Der Kader-Check von Clubfans United

Die Gerüchte um Gündogan verstummen langsam und Hoffenheim sucht nun weiter händeringend, aber vorerst eben nicht mehr in der Nürnberger Mine, nach „dem“ Rohdiamanten. Aber so ganz traut man dem Frieden noch nicht, schließlich stehen auch bei anderen Vereinen noch große Transfers bevor (Wolfsburg, Schalke, Bremen?) und solche Transfers lösen oft einen Dominoeffekt aus. Charisteas dagegen weilt zwischenzeitlich bei den Amateuren, die Offerten aus England erwiesen sich wohl als Sommermärchen und ob das aktuelle Gerücht, Lazio Rom habe da so eine Idee mit Harry, ernst zu nehmen ist, wird von vielen bezweifelt. Pinola blieb, Diekmeier ging – der Kader also vorerst mal abgeschlossen, es sei denn (siehe oben) es passiert doch noch was.

Zeit mal einen Blick auf den Kader zu werfen – hoffentlich nicht ganz so fehlerhaft wie manche Medien mit den „Bundesliga-Checks“. Dabei ist gar nichts gegen solche Prognosen einzuwenden, das gehört einfach dazu in eine Saisonvorbereitung und ein Sommerloch, aber die Recherche-Fehler, die dabei zu lesen waren, ließen einen bisweilen die Haare sträuben. Da wurde ein Tavares schon mal zum quasi entrissenen Heilsbringer deklariert, ungeachtet dessen, dass er zuletzt faktisch aussortiert war, man eine Kaufoption nicht nutzte und auch der alte Verein zwischenzeitlich keinen Bedarf mehr am Rückkehrer signalisierte. Aber auch in Foren und Fan-Magazinen anderer Vereine wird ein Charisteas noch als wertvolles Backup gelistet, ein Nilsson zum Diekmeier-Ersatz gemacht oder Neuzugänge gänzlich unterschlagen.

Wagen wir also auch einen Versuch, auch mit dem Wissen, dass man es auch alles anders sehen kann und auch nicht unfehlbar ist. Korrekturen sind also willkommen, andere Meinungen auch.

Trainer
Dieter Hecking – Er ersetzte Michael Oenning in der letzten Winterpause und musste sich die Zuneigung der Fans erst erwerben, was ihm durch eine klare Linie und unprätentiöse Auftritte gelungen ist. Manchem fehlt die emotionale Ansprache, aber in diversen Interviews ist der Mensch Hecking in Franken angekommen. Seine Trainer-Leistung unterstrich er mit dem (nicht einfachen) Klassenerhalt, wozu auch das richtige Händchen für Neuzugänge in der Winterpause gehörten, auch wenn sie bisweilen nur geliehen zu haben waren. Der Erfolg gibt einem Recht, jetzt gilt es zu bestätigen. Man traut ihm das zu – wenn die Mannschaft mitspielt.
Der weitere Trainerstab ist im Gegensatz zu Oenning nicht mehr so im Fokus. Bei MO war die Rolle Hermanns weit höher beachtet und Hermanns Weggang wurde fast schon zum diskutierten Medienereignis in Top-Transfer-Ebene. Hecking dagegen steht klar als Leitwolf im Vordergrund. Seine Erfahrung als Spieler und Trainer lassen ihn die klare Chefrolle neben dem Platz einnehmen. Torwart Schäfer über Hecking: „ein verbissener Arbeiter“, der „den spielerischen Aspekt in den Vordergrund stellt“ und für ihn zu einem „Vergleich mit Hans Meyer berechtigt“.

Tor
Raphael Schäfer ist die uneingeschränkte Nummer 1 beim Club und besetzt die Position in der gemeinhin als Torhüter-Land bekannten Bundesliga auch noch überdurchschnittlich. Nur seine bisweilen überzogen emotionalen Reaktionen muss er mit seinen Nerven in den Griff bekommen, dann ist der FCN hier bestens aufgestellt. Sollte doch eine Sperre oder Verletzung dazukommen, steht mit Stephan ein Talent bereit, der sich zwar schon beweisen durfte, aber in einer äußerst unglücklichen Phase. Zur Not wurde aber noch Klewer reaktiviert, der ad hoc eingreifen kann. Der junge Batz wurde dagegen vorerst noch für gewogen und zu leicht befunden, zudem erlitt er dann noch eine Verletzung.

