Fans verlieren die Fassung nach Koller-Welle

Längerer Einwurf, daher nur Volltext unten nach dem Klick. Musste das gedanklich mal runterschreiben, muss man nicht lesen.

Lange sah es so aus, als sei in Nürnberg alles irgendwie anders. Doch diese verkorkste Saison hat nun endgültig ihre Spuren hinterlassen.

Was wunderte sich die Fußball-Republik bis in den Spätherbst des vergangenen Jahres: Heimsiege eine Seltenheit, Abschlußschwäche und Fehler über Fehler in der Defensivarbeit – Ergebnis: Abstiegsplatz und eine unglaublich schlechte Punktausbeute.
Und die Fans? Über 40.000 im Stadion beispielsweise am 13ten Spieltag gegen Dortmund, die als 13ter mit 15 Punkten zum 16ten mit 9 Punkten anreisten. Der FCN damals 17ter der Heimtabelle mit nur einem Sieg, 8:9 Toren, bei 4 Niederlagen und 1 Unentschieden. Doch die Fans kamen und winkten mit den Fähnchen. Nur den Harry, den mochte man nicht so Recht, wobei man das eigentlich nicht dem Harry anlasten konnte, denn wie er war, war er immer, und so wurde er eben geholt. Sonst herrschte eine fast beeindruckende Freudigkeit und Einigkeit, böse Zungen würden sagen: Fröhliche Lemminge mit einem Schlumpflied auf den Lippen Richtung Abgrund.

In der Winterpause dann wurden – trotz immer noch Platz 16 und einer Niederlage auf Schalke – wieder jegliche Bedenken ad acta gelegt. Immerhin hatte man noch genug Zeit, man überwinterte im UEFA-Cup, die Verletzten sollten zurückkommen und mit der Verpflichtung eines erfahrenen französischen Innenverteidigers und des Recken und Star-Stürmers Koller, auch wenn er schon in den Jahren war, noch mal nachgelegt, das fast Euphorie aufbrach. Doch dann…

Mit der Niederlage gegen den KSC begann es, oder setzte sich eben fort. Das Unentschieden gegen Rostock war dann schon das Ende nicht nur der Euphorie, sondern auch Hans Meyers. Und hier begann es dann richtig zu bröckeln, im Fan-Verbund. Eine tiefe Spalte zog die Entlassung zwischen die Fans, vor allem aber auch zwischen Fans und Vereinsführung. Ein Riss, der bis heute nicht gekittet werden konnte, nur die gemeinsame Verzweiflung und die Hoffnung hielt noch zusammen, eine Zweckgemeinschaft. Die Mannschaft war da irgendwie außen vor. Doch auch das ist nun vorbei.

Es begann zu brodeln in Leverkusen, als die mitgereisten Fans sich von der Mannschaft abwanden, dann begannen sich offene Zwistigkeiten unter den Fan-Gruppierungen zu entwickeln, weil nicht alle bestimmte Aktionen unterstützen wollten. Es rumorte und in Frankfurt begann eine erste Eskalation, die derart unübersichtlich auch für Medienbeobachter war, dass niemand bis heute so genau sagen kann: War es eine Aktion gegen die Eintracht, unter den eigenen Fans, gegen die Mannschaft oder zur Unterstützung? Der Eindruck drängt sich auf, dass man auch unter den Beteiligten uneins war, was da eigentlich passierte.

Bis heute haben viele der Fans mit dem Thema Hans Meyer nicht abgeschlossen und sich mit Thomas von Heesen nicht angefreundet. Dieser Unmut bricht nun immer mehr in den Medien und Foren und auch in diesem Blog durch. Stimmungen gegen den aktuellen Trainer, Vorwürfe rückwirkend auf Hans Meyer und Spannungen unter den jeweiligen Meinungsvertretern.

