Wir Fans sind der Club!

Wir sind der Club? Von wegen! Oder: Wenn eine Marketing-Abteilung den Punk für sich vereinnahmen will…

Der Abstieg ist da und vielleicht gerade der richtige Zeit mal ein paar Dinge anzusprechen. Dazu gehört für mich auch ganz eindeutig ein ganz besonderer „Dorn im Auge“ meiner Fan-Seele.

„Wir sind der Club!“ steht und prangt auf Großtransparenten, Stadientafeln und nicht zuletzt vom Fan-Artikel-Katalog. Ausgerechnet „Wir sind der Club!“ glaubt man als Verein für sein Marketing entdeckt zu haben. Dabei ist das in etwas so, als wenn die CDU mit dem Songtitel von Ton Steiner Scherben »Macht kaputt, was euch kaputtmacht« für eine Kampagne zum Abriß kontaminierter Altbauten wirbt.

Die Geschichte des „Claims“ beginnt nämlich soweit mir bekannt in keinem Marketing-Loft-Büro, sondern auf der Straße. Und wer dies gern mal nachlesen möchte, dem sei der Artikel von Uli Digmayer im zurückliegenden Bundesliga-Sonderheft von 11Freunde empfohlen. Denn noch vor nicht allzulanger Zeit war der Claim kein Claim, sondern eine Parole und diese Parole richtete sich ganz ausdrücklich gegen »unmotiviert wirkende Fußball-Söldner … die den FCN wieder einmal bedrohlich nahe an den Abgrund gekickt hatten« (Quelle Bundesliga-Sonderheft).

Artikelscan - mit Genehmigung 11Freunde

Der feurigste Schlachtruf – 11Freunde Sonderheft zur Saison 2007/08 – Scan des Artikels hier zum Download (empfohlene Ansicht: 100%); mit freundlicher und ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion 11Freunde

Welch Parallelen tun sich da gerade auf und man wäre geneigt nun abermals die Parole zu bemühen um dies so manchem Herren, der uns gerade frisch in Liga 2 kickte, vor Augen zu halten – doch halt: Nun steht dem die Markenanmeldung entgegen, die aktuell der FCN nach Auskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes vorantreibt.

Ein formulierter Volkszorn wird zum Li-La-Laune-Bär-Spruch für Fan-Artikel und Muntermacher-Plakate, so hatte sich das der Erfinder damals wohl kaum mit Blick in die Zukunft gedacht.

»“Besser“, lobt Sportdirektor Martin Bader, „hätte man es wohl kaum ausdrücken können.“« (Quelle 11Freunde a.a.O.). Richtig. Doch die Botschaft wurde durch die Art und Weise der Nutzung ins Absurde verdreht. »Dieses Manifest der Treue und der totalen Identifikation« (Quelle a.a.O.) taugt als Werbe-Claim vielleicht in Zeiten der Harmonie (und insoweit der Zeit des Erfolgs), doch wird sie dem Ursprung entzogen, wenn er wirklich wieder benötigt wird, also in Zeiten, in denen man den Verantwortlichen und/oder den Spielern genau das an den Kopf werfen möchte: WIR sind der Club! Und wir waren vor euch da und werden nach euch da sein. Denn ihr packt irgendwann eure Sachen und hinterlasst uns euer Erbe mit dem wir dann die nächsten Jahre umgehen müssen, im schlimmsten Falle eure „Schulden“, die wir am Ende abzahlen dürfen.

Wir wollen nicht missverstanden werden: Es gibt hier keine Grenzen, keine Lager, kein Gut und kein Böse. Es bedeutet nicht, dass dort drüben die bösen Spieler und hier die wunderbaren Fans sind. Es ist auch nichts gegen Merchandise zu sagen, der Verkauf von Fan-Artikeln ist heute ein ganz wichtiger Baustein im Finanzierungs-Modell eines Vereins. Aber der Claim „Wir sind der Club!“ ist für mich ausdrücklich eben keine Frage des Vereins-Marketings und vor allem keine Sache, die der Verein (und vor allem dessen kommerzialisierter Teil) sich hätte zu eigen machen dürfen.