Abwehr
Vier Freunde müssen es nicht sein, aber eine Kette bilden schon. Dafür geht links an Pinola kein Weg vorbei, der zur Erleichterung in Franken seinen Vertrag doch verlängerte. Die Linksverteidigerposition ist in der Liga klassisch der Schwachpunkt einer Mannschaft, der Club ist hier sehr gut aufgestellt und hat mit Bieler ein solides Backup mit Entwicklungspotenzial.
Die Innenverteidigung machte letztes Jahr Sorgen, da Wolf nicht in Tritt kam nach der Verletzung und Maroh noch zu unerfahren, um die Verteidigung zu organisieren. Notlösungen wie mit dem Talent Nordtveit konnten die Lücke nicht schließen und erst als Breno mit seiner Physis und überdurchschnittlichen Veranlagung als Leihgabe kam, wurde der Deckungsverbund stabiler. Nach dessen Verletzung begann es wieder zu wackeln, aber man rettete sich am Ende ins Ziel. Dass dies dieses Jahr besser werden soll, dafür soll Per Nilsson sorgen. Ein zuletzt ins zweite Glied bei Hoffenheim gerutschter solider Innenverteidiger mit hohem Führungspotenzial. Ihm wird mit zunehmender Spielpraxis eine leitende Rolle zugetraut und gilt bei Hecking als gesetzt. Wolf und Maroh ringen um den zweiten Posten. Als weiteres Backup stehen Wollscheid zur Verfügung, Hecking testete aber auch mit Brown Forbes bereits weitere Lösungen.
Den zum HSV gewechselten Diekmeier soll Judt ersetzen, was man lange nicht mal als Idee wahrhaben wollte, nach der Vorbereitung aber durchaus nachvollziehen kann. Judt hat sich stabilisiert, interpretiert die Rolle aber naturgemäß defensiver als der forsche Dennis. Als Fußball-Fan wird man Diekmeier vermissen, sein Talent, seine Dynamik, taktisch wird Judt aber vielleicht mehr Probleme beseitigen als neue auftun. Er macht das Loch rechts hinten dicht – ein Loch, das viele Gegner gerne und dankbar zur Kenntnis nahmen. Diekmeier hätte lernen müssen, nach hinten zu arbeiten – Judt muss noch mehr nach vorne lernen. Im Abstiegskampf scheint letzteres die solidere Lösung. Als Backup hätte man zunächst an Brown Forbes gedacht, doch ist der in der Tat noch etwas jung. Hecking probierte da bereits Lösungen mit Sauter aus oder auch Wolf – mit mäßigem Erfolg. Aber die Rechtsverteidigerposition ist sicher einfacher zu besetzen als das Pendant auf der anderen Seite.

Mittelfeld
Die große Baustelle war die Schaltzentrale. Nach Abgängen von Ottl, Tavares, Mnari, Broich und Nordtveit war rein nominell hier der größte Substanzverlust – auch weil Perchtold die Hoffnungen in ihn nicht erfüllen konnte bisher, dazu kam der Weggang Kluges im Winter. Tatsächlich schmerzte aber wohl nur Ottls Nein zu einer dauerhaften Anstellung beim FCN (neben Kluges Wechsel). Mindestens zwei Mann wurden gebraucht, um die Position da zu besetzen: Talent und Erfahrung – so sollte der Mix sein. Geholt wurde mit Timmy Simons (33) geballte Erfahrung aus Eindhoven, wo man Simons nach wie vor verehrt, auch wenn er zuletzt jüngeren Spielern weichen musste in der Stammelf. Dazu kamen mit Cohen und Hegeler (Leihe) zwei Talente. Hegeler konnte bereits in Augsburg Erfahrungen sammeln in Liga 2, Cohen ist die „Wundertüte“ aus Israel, deutete aber bereits an, dass er seinem Spitznamen „Gattuso Israels“ gerecht werden will durch Lauffreude und Biss. Ob es für die Bundesliga reicht, muss man sehen.
Auf den Außenpositionen tummeln sich trotz Weggangs von Risse und Gygax reichlich Spieler, vor allem weil im Hecking-System auch ein Bunjaku und Eigler, wie ein Frantz und Vidosic mehr dort zu finden sein werden. Dazu kam das Talent Robbie Mak aus Manchester, aber er braucht noch Zeit.
Für die Mittelfeld-Zentrale bzw. auch offensiver hinter den Spitzen stehen dann Gündogan, Ekici und Mintal zur Verfügung, wobei Gündogan wohl auch defensiver eingesetzt wird, dazu bei Taktik mehr.