Eine Bestandsaufnahme:

Thomas von Heesen wird offen kritisiert, und auch wenn er in seiner letzten „Wut“-Rede sich nur auf die Medienvertreter bezog, so zeigte das dem einen nur wieder, dass er mit den Fans sich a) entweder gar nicht befasst oder sie b) als Meinung nicht für wert befindet sich damit auseinanderzusetzen (oder c) sich lieber mit den Medien als den Fans offen anlegt). Übrigens die zweite Aktion von TvH, in der er offen sich jeglichen Fan-Wünschen nicht nur verschloß sondern sie mindestens indirekt als irrelevant einstuft.

„Jeder, der ein bisschen Fußballverstand hat, weiß, dass man eine Mannschaft, die im Rythmus ist, nicht unterbricht“
„Die Aufstellung hängt nicht von den Wünschen der Reporter ab. Ich entscheide das und kein anderer auf der Welt.“
(Thomas von Heesen; Quelle)

Genannt war man als Fan nicht, angesprochen fühlte man sich schon.

Michael A. Roth konnte nach seiner unrühmlichen Meyer Entlassung durch sein engagiertes Eingreifen in Frankfurt Punkte gut machen und gilt für viele nun wie einer der letzten Fußball-Patriarchen seiner Art, deren Führungsstil man nicht mag, dessen Absichten und seine Leidenschaft für den Verein aber außer Frage stehen und man so eben seine Regentschaft irgendwie erträgt, auch weil keine echten Alternativen am Horizont sind.

Martin Bader hat enormen Kredit nach der Brutus-Affäre (Brutus galt in Rom erst als Freund Caesars um dann an einer Verschwörung gegen ihn teilzuhaben) aka Meyer-Entlassung verspielt, hat aber durch seine Art es geschafft sich als redlicher Arbeiter dem alles irgendwie Leid tut aus der Schußlinie zu bringen.

Die Mannschaft stand immer kollektiv in der Kritik, da regelmäßig jeder mal patzte von Wolf bis Pinola, von Engelhardt bis Abardenado. Und vorne versagten beim Abschluß alle, die vorne eingesetzt wurden, ob Saenko oder Vittek, Mintal, Koller oder Charisteas.
Etwas außen vor ein Galasek und ein Misimovic, wobei man ersterem höchstens vorwarf, nicht so gut zu sein wie letztes Jahr, und letzterem höchstens einen verschossenen Elfmeter.
Doch irgendwie – so mein Eindruck – richtete sich das alles eben gegen das Kollektiv, vielleicht gegen die Einkäufer, die Aufsteller, die Einwechsler, die Trainierer.

Doch nunmehr weht ein anderer Wind, und der Fan-Zorn hat ausgerechnet einen auserkoren, mit dem so keiner rechnen konnte: Jan Koller. Wer ein Ohr an der Fan-Stimme hat, dem wird nicht verborgen geblieben sein, dass der Lange zunehmend in der Kritik stand. Erst richtete sich die Kritik gegen die Spielweise, die fast ausschließlich nur noch daraus zu bestehen schien, lang und hoch auf ihn zu spielen, was regelmäßig nicht von Erfolg gekrönt war. Eine erste Auszeit gegen Wolfsburg (wenn ich mich recht erinnere) und Stuttgart wurde insoweit auch von vielen begrüßt. Dann spielte er doch gegen Wolfsburg im Wiederholungsspiel und schoß das vielumjubelte 1:0. Doch das machte ihn noch nicht zum Liebling der Fans. Und gegen Dortmund dann platzte vielen der Kragen.

Koller ging nach dem Spiel zu den BVB-Fans und dankte für begeisterte BVB-Fanovationen, die nach dem Schlußpfiff nur seinen Namen feierten und die eigenen Spieler auspfiffen. Das war vielen Club-Fans eindeutig zu viel. Als Jan Koller dann noch die Welle übte, hallte es wohl „Koller, du A…“ aus dem Club-Block. Die Fans haben offensichtlich ihr Feindbild in der Mannschaft gefunden.

