Pfiffe trüben die Festtagsstimmung

Man will die schöne Stimmung, die das 4:0 gegen Rostock verbreitete, nicht trüben, aber im Nachgang zum Spiel blieb dann offenbar nicht nur bei mir eine gewisse bittere Note, die erst jetzt so richtig geschmacklich durchkommt, wenn die Anspannung vorbei ist und der Rausch auch.

Eigentlich war alles perfekt: Die eigenen Spieler spielten druckvoll und engagiert, mit Spielfreude und Zug zum Tor, und trafen wie sie wollten: Frantz mit Profi-Premieren-Tor (hat NICHTS mit dem TV-Sender zu tun!! …), Kluge mit seinem ersten Profi-Kopfballtor und Mintal (ausgerechnet der nachgerückte Mintal!) mit seinem ersten Doppelpack der Saison und viel Balsam für die geschundene Torjäger-Seele. Dazu kam ein sehr höflicher Gast, der niemand weh tun und auch die Spielfreude der Clubberer nicht trüben wollte, dazu beste eigene Chancen, die sich trotz eigenem Defensiv-Konzept durch das einfache Rezept „hoch in die Mitte“ immer wieder eröffneten, brav liegen ließen. Ein schöner Abend, der schon fast den weihnachtlichen Frieden ausgerufen hätte, bis zur 63. Minute.

Als Marco Engelhardt in der 63. Minute das Spielfeld für Mike Frantz betrat, passierte (zumindest wie ich es erlebte), nicht das, was man eigentlich hätte erwarten dürfen: Standing Ovations! Stehende Ovationen für ein tolles Spiel eines jungen Mannes, der an diesem Abend sein erstes Profi-Tor schoß und der nach einer schweren Verletzung sich in die Mannschaft kämpfte, ganz ohne Vorschußlorbeeren. Aber dieser stehende Applaus blieb aus, weil die Stimmungshoheit sich lieber damit beschäftigte, den einzuwechselnden Spieler, der schon seit Monaten mit sich und seiner Form kämpft, gleich zu Beginn zu demoralisieren: Pfiffe. Und als ob das ganze noch nicht genug wäre, wiederholte sich das Ganze dann noch in der 73., als Masmanidis für Boakye (der etwas glücklos aber engagiert agierte) kam, und gleich noch ein drittes Mal in der 84. als Mintal (der nun wirklich den Applaus verdient hätte, was der an dem Abend ran und traf) für Charisteas Platz machte.

Ganz offenbar war es den Stimmungsmachern wichtiger, ihren eigenen Frust Raum zu verschaffen statt im Sinne der Mannschaft zu denken und ausgewechselten Spielern ihren verdienten Lohn von Applaus und einen tollen Abgang zu schenken, ihren Unmut kund zu tun. „Support“ sieht in meinen Augen anders aus, denn eine „Unterstützung“ versucht auch in Zeiten, bei denen es eben nicht läuft die Spieler aufzubauen und aus der Krise zu helfen. Da schimpfen gerade die, die am lautesten pfeifen, sich selbst gern als die „einzig wahren Fans“ und diskreditieren den „Erfolgsfan“, stehen aber auch selbst nur dann hinter einem Spieler, wenn der Erfolg da ist. Charisteas galt zu Saisonbeginn noch als einer, der wenigstens „alles gab“, wird er heute zum „Arbeitsverweigerer“ stilisiert. Engelhardt war noch in der Vorbereitung mit Leib und Seele dabei, zeigte sein Bemühen um Identifikation, wird heute gnadellos ausgepfiffen. Nur Masmanidis stand schon immer in der Kritik, aber auch dafür kann der Junge ja nur bedingt was. Selbst Pinola und Mintal können ja ein Lied schon von den „treuen Clubfans“ singen. Jetzt werden sie schon fast wieder auf Schultern getragen, gestern wollte man sie vom Hof jagen – wenigstens aber nicht in der ersten Elf sehen. Auch Hans Meyer kennt das ja, den viele heute nicht mehr den Erfolg verdanken, sondern ihn für den „Niedergang“ allein verantwortlich machen wollen. Aber der war ein alter Hase und wusste das schon vorher (Zitat: „Fußball ist eben so, dass sie dir heute ein Denkmal bauen und morgen dahin pinkeln“).

Leider muss ich sagen, dass die Atmosphäre im Stadion nicht so toll war. Die Nordkurve war zwar schön laut, aber solche Rufe wie “Ar…Lö… Rostock” kannte ich von früher gar nicht. Hat mich persönlich etwas enttäuscht. Auch die Pfiffe bei den Einwechslungen von Engelhardt, Masma und Harry. Natürlich sind die im Moment nicht so toll. Aber vor allem als Harry eingewechselt wurde, hat das komplette Stadion gepfiffen. War schon komisch.
Quelle: Kommentar killerkiwi hier im Blog

Nein, ich verstand die Pfiffe nicht. Nicht gestern, nicht in der Situation. Es wäre die Möglichkeit gewesen wieder sich zu versöhnen, wenigstens aber eine Chance dazu zu geben. Mnari wurde übrigens auch schon aus der Mannschaft geschrieben, gestern spielte er eine mehr als solide Partie über 90 Minuten. Statt sich die Hand zu reichen und zu zeigen: Wir stehen hinter euch, in guten wie in schlechten Zeiten – und sei es wenigstens indem man eine faire Chance eingeräumt und einfach mal die Klappe gehalten hätte und sich auf das positive konzentriert, auf den, der ging nämlich.

Soll noch einer mal was von Probs beim Club sagen. Die Rostocker, die haben wirklich Probleme!!! Was ich aber total mega scheiße finde: Wenn Spieler der eigenen Mannschaft ausgepfiffen werden. Ich halte von einem Engelhardt z.B. auch überhaupt nix. Aber mal ehrlich: Wie sollen die Jungs Selbstvertrauen bekommen und fehlerfrei spielen, wenn sie bei Einwechslung ausgepfiffen werden? Ich hätte an deren Stelle so Angst Fehler zu machen, dass ich erst recht welche machen würde. Kritik gut und schön. Aber bitte nicht auf dem Platz. Damit schneiden wir uns nur selber ins Fleisch.
Quelle: Privates Weblog eines Clubfan

Manchmal frage ich mich wirklich, was in den Köpfen der Leute so vorgeht. Ob sie nie selbst in einem Leistungstief gesteckt haben? Ob sie nie in einem Team arbeiten mussten, bei dem es manchmal einfach nicht läuft und manchmal alles passt wie geschmiert? Dass man manchmal will, aber nicht kann, und dass man mit positiver Einstellung, Selbstvertrauen und Rückendeckung Bäume ausreißen kann und unter Kritik und ständiger Mäkelei keinen Blumentopf gewinnt? Hat man nicht gestern genau das gesehen, bei den beiden Mannschaften? Rostock gewann erst vor einigen Spielen 9:0 gegen Koblenz, gegen die wir über ein Unentschieden nicht hinauskamen. Wurden schon als Favorit für ganz oben ausgemacht. Da spielte der Club noch von vorne bis hinten Grütze. Gestern standen fast die gleichen Leute am Platz und der Ball lief beim Club wie geschmiert. Sicher, die eine oder andere taktische Änderung gab es, auch ist der eine Spieler aktuell besser auf der oder der Position aufgehoben, aber am Ende spielten sie dann doch, die Pinolas und Mintals und Kluges und Mnari und Boakyes und Eiglers. Genau die, die man auch schon alle mal aussortieren wollte.

Die Pfiffe gegen Engelhardt waren unangebracht! Er läuft seiner Form hinterher, aber davon wirds auch nicht besser! Das Pfeifkonzert gegen Charisteas mußte zwar auch nicht sein, aber wenigstens weiß er jetzt wie wir Glubberer über einen Stürmer denken, der nix läuft! Aber das Tischtuch dürfte ohnehin zerschnitten sein!
Quelle: Bomber Manolo im Glubb-Blog, wobei ich die Differenzierung nicht teile, nur weil man in einem Spiel mal (läuferisch) neben sich stand, sonst galt Harry nämlich als fleißig und leider nur selten treffsicher.

