Vorschau: Hamburger SV – 1. FC Nürnberg (16. Spieltag 06/07)

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Der 16. Spieltag mit einer schweren Aufgabe für den Club. Der HSV jagt weiter gemeinsam mit Schalke die Bayern und Bremen und führt mit dem überragenden Van der Vaart die Scorerliste an. Der Club mit nur noch einem Punkt zum Abstiegsrang wird zeigen müssen, ob er die Schlappe gegen Schalke verdaut hat und nicht noch weiter in die Abstiegszone rückt. Alles klar also gegen den Club, gegen den man die letzten sechs Heimspiele gewann.

HAAALT! Falscher Film!

Aber so hätten es die meisten wohl erwartet, so im Vorgriff auf diesen Spieltag zu Saisonbeginn. Doch die Realität sieht anders aus. Der Club steht auf Platz 9 und ist damit eigentlich eher unzufrieden, da die Ergebnisse fast allesamt eher noch besser für den Club hätten aussehen müssen. Und der HSV? Kein Kandidat für die Champions League sondern 17. mit nur einem Saisonsieg, einem Van der Vaart, der nie so richtig in die Saison kam und nun auch noch nach Frustfaul gegen einen Bochumer vier Spiele gesperrt wurde.

Hamburg am Boden, einziger Hoffnungsschimmer das kuriose 3:2 gegen Moskau in der Champions League, wenngleich das Ergebnis für den Ausgang der Gruppe unwichtig war – vielleicht ein Achtungserfolg, wenn überhaupt. Dennoch greift man als HSV derzeit nach jedem Strohhalm um die Moral und Stimmung zu bessern: Endlich wieder gewonnen.

Und nun kommt der Club.

Beim Club fehlen (aus dem engeren Kader) Mintal, Polak und Glauber. Aber eigentlich nur Glauber, denn Mintal war kaum wieder nahe an der Startelf, dann schon wieder verletzt, und Polak gerade aus der Startelf raus. Einzig Glauber wird also fehlen, wobei Beauchamp ihn gegen Schalke, die eben nicht einmal ein Tor erzielten gegen den Club, hervorragend vertrat. Beim HSV fehlen: Sorin, Wicky, Kompany, Klingbeil, Demel, van der Vaart und de Jong. Andere kamen gerade erst wieder aus Verletzungen zurück. Das ist schon eine harte Nummer, zudem Atouba nach seinem Ausraster gegen die eigenen Fans intern suspendiert wurde.
Kein Wunder also, dass Hans Meyer sich im HSV-Interview auch betont offen und vielsagend gibt:

Der HSV benötigt die Punkte, wir wollen sie auch. Das kann ich ihnen zur Ausgangslage sagen – alles andere wäre Hellseherei.

Kein Grund für Tiefstapeln, aber auch kein Grund für Euphorie. Man könnte nun ganze Heerscharen von Binsenweisheiten aus dem Köcher ziehen, so Marke „Angeschlagene Boxer“ und so weiter, aber tatsächlich ist dieses Spiel kaum einzuschätzen. Nahe liegt ein Unentschieden, da das bei 10/8 Unentschieden pro Team einfach nahe liegt, aber wer die Spiele verfolgt hat weiß, dass das im Prinzip gar nichts aussagt. Beide Teams spielen zwar oft Unentschieden, Spielanlage und Spielverlauf passen aber nicht zum Bild – diese Vereine sind keine Unentschieden-Könige.

So wird es ein Zitterspiel für den HSV und eine weitere Gelegenheit für den Club sich zu festigen im Mittelfeld. Dem HSV wünscht man auch ob des sympathischen Doll und dem Franken Dietmar Beiersdorfer im Management eine Rückkehr in die Erfolgsspur. Dem Club aber endlich den Lohn für viel Investition in fussballerischer Sicht. Für den HSV wäre ein Unentschieden zu wenig, das ist klar. Und genau das ist die Chance für den Club. Bisher haben selbst Top-Clubs (Schalke) und Heimmannschaften (Wolfsburg, Frankfurt) bisweilen gegen den Club gespielt, als würde ihnen ein Unentschieden zum Titel reichen.

Grafik: Endl.deSorry, HSV-Fans, da müßt ihr durch, durch den Spott.

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