Titellos am Tresen

“Fraili hobbi des doomolds scho miedgriechd”, sagte Alfred (klick), “om Raadjo hobbis gheerd, doomolds hodd ja nuch nedd a jeeds an Fernseecha ghabd, midd maine Eldan woori voorm Raadjo gsessn, in da Kichng woorma gsessn, woor a Wahnsinnssach, noochm Schbill hodd da Nochba s’Fensda aufgrissn und ‘Daidschlond is Weldmaasda’ aufn Hoof nundagschriea, des waaßi nuch wi haid, ‘Daidschlond is Weldmaasda’ hodda gschriea, dass es jeeda gheerd hodd. Ochd Johr binni doomolds gweesn, ochd Johr.”

“Dann ist Alfred ja dreimaliger Welmeister”, sagte der Wirt über den Tresen, “wir waren’s nur zweimal.”

“Aber immerhin auch dreimal Europameister”, sagte Hannes (klick). “Zweimal Weltmeister, dreimal Europameister. Eigentlich eine stolze Bilanz.”

“Soo a Gwaaf. Iech woor nuch nie in maim Leem Weldmaasda. Und Euroobamaasda woori aa nie. Wall iech hobb doo nedd miedgschbilld. A-Glassnmaasda weeri fasd amoll gweesn. Wenn da Hoiblains Herbad nedd in da ledsdn Minuddn den Elfmeeda vasemmld hädd, weeri A-Glassnmaasda gweesn. Aichndlich hädd ja iech schießn solln, obba dann hodd si da Hoiblains Herbad, der Bleedl, na Boll gschnabbd und haushooch driebagezimmad, wi haid sichis nuch, mailnwaid drieba. Wenn iech gschossn hädd, weeri A-Glassnmaasda gweesn und in die Bezirgsliecha aufgschdieng weeri, obba Weldmaasda woori nie und aa nie Euroobamaasda, wenni soong deed, iech woor Weldmaasda missadi ja aa soong: Iech bi Baabsd (klick).”

“Wir WAREN Weltmeister”, sagte ich, “und wir WAREN Europameister. Weltmeister IST Spanien und Spanien WAR und IST Europameister. Ich will aber Weltmeister SEIN. Und wenn schon nicht Weltmeister, dann wenigstens Europameister. Was iss’n das für’n BOCKMIST! Viermal in Folge im Halbfinale und kein Titel!”

“Wallse nix draufhamm, wenns drauf ookummd. Frieha woornse aufn Bungd doo, wenns drauf ookumma is. Frieha hommse aa amoll an Riggschdond aufghulld. Frieha woornse Weldmaasda im Umdreha von Riggschdändn. Iech waaß goor nedd, wann die des ledsde Mool an Riggschdond aufghulld homm.”

“Weil sie hilflos sind”, sagte ich, “wenn etwas passiert, was nicht im Matchplan steht, den der Trainer ihnen verordnet hat…”

“Mädschbloon. Soo a Bleedsinn. Wenni des scho heer…”

“…Weil sie überfordert sind, wenn sie selbst die Sache regeln müssen…”

“…Wos hoddn da Maddääus an Mädschbloon gebrauchd? Odda da Gerd Mülla und da Beggnbaua…”

“…Weil sie versagen, wenn Eigeninitiative gefragt ist und nicht bloß Funktionieren nach Plan…”

“…odda da Frids Walda und da Morloggs Max?”

“…Ich fordere: MEHR MÜNDIGKEIT STATT MATCHPLAN!”

“Is nix Gschaids midd da Nadsjonoolmonnschofd. Is nix Gschaids.”

Ich nahm einen Schluck aus dem Glas und Hannes sagte: “Wenn Jogis Jungs keinen Titel holen, muss es halt der Club mal wieder tun.”

“Glaubst du ernsthaft, dass der Club deutscher Meister wird?”, sagte der Wirt.

“Nee”, sagte Hannes, “deutscher Meister nicht. Aber Pokalsieger. Immerhin liegt der letzte Pokalsieg des Clubs nicht so weit zurück wie der letzte Titel der Nationalmannschaft.”

“Interessanter Aspekt”, sagte der Wirt.

“Geecha wen hoddn da Glubb des erschde Schbill im Bogool?”

“TSV Havelse”, sagte ich und gab Alfred eine Blend 29 und sagte: “Komm Alfred, wir gehen eine rauchen.”

KLICK, KLICK .

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Kommentare (6)

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  1. KUZ sagt:

    A dodaal nedde Gschiechd, belschanov, echd schee. Dange. Abba i mo Dier wergli die Illusion neem, demnechsd a mol wieda an Diddl zu ham. Weil, wasd, mei Favoridd fier den Weldmaasderdiddl sin dei Brasilianer. Dei schbln fei scho fasd wei die Schbannier, sin jünger als unsere “Heldn” , auch wennse noch dodaal unbekannd sind, erinnern die miech an dei Subbädrubbn von 1982 mied dem genioolen Sogrades, dem Dogder, der leider vor kurzm gschdorbn ies.Nur di Idaliener ham damals dei Brasilianer budzn känna, weils so gschblld ham wei bei der EM geecha uns. Dann wern aa die Archendienier mit Messi voll aafdrumbfn und dei Schbanier wärn a nedd schlechder.

    Also mousd dem Glubb dei Daama drüggn, wennsd mal widda Maasder sei willsd. Abba , ärlich, a Diddl vom Glubb is mer allemoal leiber als su a WM oder EM Diddl unsrer Nadsionaalmannschafd. Und ob i an Lahm odda an Schweinie mehr Mündichkeid zugschdehn will, wasi aned. Dei machn ja scho eds suvl Gscheiss, dei kenna ja ned a mol mehr verliern ohne zu sachn, dass se ja eh besser warn als die Andern…. odda abba dei san solch Sensiblchen, dass scho das Wissn, dei andern kennerdn ja besser sa, deena das Herz in die Huusn rudschn lässd. naaa, dann doch viel leiber an Diddl fürn Glubb….

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  2. Philip sagt:

    Alfred scheint ein Oberfranke zu sein. Aber zu der These: Prinzipiell richtig. Die jungen Spieler sind aber derart diszipliniert, dass sie sich immer der Mannschaft unterordnen. Das liegt weniger an der Philosophie der Trainer als an den Regeln des Marktes. Ein Spieler muss verkaufbar sein, weshalb er systemkompatibel sein muss. Da fällt der Geniale schon mal durchs Raster. Und der mittelmäßige Spieler kann durch Disziplin größer scheinen. Deswegen gibt es in der Bundesliga immer mehr Vereine, die sich im Mittelmaß etablieren…

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  3. Optimist sagt:

    KUZ:
    an Diddl fürn Glubb….

    Das wäre doch das ideale Maskottchen, wir haben ja eh kein gescheites: der Diddl!

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  4. Blitz sagt:

    Wie immer: Jede Zeile ein Genuss! :-D

    Danke, belschanov!

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