Wenig Interesse für den Meister und den Pokalsieger

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Vereinsinterne Einstufung der Spiele zur Preiskalkulation – Beim zwischenzeitlichen Absteiger Gladbach galt der FCN vor Saisonbeginn als „wenig attraktiv“ – Kategorie 1 beinhaltete Bremen, München oder Schalke etc., Kategorie 2 u.a. mit Cottbus, Bochum oder Leverkusen

Nürnberg ist auf einem guten Weg – und das auch im Hinblick auf die Rückgewinnung der Zuschauergunst. Wenn ich mich an meine Zeit als Dauerkartenbesitzer in den 90ern erinnere, da hatte man die auch aus Selbstzweck gekauft, um auch garantiert einen Platz in den Spitzenspielen sicher zu haben. Doch danach arbeitete man mit vie Akribie (sprich: Grottenkick, Personalpolitik und Außendarstellung durch die Offiziellen) am Verbrämen von Zuschauern. Hatte ich damals auf der Anfahrt zum Stadion noch Auto-Kennzeichen von Würzburg oder Coburg um mich rum, folgten sukzessive immer leerere Stadien. Noch zu Zeiten Wolfgangs Wolfs war ein gefühlter Schnitt von 20.000 Zuschauern das höchste der Gefühle. Das lag natürlich auch am mangelnden Erfolg, aber auch an der Spielweise.

Eine der ersten Hans Meyer Aussagen, an die ich mich erinnern kann nach Amtsantritt, war, dass man zu Hause wieder eine Macht werden müsse. Und er tat dies konsequent mit Angriffsfussball, auf dem Platz nachdrücklich unterstrichen mit nominell drei Spitzen im 4-3-3. Und siehe da: Trotz der Unentschieden-Serien kamen die Zuschauer zurück. Weil man sah, was er vorhatte.

Zuschauerschnitt 2004/2005: 30.134
Zuschauerschnitt 2005/2006: 32.606 (Meyer übernahm zu Saisonmitte)
Zuschauerschnitt 2006/2007: 41.555

Da munkelte man schon, Nürnberg hätte seinen Reiz verloren, doch wie man sieht ist das FCN-Fanpotential da, man muss es nur wecken. Der bei den Zuschauern bereits verspielt scheinende Kredit war nur ein Schmollen und schon so mancher munkelt, dass der schlafende (Fan-)Riese beginnt aufzuwachen. Dass das nicht beliebig geht, das sieht man meiner Ansicht nach am Nachbarn aus Fürth, aber das ist ein anderes Thema.

Noch aber ist auch im „Franken-Stadion“ das Limit nicht erreicht: Platz 9 im Ranking mit 87,7 % Stadion-Auslastung. (Die ersten Drei: Schalke, München, HSV)

Was „zu Hause“ klappt, also verspielten Kredit zurückzugewinnen, ist in der Fremde doppelt schwer. Zwar bestätigt jeder, dass die Club-Fans ebenso zahlreich wie lautstark die fremden Stadien zum Teil fest in Beschlag nehmen, doch zieht der Name Nürnberg den gegnerischen Fan nicht so recht ins Stadion. Das mag an der Vergangenheit liegen, ist nun aber auch nicht viel besser geworden, denn als Fan der Gastmannschaft sah man auch diese Saison einen zähen FCN, der häufig Unentschieden spielte. Gut für das Punkte-Konto, schlecht für’s Image.

Nur Platz 15 mit 38.432 Zuschauerschnitt in den Auswärtsspielen. (Die ersten Drei: Werder (!), München, Schalke)

Das Schicksal teilt der Pokalsieger aus Nürnberg übrigens mit dem Meister aus Stuttgart: Nur Platz 13 in der Stadionauslastung zu Hause (81,3 %) und auswärts gar nur Platz 16 in der Zuschauergunst mit durchschnittlich 38.201.

Aber mit Veh und Meyer sind zwei am Werke, die auch auswärts auf attraktiven Fussball setzen, wenn sie können, wie sie wollen, sprich das entsprechende Spielermaterial dazu haben. Mit den aktuell beiden jungen Teams sowie den feststehenden bzw. noch zu erwartenden Verstärkungen mag ich prognostizieren, dass diese Werte nach der nächsten Saison anders, sprich: besser, aussehen werden.

(Alle Angaben ohne Gewähr)

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Kommentare (15)

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  1. JayJay sagt:

    Das mit der Auswärtstabelle interpretierst Du falsch, sozusagen durch die schwarzrote Glubbbrille. Die Fans der Heimmannschaft wollen ja eher das eigene Team attraktiv spielen sehen.
    Ein 1:0 Grottenkick gegen Gladbach ist denen lieber als wenn die Mannschaft des Herzens von jungen Wilden überrannt wird. Auch das Top/Popstar-Potenzial ist beim Glubb nicht gegeben. Viele gehen auch mal ins Stadion um Diego zu sehen. Die Leistungen eines Galaseks zu erkennen bleibt eher Kennern vorbehalten…
    Ich prophezeihe Dir, daß der Glubb auch nächstes Jahr eher weniger Publikum anlockt. Beim VfB wird das anders sein.

