27. Spieltag: FCN vs. Hoffenheim 0:0 Endstand

Kurz vor dem Ende nahm Rangnick noch Carlos Eduardo vom Platz, der doch viel Gefahr versprühte – entsprechend unzufrieden der Brasilianer. Die Partie ging dann zu Ende ohne den letzten Willen und Risiko beider Mannschaften auf Sieg zu spielen. Hannover klar verloren in Stuttgart, Freiburg kann doch noch gewinnen, siegt gegen Mainz und schließt wieder auf. Bremen tut dem Club einen Gefallen und siegt in einem wohl typisch-bremerischen Spiel nach zweifachen Rückstand noch 3:2 gegen Bochum, die in der Schlußphase viel Pech hatten und beinahe doch nochmal ausgeglichen hätten. Die Sensation des Spieltags aber in Frankfurt, denn die besiegen die Bayern mit 2:1. Die Tabelle: 13. 1. FC Köln 28, 14. VfL Bochum 27, 15. 1. FC Nürnberg 25, 16. Hannover 96 23, 17. SC Freiburg 23, 18. Hertha BSC 15 (Hertha spielt am Sonntag noch in Wolfsburg)

Erste Reaktionen (kicker): Nürnberg sicherte sich gegen Hoffenheim in einer mäßigen Partie einen glücklichen Punkt. Das technisch bessere und spielerisch klar überlegene 1899 konnte gegen den offensiv ängstlichen und defensiv anfälligen Club beste Chancen nicht in ein Tor ummünzen und ließ einen möglichen Dreier fahrlässig liegen.


Spiel:

Schlußpfiff.

85. Boakye für Choupo-Moting zur Schlußoffensive – aber Hoffenheim kontert gefährlich. Bremen führt jetzt gegen Bochum, Stuttgart weiter vorn gegen Hannover, Freiburg führt noch(…) gegen Mainz.

75. – Hecking setzt auf den griechischen Stürmergott für Frantz. Der Club zwischenzeitlich auch mal gefährlich vorne, aber ein Punkt ist vielleicht zu wenig – jedenfalls für Hecking, wie es aussieht. – In Bremen gelang Bochum wieder die Führung und Bremen der erneute Ausgleich.

60. Minute – Schäfer hält den Club mit Doppel-Parade gegen Ibisevic im Spiel. Insgesamt hat das Spiel mehr Aktionen, aber die dicken Chancen hatte z.B. auch Carlos Eduardo, der freistehenden aus wenigen Metern daneben köpft. Auf den anderen Plätzen hat Bremen gegen Bochum ausgeglichen und Stuttgart gegen Hannover auf 2:0 erhöht.

2. Halbzeit läuft – Hecking bringt überraschenderweise Mintal für Tavares und zeigt damit seiner Mannschaft taktisch den Weg nach vorne.

Halbzeit 0:0 – Nur eine richtige Großchance im Spiel und die hatte Hoffenheim. Doch Carlos Eduardo nagelt die Pille aus acht Metern in der 13. Minute an die Latte. Auf den anderen Plätzen liegt Stuttgart gegen Hannover mit 1:0 vorne, aber Bochum führt in Bremen und Freiburg im Heimspiel gegen Mainz.

Spiel läuft

Anstoß: Heute, Samstag, 20.03.2010, 15:30 Uhr

Aufstellungen:

Nürnberg: Schäfer – Diekmeier, Wolf, Maroh, Pinola – Ottl, Tavares – Risse, Gündogan, Frantz – Choupo-Moting

Hoffenheim: Hildebrand – Ibertsberger, Simunic, Compper, Eichner – Weis, Luiz Gustavo, Salihovic – Carlos Eduardo – Ibisevic, Maicosuel


Vorbericht:

Der Club also definitiv ohne den Top-Stürmer Bunjaku, der mit Adduktorenproblemen ausfällt. Für ihn wird wohl Choupo-Moting in die Mannschaft rücken, nachdem nach Boulevard-Berichten Hecking die Trainingsleistung von Charisteas kritisiert haben soll. Allerdings wäre so ein “Trainingseindruck” mit Vorsicht zu genießen. Einzeläußerungen von Trainern im Training darf man nicht zu hoch hängen. Dennoch dürfte Harry trotz Siegtreffer in Berlin erstmal wieder auf der Bank Platz nehmen.

Verfolgt man die Fan-Diskussion beschäftigt man sich eigentlich meistens mit der Bewertung des vergangenen Spieltags oder den (möglichen) Auswirkungen dieses oder jenen Ergebnisses auf die weitere Saisonentwicklung – komischerweise eher selten damit, wie denn ein Ergebnis erzielt werden können. Oder kurz: Wie kann man Hoffenheim eigentlich schlagen?

Es ist kein Geheimnis, dass Hoffenheim seit dieser Fabel-Hinserie 2008 nicht mehr in die Erfolgswelle zurückfand. Wohl ein Grund für einen kleinen Dauerkonflikt in Hoffenheim mit Rangnick (www), dem das aktuelle Personal wohl insgeheim nicht ausreicht für (seine) höhere Ziele. Als 7ter in der Hinrunde dieser Saison hatte man schon 5 Punkte Rückstand auf das internationale Geschäft, in der Rückrunde ist man aktuell gar 16ter und mit insgesamt 32 Punkten noch nicht einmal gänzlich aus dem Abstiegskampf heraus. Eine Niederlage gegen Nürnberg würde die Clubberer gar in eine Reichweite von nur noch 5 Punkten bringen.

