Verletztenmisere in der Bundesliga

Hat Jürgen Klinsmann unsere Trainer der Bundesliga nun zu sehr gereizt als er damals vor dem WM sagte: »Wir im Trainerstab sind der Meinung, daß bei allen Spielern, auch bei unseren Topspielern, noch Raum zur Leistungsoptimierung da ist. Bei wirklich jedem können noch 20 bis 30 Prozent mehr kommen.« Wird also jetzt zu viel trainiert und sind deshalb so viele verletzt? Oder eben doch gerade vice versa: Sind die Spieler verletzt, die nicht (top-)fit sind und daher Folgeverletzungen durch Fehlbelastungen entstehen?

Der Fan ist ja Gott sei Dank kein Mediziner (meistens), aber komisch ist für mich schon, dass die Vereine sich die letzten Jahre – so kommt es mir zumindest vor – mit dem Verletzungs-Problem als eines der Top-Themen beschäftigen müssen, und das bei der immer besser werdenden medizinischen Betreuung. Vor ein paar Jahren stellt man das mal bei Borussia Dortmund in Frage, wenn ich mich recht erinnere, als es eine ganze Reihe von Knieverletzungen gab. Und man erinnert sich noch gut an den HSV letzte Saison.

Aktuell gehen manche Mannschaften schon in der Vorbereitung am Krückstock, ganz vorne dieses Jahr die Eintracht aus Frankfurt, Werder Bremen und – hört hört, trotz Mannschaftsarzt mit Doppelnamen – der FC Bayern München. Sage und schreibe »50 verletzte Profis« zählt das Fußball-Magazin 11 Freunde Online, bei der Eintracht hatte man zum Teil nur noch acht Mann zur Verfügung und brach daraufhin das Traingslager ab.

Und auch der Club ist gebeutelt: Mnari, Kluge, Pinola – und nach hartnäckigen Verletzungen immer wieder zurückgeworfen oder am ranarbeiten: Mintal, Kennedy, Vittek und Glauber – und vom Saisonabschluss noch gut in Erinnerung Engelhardt, Reinhardt und Saenko.

Ist es die Mehrbelastung? Aber mehr wird ja auch nicht gespielt als 34 Spieltage (für die meisten Mannschaften) plus X Pokalspiele. – Ist es doch das intensivere Training, der härtere interne Konkurrenzkampf, die Mehrbelastung durch Länderspiele – immerhin ist ja auch beim Club mindestens jeder Zweite irgendwo Nationalspieler?

Also früher, so hatte ich den Eindruck, war eine Verletzung noch ne echte Meldung wert. Früher gab es noch sowas wie echte „Stammspieler“ und -formationen, heute nennt man den erweiterten Kreis „Basisspieler“. Heute fallen andauernd Spieler für Wochen aus – manchmal merkt man sich schon gar nicht wer denn da eigentlich auf der Position vorgesehen war.

Erklären kann ich mir das alles nicht.

Update: Freundlicherweise hat »11 Freunde« nun eine Liste der Verletzten zusammengestellt. Kommt ja gerade wie gerufen. Demnach gilt Kluge als nicht mehr verletzt.

Tags: , ,

Normale Kommentare | Verschachtelte Kommentare

Kommentare sind geschlossen.