„Stets bemüht“ – Au revoir, Harry, bye-bye!

Das Kapitel Angelos Charisteas ist beendet. Heureka!

Les deux joueurs Grecs, Champions d’Europe des Nations en 2004, ont passé avec succès la visite médicale à la clinique Rhône-Durance à Avignon. Ils seront présentés au cours d’une conférence de presse qui aura lieu aujourd’hui à 16h30 au sein des bureaux de l’association AC Arles-Avignon à Arles. Angelos Charisteas (30 ans) est l’auteur du but qui a éliminé la France en quarts de finale puis qui a donné le titre à la Grèce sur un corner botté par… Angelos Basinas (34 ans). On va découvrir les deux hommes sous le maillot acéiste, ils devraient être qualifiés pour jouer à Toulouse samedi et l’on espère qu’ils seront aussi performant que sous le maillot Grec.
Quelle: Le site officiel de l’association L’Athlétic Club Arles – Avignon

Das Ende eines „langen Missverständnisses“, werden viele sagen, aber in Wirklichkeit ist es ein Ende einer langen Leidenszeit auf allen Seiten. Charisteas, den alle nur „Harry“ nannten (wohl wegen „Harristeas“), war einer der Transferentscheidungen von Hans Meyer, die man eigentlich nie verstand, aber in allen drei Jahren seit Harrys Verpflichtung (aus Sympathie zu Meyer) immer mal wieder verstehen wollte – leider vergebens.

Als der FCN im Sommer 2007 auf einer damals fast sensationellen Welle des Erfolgs schwamm, musste man Personalentscheidungen treffen – eine davon im Sturm, denn Schroth wollte zu 1860 und war auch körperlich nicht mehr in der Lage mit der Bundesliga mitzuhalten, die Jahre des Einsatzes hatten ihren Tribut gefordert. Da Meyer auf einen Stoßstürmer im 4-3-3 setzte – eine schon da ziemlich moderne Spielauffassung, wie man heute sieht – musste Ersatz her und sicher wäre man in Nürnberg auf viele Namen gekommen, auf Charisteas nicht. Ohne die gesamten Transferdiskussionen zu wiederholen: Warum Meyer ausgerechnet den personifizierten „Mr. Chancentod“ wollte, wird er nur selbst beantworten können, warum man für ihn auch noch die für Nürnberg Verhältnisse schwindelerregende Transfersumme von (angeblich) 2,5 Mio. auf den Tisch legte und warum man Charisteas dann auch noch einen 4 Jahresvertrag mit einem Gehalt von (hier schwanken die in Medien kolportierten Angaben stark) 1,4 bis 1,8 Mio. ausstattete.

Charisteas war in einer antiquierten Nationalmannschaft Griechenlands von Rehakles gesetzt und wurde mit seinem „Anti-Fußball“ auch noch Europameister – was eine unbestritten seltsame, da skurrile Sache war, sportlich aber sicher keine wirklich erfreuliche (außerhalb Griechenlands). Es waren überhaupt die Blütejahre von Charisteas: Europameister, Double-Gewinner mit Bremen, Double-Gewinner mit Ajax. Charisteas mit Titeln hochdekoriert – aber warum genau, konnte man nicht so genau sagen. Harry war nie wirklich mittendrin, aber immer dabei. Trotz seiner Tore war der EM-Titel eigentlich Otto Rehagel zu verdanken, der es schaffte das Spiel der anderen zu zerstören und vorne reichten da irgendwelche Treffer, irgendwie erzielt. Und bei den Vereinsmannschaften war er mehr Mitläufer und Joker, aber kein Leistungsträger, keiner, der das Gesicht einer Mannschaft prägte.

Dies soll alles kein despektierlicher Nachruf zu Charisteas werden, es muss nur einfach auch mal gesagt sein. In Nürnberg schlug man damals die Hände über den Kopf zusammen, als er kam, und nur der Glaube an Meyer und seinem Sachverstand wollte einem suggerieren, dass doch alles gut würde. Es wurde es nicht. Bei weitem nicht. Sicher war Harry in der ersten Saisonhälfte nicht allein Schuld am Niedergang des Clubs, der dann zum Abstieg führte, aber er war sicher auch kein Hoffnungsträger. Kurz vor der Winterpause dann einmal ein Moment, wo man glaubte, es kann doch noch was werden, aber da hatte wohl auch Meyer schon den Glauben verloren und war in Gedanken schon bei Koller, da half auch eine Palastrevolte von Misimovic nichts, Charisteas musste ins zweite Glied.