Sturm
Als zentraler Stürmer bestand nach Weggang von Choupo-Moting und der „Verbannung“ von Charisteas in die 2. Mannschaft Handlungsbedarf. Mit Okotie und Schieber (Leihe) wurde Talent geholt, das sich erst noch beweisen muss, was bei Okotie noch auf sich warten lässt nach seiner langen schweren Verletzung. Dahinter könnte ein Boakye noch einmal seine Chance wittern, man würde ihm bei einen Angebot bis 31.8. aber sicher auch keine Steine in den Weg legen.

Taktik
Hecking wird mit einem 4-2-3-1 spielen lassen, da muss man kein Prophet sein. Die Absicherung der zentralen Defensive ist im modernen Fußball oberstes Gebot, die Außen sollen den Gegner aushebeln und ein Stoßstürmer für Unruhe, Räume und auch Tore sorgen. Den Außenverteidigern ist dabei auch eine offensive Aufgabe zu Teil, sie müssen nach vorne stoßen um für Überraschungsmomente zu sorgen, den beiden „6ern“ obliegt die Spielerföffnung, aber auch bisweilen der Innenverteidigung. Die Taktik ist an sich weder ausgesprochen offensiv, noch defensiv, denn die Ausrichtung ergibt sich aus der individuell personellen Besetzung.

Stammelf
Wer sich die Formation im letzten Testspiel gegen den MSV Duisburg (3:0) zu Gemüte führt, wird sicher nicht so falsch liegen, wenn es um die voraussichtliche „Erste Elf“ zu Saisonbeginn geht.
Schäfer (46. Klewer) – Judt (46. Brown Forbes), Nilsson (46. Maroh), Wolf (66. Wollscheid), Pinola (46. Bieler) – Simons (46. Hegeler), Gündogan (71. Cohen) – Bunjaku, Mintal (46. Ekici), Frantz (71. Mak) – Boakye (61. Vidosic)
Mit Ausnahme der zentralen Stürmerposition könnte man hier genau die Stammformation und ihr jeweiliges Backup nach Auswechslung gesehen haben. Als Stürmer dürfte noch Schieber (der im Testspiel wohl wegen der Berufung zur U21 geschont wurde) auf Position 1 wechseln, Boakye auf 2 und Vidosic eher den variablen Joker von Rechtsverteidiger bis Sturm. Wolf sollte noch die Nase vor Maroh haben, auch wenn der vielleicht sportlich etwas besser drauf sein könnte – aber Hierarchien wirft man auch nicht ohne weiteres über Bord ohne dem Stammpersonal in persona Wolf noch einmal eine Chance unter Wettkampfbedingungen zu geben. Gündogan und Simons sollen wohl die Mischung aus Talent und Erfahrung machen, Gündogan dabei eindeutig offensiver ausgerichtet, Simons ordnender.
Im Dreiermittelfeld bekommt Mintal auch noch einmal seine große (letzte?) Chance und er deutet an, dass er sie nutzen will. Mit Ekici drängt ein großes Talent von hinten, einfach wird es für das Phantom nicht. Ekici deutete an, dass er nicht nur Standards treten kann, sondern auch enorm torgefährlich ist – wenn das denn auch in der Bundesliga so einfach wird… Dass hier ein Okotie und Sauter oder Mak nicht auftauchen, ist nicht verwunderlich. Okotie braucht mindestens noch Wochen bis Monate, um heranzukommen, dann wird er Schieber herausfordern können. Sauter und Mak müssen erst noch an die Mannschaft geführt werden.

