Ein erster zaghafter Ausblick

Ausblick © Clubfans United; Endl 2008

Der Trainingsauftakt ist vollbracht, die ersten Testspiele gespielt, die Tage zu den ersten Pflichtspielen (DFB-Pokal in Dresden am 1.8. in 19 Tagen, Saisonauftakt gegen Schalke in 26 Tagen) vergehen immer schneller.

Am Mittwoch beim Turnier in Pfullendorf geht es neben dem Gastgeber auch gegen die Borussia aus Dortmund und damit zum ersten echten Härtetest, nachdem man sich bisher steigernd an die Konkurrenz herantastete von Weingarts über Bayreuth bis Aue und Erfurt. Danach ab ins Trainingslager in die Schweiz mit Tests gegen den FC Winterthur (17.07.), Fenerbahce Istanbul (18.7. in Friedrichshafen) und Skoda Xanthi (23.7. Trainingslagerabschluss), um dann am 26.7. zur Saisoneröffnung im easyCredit-Stadion nochmal gegen die Glasgow Rangers den Leistungsstand abzufragen und wohl die ersten Stammplätze für die Spiele gegen Dresden und Schalke zu vergeben.

Gibt es schon Tendenzen? Was hat man (so aus der Distanz) für Eindrücke?

Oenning und Bader haben Wort gehalten und den Transfermarkt Transfermarkt sein lassen – man baut auf die Aufstiegself, lediglich ergänzt um Broich und den Rückkehrer Charisteas, sowie weitere Talente wie Tomasz Welnicki und Güngör Kaya (beide VfL Bochum U19) sowie Manuel Stiefler und Jonatan Kotzke (eigene Jugend). Als Abgänge wurden Stefan Reinartz (Rückkehr Leihe Leverkusen) beklagt, die weiteren Abgänge wie José Gonçalves (Rückkehr Leihe Heart of Midlothian FC), Aleksandar Mitreski (FC Sion) und Mario Breska (APOEL Nikosia) sind nach den zuletzt angebotenen Leistungen (oder Einstellungen) zu verschmerzen. Gerade von José Gonçalves hatte man sich mehr erhofft, am Ende war die Kaufoption aber zu hoch um ein Risiko einer Verpflichtung einzugehen, die erste Saison beim Club gab dazu zu wenig Anlass.

In den bisherigen Testspielen gab es die erwarteten (und erhofften) Siege, allerdings tat man sich bisweilen schon schwer in den ersten Hälften, solange es eben noch Remis stand und der unterklassige Gegner das Tempo mitgehen konnte. Das spricht noch für viel Arbeit im Spielaufbau. Positiv dagegen die Eindrücke des Rückkehrers Charisteas, der in den Testspielen die von vielen fast schon abgesprochene Torgefahr erahnen ließ, die von ihm ausgehen könnte. Auch Bunjaku und Wolf sind wieder mit dabei, Wolf mit den ersten vorsichtigen Versuchen, Bunjaku offenbar endlich verletzungsfrei und topfit und bereit anzugreifen.

Viel Freude machten die neuen jungen Wilden, Kaya unterstrich zumindest gegen die bisherigen Gegner seine Goalgetter-Qualitäten und Gündogan macht sogar so viel Phantasie, dass manche Gazetten schon so gestandene Spieler wie einen „Misimovic“ und den „Ex-Bremer Diego“ in einem Gündogan vereint sehen wollen – vielleicht ein bisschen arg groß, die Schuhe, für einen 18-jährigen, aber man sieht, mit wie viel Begeisterung man sich einfach nach einem 10er, einem Spielmacher, sehnt. Und Gündogan bringt dafür eine ganze Menge an Potenzial mit.

Gündogan wirkt bisweilen wie eine Mischung aus Misimovic und dem Ex-Bremer Diego. Für Manager Martin Bader ist dieser Vergleich zwar „sehr hoch gegriffen“. Aber auch Bader bescheinigt dem Ex-Bochumer besondere Fähigkeiten, mit dem Ball umzugehen und die Mitspieler in Szene zu setzen.