Die schlechte Hinrunde kostete Kult-Trainer Meyer den Job – für viele viel zu früh, aber das ist schon Schnee von gestern. Geblieben ist natürlich Harry, der aber auch unter Von Heesen nicht überzeugen konnte. Nach dem Abstieg ging Koller, Harry blieb, weil Bader die Option zog, wohl in Hoffnung, einen Transfererlös zu erzielen – vielleicht eine der größten Fehlentscheidungen als Sportdirektor. Schon die Vorbereitung offenbarte, was alle irgendwie längst wussten: Das wird nix. Und es wurde nix. Auch nicht in Liga 2 und Von Heesen warf halb freiwillig, halb geschubbst, sein Amt hin. Oenning trat aus seinem Schatten. Und auch unter „MO“ bekam Harry seine Chance, allein was sollte sich auch ändern. Der Wiederaufstieg fand nach einer katastrophalen Hinrunde ohne Charisteas statt, der war an Leverkusen verliehen, „abgeschoben“ würden böse Zungen sagen. Leverkusen hatte gerade bedarf nach einem Joker, große Wirkung entfaltete Harry (wie erwartet) nicht. Natürlich kam Harry zurück.

Da war Harry also wieder da, aber keiner wollte ihn mehr sehen. Pfiffe hatte Harry bereits genug erhalten, noch vor seiner Zeit in Leverkusen, auch um entsprechende Signale zu geben – von den eigenen Fans wohlgemerkt, bei Einwechslung, bei Aufruf des Namens bei der Saisonvorstellung.

Harry glaubte an sich, wollte sich durchsetzen. Also was sollte man tun? Vielleicht noch eine Chance geben?! Dachte sich auch mancher Fan und die Initiative „Gebt Harry eine Chance“ wurde gestartet. Vielleicht braucht es ja nur Vertrauen- viel Vertrauen und ein bisschen Liebe, dann wird auch Harry noch mal was. Neuer Anlauf, neues Glück? Mitnichten. Auch MO kam im Aufstiegsjahr zunächst an der „Option“ Charisteas nicht vorbei, aber bald war Harry auch wieder nur „immer eine Option“, aber sicher keine verlässliche Größe, geschweige denn einer, an dem sich die Mitspieler hätten aufrichten können. MO musste gehen und mit ihm schon wieder ein Trainer, während Harry blieb.

Hecking kam und auch der wollte es probieren, mit einem wie Harry. Einer mit seiner Vita (siehe oben) müsse doch einfach eine Bereicherung sein. Es wurde nichts. Auch unter Hecking ging Harry unter, konnte das Vertrauen nicht rechtfertigen. Wurde erst gesetzt, dann wieder nur „eine Option“ und schließlich und endlich ausgemustert, aussortiert. Zuletzt bei den Amateuren. Am Ende sagte Hecking klar: Nein. Keine weiteren Chancen mehr.

Glaubt man den Medienberichten, so hat der FCN auf eine Transfersumme gänzlich verzichtet und es könnte sogar sein, dass der FCN noch bis Vertragsende ein Teil des Gehalts übernimmt. Wirtschaftlich so oder so ein Totalschaden, muss man klar sagen, aber kaum einer wird Bader wenigstens für diese Entscheidung kritisieren, für diese nicht… Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.

Manager Martin Bader ist zuversichtlich, dass „mein komplexester Transfer“ in Kürze abgewickelt wird. Lediglich bei der Laufzeit gibt es noch Klärungsbedarf. Während Charisteas auf einen Zweijahresvertrag pocht, bieten die Franzosen ein Jahr plus Option. In jedem Fall müsste der Club einen kleinen Teil der Bezüge von Charisteas übernehmen. Auf eine Ablöse war spätestens nach der verkorksten WM nicht mehr zu hoffen.
Quelle: nordbayern.de

Dass es für Charisteas und dem FCN so weit kommen musste, hat mehrere Gründe. Gründe dafür, dass der FCN viel Geld verlor, sich im Rahmen des „teuersten Transfers der Vereinsgeschichte“ so viel Hohn und Spott einholen musste, und sich – was am schlimmsten sein wird – finanziell so lange die Hände band, wofür man bitterlich bluten musste. Und Gründe dafür, dass Charisteas seinen Status als Nationalspieler verlor, jetzt bei einem Aufsteiger in der französischen Provinz kicken muss und nicht zuletzt viel (sportlichen) Respekt in der ganzen Fußballwelt verlor. Die Gründe sind der Vertrag, dem man ihn gab, die sportliche Fehleinschätzung bei der Verpflichtung, und Harrys Sesshaftigkeit in Nürnberg – denn als noch gewisse Optionen bestanden (wie einst das Interesse von Fulham), wollte Harry nicht gehen – so jedenfalls wurde übermittelt -, weil es ihm (auch mit seinem bestehenden Vertrag) einfach so gut gefiel.

