Ich schäme mich

Ich schäme mich. Eine Polemik?

Es ist an der Zeit sich einmal zu Zwecken unserer Selbstreflexion zu Wort zu melden. Ich bin enttäuscht, aber schlimmer noch wütend über unseren eigenen Anhang und hoffe, dass diese Zeilen von möglichst vielen „Fans“ zur Kenntnis genommen werden.

Ich bin seit fast 20 Jahren Clubfan, besuche aber bedingt durch meinen Wohn- und Geburtsort rund um Düsseldorf nicht allzu häufig die Spiele des Clubs live, sehe die Spiele seit vielen Jahren meist nur über Premiere/Sky. Dennoch versuche ich jede Saison wenigstens 2-4 Spiele live zu erleben, mal ein Trip nach Franken, meist aber eben Auswärtsspiele in NRW. Gemeinsam ist allen meinen Stadionbesuchen, dass ich normalerweise auf neutralen Plätzen sitze oder stehe, das liegt zum Teil an meinen Begleitern/innen aber auch an der Tatsache, dass ich in den 90ern zuletzt einmal mit 16 unsere Nordkurve verstärkt habe und mich dort einfach nicht wohlfühlte. Dies hatte viele Gründe, ich will an dieser Stelle aber auch keine „Westerwelleske“ Diskussion entfachen, da dies aktuell nicht mein Anliegen ist.

Gestern war ich also einmal wieder auswärts dabei, das Stadion der Fohlen liegt für mich gut erreichbar in der Nähe. Da ich keine Karte hatte und allein anreiste beschloss ich vor Ort ein Ticket für unseren Gästeblock zu kaufen, gemeinsam friert und feiert es sich sicher angenehmer – das dachte ich jedenfalls.

Der Block war gut gefüllt, unten zumeist mit den üblichen Schwarzgewandeten, denen ich an dieser Stelle zusätzlich zurufen möchte, dass bei aller Autonomität das Tragen von Vereinsfarben ihre Authentizität deutlich erhöhen würde. Wer demonstrieren möchte soll in die Fußgängerzone, nicht ins Stadion. Der Rest des Blocks füllte sich mit Fans aller Altersklassen, vom beglatzten Kuttenträger bis zum bebrillten Studenten mit unauffälligem Club-Halstuch, eben die Mischung die zeigt wie breit gefächert unser aller gemeinsame Leidenschaft ist. Soweit so gut. Das Spiel beginnt, ist holprig aber nicht hoffnungslos. Die Einpeitscher versuchen Gesänge anzustimmen, davon kann man halten was man will, zumindest anfänglich zieht der Block aber noch gut mit.

Das Gegentor lässt die Stimmung umschlagen, das ist normal, da wird geschimpft und gehadert, willkommen beim Fußball. Störend jedoch ein überwiegend schwarz gekleideter direkt hinter mir, welcher doch tatsächlich auf den nah gelegenen Rasen schreit: „Du schwarze Sau. Du Negerschwein! […]“. Nicht nur, dass mir entgangen ist wer damit gemeint war (der Torschütze ein Israeli, die ’schlechtaussehenden‘ eigenen Verteidiger ein Deutscher und ein Argentinier?), als ich dies mit einem Blick zurück zwischen Schock und Wut kommentierte bekam ich sogleich unmissverständlich klar gemacht, dass ich mich besser da raus halte. Lediglich ein (!) anderer Clubberer reagierte ähnlich, der Rest sah sich nicht einmal um!

In der zweiten Halbzeit dann ein ähnliches Bild, diesmal von vorne. Nicht nur, dass die Einheizer von vorne mit dem immer gleichen pathetischen Geseier deutlich den Aufmerksamkeitsbogen der meisten „Nicht-Ultras“ überspannten, die Gesänge wurden auch immer peinlicher. Es mag meine persönliche Meinung sein, dass man im Regelfall auf ein Diffamieren des Gegners verzichten und eher den eigenen Verein unterstützen sollte, aber das ist ja leider Usus in der Liga geworden. Ich habe also einfach darauf verzichtet bei Gesängen wie „Gladbacher Ar……..“ einzustimmen, wobei dies immerhin einmal eine Abwechslung war, da man in 90min genau fünf verschiedene Lieder in Endlosschleife sang. Nicht überhören konnte ich jedoch Ansagen durchs Megafon wie „gebt mir all euren Hass“, da hört der Spaß auf!

Ich schäme mich Teil dieses Auswärtsblockes gewesen zu sein. Ich schäme mich dafür, dass ein ganzer Block schweigt wenn einzelne rassistische Beleidigungen schreien. Ich schäme mich für die Fans aus der ersten Reihe, die zu Hass und Beleidigungen aufrufen und dafür noch von großen Teilen des Blocks Szenenapplaus bekommen.

Der vorderste der Megafonnutzer schrie in der zweiten Halbzeit einmal man solle doch zu Hause bleiben und Sky gucken wenn man sich am folgenden Gesang nicht beteiligen würde, welcher im Übrigen erneut kein Anfeuerungsgesang für unsere Jungs war. Danke, genau das werde ich tun!

54 Gedanken zu „Ich schäme mich

  • Guter artikel
    AUch mir nehmen solche Situationen immer mehr die lust ins Stadion zu gehen.
    Das erschreckende daran ist dass es nicht nur beim Club so ist.

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  • Prima Artikel! Ich kann jedem einzelnen Absatz nur voll zustimmen!

    (Clubfan Bj. 1956 – Die Hoffnung stirbt zuletzt)

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  • schön, dass hier auch solche beiträge erscheinen. die hier geschilderten auswüchse – beileibe kein club-exklusives phänomen – tragen dazu bei, den fußball als massentaugliches identifikationsfeld, als emotionskatalysator und -ableiter kaputtzumachen.

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  • Leider kann man gegen solche Amöbenhirn-Stadiongänger nicht viel ausrichten.