Die Aussichten
Egal wo man schreibt, was man schreibt, man wird immer dem Generalverdacht ausgesetzt die Mannschaft zu gut oder zu schlecht zu reden. Im Zusammenhang mit der Kritik an der Stern.de-Prognose hieß es vereinzelt, man verkenne die Wahrheit, wenn man dem nicht zustimme. Das einzige, was man aber daran verkennen konnte waren die zugrundegelegten Behauptungen. Auch beim Diekmeier-Wechsel war jedes Wort auf der Goldwaage zwischen „mach den Jungen nicht zu schlecht“ und „so gut war er auch nicht“. Das Maß muss daran gemessen werden, wo wir sind: Ein Aufsteiger im zweiten Jahr, beides, Aufstieg und Nicht-Abstieg, in der Relegation gesichert, und damit quasi mit dem Ersatzreifen, und finanziell nicht auf Rosen gebettet. Diekmeier z.B. war und bleibt eines der größten Abwehrtalente Deutschlands. Aber er war für den FCN sportlich letztes Jahr auch mal „Fluch“ mal „Segen“. Er riß Löcher in die Abwehr des Gegners – aber leider auch der eigenen. Es ist toll, wenn ein Verein wie der FCN solche Spieler in Reihen hat, aber gefährlich, wenn er auf sie angewiesen ist (sportlich). Und wenn er einen ordentlichen Transfererlös über ihn erzielt (über die Höhe kann man dann in der Tat noch „streiten“), ist dies ein leider notwendiger Schritt zur finanziellen Konsolidierung. Risiken der Talent-Spekulation in Millionenhöhe kann sich ein FCN nicht leisten, er muss „Kasse machen“, wenn die Aktie hoch genug ist und weitere Höhenflüge den potenteren Spekulanten überlassen.

Wohin geht es also? Dazu müsste man nun dezidiert die Gegner betrachten, das aber sollte man sein lassen, wenn man keine Ahnung hat – schon schwierig genug, sich vom eigenen Verein ein Bild zu machen. Der Kader selbst erscheint nun ausgewogener gegenüber dem letzten Saisonstart, der Trainer erfahrener, einige Spieler weiter in der Entwicklung. Die Defensive scheint auf dem Papier stabiler, mit Nilsson auch in der Substanz breiter und führungsstärker. Formschwächen und Ausfälle sind zumindest so etwas abzufedern. Nur auf der Rechtsverteidigerposition scheint ein Fragezeichen und etwas Sorge, wenn Judt die Form nicht halten kann oder sich verletzt.

Das große Fragezeichen ist die Offensive. Letztes Jahr erzielte der FCN schlicht zu wenig Tore und die Vorbereitung versprach nicht unbedingt eine Lösung des Problems. Die Hoffnungen ruhen hier auf das Potenzial, das irgendwo schlummert – in einem Gündogan, den alle als ein Riesentalent sehen, einem Schieber und einem Frantz. Ein Okotie könnte nach Genesung noch einen späten Neuzugang bilden, dazu hofft man inständig, dass ein Bunjaku seine Form wiederfindet wie auch ein Mintal.

Viele Fragezeichen also für die neue Saison. Im Idealfall könnte der Club tatsächlich „explodieren“ und eine positive Überraschung darstellen, im Worst Case aber droht ein Chaos a la Hinrunde letzte Saison und dringenden Nachjustierungsbedarf im Winter. Allerdings scheint die auch zugewonnene Erfahrung in der Defensive die Hoffnung zu erlauben, dass ein totaler Zusammenbruch der Strukturen nicht erfolgt. Auch sind konstante Höhenflüge gerade mit jungen Spielern nicht zu erwarten. Ob Mintal bspw. wieder in Form kommt, ist dagegen mit Ekici als Backup vielleicht gar nicht so entscheidend, Bunjaku traut man eine gute Form wieder zu und auch ein Eigler kann da noch wertvoll werden.