„Lassen wir ihn einfach Ilkay sein“, hält Oenning nichts von Vergleichen. Doch der Coach ist voll von Gündogan überzeugt. Augenzwinkernd ergänzt er: „Ich kenne ihn ja schon länger.“ Aus seiner Zeit als Bochumer Nachwuchs-Koordinator nämlich. Darum wollte Oenning dem FCN die Dienste des Juwels unbedingt sichern.

Quelle: AZ

Vom einzig echten gestandenen Neuzugang Broich hört man nicht viel, dafür eher solides, von viel Arbeit an der Physis und einer problemlosen Integration ins Mannschaftsgefüge – ob er eine Verstärkung wird, wird sich erst noch zeigen. Auch von ihm erhofft man sich ja kreative Impulse.

Was kann man erwarten für die neue Saison?

Niederlagen. Das sagt nicht der unverbesserlich grantelnde Club-Pessimist, sondern der smarte Oenning und dämpft damit bewusst und mit Recht die Erwartungen. Auf jeden Fall mehr Niederlagen als letztes Jahr, sagt Oenning. Und so banal die Aussage, so wichtig die Botschaft. Und alle, die dabei nicken, sollten auch Maß und Ruhe walten lassen in ihrer Kritik, wenn einer der vielen Niederlagen – vielleicht so manche sogar in Reihe – kommen sollten. Denn dass der Club keine Garantie für den Nicht-Abstieg hat, das muss man nicht erst mit der Bürde des Aufsteigers verbinden.

Die Tatsache, dass der Club nach aktuellem Transfermarkt-Wert sich nur vor Mainz und Freiburg behaupten kann, mag nur ein Indiz sein, zeigt aber – wie auch im Jahr des Aufstiegs, als man in Liga 2 ganz oben stand – einen gewissen Stellenwert. Natürlich sind Marktwerte so wandlungsfähig wie Börsenkurse und es genügt oft ein wenig Phantasie im Markt um alles auf den Kopf zu stellen – und doch dient es einer vernünftigen Einstufung.

Die Tatsache, dass der Club im letzten Jahr massiv „Marktwerte“ abgab (wie auch einen Vittek, einen Masmanidis oder auch Engelhardt) oder jetzt abgeben musste (Reinartz), im Gegenzug aber keine Marktwerte einkaufte, unterstreicht das neue Bewusstsein des Club. Statt sein Heil im wüsten Bieterwettbewerb zu suchen, versucht man sich in („ehrlicher“) Arbeit an der Jugend und an der Formierung einer mannschaftlichen Geschlossenheit. Ein Konzept, das zumindest im Vorfeld von Fans und Umfeld gern mitgetragen wird. Ob dem so bleibt, wenn die zu erwartenden Rückschläge und Niederlagen kommen, wird sich zeigen müssen.

Aber eines sollte sich auch der optimistische positv denkende Jugendkonzept-Fan vor Augen halten: Der Umstand, dass trotz überhitztem Transfermarkt die Club-Spieler nicht auf den Einkaufslisten der Clubs standen, mag den Clubfan freuen, zeigt aber auch eine mindestens „skeptische“ Wertschätzung, die man am Markt gegenüber den Clubspielern hat. Man schätzt vielleicht entweder das Spielermaterial im eigenen Kader als stärker ein oder scheut die Risiken, gerade bei – vor einiger Zeit ja noch hoch gehandelten – Spielern wie Wolf und Mintal (verletzungsanfällig?), Pinola oder Charisteas (zu unbeständig – vor allem unter Druck?).

Dies alles sollte den Clubfans nicht missmutig stimmen – im Gegenteil. Man sollte sich dann freuen über die Fortschritte, auch wenn sie sich manchmal – auch hier sei Oenning zitiert – nicht gleich in Punkten ausdrücken. Denn der neue Weg des Clubs basiert genau auf dieser Nische: Spieler, die aufgrund mangelnder Spielpraxis einen niedrigen Marktwert haben (da sie sich nicht präsentieren konnten), aber viel Talent aufweisen, suchen den Club. Eben weil man hier den Spielern die Chance gibt sich zu entwickeln und auch zu spielen.