    Vor ein paar Jahren habe ich mal eingegriffen, als zwei etwa 20jährige Trollköpfe Affenlaute von sich gaben, wenn ein dunkelhäutiger Spieler des Gegners am Ball war. Ich bin hingegangen und habe sie darauf hingewiesen, dass ich, wenn sie nicht aufhören, dafür sorgen werde, dass sie den Rest des Spiels nicht im Stadion erleben werden. Dann war tatsächlich Ruhe.

    Die Sache spielte sich bei einem Bayernligaspiel vor vielleicht 700 Zuschauern ab. Die beiden Trollköpfe befanden sich nicht in einer größeren Gruppe und sahen nicht gewaltbereit aus. Ob ich mich so etwas auch bei Springerstiefel tragenden Glatzköpfen getraut hätte, weiß ich nicht. Ich fürchte eher: nein.

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  • Im letzten Heimspiel dauerte es geschlagene 53 Sekunden ( ich habe extra auf die Spielzeituhr geschaut) bis der Vorturner seinen Sermon runtergeleiert hatte und das erste “ F“ vorgekaut hatte. Und weitere 2 Minuten bis es weiterging. In der 2. HZ gab es bei so einer “ Kunstpause“ von den Blöcken 2 & 4 eine “ FCN“, in das das ganze Stadion einstimmte und die Ultras da einfach mitmachen mussten.
    Bei Auswärtsfahrten , zuletzt war ich in Hannover, sitze ich auch meist auf der Gegengeraden, weit weg von den Ultras. Übrigens gibt es in Hannover eine schöne Gewohnheit, die ich auch in Nürnberg gerne sehen würde. Die Mannschaftsaufstellung des Gastes wird mit der Hymne des Gastes untermalt.

    Aber vielleicht kannst Du mir sagen, wie eigentlich der Text des folgenden Singsangs wirklich ist, der auch in Gladbach am Anfang minutenlang zu hören war:

    “ Oleeee, Ole, Ole….. FCKW “ (?????????).
    Ich habe das noch NIE verstanden….

    Generell ist es ja leider inzwischen absolut verpönt, die Ultras überhaupt zu kritisieren. Masse macht leider lange noch keine Klasse.

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  • Sorry, ich bekomme es nicht mehr zusammen, irgendwas mit „FCN allee“ – das war aber wenigstens nichts geschmackloses.

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  • 20.12.2007, noch nicht lange her, aber für uns Glubberer eine Ewigkeit: Uefa-Pokal, letztes Spiel der Gruppenphase Auswärtsspiel in Volos. Auf meinen Vater (68 Jahre, 1,72m) stützten sich zwei besoffene, haarlose Titanen mit wenig Zähnen, aber viel Muskeln. Als ich höflich darum bat, das zu unterlassen, entschuldigten sie sich artig und blieben die ganze Zeit völlig friedlich.
    Wichtiger Umstand: Die Doofen sind zwar laut, aber in der Minderheit.

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  • Klingenstadtglubberer:

    Einer der besten Eröffnungskommentare seit längerer Zeit.

    Ich fürchte aber, dass die Teilnehmer – Anzahl sich zu diesem Thema, in diesem Forum sehr in Grenzen halten wird.

    Schade, sehr schade eigentlich, aber auch sehr viel aussagend.

    Mit pluralistischem Denken und Handeln ist das von dir beschriebene Klientel
    weit überfordert.

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  • Danke für den Beitrag!

    Mir sind Ultras, gleich welcher Couleur und unabhängig von der politischen Gesäßgeographie, völlig fremd. Jedes totalitäre und egozentrische Denken lehne ich ab.

    Auch wenn ich mich „Fan“ nenne: Zum Anhänger eines Vereins o. Ä. gehört für mich immer der sportliche Gedanke. Und für mich als Amateurmusiker ein Dreiklang:

    – In erster Linie kommt DER MENSCH (Spieler, Zuschauer, Trainer, Manager, Sportjournalist, Schiedsrichter etc., egal woher einer kommt und was und wie einer ist). Man soll auch Anderes und Andere gelten lassen und darf keinen Menschen in Bausch und Bogen verdammen.

    – In zweiter Linie kommt UNSER SPORT, der Fußball (deshalb sollte man sich auch freuen können, wenn der Gegner gut und schön spielt und man – unabhängig vom Ergebnis – ein gutes Spiel erlebt).

    – In dritter Linie kommt UNSER VEREIN, der Club. Das heißt: Ich stehe bedingungslos hinter ihm, ich unterstütze ihn, ich freue mich und leide mit, durch Dick und Dünn. Das heißt aber längst nicht, dass ich nicht auch andere Vereine in andenderen Ligen gut finden kann.

    Kurz: Auch als Fan das Herz ausleben und dabei das Hirn eingeschaltet lassen.

    Das ist mein Credo.

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  • Diese pseudo-pathetische Geseier geht doch denke ich 90 % der „Normelo-Fans“ im ganzen Franken-Stadion-Rund auf den Sack. Ich habe aber nach der Umstrukturierung mit der „Umsetzung“ des Achterblocks bei Heimpielen eine Verbesserung ausgemacht. Insbesondere während des Stuttgart-Spiels kam endlich mal wieder zeitweise ein kraftvoller, nicht von unseren lieben Ultras iniziierter Support vom Oberrang rüber ….

    Achja, beim Köln-Auswärtsspiel kam der Ultras-Kern irgendwie verspätet an. Die hatten aber bei ihrer Ankunft zuerst nichts besseres zu tun, als wie wilde Tiere den Zaun zu bespringen, und übelst gen Köln-Kurve zu pöbeln. Peinlich.

    Mal sehen, wies bei meinem nächsten Auswärtsspiel in Berlin zugeht. Wir sitzen gottseidank neutral.

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  • Vielleicht sollten manche einfach zuhause vor dem Fernseher bleiben. Wäre besser so.

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  • Danke Michel! Diese Rückmeldung bestätigt mir, dass ich mit meinem Artikel also auch die erreicht habe die ich an Anfang adressiert habe.

