Wir trauern um Robert Enke

Trauerflor

Wie viele vielleicht schon gelesen haben, hat eine schreckliche Nachricht Fußball-Deutschland erreicht: Der Nationaltorwart Robert Enke ist tot.

Die Polizeidirektion Hannover meldet einen tödlichen Unfall an einem Bahnübergang gegen 18.25 Uhr am heutigen Dienstag. Zwischenzeitlich wurde bestätigt, dass es sich um Robert Enke handelt, er hinterlässt eine Frau und eine acht Monate alte adoptierte Tochter. Man schließt einen Suizid nicht aus, ob ein Zusammenhang mit der vor drei Jahren verstorbenen Tochter besteht, was damals auch bereits große Bestürzung und Trauer auslöste, kann nur vermutet werden.

In solchen Momenten wird einem aufs schmerzlichste bewusst, dass Fußball mitten aus dem Leben ist, mit all seinen Höhen und leider auch sehr tiefen Tiefen. Der Tod des stets sympathisch und freundlich auftretenden Robert Enke, der lange als das größte Torwarttalent Deutschlands galt und sich berechtigte Hoffnungen auf die Nummer 1 in Südafrika machen durfte, hat allseits einen großen Schock ausgelöst. Auch wir nehmen uns da nicht aus und können es noch gar nicht fassen.

Den Angehörigen, Freunden und auch Hannover 96 mit den Kollegen von Robert Enke unser aufrichtiges Beileid.

Ich möchte mich auch den Worten von Ronny (Weser-Blog) anschließen:

Lieber Robert,

ich wünsche Dir, dass du den Frieden an einer anderen Stelle findest, denn hier auf Erden konntest du Ihn scheinbar nicht finden. Hüte das Himmelstor wie du es auf Erden getan hast, einfach großartig und zuverlässig.

Es löst in mir eine riesiege Trauer aus und obwohl ich ihn nicht persönlich kannte nimmt mich dieses Schicksal doch sehr mit – meine Gedanken sind bei seiner Frau und seinem Kind.

Ruhe in Frieden, lieber Robert Enke.

49 Gedanken zu „Wir trauern um Robert Enke

  • Pingback:Königsblog

  • Ich bin fassungslos.
    Du hast die richtigen Worte gefunden, Alexander. Ich kann mich dem nur anschließen.

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  • Das sind die elementaren Situationen, in denen man zuerst ein NEIN fühlt. Unfassbar. Danke, Alexander, für Deinen Beitrag, dem ich mich voll anschließe.

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  • Habe die erschütternde Nachricht gerade im heute-journal erfahren. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, ich denke Alexander ist es gelungen.

    Ich wünsche Robert Enkes Familie die Kraft, die sie jetzt braucht.

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  • die bundesliega weld bricht zusammen ein begabter torhüter geht von uns (leider)

    ruhe in frieden robert enke

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  • es gibt dinge im leben, die kannst du nicht begreifen, einfach nicht fassen.

    ich schließe mich den worten von alexander an. finde ruhe, robert enke.

    „Niemand kennt den Tod.
    Und es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.“
    (Sokrates)

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  • Der Tod ist nicht das Ende, nicht die Vergänglichkeit
    Als der der Tod ist nur die Wende, Beginn der Ewigkeit.

    Danke für Deine Worte Alex…mir haben diese gefehlt..

    Warum auch immer…RUHE IN FRIEDEN ROBERT ENKE!

    WE WILL MISS YOU!!!

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  • Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, wie unendlich leid es mir tut, möchte es hier aber noch einmal tun.
    Der Schmerz ist groß – in ganz Deutschland.
    Aber er wird vergehen.
    Was nicht vergehen wird, ist die Erinnerung an hervorragenden Sportler und einen tollen und sympathischen Mann.

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  • Sehr, sehr traurig, wenn ein Mensch so leiden muss, dass er keinen anderen Ausweg mehr sieht, als diesen Schritt……

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  • Ja sehr traurig, das sind scheinbar die Schattenseiten in dem Beruf als Leistungssportler, man muß nach außen hin immer ’stark‘ sein. Wie es in einem Menschen aussieht, dafür ist sehr wenig oder gar kein Platz.

    Der freiwillige Tod als letzte Option, das ist unglaublich tragisch. Ich bin auch darüber erschüttert… Ein symphatischer Sportler, es wird wohl nie eine Antwort darauf geben, warum es für ihn keine andere Option mehr gab.

