Buchtipp für Clubfans: Tommie Goerz – Schafkopf

Eine Reihe bestalisch zugerichteter Leichen bereitet dem Kommissar Friedo Behütuns Kopfzerbrechen: Bei den Opfern findet die Polizei jeweils ein Fußball-Trikot des 1. FC Nürnberg. Ganz bestimmt ein Hinweis – aber worauf? Nicht nur in diesem Punkt ist der Kommissar mit dem außergewöhnlichen Namen und eine Vorliebe für das Sonderbare und Skurrile vor ein Rätsel gestellt. Deuten die Trikots auf einen Fankrieg hin? Ist im rechtsradikalen Milieu zu ermitteln? Und was hat der Nuklear-Konzern „Saviats“, der Sponsor des Clubs, mit den Morden zu tun? Bald führen die Ermittlungen Behütuns auch in hohe Wirtschaftskreise und die Zusammenhänge, die er offen legt, sind mehr als komplex. Doch münden die Fährten am Ende alle in eines: in die Abgründe der menschlichen Seele…

Autor Tommie Goerz schafft in seinem raffiniert konstruierten und äußerst temporeichen Krimi-Debüt eine packende Atomsphäre und entwickelt mit einem eigenwilligen Kommissar und einem unkonventionellen Team einen dramaturgisch brillanten Spannungsbogen. Der Kriminalroman „Schafkopf“ von Tommie Goerz ist 2010 im ars vivendi Verlag erschienen.

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„Schafkopf“ von Tommie Goerz ist überraschend anders als viele der anderen Bücher dieses Genres. Der Autor widmet sich auf den knapp 300 meist packenden Seiten den Randbeobachtung en im Leben eines fränkischen Polizisten. Hier sind diese liebenswert nostalgisch. Behütuns fühlt sich wohl in den Wirtsstuben, in denen Kartel-Runden und grimmige Bedienungen zu Hause sind. Behaglichkeit stellt sich für solche Menschen auch in der Erinnerung an Zeiten ein, als Fußballspieler noch in Stadien und nicht in nach Sponsoren benannten Arenen einem Lederball und nicht der Hightech-Synthetic-Kugel hinterher hechelten. Geschickt entwirft Tommie Goerz aber auch das bis zur Karikatur überzeichnete Gegenbild. Arrogante Manager, eitle PR-Menschen, künstliche Golfplatzlandsc haften. Ein Glück, dass der Erlanger Autor, der sich hinter einem Pseudonym verbirgt, als erfolgreicher Werbe-Experte lange Jahre Einblick in diese Welt hatte. Da hat sich einiges an Wut angestaut. Wer also auf einen fränkischen Kommissar gewartet hat, der das Gegenteil dieser Scheinwelt verkörpert, wird an dem lesenswerten »Schafkopf«-Krimi seine Freude haben.

11 Freunde
Wer gleich zu Beginn eine Figur kreiert, der solche abseitigen Gedanken durch den Kopf gehen, die so schräg und um mehrere Ecken denkt, kann keinen schlechten Roman schreiben. Und das hat Goerz auch wahrlich nicht gemacht. Mitunter gelingen ihm mitreißende Passagen, die an Herz, Nieren und Verstand gehen, die davon zeugen, dass sich da einer die richtigen Gedanken über Sinn und Unsinn des Lebens gemacht hat, und die Eckhard Henscheid weitaus näher sind als jedem Autor aus dem Crime-Genre.

5 Gedanken zu „Buchtipp für Clubfans: Tommie Goerz – Schafkopf

  • Hast Du das schon gelesen? Hört sich interessant an! Ist bestimmt auch ein gutes Weihnachtsgeschenk für lesebegeisterte Clubberer…

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    • Optimist: Hast Du das schon gelesen? Hört sich interessant an! Ist bestimmt auch ein gutes Weihnachtsgeschenk für lesebegeisterte Clubberer…

      Habe zumindest angefangen zu lesen, geht mit historischen Mannschaftsaufstellungen des 1. FC Nürnberg und einer Wirtschaft in Bubenreuth los 🙂 Wäre bestimmt auch was für belschanov 🙂

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  • “Saviats” ist nicht schlecht, wo doch jede/r weiß, wer gemeint ist.
    Klingt gut, hab’s gleich bestellt.

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  • sorry, leutz – ich hab das ding gelesen und hab mich dabei schwarz (-rot) geärgert. das ist kein gutes buch, nein nein nein. und es fängt schon damit an, daß der gute mann offenkundig die feinheiten des fränkischen schlicht und ergreifend nicht erkennt – wie sonst sollte sich erklären lassen, daß den bubenreuthern breitestes nämmbärcherisch in den mund gelegt wird? auch ’saviats‘ halte ich für keine anspielung: derlei plumpheiten ziehen sich durch das ganze buch und sind eigentlich eher ärgerlich als lustig. man wird das gefühl nicht los, da wollte jemand ‚politisch‘ sein, aber nicht dafür belangt werden können – ein eher klägliches verständnis der freiheit von kunst. aber bitte, wem’s gefällt.

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  • Ich habe das Buch jetzt mal aufgeschlagen und das 2. Kapitel angelesen, um Deinen 1. Kritikpunkt zu prüfen. Wo Du da „breitestes nämmbärcherisch“ erkannt haben willst, ist mir ein Rätsel. Das Idiom ist fast Hochdeutsch mit leichter fränkischer Einfärbung, wahrscheinlich um die Lesbarkeit auch außerhalb Frankens zu erleichtern. Ich glaube schon, dass ein Erlanger weiß, wie man in Bubenreuth normalerweise spricht.
    Mich hat im übrigen der Vergleich von „11 Freunde“ mit Eckhard Henscheid mit dazu bewogen, mir das Buch zuzulegen. Und den muss man eben auch mögen oder nicht.

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