Hoffenheim war bekannt als extrem offensivstark, aber hinten anfällig. Dazu griff man tief in die Tasche und holte einen Simunic aus der Hauptstadt nach Sinnsheim. Aber statt damit nun das Problem in den Griff zu bekommen hat man in dieser Saison auch noch ein Offensivproblem und erspielt sich zu wenig Chancen (www). An der Qualität der Einzelspieler besteht wohl kein Zweifel, ein Carlos Eduardo allein ist eigentlich eine Augenweide in der Bundesliga, dazu eben jener Simunic (lange eine Bank in Berlin), ein Ibisevic, der in der besagten Traumsaison bereits auf Gerd Müllers Spuren wandelte, oder einen Hildebrand im Tor. Sicher tun die Ausfälle von Ba und Obasi dem Team nicht gut, aber das Problem ist eher, dass die Mannschaft auch nach Zwischenhochs immer wieder den Faden und die Balance zwischen Defensive und Offensive verliert. Das geht ans Selbstvertrauen und man wird als Team instabil, anfällig für Fehler und Nervenschwäche. – Sechs Niederlagen in neun Rückrundenspielen, darunter in Bochum und Mainz, zeigen, dass es nicht nur die großen Teams sind, gegen die es nicht langt – aktuell sind auch Teams wie Gladbach (2:2) oder Hannover (ein knapper 2:1-Sieg) kein Selbstläufer.

Der Club wird also gut daran tun nicht wieder so einen verpennten Einstieg wie gegen Berlin abzuliefern. Denn ins Spiel kommen lassen sollte man Hoffenheim sicher nicht. Die Blockade ist eher eine Kopfsache und eine Frage der angesprochenen Teambalance, was durch Selbstvertrauen und kleinere Erfolgserlebnisse zu beheben ist. Genau die sollte der Club also nicht bieten und statt dessen versuchen aus einer stabilen Deckung auf die Fehler zu warten, die aktuell auch einem Simunic immer wieder unterlaufen. Dann könnten sich mit zunehmender Spieldauer die Chancen bieten, die man nutzen sollte. Dass Bunjaku ausfällt ist gerade in so einem Spiel bitter, den er hat aktuell dieses Selbstvertrauen auch einen Ball reinzumachen. Aber insgesamt darf der Club wieder hoffen, denn nicht nur die kleine Serie zuletzt und der Sprung auf den Nicht-Abstiegsplatz macht Mut, man meint auch das Glück wieder auf seiner Seite zu haben. Was die Hertha in Berlin in der 1. Halbzeit ausließ ist sicher auch Schäfer zu verdanken, war aber auch einfach das bisher so oft fehlende Quentchen Glück – wie auch der ausgebliebene Abseitspfiff in der Nachspielzeit beim Treffer von Charisteas. Auch wenn der tatsächlich nicht im aktiven Abseits stand, so haben solche komplizierten Passiv-Aktiv-Abseits-Situationen doch oft genug schon einen Pfiff ausgelöst, der dann als Randnotiz mal wieder zur “Wahren Tabelle” addiert wurde. Auch Schäfers Schupser gegen Cicero (22.) hätte wohl Elfmeter geben müssen, was rechnerisch ein Unentschieden ergeben hätte. So hat der Club nach langen Klagen über verpfiffene Punkte nun (man erinnere sich an Wolfs Sperren ohne Ball gegen Leverkusen) nur noch 2 Punkte zu wenig auf dem Konto der “Wahren Tabelle”.

65 Gedanken zu „27. Spieltag: FCN vs. Hoffenheim 0:0 Endstand

  • Ottl zieht in der 90.+1. Minute ab, das wär vom Timing her ideal gewesen…

    Mit dem 0:0 sind wir gut bedient, wieder ein Pünktchen. Bescheidene Zeiten, aber dennoch Grund zur Zufriedenheit zumindest mit Punktekonto und Tabellenplatz.

  • An manchen Tagen muss man auch mit einem Heimpunkt zufrieden sein – nicht mit dem Spiel (und gerade deshalb wiederum mit dem Punkt).
    Freiburg ist nicht abgeschrieben, zwei Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz sind quasi nichts und mit einem einzigen dumm laufenden Spieltag in einen Punkt Rückstand umgewandelt.
    Die Nummer bleibt spannend – nächste Woche in Bremen muss man jedoch wieder mit mehr Feuer ran und richtig gegenhalten.

  • Wenn ich an die eine Szene der Hoffenheimer anfangs denke, wo sie Pino auf der Torlinie anschießen und danach aus ein paar Metern an die Latte schießen.. ui ui ui
    Da war wieder der Schlendrian drin.
    Erste Halbzeit war schlecht, 2. war besser.
    Man hätte zwar noch gewinnen können, aber vor dem Tor waren wir zu harmlos.
    Insgesamt muß man mit dem Punkt gegen Hoffenheim zufrieden sein. Immerhin sind wir nun 5 Spiele ungeschlagen! Das gibt auch Motivation!

  • Mit den Punkt gegen Hoffenheim kann man zufrieden sein, mit dem Spiel nicht. Das war schon teilweise grausam was da der Club gespielt hat.

  • Nachdem Freiburg gepunktet hat, das bleibt einfach eine elendig, enge Kiste da hinten drin, vermutlich bis zu letzten Minute der Saison.

  • Super,dass wir wieder einen Punkt geholt haben,der am Ende ganz wichtig sein kann,wenn auch glücklich. 🙂

    Spielt der Club jedoch die nächsten Spieltage so weiter wie heute,dann sehe ich persönlich ganz ganz schwarz…..

  • ansich rein spielerisch war die Leistung in Berlin ja schon unterirdisch, nur die halt zu doof was draus zu machen.