Kritik ist gut und richtig, auch notwendig. Mirwegen pfeift man für eine schlechte Leistung bei der Auswechslung oder gegen die Mannschaft, wenn sie keinen Einsatz zeigt oder leichtsinnig wird. Aber man muss auch mal den Zeitpunkt erkennen, wenn es daran wäre wieder Brücken zu bauen und sich die Hand zu reichen und einen Strich unter dem gestern zu machen, damit es morgen besser weitergeht. Meine Meinung.

Am „Dienstag, 09.12.08, besucht das Team des 1. FC Nürnberg ab 18.00 Uhr den Christkindlesmarkt und grillt am Stand von Fritz Stahlmann für einen guten Zweck“ (fcn.de). Ich hoffe wenigstens dabei muss man sich als Fußball-Profi nicht auch noch anfeinden lassen – von den eigenen Fans. Denke die Winterpause tut allen gut, um die Gemüter etwas sacken zu lassen. Das war ja auch kein einfaches Jahr für alle Beteiligten. Ein Sieg gegen die 60er würde das sicher noch etwas unterstützen.

48 Gedanken zu „Pfiffe trüben die Festtagsstimmung

  • „nur weil man in einem Spiel mal (läuferisch) neben sich stand, sonst galt Harry nämlich als fleißig und leider nur selten treffsicher.“

    Ja, das wollte ich damit auch sagen, aber ich hatte so kalte Finger, dass ich kaum mehr in mein Handy tippen konnte.
    Harry hat mich in Osna sehr geärgert, weil er lustlos wirkte. Aber deshalb muss man ihn nicht dermaßen aus dem Stadion jagen! Denn bei ihm gilt das Gleiche wie beim Engel: „…davon wirds auch nicht besser“!

  • …das war mein erster Gedanke als ich das gestern mit dem Christkindlmarkt gehört habe war, dass die sich bitte, also die Fans, doch einigermassen zusammenreissen sollten und die Jungs über den Tresen hinweg nicht mit Schimpf- und Hasstiraden berieseln… Das wäre fatat und gänzlich unmenschlich.. Aber die meisten, die ihre meinen gerne am Platz in harscher weise ausdrücken,( weil man da das ja darf…?!,) werdens wohl auch morgen machen und dafür schäme ich mich jetzt schon zutiefst…

  • Bin ganz deiner Meinung! War gestern in der Nordkurve und hab mich gefragt, was das mit den Pfiffen soll, als Frantz und Mintal ausgewechselt wurden, bis mir erst auffiel, dass die ganzen Idioten die Eingewechseltem auspfeiffen. Und sowas schimpft sich dann auch noch Glubb-Fan. Dass man nicht alles (und Jeden) mit Hurra-Rufen bejubelt versteh ich ja vollkommen, aber Stimmung gegen die eigene (!!!) Mannschaft zu machen geht mal gar nicht!

  • Hallo Alexander,
    war gestern im Stadion im Block 11.
    Mike Frantz wurde mit gebührendem Applaus verabschiedet, bei Engelhardt gab es vereinzelt
    Piffe aber auch Applaus. Engelhardt war die restliche Spielzeit genauso wie Masmanidis und Charisteas Fremdkörper in der Mannschaft, gut die zweite Halbzeit war nicht mehr mit der ersten zu vergleichen, aber man sieht eben einen gewaltigen Unterschied zwischen den Spielern die sich für die Mannschaft, den Verein und den Fans den Arsch aufreisen und den Spielern die für sich und die Galerie spielen.
    Als Marek Mintal ausgewechselt wurde, stand die Nordkurve Kopf und Marek wurde aufgrund seiner starken Leistung sehr lautstark gefeiert. Dass dann der Grieche das Spielfeld betrat und es Piffe gab ist doch auch logisch,
    finde ich zumindest. Schon bei der Körpersprache von Chariteas hat man den Eindruck, dass der keine Lust hat für den Club zu spielen und das nicht erst seit ein paar Wochen.
    Hoffe auf einen Sieg am Sonntag bei den Löwen
    und wir können in der Winterpause von besseren Zeiten und den ersehnten Wiederaufstieg träumen.
    Gruß Bernd

  • hab das spiel mit englischem kommentar gesehen und der sprach bei frantz und mintal von standing ovations. erst als die einwechslungen kamen, konnte ich ein paar pfiffe entnehmen. werden wohl 300 leute gewesen sein… sind nicht viel aber die kann ich evtl auch verstehen. wenn ich mir als dauerkartenbesizer 1,5 jahre ansehen müsste was einige regelmässig veranstalten würde ich evtl auch so reagieren. und alle drei brauchen wir eigentlich wirklich nicht mehr. belasten unnötig den gehaltszettel und sind wirkliche fremdkörper im spiel.
    alexander, natürlich war es toll von engelhardt dass er sich nach der saison zum glubb bekannt hat, und natürlich weiß jeder selber was ein leistungstief ist. nur finde ich dass die leute auch ein gespür zeigen ob dieses leistungstief nicht auch vom spieler selber zu verantworten ist. und leute die mehr als eine halbe million jährlich verdienen müssen damit leben mit anderen maßstäben gemessen zu werden. das ist nicht nur im fussball so. 1,5 jahre leistungstief???? da wird man mit seinem arbeitgeber überall schwierigkeiten bekommen.
    und jeder der fussballprofi wird sollte sich damit anfreunden dass es in fussballstadien nicht zugeht wie in der waldorf schule. da können auch andere ein lied davon singen (v.a. kuranyi, und das bei dieser torquote). übrigens sind das bei uns noch annehmbare verhältnisse, in südlicheren gefilden gehen die fans ganz anders mit den vereinsangestellten um…

  • @bernd … danke für die Eindrücke direkt aus dem Block.
    Im TV kamen die Pfiffe weit deutlicher heraus als der Beifall. Wobei dann auch noch immer nicht geklärt ist, warum man denn bei einer Einwechslung beim Stand von 3:0 pfeifen muss. Wenn nicht bei so einem Spielstand einen Spieler bringen, damit er sich wieder fängt, wann dann? Und wenn die Spieler als Fremdkörper wirkt tut man ihm auch wenig Gefallen, ihn auch als solchen zu behandeln. Sachen wie, „bei der Körpersprache von Chariteas hatte man den Eindruck“, sind mir – bitte nicht falsch verstehen – definitiv zu subjektiv und widersprechen zudem all den Eindrücken, die offenbar auch der Trainer von ihm tagtäglich am Trainingsplatz gewinnt.

    Leistung sachlich kritisieren, ja, Spieler fertigmachen, nein.

  • gute leistung wird mir applaus, schlechte mit pfiffen honoriert. harry und engelhardt sind da selbst dran schuld. denn was die teilweise zuketzt angeboten haben ist ein witz. engel kam gegen koblenz und osnabrück rein, kurz danach kam dann der ausgleich. harry ist in osnabrück fast nix gelaufen…als einwechselspieler.
    also auf dem teppich bleiben. bieten die ordentliche arbeit an, dann wird auch keiner pfeiffen. und die pfiffe galten klar den drei eingewechselten.
    gegen 60 noch a sieg und wir sind gut dabei. ich hab es doch gesagt, der aufstieg ist drin. wer so spielt und punktet (bis vor 3-4 spielen), der steigt hoffentlich am ende auf…

  • servus!

    treffender beitrag, den ich in gänze unterschreiben würde. letztlich spiegelt sowas wie gestern die bekannte fränkische ambivalenz von „himmelhochjauchzend“ und „zu tode betrübt“ wieder. vom depp zum helden und wieder zurück ist wohl in seiner rasanz nirgendwo derart ausgeprät wie bei uns glubberern – dominik reinhardt kann auch ein lied davon singen.

    ich denke im fall harry ist nun endgültig hopfen und malz verloren, was die zukunft in nürnberg anbetrifft – daran hat allerdings m.e. der anhang einen nicht zu unterschätzenden anteil. selten wurde wohl eine negative phase derart einem einzelnen spieler zugechschrieben. dabei war bis auf wenige ausnahmen (osnabrück) harry seit er in nürnberg weilt einer der aktivposten (seine spielweise und seine art, chancen zu versieben waren ja nun wirklich vorher jedem bekannt)

    und schließlich: wie schade wäre es um einen joe mnari… sollte dieser uns verlassen würde dies einen substanzverlust bedeuten den man auf dem transfermarkt nich adäquat ersetzt bekommt. spieler seiner (insb. strategischen) qualität gibt es in dieser liga nichtmal eine handvoll.

    gesteht den jungs auch schwache phasen zu!!!

  • Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber hat Engelhardt nicht gegen Koblenz die Führung erzielt?! Ich will Ihn damit nicht verteidigen, denn ich halte nicht wirklich viel von Ihm, aber bleiben wir doch bei den Fakten.

  • Hervorragend, wie immer!

    Es wurde hier viel über Trainer, Spieler, Präsidenten, Manager, Anstoßzeiten usw. diskutiert und kritisiert. Doch irgendwann muss auch noch was folgen: Eine kritische Auseinandersetzung mit uns – der Nürnberger Fanszene:

    Ich bekomme immer noch Magenkrämpfe, denke ich an die unrühmlichen Szenen in Frankfurt, an die unerträglichen Pfiffe (untertrieben!) gegen Koller …. und jetzt die „ganz mutige“ Geschichte in Reutlingen und die Pfiffe am Montag(wenn auch nicht so massiv wie hier dargestellt). Einige Fans (soll ich es lieber mit Ausrufezeichen schreiben?)scheinen sich wirklich vom Sport und der Mannschaft zu entfernen (vgl. Artikel „Ruhe bitte!“ in 11Freunde 12/08). Deine Frage wer denn die wahren „Erfolgsfans“ sind, finde ich in diesem Zusammenhang unglaublich passend!

    Es gäbe so viel zu schreiben und zu diskutieren zur Nürnberger Fankultur 2008, und ich finde nach einem tollen 4:0-Heimsieg, ließe sich dies einfacher bewerkstelligen, als nach den emotionalen Tiefphasen, die wir in der letzten Erstligasaison und im ersten Drittel dieser Saison durchleiden mussten…

  • Zitat bernd :

    Dass dann der Grieche das Spielfeld betrat und es Piffe gab ist doch auch logisch,
    finde ich zumindest. Schon bei der Körpersprache von Chariteas hat man den Eindruck, dass der keine Lust hat für den Club zu spielen und das nicht erst seit ein paar Wochen.

    -Also ich hätte auch ne beschissene Körpersprache, wenn ich schon bei meiner Einwechslung ausgepfiffen würde. Egal ob Harry gut oder Harry schlecht! Wer da pfeift, den kann ich nicht verstehen.
    Wenn Harry trifft, dann ist er für Dich der großte und wird gefeiert, wenn nicht pfeifst Du ihn aus? Feier Ihn doch gleich, dann trifft er vielleicht!
    Wir sehn uns in Minga!!

  • habe mich über die drei eingewechselten auch schon die letzt oder die saison aufgeregt, wie die meisten hier. aber wann, wenn nicht bei einer drei zu null führung muss ich den spielern wieder die chance geben zum selbstvertrauen tanken. das ist auf jeden fall gewaltig contraproduktiv was sich hier viele fans leisten. habe das spiel in tv gesehen und hatte bei den einwechslungen gedacht das wir zwei null hinten liegen.

  • hallo alexander, vielen dank für den artikel! wollte dieses thema heute auch mal im blog anbringen…
    ansonsten schließe ich mich jones an:
    einwechslung von spielern, die sich im leistungstief befinden, beim stand von 3-0 für die eigene mannschaft – „wenn nicht jetzt, wann dann?“

  • Ein Hallo an Alle!

    Vorneweg, Ich finde das das Auspfeifen während eines so tollen Spieles sich nicht gehört , und eher kontraproduktiv ist.
    Auf der anderen Seite kann man allerdings jeden verstehen, der sich auf die einzige „reele“ Art Gehör verschaft. Ich frage wo kann denn der frustrierte Fan heute noch sein unmut kundtun? Selbst das Club-Forum wurde doch gesperrt. Glaubt jemand das die Spieler, Management etc. in den kleinen versprenkelten Foren die einzelnen Komentare durchlesen?
    Das die Leistungsgesellschaft härter wird, ist für jeden spürbar geworden. Dies trift eben auch auf die Fußballprofis zu. Bringt man Leistung ist alles super, wehe aber es stimmt nicht, da ist schnell alles im argen.

    Zum Fall Harry & Co., es geht wohl nicht um die Form, sondern vielmehr um die Einstellung. Wenn ich als Stürmer nicht treffe muß ich zumindest mehr gelaufen sein, als jeder andere. Laufen und Bemühen hängen nun wirklich nicht ab von der aktuellen Form. Toni und Kloße sind die Gegenbeispiele, treffen nicht, aber ihr Bemühen ist für jeden ersichtlich.

    Nochmal, ich bin gegen die Aktion die gestern lief, ich habe denoch Verständniss für sie.

    Nun aber genug, Harry & Co. werden sich künftig wieder bemühen, und die Fans haben dann auch keinen Grund mehr zu pfeifen.

    So long
    Gabriel

  • Zitat GGR :

    Auf der anderen Seite kann man allerdings jeden verstehen, der sich auf die einzige „reele“ Art Gehör verschaft. Ich frage wo kann denn der frustrierte Fan heute noch sein unmut kundtun? Selbst das Club-Forum wurde doch gesperrt. Glaubt jemand das die Spieler, Management etc. in den kleinen versprenkelten Foren die einzelnen Komentare durchlesen?
    Zum Fall Harry & Co., es geht wohl nicht um die Form, sondern vielmehr um die Einstellung. Wenn ich als Stürmer nicht treffe muß ich zumindest mehr gelaufen sein, als jeder andere. Laufen und Bemühen hängen nun wirklich nicht ab von der aktuellen Form. Toni und Kloße sind die Gegenbeispiele, treffen nicht, aber ihr Bemühen ist für jeden ersichtlich.

    Nochmal, ich bin gegen die Aktion die gestern lief, ich habe denoch Verständniss für sie.

    Nun aber genug, Harry & Co. werden sich künftig wieder bemühen, und die Fans haben dann auch keinen Grund mehr zu pfeifen.

    Also zunächst zum Gehör: Zwischenzeitlich gibt es doch, auch dank Internet, genug Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Wir hatten hier kürzlich mal das Angebot, dass wir Fragen sammeln, die wir an den Fanbeauftragten gebracht hätten – die Resonanz war eher bescheiden. Aber jeder kann doch heute selbst eine E-Mail an den Verein schicken und seine Kritik äußern. – Klar, auch im Stadion gehört es dazu, aber ich hab oft den Eindruck, dass man sich im Schutze der Anonymität hier stark fühlt, daher werden dann auch gern Sonnenbrillen aufgesetzt und schwarze Uni-Klamotten angezogen. Zudem geht es gar nicht darum zu argumentieren und seine Sichtweise zu belegen, es geht darum seinen Frust rauszulassen, egal an wen, irgendwie raus eben. Und komischerweise habe ich dafür sogar noch Verständnis, nur sollte sich das eben nicht gerade gegen einzelne richten und gezielt Spieler angreifen. Harry – und das schrieb ich eben – gilt gerade als einer, der sich immer voll reinhängt und nur gegen Osnabrück keinen Fuß auf den Boden bekam. EIN Spiel und nun gilt er schon als Arbeitsverweigerer. Das ist mir zu krass.

