4 x 3 = 12

So Freunde, seit Dienstagabend wissen wir Bescheid. Der Club muss aufgrund der Zuschauerausschreitungen beim Spiel in Frankfurt „nur“ 50.000 Euro Strafe zahlen, die für den Überlebenskampf in der Bundesliga dringend benötigten drei Punkte darf er behalten. Nicht auszudenken, wenn die Punkte kassiert worden wären, das wäre quasi einer vorzeitigen Verbannung in die 2. Liga gleichgekommen. Und nicht auszudenken, wenn sich in den nächsten Spielen wiederum einige fehlgesteuerte Club-Fans danebenbenehmen. Dann drohen „Geisterspiele“ im menschenleeren Frankenstadion oder „Heimspiele“ auf neutralem Platz – nicht gerade das ideale Ambiente für die noch ausstehenden Endspiele um den Klassenerhalt, in denen der Club Gastgeber ist. Von Punktabzug als drohender Sanktion bei nochmaligem Fehlverhalten der Fans ist jetzt offenbar keine Rede mehr, jedenfalls habe ich nichts davon gelesen. So beruhigend das aus sportlicher Sicht ist, so merkwürdig ist es aus juristischer, wenn man bedenkt, dass im Vorfeld der Urteilsverkündung von Seiten des DFB immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass auch die Aberkennung der Punkte am „grünen Tisch“ im Raum steht.

Bleibt zu hoffen, dass uns solche Ausbrüche von „knall“-deppenhafter Selbstinszenierung, wie wir sie am letzten Samstag in Frankfurt und – in nicht ganz so massiver Form – auch schon vorher in Stuttgart und danach in Köln erleben mussten, in Zukunft erspart bleiben. So richtig dran glauben kann ich nicht, denn das blindwütige Ausleben narzisstischer Pyromanie scheint in bestimmten Fankreisen zurzeit ein Modetrend zu sein, und wenn in einer Peergroup (= Biergroup) mal was „Cooles“ angesagt ist, brechen die Barrieren der Selbstkontrolle. Mahnende Worte sind da wohl nur „Ultra“-Schall und Rauch…

Aber vielleicht sollten wir uns mal wieder dem zuwenden, was uns am meisten interessiert, nämlich den sportlichen, äh den fußballerischen, genauer den FCN-spezifischen fußballerischen Dingen des Lebens. Fast hätten wir’s in den Turbulenzen der letzten Tage vergessen: Unsere Mannschaft kann also doch noch gewinnen! Wäre ich – um einen Blick über den Tellerrand des Fußballs hinaus zu wagen – Obama, würde ich sagen: Yes we can! Aber gemach, keine voreilige Euphorie! Der Sieg in Frankfurt hält uns im Rennen, aber so richtig gewonnen ist damit noch nichts (ebenso wie Obama noch lange nicht US-Präsident ist). Bis zum Klassenerhalt ist es noch ein langer, schwerer Weg (ganz nach dem Motto des während der letzten WM zu Fußball-Ehren gekommenen Refrains Dieser Weg wird kein leichter sein – wobei ich gestehen muss, dass ich dieses Lied wegen seines weinerlichen Grundtons nicht leiden kann, aber das ist ein anderes Thema…). Es stehen noch sieben Spiele aus und von denen muss der Club vier gewinnen (oder noch mehr?). Früher habe ich in vergleichbaren Situationen (und davon gab es nicht wenige) auf einem Blatt Papier das Restprogramm des Clubs und seiner Konkurrenten zusammengestellt und Hochrechnungen angestellt. Am Ende ist der Club dann abgestiegen oder auch nicht, wobei der Ausgang meistens anders war, als er von der Berechnung her hätte sein müssen. Deshalb werde ich in dieser Saison auf das Rühren im Kaffeesatz der irrationalen Fußball-Arithmetik verzichten und mich auf eine einfache Rechnung beschränken: 4 x 3 = 12. Der Club spielt noch viermal daheim und dreimal auswärts. Die Heimspiele (von denen hoffentlich keines als „Geisterspiel“ ausgetragen wird) muss er alle gewinnen. Das macht zwölf Punkte und die sollten eigentlich reichen. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, sollte vielleicht zusätzlich auswärts der eine oder andere Zähler mitgenommen werden (von daher wäre die Formel 4 x 3 = 12 zu simpel, es fehlt mir aber die mathematische Sachkenntnis, um sie exakter zu fassen, betrachten wir sie also als eine zu Demonstrationszwecken vereinfachte Faustregel).

Bei dieser Vorschau auf den Rest der Saison vermisst vielleicht jemand die Namen der Gegner, auf die der Club noch trifft. Dass ich darauf verzichtet habe, diese Namen zu nennen, hat einen einfachen Grund: Es ist im Spielplan festgelegt, gegen wen der Club noch zu spielen hat, er kann sich, wie es so schön heißt, die Gegner nicht aussuchen. Genauso steht fest, dass der Club noch viermal (oder öfter?) gewinnen muss. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn er noch gegen Real, Milan, Inter, Manu, Chelsea und zwei weitere Teams von ähnlichem Kaliber antreten müsste.

Keine Panik! Der Club muss nicht gegen diese Mannschaften spielen. Das ist nur ein Ausblick auf die Europaliga, die, wie man hie und da liest, irgendwann einmal eingeführt werden soll. Aber so weit sind wir noch nicht. Vorerst gilt es, den Klassenerhalt in der deutschen Bundesliga zu schaffen. Und das wird schwer genug. Auch wenn die Gegner nicht Real, Milan, Inter, Manu und Chelsea heißen…

3 Gedanken zu „4 x 3 = 12

  • „wie wir sie ….in nicht ganz so massiver Form – auch schon vorher in Stuttgart und danach in Köln erleben mussten“
    Oha belschanov, da irrste dich aber. Also zumindest Stuttgart war ein ganz anderes Kaliber. Dagegen waren die 3 Böller am Samstag Kinderkacke.
    http://youtube.com:80/watch?v=XfcbAss5wcI
    Übrigens musste Karlsruhe dafür „nur“ 35.000 Eus zahlen. Schon seltsam…..

    (Wie sollte man auch mit so einem Lied Weltmeister werden? 😉 )

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  • Das in Frankfurt war nichts besonderes.Im vergleich zu anderen Beispielen.Deshalb sollte man in nürnberg die ruhe bewahren.

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