  • Was schreibt der Kicker da? Ich meine schon das selbe Spiel gesehen zu haben, doch so nah am Sieg war die SAP Hoppenheim trotz klarem Plus an Chancen so zwingend auch nicht. Die Kraichgauer sind doch selber so sehr über ihren Lattentreffer erschrocken, dass ihnen danach nicht mehr viel besseres gegen den Club eingefallen ist. Das ist schon mehr als drollig und ein Punkt ist ein Punkt, der so glücklich gar nicht mal war. 🙂

  • Überzeugend war unser Spiel heute sicher nicht, aber wenn man gegen ein Team einen Punkt holt gegen das man vorher dreimal in Folge verloren hat, ist das zumindest schon mal ein kleiner Erfolg.
    Mit so einem laschen 0:0 wie heute, wäre ich nächste Woche gegen Bremen jedenfalls sehr zufrieden.
    Ich fürchte allerdings das da unsere kleine Serie, 5 Spiele in Folge nicht verloren, enden wird.
    Bis auf den Sieg der Freiburger heute, haben wenigstens unsere Konkurrenten auch nicht punkten können.

  • Für das Spiel gibt es bei uns den passenden Ausdruck:
    Bassd scho!
    Langsam haben wir auch das Glück, daß uns in der Hinrunde viel zu oft gefehlt hat. Über eine 0:2 hätten wir uns nicht wundern brauchen, aber SAPheim war ja wirklich kläglich vor unserem Tor. Nach Chancen und Spielverlauf haben wir einen Punkt gewonnen.
    Dieses Mal habe ich die Auswechslungen und den Spielsystemwechsel Heckings nicht verstanden.

  • Aha, da haben wir also schon die erste Abweichung von Alexanders Prognose: Freiburg holt drei Punkte statt nur einem und ist wieder dran.

    Was sagt eigentlich unser Steuermann zum Grottenkick und seinen göttlichen Vorhersagen?

    Ich sag: Bald gibts Ostereier!

  • Freiburg holt drei Punkte statt nur einem und ist wieder dran.

    Deswegen war das Unentschieden gegen Hoffenheim zu wenig. Auch wenn man froh sein muss, dass das Heimspiel nicht verloren wurde. Unsere Mannschaft hat es einfach nicht drauf, sich da unten abzusetzen…

  • ……und wie man sieht,sollte man die Hertha auch nicht zu früh abschreiben…..

  • Nach 26 Minuten führt die Hertha 3:0 in Wolfsburg. Ich hab es irgendwie geahnt, denn JETZT haben sie wirklich gar nichts mehr zu verlieren. Dieser Druck auf die Mannschaft von wegen “Aufholjagd” und was da noch alles proklamiert wurde, ist nun vollends weg. Da lässt es sich beim amtierenden Meister schon mal fröhlich einnetzen…

    Da sieht man, wie wichtig dieser Last-Minute-Auswärtssieg in Berlin noch gewesen sein könnte!!!

  • Das Remis gegen Hoffenheim war ein Punktgewinn! Gegen die ist sehr schwer zu spielen, da die Spieler technisch aller besser sind, als es ihr augenblicklicher Tabellenplatz aussagt.

    Was mich irritiert ist der Umstand, dass bei Bundesliga-Prognose plötzlich die Unschlagbarkeit des Club in Form von vielen Remisprognosen Einzug hält. Wir spielen nur noch unentschieden, außer gegen Bremen (2 : 1 Niederlage) und gegen Köln (1 : 0 Sieg). Damit wäre der Club dann am Ende auf Platz 15 und rettet sich erst am letzten Spieltag gegen Köln auf den Nichtabstiegsplatz!

    Da ist mir der Computer-Tip von Sportbild schon realistischer, der lag gestern nur knapp daneben (1 : 0 Club) und dort haben wir am Ende Platz 11 mit 39 Punkten (korrigiert wären das jetzt 37 Punkte und Platz 13!

  • ui ui Hertha gewinnt in Wolfsburg 1:5, wenn der FCN in Bremen leer ausgehen sollte, was ja durchaus passieren kann, und Hertha sein nächstes Heimspiel gewinnt, sind die auch wieder bei der Musik dabei.

  • Ja, @Juwe, andere wieder mit Musik dabei und wir müssen wieder bangen… Das ist die knallharte logische Konsequenz aus der Vorrunde! Jedes Fehlverhalten und jede falsche Einstellung in einem Spiel summiert sich über die Saison und wendet sich in der Endabrechnung gegen einen… Meine Rede seit Jahren.

    Ich hätte mir da eben in der Vorrunde eine andere Mannschaft gewünscht: eine, die bei jedem Rückstand fightet. Die sich beim Stand von 0:3 und zweimal 0:4 nicht zurücklehnt. Nicht eine, die glaubt, gegen den amtierenden Trainer spielen zu müssen (so liest man), anstatt um das Torverhältnis zu kämpfen. Eine, die sich bei jedem Spielstand um eine Ergebnisverbesserung bemüht.

    Jetzt muss der Club in den nächsten Spielen rausholen, was nur irgend geht. Das heißt: Am nächsten Wochenende schon mal bei Werder mit einem Unentschieden anfangen. Das sollte möglich sein, schließlich hätten wir in der Vorrunde gewinnen können, wenn wir hinten aufgepasst hätten und Hunt nicht zum Schuss dieses Sch…tor erzielt hätte.

    Ja mei.