  • ähhmm, im letzten beitrag hier kommt ein klein wenig der verdacht auf, dass es eine „aktion“ war, dies war beileibe nicht so. ich glaube, sehr viel spontaner (was man sich ja am heimischen fernsehsessel so vom publikum wünscht, wie man lesen konnte) kann eine publikumsbekundung nicht sein als die pfiffe gestern, egal ob man das gut findet oder nicht. es war weder von irgendwem gesteuert (schon gar nicht von vorsängern etc.) noch war es sekunden vor dem ersten wechsel so abschätzbar, was gleich passieren würde. ich hab mich -weil mich die wucht der pfiffe und rufe aus einem „gemäßigten“ NK seitenblock ziemlich überrascht hat, mal umgesehen. das waren nicht die „üblichen verdächtigen“, auch nicht die, die man komischer weise erst seit dem pokalsieg im stadion sieht (gemeinhin der „erfolgsfan“ genannt). es war eine ziemlich breite und erstaunlich geschlossene front, die da mobil gemacht hat. und ich glaube nicht einmal, dass es explizit mit den eingewechselten spielern im besonderen zu tun hatte (außer bei harry, der schon beim minutenlangen stehen an der seitenlinie sein fett abbekam), sondern dass man sich nun endlich die abkehr von allem wünschte, was uns augenscheinlich in die lage gebracht hat, von der wir uns nun -aus der not heraus geboren mit der aktuellen startelf- langsam befreien. und es war wohl auch ein fingerzeig in richtung trainer, dass mit einem breska und page leute auf der bank saßen, denen man dieses „sich beweisen können“ bei dem spielstand 1000x mehr gegönnt hätte, als nochmal das schaufenster für die wintertransferperiode zu öffnen (und da muss man sich doch nichts vormachen, nichts anderes war das doch).

  • @ stc … interessanter Einwand! in der Tat eine Spontanreaktion und in die Richtung interepretiert fände ich sogar ein gewisses Verständnis (wenn es so wäre) … aber bringt ja alles nichts, wenn die Spieler dann im Winter doch nicht gehen und für uns weiter die Stiefel schnüren müssen …

  • Lieber Alexander, ich gebe Dir Recht, wie ich in meinem Beitrag ja schon gesagt habe. Allerdings habe ich die „reelle“, und nicht die „virtuelle“ Art seiner Meinung kund zu tun gemeint.

    Den Kommentaren folgend distanzieren sich hier, mich einschliessend, die meisten (alle) von dieser Pfeifaktion. Das spricht auch für das Niveau dieses Blogs. Leider darf man dieses Niveau aber nicht auf jeden aufgebrachten und entäuschten Fan übertragen.
    Ein Profi muß heute einfach wissen, das in einer sennsiblen Situation wie es aktuell eben beim Club ist, einfach mit extremen und ungehörige Reaktionen zu rechnen hat. Ich hatte als positiv Beispiele Kloße und Toni genannt, wie jedem bekannt sind diese trotz der Bemühungen in die Kritik geraten. Das Thema Arbeitsverweigerung wurde aber nie mit ihnen in Verbindung gebracht, das ist eben der Unterschied.

    Zum Thema schwarze Kluft und Sonnenbrille habe ich keine wirkliche Meinung. Tatsache ist, das Fußball eine regelmäßige Platform ist, die von vielen unterschiedlichen Interessensgruppen, mit unterschiedlichen Zielen genutzt wird…

    Ich persönlich fühle mich hier sehr wohl, da ich trotz der Annonymität ein erfrischendes hohes Niveau mit tollen Sachverstand gepaart vorfinde. Deine Kommentare sind sicherlich dafür der Anstoß und der Nährboden.

    Schöne Grüße
    Gabriel

  • @stc
    Als ich schrieb Aktion, meinte ich nicht eine geplante geschlossene Aktion, sondern das Pfeifen als Reaktion einzelner/mehrerer Fans.

    Ansonsten ein sehr interessanter Aspekt.

  • Zitat Andreas :

    Hervorragend, wie immer!

    Es wurde hier viel über Trainer, Spieler, Präsidenten, Manager, Anstoßzeiten usw. diskutiert und kritisiert. Doch irgendwann muss auch noch was folgen: Eine kritische Auseinandersetzung mit uns – der Nürnberger Fanszene:

    Ich bekomme immer noch Magenkrämpfe, denke ich an die unrühmlichen Szenen in Frankfurt, an die unerträglichen Pfiffe (untertrieben!) gegen Koller …. und jetzt die „ganz mutige“ Geschichte in Reutlingen und die Pfiffe am Montag(wenn auch nicht so massiv wie hier dargestellt). Einige Fans (soll ich es lieber mit Ausrufezeichen schreiben?)scheinen sich wirklich vom Sport und der Mannschaft zu entfernen (vgl. Artikel „Ruhe bitte!“ in 11Freunde 12/08). Deine Frage wer denn die wahren „Erfolgsfans“ sind, finde ich in diesem Zusammenhang unglaublich passend!

    Es gäbe so viel zu schreiben und zu diskutieren zur Nürnberger Fankultur 2008, und ich finde nach einem tollen 4:0-Heimsieg, ließe sich dies einfacher bewerkstelligen, als nach den emotionalen Tiefphasen, die wir in der letzten Erstligasaison und im ersten Drittel dieser Saison durchleiden mussten…

    Gutes Thema!

    Auch ich kann mich noch an deutlich bessere Tage der Nürnberger Fankultur erinnern und die sind noch gar nicht so lange her…zwar gab es auch vor 5, 6 Jahren ausreichend negative Aspekte (bspw. Stimmungsmache gegen Louis Gomis, inkl. rassistischer Anfeindungen von vereinzelten Zuschauern), aber wenigstens hat die Richtung gestimmt. Der Höhepunkt wurde in den letzten Jahren m.E. im Zeitraum vom Wiederaufstieg unter Wolfgang Wolf bis zum Abschluß der ersten Saison unter Hans Meyer erreicht. Bereits das Zweitligajahr unter WoWo war von teilweise sensationell guter Stimmung von den Rängen geprägt. Die zwei folgenden Jahre in der Bundesliga waren in meinen Augen grandios. Choreos vor vielen Spielen, viele verschiedene Lieder, eine gute Mischung aus alt und neu und noch recht viel Bezug zum Spielstand. Der Bruch kam m.E. bereits in der Pokalsiegersaison. Die Stimmung wurde durch Dauergesänge und ständig neu einstudierte Lieder zunehmend schlechter. Hinzu kommen seit der Abstiegssaison gehäuft aggressive Elemente im Fanverhalten sowie interne Streitereien. Da wird von einigen kräftig Frust abgebaut.

    Jedenfalls steht die Nürnberger Fanszene, die m.E. vor einigen Jahren eindeutig zu den zwei, drei Besten in Deutschland zählte, momentan vor einem Abrutsch in die Mittelmäßigkeit. Ich würde mich über eine Diskussion zu diesem Thema sehr freuen. Leider zeichnen die Diskussionen hierzu in einschlägigen Foren sich meist durch unglaubliche Borniertheit einiger Teilnehmer mit einseitigen Schuldzuweisungen aus. Dabei ist dieses Thema in meinen Augen von einiger Bedeutung. Ich will nicht nur auf den Club, sondern auch auf seine Fanszene stolz sein können. Momentan fällt es bei beidem eher schwer…

  • Hallo TOMTOM,

    Also ich hätte auch ne beschissene Körpersprache, wenn ich schon bei meiner Einwechslung ausgepfiffen würde. Egal ob Harry gut oder Harry schlecht! Wer da pfeift, den kann ich nicht verstehen.
    Wenn Harry trifft, dann ist er für Dich der großte und wird gefeiert, wenn nicht pfeifst Du ihn aus? Feier Ihn doch gleich, dann trifft er vielleicht!

