Der Angstgegner sind wir

Eigentlich war doch alles schon wieder gut. Charisteas traf gegen Frankfurt, Blazek stabilisierte sich und mit dem überzeugenden Sieg ging ein Ruck des Selbstvertrauens durch die Mannschaft. Bis zu dem Moment als Charisteas wieder traf … per Kopfball-Bogenlampe über Blazek hinweg der irgendwie genau was anderes dachte als der Grieche. Aber auch da darf man sich nichts vormachen, wenn man die Reportage verfolgte und die Nachberichte las: Dieses „unglückliche“ Eigentor war nicht der Anfang vom Ende, das begann wohl schon mit Anpfiff.

Ein Rätsel, warum man ausgerechnet in Wolfsburg (3:1), eine Mannschaft des – zumindest derzeit – biederen Mittelmaßes nicht wie gewohnt mindestens 1 Zähler mitnehmen konnte. Warum man die positive Energie des Frankfurt Siegs nicht umwandeln und in Selbstbewußtsein kanalisierte. Mit dem Radio-Kommentator von Bayern1 klang das eigentlich nach wenigen Minuten wie ein Warten auf die Niederlage.

Klar: Charisteas, der später nach Augenzeugen-Berichten, noch einen weiteren schweren Klopper im Spielaufbau hatte und so das 2:0 einleitete, wird nun zumindest vorerst das Attribut Fehleinkauf tragen. Allerdings „vorerst“, denn zugegebenermaßen hat er eine zweite Chance verdient, wenn er selbst endlich mal voll fit ist und zudem an den Außen mit genesenen Saenkos und Vitteks zusammenspielen kann. Ich geb ihn nicht auf, den Griechen, aber Spiele wie in Wolfsburg muss man erst mal verdauen.

Wie dem auch sei: Jetzt kommt der Meister aus Stuttgart, der gerade ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis verbuchte. Wenn es ihnen dann so geht wie dem Club, dann dürfte an Sieg des FCN ja kein Zweifel sein. Wenn denn Fußball so einfach wäre ….

Bleibt also festzustellen, dass der größte Gegner derzeit wohl die Angst vor dem eigenen Versagen ist.