Nicht anders ist zu erklären, warum man einen Diekmeier vom Club überzeugen konnte (immerhin als bester Spieler seines Jahrgangs in Deutschland ausgezeichnet) oder auch ein Christopher Schorch (aktuell 2. Mannschaft von Real Madrid) überhaupt ernsthaft mit dem Club in Verbindung gebracht werden kann. Und so sehr der Weggang Reinartz schmerzt, so sehr ist das auch das beste, was passieren konnte für das Modell „jung talentiert“. Denn Jungnationalspieler sehen in Reinartz genau das, wovon sie träumen: Von der Tribüne, der Bank oder aus der zweiten Mannschaft eines Top-Vereins zum Club wechseln, sich entwickeln und zeigen können und dann eine große Karriere starten (vielleicht auch mit dem Club, warum nicht?). Reinartz hat zwar noch keine große Karriere, aber mit dem Jahr beim Club kam er plötzlich aus der Versenkung in den Blick der Öffentlichkeit, was Bayer Leverkusen auch bewog ihn vorzeitig zurückzubeordern.

Noch knapp vier Wochen, dann wird man gegen Schalke mehr wissen. Realistisch gesehen ist man krasser Außenseiter in dem Match, da muss man nicht nur auf den Star-Trainer Magath hinweisen, da darf auch noch mal der Marktwertvergleich dienen: Hier 32 Mio., dort 110 Mio., hier ein Durchschnittswert von 1 Mio. pro Spieler, dort knapp 4 Mio. – oder anders ausgedrückt: Der Club könnte sich – realistisch betrachtet – über die Hälfte der Spieler nicht einmal leisten. Nicht einmal einen Lewis Holtby, der aus Aachen kam und der maßgeblich mitbeteiligt war als dem Club in der letzten Saison eine deftige Watschen verpasst wurde (6:2). Aber auch da erinnern wir uns: Es war eine Watsche, aber eine, die heilsam war – was am Ende zum Erfolg führte. Um Fortschritte zu machen muss man eben manchmal erst mal eine Lektion lernen oder zwei Schritte zurück gehen – wenn damit Fans und Umfeld zurecht kommen, kann es eine (positiv) spannende und interessante Saison werden.

17 Gedanken zu „Ein erster zaghafter Ausblick

  • Ich bin da etwas zwiegespalten. So toll war ja die letzte Saison (mit Ausnahme des Abschlusses) ja auch nicht, so dass ich mir jetzt -auch angesichts der begrenzten Neuzugänge – keine Wunderdinge in Liga 1 erwarte. Also so gesehen rechne ich mit Überlebenskampf pur und manches Gewürge. Auf der anderen Seite kann es schon sein, dass das Team zusammenwächst und wir in der 1. Liga aus einer anderen Position spielen können, also nicht mehr der Top-Favourit sondern der Aussenseiter mit Überaschungspotential. Also könnte da schon was drin sein im Sinne Überraschungsteam mit viel Potential. Ich hoffe nur, dass der Start gut klappt und wir mit einem kleine Lauf in die Saison starten. Fatal wäre es, die ersten Spiele zu verlieren und dann (wie vor 2 Jahren) nie mehr in ruhiges Gewässer zu kommen.

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  • schorch zum glubb? wo kommt diese gerücht denn her? habe gelesen, dass köln und hertha interesse haben…der junge spielt bei madrid 2 und soll ausgeliehen werden…

    glaube kaum, dass da was dran ist…würde ihn aber gerne beim glubb sehen…

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  • @Manu … Nein, der kommt ziemlich sicher nicht zum Club, deswegen schrieb ich auch vorsichtigst „… oder auch ein Christopher Schorch (aktuell 2. Mannschaft von Real Madrid) überhaupt ernsthaft mit dem Club in Verbindung gebracht werden kann“. Köln soll sehr bemüht sein um ihn, in dem Zusammenhang soll (ich hab es nicht selbst gelesen) im Print-Kicker auch gefallen sein, dass auch andere bei Real Interesse signalisiert haben sollen, darunter auch der FCN. Aber Köln ist wohl viel konkreter und auch die Hertha sei dran, die verbindet man aber auch mit dem Namen Metzelder.