    In dieser Situation als Charisteas eingewechselt wurde, freute ich mich noch zu sehr über Mareks geilen Auftritt und den beiden Toren die er uns geschenkt hat, als den Griechen auszupfeifen.Aber ich muß zugeben, ich mag Charisteas eben nicht. Als aktueller Nationalspieler muß er mehr bringen, als die Mannschaft mit einem Wehwehchen(Fürth)sitzen zu
    lassen oder eben gegen Osnabrück sich mal die Lunge aus dem Leib rennen, dass das Spiel trotzdem gewonnen wird.
    Für mich ist er kein Dieter Eckstein,Andy Köpke
    oder Martin Wagner die eben für den Club alles gaben.
    Die jungen Wilden, also Maroh,Frantz,Bieler,Judt,Perchtold usw. zeigen jetzt schon mehr Charakter und Identifikation wie Charisteas nach 1 1/2 Jahren.Solche Leute schaue ich mir lieber an, auch wenn es Rückschläge geben sollte, wie den sogenannten Stars die zu fein zum kämpfen sind.
    Außerdem hätte unser Trainer, wie Stc schrieb
    z.B. Breska und Pagenburg bringen können.
    Gruß bernd

  • Finde es auch ziemlich schade wenn das eigene Fanlager sich gegenseitig beschimpft:

    Die singen nicht
    Die hüpfen nicht
    Da ist zu viel Schalala
    Da ist zu wenig Lalala

    Das muss doch nicht sein. Wenn man ins Stadion geht, dann doch zum einem wegen dem Fußball (oder auch nicht), zum anderen wegen der tollen Stimmung – den Gesängen, fahnen, Trommeln, etc.

    Man sollte sich doch dann eher die Frage stellen, wie motiviert man mehr Zuschauer zum mitsingen, usw – bestimmt nicht durch Schuldzuweisungen, Anfeindungen oder der Gleichen.

    Und Gewalt hat wirklich nichts zu Suchen bei Fans, wie auch immer die Sache wirklich war bei den Amateuren in Reutlingen – glauben kann man wohl keine Berichterstattung, egal von welcher Seite. Schon allein das eine Schlagzeile Fußball Fans aus Nürnberg mit Ausschreitungen in Verbindung bringt, sollte jeden traurig stimmen, der etwas mit Fußball in Nürnberg am Hut hat.

    Ich finde die Stimmung trotzdem noch ergreifend und beneidenswert wie viele Menschen ihre Freizeit opfern, um Choreografien vorzubereiten, etc. Wahnsinn.

    Singen wir das nächste mal doch einfach ein wenig lauter!

  • Wer kennt eigentlich die Verletzung von Harry WIRKLICH??? Wie Alexander richtig schrieb, gab es EIN Spiel , in dem Harry nicht so in Bewegung war. Und gleich wird endgültig der Stab über ihn gebrochen. Vielleicht behinderte ihn in Osnabrück eben diese Verletzung noch. Und nach der , von den Medien in die Öffentlickeit lancierte, Meldung gab es einen Aufschrei von Fans , Verantwortlichen (?).Vielleicht war diese Verletzung doch hemmender, als sich seine Kritiker vorstellen konnten??? Und vielleicht glaubte er , so etwas beweisen zu müssen ? Ich bin davon überzeugt, dass Harry uns noch Freude bereiten könnte, wenn es die Fans ihn liesen.
    Übrigens , die Pfiffe gestern gegen alle 3 Einwechselspieler empfinde ich auch respektlos MO gegenüber. Als hätte er keinen Plan… Ich fand die Einwechslungen „psychologisch wertvoll“. Ein Signal, ihr könnt euch ebenso Einsatzzeiten verdienen! Dass die Mannschaft inzwischen stabiler zu sein scheint, hilft auch Mnari und Mintal zu einem ordentlichen Spiel.
    Ich sage es wieder: In solchen Momenten schäme ich mich , Glubb-Fan zu sein! Und das, nachdem ich wegen des Spieles stolz auf meinen Glubb war…..
    Übrigens Breska hat laut „Kicker“ eine Verletzung….

  • Die Pfiffe gegen Masmanidis (den halte ich persönlich immer noch für einen guten Fußballer, der auch mal gscheite Standards hinbekommt) und Engelhard (oft unglücklich, aber auch letztes Jahr hat er immer gekämpft und in jedem Spiel sein Haar flattern lassen) kann ich nicht verstehen. Die gegen Harry im Sinne von „War im Derby nicht im Kader und nicht mal im Stadion“ vielleicht schon eher. Gut finde ich beides nicht, genauso wenig wie entsprechend dumme „politische“ Gegenäußerungen für die unglaublich nette Aufnahme im Millerntorstadion (und in der Pauli-Fankneipe).
    Wir müssen aber halt damit Leben. Wann sonst kommt man mit Personen und Gruppen direkt in Kontakt, mit denen man so einfach keine Berührungspunkte hat. Das ist manchmal schön (so in Volos damals) und manchmal eher nicht (St. Pauli oder die Schlägerei in Lissabon).
    Ich meinte gestern ein Wurfziel für die zusammengeknüllten roten Karten zu sein, weil ich im 6er halt bei „Wer nicht hüpft der ist ein Münchner“ sitzengeblieben bin. So ein Quark, bei einem Heimspiel gegen Rostock mit so einer „Choreografie“ anzufangen. Zusätzlich kenne ich keinen einzigen Rostocker persönlich. Keine Ahnung also, ob die wirklich alle „A..löcher“ sind. Genauso wie Frankfurter. Da kenne ich aber viele Kollegen und die sind wirklich keine „A…löcher“, so auch der Wirt in deren Fankneipe.
    Etwas müßig finde ich nun aber, eine Grundlagen-Diskussion über Fankultur und -gesänge zu beginnen oder gar darüber wer ein „echter“ oder „unechter“ Fans ist, welche Lieder wann gut sind, wann nicht usw.ff.
    Mir gefällts immer wieder im Stadion, manchmal mehr und manchmal weniger, abhängig vom dargebotenen Fußball und weniger vom drumherum. Ausnahmen wie gegen Everton werden wir ja leider die nächsten Jahre nicht mehr erleben…aber damit sind wir ja aufgewachsen (leider).

  • @KUZ … genau und das genau ist der Grund, warum ich den Boulevard beinahe hasse wie die Pest. Weil Gerüchte gestreut werden, wie eben das von Harry, als man las „dass er vielleicht nur eine Verletzung vortäusche“ oder dass er „auf dem Absprung stünde“. Um im nächsten Satz zu schreiben: „Aber Charisteas äußert sich auf Fragen kategorisch nicht mehr“. Und statt der Erkenntnis, dass es dann konsequenterweise eine reine Mutmaßung ist, was man so sich ersinnt, noch einen drauf zu setzen und zu orakeln, dass „so ein Schweigen doch Bände spreche – ein klares Dementi sei es aber jedenfalls nicht“ oder sogar wertet, mit dem Schweigen fehle das „Ja“ zum Club. Und wenn er dann eindeutig „Ja“ sagt, dann heisst es: „Aha! Er will also unserem armen Club nun auf der Tasche liegen“. Genau DAS ist für mich diese virulente Kampagnenmaschinerie des Boulevard aus Stimmungsmache und Halbwahrheiten. Und das kommt dann bei raus, dass sich die Fans, deren Morgen und Abendlektüre aus „Blättchen“ bestehen, deren Titel maximal 2-4 Buchstaben lang ist.

  • glaub ich muss mich jetz doch nochmal zu wort melden. was alexander und einige andere schreiben ist zwar sehr ehrenwert und die begründungen dafür kann ich absolut verstehen, doch müssen wir uns klar sein dass man auch verständnis haben muss wenn nicht jeder die samthandschuhe auspackt.
    irgendwann ist die geduld bei manchen fans einfach zu ende. tausende legen sich ein pay-tv abo zu, haben eine dauerkarte, fahren evtl sogar auswärts mit und manche opfern sogar ihr wochenende um eine wundervolle choreographie in die wege zu leiten.
    von strapazierten stimmen und nerven ganz zu schweigen.
    und genau die sollen sich dann über einen undendlich langen zeitraum immer wieder die spieler ansehen die die misere mitzuverantworten haben???
    es geht hier ja nicht um ein, zwei schlechte tage. die werden jedem verziehen. aber grottenleistungen seit 1,5 jahren sind zu viel. zum thema harry: ich mag den, ein total sympathischer typ. aber der hat 2,5 mios gekostet!!! und da soll uns dann das bemühen reichen? für weitaus weniger bekomme ich spieler die in der selben zeit ähnliches zustande gebracht hätten.
    es muss sich der fan doch gehört verschaffen. und ne email an den verein schicken??? als ob das zu den jeweiligen spielern weitergeleitet würde… pfff…
    früher mag das vielleicht anders gewesen sein, da haben spieler aus der region die socken hingehlaten und ein bisschen mehr verdient als der zuschauer. da drückt man eher ein auge zu. aber das immer wieder hochbezahlte spieler unsren clubb bis an den abgrund kicken ist nicht mehr hinzunehmen.
    natürlich ist das evtl nicht leistungsfördernd, aber die leute wollen manche garnicht mehr sehen! und das finde ich absolut nachvollziehbar.
    und nochmal: viele profis müssen nur 5 jahre auf mittlerem niveau spielen und haben dann theoretisch ausgesorgt. dafür kann man schlechter leistung durchaus berechtigte unmutsäusserungen der fans hinnehmen.
    gegen das was auf schalke mit kuranyi machen ist das frankenstadion eine reinste kuschelbude. und der kerl hat eine top-quote!!!