    Zu allen Anderen: Danke für eure Kommentare, schön das wir hier zeigen können, dass man auch „Die Hard-Clubfan“ sein kann ohne einen an der Waffel haben zu müssen.

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  • Puh nicht übel, damit hätte ich gar nicht gerechnet. Wie man vielleicht am Text merkt habe ich mir den relativ spontan von der Seele geschrieben weil ich einfach so wütend war – noch am Tag danach! Schön das drüber gesprochen wird!

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  • @altglubberer

    Dasselbe habe ich auch gedacht, aber einen Kommentar habe ich nicht geschrieben. Tut mir leid Klingenstadtglubberer, mich macht so etwas auch sehr wütend.

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  • Hallo,

    Ich kann mit deinem Artikel absolut NULL einstimmen und ich finde ihn sogar unverschämt und beleidigend gegenüber vielen Clubfans, welche viel Geld und Zeit in den Support des 1. FC Nürnbergs investieren.

    Ich sehe ebenfalls, dass du dir keine Gedanken gemacht hast bezüglich der Intension der Ultras und dem Gedanken und dem Gefühl was dahinter steht. Es gibt mittlerweile wissenschaftliche Aufsätze, welche sich mit der Ultras-Kultur auseinandersetzen. Les dich doch bitte mal ein. auf http://www.stadionwelt.de findest du Diplomarbeiten zu dem Thema.

    Ich finde es sehr schade, dass du den Clubfan als Rassisten darstellst, so hast du der gesamten Clubszene ein Eigentor geschoßen! Bravo!

    Wenn du vielleicht öfters mal im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg wärst, würdest du das auch mehr verstehen können. Das es bei 1.500 Clubfans, jetzt beim Auswärtsspiel in Gladbach, immer Idioten gibt ist GANZ normal und übrigens bei anderen Fanszenen ganz genau so, egal ob Stuttgart, Bayern München, Dynamo Dresden oder Borussia Dortmund.

    Der Rechtsradikalismus ist schon LÄNGST passe im deutschen Fußball, nur in vereinzelten Mannschaften noch vorhanden.

    In der Nürnberger Sezene gibt es KEINE Rechtsradikalen mehr und wenn du dich wegen so etwas bereits schämst und auch wegen den Ultras Gesängen beschämt bist und dich damit nicht identifizieren kannst, dann bleibt dir wirklich nur der Platz vor dem Fernseher mit Sky oder Premiere und genau für dieses Klientel wie dich ist dieses Angebot ja auch wunderbar.

    Ich hoffe wirklich, dass du in Zukunft auf die 2-4 Spiele im MMS verzichten wirst, den so einen Fan wie dich, welcher die Fanszene in so ein schlechtes Licht in der Öffentlichkeit rückt (gefundendes Fressen für die Presse), der hat es nicht verdient in diesem Stadion zu verweilen.

    Das nächste Mal beruhigst du dich bitte erst, bevor du in so einem Zustand „relativ spontan von der Seele“ solche Artikel schreibst.

    Die Gedanken sind frei!

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  • Ich bin in ähnlicher Situation (ich lebe in Köln), nur dass mein letztes Mal im Gästeblock vor über 2 Jahren (auf Schalke) war. Ich habe fast identische Erlebnisse gemacht und mich fast identisch geschämt, Clubberer zu sein.

    Das letzte Mal war ich beim beschämenden 0:3 in Köln (http://bit.ly/8dmgO1) – natürlich in einem „neutralen“ Block. Ich war nicht der einzige Clubberer, der da inmitten von FC-Fans saß, aber wir alle waren genauso friedlich, wie die Gastgeber-Fans.

    Ich schließe mich aber einigen Vorrednern an: Es sind einzelne Idioten im Block. Nur leider, und da müssen wir uns alle mal an die eigene Nase fassen, „überhören“ wir solche fiesen Kommentare und Gesänge nur zu gern – des Friedens willen.

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  • Ja, ich schaeme mich auch. Ich schaeme mich wenn ich soviel Mist lesen muss und sich der Autor auch noch erdreistet, sich selbst „clubfan“ zu nennen. Den eigenen Fans so ans Bein zu pinkeln obwohl man selbst nur zwei mal im Jahr ein Stadion von innen sieht. Pfui Teufel, ich kann nur ausspucken.

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  • Glubbererzwo: Ja, ich schaeme mich auch. Ich schaeme mich wenn ich soviel Mist lesen muss und sich der Autor auch noch erdreistet, sich selbst “clubfan” zu nennen. Den eigenen Fans so ans Bein zu pinkeln obwohl man selbst nur zwei mal im Jahr ein Stadion von innen sieht. Pfui Teufel, ich kann nur ausspucken.

    Hm, wenn man so die Wortwahl liest, die Tonalität … hmm … Laß mich raten: Gemäßigter Fan von der Haupttribüne? :mrgreen:

    Scherz beiseite: Hier gibt’s nichts auszuspucken außer bei Gegenwind. Wenn so Rassismus-Scheiß nicht ganz klar unterbunden wird, ist das eine Schande! Punkt.

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  • Also da frag ich mich schon ob einige hier in den 80ern und 90ern schon ein Stadion besucht haben
    da war Gesänge die das U-bahn lied etc. Usus
    und jetzt ratet mal von welchen Gruppierungen diese Rassistischen gesänge unterbunden wurden?
    Man kann ja den ultras vieles vorwerfen aber wenn man sie schon Politisch einorden will dann wohl doch eher (im Westen) im linken bereich
    Und dass mit den Schwarzen jacken kann ich au nimmer hören
    Ich hab auch ne schwarze Winterjacke?
    Grund: ne rote Jacke sieht einfach scheisse aus

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    • @Sepp … Ich denke man muss den Artikel in zwei Teilen sehen. Da ist auf der einen Seite die Sache mit dem Rassismus und wer da ernsthaft Verständnis oder gar Zustimmung für den Typen hat, mit dem hab ich nicht mal ne ernsthafte Diskussionsbasis. – Die andere Sache ist die mit den Ultras und ihrer Art der Fan-Unterstützung. Ob man das mag oder nicht, ist mal Geschmackssache, aber auch eine Frage des Nebeneinander. Und genau da sind wir bei …