Im Zeugnis wird stehen: Stets bemüht. Und das ist eigentlich das tragisch-komische. Charisteas, so wird unisono berichtet, hat sich nie etwas zu Schulden kommen lassen. Immer im Training bei der Sache, kein schlechtes Wort in der Presse, keine Respektlosigkeit, kein mieses Verhältnis zu den Fans, auch wenn die ihm so manchen Anlass gegeben haben. Das einzige, was man ihm vorwerfen wird, ist auf sein Recht (Vertrag) bestanden zu haben und einfach nicht so erfolgreich gekickt zu haben, wie man das sich von ihm erhoffte. Aber kann man beides wirklich vorwerfen? Es lag ja nicht am Wollen, dass er nicht ins Tor traf, und am Einsatz mangelte es vielleicht in einer Handvoll Spiele, aber die hat einfach jeder mal mit drin. Harry war eben immer stets bemüht. Dass er viel Geld verdiente und davon nix verschenken mag, selbst als man quasi aussortiert war, mag man als mangelnden sportlichen Ehrgeiz sehen – aber vorwerfen? Nicht wirklich.

Auch wenn dies alles negativ klingen mag – Charisteas geht bei allen halbwegs objektiven Fans menschlich mit viel Sympathie und den besten Wünschen weg. Man würde Charisteas bei seinem neuen Verein Erfolg wünschen und das ist bei anderen Spielern wirklich anders. Es bleibt einfach eine Erinnerung über einen der größten Transfers der Vereinsgeschichte, der zum größten Flop wurde. Eine Geschichte voller Lethargie und mit Verlierern auf beiden Seiten. Das passiert auch anderen Vereinen, wie Bremen und Carlos Alberto (finanziell im Übrigen noch viel desaströser), aber kein Verein zelebriert das dann wohl so ausgiebig über 3 Jahre wie der FCN – ok, Schalke vielleicht noch mit Albert Streit. Vielleicht verstehen sich Schalker und Nürnberger ja deswegen so besonders.

Es wird Zeit, dass der 1. FC Nürnberg bald neue Transfergeschichten schreibt – positive Geschichten. Damit dieser Transfer schon bald aus den Köpfen verschwindet. Heute beschäftigen wir uns noch einmal damit, danach klappen wir dieses Kapitel zu. Endlich.

33 Gedanken zu „„Stets bemüht“ – Au revoir, Harry, bye-bye!

  • Ja, die sogenannten Fehltransfers. Die gibt es immer wieder. So arg hat es halt den Club nie vorher erwischt. Aber selbst die selbsternannten Obervorbilder aus Norditalien können da einiges vorweisen (aktuell: Sosa, Timoschtschuk, Braafheid, vorher Roque Santa Cruz). Dortmunds 51Mio-Megatransfer Amoroso, der wohl auch mit zur Pleite führte, anfangs viele Tore schoß und dann mit Trainer Sammer kollidierte und nie mehr richtig eingesetzt wurde, könnte man auch dazu zählen.
    Aber schon seltsam, die Umstände, daß Harry sich zwar nie was zuschulden kommen gelassen hat, aber sich trotzdem bei einer großen Anzahl von Trainer nicht durchgesetzt hat. Naja, 50k/Monat fürs locker mittrainieren ist natürlich schon nicht schlecht. Vermutlich bekommt man für denselben Betrag im Monat mind. 10 junge Spieler… oder kann dafür Erfolgsprämien etwas höher ausfallen lassen. Vielleicht läuft der Eine oder Andere dann etwas schneller!
    Farewell Harry!
    (Ein Lästerpunkt für Fans anderer Vereine gegenüber uns weniger)

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    • Alexander | Clubfans United: Und das Witzigste ist: Durch seinen Abgang fallen wir in der Marktwert-Tabelle hinter Lautern auf Platz 16!http://www.transfermark…ite/wettbewerb_L1.htmlWie hieß das noch? Ironie des Schicksals?