Koller spielt zwar nicht immer glücklich und erfolgreich (wer tut das schon beim Club derzeit), aber er wirft sich rein und kämpft vorne wie hinten. Dass er sich am Freitag nach einer kämpferisch einwandfreien Leistung bei den BVB-Fans bedankte kann man ihn nicht einmal richtig übel nehmen, dennoch war es nicht gerade sensibel, weil man so nicht gerade zeigt, dass man nun mit dem Herzen eine neue Liebe hat, den Club, noch sonderlich „klug“. Denn für mich war dieses Feiern der BVB-Fans einerseits zwar der alten Liebe zwischen Dortmund und Koller geschuldet, doch hat sich Koller hier auch einfach instrumentalisieren lassen. Fakt war, dass viele Dortmunder Fans (man studiere nur mal die Foren als das Gerücht des Koller-Wechsels umging) Koller es übel nahmen, dass er erst nach Monaco und dann nach Nürnberg ging, weil Koller von Dortmund wechselte mit den Worten, in die Heimat zurück zu wollen und jedenfalls nie mehr Bundesliga zu spielen… Dass die Fans dann Koller feierten war für mich eher eine Hommage an alte BVB-Zeiten (mit Koller) und eine Abstrafung der eigenen Borussia, der aktuellen Stürmer.

Vielleicht haben wir (Fans und Umfeld) alle den Erfolg einfach nicht vertragen, haben begonnen zu mystifizieren statt zu realisieren, haben das ganze, vor allem mit Hans Meyer, zu einer Glaubenssache gemacht, wie wir auch Koller zum Retter glauben wollten. Bis heute glauben wir alle an den großen Irrtum und suchen die eine Schraube, die das Getriebe blockiert: Die Vereinsführung glaubte, es wäre Meyer gewesen, doch das war es wohl nicht. Dann glaubten wir, es wären die Verletzungen gewesen, doch die Verletzten kamen wieder, der Erfolg aber nicht. Wir glaubten es läge am Sturm, doch auch mit Koller kam keine Wende. Und nun verlässt uns langsam der Glaube und auch die Hoffnung, und mangels Alternativen muss dafür eben der herhalten, auf dessen Schultern so viele Hoffnungen ruhten.

Wir haben einen Riesenkater vom Siegesrausch und langsam werden die Köpfe klar und wir merken, dass es das wohl gewesen sein könnte, alles nur ein „Sommermärchen“, eine Eintagsfliege Einsaisonfliege. Dass der Kader eben nicht so stark war, wie wir alle glaubten, Meyer kein Trainer-Halbgott, der keine Wunder vollbringen konnte, oder jedenfalls keine zwei in Folge. Wir hatten eine Grottensaison, wo sprichwörtlich da, wo das Glück fehlte, noch das Pech dazukam. Eine Aneinanderreihung von Umständen bei einer Mannschaft, die eben nicht auf Augenhöhe mit den Mannschaften ist, die einen einstelligen Tabellenplatz (zu Recht) beanspruchen, sondern eben maximal gesichertes Mittelfeld im Normalfall belegt und wenn es schlecht läuft eben absteigt.

Aber noch sind wir nicht abgestiegen.

Und genau das muss nun durch die Reihen gehen. Heute kam im DSF eine Reportage über Oliver Kahn und auch wenn man ihn nicht mag muss man ihm lassen, dass er diesen Willen hat auch das Unmögliche noch rumzureißen. „Weiter, immer weiter“ so einer seiner Sprüche. Nicht aufgeben, solange man noch atmen kann. Auch wenn man in der 90ten Minute das 1:0 gegen den HSV kassiert und nach menschlichem Ermessen die Meisterschaft verloren hatte die Mannschaft vorpeitschen und den Ball nach vorne werfen und kämpfen wie ein Löwe bis der Abpfiff kommt. Klingt pathetisch, ist aber im Sport legitim und wenn der FCN, die Spieler, die Führung, der Verein und die Fans, das verinnerlicht in den letzten drei Spielen, und aufhört sich mit Auflösungserscheinungen zu beschäftigen, dann bleiben noch drei mal 90 Minuten Zeit alles umzubiegen. Unbedingt wollen, egal ob der Kopf und das Herz was anderes sagt, einfach mit Willen sich durchsetzen. Wenn das gelingt, werden alle miteinander versöhnt sein und die Chance haben, doch etwas ganz Besonderes zu sein. Ganz ohne Verwunderung.

