Nürnberg und die bayerische Konkurrenz

Die Augsburger Allgemeine hat die bayerischen (und fränkischen) Rivalen unter die Lupe genommen und attestiert dem FCN im Ergebnis den Anspruch »Aufstiegskandidat No. 1 mit Perspektive« oder in den eigenen Worten »Ein Bundesliga-Kader in der zweiten Liga«

Die Gründe:

Ein Zerfall des Kerns des in der Substanz ja absolut bundesligatauglichen Kaders konnte vermieden werden.

Bisher blieb das Team von der großen Vereinsflucht „zweitliga-unwilliger“ Spieler aber verschont. Zwar verließen einige Hochkaräter den Verein (Koller, Misimovic, Galásek, Blazek), einige andere konnten dagegen gehalten werden (Mintál, Vittek, Pinola, Charisteas, Saenko).

Auch im Marktvergleich ein qualitativ überdurschnittlich besetzter Kader. Sowohl im Gesamtmarktwert als auch in der Spitze der einzelnen Akteure kickt der Club zumindest auf dem Papier schon vor der Saison in einer anderen Liga.

Das schlägt sich auch im Marktwert (transfermarkt.de) der Mannschaft nieder. Mit 46 Millionen Euro ist der Club mit großem Abstand der „Krösus“ der zweiten Liga.

Während bei der bayerischen Konkurrenz aus beispielsweise Augsburg nur wenige Spieler mehr als eine Million „wert“ sind, ist diese Messlatte in Nürnberg hinfällig.

Spitzenreiter ist Javier Pinola mit einem Marktwert von 4,5 Millionen Euro, es folgen Andreas Wolf (4 Millionen), Marek Mintal (3,75), Peer Kluge und Robert Vittek (je 3,5).

Und dass dabei auch das Ziel, eine junge, hungrige Truppe mit Perspektive nicht aus den Augen verloren wurde, zeigt ausgerechnet der Vergleich mit dem Nachbarn. Dem als Talentschmiede der 2. Liga geltende Verein aus der Westvorstadt wird der Titel streitig gemacht und im Altersdurchschnitt gleichgezogen.

Der Altersdurchschnitt liegt bei exakt 25 Jahren. […] Damit liegen die Nürnberger gleich auf mit dem fränkischen Nachbarn aus Fürth.

Also so aus einer Quelle des Liga-Konkurrenten das zu lesen, das – sind wir mal ehrlich – geht runter wie Butter.

Und ein Blick auf transfermarkt.de ist ja auch (für die Konkurrenz mit Sicherheit) Ehrfurcht einflößend: 46.000.000 Marktwert des Club, danach mit einem Riesen-Abstand Mainz mit 26 Mio. und Rostock mit 22 Mio.. Die meisten Mitkonkurrenten pegeln zwischen 12 und 17 Mio.. Ingolstadt, Oberhausen, Frankfurt und Aahlen bewegen sich zwischen 4,9 und 6,2 Mio – zum Vergleich: Pinola allein soll 4,5 Mio ‚wert‘ sein.

Und noch ein Vergleich: Mit diesem Marktwert ließe der Club nach aktuellen Stand immer noch 7 Mannschaften der Bundesliga hinter sich und setzt dabei auf die Perspektive. In Liga 2 ist nur Freiburg im Schnitt noch jünger.

Klar: Geld schießt keine Tore. Aber am Ende stehen dann doch eben meistens die vorne, die die wertvollsten Spieler haben – in Liga 1 namentlich eben Bayern, Schalke und Bremen. Marktwert garantiert nichts, macht aber eine Menge möglich – einfach weil das Potenzial da ist und nun liegt es an TvH das Potenzial abzurufen.

Jedenfalls macht das schon mal Lust auf mehr, auf attraktiven und hoffentlich erfolgreichen Fußball, dann könnte der Abstieg schon bald vergessen gemacht werden. Die Voraussetzungen jedenfalls sind gegeben.

7 Gedanken zu „Nürnberg und die bayerische Konkurrenz

  • „…und nun liegt es an TvH das Potenzial abzurufen“

    Verzeih mir eine Randnotiz, Alexander, auch wenn’s vielleicht etwas kleikariert ist. Es müsste heißen: „…und nun liegt es an den Spielern, das Potenzial abzurufen“

    Mit dieser Korrektur soll natürlich nicht gesagt werden, dass TvH keine Verantwortung trägt…

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  • Dennoch eine gute Grundsatzfrage.

    Ich denke, primär ist der Trainer und Manager verantwortlich, ob die Mannschaft a) fit ist, b) taktisch zusammenpasst, c) menschlich miteinander kann und d) individuell ein Umfeld vorfindet, in dem der Spieler die Möglichkeit hat und sich motiviert fühlt, seine Leistung zu erbringen. Dass es da mal im Einzelfall Unzufriedenheiten gibt oder welche ausscheren ist klar.

    Z.B. konnte ich nicht verstehen, warum man es in so einem Top-Club wie Barcelona es nicht verstand, den Ronaldinho wieder in eine Verfassung zu bringen, die ihn in Topform bringen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kerl im Alter von gerade mal 28, also eigentlich am Zenit seines Potentials, keine Lust empfindet.

    Und wenn ich einen „Stinkstiefel“ in der Mannschaft hab, der quer schießt und sich als Söldner erweisst? Dann muss ich den doch spätestens nach einem Jahr entlarvt und aus der Mannschaft entfernt haben.

    Klar, am Ende steht die Mannschaft auf dem Platz. Aber wenigstens zu Saisonbeginn, wo ich meinen Kader zusammenstellen konnte und alle im Trainingslager einnorden konnte, liegt der Abruf des Leistungsvermögens zu einem großen Teil beim Trainer.

    Oder seh ich das so falsch?

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  • Vielleicht kann man es so sagen: Der Trainer ist dafür verantwortlich, dass die Spieler ihr Potenzial optimal abrufen.

    Leider ist das den beiden Club-Trainern in der letzten Saison nicht gelungen…

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  • @Alexander
    Das siehst du jetzt schon richtig!
    Und ich finds auch in Ordnung wenn man TVH 100 Tage nach dem ersten Spieltag bewertet.
    Und nicht nach dieser Sch…saison wo er keine Möglichkeiten auf dem Tranfermarkt hatte und keine Vorbereitung!
    Ich glaub auch dass er sich dann zu diesem Zeitpunkt fair bewerten lässt und ein viel besseres Standing in Franken hat als im Moment!!!
    Der ist ein Guter glaubts mir!!!

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