      Ja, in der Tat! Aber beim Wert von Harry müßte bei transfernmarkt.de vor dem Namen eigentlich ein Minus stehen, womit der Glubb nach dem Weggang von Chatastropolous eigentlich an Marktwert gewonnen hätte, weil er weg ist!

      Ich weiß das gab es noch nicht in dieser Kalkulation, aber Harry hat wirklich die Minus verdient. 🙂

      Hier ein Zitat aus dem transfermarkt.de-Forum aus 2007:
      „Grüsse eines Bayern-Fans an euch.
      Da habt ihr einen guten Spieler geholt. =)“

      Kommentar überflüssig.

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    • Alexander | Clubfans United: Und das Witzigste ist: Durch seinen Abgang fallen wir in der Marktwert-Tabelle hinter Lautern auf Platz 16!

      Schon passiert:

      1.FC Kaiserslautern 29 25.0 36.250.000 € 1.250.000 €
      1.FC Nürnberg 27 24.7 35.700.000 € 1.322.222 €

      Aber im Durchschnitt ist der Club noch teurer.

      Zu Hans Meyer: Dem Hansi hatten wir auch Blazek zu verdanken. Solide Verstärkung ganz vorne und ganz hinten, das war u. A. der Grundstein des Abstieges.
      Zu Martin Bader: Diekmeier hat innerhalb von 1,5 Jahren 2 Mio. Gewinn (neben ansprechender Leistung) eingebracht. Nicht so schlecht, oder?

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  • Man müsste die Marktwerttabelle mit einem Einsatzfaktor multiplizieren. Dann schlägt das „tote Kapital“ heftig ist Gewicht – und bei uns ab jetzt ein bisschen weniger….

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  • @ Woschdsubbn: Allerdings hat es keines dieser Vorbilder geschafft, dass der „größte Transfer der Vereinsgeschichte“ ein sogenannter „Fehltransfer“ wurde :mrgreen:

    Wenigstens trifft es uns hier „nur“ in Dimensionen, die für die anderen eher unter die Rubrik „falsch frankiert“ aus der Portokasse fallen.

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  • Sehr schöner Artikel, es trifft sich auch zu, dass Hans Meyer Charisteas wollte, aber mir gefällt in der Darstellung nicht, dass es in dem Artikel ein „One-Man Decision“ gewesen sein soll. 1 Mann im Verein wollte ihn und alle nickten dazu ab ohne eine eigene Meinung zu haben?

    Es ist nicht ganz fair Hans Meyer völlig alleine dafür verantwortlich zu machen und nur ihn in dem Zusammenhang zu erwähnen! Wenn es so gewesen wäre, hätten wir damals gar keinen Sportdirektor gebraucht, weil Beschäftigungsverträge können auch irgendwelche Anwälte erstellen. Man kann Leute nicht zum alleinigen Sündenbock stempeln nur weil sie mittlerweile nicht mehr in der Verantwortung stehen, weil sie eben für ihr Tun damals auch Verantwortung übernommen haben und in dem Fall Hans Meyer auch mußten.

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    • Juwe: Man kann Leute nicht zum alleinigen Sündenbock stempeln nur weil sie mittlerweile nicht mehr in der Verantwortung stehen, weil sie eben für ihr Tun damals auch Verantwortung übernommen haben und in dem Fall Hans Meyer auch mußten.

      Meyer zum Sündenbock? Den Gärtner zum Bock? Niemals! 🙂

      Meyer genießt genug Lorbeeren, um dieses eine Blatt Wermut in seiner Vita zu verkraften. Wenn ich mich Recht erinnere, war Meyer damals nahezu sakrosankt und Bader durfte die Wünsche Meyers auf Machbarkeit prüfen und dann durchführen. Dahinter stand schon Michel und hätte den braven Martin damals sonst Beine gemacht, wenn der Hans das gewollt hätte.

      Bader hat seitdem seine Position entscheidend verändert, auch weil Roth nicht mehr da ist, auch weil mittlerweile er die Trainer auch faktisch einstellt, sie also ihm auch Rechenschaft abzulegen haben.