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Kommentare (20)

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  1. Holli sagt:

    Ich glaub immer noch dran. Und hoff dass mehr der Meinung sind dass wir am Mittwoch noch mal a richtig geile Stimmung haben.

  2. BÄIDERLESBOU sagt:

    schwere kost dein beitrag aber steh da auch dahinter…koller muss sich aber gefallen lassen das sowas nicht geht bei einer situation wie der unseren wos um ALLES geht. da feier ich ned mit dem gegner-mob…das geht ned und seine äusserungen richtung glubb-kurve in dortmund nach dem spiel: das geht scho glei dreimal ned…aber die fans haben sie wiedermal ned mit ruhm beklekert, z.b. st.petersburg schals oder son scheiß (man könnt ich da an die decke gehn) oder eben auch die viel zu krasse reaktion auf koller…

    wenn wir gewonnen hätten…was wäre passiert? braucht man ned zu diskutieren…

  3. KUZ sagt:

    Es ist doch inzwischen schon richtig, richtig peinlich, was sich manche Leute, die sich “ Glubbfans“ nennen, inzwischen alles herausnehmen!!

    Nach dem Spiel ging Koller ZUERST zur Glubbkurve. Und wenn die eigenen Fans keine Welle wollen…bekommen sie sie auch net! Basta! Ok, jedem, der das Spiel gesehen hat, war klar, dass wir 2 ganz wichtige Punkte verschenkt hatten. Da kommt keine rechte Freude auf.

    Ich fand das Verhalten der Dortmunder einfach toll, einen ehemaligen Spieler, der beinahe die eigene Mannschaft “ abgeschossen“ hatte, warum auch immer , so zu feiern. Er hat grossartiges für den Verein geleistet. Soetwas wird heute einfach immer wieder vergessen und dann die Schublade “ Söldner“ aufgemacht. Ich bedaure es sehr, dass heute die Mentalität vorherrscht: Mein Freund bist Du nur, wenn Du bei meinem Verein spielst!

    Ich habe die Tränen der Rührung in Kollers Augen gesehen. Damit hatte er nicht gerechnet. Die Welle kam als spontanes Zeichen der Dankbarkeit! Und ich fand es gut….und dann versuchte er es bei den eigenen Fans nochmals…es hätte ein unvergessliches Highlight werden können, wenn unsere Schwachmatten mitgemacht hätten. Koller war der einzige , der sich aber richtig in das Spiel reingekämpft hatte. An ihm lags am allerwenigsten, dass “ nur“ ein Punkt raussprang.

    Unsere Fans haben in dieser Saison schon viel Mist gemacht, Baders Reaktion finde ich eher traurig. Einige Fans waren es, die sich entschuldigen sollten. Siehe Frankfurt…. So gut ich es finde, dass der Fan-Meinung Rechnung getragen wird….aber nicht solchen Idioten…im Endeffekt waren die wohl nur sauer, dass die “ Anderen“ einen von uns feierten. Ein Privileg, das wohl nur uns zusteht…..Schwachsinn… Ich freue mich auch einen Schäfer, Kiessling mit dem neuen Verein zu sehen !! Aber inzwischen sind überall nur noch die Nerven blank liegend.