  2. Alexander sagt:

    Wie gut, dass wir anderer Meinung sind. 🙂

    Zum Top/Popstar-Potenzial: Vielleicht kannten einen Saenko, einen Vittek, einen Mintal, Misimovic, Engelhardt, Polak, Reinhardt oder Pinola noch nicht so viele außerhalb Frankens, vielleicht weil man sich in den Niederungen der Liga befand. Aber ich garantiere dir, mindesten 2-3 davon werden noch richtig Große. Ob man von einem Diego noch so viel hören wird? Anzunehmen, aber in Bremen ist das Kollektiv der Trumpf, ein Frings, ein Pizzaro, ein Ailton, ein Micoud waren und sind nur in Bremen richtige Pop-Stars.

    Und wie lange ihr (Frankfurt) noch ein volles Stadion habt, wenn ihr so defensiv weiterspielt und nur 4 Heimspiele gewinnt, will ich mal in Frage stellen…

  3. Alexander sagt:

    Aber JayJay auch noch ein Wort zur Attraktivität von Auswärtsmannschaften. Der eingefleischte Fan hat ein fieses 1:0 sicher lieber als eine toll aufspielende gegnerische Top-Mannschaft. Der eingefleischte Fan ist aber meist sowieso im Stadion, also in der Statistik keine Variable. Wenn man die Laufkundschaft will, dann braucht es was anderes. Die kommt z.B., weil man einen Gegner „hasst“ (wie die Bayern in der Regel, oder Dortmund/Schalke) und hofft sie verlieren zu sehen, oder weil eben ein Spektakel zu erwarten ist. Und das wiederum ist meist nur zu erwarten, wenn auch der Gegner mitspielt, also keine Maurermeister sind, bei denen man 90 Minuten „Geduld mitbringen“ soll … Oder?

  4. JayJay sagt:

    Nun ja, wenn Du mich hier so explizit als Frankfurter ansprichst, obwohl ich eigentlich allgemein und neutral versucht habe Dir das Fan-O-Men zu erklären, muss ich Dir halt auch direkt antworten. Ich gehe ja, im Gegensatz zu Dir, ins Stadion und habe eine Dauerkarte. Es eindeutig so, daß die „Laufkundschaft“ zum Großteil aus sogenannten Eventfans besteht. Von denen versteht kaum einer etwas vom Fussball. Sie sympatisieren der Einfach halt halber aber mit dem Team aus der Region und wären enttäuscht wenn die Heimmannschaft verliert. Um kein Risiko
    einzugehen kauft man dann Tickets für Cottbus,
    Bielefeld, Bochum etc. Besonders bitter ist dann, wenn die Eintracht gegen solche Mannschaften verliert…

    Zum Glubb ist zu sagen, daß ihr ja selber eine Zeit lang gebraucht habt eure slowakisch/tschechische Auswahl lieb zu haben.
    Bei Euch ist doch die Mannschaft bzw. der Trainer der Star… und bei allem Respekt, aber ich kann mir keinen kleinen Jungen vorstellen der außerhalb des Frangenlandes ein Pinola- oder Wolf oder Reinharttrikot trägt. Ein Trikot von Gomez allerdings schon. Aber ich will Euch ja nicht die Laune verderben.

  5. Stefan sagt:

    Ist das jetzt der planke Neid? 😀 Btw. ist es mir vollkommen woschd wer ausserhalb des Frankenlandes ein Club-Trikot oder ein VfB-Trikot trägt bzw. wer ein Star bei uns ist oder nicht.

    Fakt ist nunmal, wir haben den DFB-Pokal. Die Eintracht ist eben „leider“ 4:0 im Halbfinale gegen uns untergegangen und durfte nicht in Berlin mit dabei sein. Schade aber auch. Bzw. könnt ihr froh sein. Der VfB hätte die Eintracht wohl in ihre Einzelteile zerlegt.

    Und zum Thema „slowakisch/tschechische Auswahl“. Nur weil wir Mintal, Polak, Galasek und Vittek im Team haben? Kann wohl nicht Dein ernst sein 🙂 Dabei war Mintal auch noch fast die gesamte Saison verletzt. Wir haben eben diese vier. Ihr habt dafür so Stars wie Amanatidis, Takahara, Weissenberger, Kyrgiakos und Vasoski. Haha 🙂

  6. Alexander sagt:

    Der VfB hätte die Eintracht wohl in ihre Einzelteile zerlegt.