  • Ja ja, das 0 : 0 ginge schon in Ordnung, wenn nicht dieses völlig überflüssige Aufbegehren der designierten Absteiger gewesen wäre…

  • Ja ja, das 0 : 0 ginge schon in Ordnung, wenn nicht dieses völlig überflüssige Aufbegehren der designierten Absteiger gewesen wäre…

    Meinst Du jetzt Freiburg oder die Hertha?

  • Momentan wird in Frankfurt (wenn ich richtig informiert bin) wegen der Bochumer “Feuerspiele”
    verhandelt. Das macht mir momentan mehr Sorgen.
    Weiß jemand schon was Näheres?

  • so die strafe ist raus
    laut kicker
    Das Urteil: Nürnberg darf für die Auswärtsspiele in Freiburg und Hamburg keine Stehplatzkarten verkaufen. Insgesamt beläuft sich die Geldstrafe auf rund 100.000 Euro.

  • Das Urteil: Nürnberg darf für die Auswärtsspiele in Freiburg und Hamburg keine Stehplatzkarten verkaufen. Insgesamt beläuft sich die Geldstrafe auf rund 100.000 Euro.

    Ganz schön saftig, aber immerhin kein Punktabzug. Die so wunderbar mit den Brandstiftern solidarischen Ultras können ja jetzt den Schaden im Rahmen einer Solidaraktion abzahlen, wenn sie so sehr auf ihren Ehrenkodex (be-)stehen.

    Interessant wird auch sein, wie sehr beim DFB mit zweierlei Maß gemessen wird: Köln steht noch wegen 5 (!) Vorfällen vor Gericht, wobei hier auch Vorfälle während der Spielzeit und Wurfattacken mit Bengalos auf gegnerische Spieler dabei sind. Das ist eigentlich noch schlimmer, denn die Club-Ultras haben ja eigentlich nur sich selbst abgefackelt, und das VOR Spielbeginn.

  • ich denke auch das wir mit dem urteil gut leben können
    auch wenn 100,000 schon viel ist wenn man net gerade im geld schwimmt

  • Ich weiß nicht, wie sehr der fehlende Support in Freiburg schmerzen wird, aber zur Beruhigung mag gelten, dass unser bestes Auswärtsspiel der Hinrunde mit einem Boykott der Ultras (wegen weiß der Geier was) stattfand, also ebenfalls ohne den regulären Support. Vielleicht ein gutes Omen!

  • Wobei mal wieder bezeichnend für den FCN ist, dass ausgerechnet bei ihm die übliche Praxis, die Heimmannschaft zu sanktionieren, aufgegeben wurde…

    Zur Urteils-Begründung führte Lorenz aus, dass es einen Trend hin zu Zuschauerausschreitungen der Gästefans gebe, das Sportgericht aber bislang stets mit Heimspielsanktionen reagiert habe. „Deshalb wollen wir mit der neuen Form der Sanktion das Übel an der Wurzel packen und gezielt den Auswärtsfan treffen. Der 1. FC Nürnberg hat sich sehr offensiv mit dem Problem auseinandergesetzt und sich beim Kartenkontingent für das Auswärtsspiel in Bremen bereits selbst beschränkt“, so Lorenz.
    http://bit.ly/98NEiE

  • @ Alexander: Hat aber eine gewisse Logik, oder nicht? Bei der Hertha, als die Heimfans den Platz stürmten, ist es dann wieder richtig, die Heimfans zu treffen.

    Was ich mich dabei frage, ist der Modus, mit dem der wirtschaftliche Schaden für den Gastgeber berechnet werden soll (der ja vom Club auszugleichen wäre). Man kann ja gerade in Hamburg nicht von einem ausverkauften Gästeblock ausgehen, oder?

  • Was ich mich dabei frage, ist der Modus, mit dem der wirtschaftliche Schaden für den Gastgeber berechnet werden soll (der ja vom Club auszugleichen wäre). Man kann ja gerade in Hamburg nicht von einem ausverkauften Gästeblock ausgehen, oder?

    Ich schätze mal, dass es da gar nichts zu kompensieren gibt. Der Block wird dann einfach nicht als Gästeblock ausgewiesen sondern wohl bestuhlt an alle Fans verkauft. Für Europapokalspiele ist die Ausstattung mit Sitzplätzen ja eh auch ein Muss.

  • ..außerdem werden dadurch vielleicht mehr teurere Sitzplätze verkauft. Wirtschaftlich hinkt das Modell ein wenig….

    Aber in der Sache völlig richtig und akzeptabel.

  • Der Block wird dann einfach nicht als Gästeblock ausgewiesen sondern wohl bestuhlt an alle Fans verkauft.

    Glaub ich nicht. Ich denke, der DFB will schon allein für den Symbolcharakter einen leeren Block. Steht nicht im Urteil, das gesamte Kontingent wäre zu erstatten? Vielleicht kann man da die Sitzplätze abziehen 😉

  • @Optimist
    Hach, Juristen und ihre Formulierungen, wie habe ich euch vermisst :mrgreen:

    Also in der DFB-Mitteilung steht: “So dürfen für beide Spiele an “Club”-Anhänger keine Stehplatztickets und nur personalisierte Sitzplatzkarten verkauft werden. Der FCN muss dem SC Freiburg und dem Hamburger SV Schadenersatz in Höhe des entsprechenden Stehplatzkontingents zahlen.” – Das kann man nun so oder so lesen. Ich würde lesen, dass es statt Stehplätze eben nur personalisierte Sitzplätze gibt (im besagten Block! sonst macht das ja fast keinen Sinn, ich weiß gar nicht ob man sonst Sitzplatzkarten für Auswärtsfahrten über den FCN kriegt) und wenn dann ein Defizit rauskommt (weil weniger Karten verkauft werden da Sitzplätze mehr Platz brauchen und vielleicht nicht alle verkauft werden können) muss dass der FCN im Zweifel erstatten.