      @Michel … Ich verstehe ja, dass man nicht immer miteinander kann und manchen diese „intellektuelle Art“, die bisweilen hier an den Tag gelegt wird, nichts ist. Der Vorwurf „Möchtegern-11Freunde“ (was ich im übrigen nicht als Beleidigung empfinde) kennt man ja aus dem Nordkurve-Forum, denke auch, dass Michel, der ja unbedingt anonym bleiben will, aus der Ecke kommt. Wenn ich von Nebeneinander rede, dann kann man das auch ohne in allen Punkten miteinander grün zu sein. Wenn Klingenstadtclubberer das nicht abkann, dass vorne einer ihn mit dem Megafon anschreit, ist das eine ebenso legitime Sache wie uns hier „Möchtegern-11Freunde“ zu bezeichnen. Finde ich ok. Was ich nicht abkann, und auch darauf spielte der Artikel an, ist die Forderung (egal von welcher Seite) sich immer einzusortieren und einzureihen, sonst sei man „kein echter Fan“. Ich finde vom Kiebitzu am Trainingsplatz bis Haupttribüne, rüber zur Kurve und hinein in den Fernsehsessel sind alles „echte Fans“, wenn sie mit Herzblut dabei sind. Kurzum: Man sollte vielleicht mehr über Gemeinsamkeiten denn über Unterschiede reden und nicht immer versuchen den anderen zu missionieren oder – wenn man das nicht will oder kann – abzuwerten.
      Ich versuche in dern Foren meine Klappe (weitgehend) zu halten, weil das dort gewissermaßen das Wohnzimmer der Forenbesucher ist, hier erwarte ich das ebenso. Jedenfalls wenn es nichts zur Sache tut und nur darauf ausgelegt ist zu provozieren.

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  • Möchtegern-11Freunde für geistig ganz ganz Arme. Mehr gibt es hier wirklich nicht zu sagen.

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  • Wie ordnet denn die „Clubb-Familie“ den Ein-, äh.. Anmarsch der Ultras zu jedem Heimspiel ein ? Ich finds schrecklich …

    Das „U-Bahn-Lied“ musste ich leider nach einem F**th-Auswärtsspiel im Bus anhören, s´waren Clubberer ….

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  • Clubfan: Ich kann mit deinem Artikel absolut NULL einstimmen und ich finde ihn sogar unverschämt und beleidigend gegenüber vielen Clubfans, welche viel Geld und Zeit in den Support des 1. FC Nürnbergs investieren.

    Auch dazu mein Senft: Nichts mit dem Artikel anfangen können finde ich ok. Die Argumentation mit dem vielen Zeit und Geld ist aber für mich unhaltbar. Keiner zwingt mich ins Stadion zu gehen und auch nicht Auswärtsfahrten mitzumachen, ich denke das ist einfach eine Art Privatangelegenheit.

    Clubfan: Ich finde es sehr schade, dass du den Clubfan als Rassisten darstellst, so hast du der gesamten Clubszene ein Eigentor geschoßen! Bravo!

    Da hab ich meine Probleme mit, auch mit der Folgeargumentation, Klingenstadtclubberer solle doch deswegen auf Stadionbesuche verzichten. Verzichten sollte der „Clubfan“ auf seine Äußerungen und die Umstehenden auf ihr Schweigen. Bei sowas sollte Recht nicht dem Unrecht weichen.

    Wo ich dir allerdings Recht gebe ist dir Gefahr, dass man aufgrund solcher Artikel in den Medien gleich wieder in eine Ecke gestellt wird. Statt – was der Artikel eigentlich will – zu zeigen, dass wir Clubfans uns mit solchen Dingen auseinandersetzen und sie für schlecht befinden, kann einen das auch umgedreht ausgelegt werden, einfach weil man es anders lesen will – der Boulevard ist da ganz gut drin. Aber die bisherigen Reaktionen über die Grenzen dieses Blogs hinaus deuten darauf hin, dass es „richtig“ ankam.

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  • Danke für allerlei Feedback! Ich möchte aber natürlich auch noch einmal selbst dazu Stellung nehmen.

    Ich habe bereits gesagt, dass ich dieses Phänomen nicht auf unseren Club beschränke, das gibts noch überall (da die Behauptung das rechte sei längst aus den Stadien verschwunden völlig unhaltbar ist). Auch habe ich nicht alle als Idioten bezeichnet, ich habe explizit einzelne hervorgehoben, schlimm nur, dass die Masse das unbeeindruckt mitträgt. Ich will einfach nicht, dass andere dieses Bild von uns bekommen und wenn 1000 in Ordnung sind und einer nichts im Kopf hat müssen die eben dafür sorgen, dass dieser nicht ungestraft solch einen Mist von sich lassen kann. Ebenso kann ich nicht verstehen warum ein „gebt mir euren Hass“ mit Applaus bedacht wird.

    Wenn ihr Stellung nehmen wollt, dann sagt doch einmal explizit etwas zu diesen zwei Tatsachen. Oder habt ihr das auch lieber überhört?

    Über die Ultra Kultur geht es hier nicht, dazu kann man besser gesondert sprechen. Die Ultras sollten sich aber auch bewusst sein, dass sie landauf landab von den meisten Dauerkartenbesitzern (von Dortmund bis Köln mittlerwiele eher kritisch gesehen werden.

    Und eines möchte ich euch noch zurufen: Wer ist hier der Nestbeschmutzer? Vielleicht eher alle Menschen die zulassen, dass unser Club auswärts mit solchen Parolen auftritt?

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  • Oha, zu schnell getippt. In die Klammer des vorletzten Absatzes sollten auch noch 2 andere Vereine deren Fankurvendauerkartenbesitzer ich kenne.