    Daher: Es ist schon Ehre genug, dass man uns mit nennt. Soweit ich an anderer Stelle las, sei für Schorch eine feste Ablöse von 20 Mio. im Vertrag verankert. So viel auch zu Phantasien, der Club solle sich bei solchen Spielern unbedingt eine Kaufoption in den Leihvertag schreiben lassen… Können sie ruhig, vielleicht finden wir ja die im Budget fehlenden 19,8 Mio. im Laufe der Saison …

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  • Mensch Alexander, da hast du nun schon alles geschrieben, was mir auch zu dem Thema durch den Kopf geht.
    Unterstreichen möchte ich noch einmal den Punkt der Unterstützung. Ich für meinen Teil sehe echte Nachhaltigkeit. So etwas unterstütze ich gerne, auch wenn es mal schlecht laufen sollte. Man kann dieser Mannschaft nun absolut nicht mehr vorwerfen, dass da irgendwer nicht will. Ich hoffe das wird sich in der Saison nicht ändern. Das wäre ein Punkt, wo ich dann auch mies-muffelig werde (also meine reszesiven fränkischen Gene durchkommen). Aber ich glaube dazu wird es nicht kommen. Wir sehen echt gerade im Training ein Kampf um die Stammplätze, wie er schöner nicht sein kann. Wenn sich das auf dem Platz niederschlägt, bin ich mir wegen der Saison nicht Bange.
    Ein Gradmesser für die großen in der Bundesliga wird sicher Dortmund und auch Fenerbace sein. Auf diese Spiele freue ich mich schon. Auch wenn die Gefahr besteht, dass wir sie verlieren. Wir können auf jeden Fall etwas wichtiges aus dem Spiel mitnehmen für die kommende Saison.

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  • Einerseits bin ich froh, dass der Club diesmal nicht den alten Fehler wiederholt hat, nach einem Aufstieg kopflos auf dem Transfermarkt zuzuschlagen, aber andererseits frage ich mich, ob es mit diesem (durchaus talentierten Kader) am Ende dann wirklich reicht für die Bundesliga…

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  • Ja, es ist ein Drama mit dem Marktwert: Aber das unbeliebte Beispiel Hoffenheim kann uns Mut machen. Deren Marktwert war Anfang der letzten Saison auch eher in den untersten Plätzen angesiedelt und immerhin hat es dann sogar zur Herbstmeisterschaft gereicht. Es gibt auch genügend andere Beispiele von Mannschaften mit teuren Spielern, die andersherum eher weniger bis gar nicht erfolgreich waren. Was können wir daraus hoffen: Das Pferd „Jugend“ mit dem Jockey „mannschaftliche Geschlossenheit“ und gefüttert mit „Heu aus erfahrenen Spielern“ könnte doch für Ränge außerhalb des Abstiegs ausreichen!? So ganz alleine sind wir mit unserer Hoffnung nicht, wenn man sich die Dauerkartenverkäufe anschaut, glauben noch 28.000 weitere Menschen an einen Glubb, der vielleicht nicht alle Heimspiele gewinnt, aber doch sicherlich für die eine oder andere Überraschung gut sein könnte. Eventuell reicht es gleich für einen Stolperer der Schalker. Wenn man sieht, wie Wolfsburg das erste Jahr unter Magath nicht gerade Bäume ausgerissen hat… naja, mal sehen. Es wird jedenfalls höchste Eisenbahn, daß wieder „Fussi“ am Wochenende passiert. Die Medien sind schon so verzweifelt, daß nun schon die nationale(!) US-Schwimmmeisterschaft auf vordere Sportzeitungsseiten kommt. 🙂

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  • Ich weiss auch, was die Marktwerte wert sind, ich versuch das ja schon immer betont nur als Indikator zu verkaufen. Aber eines muss einem ja klar sein: Solche „Werte“ spiegeln eine gewisse Wertschätzung und Begehrlichkeit wieder. Und genau das meine ich: Unsere Spieler wecken offenbar keine so richtige Begehrlichkeit bei anderen Vereinen, also vor allem bei den Top-Clubs. Was bedeutet das? Im Zweifel jedenfalls, dass wir in punkto Spielermaterial von den Experten dort nicht so hoch eingeschätzt werden.