Die Mannschaft dürfte also in der Breite besser aufgestellt sein, hat klarere Strukturen und mit Hecking einen erfahrenen Mann am Ruder. Dazu kommt die hinzugewonnene Liga-Erfahrung bei Spielern wie Bunjaku, Frantz oder auch Gündogan und Maroh. Es sollte also in der Tat möglich sein, dieses Jahr mehr Spiele ausgeglichen zu gestalten und auch knappe Führungen zu verteidigen. Panik, wie bisweilen auch bei klaren Führungen, sollte nicht mehr aufkommen und ein taktisches Auseinanderfallen nach Rückständen nicht mehr (so oft) erfolgen. Dies spricht alles für eine bessere Punktausbeute und da man im Koffer mehr „Hoffnungen“ als „Bangen“ mit in die Saison nimmt (letztes Jahr musste man schon nach dem knappen Aufstieg auf nahezu allen Fronten auf eine Leistungssteigerung hoffen, dieses Jahr nur auf einigen), dürfte es dieses Jahr reichen, auch wenn der Dunstkreis des Abstiegskampfes nie wirklich aus der Nase gehen wird. Dennoch ist ein Platz 13 bis 15 realistisch und möglich.

18 Gedanken zu „Der Kader-Check von Clubfans United

  • ja, genau so isses 😉

    außer: „im Worst Case aber droht ein Chaos a la Rückrunde letzte Saison und dringenden Nachjustierungsbedarf im Winter.“ Da meintest Du wohl Hinrunde….

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    • Alexander | Clubfans United: Der weitere Trainerstab ist im Gegensatz zu Oenning nicht mehr so im Fokus. Bei MO war die Rolle Hermanns weit höher beachtet und Hermanns Weggang wurde fast schon zum diskutierten Medienereignis in Top-Transfer-Ebene. Hecking dagegen steht klar als Leitwolf im Vordergrund. Seine Erfahrung als Spieler und Trainer lassen ihn die klare Chefrolle neben dem Platz einnehmen.

      Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass auch die Spieler Heckings Kompetenz höher einschätzen als die Oennings. Ich glaube Wolf wars, ich zitiere aus der Erinnerung: „Es ist gut (wichtig?), wenn ein Trainer selbst schon einmal auf höchstem Niveau gespielt hat. Er kann Situationen besser einschätzen und wertvolle Hilfen geben, weil er viele Situationen aus eigener Erfahrung kennt“.

      Das klingt nach indirekter Kritik an MOe, dem offensichtlich am Ende einfach keine Lösungen mehr eingefallen sind. Es scheint zu stimmen, dass Herrmann eine mehr als entscheidende Rolle im Trainerteam gespielt hat und einfach nicht gleichwertig ersetzt werden konnte. MOe ohne Herrmann war dann einfach noch zu unerfahren. Da aber nun Hecking sein eigener Herrmann ist, scheint das Problem behoben, DH wird von der Mannschaft absolut respektiert (was wohl bei MOe am Ende nicht mehr der Fall war).

      Vielleicht ist das sogar eine wichtigere Verstärkung im Team als individuelle Spieler. Auch deshalb sehe ich uns diese Saison deutlich stärker aufgestellt.

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      • Das gilt für mich auch für den Bereich des sportlichen Managers 🙂 Wenn es zwei sportlich erfahrene Fürhungskräfte gäbe, die selbst auf höchstem Niveau gespielt haben, wie bei Schaaf/Allofs nur ein Beispiel, glaube ich, wären solche Fehler wie im Jahr nach dem Pokalsieg 2008 oder wie unter MOe im 1. Bundesligajahr blauäugig mit dem selben Kader weiterzumachen, besser reguliert worden und evtl. so nicht passiert im direkten Austausch. Es fehlt einfach diese sportliche Kompetenz auf dem ganz hohen Niveau, beim FCN in der Breite des Führungsriege. Für mich liegt diese nur bei Hecking vor.

        Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass auch die Spieler Heckings Kompetenz höher einschätzen als die Oennings. Ich glaube Wolf wars, ich zitiere aus der Erinnerung: “Es ist gut (wichtig?), wenn ein Trainer selbst schon einmal auf höchstem Niveau gespielt hat. Er kann Situationen besser einschätzen und wertvolle Hilfen geben, weil er viele Situationen aus eigener Erfahrung kennt”. Das klingt nach indirekter Kritik an MOe, dem offensichtlich am Ende einfach keine Lösungen mehr eingefallen sind. Es scheint zu stimmen, dass Herrmann eine mehr als entscheidende Rolle im Trainerteam gespielt hat und einfach nicht gleichwertig ersetzt werden konnte. MOe ohne Herrmann war dann einfach noch zu unerfahren. Da aber nun Hecking sein eigener Herrmann ist, scheint das Problem behoben, DH wird von der Mannschaft absolut respektiert (was wohl bei MOe am Ende nicht mehr der Fall war). Vielleicht ist das sogar eine wichtigere Verstärkung im Team als individuelle Spieler. Auch deshalb sehe ich uns diese Saison deutlich stärker aufgestellt.

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        • Juwe: Es fehlt einfach diese sportliche Kompetenz auf dem ganz hohen Niveau, beim FCN in der Breite des Führungsriege. Für mich liegt diese nur bei Hecking vor.

          Auch da wurde ja durch die Verpflichtung von Möckel gegengesteuert. Ich bin sicher, dass sein Wort bei Bader ein hohes Gewicht hat und Bader hat ja auch immer wieder betont, dass Neuzugänge niemals von einem allein entschieden werden. Auch in diesem Bereich sind wir somit besser aufgestellt als letztes Jahr, sage ich.

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  • Ich habe auch nichts an dem Artikel zu kritisieren.
    Aber mich würde mal interessieren, wer bei der Abstimmung für „Greift oben an!“ gestimmt hat. Nicht dass ich etwas dagegen hätte, aber man muss schon ein sehr großer Optimist sein. Optimist?

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    • Claus: wer bei der Abstimmung für “Greift oben an!” gestimmt hat. Nicht dass ich etwas dagegen hätte, aber man muss schon ein sehr großer Optimist sein. Optimist?

      Nee nee, in diesem Fall bin ich ganz Realist. Ich will nicht hoffen, dass mein Allerweltstipp „Wird schwierig, aber es reicht dann doch“ am Ende zu optimistisch war 😉

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  • Bravo Alexander, von deinem Kader-Check können sich die Zeitungsfuzzies mal ne Scheibe abschneiden.
    Natürlich gibts hier und da noch ein paar Fragezeichen, aber wenn wir alles zu 100% vorher wüßten, wäre es ja auch langweilig. 😉

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  • ich habe „greift oben an“ getippt. Ganz einfach weil es so sein wird.

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  • Ich will mal die 11Freunde zitieren: Der „Schreiber“ aus dem grandiosen Portal der clubfans-united !

    Sehr treffend bis ins Detail.

    Beim Marek hab ich meine Zweifel. Meine Favoriten für den neuen Aufsteiger im Team sind der Mak (weiss nicht warum ?) und/oder der Ekici.

    Und der Oko .. kommt schneller als alle glauben und macht das Siegtor gegen Freiburg.

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  • @Qwertz: Wie gesagt, prinzipiell hätte ich nichts dagegen, aber im Sinne der Nachhaltigkeit ginge das wieder zu schnell. Ich könnte mir z. B. auch vorstellen, dass Gündogan und Ekici das Traumduo im Mittelfeld werden. Aber was würde dann nächstes Jahr passieren? Die Bayern holen Ekici sowieso zurück und kaufen Gündogan gleich mit dazu. Nur mal so als Beispiel.

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  • Sind das in der Umfrage nicht ein wenig viele, sich dazu noch überschneidende bzw. ähnliche Auswahlmöglichkeiten?

    Weniger wäre hier mehr gewesen.

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    • Haben schon alle ihre Unterschiede, aber wäre sicher auch mit weniger gegangen. Man macht halt und nicht immer ist alles wohl überlegt und ausbalanciert.

      Aber soll am Ende doch auch nicht im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit ausgewertet werden – kamen halt so in den Sinn.