    In Deinen Äußerungen habe ich mich auch mit meinen „Ausreden“ ertappt gefühlt! Natürlich „hätte“ “ wäre“ oder „müßte“ sind dieses Jahr Standard-Repertoire.Wir hatten ein tolles Jahr 2007, das ich nicht missen will. Natürlich können wir diese Saison das Wort “ Glück“ nicht
    auf uns beziehen. Es ist wie es ist: Wir stehen da unten, haben das Potenzial da raus zu kommen. Nur müssen wir uns auf UNS besinnen. Zusammen können wir es schaffen und nicht gegeneinander!!

    Und noch etwas zu Koller: Was kann der denn dafür , dass er so beknackt angespielt wird? Ihm stehen doch jedesmal 3 Gegner auf den Füßen, um die hohen Bälle, die nur er bekommt, als 2. Ball zu erobern. Ich freue mich , so einen Spieler in der Mannschaft zu haben. Auch wenn seine beste Zeit , leider , schon vorbei ist!!! Aber er ist absolut kein Abzocker.

    Übrigens: Happy Birthday Glubb, heute vor 108 Jahren wurde ein ganz wichtiger Teil meiner Passionen gegründet!!! Und darüber freue ich mich! Und ich weiß, was ich ihm zum Geburtstag wünsche…;-))

  4. schönwetter-fan sagt:

    wie war das eigentlich mit unseren wertgeschätzten ex-spielern immer gewesen, wenn die zum auswärtsspiel nach nürnberg kamen?koller konnte in der situation doch nur das falsche tun, oder? wenn er nicht darauf eingeht und alles ignoriert, gibt er ein bild von sich, das ihm auch nicht gerecht wird. außerdem hat kuz ziemlich recht! was kann koller dafür, wenn er angespielt wird und drei gegner um ihn rum sind. mit schroth ging das doch auch! dann ist es eben so, daß drei gegner bei koller in der nähe sind. dann sind die aber schon nirgendwo anders! irgendwo muß doch ne überzahlsituation erspielbar sein, wenn man sich das „hoch und weit“ auf koller in dem augenblick verkneift?

  5. Rangers sagt:

    Also in solch einer Situation gleich nach dem Schlusspfiff und 2 verlorenen Punkten braucht der nicht den Clown vor den Dortmundern zu machen!!
    Das gibts doch nirgendwo, da ist der Verein von dem er bezahlt wird (und bestimmt nicht schlecht)vor dem sportlichen Ruin,jeder ist enttäuscht weil das vielleicht schon der Abstieg war und der feiert als wär er grad Deutscher Meister geworden!!
    Der hat auch 2 gute Kopfballchancen gehabt,hätt er halt einen rein gmacht dann hätt bestimmt keiner was dagegen gehabt wenns drei Punkte für den Club gewesen wären!!
    Dann hätt er mit jedem die Welle machen können und keinen hätts interessiert!!
    Aber SO kann er das WIRKLICH nicht bringen das war voll daneben!!!

  6. belschanov sagt:

    Schöner Text, Alexander!

    Würde gern mehr dazu sagen, aber ich muss mich jetzt hinlegen, weil morgen die Pflicht ruft…