    Zum Vorwurf der Form unseres schönes Blogs hier:
    Auch ich kann mit einem 11Freunde Vergleich gut leben und auch der Zusatz „Möchtegern“ mag mich nicht recht ärgern, schreiben wir doch alle zum Spaß in unserer Freizeit hier. Unsere im Nordkurve Forum angesprochene „intellektuelle Art“ ist einer der Gründe für meine Mitgliedschaft hier, oder disqualifizieren ein vergrößerter Wortschatz und die Vermeidung von persönlichen Beleidigungen in posts einen als „echten Fan?“

    Wie Alexander schon sagte, wir sind hier sehr zufrieden mit unserer Art des Umgangs und der Qualität unserer Beiträge, danke.

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  • Von mir nur noch so viel zu diesem Thema: Es gibt an Klingenstadtclubberers Artikel nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Wer an dem, was Klingenstadtclubberer schreibt, etwas auszusetzen hat, sollte mal sein Weltbild überprüfen.

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  • belschanov: Von mir nur noch so viel zu diesem Thema: Es gibt an Klingenstadtclubberers Artikel nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Wer an dem, was Klingenstadtclubberer schreibt, etwas auszusetzen hat, sollte mal sein Weltbild überprüfen.

    hierzu auch mein placet!

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  • @KUZ: Ja, natürlich, spielen wir in Zukunft „Stern des Südens“ oder „Wir sind Hoffe“ in unsrem schönen Stadion. Gehts noch?

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  • Ach es ist doch ne nette Geste…muss nicht sein, sicher, aber bei jedem Nachnamen A…loch zu rufen ist auch daneben. Das Lied würde ja nur angespielt als Hintergrundmusik, nicht komplett oder so laut wie „Die Legende…“. Ich fänd es ok, machen wir bzw. Schalke doch auch gegenseitig sogar in größerem Maße – und die sind mir unsymphatischer als die meisten anderen Bundesligisten. 😉

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  • Da geht halt der Eventcharakter verloren, wenn man seine Feindbilder plötzlich nicht mehr gemeinsam zelebriert hassen soll :mrgreen:

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  • Für euch wird der Fußball der Zukunft eh der schönste sein.

    Jeder sitzt im Stadion in seinen Plastikschalen und klatscht mit Pappklatschen zu eingespielter Musik, während des Eckballs und der neue „Einheitzer“ ist der Stadionsprecher..

    „WIR SIND DEEEEEEEER…“

    Gute Nacht Fußball Deutschland!

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  • Mein Fußball der Zukunft wäre ein Rückzug von Kommerzialisierung (inkl. klares Nein zur Aufgabe der 50+1 Regel), ein genereller sallary cap bei Spielern und Verantwortliche, eine Verpflichtung zur 6+5 Regel (mind. immer 6 Deutsche am Platz), ggf. eine Art Drafting-System für Nachwuchsspieler, im Stadion mehr Freiraum für abgesprochene Choreografien (inkl. finanz. Unterstützung durch den Verein), spielverlaufsbezogene Fan-Unterstützung, Familien-Blöcke, weniger Merchandise und mehr Fan-Beteiligung.

    Megafone sind in meiner Zukunftsversion genau so wenig zu finden wie Fangesänge vom Band.

    Nachtrag: Im Gegenteil. Es nervt mich tierisch, dass man die echten Fangesänge, aber auch allein schon das Raunen und die Anspannung vor einem Spiel nicht mehr hören kann, weil einem die Ohren weggeballert werden. In Frankfurt weinte meine Kleine, weil ihr das „zu laut, Papa“ war, als die ihre Stimmungs-Mucke auflegten – dafür bekam man von den Frankfurter Fans leider kaum was mit (so als neutraler Fußballbeobachter-Sicht ist das schade).

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  • @Clubfan:

    Wen meinst du mit „Euch“?

    Du hast es hier mit Einzelpersonen zu tun und nicht mit einer auf eine Ideologie abgerichteten Herde/Horde.

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  • belschanov: Du hast es hier mit Einzelpersonen zu tun und nicht mit einer auf eine Ideologie abgerichteten Herde/Horde.

    Und das ist auch gut so! Aber genau das passt eben manchem „Horden-Fan“ so gar nicht. Da gibt es nur „Wir“ und „ihr“, nur „Mitmachen“ oder „kein Fan sein“. Allein wenn ich schon immer in Foren lesen von „denen bei Clubfans United“ und „wir hier im Forum“ kriege ich echte Probleme – als ob die Welt nicht groß genug für Individualismus wäre.

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  • @Alexander: signed!!! Super Zusammenfassung! Back to the roots! Liebe Fans, holt euch das Spiel zurück von den Marketern und Ultras! Vor 1994 war auch schon mal Stimmung im Frankenstadion!

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  • Alexander | Clubfans United: In Frankfurt weinte meine Kleine, weil ihr das “zu laut, Papa” war, als die ihre Stimmungs-Mucke auflegten

    Eine ähnliche Erfahrung hat mein Vater gemacht, den ich zum Relegations-Spiel gegen Cottbus zum ersten mal (!) mit ins Stadion gebracht habe. Die Party-Musik nach dem Sieg war einfach zu laut für ihn, der so etwas eben nicht von Rockkonzerten gewohnt ist….

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  • Michael: @KUZ: Ja, natürlich, spielen wir in Zukunft “Stern des Südens” oder “Wir sind Hoffe” in unsrem schönen Stadion. Gehts noch?

    Hat auch etwas mit Respekt zu tun! Der Verein , der am Samstag ins Stadion kommt, den hasse ich nicht. Ich mag ihn nur überhaupt nicht!!

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  • KUZ:
    Hat auch etwas mit Respekt zu tun! Der Verein , der am Samstag ins Stadion kommt, den hasse ich nicht. Ich mag ihn nur überhaupt nicht!!

    Ne, hassen nicht, Hass ist sowieso dämlich in dem Zusammenhang. Merkt man eigentlich vor allem so richtig, wenn man es seinen Kindern erklären soll: „ja, der Ottl, den mögen wir jetzt, weil der ist eigentlich von den verhassten Bayern, aber zur Zeit bei uns, danach hassen wir ihn weiter – so wie ne Pause“? Und Nationalmannschaft ist ja ähnlich.