    ich bin zwar kein ultra, doch möchte ich zuguterletzt noch eine lanze für jeden brechen der sich für die (immer noch hervorragende) stimmung verantwortlich zeigt.
    dauergesänge sind zwar sicher nicht das beste mittel um eine mannschaft anzufeuern, aber kritik steht nur ganz wenigen zu. aber ganz bestimmt nicht den fernsehzuschauern und vielen auf haupt- und gegentribüne deren einzige bewegung im spiel der gang zum bradwoschhäusla ist. (zu denen ich mich übrigens auch zähle)
    ohne die ultras und ihre anfeuerungen, gesänge und choreos hätten wir ein friedhofsstimmung.
    und das will bestimmt keiner…

  • clyde … bevor die Diskussion (auch wenn ich sie sehr interessant finde!) zu sehr auseinanderdriftet lenke ich den Fokus wieder zurück: Es geht NICHT um die Kritik generell an den Ultras, das ist diesmal gar nicht das Thema. Es geht auch nicht um Kritik im Allgemeinen, auch nicht darum, dass man alles hinnehmen muss. Und – hoffe ich – auch keine Neid-Diskussion, wie viel Gehalt für einen Fußballer denn noch in Ordnung ist, denn da sitzen allein bei unseren Freunden auf Schalke sicher noch weit Besserverdiener Woche für Woche auf der Tribüne, ganz unfreiwillig und ganz ohne Leistung.

    Es geht hier ganz allein (übrigens mit einigen sehr sinnvollen Wendungen im Rahmen dieser Diskussion) darum, ob man beim Stand von 3:0 die eigenen Spieler wirklich auspfeifen muss oder nicht mal akzeptiert, dass der Trainer die aufbauen will, auch weil wir sicher mit dem einen oder anderen noch eine Weile auskommen müssen/wollen/werden.

    Zudem widerspreche ich doch zwei Punkten: Harry bietet seine Leistung seit er da ist konstant an. Er spielt, wie man ihn vorher auch kennt, bis auf das etwas komische Derby-„Fieber“ kenne ich keinen Vorwurf seitens der Trainer über mangelnde Einstellung und Professionalität. Auch von Engel und Masma sind mir da keine Vorwürfe bekannt. Dass es bei den Spielern seit Monaten zum Teil nicht laufen will, das ist ein anderes Thema, aber fehlenden Willen konnte man ihnen nun wahrlich nicht nachweisen.

  • Ich verstehe eine solche Reaktion einzelner oder mehrerer Fans (im TV hatte es sich jedenfalls angehört, als hätte das ganze Stadion gepfiffen, als Harry kam) nicht. Das hat für mich mit Unterstützung der eigenen Mannschaft genauso wenig zu tun wie dieses vom Spielverlauf entkoppeltes gesangliche oder motorische (hüpf-hüpf, egal was auf dem Rasen passiert) Selbstbeweihräuchern.
    Ich dachte, alle im Stadion sind Club-Fans. Und wir alle wollen, dass die Mannschaft auf dem Platz für unseren Verein kämpft, spielt und siegt. Sich selbst aber dermaßen wichtig zu nehmen, dass man glaubt, ausgerechnet jenen Spielern, die sich eben im Vergleich zu einem Mintal, einem Mnari oder einem Eigler noch immer im Formtief befinden, mittels Pfiffen zu verstehen geben zu müssen, dass man ihre Art Fußball zu spielen nicht toleriert, halte ich für eine typisch neuzeitliche Fanhybris. Als wüssten Engelhardt, Harry oder Masmanidis nicht selber, dass sie seit Wochen und Monaten nur Vollgrütze abliefern. Kann sich denn keiner vorstellen, dass die da selbst keinen Bock drauf haben? Meinen diese „Fans“ etwa, das eigene Stockfehler-Rekordesammeln mache den Formtief-Spielern wirklich Spaß? Oder sie machen es gar „extra“? Zum Schaden des Clubs?
    Nee, die wollen Fußball spielen, die sind heiß, auch wenn sie gehemmt sind. Was hätten die Pfeifenfans denn eigentlich gemacht, wenn die in den weißen Trikots gestern Abend der Club gewesen wären? Meinen diese Fans etwa, die Rostocker Spieler hätten nicht „gewollt“?

    DAS ist doch eigentlich das tolle Erlebnis, einen Spieler aus seinem viel zu langen Tief mit eigener stimmlicher Unterstützung herauszusingen und anzufeuern und so ein Stück weit vielleicht sogar Teil der leistungsmäßigen Wiederauferstehung zu werden. Diese Chance wurde gestern Abend 1a versemmelt! Finde ich so was von panne! Muss toll für ein Kämpferherz wie Harry sein, von den eigenen Fans aus dem Verein gejagt zu werden, nachdem sie ihn ein Jahr lang als „trifft zwar kaum, reißt sich aber den A… auf“ gefeiert haben.

  • @berlinclub:

    mit deiner einschätzung, die du da am tv mitbekommen hast, liegst du falsch. es waren (für dich wahrscheinlich „leider“) nicht die üblichen verdächtigen, die dieses konzert anstimmten, sondern es war eine spontane reaktion im publikum, weder angeleitet noch initiiert von „denen, die sich immer zu wichtig nehmen“. es begann binnen sekunden und war so spontan, dass ich meinen vordermann fragte, ob er was gesehen hat (ich meinte wirklich, dass die leute vielleicht eine tätlichkeit eines rostockers gesehen hatten, weil es so dermaßen heftig war), bis er meinte „da steht der engel an der seitenlinie zum einwechseln“.

    ich traue mir zu wetten, da haben die „stimmungsblöcke“ noch ein liedchen gesungen (ich habs nicht mehr gehört, weil um mich herum der teufel los war).

    ich hoffe dein weltbild von den bösen selbstfeierern bricht jetzt nicht zusammen :-). wie ich diesen spontanen wutausbruch sehe, habe ich in meinem thread weiter oben beschrieben.

    worin du recht hast ist, dass sich das fanverhalten diesbezüglich deutlich geändert hat. ich denke mir auch oft, wie ein eckes oder ein sane heutzutage zurecht gekommen wären, wenn sie mal 5 spiele nicht treffen. ob sie auch „helden“ oder wenigstens wie sammy „kult“ wären? andererseits, man stelle sich vor, dass in den 80ern ein mintal 2X torschützenkönig geworden wäre, nach drei schwersten verletzungen wieder an den kader heranschleicht, ein megawichtiges tor in einem finale erzielt, dort wieder vom platz gegrätscht wird und nach einem abstieg immer noch die knochen für den glubb hinhält…ich denke, er wäre mitunter als namenspatron für das max-morlock stadion in erwägung gezogen worden.

  • ich habe im stadion schon fast überall gesessen oder gestanden, und da muss ich ganz klar sagen das die pfiffe bestimmt nichts mit den vorsängern oder der nordkurve zu tuen haben. im gegenteil ich habe mal in der nordkuve gestanden da haben wir nach 20 minuten vier null gegen bremen hinten gelegen und alles hat gefeiert. da dacht ich hier bist du falsch. die meisten pfiffe kommen ganz sicher eher von den sitzplätzen. es ist ganz sicher nicht von der nordkuve initiiert.
    gebt den volk brot und spiele. wenn man mit den spielen (spielern) nicht einverstanden ist pfeiffen manche. und durch wenige wird dann eine kettenreaktion ausgelößt, und das halbe stadion pfeift dann auf einmal.