    Der Herrgott holt sich die guten…

    Vielleicht ein Anstoß für alle Fans, Medien, Verantwortliche…einmal innen zu halten und nachzudenken.

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  • Richtig Juwe.
    Derzeit geht mir auch nichts anderes durch den Kopf. In solchen Situationen wird mir erst einmal bewusst, wie belanglos doch manch eine Diskussion sein kann. Ich meine es trifft nun einen Prominenten, aber wieviele „normale“ Menschen sehen heut zu Tage keinen anderen Ausweg?
    Es laeuft eine Menge falsch in der heutigen Zeit. Und gerade im Fussball kann man sehen wie der Mensch nur als Geld-Beschaffungsmaschine funktionieren soll. Doch das ist meiner Meinung nur die Spitze des Eisberges. Wir sehen es doch immer deutlicher. Es faengt an bei der Marketing Aktion „Schweinegrippe“ und endet bei Managern die noch schnell 15Mio mitnehmen obwohl im naechsten Monat Zig-Tausend Existenzen zerstoert sind, weil sie auf der Strasse stehen. So habe ich mir die Freiheit vor 20 Jahren nicht vorgestellt, die wir uns erkarmft haben.
    Ich bin vll etwas vom Thema abgewichen. Aber soll einfach nur zeigen, dass der Druck heut zu Tage immer groesser wird und manche diesen einfach nicht mehr aushalten koennen. Das es erst so wenige im Fussball getroffen hat, wundert mich echt. Ich erinnere mich noch an den Fall Deisler oder an Spieler die mit 25Jahren ihre Kariere an den Nagel haengen konnten, hier haette man es vll eher erwartet.

    (ich bitte die komische Schreibweise zu entschuldigen, aber ich sitze gerade an der Uni an einem Sun-PC)

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  • Liebe Clubberer,

    ich bein ein Fan von Hannover 96 und war ein Verehrer von unserer Nr. 1. Im Namen von allen Fans von Hannover 96 möchte ich mich für eure Anteilnahme bedanken. Der Schock sitzt mir wie eigentlich allen Fans im Gesicht geschrieben. Es ist unbegreiflich, dass der Ehrenmann Robert Enke nicht mehr unter uns weilt. Der Fußball wird hier zur absoluten Nebensache und ich hoffe, dass Robert jetzt bei seiner Tochter Lara im Himmel ist und dort seine Ruhe findet.

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  • Jedes Menschen Tod vermindert mich, schrieb der englische Dichter John Donne, denn jeder ist ein Teil des Ganzen; so wie Europa weniger ist, wenn ein Stück Erde ins Meer hinausgewaschen wird.
    Es sind Momente wie der, als ich vom Tod Robert Enkes erfuhr, die die Wahrheit dieser Zeilen für mich unterstreichen. Man hat den Menschen Enke nicht persönlich gekannt, nur sein öffentliches Bild – und was das alles verborgen haben mag, das lassen die Umstände seines Todes – so wie wir sie bis dato kennen – nicht einmal erahnen.
    Ich habe das, was ich von Robert Enke als Person und Torwart mitbekam und wusste, unheimlich gemocht – er hat mich im Stil und in der Art immer auch ein wenig an Andi Köpke erinnert. Den wunderbaren Worten Ronnys „Hüte das Himmelstor wie du es auf Erden getan hast, einfach großartig und zuverlässig.“ ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Alle nötige Kraft den Hinterbliebenen, ruhe in Frieden Robert!

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  • Danke Hörnla, danke Alexander, danke allen anderen, die auf ihre immer bewegende Weiseihrer Trauer Ausdruck verliehen haben.