    Dass das alles am Ende ganz anders ausgehen kann, ist das schöne am Fußball, für vorsichtige Menschen aber ist es ein Risiko, denn nicht umsonst fahren die meisten Verantwortlichen lieber die Einkaufs-Schiene, um sich nicht vorwerfen zu lassen, man habe nicht alles Mögliche getan. Was der Club betreibt ist schlicht ein gewagtes Unterfangen, was ich persönlich auch gut finde. Konservativ gedacht hätte man zugekauft, so aber setzt man sich möglicher Kritik aus, indem man behauptet, der Kader sei besser als die Fachwelt das derzeit so beurteilt.

    Vielleicht ein komplizierter Gedankengang, ich merk schon …

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  • Alexander | Clubfans United: Unsere Spieler wecken offenbar keine so richtige Begehrlichkeit bei anderen Vereinen, also vor allem bei den Top-Clubs.

    naja, angeblich soll ja Pino beim HSV im Gespräch gewesen sein. Aber bei Bader läuft ja immer alles sehr diskret ab…

    Ich denke, da wurde auch bewusst mit entsprechend hohen Ablöseforderungen gegengesteuert, so dass gar nicht erst Begehrlichkeiten aufkommen konnten.

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  • Ich sehe auch keinen so starken Zusammenhang zwischen Begehrlichkeit und Marktwert. Darin liegt vielleicht auch der einzige Unterschied zwischen dem Fußball und der freien Wirtschaft. Im Falle einer konkreten Verhandlung steigt natürlich der Preis des Spielers, wenn sich mehrere Vereine um den Spieler bemühen. Genauso steigt der Preis des Spielers, wenn Vereine ihn für unverkäuflich erklären. Aber das ist immer noch kein direkter Bezug zum Marktwert.
    Ich sehe darin eher eine indirekte Kopplung. Schauen wir uns mal den Teil einer Saison an, indem wenig oder kaum über Spieler verhandelt wird. Der MW verändert sich trotzdem. Der MW verändert sich aufgrund von aktuellen Leistungen des Spielers.
    Interessant finde ich dabei aber das der MW eines Spielers viel schneller nach oben geht, wie er bei schlechten Leistungen nach unten geht. Das ist ähnlich wie bei der Gaspreisentwicklung. So lässt sich wohl auch ein stetiges Ansteigen der MWs im Fußball erklären.
    So nun kommt erst der Verkaufspreis ins Spiel. Ist ein ein Spieler gut und wichtig für einen Verein steigt der Verkaufspreis (er wird auch extra hoch angesetzt). Somit haben wir hier dann die Kopplung zum MW.
    Und nun endlich der Bezug zum FCN:
    Ich denke unsere Leistungsbezogene MW-Entwicklung konnte gar nicht so nach oben schnellen, da wir erstens in der 2. Bundesliga gespielt haben, und zweitens nicht immer mit super Einzelaktionen, wodurch der MW des Einzelspielers steigen würde, gewonnen haben sondern als Mannschaft.
    Darum kann man den MW erst nach Ende der Saison mit dem dem Saisonverlauf vergleichen, weil er sich erst da der tatsächlichen Leistung angleicht. Ich glaube das hatten wir auch schon einmal in einem vorherigen Artikel diskutiert.
    Ich denke wir müssten uns auf die gesamte Mannschaft als Einheit konzentrieren, so wie der Verein es auch vorgibt. Und da sehe ich viel Hoffnung. Wir werden nicht gleich auf Anhieb die CL erreichen, Harry wird auch keine 20 Tore schießen (wie manche in meiner Aktion schon hoffen). Wir werden sicher was mit dem Abstieg zu tun bekommen. Aber als die gesamte Mannschaft sehe ich als so stark an, als dass sie das schafft.

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  • Nicht so ganz, Maxxx, der Marktwert bei Transfermarkt hat schon so seine Grundlagen.

    (so stand es früher mal bei transfermarkt.de zu lesen)

    Der Marktwert beschreibt die Nachfrage nach einem einzelnen Spieler auf dem Markt, wobei dieser nicht mit dem Transferwert zu verwechseln ist. Der Marktwert eines aktiven Spielers sinkt nicht auf Null, während Spieler heute häufig ohne Ablöse wechseln. Jeder Spieler stellt ja für seinen Verein einen bestimmten Wert dar. Die Vertragsdauer stellt lediglich eine Komponente seines Marktwertes dar, genauso wie das Leistungspotenzial, Alter, Gehalt, Verein/Liga, eigener Namen bzw. errungene Erfolge.