  • Jetzt hat auch die AZ das Thema aufgegriffen und zitiert MO:

    »Pfiffe: Oenning sauer auf die Club-Fans!«
    http://www.abendzeitung.de/nuernberg/sport/72694

    »„Die Unmutsbekundungen waren das einzig Negative an diesem Spiel“, ärgert sich der 43-Jährige. „Sie geben in jedem Training ihr Bestes. Ich habe die Drei also ganz bewusst gebracht. Genauso bewusst, wie ich sie auch schon nicht eingesetzt habe. Ich werde mich jedenfalls von außen nicht in meinen Entscheidungen beeinflussen lassen.“«

    Oenning zeigt zwar Verständnis, dass „kein Zuschauer grundlos pfeift“. Doch von der Vehemenz war auch er geschockt. „Die Fans stehen in guten wie in schlechten Zeiten hinter dem Verein. Das tut natürlich gut. Aber ich darf dann auch erwarten, dass sie hinter jedem Spieler stehen.“

  • Zitat Alexander | Clubfans United :

    Jetzt hat auch die AZ das Thema aufgegriffen und zitiert MO:

    »Pfiffe: Oenning sauer auf die Club-Fans!«
    http://www.abendzeitung.de/nuernberg/sport/72694

    »„Die Unmutsbekundungen waren das einzig Negative an diesem Spiel“, ärgert sich der 43-Jährige. „Sie geben in jedem Training ihr Bestes. Ich habe die Drei also ganz bewusst gebracht. Genauso bewusst, wie ich sie auch schon nicht eingesetzt habe. Ich werde mich jedenfalls von außen nicht in meinen Entscheidungen beeinflussen lassen.“«

    Oenning zeigt zwar Verständnis, dass „kein Zuschauer grundlos pfeift“. Doch von der Vehemenz war auch er geschockt. „Die Fans stehen in guten wie in schlechten Zeiten hinter dem Verein. Das tut natürlich gut. Aber ich darf dann auch erwarten, dass sie hinter jedem Spieler stehen.“

    Habe gerade den genannten Artikel gelesen und mir schäumt die Galle über! Ich bezeichne mich – nicht ganz zu unrecht – als friedfertigen Menschen, aber den AZ-Redakteuren würde ich gerne für jede Lüge, jede Heuchelei und jeden Bockmist den sie so verzapfen mal einen netten Gruß zukommen lassen..

    Wer hetzt denn ständig die Zuschauer auf? Wer hat denn so oft diesen Müll bzgl. Real-Madrid-Träumen von Robert Vittek verzapft bis dieser endgültig unten durch war? Wer hat denn das mit Harrys Pseudoverletzung gestreut? Usw. usf. Die AZ ist immer die erste Zeitung die angebliche Wechselgerüchte auf den Markt bringt. Und die AZ ist immer vorne dabei, wenn es darum geht Spieler zu diskreditieren…

    …und dann kommt wieder so ein Bericht über die bösen Clubfans…da bekommt man echt zuviel!

    Ich werde vor Freude tanzen, wenn dieses Blatt endlich untergeht!

    Ist vielleicht sehr emotional, aber ihnhaltlich auch richtig!;-)

  • FCNMax … kann ich verstehen, die Emotion 🙂

    Aber nicht nur die AZ, auch die NZ und NN thematisieren das ganze mittlerweile:

    Pfiffe für Charisteas und Co. lassen FCN-Coach Oenning grübeln
    http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=933272&kat=32

    Club: Schrille Pfiffe an einem berauschenden Abend
    http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=933302&kat=31&man=3

    »Marco Engelhardt auch? Die Frage stellte Peer Kluge, und als Journalisten nickten, verzog Kluge das Gesicht. Es tat ihm weh: Pfiffe gegen Nürnberger Spieler, die gerade, mit dem 4:0 (3:0) über den FC Hansa Rostock, ihre beste Saisonleistung gezeigt hatten, mit einem erneut überragenden Peer Kluge, dem zur Zeit alles glückt – sogar, mit dem 3:0, das erste Kopfballtor seiner Karriere.«

    «Ich kann das nicht nachvollziehen«, sagte Kluge leise, «das ist schade, weil sie auch alles geben für den Verein.«

  • Und noch ein paar Pressestimmen, hier aus der Main-Post, die im Übrigen auch mir mit der Euphoriebremse entgegenkommen.

    http://www.mainpost.de/sport/ueberregional/art20426,4869822

    »Vielleicht kommt ja auch noch der ein oder andere Euro Transfererlös hinzu. Schließlich hat der FCN am Montagabend ein paar Ladenhüter in das Schaufenster gestellt. Marco Engelhardt, Ioannis Masmanidis und Angelos Charisteas wurden von Teilen des Nürnberger Publikums derart – das muss man so deutlich sagen – unverschämt bereits bei der Einwechslung ausgepfiffen, dass ihre Berater wohl ziemlich emsig nach neuen Vereinen fahnden werden.«

  • ich finde dass ist insgesamt hier echt mal ne gelungene diskussion…
    ich wollte in meinem letzten beitrag nur nochmal die nordkurve verteidigen, die ich nach wie vor für ganz fantastisch halte. ist off-topic, lag mir aber nach einigen kritischen äußerungen am herzen.
    ich hätte ausserdem auch nicht gepfiffen, kann aber , wie erwähnt, solche reaktionen im großen und ganzen nachvollziehen.
    es ist unumstritten dass engel und harry mit zum abstieg beigetragen haben und auch in dieser saison noch nicht in der spur sind.
    endlich tut sich ein bisschen hoffnung auf, mit einer mannschaft die funktioniert und man gibt diesen spielern wieder eine chance… das ist halt manchem zuviel.
    ich finde es durchaus richtig diesen spielern, wenn es gerade läuft die hand zu reichen um ihnen wieder zur normalform zu verhelfen!
    aber die pfiffe kann ich nachvollziehen.
    und dass man sich als profi in so einem volkssport mit solchen geschehnissen arrangieren muss!!
    damit will ich keine neid-diskussion über gehälter entfachen, nur klarmachen dass die entschädigung für eventuelle pfiffe nicht gerade schlecht ist.
    glaube auch nicht dass es schlimmer wurde.. kann mich noch gut erinnern als vor ein paar jahren die „ic-connection“ (todorovic, belic, petkovic) mit gellenden konzerten vom rasen geschickt worden sind.
    der zahlende, treue fan sollte schon auch mal äußern was er von einigen leistungen hält.
    aber eines ist schon klar. zeitpunkt und ausmaß waren am montag wirklich daneben. hab ich so daheim nicht mitbekommen…

    zur AZ: ohne frage: ein revolverblatt!
    ist nunmal fakt dass sich ein großteil der fussballfans durch solche blätter informiert.
    und mit den konsequenzen derartiger berichterstattung müssen sich nicht nur fussballer herumschlagen.
    da haben wir es aber noch ganz gut erwischt. in südlichen ländern berichten jeden tag bis zu 5 regionale und überregionale zeitung einzig und allein über fussball.
    ja ich weiß… eigentlich auch off-topic… 🙂

  • Ein bisschen off-topic aber wo wir gerade auf der Presse rumhacken: die armen Jungs von der FAZ können sich scheinbar kein aktuelles Bildmaterial leisten, oder warum ziert den Bericht ein Foto, auf dem Abardonado Nicky Adler beim Kopfballduell beobachtet?

  • Hat eigentlich außer mir noch irgendjemand, der das Spiel nur am TV verfolgen konnte, auch den Eindruck gehabt, dass Mintal nach den beiden Toren zuerst in größter Freude ganz bei sich war, dann aber einen dermaßen tötenden Blick in Richtung Trainerbank abgeschossen hatte? Er sagt zwar immer, dass der Trainer alles richtig gemacht hat, als er ihn nach der Sperre draußen gelassen hatte – aber die Reaktion, sowohl auf dem Platz als auch in „Phase 2“ des Torjubels zeigte mir zumindest, wie massiv angefressen Marek Mintal darüber war. Oder habe ich mir das eingebildet?