    Robert Enke war auch für mich einer der „anderen“ Fußballer; einer, der nicht in Kahn-/Lehmann-Manier Egomanie als Bedingung für die herausragende Torhüterleistung postulierte. Enke war immer Mensch, war immer auch denkender Mensch, der den Wert sportlicher Leistungen und Erfolge immer und zu jeder Zeit in die Relation zum Leben setzte, in die diese Dinge eigentlich gehören. Sie sind und bleiben Nebensache, so leidenschaftlich sie auch diskutiert werden, so wichtig sie auch uns hier mitunter erscheinen mögen.
    Und deshalb ist und bleibt Robert Enke tatsächlich ein Vorbild. Nicht nur für die jungen Spieler, die Kinder- und Jugendkicker, sondern eben für uns alle. Ich werde immer dankbar sein für seine menschliche Größe, seine Unaufgeregtheit, sein großes Engagement auch außerhalb des Platzes. Er war ein großartiger Sportsmann und ein feinfühliger Mensch mit einer klaren Haltung, dem ja vielleicht seine Sensibilität, seine Durchlässigkeit eine zu große Bürde waren, als dass er bereit war, diese länger zu ertragen.

    “ Nur ein Gefühl, empfunden eben
    Und dennoch spricht es stets darein
    Und dennoch stört es dich zu leben

    Wenn du es andern klagen willst
    So kannst du’s nicht in Worte fassen
    Du sagst dir selber: Es ist nichts
    Und dennoch will es dich nicht lassen

    So seltsam fremd wird dir die Welt
    Und leis verlässt dich alles Hoffen
    Bis du es endlich, endlich weißt,
    Dass dich des Todes Pfeil getroffen.“

    Christian Morgenstern

    Ich werde Robert Enke immer als vorbildhaften Sportler in Erinnerung behalten und diese Erinnerung versuchen weiterzugeben, insbesondere an die Kinder.

    Möge die Trauer, die so viele Menschen derzeit empfinden, eine Umwandlung in Energie erfahren, welche es insbesondere Robert Enkes Frau und ihrer kleinen Leila ermöglicht, trotz dieses unfassbaren Verlustes weiterzuleben.

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  • Nach dieser Pressekonferenz wirken alle Worte nurmehr schal. Was sich dieser Mann alles zugemutet hat, um nur ja nichts von seiner Krankheit nach außen dringen zu lassen, entzieht sich aller Vorstellung Dritter. Um wie viel mehr wünscht man unter dem Eindruck dieser Tragik einem Robert Enke, der, selbst tief gequält, für viele dennoch zum Vorbild geworden ist, dass er nun seinen Frieden gefunden hat.

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  • Danke allen, die hier bewegende Worte der Trauer fanden, deren ich nicht fähig bin.

    Ich werde gleichwohl nie verstehen, warum man – gerade als sensibler und empfindsamer Mensch – in letzter Konsequenz beiseite schiebt, wie sehr man allen, die einen kennen und lieben damit weh tut. Mein tiefes Mitgefühl gilt insbesondere seiner Familie, aber auch den unglücklichen Zugführern, die unverschuldet für ihr restliches Leben belastet sein dürften.

    Ich kann so etwas nicht als Ausweg nachvollziehen, doch ich hoffe, Robert Enke findet seinen Frieden an der Seite seiner Tochter.

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  • Trauer
    Robert war weit über die Grenzen von Hannover bekannt und beliebt.
    Wir trauern um einen Menschen der sehr angagiert war sowohl im sozialen bereich wie bei vielen Fan-Projekten.
    Ich wünsche seiner Frau viel Kraft.
    “ Es gibt Menschen die entweder grüsser, kleiner,besser oder schlechter sind als Du selbst,darum schliesse Frieden mit Gott“
    Robert wir vermissen Dich..

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  • Wir bewirtschaften Züge der DB Regio AG in Niedersachsen und die Fanzüge von Hannover96. Wir waren von der Streckensperrung betroffen, da einer unserer Mitarbeiter in diesem Zug arbeitete. Wir, dass Team der Train Catering Logistik GmbH sind sehr betroffen und bekunden den Hinterbliebenen und seiner Familie unser tiefes Mitgefühl.
    Mit Robert Enke ist ein Idol des deutschen Fussball von uns gegangen, der trotz seiner Schicksalsschläge immer wieder Kämpferherz bewiesen hat.
    Am Ende hat er uns gezeigt, dass man nicht jeden Kampf im Leben gewinnen kann. Er hat sein Spiel selbst abgepfiffen und auch diese sehr persönliche Entscheidung sollten wir alle akzeptieren. Eine Entscheidung die viel schwerer ist, als einem heranfliegenden Ball entgegen zu hechten um das Tor zu verhindern. Persönliches Leid lässt sich nicht einfach weg fausten, das Leben hat andere Regeln aufgestellt.

