Alles klar

2:4 im Halbfinale Liga-Pokal: FCN gegen Schalke

Nach dem 1:0 durch Vittek nach einer Traumkombination von Charisteas, Misimovic und Vittek, schlug Schalke in sieben Minuten drei mal zu. Das 1:4 kurz nach der Pause dann der endgültige K.O.

Das Spiel erinnerte mich ziemlich an das Qualifikationsspiel zwischen Bremen und Bayern. Nürnberg spielte am Anfang besser, hatte den Gegner im Griff, ging in Führung und verlor dann durch individuelle Fehler in der Defensive die Kontrolle und dann das Spiel.

Das Ergebnis mag ernüchternd sein, das Spiel an sich nicht unbedingt. Dass Probleme in der Defensive bestehen wusste man vorher, und die Schalker nutzten die gekonnt aus. Dass danach eine Verunsicherung in der Mannschaft war und man kein Debakel einfangen wollte, war klar. Die Offensivszenen stimmten zumindest in der ersten halben Stunde aber positiv. Misimovic zeigte gute Ansätze, Vittek trifft wieder (auch zum 2:4 Endstand). In der Schlußphase kam Nürnberg sogar noch mal auf und hätte mit etwas Glück den Anschlußtreffer noch gemacht. Dabei zeigte Kennedy, der für Charisteas kam, durchaus gute Ansätze.

Schalke wie auch Bayern München mögen die Siege genießen, Bremen und Nürnberg dürfen deswegen aber nicht die Köpfe hängen lassen. In dieser Phase der Vorbereitung fehlt es manchmal noch an der Abstimmung, vor allem in der Defensive, und da haben die Bayern und auch die Schalker bessere Individualisten auf dem Platz. Bei Bremen fehlten diese aufgrund Verletzung und Copa.

Nürnberg braucht – um wieder erfolgreich zu sein – die solide Defensive. Glauber merkte man an, dass er noch nicht dieser Stabilisator ist, der er mal war. Auch Pinola ist eigentlich nicht zu ersetzen. Erst als Galasek nach hinten ging für Glauber hatte man nach einigen Minuten den Eindruck, dass es wieder ruhiger wird.

Kurzum: Meisterschaftskandidat sind wir nicht und jeder hat wohl gesehen, wo die Stärken und Schwächen sind. Da die größte Schwäche die letztjährige Stärke war, hat man hier gute Hoffnung, denn das kriegt Meyer dann schon wieder hin. Wird dann das durchaus gefällige verbesserte Offensivspiel noch weiter kultiviert, darf man sich auf eine Saison ohne Sorgen durchaus Hoffnung machen. Vielleicht geht sogar mehr, wenn alle an Bord sind.

Kleine Bemerkung am Rande: Die Club-Fans sangen trotz 1:4 „Ihr werdet nie deutscher Meister“ in Richtung Schalke. Das irritierte selbst den Reporter bei der kolportierten Fan-Freundschaft, die ich eh nie richtig nachvollziehen konnte. Aber nett war das natürlich nicht. 🙂

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Kommentare (8)

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  1. belschanov sagt:

    Dass die sich Defensive, die letzte Saison über weite Strecken das Prunkstück des Clubs war, plötzlich so pannenhaft präsentiert, ist mir unverständlich. Okay: Pinola fehlt und Glauber ist nach seiner Verletzungspause noch nicht der alte (obwohl er doch nach der langen Regenerationsphase eigentlich wieder fit sein sollte), aber es darf einer Bundesligamannschaft nicht passieren, kurz vor der Halbzeitpause noch drei Tore zu kassieren. Hoffentlich bekommt der Trainer dieses Problem bis zum Saisonstart in den Griff, sonst ist mal wieder Zittern angesagt… Wenn die Viererkette weiterhin so löchrig ist wie ein Schweizer Käse, wird Meyer wohl zum veralteten System mit Libero und zwei Manndeckern zurückkehren müssen (wie am Anfang seiner Trainerzeit in Nürnberg). Da man Liberopoulos nicht verpflichten konnte, müsste dann wohl Galasek den letzten Mann geben…

  2. Johannes sagt:

    Ich finde es eher lustig, wenn aus Nürnberger Kehlen „Ihr werdet nie Deutscher Meister“ ertönt. Schließlich könnten die „Altmeister“ im kommenden Mai ein gemeinsames Jubiläum feiern, Ihr den 40. Jahrestag Eurer 9., wir den 50. Jahrestag unserer 7. Meisterschaft. Also zusammen eine Art 90. Geburtstag, und wenn weder Schalke noch Nürnberg in dieser Saison Meister werden, lautet der gemeinsame Trinkspruch „Same procedure as every year“.