    Also ich schätze: Bestuhlter Gästeblock mit personalisierten Plätzen – und bei Leerstand zahlt der FCN.

  • Hm, verstehe ich das richtig: Mit dem Urteil wird verhindert, daß viele Glubbfans beieinander und zusammen auf einem Gäste-Block stehen.
    Wurde gerade das aber nicht von der Polizei immer ursprünglich genau so gefordert?
    Jetzt sind als Folge dann größere Grüppchen Glubbfans mitten unter den Heimfans?

    Und das soll also sicherer sein?

    Oder bin ich nur zu doof, das Urteil zu verstehen? *KOPFKRATZ*

    Außerdem:
    Man hat doch, neben dem jetzt registrierten Einkauf von Eintrittskarten über die Glubbgeschäftsstelle auch die Möglichkeit, direkt beim Gastverein Karten zu kaufen. Und da muß man sich doch auch nicht registrieren lassen, außer halt das Bezahlzeugs. Ok, da erhält man natürlich keine 10 Karten auf einmal.

    Toll, ich fühle mich schon viel sicherer. Dabei habe ich mich sowieso noch nie unsicher im Stadion gefühlt. Bisher nirgends.

  • Der kicker interpretiert das wie Optimist:

    “Bei zwei Auswärtsspielen muss der Gästefanblock komplett leer bleiben. Für die beiden Partien beim SC Freiburg (31. Spieltag) und beim Hamburger SV (33. Spieltag) darf nur das zur Verfügung stehende Kontingent an Sitzplatztickets verkauft und die Karten müssen personalisiert werden. Das Stehplatzkontingent darf nicht verkauft werden und die Blöcke müssen leer bleiben.”

    http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/522687/artikel_Club_Zweimal-Teilausschluss.html

    Wäre mir da aber nicht so sicher, ob der kicker (der ja den Status der Unfehlbarkeit längst verloren hat) hier richtig interpretiert… 😉

  • Urteile die die Welt nicht braucht, bestraft werden damit doch nicht die Verursacher. Der DFB geht mir mit seinen merkwürdigen Szenarios aber schon lange auf den berühmten Sack. Ich würde Zwanziger gerne als Tourist in Südafrika sehen denn als Präsident. Unter Meyer Vorfelder, wenn auch als Don Promillo hat dieser DFB Laden wenigstens funktioniert hinsichtlich Nachvollziehbarkeit.

  • Alle Ultras jetzt abkassieren und dann herrscht wieder Ordnung. #

    By the way: Die Behandlungskosten für die 8 Verletzten müssen selbstverständlich auch den Brandstiftern auferlegt werden. Es ist nämlich nicht einzusehehn, dass die Allgemeinheit für die vom “Bengalo-Ultrapack” verursachten Brandverletzungen aufkommen soll.

  • Alle Ultras jetzt abkassieren und dann herrscht wieder Ordnung.

    Wie soll das gehen? Wie lässt sich eine Person als Mitglied der Ultras dingfest machen? Steht bei diesen Personen im Personalausweis unter der Rubrik “Religionszugehörigkeit” Ultra? So wie bei mir unter dieser Rubrik “römisch-katholisch” steht. Dafür werde ich “abkassiert”. “Ordnung” herrscht deswegen allerdings noch lange nicht…

    (Stelle gerade fest, dass in den neuen Personalweisen die Rubrik “Religionszugehörigkiet” fehlt. Es gibt allerdings eine Rubrik “Ordens- oder Künstlername”. Da sollte ich eigentlich “belschanov” – mit kleinem b! – eintragen lassen…)

  • By the way: Die Behandlungskosten für die 8 Verletzten müssen selbstverständlich auch den Brandstiftern auferlegt werden. Es ist nämlich nicht einzusehehn, dass die Allgemeinheit für die vom “Bengalo-Ultrapack” verursachten Brandverletzungen aufkommen soll.

    Das entspräche zwar der “Volksseele”, aber dann müsste man konsequenterweise auch allen Autounfallopfern, die zu schnell fuhren, Skifahrern, die sich ein Bein brechen, oder Hobby-Fußballern, denen das Kreuzband reißt, auch die Kosten auferlegen – denn es ist ja nicht einzusehen für die Allgemeinheit das durch das eingegangene Risiko des Einzelnen Kosten für alle entstehen. – Solche Ideen gibt es tatsächlich, aber ich denke es ist gut, dass sie sich noch nicht durchgesetzt haben…

  • Wie soll das gehen? Wie lässt sich eine Person als Mitglied der Ultras dingfest machen?

    Ich habe ja sogar ein gewisses Verständnis dafür, dass es eine “Ganovenehre” gibt und man seine eigenen Mitglieder – auch wenn sie kriminell wurden – nicht verpfeift. Allerdings muss man dann auch für seine Handlungen und politischen Entscheidungen einstehen. Dazu gehört für mich, dass die Ultras als die selbe Gemeinschaft, in der sie die Täter schützen (es steht für mich außer Frage, dass die Täter bei den Ultras bekannt sein müssen), auch die Folgen zu tragen haben. Eben den Schaden als Kollektiv ausgleichen. Wenn sie echte Fans wären, würden sie das freiwillig tun, in Form eines Solidarbeitrages o.ä.