    In tiefer Betroffenheit

    Das Team der Train Catering Logistik GmbH

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  • @Sylvio

    wunderbare Worte, die mir aus dem tiefsten Herzen sprechen.

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  • Ich möchte hier nicht als unsensibel erscheinen. Ein Tod, noch dazu ein freiwilliger, ist furchtbar schlimm.
    Dennoch frage ich mich, wie sich eine Frau fühlen muss, deren Mann sich lieber vor einen Zug schmeisst, als zu ihr und der Tochter nach Hause zu kommen.

    Bei allem Bewusstsein, dass Depression eine teuflische und schlimme Krankheit ist: Robert Enke hatte alle Möglichkeiten, sich behandeln zu lassen. Seine Frau (die vor zwei Jahren schon den Tod ihrer Tochter verkraften musste) und seine Familie im Stich zu lassen, ist in meinen Augen egoistisch.

    Ich trauere um Teresa Enke. Robert Enke ist ja alle Sorgen los.

    PS: Ich weiss so wenig. Vielleicht liege ich komplett falsch. Aber das ist mein Gefühl.

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  • ich möchte hier nur nochmal den Trauer in mir ausdrücken! Dieser Tod hat mich sehr mit genommen! Dieser Seelische Druck & der Tod seiner kleinen Tochter war einfach zu viel für einen Depressiven Mann! Aber man hätte einen Ausweg gefunden! Hätte er es schon früher öffentlich gemacht, dann wären wir alle Eingeweiht gewesen & hätten Ihn (als Fans -wie auch jetzt) begleitet! Niemand hätte sich über iHn lustig gemacht oder sonst der Gleichen! weil wir WISSEN das er für IMMER der Nr.1 Torwart bleibt!

    Ich werde dich vermissen! =( Aber ich hoffe es geht dir dort besser, wo du jetzt bist! …

    P.s Tiefes Mitgefühl geht auch an Teresa Enke! Aber du wirst es schaffen, denn deine Tochter wird dir Kraft geben! Ich weiß es!

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  • Wie sich ein depressiver Mensch fühlt, kann wahrscheinlich keiner von uns je erahnen. Doch wenn ein Mensch wie Robert Enke einen Freitod als Ausweg aus diesem Teufelskreis wählt, dann muss es wohl unsagbar schlimm und schwer sein. Aus Angst, seine Adoptivtocher zu verlieren und seine Karriere und sein Privatleben aufs Spiel zu setzen, ging er diesen Weg. Für uns alle unfassbar und auch vielleicht teilweise unverständlich, für ihn aber der einzige Ausweg. Der Selbstmord von Robert Enke hat in mir alte Erinnerung wach gemacht. Vor vier Jahren hat sich ein sehr guter Freund von mir das Leben genommen. Auch er litt an Depressionen und niemand hätte je damit gerechnet bzw. an so etwas gedacht. In solchen Momenten wird mir wieder klar, wie wenig wir doch von den Menschen wissen, die wir zu kennen glauben.
    Lieber Robert, magst Du dort, wo du jetzt bist, den Frieden und die Ruhe finden, die Du bei uns auf Erden nicht erhalten konntest.

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  • @ Patrick

    Tja, da liegst Du in der Tat komplett falsch: Ein Symptom der schweren Depression, an der Robert Enke ja nun unzweifelhaft litt, ist eben diese widersinnig scheinende Überzeugung des Erkrankten, nicht nur an sich und der Welt zu (ver-)zweifeln, sondern als letzten Schluss davon ÜBERZEUGT zu sein, dass es gerade für seine engsten Angehörigen das Beste sein würde, wenn er aus dem Leben scheidet, damit er ihnen nicht mehr auf die Nerven fällt und nicht ständig als personifizierte Belastung alles zerstört.

    Deshalb sind die Begriffe „Selbstmord“ und vor allem „Freitod“ auch so falsch und natürlich missverständlich. Der tief Depressive hat eben KEINE Wahl bzw. er nimmt die Möglichkeiten entweder nicht mehr wahr oder er kann sie nicht mehr in sein Lebensbild integrieren. Eine freiwillige Entscheidung, wie sie Gesunde treffen, egal wie schwerwiegend oder banal sie sein mögen, ist der Suizid bei Depressiven eben nicht. Und ich bin heilfroh, dass Teresa Enke genug über diese Krankheit weiß, dass sie das richtig einschätzen kann und ohne Hass und Wut, dafür anscheinend mit großer Liebe und dem Wissen um die krankheitsbedingten Umstände mit diesem schrecklichen finalen Symptom einer Depression – denn das ist es – umgeht. Zumindest hat es den Anschein, und das wünsche ich ihr von Herzen.