      Ich weiß ja, Juwe, dass so ein Artikel ohne Vorwürfe in Richtung Bader quasi undenkbar für einige ist, aber Bader hat für mich sein Fett nach dem Abstieg abbekommen, als er die „Chance“ nicht nutzte, Charisteas ziehen zu lassen. Aber hätte er das gemacht (und damit faktisch in einem Jahr 2,5 Mio. verbrannt), hätte ich das Geschrei „gern“ gehört. Dass so gar keiner damals anbiß (selbst bei Koller klappte das ja noch, wie Vittek und Saenko), und Harry dann seinen Vertrag fast komplett „treu“ erfüllt, hätte er wohl nicht gedacht…

      Hintergrund: Soweit mir bekannt, hatten in der Abstiegssaison alle Spieler Verträge, die einseitig vom FCN auch für die 2. Liga verlängert werden konnten. Die Krux: Zu gleichen Konditionen…

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  • @ Juwe: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Sportdirektor „unter“ Hans Meyer sehr viel zu sagen hat – auch wenn er nominell dessen Chef ist 😉

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    • Vermutlich hatte er doch was zu sagen, immerhin hat der ihn am Ende auch entlassen. 🙂 Vielleicht hätte Martin Bader mal vorher sein Fachwissen bei den Transfers mit einbringen sollen…

      Optimist: @ Juwe: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Sportdirektor “unter” Hans Meyer sehr viel zu sagen hat – auch wenn er nominell dessen Chef ist

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  • Ich glaube an den Weihnachtsmann. Ohne Mist. Denn wir alle haben ihn in der Saison 06/07 bzw. in Berlin gesehen. Insofern auch von mir keine Kritik an Herrn Meyer. Wohl wissend, dass auch er nicht frei war von Fehlern. Trotzdem hat Hans Meyer viele, viele Wunden, die über Jahre offen waren, verarztet. Dafür ein nimmermüdes Dankeschön, Dr. Meyer.

    Auch an Martin Bader, der Hans Meyer für den Club gewinnen konnte. Natürlich kann man Bader die Verantwortung für Folgefehler nicht nehmen. Aber ich hoffe und glaube, dass Bader hinzugelernt hat, was das Stemmen von Verantwortung anbelangt. Mehr kann ein Manager in so wenigen Jahren wohl kaum lernen. Es wäre ein Unding, einen Manager auszubilden und ihn dann irgendwann vom Hof zu jagen. Insofern hoffe ich, dass die Lehrgeld-Phase für MB abgeschlossen ist.

    Harry ist wohl endlich weg. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Club Überschüsse lieber in strukturelle Dinge investieren sollte. Es gibt wirklich keinerlei Garantie, dass ein namhafter Spieler funktioniert, wenn man ihn teuer kauft und mit Millionen pudert. „Ausbilderverein“ klingt für mich keineswegs negativ, sondern kann zum Prädikat werden. Der Club ist auf einem guten Weg. Muss aber simultan den Klassenerhalt schaffen.

    Und irgendwann ist vielleicht mal ein bisschen Geld da, um mal einen größeren Transfer hebeln zu können. Wobei wir jetzt schon wieder beim Weihnachtsmann wären 😉

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  • Alles Gute in der neuen Fremde, Harry.
    Du hast es immer wieder versucht und doch hatte man von Anfang an und immer wieder erst das Gefühl und schließlich die Gewissheit: Das wird nichts. Ja, man wollte Dir manchmal sogar helfen, so ratlos, verzweifelt trotz aller Bemühungen und Anstrengungen sahst Du aus…
    Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du in Frankreich zum Karriere-Ende hin gerade noch mal die Kurve bekommst und Deine Verletzlichkeit und Dein Hadern keine Rolle mehr spielen.

    Und uns Fans wünsche ich, dass wir uns eingestehen können: Auch ein Denkmal wie Hans Meyer kann mal irren. Ich kann mich noch gut an ein Interview mit Hans Meyer erinnern, es mag so im November 2007 gewesen sein, da hat er den Journalisten (auf die sinngemäße Frage: War Harry ein Fehleinkauf?) angeblafft (und zwar gar nicht ironisch-galant wie gewohnt) er werde schon sehen am Ende der Saison, Harry habe dann auf jeden Fall mehr als zehn Tore…
    Nein. Die Causa Harry war schlicht eine Fehleinschätzung und die passiert. Nicht so clever war die Vertragslaufzeit.
    Aber mal ehrlich. Unterm Strich. Hans Meyer bleibt für immer in Erinnerung, ein Denkmal, unantastbar.
    Und Harry? Ja. Der war auch mal da…
    …bis heute.