    Da ich das nicht erwarte, wäre die Frage, wie man von Club-Seite kassieren kann. Eine Möglichkeit wäre, für die Dauerkarten im Ultra-Fanblock eine Nachzahlung zu erheben (geht das juristisch?). Das kann zweierlei Folgen haben, denn bei Geld hört die Solidarität auf: Entweder, jemand petzt um nicht zahlen zu müssen (Ziel erreicht), oder man sammelt eben das Geld bei der Solidargemeinschaft ein, die die Täter schützt – größtenteils zumindest, denn sicher trifft auch das einige Unbeteiligte.

    @ belschanov:

    Stelle gerade fest, dass in den neuen Personalweisen die Rubrik “Religionszugehörigkiet” fehlt.

    Nebenbei bemerkt ist das EU-weit: Das hat damals in Griechenland fast zu Volksaufständen geführt. “Wir verlieren unsere Religion und unsere Identität”.

  • @Alexander:

    Na ja, man kann aus Versehen – also unbeabsichtigt – einen Unfall verursachen, aber einen Brandsatz zündet man ja wohl nicht aus Versehen. Da steht ja wohl immer eine Absicht dahinter.

    In der NZ ist zu lesen: “Insgesamt dürfte den Aufsteiger das Fehlverhalten seiner Anhänger rund 100000 Euro kosten. Der Club hat das Urteil akzeptiert, will die Geldstrafe aber möglichst an die Übeltäter weiterreichen, sofern diese identifiziert werden können.”

    Ich halte das für richtig, denn die Brandstifter sind für das Übel, das sie angerichtet haben, voll verantwortlich.

  • Wenn die Brandverursacher identifiziert sind, werden sich die Versicherungen selbstverständlich ihr Geld dort versuchen wiederzuholen, da zögern die keine Sekunde.

  • @belschanov – Ich unterscheide da schon zwischen “Schaden” und “Behandlungskosten”. Entstandener Schaden (100.000) ist natürlich zu kompensieren und das Handeln auch rechtlich zu sanktionieren (Strafe), bei @Steuergott ging es aber um den Ersatz der Behandlungskosten (Arzt, Krankenhaus).

  • Ich will nur mal anmerken, wie sehr ich diesen Blog als Kommunikations- und Informationsmöglichkeit schätze. Endlich ist man nicht mehr allein!

  • 1. Ich bin nicht sicher obe es wirklich gerechtfertigt ist, die Geldstrafe von den Verursachern zurückzubekommen. Bei den Behandlungskosten, eventuellen Gerichtskosten, Buss- und Schmerzensgeldern sieht es anders aus, das sind direkte Folgen, und sollten den Schuldigen gerne aufgehalst werden. Wer in Menschenmenge mit dem Feuer spielt…
    Allerdings finde ich es zweifelhaft die 100000 Euro Geldstrafe zu verlangen. Diese sind ja nicht durch ein “echtes” gericht zustandegekommen, dass die Interessen des Volkes vertritt, sondern den DFB. Ich weiss nicht was das DFB Sportgericht eigentlich juristisch gesehen bedeutet, aber es kommt mir zweifelhaft vor dass der DFB über Strafen verfügen soll, die ja durchaus eine Existenz nachhaltig zerstören kann (100.000 Euro!). Der DFB ist ein Sportverein(-sverbund?)der mit seinen Massnahmen eher das Image des Fussball und damit verbundene Sponsorengelder im Sinn hat, als Recht und Gerechtigkeit. Mal ganz davon abgesehen dass den Gremien des DFB eine gewisse Undurchsichtigkeit anhängt, gelinde gesagt.

    2. Mir kommt die Strafe gegen den Club (nicht die Zündler, den Verein!) schon recht hart vor, und ich bin sehr gespannt wie es im Vergleich zu den anderen jüngsten Vorfällen aussieht. Man hat als Verein das Versäumnis, einmal Pyrotechnik zugelassen zu haben, was in der Liga jedes Jahr zehnmal passiert. Köln steht nicht wegen einem, sonder mehrfachen Vorfällen am Pranger, bei Hertha wurde das Spielfeld gestürmt von Stangen schwingenden Fans.
    Einfach nur auf die Verletzten zu verweisen, halte ich für leicht ungerecht.

  • @Alexander:

    Ich habe das,was du geschrieben hast, nicht genau genug gelesen. Deshalb ging mein Kommentar, an dem ich inhaltlich festhalte, am eigentlichen Thema vorbei. Ich bitte dies zu entschuldigen.

  • Also Köln (bei denen geht’s ja um 5 Vorfälle) meinte bereits dass sie das Cluburteil nicht anerkennen würden.
    Finde die Strafe auch viel zu hart!

  • Finde die Strafe auch viel zu hart

    In der Sache ist das OK, aber unterm Strich viel zu teuer im Vergleich zu dem, was man sonst so zahlt für Böller und Bengalos (da gabs ja auch schon nur 4-stellige Strafen)

  • Also Köln (bei denen geht’s ja um 5 Vorfälle) meinte bereits dass sie das Cluburteil nicht anerkennen würden.

    Köln hat einmal Totalausschluss (Sitz- und Stehplätze) beim Auswärtsspiel in Hoffenheim bekommen, dazu 30.000 Euro Strafe und Schadensersatz (Ausfall Kartenkontingent) an Hoffe. Das ist die gleiche Hausnummer, aber eigentlich ist das für 5 Zwischenfälle dann doch vergleichsweise milder, finde ich. Ich hätte lieber einen Ausschluß für den letzten Spieltag gesehen :mrgreen:

    Allerdings hat der Club ja keinen Totalausschluss bekommen, sondern darf die Sitzplätze vergeben. Hier kann man Bader durchaus gratulieren, da er es immerhin geschafft hat, dass nicht auch die gemäßigten Sitzplatzfans mit bestraft werden.