  7. Torsten sagt:

    @KUZ

    Ich sehe die Sache zumindest sehr ähnlich! Natürlich kann man sich die Frage stellen, ob ein Spieler in solch einer Situation mit dieser Aktion gut gelitten ist. Natürlich kann man – wie im DSF-Doppelpass geschehen – hingehen und einen Jan Koller schwer rügen für dieses Auftreten nach dem Spiel. Zugegebenermaßen ging es mir am Freitagabend genau so… Und doch muss auch mal eine Fangruppierung in der Lage sein, Sensibilität an den Tag zu legen für bestimmte Situationen. Es ist immer leicht, aus der Masse heraus einen einzelnen Sündenbock auszumachen, umso schwerer ist es offensichtlich, Leistung anzuerkennen und ein Gespür für komplexe Zusammenhänge zu erkennen. Was genau kann man Koller denn vorwerfen? Er schießt nicht die Tore, die man von ihm erhofft hatte. Gut, aber auch das ist nicht allein seine Schuld (s. Spielweise). Dass er einer ist, der in Sachen Einsatz immer weit voran geht, dürfte doch unbestritten sein. Auch am Freitag hat er sich voll rein gekniet und war sicher willens, den Club in Front zu schießen. Jetzt den Frust einer verkorksten Saison an ihm allein auslassen zu wollen, halte ich für schwachsinnig.
    Wie Du schon sagst, man muss halt auch einmal sehen, wie er – wohlgemerkt NACH dem Spiel – von den BVBlern gefeiert wurde. Dass das an einem Menschen nicht spurlos vorüber geht, dürfte klar sein. Außerdem ist er nicht direkt nach Schlußpfiff in die Südkurve gerannt, um sich feiern zu lassen. Zuerst war er bei den Clubfans, um sich zu bedanken.
    Ein bisschen mehr Sensibilität wäre auch in dieser prekären Situation schon wünschenswert.

    Andererseits darf er – egal was passiert – nicht hingehen und irgendwelche Flüche gegen die Clubfans per se in das erstbeste Mikro brüllen. Das, lieber Jan Koller, geht ebenso wenig.
    Letztlich zeigt es, dass bei allen Beteiligten die Nerven ziemlich blank liegen. Ich hoffe, dass die verbleibenden drei Spiele noch zu einem guten Ende führen werden…

  8. BVB-Fan sagt:

    Hallo zusammen,
    nun bin ich meiner Neugier gefolgt und wollte mal hier bei Euch vor Ort nachhören wie die Stimmung ist. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass Fans , die sonst gute Stimmung machen und mir eigentlich nicht unsympathisch sind, so unglaublich unfair auf die Sympathiebekundungen für einen der Ihren reagieren.
    Koller hat für uns unglaubliches geleistet und würde das sicher auch gerne für den FCN tun. Ihn auszufpeifen und anzufeinden nachdem ER alles getan hat die Tore für den FCN zu schiessen motiviert ihn sicher richtig für die kommenden letzten Spiele. Wir hätten ihn alle gemeinsam feiern und so anspornen können noch einmal Alles zu geben um den Club in der Liga zu halten. Nach dieser Reaktion aus der Nordtribüne habt ihr euch als FANS jedenfalls in meinen Augen unmöglich gemacht.

  9. Lieber BVB-Fan, vorweg mal ’schön, dass du hier vorbeisiehst‘! Ich möchte zu deinem Kommentar eines anmerken: Gerade in meinem Beitrag habe ich sehr bemüht versucht zu differenzieren und die Situation klarzustellen. Das haben insoweit auch einige Kommentatoren auch getan, manche wiederum fanden die Aktion Kollers (wie eben auch einige Medienvertreter) daneben, das gehört aber zu eine freien Meinung dazu. Nun aber gerade hier trotz alles vielfältigen Äußerungen pauschal auf „euch als FANS“ zu hauen, verstehe ich gerade so gar nicht. Also bis auf den letzten Satz kann man das absolut gut nachvollziehen, deine Meinung.

  10. BVB-Fan sagt:

    @Alexander und alle anderen zu unrecht verunglimpften Fans des FCN

    Ich möchte Dir zustimmen und mich insoweit revidieren, als ich in der Tat zur Kenntnis genommen habe, dass es hier auch FANS gibt welche die Situation differenziert sehen.

    Ich wollte nicht alle über einen Kamm scheren!
    Alles Gute für den Rest der Saison!

  11. Töffi sagt:

    Koller hin oder her…

    …am Mittwoch Abend ist der Club abgestiegen, und dann wird das in meinen Augen völlig überbewertete Koller-Thema nicht einmal mehr eine Randnotiz dieser Saison sein.

    Und das sage ich – als Clubfan.

  12. ralf sagt:

    Wichtig ist jetzt ein Neuaufbau für die neue Saison.