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  • Auch von mir ein Lob an Alexander, ein schöner Saisonausblick und guter Artikel zum Kader. Natürlich kann man immer beim einen oder anderen Spieler anderer Meinung sein, mache Spieler sind sicher zuzeit auch noch gar nicht wirklich einschätzbar. Wie kommt Okotie sportlich zurück nach der sehr langen Verletzung? Schafft Hegeler den Sprung von Liga 2 zu Liga 1? Ist Sauter schon mehr als ein Talent? Schafft Cohen den Sprung von israels Liga in die Bundesliga?

    Sicher werden nicht alle neuen Spieler das bringen, was sich Fans, aber auch sportliche Leitung erhoffen. Aber das geht den meisten Vereinen so, die nicht wirklich Spieler von internationalem Format verpflichten können. Aber selbst wenn die Bayern 35 MIO in die Hand nehmen und Gomez verpflichten, kann das am Ende ein Mißverständnis werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Gomez im Winter an Stuttgart zurückgeliehen wird.

    Hier meine kleine Einschätzung:
    Im Tor sind wir sicher überdurchschittlich besetzt, sicher Schäfer ist nicht Weltklasse, aber er gehört zu den besseren Torhütern der Liga und nachdem er seine mentalen Aussetzer von letzter Saison im Kickerinterview selbst angesprochen hat, traue ich ihm zu, dass er sich besser im Griff haben wird. Ob unser 2. Mann Stefan das Zeug zum BuLi-Torwart hat wird man sehen, letztes Jahr hatte er sicher auch Pech, dass ihn die Mannschaft bei seinen Einsätzen im Stich gelassen hat. Immerhin im Fall der Fälle steht Klewer noch auf Abruf.

    Abwehr:
    Für mich steht die Abwehr besser da als letztes Jahr, ich traue Judt einen weiteren Schritt nach vorn zu und defensiv ist er einfach verläßlicher als Dekmeier, was gerade für eine Mannschaft hinten drin von Vorteil ist. In der Mitte ist Konkurrenzkampf da, Maroh, Wolf und Nilsson dürften nicht weit auseinander sein. Also auch wenn einer ausfällt ist nicht gleich landunter. Links ist Pinola an guten Tagen einer der besten Verteidiger der Liga und an normalen Tagen immer noch besser als die meisten. Und mit Bieler haben wir einen Backup, der Pinola auch mal drei, vier Spiele ohne großen Substanzverlust vertreten kann. Das passt im Rahmen unserer Möglichkeiten schon sehr gut.

    Das Mittelfeld:
    Da wird es spannend, da stellen sich für mich 2 wichtige Fragen. Kann Simons mit 33 noch die Qualität bringen, die auf der „6“ nötig ist und können Gündogan und/oder Ekici endlich die nötige Kreativität nach vorn bringen, dass die Stürmer mehr Chancen bekommen. Das war doch das große Manko der letzten Saison, die Quote unserer Stürmer ist gar nicht so schlecht im Vergleich zu den anderen Stürmern der Mannschaften im hinteren Drittel der Liga, aber wir kreieren viel zu wenig Chancen, sowohl aus dem Spiel als auch nach Standards, und das Mittelfeld entwickelt auch selbst zu wenig Torgefahr. Wenn sich das in der neuen Saison nicht deutlich bessert, dann wird es wieder ganz schwer in der Liga zu bleiben.

    Der Sturm:
    Nun klar ist, wir haben keine internationale Klasse vorne, aber ich denke auch im Vergleich mit den direkten Gegenern stehen wir so schlecht nicht da. Wäre natürlich gut, wenn Charisteas noch transferiert werden könnte, dann gäbe es vielleicht auch wieder ein klein wenig Spielraum für neue Spieler.

    Die Taktik:
    Hecking setzt wohl auf das heute allgemein bevorzugte 4-2-3-1, wobei ich noch nicht ganz sicher bin ob das für Bunjaku wirklich so gut ist. Ich meine er war als zweite echte Spitze besser als auf Außen in der offensiven 3er-Reihe.

    Wobei mit Gündogan auf der Doppelsechs könnte Bunjaku auch etwas weiter vorn neben dem Stoßstürmer Schieber und den Außen Frantz und z.B. Eigler eingesetzt werden. Ich denke Hecking wird da auch je nach Gegener variieren.