    Aber mir fallen gerade ca. 143 Mannschaften ein, die ich gerne gegen die Batzis siegen sehe. Nicht dabei: Westvorstadt und Real Madrid.

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  • Alexander, wie ist das jetzt dann eigentlich mit dem Sieg von Vestenbergsgreuth im Bogaal gegen die Batzis… auf HEUTE bezogen??? 😉

    Real ist seit CR in meiner Beliebtheitsskala weit nach oben gerutscht ( aber immer noch gaaanz weit entfernt von Espanol Barcelona & CF- in dieser Reihenfolge). Menschlich nicht ( CR) aber als Fussballer macht es mir doch sehr viel Spass ihn zu sehen…

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  • Manchen sollte man eine Playstation hinstellen und FIFA schenken. Da hätten sie mehr von.

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  • Und manche andere merken gar nicht wie sie sich durch ihre Argumentation Eigentore schiessen.

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  • @Michel und „Clubfan“
    Ich habe eine ernstgemeinte Frage, warum ärgern Euch kritische Stellungnahmen zu bestimmten Erscheinungen in der Fanszene so sehr? Warum argumentiert Ihr immer wieder mit WIR und IHR? Wer nicht 100% für uns ist ist gegen uns?

    Warum laßt Ihr Leuten wie Klingenstadtclubberer nicht Ihre Meinung und geht sachlich auf die Argumente ein? Fühlt Ihr Euch so bedroht, so schwach dass Ihr sofort um Euch schlagen müsst, wenn mal ein kritisches Wort fällt? Zeigt nicht konstruktive Kritik viel mehr Verbundenheit als bedingungslose Gefolgschaft?

    Übrigens kann ich Eure Argumente sehr gut nachvollziehen, dass die Ultras nicht rechts sind und dass die Ultras, auch in Nürnberg eher die schlimmsten Auswüchse von Rechts unterbunden haben. Ich sehe aber keine politisch linke Einstellung, eher apolitisch mit Hang zum Autonomismus. Deshalb die starke Abgrenzung gegen die Polizei und staatliches Handeln, was ich in Teilen nachvollziehen kann, was teilweise aber auch am Rande des Verfolgungswahns liegt, wenn man jede staatliche Handlung als ungerechtfertigte Verfolgung empfindet. Dass dieser Staat nicht wirklich immer freiheitlich und gerecht ist, keine Frage, trotzdem MUSS das staatliche Gewaltmonopol bestehen bleiben, weil sonst nur das Recht des Stärkeren übrigbleibt und das wäre immer schlimmer.

    Als mir die Ultras das erste Mal in Nürnberg richtig aufgefallen sind, war ich auch beeindruckt, die Choreografien, die konsequenten Gesänge, diese enorme Leidenschaft, das hatte schon was und ohne Zweifel, die Stimmung in der Kurve war deutlich intensiver, beeindruckender als ich sie davor in Nürnberg erlebt habe.

    Dass man aber immer gleich geeizt reagiert, wenn nach einigen Jahren Kritik aufkommt finde ich schade. Manche Dinge nutzen sich ab, heute beeindrucken mich die Dauergesänge eher nicht mehr, oft langweilen sie mich und manchmal stören sie mich gar. Darf ich das nicht sagen, wenn ich noch als echter Fan gelten will?

    Und ich werde auch nie verstehen, warum man ein Gemeinschaftsgefühl auf Hass gründen will und und muss? Warum ruft man den eigenen Leuten zu „gebt mir Euren Hass“? Warum nicht: Zeigt mir Eure Leidenschaft, zeigt mir Eure Liebe, zeigt mir Eure Unterstützung!

    Und kommt jetzt nicht mit intellektuelle Sprachglauberei und politische Correctness, ich bin der festen Überzeugung dass Worte Einstellungen beeinflussen und Taten nach sich ziehen. Ich will aber keine Taten sehen, die durch Hass ausgelöst werden!

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  • Das Nordkurve-Forum hat den Artikel auch aufgenommen und kurz diskutiert:

    http://forum.nordkurve-nuernberg.de/viewtopic.php?f=30&t=657&p=550311&hilit=+clubfans+united+#p550303

    Wenn man die üblichen Bashing-Einwürfe abzieht sind absolut verständliche Positionen dabei. Gerade das Aufeinandertreffen von „gelebter Fankultur“ im Stadion auf eher „Medien-Fans“, wie das wohl die meisten hier (notgedrungen bisweilen) sind, sorgt für gegenseitiges Unverständnis. Im Kern ist die Frage: Was schadet mehr? Drüber reden oder schweigen? Wenn man drüber redet, macht man die Sache recht groß, schweigt man, kommen solche Typen eben immer durch.

    Was die Sache mit dem „Gebt mir euren Hass“ angeht ist das wirklich so ein eigenes Thema. Wie dort auch im Beispiel kommentiert scheint es sogar C-Jugend-Trainer zu geben, die „Hass“ als Motivation ihren Kids mitgeben. Das kann ich sogar bestätigen, denn aus der G-Jugend hörte ich von einem Trainer der zu seinem Spieler sagte: „Bevor der 10er vorbeigeht, haust du ihn um“. Das sind 7-jährige …
    Hier prallen offenbar ganz grundsätzliche Einstellungen aufeinander, wie man das Leben angehen sollte.

    Dazu vermischt sich, dass dieses „Hass“ predigen für viele gar nicht „ernst“ gemeint ist, sondern mehr provokant und halt auch „jugendlich-wild“. Ich verstehe es ja auch nicht, aber was das angeht bin ich eher so der Einstellung: Ich muss nicht alles mögen und ich muss ja auch nicht bei allem mitmachen. Aber wenn andere es brauchen …

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  • Alexander | Clubfans United: Gerade das Aufeinandertreffen von “gelebter Fankultur” im Stadion auf eher “Medien-Fans”, wie das wohl die meisten hier (notgedrungen bisweilen) sind, sorgt für gegenseitiges Unverständnis.