    Häufig wird in den Diskussionen der Threads nicht berücksichtigt, z.B. dass der Marktwert auch sehr stark von seinem überregionalen medialen Wert abhängt (Triktotverkauf, Werbeträger, Sympathieträger, Publikumsliebling, usw.). Gleichzeitig ist der abgebende Verein eines Spielers eine wichtige Komponente, denn bei Bayern München gibt es zum Beispiel eine andere “Schmerzgrenze” als bei Arminia Bielefeld, um einen Stammspieler abzugeben. Daher ist ein Transfererlös nicht mit dem Marktwert gleich zu setzen ist, da ja ein ablösefreier Spieler auch einen Marktwert hat.

    Als kleine Orientierung könnte man sagen, was kostet mich der Spieler, wenn ich ihm einen Dreijahresvertrag gebe.

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  • Aber im Grunde genommen ähnlich wie ich es vermutet habe, oder? ich habe nur nicht alle Komponenten bedacht. Aber die kommen auch zu dem Punkt Transfererlös/Preis nicht gleich Marktwert.
    Interessant finde ich hier den Vergleich Bielefeld – München. Gerade hier driften die Welten extrem auseinander. Äquivalente Leistungsträger bei unterschiedlich situierten Vereinen bringen meiner Meinung nach keine äquivalenten Transfererlöse oder haben dann keinen äquivalenten Marktwert. Obwohl es dafür auch Gegenbeispiele gibt: z.B. Marco Marin beim Wechsel zu Werder Bremen.
    Aber was interessieren hier jetzt die MWs der Einzelspieler. Fakt ist: Wir haben eine gute Mannschaft als ganzes. Und damit gilt es zu bestehen. Ich glaube darum geht auch der Blog 😉

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  • Eine wichtige Komponente nicht vergessen: Der Marktwert wird erst durch die Medien so richtig gesteigert!

    Die zweite Liga findet bundesweit kaum statt, dafür senden Sender wie z.B. ein Nachrichtenkanal Beiträge in der momentanen Gurkenzeit, live vor der Batzigeschäftsstelle aufgenommen, welche Salatvariationen die Batzis zum Frühstück erhalten und ob Ribery simuliert oder nicht usw. Das ist für die breite und uninteressierte Öffentlichkeit interessanter, wie wichtige Meldungen (gilt ja leider praktisch für alles, was heutzutage gemeldet wird) über tatsächliches Fußballgeschehen bei _IRGEND_ einem anderen Verein. Der Glubb wurde erst wieder bundesweit wahrgenommen durch die beiden im ÖR-Fernsehen live übertragenen Relegationsspiele gegen Cottbus. Dann gab es von den bekannten Presseagenturen und -diensten schön vorgefertigte Meldungen, die weitverbreitet und wortgenau auf die einschlägigen Nachrichten-Webseiten kopiert wurden.
    Und erneut findet der Glubb nicht statt, da er nur einen ganzen und einen halben Transfer hat während sogar Freiburg mit einem Probespiel des Kaka-Bruders glänzen kann.
    Nun hat man also so eine richtige – ich nenne es mal so – Nachrichtenlawine auf der einen Seite gegen eine nicht stattfindende Wirklichkeit auf der anderen Seite. Ich glaube, mit so einer Nachrichtenlawine passiert ganz automatisch auch eine Vervielfachung des Marktwerts und deshalb auch dann solche astronomischen Summen wie bei den Fußballpopstars in Spanien. Hm, habe ich mich verständlich genug ausgedrückt, was ich meine?

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  • Woschdsubbn: Hm, habe ich mich verständlich genug ausgedrückt, was ich meine?

    Absolut! Und gleichzeitig damit die Antwort gegeben, warum für einen Spieler wie Ottl trotz maximal durchschnittlicher Leistungen der Club „nicht sein Anspruch“ sei.