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  • Vor allem sollte man einfach noch mal klarstellen, dass eine Depression nicht mit äußeren Umständen zu tun haben muss. Es ist eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns. Und kann damit auch jene treffen, die Geld, Erfolg im Beruf, ein super Verhältnis zur Familie haben und keinerlei negativen Erlebnisse im Leben erfahren mussten.
    Sie kann jeden von uns treffen. So wie jeder an Krebs erkranken kann. Auch wenn er noch so gesund lebt.

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  • Ändert alles nix am eigentlichen Problem: Es wäre (von außen leicht zu sagen) wohl besser gewesen, Robert Enke wäre der Empfehlung seines Therapeuten gefolgt und hätte sich stationär behandeln lassen. Nicht schwer zu sagen, warum er das nicht getan haben dürfte:

    1. Anschluss verlieren.
    Soweit ich weiß (was nicht viel ist) muss sich eine stationäre Behandlung und Training nicht zwangsläufig ausschließen. Aber (so zynisch sich das anhören mag): Den Anschluss hat er jetzt erst recht verloren.

    2. Ächtung
    Sebastian Desiler ist heute 29 und wäre wohl auf dem Gipfel seines fußballerischen Schaffens. Ist er nicht, weil seine Mannschaftskollegen beim besonders taffen Mir-san-mir-Club nicht damit umgehen konnten (vermute ich als Hauptgrund). Einem an Depression Erkrankten klar zu machen, dass H96 nicht die Batzis sind, dürfte knapp vor aussichtslos sein, und die Befürchtung, es könnte zur behandlerischen Isolation auch noch eine zwischenmenschliche, innermannschaftliche kommen, ist wohl auch nicht von der Hand zu weisen.

    Kurz und gut: Mit Depression ist es eben nicht einfach, auch als Angehöriger des Umfeldes. Als einzige Hoffnung bleibt, dass die Schicksale von Deisler und Enke endlich ein Umdenken bewirken. Dass Depression eine Krankheit ist, die ausnahmeslos jeden treffen kann, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen, aber wie man damit umgeht, müssen wir alle wohl erst noch lernen. So gesehen macht mich der Suizid von Robert Enke nicht nur betroffen, ich bin es auch.

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  • wenn es auch gewagt sein mag, aber von außen betrachtet sind die beiden Fälle Robert Enke und Sebastian Deisler für mich völlig unterschiedlich, trotz ähnlicher Ursachen.

    Ein Robert Enke hat immer und jederzeit gegegeben auch wenn es ihm, wie man jetzt weiß, schlecht ging.

    Ein Sebastian Deisler hat zumindest bei den Bazis, nur genommen und nie gegeben, das fing mit einem gigantischen Vorvertrags Handgeld an und setzte sich fort über Jahre ohne die geringste Gegenleistung. Jeder körperlichen Verletzung folgte dann wieder eine psychische dann wieder eine körperliche…endlos.

    Das finale Gespräch bei Uli Hoeneß zu Ende seiner Laufbahn, als Sebastian Deisler, wieder einsatzbereit und genesen sich äußerste , er habe nun aber kein Vertrauen mehr in seinen Körper. Aber Vertrauen in sein Bankkonto hatte er wohl nach den Jahren bei den Bazis sicherlich gewonnen!

    Der Fall R. Enke berührt mich, der Fall Deisler ist für mich eine der größten stattgefundenen Abzocken im Profifußball.

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  • @ berlinclub

    Danke für die Aufklärung.Es ist sowieso unmöglich und anmaßend, sowas als Aussenstehender, noch dazu nicht von Depression Betroffener, zu beurteilen. Niemand steckt in einem anderen Menschen drin.

    Einem Freund von mir ist nur etwas ähnliches widerfahren, als Hinterbliebenem. Daher meine Vorwürfe. Falls Teresa Enke mit dem Vorfall tatsächlich differenziert umgehen kann, was ich mir nur schwer vorstellen kann, auch wenn es nicht unmöglich ist (schon wieder blöde Mutmaßungen meinerseits) um so besser.