    Die Tatsache, die dabei gerne übersehen wird, ist dass der Medien-Fan dem Club i.d.R. genausoviel an Eintrittgeldern einbringt wie der Dauerkarten-Stehplatz-Inhaber. Das ist eine einfache Rechnung: Wenn ich nur 2 mal mit meiner Frau ein Heimspiel besuche, zahle ich sogar mehr, als eine Stehplatz-Dauerkarte kostet, weil ich natürlich, wenn ich anständige Plätze will, in den günstigen Kategorien keine mehr finde und damit mindestens 50 Euro, bei begehrten Spielen sogar eher 80 Euro für ein Heimspiel investieren muss. Und ich gehe nicht nur 2 mal pro Saison… Sind die „Nordkürvler“ dann moralisch berechtigt, mich einen schlechten Fan zu nennen?

    Gesänge und Choreografien sind doch eigentlich etwas schönes und beeindruckendes, geben dem Stadionbesuch diese besondere Athmosphäre, die man daheim im Sessel nicht hat. Aber es muss doch auch ohne Hass und mit Respekt möglich sein! Dass man nicht jede einzelne Dumpfbacke im Griff haben kann, ist logisch und tritt überall auf, wo sich Menschen ansammeln. Hier erwarte ich aber gerade von den Vorsängern eine Vorbildfunktion. Predigt Leidenschaft, nicht Hass!

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  • Alexander | Clubfans United: Das Nordkurve-Forum hat den Artikel auch aufgenommen und kurz diskutiert:

    http://forum.nordkurve-…ubfans+united+#p550303

    Wenn man die üblichen Bashing-Einwürfe abzieht sind absolut verständliche Positionen dabei.

    Also ich bin dem Link gefolgt und finde (willkürliche Auswahl):
    „der skyfernsehsesselfurzerblog hat wieder zugeschlagen. und ist sich nicht zu schade, den post auch noch „ich schäme mich“ zu nennen und alles reinzupacken, was man sich in den letzten monaten so angelesen hat.“

    „Echt eine Schande, wie sich dieser „Blog“ entwickelt hat. Da kann einem ja schlecht werden, wenn man diesen Mist liest.“
    usw. usf.
    Wo Du da „verständliche Positionen“ findest Alexander, das erschließt sich mir denn doch nicht so ganz. 😉

    In der Regel halte ich mich aus derartigen Diskussionen raus, denn eine Diskussionsbasis erscheint mir von vorneherein nicht gegeben, wenn eine Seite permanent das genaue Hinschauen, die individuelle Berücksichtigung einfordert, die Differenzierung anmahnt, aber ansonsten alle, die nicht für sie und damit offenbar automatisch gegen sie sind, aber als uniforme Masse von Sesselfurzern abkanzelt, die das Wahre eh nicht blicken. Was soll man da diskutieren?

    Allerdings scheint es mir bedenklich, wenn, wie hier geschehen,

    Alexander | Clubfans United: Gerade das Aufeinandertreffen von “gelebter Fankultur” im Stadion auf eher “Medien-Fans”, wie das wohl die meisten hier (notgedrungen bisweilen) sind, sorgt für gegenseitiges Unverständnis.

    bestimmten Leuten automatisch das „Leben“ der Fußballkultur“ zugeschrieben wird, ohne dies genauer zu hinterfragen. Was aber bitteschön soll, um nur ein Beispiel zu nennen, an einem „Marsch auf Fürth“ gelebte Fußballkultur sein? Ein Haufen Uniformierte, die sich zu einem Marsch nach irgendwo versammeln, das ist seit dem guten alten Benito eindeutig besetzt, aber dazu muss man halt über ein Mindestmaß an historischer Bildung bzw. Sensibilität verfügen. Wer’s vorher nicht kapiert, der kann nachher, wie ich dem Nordkurve-Gestammel entnehme offenbar genau so geschehen, immer noch einen Anwalt bemühen, der sich der großen Betroffenheit der friedliebenden Fußballanhänger annimmt, die offenbar vor lauter Heulen, Jammern und Wehklagen ob der fiesen Anschuldigungen in einer Zeitungssatire (Humor ist, wenn man trotzdem…, aber „Lachen“ suchen manche Anhänger der „gelebten Fußballkultur“ offenbar eh im Fremdwörterduden – genau das ist es im übrigen: Selbstironie, das sich selbst mal nicht so ernst nehmen, das ist diesen Brüdern völlig fremd) völlig außer sich sind (verbrennen die eigentlich die „titanic“ jeden Monat?). Erbärmlich, lächerlich, feige, komplett unsouverän.

    Für mich prallen grundsätzliche Positionen dann aufeinander, wenn mein radikales Bestehen auf Individualität durch Gruppen, die die Oberhoheit über den Diskurs beanspruchen, frontal angegriffen wird. Ob die sich selbst als links oder rechts bezeichnen, das ist völlig unerheblich und geht am Thema vorbei, desgleichen der intellektuelle Weihrauch, der offenbar ein Reflex der tatsächlichen Schreibtischhengste in- und außerhalb von Uni und Presse ist, sobald eine Gruppierung nur entschlossen und martialisch genug auftritt. Letztens in der FAZ eine ganzseitige Reportage über die Hell’s Angels – und welche Überraschung: all die Jahre haben wir die ja völlig falsch gesehen. Das sind ja nette Burschen – und so männlich, so rauh (man spürt förmlich den wohligen Schauer über den Rücken des Skribenten). Dass alle Fanatiker letztlich nette Burschen sind, wenn man mal privilegierten Zugang zur Gruppe hat, das ist im übrigen ein so ausgelutschter Topos, dass man nicht glaubt, dass das immer und immer wieder abgenudelt wird. Wie – „Fanatiker“ – welch böses Wort! Uiui, da wird wohl gleich wieder der Anwalt kommen, die verletzten sanften Seelen mit Myrrhensalböl zu salben. Aber was ist das eigentlich, wenn eine Gruppe in ihrem Hochglanzmagazin im Impressum (!) schreibt, dass alle anderen sie „am Arsch lecken“ können? Ich denke, Fußball bedeutet allen hier viel. Wer die Welt des Fußballs, vor allem beim Zustand unserer Welt generell, aber derart überhöht, wie das eine bestimmte Gruppe für sich reklamiert, bei dem läuft in meinen Augen einfach was falsch und der vermischt in neuroseähnlicher Verblendung Phantasie und Wirklichkeit. Oder nutzt das Spiel lediglich als Vehikel, um ganz andere Dinge zu transportieren. Das hat dann mit „Fußballkultur“ erst recht nichts mehr zu tun!

