Die Saison, wo keiner will

Keiner will Meister werden und keiner in UEFA-Cup (weder von oben noch von unten) – jedenfalls wenn man sich die Ergebnisse und zum Teil Spielweise so anschaut -… und absteigen, klar, will ja eh immer keiner. Ok, wenigstens einige scheinen den einst so gefürchteten schnöden Platz im grauen Mittelfeld nun mit Kusshand zu nehmen. Nur Gladbach – ausgerechnet Gladbach – hat nun schon Planungssicherheit.

Und Hans Meyer? Der lobt seine Jungs. Unglaublich? Aber wahr. Und zu Recht. Denn gegen Wolfsburg ein Unentschieden zu Hause ist vielleicht kein Traumergebnis, aber wenn man bedenkt, dass den Club so ziemlich die gesamte Fachwelt maximal auf Augenhöhe gesehen und uns im Strudel des Abstiegs gewähnt hätten. Ein Club ohne fünf “Basisspieler” (irgendwie kommt seit Mourinho über Ballack das mal sagte der Begriff andauernd, scheint mir) ist auch mit den letzten Ergebnissen und vor allem mit der gesamten Saison voll zufrieden. Die Gefahr “alles” zu verspielen am Ende? Welche Gefahr denn? Was man noch nicht hat kann man auch nicht verspielen und zu einer Saison gehören eben gute wie schlechte Serien, Verletzungspech und verpasste Chancen. Unter dem Strich kann es für den Club gar nicht mehr schlecht laufen, denn der Abstieg ist passe, die Zuschauer wieder begeistert, die Hoffnung groß, die Bayern geschlagen und am Ende wartet noch ein Endspiel und es lockt – wie auch immer – der internationale Wettbewerb. Das haben die Jungs wirklich gut gemacht! Egal was noch kommt.

Aber überzogene Erwartungshaltungen ist ja gern das Kernübel von allem. Gladbach wollte nach den Sternen greifen und raus aus dem Mittelmaß … mit “Erfolg” und Liga 2. Das Eintracht Frankfurt-Umfeld sah sich vom eigenen Trainer zu Unrecht als potentieller Absteiger und zerfleischt sich sogar auf der Zielgeraden in Mannschaft und Umfeld. Lediglich Club-Führung scheint noch Ruhe zu bewahren. Zu Recht! Denn Funkel hat für die Substanz und die Möglichkeiten der Mannschaft eigentlich viel erreicht. Wenn der Abstieg wieder vermieden werden kann, hat er eigentlich alles richtig gemacht. Dass man mit dem Budget nicht laufend todsichere Kracher kaufen kann, ist klar, das kennt der FCN ja auch. Wenn davon dann sich einige als “faule Eier” (ohne persönliche Zuweisung und Wertung) oder als dauerverletzt erweisen, wird die Sache einfach brutal wacklig. Und der UEFA-Cup war da für die Frankfurter – wie auch zu erwarten war – eine Zusatzbelastung für Körper und Psyche (und das mehr aus Sicht zu großer Erwartungen). Wer sich schon mit Newcastle und Palermo auf einer Stufe wähnt und tatsächlich auch so spielt in diesen Spielen, dem fällt es schwer darüber nachzudenken, dass eine Saison eben sehr lang ist und viel Substanz braucht (siehe oben).

Aber lange ist nicht mehr. Das Mittelfeld bildet sich doch noch und die Absteiger kristallisieren sich langsam heraus. Mainz möge sich daraus befreien, wenn es nach mir ginge. Und die Eintracht nicht deren Platz einnehmen. Ich will nächstes Jahr hier weiter machen im Fanduell.

Ein Gedanke zu „Die Saison, wo keiner will

  • Also mir gefällt die Bundesliga gerade so wie sie ist. Oben und unten ist noch alles drin, und das drei Spieltag vor Saisonende. Spannender kanns nicht sein. Freu mich schon auf die Abstiegs und Meisterschafts-Krimis in den nächsten drei Wochen 🙂

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