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  • @ Juwe

    Dein … Kommentar lässt sich am besten mit Patricks Worten beantworten:

    Patrick: Es ist sowieso unmöglich und anmaßend, sowas als Aussenstehender, noch dazu nicht von Depression Betroffener, zu beurteilen. Niemand steckt in einem anderen Menschen drin.

    Ich glaube vielmehr, Deisler hat glücklicherweise einen Weg gefunden, der nicht vor dem Zug endet. Es war bewundernswert mutig, so offen zu seiner Krankheit zu stehen. Erst jetzt fangen manche Menschen wohl an, das zu verstehen. Manche wiederum eben trotz allem nicht….

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  • Optimist: Erst jetzt fangen manche Menschen wohl an, das zu verstehen. Manche wiederum eben trotz allem nicht….

    Genau das ist mE das Problem: Was wissen wir über Depression, dass es möglich macht, diese zu simulieren? Die Stoffwechselgeschichte (Serotoninmangel im Stirnbereich) müsste sich mit Kontrastmittel und Radiologie nachweisen lassen (behaupte ich, ohne Ahnung zu haben). Sollte ausgerechnet das Armenhaus Europas auf diese Untersuchung verzichtet haben?

    Also, ich kann’s nicht ausschließen, aber ich persönlich (also ohne irgendeinen Anspruch auf Allwissenheit) halte es für eher unwahrscheinlich, dass Deisler die Batzis abgezockt hat; dafür wäre mE noch zu viel Reibach zu machen gewesen.

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  • @Farbfilmvergesser: Nein, so lässt sich leider keine Depression nachweisen.
    Und was die Vorwürfe gegen Deisler angeht: Genau DAS ist der Kern. Wer Depressionen hat, wird nicht ernst genommen, seine Krankheit angezweifelt. Es sei denn, er wirft sich vor nen Zug….

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  • @Ffv

    noch mehr Reibach? das waren gut 20 Mio Euro incl. Handgeld im zweistelligen Bereich vorab!

    Enke hat versucht anderen Menschen zu geben und hat Top Leistungen gebracht und das bei der Schwere seiner Krankheit, davor habe ich sehr viel Respekt.
    Sorry bei Deisler habe ich den nicht… und nachdem er ja in Vergessenheit geraten war, brauchte es jüngst noch ein Buch um nachzukarten, wie böse alle waren. Das ist meine Meinung dazu.

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  • Danke Juwe,
    für Deine Offenheit, bei der Du sicher ahntest, dass Du Widerstand provozieren würdest.

    Da ich über einige Erfahrung mit dieser Erkrankung verfüge, möchte ich versuchen, Dir den Fall Sebastian Deisler kurz zu erläutern, selbstverständlich ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit, aber an den bekannten Fakten orientiert:
    Deisler IST nachgewiesenermaßen krank; er litt und leidet weiterhin an einer Depression. Auch er wollte wohl mit aller Macht dagegen ankämpfen, doch als Depressiver kannst du die Erwartungen, die das Umfeld an dich stellt, auf Dauer nicht erfüllen. Sei es als Postbote, als Kneipier, als Rechtsanwalt oder eben – und hier wohl ganz besonders – als Spitzensportler. Es gibt auch für Depressive, insbesondere wenn sie über die notwendige Intelligenz und Empathie verfügen (wie Robert Enke), Möglichkeiten, das Umfeld und sich selbst damit auch – zumindest bis zu einem gewissen Punkt – zu täuschen, die Krankheit zu verleugnen, zu „funktionieren“. Genau das, was Enke auf so tragische Weise gelang, hat Deisler versucht, und genau daran ist er gescheitert. Zum Glück! Denn diese „Unfähigkeit“ hat ihm das Leben gerettet, bislang jedenfalls.
    Deisler verfügte (vermutlich wegen seiner permanenten schweren Verletzungen, die ihn immer wieder aus dem fußballerischen Inner Circle herausrissen) nicht über diese trügerische Fähigkeit, die Enke offenbar besaß, um permanent gegen sich selbst anzugehen, seine wahren Emotionen zu unterdrücken und im Gegenteil auch noch eine unantastbar scheinende Stärke auszustrahlen. Deisler war gewiss in den langen Verletzungsphasen voller Zweifel, und es steht außer Frage, dass er unter diesem sog. Marktwert, den übrigens andere Menschen für ihn aufzubringen bereit waren, litt, da dieser einen ungeheuren Druck bei einem Depressiven verursacht.
    Bitte begreife: Diese Menschen sind SCHWER KRANK!