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  • Jetzt hat Harry wieder einen Verein gefunden, der ihm ca. 42 Kilo Euro im Monat zahlt! Damit ist Harry immer noch überbezahlt, aber das ist nicht mehr unser Problem!

    Hoffentlich ist ein Umtausch ausgeschlossen, sonst stellen uns die „Froschmaenner“ den Harry in 14 Tagen nach dem Mediamarkt-Gesetz („Wir sind nicht bloed“) wieder vor die Tuere!

    Bader hat alleine im Zusammenhang mit dem „hellenischen“ Froschgesicht fuenf Fehler gemacht, nämlich:

    1. 2.5 Mio € fuer den Ladenhueter von Bremen und Rotterdam gezahlt!

    2. Viejahresvertrag

    3. 150.000 € im Monat!

    4. Ziehen der Option nach dem Abstieg im Jahr 2008!

    5. Abfindung wegen Vertragsaufloesung anstatt ihn in die Altherrenmannschaft zu mobben……

    Ohne den Pleitegriechen haetten wir jetzt keine 6.5 Mio Verbindlichkeiten!

    Es bleibt dabei! Bader ist der personifizierte Garant der Erfolglosigkeit beim Club…….Der hätte – wie Stotter-Ede – auch die Hypo-Alpe Adria unbesehen und völlig ueberteuert gekauft: Es bleibt dabei: Bader raus!!!

    Und Harry ist auch nicht wie seine hellenischen Eurobetruegerkumpels, denn sonst hätte er den Vertrag beim Club ausgesessen, denn in einem Jahr verschenken ihn auch die „Froschmaenner“!!!!

    Harry gibt es dann im Bundle, mit einem IPhone 5 und einer 16.000 DSL-Flatrate von T-mobile…..

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  • Jo, Judge, pointiert noch mal die Kritik zusammengefasst – ich bin froh, dass wir das Thema auch nun hinter uns haben, auch wenn ich die Einschätzung in Sachen Bader nun mal nicht teile.

    Wer sich übrigens auf FCN.de als offiziellen Nachrichtengeber verlässt, hätte lange warten können. Bis aktuell steht noch nix beim Club auf der Website und Harry ist dort weiter mit dem guten Georg Friedel auf der neuen Autogrammkarte abgelichtet. Aber keine Sorge, es ist schon wahr, Harry ist wirklich weg: http://bit.ly/c11Q0a

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  • Der Charisteas Wechsel ein interessanter Dreieckstausch.

    Die Franzosen bekommen etwas billig, war aufgrund hochdekorierter Titel (davon hat sich ja offensichtlich auch der FCN blenden lassen) normalerweise teuer sein müßte.

    Der FCN hingegen ist etwas los, was teuer war, aber nie etwas gebracht hat.

    Harry, der teuer ist, darf erstmal weiter Fußball spielen…bis auch die Franzosen erkannt haben, dass er nichts bringt. Der nächste Sportdirektor der dort wegen ihm ins Wanken wanken geraten wird 🙂

    Allen ist somit erstmal geholfen und weil Charisteas so eine schwere Zeit bei den Franken hatte, wirft man dem guten Mann sicherlich noch einen schönen Obolus hinterher, da ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand mit gültigem Vertrag freiwillig von 150 000 per Monat auf 42 000 zurückfährt. Niemand würde das vermutlich tun.

    Charisteas ist wie ein totes Pferd, das man reitet, aber zum Glück nicht mehr unseres.

    So sei es

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  • So so, nach französischen Angaben hat Harry doch 2 Jahre bekommen. Was mir nicht mehr bewusst war, ist, dass Harry bei der EM 2006 auch die Franzosen aus dem Turnier gekegelt hatte. Vielleicht glaubt man deshalb, dass er was bringen könnte 😉

    Ich sehe dagegen letztlich das etwas böse Wortspiel eines griechischen Freundes bestätigt: Er nennt ihn „Achristeas“ (von achristos = nutzlos) :mrgreen:

    Ich bin mal gespannt, ob jetzt transfermäßig noch irgendwas passiert….

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    • Optimist: So so, nach französischen Angaben hat Harry doch 2 Jahre bekommen.

      Das klingt ja eher wie eine Strafe. 😉

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    • Optimist: Ich bin mal gespannt, ob jetzt transfermäßig noch irgendwas passiert….

      Mir ist nicht ganz wohl dabei, wenn ich an unseren Sturm denke.

      Wen haben wir denn als „richtigen“ Stürmer (=Mittelstürmer/neudeutsch: „Stoßstürmer“)?