Es ist vielleicht Zeit eine neue Parole zu kreieren, eine, die vielleicht noch etwas mehr fokussiert, dass weder ein Plastikkärtchen mit Werberückseite, so genannt Mitgliedsausweis, noch ein Posten noch ein Vertrag bis 2011 für alle Ligen jemanden kraft Satzung, Amtes oder Marketingaussage zum „Club“ macht, sondern die Verbundenheit und Identifikation. Und so jemand nennt sich ganz einfach »Fan«.

Wir Fans sind der Club!

Und wenn sich da ein Verantwortlicher, ein Manager und ein Spieler einreihen will, ist er in den Reihen willkommen.

Wir brauchen sicher auch die redlichen Arbeiter, die bei uns für Geld gute Dienste tun, auch das gehört dazu. Aber worauf es ankommt, wenn man sich diesem Verein verbunden fühlt, wenn man sich als Teil des Club fühlt, das hat mit „Erfolg“ nur wenig und mit »Erfolg um jeden Preis« schon überhaupt nichts zu tun.

Und das ist eben unsere Meinung.

Hinweis: Der Verkauf der Shirts erfolgt über Spreadshirt.de – clubfans.de verbleibt hier nur eine kleine Marge pro verkauftes T-Shirt, die für den Betrieb und die Aufrechterhaltung dieses Blogs von Fans für Fans verwendet wird.

22 Gedanken zu „Wir Fans sind der Club!

  • Der Fanclub „Internettis“ startete heute die Aktion „Pinola muss bleiben!“ …
    Warum?
    Weil wir ihn einfach brauchen, ihn lieben! Er kämpft für unseren Verein, für Rot- und Schwarz, für Nürnberg! Er liebt Nürnberg, möchte gerne hier bleiben!
    Aus diesem Grund haben sich die Internettis für diese Aktion in Form einer Unterschriftenaktion auf einer extra dafür erstellten Website entschieden.
    Bitte gebt den Link an möglichst viele Clubfans weiter:
    http://www.pinola-muss-bleiben.de.vu

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  • @Alexander:

    Gibt’s das Shirt auch mit Rückennummer und Namenszug? Ich hätte gern eines mit der unter „belschanov“ (mit kleinem b!) prangenden Nummer 10. Damit würde ich auf dem Bolzplatz bestimmt mächtig Eindruck machen. Aber vielleicht nehme ich doch lieber die 8. Die zu Großtaten verpflichtende 10 würde mich wahrscheinlich in meinem Spiel verkrampfen lassen…

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  • Tja,wir sind halt der Club.
    Hab am Samstag nen Schal an der S-Bahn Station am Stadion gesehen,darauf stand in groß NÜRNBERG,etas kleiner darunter:Beim Club ist nix unmöglich!!!
    Und das ist ja wohl ganz war,immerhin sind wir als meister und einmal als pokalsieger abgestiegen.
    So,Gattuso hat bei den Bayern abgesagt,jetzt holen wir ihn ins Frankenland…

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  • Habt Ihr auch den Bader bei „Blickpunkt Sport“ gesehen? Es ist ja irgendwie beruhigend, dass er gesagt hat, dass der sofortige Wiederaufstieg das Ziel ist. Ich wünsche mir ja auch, dass wir sofort wieder aufsteigen, weil für mich die Fußballwelt – und nicht nur diese! – in Schieflage ist, wenn der Club nicht in der Bundesliga spielt. Aber je mehr ich darüber nachdenke, befallen mich Zweifel, ob es überhaupt möglich ist, auf die Schnelle einen Kader zusammenzustellen, der einen der ersten beiden Tabellenplätze in der 2. Liga erreichen kann (der 3. Platz reicht ja jetzt nicht mehr zur direkten Qualifikation, schönes Timing…). Es ist ja jetzt alles in der Schwebe. Wer geht, wer kommt? Hoffentlich gehen nur die, die nichts taugen. Aber ich befürchte, dass es vielleicht doch umgekehrt kommt: Wolf weg, Mintal weg, Pino weg. Zwetschge und Kluge (?) sind es ja schon. Da müssen aber ordentliche Neuverpflichtungen her, damit man in der 2. Liga vorne mitspielen kann. Habe momentan gar kein gutes Gefühl…

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  • Hey Leute!