    Wer auch immer mal damit zu tun hatte, sei es als Betroffener, sei es als Freund oder Angehöriger, wird wissen, dass die von einer Depression heimgesuchten Menschen nachhaltig und schwerwiegend affektiv gestört sind und entsprechend widersinnig handeln. DAS muss endlich mal begriffen werden.

    Deisler eiskalte Abzocke zu unterstellen ist fatal. Damit wird genau all jenen Vorurteilen gegen diese Krankheit Vorschub geleistet, denn Du unterstellst Deisler uneingeschränkte Zurechnungsfähigkeit – und an genau dieser fehlt es den Menschen, die stark unter einer Depression leiden.
    Das ist genau ein großes Problem, unsere Wahrnehmung von psychisch Kranken: Kein Gips, keine Krücken, keine Ausschläge, Pickel oder Verbrennungen. Scheinbar ist alles wunderbar. Und deshalb ist es auch so verdammt schwer, Menschen wie Dir, lieber Juwe, klar zu machen, dass die Handlungen von Depressiven nicht mit den Maßstäben seelisch gesunder Menschen verglichen werden dürfen.

    Depressive haben in ihren schweren Schüben absolut kein Interesse an irgendetwas, schon gar nicht an materiellen Dingen. Beispiel: Wenn du es als Depressiver in einer Krise schaffst, irgendwann am Tag eine Briefmarke abzulecken und auf einen Umschlag zu kleben, hast du dazu eine fast übermenschliche Kraft aufbringen müssen und verkriechst dich anschließend vollkommen erschöpft und verzweifelt wieder zurück in dein Loch, wo dich niemand finden soll. Das Telefonklingeln ist egal, selbst die geliebten Menschen in deiner Familie sind egal (so grausam und unerbittlich das auch klingt, ich weiß). Der Weg in den Suizid aus dieser Position heraus ist nur noch ein kurzer, und er scheitert allerhöchstens an der unfassbaren Antriebslosigkeit, die einen heimgesucht hat.

    Jeder hat seinen eigenen Weg, mit dieser Krankheit umzugehen. Sebastian Deisler dafür zu verurteilen, dass er nichts für andere Menschen tut ist zum einen pure Unterstellung, denn ich gehe nicht davon aus, dass Du sein Finanzberater bist, und schlicht und ergreifend unfair. Der Mann ist mit sich und seiner Krankheit beschäftigt, er setzt sich aktiv damit auseinander und dafür benötigt er ungeheuer viel Kraft. Das sollten und müssen wir akzeptieren. Immerhin tut er für andere Menschen das, was viele andere Prominente nicht tun: Er macht seine Depression öffentlich. Dafür gebührt ihm Respekt, nicht Verachtung.

    Sorry für die Länge meines Kommentars.

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  • ja ich weiß. dass meine Einlassungen provokativ wirken, das war aber nicht die Intention. Ich habe auch intensive Erfahrungen mit dieser Krankheit im Umfeld gesammelt. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern sehr viele Facetten. Es gibt auch Menschen die im Verlauf einer solchen Erkrankung bemerken, wieviel Aufmerksamkeit man dadurch per se von seinem Umfeld bekommt, sich alle um einen kümmern statt umgekehrt eigene Bemühung anzustellen und zurück zu geben.
    Ich respektiere dennoch gerne andere Auffassungen, bleibe aber selber dabei Robert Enke war ein Mensch, der unter all den Umständen anderen gegeben hat, nicht ICH fixiert, wie ein Sebastian Deisler, der nur genommen hat, alle Verantwortlichen brüskiert, Frau und Kind verlassen hat und auf dem Selbstfindungstrip ist.

    Mein Respekt gebührt daher Robert Enke, der meines Erachtens nur den falschen finalen Schlusss gezogen hat. Ein Leben auch ohne unantastbare Sportikone zu sein, wäre lebenswert gewesen. Dennoch ziehe ich vor ihm den Hut.
    Jedoch nicht vor Sebastian Deisler, weil die beiden Fälle derzeit so gerne parallel gesetzt werden, für mich sind sie es nicht aus den dargelegten Gründen.