    Schließlich: man kann nicht nicht kommunizieren (Watzlwawick). Kommuniziert wird aber nicht nur mit Worten, sondern einheitlich gewandete Gruppen, die zum Beispiel Kneipen so entern, dass neutrale Gäste flugs das Weite suchen, woraufhin gewissen präpubertären Bürschchen mächtig einer in der Hose abgeht, das ist Kommunikation genug (und man glaubt es kaum: auch derartige Szenen finden ihre Entsprechung in der oben angesprochenen HA-Reportage, wahrscheinlich gibt’s das auch über die Taliban – diese ewige Wiederkehr des Gleichen ist einfach intellektuell sooo ermüdend!!). Auch wenn das natürlich alles, ich betone das nochmal, ganz ultranette Kerle sind. Wenn man zu ihnen gehört… Ich habe in Italien selbst erlebt, wie die „gelebte Fußballkultur“ sich entwickelte, wie die normalen Menschen fluchtartig Züge verließen, wenn die Fußballkulturschaffenden einen Zug, ja was eigentlich? Betraten ist da nicht das richtige Wort. Eroberten, enterten, etc. Wer Stadien will, in die sich die Familien nicht mehr mit kleinen Kindern wagen, der soll das halt mal ehrlich so sagen. Wer hier einen auf naiv macht und darauf verweist, dass doch niemand angegriffen wurde und werden wird usw. usf., der lügt bewusst oder hat von Ethologie noch nie was gehört: es gibt ein ganzes Arsenal kommunikativer Mittel, die Unliebsamen die Anwesenheit verleidet bzw. dieselben in Furcht versetzt. Die Silhouette einer Horde Uniformierter gehört eindeutig dazu (male mir gerade aus, wie sich ein 1,20m großes Kind wohl fühlt, wenn der Blick in die Runde nur noch schwarz zeigt). Wer die Dauerbespaßung vom Oberkasper am Mikro braucht, der soll halt zum Volleyball oder Basketball gehen, da hat er sie, da gibt’s jede Sekunde irgendeinen Quark, der den Sport zur Nebensache verkommen lässt.

    Insofern sehe ich für mich keinen Grund, mich zu schämen, denn ich habe mit den von Dir, Klingenstadtclubberer, angesprochenen Leuten nichts zu tun. Ich bestehe auf dem Recht zu radikaler Individualität und lasse mir somit auch von keiner Gruppe sagen, ob und wann ich wohin zu gehen habe und ob ich ein Recht darauf habe, mir Spiele im Stadion anzugucken oder nicht. Ich habe Freiheit ganz gern und solange die in diesem Lande zumindest rudimentär gewährleistet ist, muss einer schon ein wenig mehr bringen, als sich komisch anzuziehen, um mich zu beeindrucken (ganz am Rande: die geschäftliche Seite wird ja überhaupt nicht erwähnt: wer sackt eigentlich ein, wenn all die alten Kutten plötzlich durch neues Outfit ersetzt werden müssen? Uhuhu: Kommerz, ich hör Dir trapsen). Auch wenn das Einknicken gegenüber vehement vorgetragenen, latent (oder auch weniger latent) drohenden Positionen in diesem Lande langsam aber sicher zur unseligen Mode wird.

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  • Guter und sachlicher Kommentar Hörnla, danke dafür! Aber schon wieder diese intellektuelle Art… 😉

    Zum Thema:
    Das ist Auslegungssache. Ich fühle mich in keinster Weise den Leuten zugehörig, welche ich dort angetroffen habe. Ich fühle mich aber der Gruppe der Clubfans zugehörig und möchte daher, dass diese nicht in einem schlechtem Licht steht. Ich möchte nicht von bspw. anderen Gesprächspartnern komisch angeguckt werden wenn ich sage das ich es mit Nürnberg halte. Bei vielen Fans anderer Vereine die ich kenne sind wir relativ gut gelitten und ich fände es einfach schlimm wenn sich das ändert weil solche Aktionen wie sie scheinbar in unseren Uktra Kreisen üblich sind („gebt mir euren Hass…“) für mich in keinem Gesellschaftsbereich etwas zu suchen haben – auch nicht im Fußballstadion.

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  • Klingenstadtclubberer: Aber schon wieder diese intellektuelle Art…

    Daher die Pöbeleien aus der Kurve; was bleibt einem übrig, wenn man den Text nicht versteht, aber mitreden will 😉

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  • Klingenstadtclubberer: Bei vielen Fans anderer Vereine die ich kenne sind wir relativ gut gelitten und ich fände es einfach schlimm wenn sich das ändert

    Vollkommen Deiner Meinung! Als Fußballromantiker finde ich auch, dass wir das den nicht selten auch menschlich großen Sportlergestalten, die den Club prägten, irgendwie schuldig sind.
    Am Rande sei außerdem angefügt, dass es auch vor der 90-minütigen Sangesdauerbespaßung durchaus Stimmung im Stadion gegeben hat. An Momente, als in wichtigen Spielen plötzlich von irgendwoher „FCN“ aufglomm, sich fortsetzte, flackerte, aufflammte, loderte und schließlich durchs ganze Stadion hallte, dass die Masten erzitterten, daran erinnert man sich noch Jahre später. Das monotone Dauergejodeldodel versetzt einen dagegen höchstens in abgestumpfte Apathie. Naja, spare ich mir Zazen. 🙂

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