Zu Gast in der Allianz Arena

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Und nun zu etwas vollkommen anderem …

Die Auswärtsfahrt des Clubs nach Duisburg mag man nachträglich bewerten wie man will, es bleibt der schale Beigeschmack eine richtig große Chance verpasst zu haben. Doch es gibt auch ein Leben außerhalb des Fußballs-Blogs und auch dort gute Gelegenheiten – eine davon war am Samstag.

Wie schon berichtet wurden einige Fußball-Blogger der Nation von der Deutschen Telekom und Microsoft eingeladen nach München zu kommen um sich ein Produkt anzusehen, das sich (natürlich) mit Fußball beschäftigt. Als Rahmenprogramm dachte man sich aus, man könnte das mit einem Besuch in der Allianz-Arena verbinden, sogar die Microsoft– und Deutsche Telekom-Loge buchte man und übernahm auch noch die Reisekosten gleich dazu.

Konkret ging es um die Vorstellung des neuen „T-Home Entertainment“ (BETA), eine Art Fußball-Live-Ticker für das TV-Gerät, bei dem man aber nicht nur – wie von einem Fußball-Ticker gewohnt – die Kurzfassung eines Spiels durchlesen, sondern auch ansehen kann. Dabei werden die Spiele mitgeschnitten und nahezu live (2-3 Minuten Verzögerung) in so eine Art Kurzfassung angeboten.
Die Sache ist natürlich für einen Fußball-Fan interessant, gerade auch weil er auch noch Zugriff auf ein riesiges Archiv mit angeboten bekommen soll. Wenn also mal wieder mit meinem Freund aus Frankfurt die Diskussion entbrennen sollte, ob der Böller damals im „Skandalspiel“ vor oder nach dem 1:1 für den Club gezündet wurde, könnte man sich das im Archiv auf Bildern ansehen.
Das Problem: Es ist dann doch noch eine BETA-Version und nicht ganz billig zugleich. Was an der BETA noch stört sind eine doch noch überarbeitsbedürftige Optik und Menüführung und nicht zuletzt die Päuschen, die sich das System bei Laden neuer Seiten oder Menüwechsel gönnt. Dazu ist das Bild aktuell noch nicht Bildschirmfüllend in den Kurzszenen und ähnelt mehr einem Internet-Stream denn an TV-Qualität.
Was der Spaß kostet, das hat man drüben bei soccr.de mal recherchiert. Eben nicht ganz billig.

Soweit die Formalien. Kommen wir zum Persönlichen.

Warum wir von Clubfans United überhaupt eingeladen wurden, hat erst mal wenig mit unserem überragendem Standing zu tun denn mit einige schieren Zufällen. Geladen waren nämlich eigentlich nur Bundesliga-Blogs und selbst die noch nach gut Dünken der Eventagentur nach Engagement, Ernsthaftigkeit und ein gewisses Niveau in der Berichterstattung. Da ich nun Nachbar vom Weser-Blogger bin, kamen wir so über das Event ins Gespräch und Nachbar schlug mich persönlich schlicht im Telefont vor – und so kam ich zur Ehre.

Doch die Sache hatte noch ein paar Tücken, die ich gern noch zum Besten geb: Die Anreise. Wir (Nachbar und ich) hatten uns das nämlich schön ausgemalt und Flug gebucht. Doch am Schalter hieß es dann für mich: Sag zum Abschied leise Servus. Das Flugticket war aufgrund einem Fehler bei der Buchung ungültig … da war der Event fast schon vorbei, bevor er begann. Doch Krisenmanagenemt ist ja das Motto der Stunde und so saß ich nach Telefonaten und etwas Hektik im Zug gen München und (siehe Bild oben) dann wusste ich wenigstens, warum mir das Schicksal diesen Streich spielte: Ich wollte halt noch mal auf dem Weg zu den Batzis durch mein Franken und speziell unser Nürnberg. 🙂

Der Rest ist schnell erzählt: Das Spiel war natürlich nicht so interessant für die, die keine Mannschaft am Rasen hatte, es war dennoch mal sehr interessant so eine Loge von innen zu sehen und das noch als geladener Gast dazu. Business-Seats kannte ich ja schon aus Gladbacher Zeiten, doch ne Loge ist noch mal eine Schippe drauf. Wann kann man schon mal ein Spiel verfolgen, bei dem man direkt über der Ehrentribüne sitzt und dann ganz strahlen kann, weil man seine Ikone Andy Köpke auch noch entdeckt, dabei ein Bierchen aus einem echten Glas schlürft und sich in ein Deckchen mümmelt.