  • Zitat berlinclub :

    Hat eigentlich außer mir noch irgendjemand, der das Spiel nur am TV verfolgen konnte, auch den Eindruck gehabt, dass Mintal nach den beiden Toren zuerst in größter Freude ganz bei sich war, dann aber einen dermaßen tötenden Blick in Richtung Trainerbank abgeschossen hatte? Er sagt zwar immer, dass der Trainer alles richtig gemacht hat, als er ihn nach der Sperre draußen gelassen hatte – aber die Reaktion, sowohl auf dem Platz als auch in „Phase 2“ des Torjubels zeigte mir zumindest, wie massiv angefressen Marek Mintal darüber war. Oder habe ich mir das eingebildet?

    Jau, ich weiß welchen Blick Du meinst, aber ich würde das nicht überinterpretieren. Letztlich denke ich, dass Marek sich selbst im Klaren darüber ist das er bislang noch nicht gerade fantastische Leistungen gebracht hat. Trotzig sollte er daher nicht nur dem Trainer gegenüber treten, sondern vor allem gegenüber seinen eigenen bisherigen Leistungen. Jetzt gilt es den Aufwärtstrend zu bestätigen. Ich hoffe, dass er jetzt endlich wieder an alte Zeiten anzuknüpfen vermag…

  • @berlinclub … bei Mintal werde ich aus seinem Gesichtsausdruck nie schlau, da guckt er sauer wie ne Gurke und dann lacht er wieder, wenn die richtige Frage kommt. 🙂
    Als er ausgewechselt wurde hat er auch komisch geguckt, denke, er wäre gern 90 Minuten drauf geblieben, aber MO und er haben sich dann kurz umarmt – denke, da ist nichts zwischen denen.

    Klar, der will spielen, aber seine Äußerungen gerade im Vorfeld zeigten, dass das nun wirklich einer ist, der zuerst an die Mannschaft denkt.

  • @ rollo

    du hast recht. gegen koblenz war es engelhardt, der das 1 null gemacht hat. habe mich da vertan. war doch nur gegen osnabrück. aber du musst meine einschätzung nicht teilen, dass ist meine subjektive sicht. engel kam rein und im mittelfeld stimmt zuordnung nimmer.

    zur diskussion:
    ich weiß nicht warum hier solch eine dikussion entsteht.
    die sollen leistung zeigen, dann werden sie nicht ausgepfiffen.
    fand das jetzt auch nicht so schlimm. es war das letze heimspiel. die sollen gas geben in der vorbereitung oder ab auf die transferliste.
    kuranyi wurde ja angesprochen, der wird ausgepfiffen obwohl er 15 buden macht. harry hatte in der mitte der vorrunde gute ansätze gezeigt, ist aber immer mal wieder geplagt von kleinen verletzungen. ein gerd müller ist er auch nicht, er verballert schon mal 100%ige.
    irgendwie fehlt aber das i-tüpfelchen.
    engelhardt hat auch gute spiele für den club gemacht, aber irgendwie passt es bei ihm zwischen anspruch und realität nicht mehr. der zählt sich doch immer noch zum erweiterten kader der dfb elf. er ist total überschätzt und überschätzt sich selbst. man denke nur an sein „endspielgelaber“ letzte saison. der ksc hat angeblich interesse, er sollte wechseln.
    besser für ihn. evtl kommt er an seine alte form, die er bei fck hatte, heran. man darf auch nicht vergessen, der hat damals unterschrieben als er eine schwere veretzung hatte. die konnte er meines erachtens nie richtig überwinden. die form, die er beim fck und dem ksc hatte, hatte er nicht beim glubb. leider.

  • ach ja nochwas zu den ultras:

    evtl sollte an dieser stelle auch mal der vorfall am we in reutlingen erwähnt werden.

    da haben sich 53 nachwuchs-ultras wohl übelst aufgeführt beim spiel des ssv reutlingen gegen unsere amas.

    naja, den medien traue ich da nicht so, die machen aus einer maus einen elefanten. angeblich wurden frauen und kinder angegriffen. kann ich kaum glauben.

    stimmung gehört für mich zum fußball…aber übergriffe auf unbeteilligte passanten eher nicht.

  • dagegen sind doch die pfiffe gegen harry, engel und masma ein witz. in itlaien bekommt man als spieler schon mal als spieler eine leere patrone per post, da hört der spaß auf…

  • Wieder einmal eine tolle Diskussion. Ich bin absolut begeistert über die Kultur hier im Blog.

    Zum Thema Pfiffe gegen Harry, Engelhardt und Masmanidis. Auch für mich ist das kein gutes Zeichen, auch diese Anspruchhaltung, ich habe mir einen Premieredekoder gekauft, ich opfere meine Freizeit, jetzt will ich von den Millionären auch Leistung sehen, falls nicht strafe ich die alle ab. Das ist eine Mischung aus kindisch und Allmachtsphantasie. Gleubt irgendein Fan wirklich damit kann er etwas positives erreichen? Aber etwas positives will er gar nicht erreichen, er will Macht, einmal im Leben und wenn es im Block mit anderen „Deppen“ ist will er etwas beeinflussen und dann fühlt er sich stark, wenn ein Spieler geht oder gegangen wird, wenn ein Trainer geht oder wenn er gegangen wird, wenn ein Manager geht oder er gegangen wird. Ja da kann man schon mal stolz auf die eigene „Leistung“ sein.

    Ich gehöre sicher nicht zu den Fans, die ein Spiel komplett durch Stimmung machen, ich stehe auch schon länger nicht mehr in der Kurve, aber auch hier fnde ich das Verhalten „der Kurve“ oft schon ein wenig großkotzig, nach dem Motto nur wir die Singen sind echte Fans. Auch hier finde ich dieses Auseinanderdividieren, da die richtigen Fans, da die Sitzplatzsch…, hier die richtigen Spieler, da die Falschen, die Söldner, die Millionrios usw. Das ist doch alles totaler Quatsch, wir sollten viel mehr versuchen eine Einheit zu bilden, wo es eine tolle Kurve gibt, wo es auf der Haupttribüne Leute gibt die richtig Kohle bringen, wo auf der Gegentribüne Familien sind, die ihre Kids schon zu UNSEREM Club bringen. Und wir sollten versuchen unsere Spieler immer zu unterstützen!

    Dass es auf Schalke die dümmsten Fans der Welt gibt, die ihren besten Torjäger fertig machen, kann doch kein Argument sein, dass wir das auch machen wollen. Die Strafe bekommen die Schalker doch jede Saison, die werden nie Meister!

    Oder schlechte Beispiele aus südlichen Ländern, soll man sagen solange es nicht so schlimm ist wie am schlimmsten Ort, solaange keine Fans vor den Stadien sterben, so lange darf niemand auf Fehlentwicklungen hinweisen. Nein wir sollten uns immer an den besten Fans orientieren und diesen nacheifern und nicht schauen wo ist es noch schlechter, dann geht es ja noch!

    Dass Zeitungen wie die AZ heuchlerisch sind, wenn sie einmal gegen die Spieler hetzen, Gerüchte über Wechselabsichten in die Welt setzen und dann Krokodilstränen heulen ob der „bösen, bösen“ Fans ist doch banal. Alexander hat alles zu den Boulevardmedien gesagt, auch toll dass das hier so direkt gesagt wird.

  • Hab noch was im online-kicker dazu gelesen, der Oenning stützt meine These (Zeitpunkt doof, Pfiffe grundsätzlich auch… aber verständlich) fast ein bisschen 🙂

  • Trainer Michael Oenning zeigt sogar Verständnis für die Unmutsäußerungen der Zuschauer. „Die kamen ja nicht grundlos, das ist schon okay. Die Spieler müssen auch zu ihren Leistungen stehen.“ Aber Oenning warnt, aus einer einmaligen Aktion einen Dauerzustand zu kreieren. „Es darf nichts Grundsätzliches sein. Eine Zweiklassengesellschaft mache ich nicht mit“, so Oenning, „die drei gehören zum Team. Wir werden noch alle Spieler brauchen.“

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