      Schieber und Boakye
      Und das soll (erstmal für die Vorrunde) reichen?

      Bunjaku, Mintal, Eigler und Vidosic sind in meinen Augen doch eher „hängende“ Spitzen und gehen selten „dorthin, wo es weh tut“ (um mal die geläufigen Phrasen zu verwenden).

      Und was, wenn Boakye und/oder Vidosic auch noch gehen? Und sich Schieber verletzt? Und Bunjaku wieder Ladehemmung hat?

      Leute, Leute, das ist sehr, sehr dünnes Eis, auf dem sich der Club da bewegt.

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  • Ich würde mal denken, dass „2 Jahre“ sich für den Club positiv in punkto Vertragsauflösungsentschädigung ausgewirkt haben dürfte, mal unterstellt es wäre so. Denn ob Harry nach dem Jahr noch einen Verein findet, ist offen, er hätte also tatsächlich riskiert, nach nur 1 Jahr die Gehaltsdifferenz zu verlieren – so wären ihm 2 Jahresgehälter sicher!

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  • „Achristeas“ ist ein wunderbares Wortspiel – wenngleich Harry gegenüber immer ein wenig Mitleid mitschwingt. Er wirkt seine ganze Karriere über wie jemand, der von seinem dominanten Papa zum Beispiel in einen Bankjob (sic!) gedrängt wurde, dabei aber viel lieber aus dem Fenster schauen und vor sich hinträumen möchte, bis er alle zwei oder drei Monate mal eine Art Eingebung hat und dann ein kleinformatiges Aquarellbild malt.
    Naja, wenn man dafür allerdings so fürstlich entlohnt wird nimmt man auch den falschen Beruf – zumal physiologisch bedingt absehbar – etwas lockerer hin. Dann schwindet mein Mitleid auch gleich wieder etwas.

    Aber danke Harry Achristeas, dass du uns die träumerische Welt des Profifußballs so poetisch und eindrücklich nahegebracht hast 😉 In Arles und Umgebung finden sich bestimmt noch schönere Farben und Motive, über die es sich künstlerisch nachzudenken lohnt. Und Tore darfst du auch ruhig schießen – wer darüber hier dann zu jammern begänne, wäre selbst schuld.

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  • Jetzt ist er also endgültig weg. Am Ende war es schon fast ein wenig unmenschlich wie man mit Harry umging, abschieben zu den Amateuren, immer wieder das Gehalt vorhalten, aber den Vertrag hatten Verein UND Spieler unterzeichnet, dass der Spieler das Geld dann bekommt, auch wenn die Leistung nicht die ist, die der Verein erwartet hat, tja das ist halt so.

    Das Beispiel Charisteas zeigt dass ein Vertrag für einen Spieler wirtschaftlich ein Glückslos sein kann und sportlich eine Niete, denn auch für ihn war sicher die Zeit beim Club keine schöne, wenn auch mit fürstlichem Schmerzensgeld versüßt.

    Ja er hat sich immer wieder bemüht, warum es so gar nicht funktioniert hat, man wird es wohl nie erfahren. Die Abstiegssaison war sicher ein Grund, wenn Du zu einer Mannschaft kommst die international spielt, die Pokalsieger wurde und im oberen Drittel der Liga in der Vorsaison gespielt hat, dann hast Du eine andere Erwartung als das was ihn dann tatsächlich erwartet hat.

    Interessant dabei, international hat er eigentlich in der Saison 07/08 nicht enttäuscht. National war zu Beginn Unglück (eine leichte Verletzung) und Pech (im ersten Spiel erinnere ich mich an einen Pfostenschuß und eine weitere gute Chance) dabei und mit der dann einprasselnden Kritik konnte er nur schwer souverän umgehen.

    Aber alles Gründe suchen nützt jetzt auch nichts mehr, Harry war sicher einer der ganz schlechten Transfers des Clubs, da braucht man nicht drum rum reden. Ich denke dass Meyer schon die bestimmende Person bei dem Transfer war, aber ganz lossagen von der Verantwortung kann sich Bader da sicher auch nicht. Auch die zweite „Verpflichtung“ nach dem Abstieg die Option zu ziehen war riskant, ist bei einigen Spielern aufgegangen, bei Harry ging es wieder in die Hose.

    Aber ich sehe auch die andere Seite, einen solch teuren Spieler nach einem Jahr ohne Ablöse gehen zu lassen, das macht kein Manager der Welt.

