazu die beiden Madrider Özil und Khedira, die mit Real die Meisterschaft gegen Barca geholt haben, demselben Barca, das doch irgendwie das Vorbild für die spanische Nationalelf ist. Dazu in Deutschland endlich ein echter Gegner für die Bayern mit den Dortmundern, die auch in der Nationalelf Druck auf die Bayern ausüben, alles eigentlich ideal, aber dann kam der 30. Spieltag, der 11.04. und das Schicksal nahm seinen Lauf.

    Hätten die Bayern Unentschieden gespielt, Robben den Elfer versenkt, manches wäre vielleicht anders gekommen, aber so schuf der BVB geschichtsträchtiges, die erste Mannschaft, die die Bayern in 4 Pflichtspielen nacheinander geschlagen hat und der Beginn der “koan-Titel”-Saison.

    Aber immer noch hätte alles für Löw einigermaßen laufen können, hätten die Bayern die CL gewonnen, die Spieler wären anders zur EM gekommen. So war nicht nur die Vorbereitung stark gestört, weil der Kern der Mannschaft, die Bayern-Spieler, erst spät dazugekommen sind, nein auch die psychische Substanz derselben war mehr als angekratzt.

    Dumm war natürlich auch, dass die Dortmunder auf europäischer Bühne so gepatzt haben, nicht unbedingt ein Grund nun bei der EM voll auf diese zu setzen.

    Löw hat sich am Schluss dazu entschieden, “seiner” Wunschmannschaft den Rücken zu stärken und auf die 2010er WM-Mannschaft zu setzen. Und in den ersten 3 Spielen schien das ja auch zu funktionieren. Vielleicht war der größere Fehler gar nicht die Wechsel beim Italienspiel, sondern die gegen Griechenland?

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  18. Bluemerson sagt:

    Der Link hat sich leider nochmal geändert !!!
    https://www.dropbox.com...2suxfe7rjvx/_odd4MmiWl

    Bilder vom Trainingslager in Oberstaufen

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