Was aber die Sache am Ende nicht nur zu einem interessanten Event machte, bei dem man auch den Bomber Gerd Müller noch als Gast in der Loge begrüßte, waren (wie so oft) das Zwischenmenschliche. Für mich war es zwar nicht sonderlich überraschend, aber doch immer wieder schön zu erleben, dass man Vis-a-Vis ein ganz anderes Verhältnis zu den Leuten hat. Da waren dann auch so manche Gräben aus früheren Schreibscharmützeln eigentlich schnell ad acta gelegt und man saß in trauter Runde danach noch lange in der Loge und später im Wirtshaus, fachsimpelte über Fußball und Blogs und Medien oder amüsierte sich über die Darbietungen des Elvis-Imitators. – Fußball ist eben Emotion, Leidenschaft, und Schreiben auch – das passt auch so, aber jede Rivalität endet dort, wo das Menschliche anfängt – und so ein Event erinnert einen daran.

Am Ende blieb nicht nur die Mitgliedschaft in einem Münchner Raucherclub (die rauchen weiter in den Clubs wie früher und damit man reinkommt wird man eben Mitglied – die haben echt lustige Sitten da 😛 ), sondern vor allem viele Kontakte und bleibende Erinnerungen.

Hier ein paar Erfahrungsberichte der anderen Blogger (via Frittenmeister „Fussballblogger stürmen die Allianz Arena„):

Ich will keinen einzelnen grüßen oder herausheben, da vergisst man nur am Ende jemand, danken will ich aber noch allgemein für die Einladung und speziell Herrn Vetters von der betreuenden Agentur Weber Shandwick, denn er hat sich wirklich noch gekümmert, vor allem als dann die Anreise etwas komplizierter wurde. Dann noch Kai Lorentz (alias „Probek„), denn der hat das private Bloggertreffen danach organisiert, und dann noch ganz herzlich mit vielen Grüßen an den Toby Volke (aka Frittenmeister), denn der hat uns danach noch durch die Stadt zu den Treffpunkten geführt und Hotel mit gesucht etc. und so war dann der Teil ganz easy und unkompliziert – und das ist ne Menge wert.

Noch ein kleines Nachwort, dann soll es auch genug sein: Die Diskussion mancherort, dass man sich da vor den PR-Karren sperren lässt, halte ich für bisschen albern. Und sicher ist das manchmal auch „ungerecht“, warum der oder jener eingeladen wird, andere sind doch auch gut oder auch besser. Aber am Ende ist doch eines interessant: Man beginnt uns private Schreiber in den Medien, den Vereinen und auch den Unternehmen wahr zu nehmen. Wir, die wir am Ende nichts anderes tun als den gemeinen Fan von der Straße zu repräsentieren und unsere Leidenschaft für unseren Verein so fachunkundig, wie wir eben sind, da wir ja meist weder Journalisten noch Profi-Sportler sind, zum Besten geben. Wir werden interessant und man geht auch ein gewisses Risiko ein uns einzuladen, denn leicht einladen kann man uns ja, leicht haben aber nicht nicht. Und so fiel auch das Feedback für das vorgestellte Produkt auch nicht unkritisch aus, auch wenn man in der Regel durchaus Potenzial für das Format unterstellte. Sich danach aber zu bedanken und nicht nur aus Prinzip zu verreissen, halte ich für gute Kinderstube – aber auch das kann jeder halten wir er will.

Ein paar Impressionen:

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Dem Luca Toni und dem Ribery saßen wir praktisch im Nacken

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Wir hatten aber auch schöne Plätze und mussten nur so komische weiße Sachen für den Sponsor anziehen …

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… tatsächlich aber saßen wir gemütlich in der Loge.

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Und der Andy Köpke hat uns auch nicht persönlich verabschiedet und der Uli hat auch nur einem die Hand geschüttelt (Gerücht).

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Aber dafür waren andere da: Der Frittenmeister, der Bomber und ich.

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Also die Farbe würde ja passen, müsste nur das Frankenstadion-Schild hin. Aber im Innenraum isses so schee ned wie von außen.

Bis zum nächsten Event. 😉

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Kommentare (3)

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  1. Markus sagt:

    Kein Gerücht!

  2. Konnte aber nie bewiesen werden! 😀

    (aber ich hab mir die Hand auch nicht mehr gewaschen als Der-dem-Uli-die-Hand-schüttelte-Handschüttler)

  3. Auf dem Klo die Hand geschüttelt? Oder wie war das?