Unsterblich

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So, puhhh, die erste Nacht nach dem grandiosen Sieg gegen den FC Bayern München ist vorbei und die Freude darüber ist keineswegs verflogen. Zunächst einmal die Schlagzeilen von Gestern und Heute:

Nürnberger Nachrichten

Traum der Club-Fans ging endlich in Erfüllung

Spiegel Online

Blamable Bayern in Nürnberg vorgeführt

kicker.de

3:0! Der Club schockt Hitzfeld

mythosbayern

Verdiente Niederlage!

fehlpass.com

Tonnenweise Sand Steine im Getriebe

Eines war vor dem Spiel schon klar, wenn nicht jetzt, wann dann!? Mein etwas gewagter Tipp, ein 5:0, war zugegeben leicht fernab jeder Realität, aber eben auch nicht ganz so abwägig. Die Bayern waren angeschlagen, der Club trotz einens eher durschnittlichen Remis in Gladbach in einer sehr guten Form. Das der Sieg gegen die Bayern kein Spaziergang war lässt sich sehr schön an der Aufstellung un der ersten Halbzeit zeigen. Stammspieler Honorato Glauber kuriert seine Verletzung noch aus und Marek Nikl, der Glauber auf dieser Position in den letzten zwei Spielen ersetzte, zog sich ebenfalls im Training eine Verletzung zu, Bluterguss im Oberschenkel. So kam es das der 18-Jährige(!) Australier Matthew Spiranovic von Anfang an in der Viererkette stand und als Gegenspieler Roy Makaay vor sich hatte.

Gleich vom Anpiff weg machte der 1. FC Nürnberg da weiter wo er im letzten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart aufgehört hat. Bereits nach einer Minute musste Oliver Kahn nach einer guten Flanke von Gresko sein können beweisen. Von Minute zu Minute wurder der Club stärker und drängte die Bayern in ihre eigene Hälfte zurück. Man mochte kaum glauben was da auf dem Platz vor sich ging. In der 12. Minute war es dann soweit, Stürmer Markus Schroth hebelte mit einem genialen Pass auf Ivan Saenko durch die Gasse die Abwehr (Lucio, Lahm, Sagnol, van Buyten) des FC Bayern aus und der russische Nationaspieler ließ sich diese Chance nicht nehmen, umkurvte Kahn und schob den Ball zum 1:0 ein.

Wie schon oft in dieser Saison schaltete der 1. FC Nürnberg nach der Führung unverständlicher Weise einen Gang zurück und überlies dem Gegner das Feld. ßusserst Riskant, vorallem wenn man gegen die Batzis aus München spielt, denn die sind leider immer für ein Tor gut. Nach 20. Minuten musste Hans Meyer die Mannschaft zum ersten mal umstellen. Der Argentinier Pinola sah nach einem Foul an Salihamidzic sehr früh die gelbe Karte und leistete sich auch in der Folge immer wieder Nicklichkeiten mit dem Bosnier. Meyer reagierte und wechselte Pinola gegen Polak aus. Pinola fand das gar nicht komisch und lief wütend in Richtung Kabine. Auf dem Weg dorthin fluchte er lautstark und warf sein Trikot Richtung Trainerbank, was laut Manager Martin Bader nicht ohne Folgen sein wird. Polak wurde auf die Position von Gresko gestellt und der Slowake rückte in die Abwehr neben Spiranovic um diesem im Kampf gegen Makaay und Co. zu unterstützen.

Wie wichtig das war sah man am Rest der zweiten Halbzeit. Wie gesagt wurden die Bayern immer stärker und hatten durchaus ihre Chancen zum ausgleich. Aber die Nürnberger Abwehr stand trotz der Personalprobleme gut und verteidigte die Führung.

03022007_schroth.jpgHalbzeit! Meyer stellte erneut sein Team um. Australier gegen Australier wurde ausgetauscht, Beauchamp kam für den jungen Spiranovic. Der 18-Jährige machte seine Sache in der ersten Hälfte sehr sehr ordentlich und wurde keinesfalls wegen seiner spielerischen Leistung ausgewechselt. Meyer sagte nach dem Spiel „der Junge war über seine Auswechslung eher erleichtert“. Ex-Bayern Trainer Ottmar Hitzfeld reagierte ebenfalls und brachte mit Nationalspieler Lukas Podolski einen dritten Stürmer. Der Club ließ sich davon wenig beeindrucken und machte da weiter wo er in der 15. Minute der ersten Halbzeit aufgehört hat. Nürnberg spielte konzentriert und munter nach vorne und brachte die Bayern-Abwehr immer wieder in Verlegenheiten. In der 71. Minute fand dann ein kleiner Rollentausch statt. Abwehrspieler Andreas Wolf spurtete in Lucio-Manier in die Bayernhälfte, schüttelte einige Bayernspieler locker ab und  legte ca. 5 Meter vor dem Strafraum den Ball auf die linke Seite zu Gresko ab, dieser schlug eine geniale Flanke in den Strafraum des FC Bayern und Markus Schroth hämmerte den Ball per Flugkopfball zum 2:0 ein. Oliver Kahn sah dabei wie ein Fähnchen im Wind aus. Wahnsinn! Das Frankenstadion kochte.

Mit diesem Spiel hat der 1. FC Nürnberg für mich den Ruf des „Deppen“ entgültig abgelegt. Vor zwei Jahren wäre dieses Match wahrscheinlich noch 1:1 ausgegangen, aber das ist nun hoffentlich vorbei. Die Clubberer setzten sogar noch einen drauf. Nach einem Pass von Saenko in den Strafraum auf Robert Vittek spielte dieser mit der Bayernabwehr Katz und Maus und vollstreckte schließlich zum 3:0. Danach gingen die Bayern entgültig unter und konnten froh sein das nicht noch das 4:0 gefallen ist. Die Chancen hierfür waren da.

Tja, Bayern-Sepp, kleine Sünden bestraft der liebe Gott zuerst 🙂

Bilder: Mit freundlicher Genehmigung von fcn.de und pumuckl94.de

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