    Und so zweigt sich hier exemplarisch das Risiko der Investition in Spieler. Trotzdem können wir jetzt nicht auf größere Transfers verzichten, das Risiko ganz ausschließen, das gehört halt beim Profifussball dazu.

    Am Schluss bleibt ein Ade ohne große Wehmut. Schade dass wir nicht zusammengepasst haben.

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  • Eigentlich bedarf es keines Kommentares, denn der Artikel bringt alles haargenau auf den Punkt. Respekt.

    @Juwe: Ich persönlich glaube nicht, daß Bader den Hans entlassen hat. Bestenfalls im Auftrag des Präsidenten, der diesen unangenehmen Kelch natürlich nicht selbst leeren wollte.

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    • Ja nee is klaa … Martin Bader hat Charisteas nicht geholt, das waren andere, Martin Bader hat Hans Meyer nicht entlassen, das waren auch andere. Was tut der liebe Mann eigentlich überhaupt, die Schuhe der Spieler putzen oder rasenmähen??

      BSE08: Eigentlich bedarf es keines Kommentares, denn der Artikel bringt alles haargenau auf den Punkt. Respekt. @Juwe: Ich persönlich glaube nicht, daß Bader den Hans entlassen hat. Bestenfalls im Auftrag des Präsidenten, der diesen unangenehmen Kelch natürlich nicht selbst leeren wollte.

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      • Juwe: Ja nee is klaa … Martin Bader hat Charisteas nicht geholt, das waren andere, Martin Bader hat Hans Meyer nicht entlassen, das waren auch andere. Was tut der liebe Mann eigentlich überhaupt, die Schuhe der Spieler putzen oder rasenmähen??

        ARO war der Chefe, und kein Trainer wäre unter seiner Herrschaft jemals entlassen worden, wenn er es nicht ausdrücklich gewollt hätte. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

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  • Es hätte noch eine andere Lösung gegeben!

    Wir erklären den Glubb als Systemkritisch. Der erhält dann monetäre Unterstützung von der DFL, der Bundesregierung und dem Wurst-Uli.
    Damit hätten wir dann Harry als „Giftpapier“ in den Keller sperren können, das hätte dann nach einem Jahr einen Titelboom gegeben, weil jeder den Harry vergessen hätte.

    Funktioniert doch, sowas haben andere doch vorgemacht… oder?

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    • Woschdsubbn: Es hätte noch eine andere Lösung gegeben!Wir erklären den Glubb als systemisch, nicht systemkritisch!

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  • den transfer habe ich nie verstanden. harry ist charakterlich in ordnung. bei bremen war er von der bank stark. ajax schob in nach einem jahr zu feyenoord ab und bader kaufet ihn für 2,5 mio.

    anfagns passte es auch etwas, bis dann koller kam.

    naja, jetzt ist er weg., hätte ihn behalten und schieber niemals geholt. was wollen wir mit dem. trifft er, ist er weg. trifft er nicht, dann haben wir geld rausgehauen. dann lieber irgendwelche jungen leute wie mak kaufen.

    harry wünsche ich erfolg bei arles. voelleicht packt er es dort. und wenn er erfolg hat, dann evtl auch, weil er aus nürnberg noch geld bekommt 🙂

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    • Da muss ich zustimmen, diese Leihgeschäfte bei aller Wirtschaftlichkeit auf den ersten flüchtigen Blick, aber es ist wie Manu beschrieben hat, erst dürfen sie alle Feler schmerzlich bei uns machen, kaum sind sie gewachsen und gut, sind sie weg. Ich sehe den Sinn darin irgendwie auch nicht. Vor allem im Hinblick wie soll so eine Mannschaft langfristig zusammenwachsen.

      Manu: den transfer habe ich nie verstanden. harry ist charakterlich in ordnung. bei bremen war er von der bank stark. ajax schob in nach einem jahr zu feyenoord ab und bader kaufet ihn für 2,5 mio. anfagns passte es auch etwas, bis dann koller kam. naja, jetzt ist er weg., hätte ihn behalten und schieber niemals geholt. was wollen wir mit dem. trifft er, ist er weg. trifft er nicht, dann haben wir geld rausgehauen. dann lieber irgendwelche jungen leute wie mak kaufen.harry wünsche ich erfolg bei arles. voelleicht packt er es dort. und wenn er erfolg hat, dann evtl auch, weil er aus nürnberg noch geld bekommt

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