    Meine Einschätzung:
    Ich denke der Knackpunkt wird schon das zweite Spiel, sollten wir gegen Freiburg gewinnen könnte sich die Mannschaft auf einer kleinen Erfolgswelle von den untersten Plätzen absetzen, damit wäre nicht gleich wieder Streß und Abstiegskampf angesagt. Sollte allerdings der Start mit den drei schweren Auswärtspartien in die Hose gehen, wird es ganz, ganz hart. Trotzdem denke ich, das wir mindestens zwei Mannschaften hinter uns lassen werden und sollten wir wieder in die Relegation müssen, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir diese wieder erfolgreich beenden. Insofern bin ich sicher, dass wir auch dieses Jahr drin bleiben.

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  • Natürlich wird gern das Argument gezogen, auch der Trainer und/oder der Manager sollten schon auf höchster Ebene gespielt haben. Es gibt aber immer auch genug Gegenbeispiele. Doll war ein toller Spieler, der auch internationale Erfahrung hatte, als Trainer hat er aber auch irgendwann nicht mehr weiter gewußt. Matthäus war vielleicht der letzte deutsche Weltklassespieler, als Trainer überzeugt er bisher nicht. Und ein Dieter Hoeneß hat mich trotz seiner Erfolge als Spieler bisher nicht als Manager überzeugt, dabei hat der sicher das beste Beispiel und wahrscheinlich auch einen guten Berater, seinen Bruder.

    Übrigens Wolf hat bisher auch nicht auf höchstem sportlichen Niveau gespielt, vielleicht hätte er sich letzte Saison etwas mehr darauf konzentrieren sollen selbst wieder höchsten sportlichen Ansprüchen zu genügen, als dass er sich da Gedanken zum sportlichen Werdegang seines Trainers macht!?

    Übrigens der aktuell erfolgreichste Trainer, Jose Mourinho war auch nie ein erfolgreicher Spieler. Lattek in Deutschland war es auch nicht, Tuchel in Mainz war es nicht, Klopp, na ja immerhin ordentlicher Zweitligaspieler.

    Also man kann das immer so und so sehen, ich habe eher ein Problem wenn Spieler sich solche Sachen als Ausreden suchen für die eigene nicht gebrachte Leistung.

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  • Ich bin nicht gegen MB, sehe ihn hervorragend als Moderator und kaufmännischen Sportmanager, aber ich finde es gehört eben mehr sportliche Kompetenz in diesen Entscheidungszirkel. Vielleicht bringt uns Möckel hier tatsächlich weiter. Wenn ich richtig informiert bin, besitzt er als Scout schon recht gute Referenzen aus Hoffenheim, die für ihr Nachwuchsgeschäft ja bekannt sind.

    Meine Idealbesetzung dafür wäre Michael Oenning gewesen für den Nachwuchsbereich!, aber zurückschauen hilft hier eben nicht weiter.

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  • Der Bundesliga – Teamcheck von Eurosport bei Yahoo Sport ist genauso lächerlich wie der vom Stern.
    Unter Schwächen steht da:
    „Die Franken haben ordentlich an Erfahrung verloren: Jaouhar Mnari, Thomas Broich, Daniel Gygax,“
    Naja eine gewisse Erfahrung mögen die drei ja schon gehabt haben, nur haben Broich und Gygax jedenfalls uns damit nicht viel helfen können.
    Bei Mnari frage ich mich gerade wie viele Spiele er letzte Saison überhaupt bei uns gemacht hat.
    „Die VFB-Leihgabe Julian Schieber und der Österreicher Rubin Rafael Okotie sind Wundertüten.“
    Ich dachte es wären Fussballspieler, naja muß ich mich wohl geirrt haben. 🙂

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  • Es sind einfach zu viele „Unbekannte“ in der Gleichung als Neueinkäufe.
    Wer weiss, ob uns ein Schieber, Okotie, Sauter, Mak, Cohen usw. überhaupt schon helfen können kommende Saison. Einschätzen kann man höchstens Simons, weil er die Referenzen und die notwendige Erfahrung hat.

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