  • @Bunteskanzler

    Wenn ich Anwalt der zündelnden Ultras wäre, dann würde ich die Schadensersatzforderung des Club damit abwehren, dass ich behaupte, die 100.000 € hat der Club mehr oder weniger freiwillig gezahlt und damit (auch im Interesse der Zündler) seine Schadensminimierungspflicht verletzt.

    Als Schadensersatz geht juristisch nur das durch, was für den Club unabwendbar gewesen wäre. Geht man davon aus, dass dem Club statt der Zahlung ein Punktabzug gedroht hätte, so sind die 100.000 € Schaden gaaanz sicher ersatzfähig, da ein Punktabzug eine höheren Schaden (u.U. Millionenschaden im Abstiegsfall) produziert hätte.

    Aber ich möchte die Zündler nicht verteidigen, da würde ich vor jeder Sitzung Vorschusszahlungen anmahnen….aber Gott sei Dank bin ich auch Steuergott…..

  • was ich nicht versteheh herta und kölln bekommen eine mildere strafe
    kann mir da smal einer erklären?

  • @skaos

    Herr Bader hat sich wieder einmal über den Tisch ziehen lassen. Während das Urteil (zwei Auswärtsspiele ohne Stehplatzfans) gesprochen wurde, ist man seitens der Richterbank davon ausgegangen, der Club werde das nicht akzeptieren.

    Da der Club in Gestalt von Herrn Bader aber ein Depp ist, hat er es akzeptiert. Sollen die Richter jetzt sagen, wir ändern das Urteil, weil der Veruteilte zu blöde war, dagegen vorzugehen….Blödheit muß auch bestraft werden, auch wenn Blödheit als solche nicht strafbar ist. Es wird interessant, 0ob der club die 100.000 Euro von den Brandstiftern bekommt. Ich tippen nein, denn ein Schaden auf Blödheitsbasis muß nicht ersetzt werden…

    Dumm, dümmer, Bader…..Es war wieder einmal ein typisdcher Bader….und es geschieht dem Club gescheit recht, wer Bader hat, wird Pleiten ernten…und natürlich den Abstieg, denn Bader macht alle Fehler, die man machen kann (auch nach dem 17. Mai 2008 ist er der Fehlermeister geblieben! Der Abstand zwischen zwei Fettnäpfchen ist ein Bader….

  • Ach Steuergott, manchmal sollte man vielleicht nach 23:00 Uhr nicht posten!?

    Vielleicht war der Club als Wiederholungstäter angeklagt, dazu die deutlich stärkeren Auswirkungen der Ausschreitungen im Block, immerhin zwei Schwerverletzte, auch wenn diese wahrscheinlich die Täter selbst waren.

    Deine mutige Schlußfolgerung, die Richter hätten die Strafe gern wie im Basar ausgehandelt, also iderspruch des FCN, dann niedrigeres Strafmaß ist schon sehr lustig, ich kenne keinen Richterspruch, der absichtlich höher ausgefallen wäre um ihn dann nach verhandeln zu können. Was nicht heißt, dass manchmal tatsächlich ein Einspruch sinnvoll sein kann. Hier sehe ich das aber ganz und gar nicht.

    Im Gegenteil, durch die klare Haltung von Bader schon im Vorfeld der Verhandlung konnte vermieden werden, dass wir ähnlich wie Köln gar keine Fans hätten mitnehmen können.

    Und noch eine kleine Denksportaufgabe zum morgen, wenn Bader so schlecht ist, warum spielen wir dann jetzt erste Liga und stehen im Schlußspurt der Liga auf einem Nichtabstiegsplatz? Nur mal so gefragt.

    Natürlich macht auch Bader Fehler, schließlich ist er auch ein Mensch und außerdem ist Fußball halt auch nicht bis zum letzten Detail planbar. Es ist und bleibt ein Spiel, da gehört Glück dazu, da gehören Spieler dazu, die sich verletzten können, die eine Formkrise haben können oder es gibt schlicht menschliche Disharmonie in einer Mannschaft, das ist nicht alles vor Beginn einer Saison vorhersehbar.

    Ich denke nach wie vo Bader macht mehr richtig als falsch und bin deshalb froh so einen Manger zu haben. Die Alternative, einer wie D. Hoeneß oder M. Meier und dann nach wenigen Jahren Schulden die den Verein fast nicht mehr handlungsfähig machen? Für mich keine Alternative.

  • Ich finde es bisschen scheinheilig jetzt auf der Hertha herumzuhacken, die kämpfen halt ums Überleben – wir waren in vergleichbaren Situationen auch keine Mutter Theresa (ich denke da an den martialischen Zusammenbruch von Trainer Wolf in Aachen und unseren Protest weil die Mannschaft danach brutal verunsichert gewesen sein soll … die Argumentation kennt man dann ja: “Im Sinne des Vereins sind wir fast gezwungen alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen”)

    Das ist nicht schön, macht aber noch kein Feindbild. Warum Schäfer generell nicht einfach mal besonnener wird, auch wenn (soweit ich gesehen hab) die Aktion eher harmlos war, ist mir ein Rätsel. Er wandelt eindeutig in Lehmanns Spuren, der auch immer so ne Ecke provoziert, auch wenn man nicht alles ahnden kann…

  • Hallo Alexander
    Das scheinheilig kann ich so nicht stehen lassen. Wenn die Hartha gegen die Spielwertung Einspruch erhoben hätte könnte ich das irgendwo noch verstehen, nach dem Motto alle Mittel sind recht, aber den Torwart eines Konkurrenten nachträglich sperren lassen wollen, das hat für mich dann nichts mehr mit “Kampf mit harten Bandagen” zu tun.