    Das glaube ich allerdings auch, ganz nüchtern betrachtet…

  7. JayJay sagt:

    Ja, so ist es halt im Fussball… es geht nur schwarz oder weiß. Eine allgemeine Diskussion warum Mannschaften attraktiv sind oder nicht ist nicht möglich. Klar bin ich mit meinen Adlerträgern direkt angreifbar. Bin selber mit dem Verlauf der Saison nicht zufrieden und gespannt wie Ihr den UEFA-Cup so verkraftet. Ich würde mich übrigens an Eurer Stelle nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Der Glubb hat uns fasst immer gelegen… So nebenbei fällt mir noch ein Argument für Eure Unattraktivität ein: In Eurer Region gibt es, entgegen dem Ruhrpott, keine Erstligaderbies und die Frisur von Pinola verschreckt zusätzlich so manche…

  8. Stefan sagt:

    Was können wir dafür das Fürth zu blöd zum aufsteigen ist?! 🙂 Und von UEFA-Cup hab ich in meinem Kommentar nichts erwähnt. Wenn wir in die Zwischenrunde kommen ist das schön, wenn nicht, WHO CARES?!

    ßhm, Erstligaderbies und Frankfurt? Darf ich mal kurz laut lachen? 😀

    Fakt ist, vor einem Jahr haben uns die sogenannten Experten im Abstiegskampf gesehen. Jetzt sind wir verdient auf Platz 6 und haben ebenso verdient den DFB-Pokal gewonnen. Kein Wunder das jetzt die sogeannten Experten ihr Unrecht nun mit neuen negativen Vorhersagen vergessen machen wollen.

    Pinola mag zwar nicht schön sein, bzw. mag Dir seine Frisur nicht gefallen, aber er spielt besser Fussball als jeder Frankfurter.

    PS: Aus dem Fenster lehnen tun wir uns bei 1. FC Nürnberg schon lange nicht mehr.

  9. Alexander sagt:

    Zudem haben wir durchaus renommierte Derbys im Programm. Das bayerische z.B. gegen den FCB, aber auch das gegen Schalke, zwar nicht regional, aber eine der (wenn für mich auch nicht nachvollziehbar) intensivsten Fan-Freundschaften der Liga.
    Wer hat eigentlich sonst noch Derbys in der Liga? Bremen und Hamburg, Schalke und Dortmund, ok, im Ruhrpott kann man wohlwollend alles als Derby bezeichnen.
    Laut Wikipedia gelten derzeit nur die genannten drei FCN-FCB, SVW-HSV und S04-BVB als überregional „bekannte Derbys“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Derby_(Sport)#Deutschland

  10. Jayjay sagt:

    gähn… was streite ich mich euch. Hat ja eh keinen Zweck. Ist ja euer Blog. Klar ihr seit die Größten! Wir sprechen uns nächstes Jahr um die Zeit… Schon mal diese Seite gesehen?
    www.fussballdaten.de/bunde…getabelle/
    Die Sache mit den Derbies und regionaler Nähe habt ihr auch nicht kapiert. Nur so ist zu erklären warum Aachen soweit oben in der Auswärtsfantabelle ist.

  11. Erstmal Danke für die Verlinkung auf meine Seite. Mittlerweile gibts bei mir in einen Kommentar vom Knappenkumpel Matthias Berghöfer, dessen Argumentation in Bezug auf die Vergleichbarkeit der Auswärtszuschauertabelle nicht von der Hand zu weisen ist.

    Es ist demnach unfair, die totalen Zuschauerzahlen bei Auswärtsspielen zu vergleichen, weil dem jeweiligen Club dann das Potenzial seiner eigenen Stadiongröße ab geht. Dortmund kann bspw. mit seinem 80.000er Stadion auswärts(!) insgesamt 50.000 Zuschauer weniger erreichen als ein Club mit einem 30.000er Stadion.

    Hatte ich auch nicht drüber nachgedacht, ist aber logisch, oder?
    Demzufolge (bzw. Matthias zufolge) führt dann München die Auswärtszuschauertabelle an, wenn die prozentuale Auslastung der Stadien bei Auswärtsspielen verglichen wird. Was, sind wir ehrlich, auch logischer erscheint. Denn ich tippe mal, dass auch in Nürnberg das Spiel gegen die Bayern flotter ausverkauft ist als das gegen Werder, oder?!

  12. Alexander sagt:

    Das ist schon richtig, der Einwand. Dennoch steht die Zahl insoweit, dass Werder auswärts mehr Zuschauer erreicht hat. Warum auch immer… 🙂

  13. Stefan sagt:

    Was könnt ihr Frankjfurter euch von der ewigen Tabelle den kaufen? Einen neuen Torwart vielleicht? *höhö* 😀

    Ok, dann bis nächstes Jahr….*winkewinke*

  14. vfb-dude sagt:

    also noch kurz was zur Stadionauslastung: beim VfB wird es so sein, dass nur noch vereinzelt karten in den freien Verkauf kommen werden, es gibt z.B. keine stehplatz,haupttribüne,enbw-tribühne -karten zu wererben, alles schon durch dauerkarten, mitgleider, etc. reserviert… von dem her glaub ich, dass die Stadionauslastung näöchste Saison eher im 90 Prozent bereich sein wird… bei nürnberg wird esw vielleicht nicht so krass sein, aber ähnlich.. natürlich ziehen topmannschaft mehr fans an als an gurkentrupps, obwohl man vielleicht verliert.. andere meinungen sind echt quatsch