    Kopf hoch! Ich hab 100% Vertrauen in Martin Bader. Aus meiner Sicht der beste Manager, den der Club seit Jahren hatte. Klar hat er auch Fehler gemacht im Abstiegsjahr, aber das haben fast alle und dann kam ja auch noch eine große Portion (Verletzungs)Pech hinzu. Jedenfalls gibt es viele Gründe für die 2.Liga im nächsten Jahr. Bader wird aber ne gute Mannschaft zusammenstellen.

    Sicher wird der eine oder andere gehen: Misimovic, Kluge, Vittek (7,5 Mio. ???) würde ich verkaufen um Geld zu bekommen damit andere gehalten werden können. Absolut unersetzlich sind dagegen Wolf, Pino und Mintal (der wird wieder). Übrigens find ich Klasse, das Galasek weitermachen will (auch wenn er die Rückrunde nicht gut gespielt hat), den brauchen wir. Zusammen mit Engelhardt (leider auch zuviele Fehlpässe aber 110% Einsatz) das Grundgerüst im Mittelfeld. Im Sturm wäre Harry super (fand ihn nie so schlecht), aber das wird wohl nix vom Gefühl her. Da werden wir um Koller wohl nicht herum kommen. Hoffentlich stellt TvH wenigstens auf 4-4-2 um.

    Übrigens sollten wir uns alle schnell mit TvH anfreunden. Er hat zwar auch nicht gerade geglänzt aber es war dennoch richtig ihn zu behalten. Neben der Aufgabe wichtige Spieler halten auch noch auf Trainersuche zu gehen ist unmöglich, da wäre alles auseinander gefallen. Er hat nochmal ne Chance verdient mit der Mannschaft und Vorbereitung zu zeigen, dass er was drauf hat.

    Es gab schnon hoffnungslosere Abstiege und ich bin überzeugt, dass wir nächstes Jahr wieder jubeln dürfen.

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  • Da gehst du auf fcn.de,und das erste das du siehst ist ein weinender pinola!nochmal:der darf net gehen,alle dies noch net gmacht haben:schaut euch den Link vom sam an,und helft den Pino zu halten!

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  • Ihr wisst doch auf jeden Rückschlag folgt wieder die Auferstehung folgt wieder ein Rückschlag und so weiter und so weiter…

    Und deshalb wird uns das Schicksal nächstes Jahr einen driten Platz und das Relegationsspiel gg Bielefeld zuweisen, auf dass wir diesen Irrtum der Geschichte selbst korrigieren.

    Wolf oder Pino, einen sollten wir halten, Beide geht wohl nicht.

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  • Schöne Idee!
    Aber leider wegen spreadshirt etwas zu teuer.

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  • Mist, eigentlich dürfte mich das ja gar nicht interessieren…
    und wegen euch ist die Eintracht nicht im UEFA-Pokal 😉
    (6 Punkte, und Abzüge bei der Fairness-Wertung wegen der Böller)
    Aber macht doch eine Sammelbestellung und den Text nur einfarbig.
    Ich prophezeihe Dir, kostet bei diversen Anbietern nur noch 5-10 EUR pro…

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  • JayJay

    Danke für die Anregung! Finde, gerade der Farbwechsel macht den „Gag“ aus. Mal sehen, wenn genug Interesse vorhanden sein sollte, suchen wir ne Lösung. Interessenten können ja mal mailen. Aber eigentlich ist es auch wiederum ok, 30-40 Euro sind zwar keine Peanuts, aber auch kein Vermögen.

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  • Naja, ich bin sicherlich nicht dabei…
    Du weisst ja:
    „Nur die SGE, nur die SGE!…“

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  • JayJay

    aber der Tipp mit der einen Farbe war gut, darauf hatte ich in meinen jugendlichen Eifer und nur mit dem Blick auf das Design gar nicht so geguckt. Daher jetzt auch alternativ eines für den preisbewußten Fan mit nur einer Schriftfarbe und auch das Shirt in einfacher Ausführung 🙂

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  • @wolferl
    loooool
    Aber wenigstens bei nem Traditionsverein wie die Fortuna…

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  • @ Fallhaid: Toller Schal den du da entdeckt hast, gefällt mir gut! Erinnert aber auch an den adidas-Solgan „Impossible is nothing“ … Mein Vorschlag wäre:

    Abstieg
    Aufstieg
    Pokalsieg

    Reimt sich immerhin, trifft den Club in seinem Wesen und stimmt ein bisschen optimistisch – hoffe ich doch!

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