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  • Vielleicht passt mein Beitrag nicht ganz hierher. Aber trotzdem: Ich habe gerade ein Bild von Robert Enke mit seiner kleinen süßen Tochter gesehen. Dies hat mich zu Tränen gerührt. Er hat seine Tochter über alles geliebt und musste sie gehen lassen. Nie sollten Eltern ihre Kinder überleben.
    Ich bin Mama eines 6 1/2 Monate alten Sohnes und mir wird so richtig bewusst, dass man jeden Tag, jede Minute mit seinen Kindern genießen sollte. Sie sind ein Geschöpf Gottes und das größte Gut auf Erden.

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  • @Juwe

    Was du über Deisler denkst, ist mir egal. Nicht egal ist mir aber, wenn du deine – nicht gerade unumstrittenen – Mutmaßungen über einen Menschen, den du gar nicht kennst, öffentlich aussprichst. So etwas sollte man sich verkneifen. Gerade vor dem Hintergrund des erschütternden Todes von Robert Enke.

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  • Ganz grundsätzlich: die Bayern abzuzocken ist so oder so okay.

    (Unabhängig davon, ob das irgendjemand eventuell getan haben soll oder auch nicht oder was)

    😉

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  • @Juwe
    Solche Menschen, die du da schilderst, die sich damit in den Mittelpunkt setzen wollen und sich in ihrem „Leid“ suhlen, kenne ich auch.
    Lass dir aber gesagt sein: Die haben evtl. andere psychische Probleme, aber keine klassische Depression. Von daher hinkt dein Vergleich gewaltig.

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  • Vielen Dank für die profunden Kommentare an berlinclub (der Kommentar war lang, aber es gibt nichts zu kürzen) und an Gretl.
    Das ist höchst lesenswert.

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  • Interessant finde ich, dass der sich heute zu Wort gemeldete Vater von Robert Enke selbst promovierter Psychotherapeut ist.

    Er sieht im Übrigen die Wurzel des Problems bereits in der Frühförderung der Jugend: „Schon dabei kam es immer wieder zu Krisen. Weil er Angst hatte, nicht mit den Älteren mithalten zu können. Er hat es sich nicht zugetraut. Er war in den eigenen Ansprüchen gefangen“, damit verlagert er die Ursache nach außen: „Ich bin der Meinung, dass das keine von innen entstandene, angelegte Krankheit gewesen sein kann, sondern eine, die aus den Lebensumständen heraus entstanden ist“

    http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/0911/News/robert-enkes-vater-angst-hat-grosse-rolle-gespielt-dirk-enke-selbstmord-depression.html

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  • Interessanter Ansatz, Alexander. Wobei mir dabei schon wieder zig Thesen im Kopf rumspuken. Aber das würde wohl wirklich eher in ein wasweißich Forum passen. Nur nicht hierher 🙂

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  • 1. Ich hoffe und denke, der Robert hat jetzt endlich seine Ruhe.
    2. Den Deisler hier zu diskreditieren, ist völlig unangebracht.
    3. Ist noch jemand hier der Meinung, es wäre angebracht, bei der Trauerfeier in der ***-Arena vielleicht die Werbebanner abzudecken ?

    Das fand ich UNGUT !!!

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  • Man mag über den Typ Deisler denken wie man mag, das hat nichts mit seiner Krankheit zu tun – manche mag man, manche nicht. Aber eines muss man Deisler einfach mal zugestehen: Er hatte den Mut die Konsequenz aus sich selbst zu ziehen, bevor es zu einem ähnlichen Schicksal wie Enke kommt. Das muss man jetzt im nachhinein und mit den aktuellen Geschehnissen vor Augen auch mal anerkennen.

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  • Alexander | Clubfans United: Er hatte den Mut die Konsequenz aus sich selbst zu ziehen, bevor es zu einem ähnlichen Schicksal wie Enke kommt. Das muss man jetzt im nachhinein und mit den aktuellen Geschehnissen vor Augen auch mal anerkennen.

    genau das meinte ich vorhin etwas weiter oben…

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  • DANKE Nürnberg!

    für Eure Fahne am Stadion in Hannover für Robert Enke… schöne Geeste!

    LG O.77

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