    Natürlich geht es um sehr viel, ein Abstieg würde für Hertha den Kampf ums wirtschaftliche Überleben bedeuten, denen könnte es durchaus wie den Blauen aus München gehen. Für die zweite Liga ist das Stadion zu groß und zu teuer, dazu jetzt schon eine hohe Verschuldung und eine Mannschaft die nach dem Abstieg auseinanderfallen wird. Da können die Nerven schon mal blank liegen. Aber dann bei eigenem Verschulden, Stürmung des Feldes durch die eigenen Fans, zu schreien “haltet den Dieb und auf jemand anderen zu weißen, das ist doch sehr viel eher scheinheilig, als mein obiger Kommentar.

    Nein ich bleibe dabei, die Hertha ist und bleibt für mich ein unsympathischer Verein und das beweißt sich in so einer Situation mal wieder.

  • …den Torwart eines Konkurrenten nachträglich sperren lassen zu wollen, das hat für mich dann nichts mehr mit “Kampf mit harten Bandagen” zu tun.

    Genau so isses.

    Widerliches Verhalten ist sowas. Ungefähr so, wie wenn einer einen Klassenkameraden wegen einer Bagatelle beim Lehrer verpetzt, um sich einen Vorteil zu erschleichen.

  • Armin: Das scheinheilig kann ich so nicht stehen lassen. Wenn die Hartha gegen die Spielwertung Einspruch erhoben hätte könnte ich das irgendwo noch verstehen, nach dem Motto alle Mittel sind recht, aber den Torwart eines Konkurrenten nachträglich sperren lassen wollen, das hat für mich dann nichts mehr mit “Kampf mit harten Bandagen” zu tun.

    Das mit dem “scheinheilig” bezog sich auch weniger auf dich als auf den Verein, denn auch da klingen mir noch die Ohren mit besagter Erklärung “zum Wohle des Vereins müsse man ja … alle Mittel und Möglichkeite ausschöpfen…”. Ich frage mich auch: Hätte es der Club auch gemacht? Da ich das nicht eindeutig verneinen kann (auch, weil eben hypothetisch) bin ich etwas vorsichtig.

    Aber ich denke eines ist doch klar: Schäfer hätte es sein lassen sollen, die Fans hätten das sein lassen sollen (auch wenn ich keinen Zusammenhang sehe), die Hertha hätte es sein lassen sollen und der DFB soll es jetzt auch sein lassen. Dann hätte wenigstens einer was richtig gemacht.

  • An Armin,

    das Geschacher ist gang und gäabe. Zum Beispiel bei einer Betriebsprüfung zwischen Finanzamt und Steuerpflichtigen. Daher glaube ich schon, dass das Strafmaß niedriger gewesen wäre, wenn man es so wie Köln gemacht hätte. Immerhin hat Köln 5 Vorfälle zu vermelden gehabt und lieber ein Spiel ganz ohne Fans, als zwei ohne Stehplätze, denn in Hoffenheimt Ersatz für 2000 Tickets leisten ist billiger, als in Freiburg und Hamburg für 6000 Tickets…

    Naja, aber MaBa hat halt wieder gebadert…

  • @Steuergott

    Natürlich gibt es bei außergerichtlichen Einigungen auch ein “Geben und Nehmen”, insbesondere in Fällen bei denen der Sachverhalt schwer nachweisbar ist, bzw. eine Beweisführung sehr aufwendig und damit langwierig ist. Wirtschaftsstrafsachen sind da besonders häufig anzutreffen.

    Aber etwas anderes ist ein Verfahren vor einem DFB-Sportgericht bei eindeutiger Sachlage. Ich kenne keinen einzigen Fall in dem eine Berufung eine Strafmilderung gebracht hätte, siehe auch die rote Karte gegen Schäfer in der Vorrunde.

    Übrigens Köln hat die Strafe auch sofort angenommen und nicht “geschachert”, dass die Strafen unterschiedlich ausgefallen sind hat auch mit der unterschiedlichen Auswirkung zu tun. Eben beim Club 8 Verletzte, davon 2 schwer.

    Es hat also nichts mit schlechter Führung zu tun, wenn Bader und die Vereinsführung die Starfe so akzeptiert hat.

  • Armin: dass die Strafen unterschiedlich ausgefallen sind hat auch mit der unterschiedlichen Auswirkung zu tun. Eben beim Club 8 Verletzte, davon 2 schwer.

    Die Strafe ist durchaus vergleichbar: Hier 2 x Teilausschluss, da 1 x Vollausschluss. Trotzdem halte ich die zu bewertenden Aktionen der Kölner für schwerwiegender: Die Clubfans haben sich selbst abgefackelt, was ja trotz der Verletzten eigentlich als Unglücksfall im Rahmen einer an sich friedlichen, weil im Block belassenen und einzelnen Aktion zu bewerten wäre.

    Die Kölner hingegen waren wegen 5 Vergehen angeklagt, darunter auch Angriffe auf gegnerische Spieler durch werfen von Gegenständen und sogar Bengalos (Toni Kroos wurde bei der Ausführung eines Eckballs mit einer Bengalokerze beworfen – und zum Glück nicht getroffen).

    So gesehen find ich das Strafmaß gegen Köln schon vergleichsweise Milde. Die Auswirkungen sind für mich nicht maßgebend, sondern die Aktion und Intention.

    Andererseits: Wenn ich bei Rot über die Ampel fahre, wird die Strafe ja auch anders bemessen, wenn ich einen Unfall verursache….

Kommentare sind geschlossen.