Chaos und Krisen – Zurücklehnen und genießen

Dieser Artikel wird sicher nicht als Muster für Political Correctness später mal Erwähnung finden und doch muss es mal gesagt sein: Ja! Es tut verdammt gut, wenn andere Mannschaften an ihren Zielen scheitern und Vereine ins Chaos stürzen. Vor allem, wenn es um die „Großen“ geht (oder die sich so aufführen). Und vor allem, wenn es um die Bayern geht.

Sicher … man könnte nun Mitleid heucheln oder doch wenigstens im patriotischen Sinne ein Ausscheiden gegen eine italienische Mannschaft beklagen. Man könnte sicher an die UEFA-Wertung denken und ganz im Sinne des Wohles der ganzen Liga den Gemeinsinn gegen die bösen Spanier, Italiener oder Engländer aufgehen. Aber ehrlich? Nö. Und ich gehe sogar noch weiter: Wer kann denn das ernsthaft von uns erwarten?

Wie ich beim bloggenden Sportskameraden Breitnigge schrieb: „Ihr könnt euch doch nicht ernsthaft wundern, wenn halb Fußball-Deutschland sich freut, wenn der selbsternannt beste Fußballverein aller Zeiten mit dem angeblich besten Kader aller Zeiten (und der Liga sowieso) auf die Fresse fällt? Nein, das kann nicht wirklich wundern! Es kann nicht wirklich eine Frage des Wohlbefindens auf wackeligen Füßen sein – es ist im Gegenteil ein Wohlbefinden als Abrundung und Krönung des eigenen Befindens (so man mit seiner Mannschaft Grund dazu hat). Wer jahrelang sich aufführt, als sei er unschlagbar und sogar selbst ein “Bayern-Gen” erfindet und die ganze Zeit davon sich und allen anderen einzureden versucht, darf sich nicht ernsthaft überraschen lassen, wenn beim Fall vom hohen Roß die anderen nicht besorgt herbeispringen und wieder aufhelfen. Ne, das kann ich mir nicht mal vorstellen.“

Und ein Ausscheiden einer vermeintlich „starken“ Mannschaft aus der CL, ja der mögliche Verlust eines CL-Platzes auf Dauer, weil womöglich „schwächere“ Mannschaften wie Hannover oder Mainz ja nichts reißen werden im kommenden Jahr, kann doch nicht allen Ernstes ein Argument sein! Die ganze Champions League und ihr Regularium dient doch wohl vor allem nur einem: Der Absicherung und Aufrechterhaltung des „sportlichen Establishment“. Damit eben gerade so finanzschwere Vereine auch bei einer verlorenen Meisterschaft noch aus dem Vollen schöpfen können, hat man die Champions League doch erst erschaffen und gleichzeitig die Europa League „enteiert“.

Ja, es ziemt sich nicht, den Verlierer mit Häme zu übergießen und dem in die Krise geratenen auch noch die Nase zu ziehen, doch wir befinden uns ja nicht am Schulhof. Die Liga ist ein abgeschlossener komplexer Wirtschaftsraum – der Gewinn des einen ist der Verlust des anderen. Der Triumpf des einen bedeutet immer die Niederlage eines anderen. Und wer sich jahrelang mit ansehen muss, wie andere von Politik, Unternehmen oder Sponsoren massiv übervorteilt werden und die sich deswegen nicht in Bescheidenheit sondern in Großmannssucht üben, der darf keine Contenance erwarten, wenn dessen Hochmut ihn zu Fall bringt.

Das alles darf man natürlich nur als Fan frei schreiben, auf der Ebene der sportlichen Leitung ist dies sicher nicht opportun, sitzt man da ja am Ende doch im gemeinsamen Boot, sieht sich mindestens zweimal wieder und wechselt auch gerne mal die Seiten. Aber uns Fans darf es wohl gestattet sein, nach Jahren der mitleidigen und bisweilen gönnerhaften Behandlung sich mal eine Saison lang nur zu freuen, wie mal andere der Depp sind, sich selbst auflösen, alles in Frage stellen und den Arsch auf Grundeis haben, weil sie mit zunehmenden Ablauf der Saison immer mehr die eigenen Felle wegschwimmen sehen und den Worst Case vor Augen haben: Abstieg, verpasste internationale Wettbewerbe oder die Chance auf ein Finale im eigenen Stadion. Ja, sowas tut weh, das kennen wir zu Genüge – und zu Genüge mussten wir Clubberer uns ja auch immer und immer wieder den Abstieg 99 vorhalten lassen, müssen uns als „Underdog“ und eben immer als „Der Depp“ bezeichnen lassen.