  13. Clyde sagt:

    also ich finds auch total dämlich vom koller.
    da fahren 4000 der treuesten am freitag abend nach dortmund, schreien sich die seele aus dem leib und dürfen sich das drama im 31. akt mitansehen.
    dann macht der koller die welle im gegnerischen block! also ich kann die reaktionen durchaus verstehen. man bedenke dass bestimmt einige biere hinzugekommen sind und der großteil der fans sicher nicht aus botschaftern der uno oder friedensnobelpreisträgern bestehen. im fussball herrscht nun mal ein rauher umgangston.
    das weiß der koller sicherlich, doch kann ich durchaus auch verstehen dass er nach dem schlußpfiff von seinen gefühlen überwältigt wurde.
    letztendlich sollte man sich verzeihen und das hauptaugenmerk auf mittwoch legen. mit einem dreier könnte es doch noch was werden.

    @ralf: was soll der quatsch. wir sind im abstiegskampf und du redest von neuaufbau… unerhört!

  14. Burk sagt:

    Moin, nochmal zur „Koller-Sache“, das geht mir nicht aus dem Kopf: Heute in Bayern-Sport sagt Engelhardt, Koller war erst kurz bei den Clubfans um sich zu bedanken und dann bei den Borussen…na und ? Warum muß er sich dann bei den Clubfabs nochmal entschuldigen ? Warum geht er dann nicht z.B. Duschen ? Ich hatte es nach dem Spiel (Premiere) so verstanden, dass er nicht zu den Clubfans gegangen ist, sondern erst zu den BVB-Fans( ein kleiner aber wichtiger Fehler im richtigen Ablauf)…So hätte ich auch eine Erklärung für das ungebührliche Verhalten der Clubfans…verständlich aber kontraproduktiv…wir brauchen einen Koller noch für 3 Spiele in guter Laune ;o) —-Also ich kann mir nicht helfen: Jemand lügt da…oder ? Wer weiss den Ablauf genau ? Genug Kameras und Reporter waren doch da…Ein bißchen ratlos..

    WIR SCHAFFEN ES !!! Gruß Burk

  15. also ich recherchier das gerade, ist nicht so einfach noch an die Threads zu kommen

    aber das hier ist schon mal sehenswert und verdeutlicht ne Menge:
    de.youtube.com/watch…adIOdTQsQU

  16. und hier eines, das Koller einfach ‚bewegt‘ zeigt:
    de.youtube.com/watch…e6FLAq_usY

  17. Chris sagt:

    Kann man es einem Spieler verübeln, wenn er sich bei seinen (auch wenn es die gegnerischen sind) Fans bedankt? Man sollte nicht außer acht lassen, daß er fünf sehr erfolgreiche Jahre bei den Borussen gespielt hat.
    Den einzigen Vorwurf, den er sich gefallen lassen muß ist der, daß er mit den eigenen Fans bisher noch keine LaOla gemacht hat.
    Ich halte die Kritik für völlig überzogen und unangebracht. Jan hat im ganzen Spiel nie aufgesteckt und bis zum Schluß gefightet. Deshalb verdient er auch in den letzten drei Spielen unsere Unterstützung!!!

    Chris

  18. Gretl sagt:

    Das Ganze ist doch völlig überzogen. Wir haben wirklich andere Probleme als so’n Kindergartengeschisse.

  19. oschmann sagt:

    genau richtig…ihr habt noch 3x 90 min um einen schlechte sasion vergessen zu machen. und wenn es nicht klappen sollte, fühlt euch einfach geehrt das die borussia euren platz einnimmt.

  20. charlos sagt:

    3x 90 minuten und gas geben. mehr will ich nicht sehen und ich werde bei allen drei spielen vor ort sein…

    nächstes jahr v.a. ohne TvH, ohne Koller. egal ob erste oder zweite wenn die dabei sind gibt es nicht die 8te Dauerkarte hintereinander…