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  • Ich glaube das einzige Problem wir ddie Psyche. Wenn es einmal läuft verfügen wir über einen Kader der sogar den neunten Platz als Ziel nennen könnte. Legen wir aber eine miese Serie hin und die Jungs verlieren die Nerven könnte es ähnlich werden wie mit Gladbach. Dann müssten wird die Notkäufe in der Winterpause erledigen und uns in Richtung Rumpelfussball zum Ligaerhalt zittern. Also ich denke es ist echt alles drin bei dieser Mannschaft.

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  • Die Frage, wie sich der Marktwert eines Profi-Fußballers errechnet, ist sicherlich interessant. Weniger interessant, weil zu nichts führend, ist es m.E., aus dem Marktwert einer Mannschaft Rückschlüsse auf den Saisonverlauf zu ziehen. Die Club-Mannschaft, die 2008 aus der BuLi abstieg, hatte mit Sicherheit einen höheren Marktwert als Bielefeld und Cottbus, die damals die Klasse hielten…

    Auch die Tatsache, dass Club-Spieler im Moment keine Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken, stört mich nicht im geringsten. Im Gegenteil, ich bin heilfroh darüber. Dass der Club so schlecht in die letzte Saison startete, hing m.E. zu einem nicht geringen Teil damit zusammen, dass einige (Schlüssel-)Spieler während der Vorbereitungsphase und auch noch zu Beginn der Saison mit einem Auge zu um sie werbende Vereinen schielten. Das ist heuer – gottlob – anders. Die Spieler haben nur den Club und die anstehende schwere Saison im Blick. Sie wissen, wo sie hingehören, und das ist gut so.

    Vor der letzten Saison habe ich die Meinung vertreten, dass es schwerer ist, in die BuLi aufzusteigen, als den Klassenerhalt in der BuLi zu schaffen. Ich bleibe bei dieser Meinung und fordere von der Mannschaft, dass sie am Ende der Saison 09/10 mindestens drei Vereine hinter sich gelassen hat – und zwar egal, ob diese Mannschaften einen höheren oder niedrigeren Marktwert haben als unsere…

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  • Tja, manche Dinge sind einfach schwer zu erklären:

    Wie kann sich ein Ottl, der mMn bei keinem der aktuellen Bundesligisten einen sicheren Stammplatz hätte, erdreisten, einen höheren Anspruch als den Glubb haben zu wollen. Wir alle wissen doch, dass das gar nicht geht (… es ist eine Ehre… usw.). Nein, Spaß beiseite, da spricht die Bauern-Arroganz. Dort bekommen eben auch mittelmäßige Spieler das Gefühl vermittelt, herausragend zu sein. Es ist eben offensichtlich besser, auf der Ersatzbank Vizemeister zu werden, als aktiv um den Klassenerhalt zu kämpfen und da selbst etwas zu erreichen.

    Doch der Medienhype allein erklärt auch nicht alle Phänomene des Transfermarktes. So habe ich die enormen Transfersummen von Kompany und de Jong nie verstanden. Die wurden doch nicht durch die Medien gepusht und der HSV ist auch nicht der FC Hollywood. Das sind zwar überdurchschnittlich gute Spieler, aber auch nicht so herausragend um zweistellige Millionensummen zu rechtfertigen. Ein Wolf in Topform ist doch mindestens genauso gut und wird mit gerade mal 3 Millionen eingeschätzt (für die ich ihn niemals hergeben würde). Wer weiss, welchen Marktwert Wolfi beim HSV hätte (17 Millionen?). Nein, ich denke der Marktwert sagt relativ wenig über den tatsächlichen Wert aus und daher ist er gottlob für den Saisonausgang wenig relevant.

    Viel wichtiger ist doch, ob eine Mannschaft als echtes Team auftritt und da habe ich für die kommende Saison ein gutes Gefühl. Denn Fußball ist eben ein Mannschaftssport und der Erfolg definiert sich zum Glück nicht über die Wertigkeit der Summe der Einzelkomponenten sondern durch das harmonische Zusammenwirken als Ganzes, selbst wenn dieses aus vermeintlich schwächeren Einzelteilen besteht. Wenn dieses Mannschaftsgefühl durch eventuelle Rückschläge nicht verloren geht, können wir viel erreichen. Da ist der Klassenerhalt noch das mindeste. (ja ich weiss, ich bin Optimist)

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