    Aber wenn Ihr nicht wollt – sei’s drum, feiern wir halt allein.

    Und nochmal zum Mitschreiben: Die Schale wird überschätzt.

  3. nürnberg sagt:

    an den schreiberling ganz oben:

    um diese fanfreundschaft (die nun bis auf die alten, die diese pflegten und teilweise noch pflegen nun wirklich nichtmehr aufrecht zu erhalten scheint) nachzuvollziehen, sollte man sich vielleicht mit der entstehung befassen. angefangen hat es ja nur zwischen den hools beider vereine, warum es von der jeweils ganzen fanszene aufgeschnappt wurde, weiß bis heute wohl keiner so recht 🙂 aber geil war es früher schon, wenn man von tausenden schalkern beim auswärtsspiel empfangen wurde.

  4. Arthur sagt:

    @Johannes&Nürnberger: es war (und ich sage bewusst WAR) eine Freundschaft, die ich zwar nie begriffen hatte (ich war in der Entstehungszeit noch ein Kleinkind), aber die ich als Jugendlicher gerne sah. Es war einfach ein schönes Gefühl, wenn man zumindest in einem Stadion auswärts freundschaftlich empfangen wurde, aus welchem Grund auch immer. Nur wurde das vor allem in den letzten Jahren immer seltener. Bei meinem letzten Besuch in der Schalker Nordkurve (2001, ausverkauftes Spiel) wurde ich z.B. angemacht, einem Schalker Fan den Platz weggenommen zu haben.

    Ich kenne keinen einzigen Schalker persönlich und muss auch ehrlich sagen, dass ich die Freundschaft nicht wirklich vermissen werde.

  5. Johannes sagt:

    @Arthur: So eine Fan-Freundschaft ist ja nichts offizielles, auch wenn sich sogar auf der S04-Homepage hierzu ein Beitrag befindet.

    Die bestehenden Bindungen, und da gibt es welche, werden bleiben, wachsen oder eingehen. Ob das Spiel gestern abend so einen großen Einfluß haben wird – ich glaube nicht.

    Eines kann mir keiner nehmen, auch oder erst recht nicht so ein Ligapokal-Spiel: daß ich mich nämlich über gute Nürnberger Ergebnisse freuen werde. Auch in Zukunft. Ich schätze die Idee, der sich gegenseitig freundschaftlich verbundenen „Altmeister“.

    Aber da ist natürlich kein Zwang. Und wenn es FCN-Fans gibt, die Schalke in ihrer persönlichen Beliebtheits-Skala direkt hinter dem FCB einsortieren – ich habe lange im Rheinland gewohnt. Wie sagt man dort so schön? Jeder Jeck ist anders, und jeder ist anders jeck.

    In diesem Sinne.

  6. Arthur sagt:

    Den Spruch mit dem Jeck kenn ich, meine Freundin ist Kölnerin. 😉

    Ich hätte nichts dagegen, wenn es sich in eine individuellere Richtung entwickeln sollte. Halte ich auch für richtiger so. Also, dass sich einzelne Bindungen zwischen Groupierungen (speziell: Fanclubs) halten. Die Ultras pflegen ja Freundschaften mit Wien, Göteborg und Brescia. Und mein Fanclub pflegt freundschaftliche Verhältnisse mit einem Lauterer Fanclub.

    So gesehen ist es durchaus in Ordnung, wenn etliche Fans intensive und individuelle Fendschaften zu Schalkern pflegen. Aber ein allgemeingültiges „Schalke und der FCN“ habe ich noch nie gebraucht. Ich bin schon durchaus zufrieden, wenn ich auswärts im weinroten Trikot durch die Stadt laufen kann, ohne dass mir etwas passiert.

    In diesem Sinne 🙂