Doch eines sei betont: Das alles ist einzig auf der Ebene der Fanrivalisierung zu verstehen. Man frotzelt und neckt sich, verhöhnt und verspottet sich. Rein menschlich sieht das aber doch ganz anders aus. Hat man gerade noch den Eintracht-Fan noch mal das „Ziel 50 Punkte“ vor Augen geführt, kann man paar Minuten später beim Kaffee-Talk eigentlich gut mitfühlen, wie der andere gerade leidet. Leider gelingt diese Unterscheidung, wo ist man Fan, wo ist man Mensch, aber bei weitem nicht allen.

52 Gedanken zu „Chaos und Krisen – Zurücklehnen und genießen

  • Häme liegt mir tatsächlich fern. Da stecken ja glatt mindestens 3 der klassischen „Todsünden“ drin, nämlich Zorn, Neid, und Hochmut.

    Natürlich freue ich mich außerordentlich über den „eigenen“ Erfolg, natürlich ist dieser zum Teil auch davon abhängig, wie unvermögend vermeintlich potentialreichere Mannschaften auftreten.

    Ich hatte auch schon immer für die positiven Fangesänge mehr übrig als für die verächtlichen (besser „nie mehr 2. Liga“, also „2. Liga – XY ist dabei“ etc. pp.).

    Will mich aber sicherlich nicht über andere Meinungen/ Einstellungen stellen, die Vielfalt des Menschen ist groß.

  • Häme liegt mir tatsächlich fern. Da stecken ja glatt mindestens 3 der klassischen „Todsünden“ drin, nämlich Zorn, Neid, und Hochmut.

    Natürlich freue ich mich außerordentlich über den „eigenen“ Erfolg, natürlich ist dieser zum Teil auch davon abhängig, wie unvermögend vermeintlich potentialreichere Mannschaften auftreten.

    Ich hatte auch schon immer für die positiven Fangesänge mehr übrig als für die verächtlichen (besser „nie mehr 2. Liga“, als „2. Liga – XY ist dabei“ etc. pp.).

    Will mich aber sicherlich nicht über andere Meinungen/ Einstellungen stellen, die Vielfalt des Menschen ist groß.

  • Wenn einer mit Häme um sich werfen darf dann sind das wohl wir, oder? Es gibt wohl keinen Anhänger des FC Bayern, der jemals von dem Gefühl der Verzweiflung gepackt wurde. Über Tage hinweg wie gelähmt zur Arbeit zu gehen, im Kopf nur der Gedanke an die drohende Niederlage, das endgültige Aus, den Abstieg, den verpassten Aufstieg. Bayern-Anhänger haben immer eine Gewissheit, die sie immun macht gegenüber jedem Gefühl der Angst und der Ausweglosigkeit. Sie wissen, ihr Klub kann jede verpasste Chance nachholen. Wenn nicht diesmal, dann eben nächste Saison.
    Was soll es, wir holen uns schon die richtigen Leute. Es gibt keinen Bayern-Anhänger, der jemals mit ansehen musste, wie sein Team zum sechsten Mal in Folge verliert. Kein Bayern-Anhänger saß jemals zitternd vor dem Radio und fürchtete sich davor, dass der Reporter ein Tor aus einem Stadion verkündet, in dem sein Klub gerade das überlebenswichtige 0:0 über die Zeit zu retten versucht. Kein Bayern Anhänger wird jemals verstehen was die Clubfans im Jahre 1999 durchlitten als die Pferde vor einer Nürnberger Apotheke zu kotzen anfingen oder als Christian Eigler kurz vor Schluss im ersten Relegationspiel gegen den FC Augsburg das 1:0 erzielte. Dieser Aspekt der verzweifelten Hingabe fehlt jedem, der sich für den FC Bayern entschieden hat. Und höchstwahrscheinlich ist es gerade das, was diesen Verein für Millionen Menschen so attraktiv macht. Der natürliche Grundzustand des Bayern-Anhängers ist also nicht Verzweiflung, das Gefühl der Ausweglosigkeit und Schwäche, sondern Bayern-Anhänger leben in einem Ausgangszustand der Arroganz und Überlegenheit. Verzweiflung wegen und durch ihren Fußballclub ist diesen Menschen vollkommen fremd.

    Einge Sätze aus diesem Kommentar habe aus einem Text von einem Fan des 1. FC Kaiserslautern aus dem Jahre 1998! http://www.uffembetze.de/Bayernfans_Feiglinge.htm

  • Spontan wurde mir gestern bewußt, welche “ Gnade“ es doch eigentlich ist, ein Glubberer sein zu dürfen. Wir sind es gewohnt, Tiefschläge zu verkraften. Beispiel Ausscheiden gegen Lissabon 2008. Wir aber stehen dann auf und können uns über “ Kleinigkeiten“ freuen.
    Als ich gestern weinende Bayernfans sah, erkannte ich die Traurigkeit. Die Traurigkeit eines selbsternannten “ besten Vereins“ der Welt. Ok, auch wir singen vom Glubb als besten Verein der Welt. Nur sind wir soweit geerdet, das in einem anderen Konsens zu sehen. Nur die Süddeutschen glauben es ja wirklich….

    Dabei war es für mich fast erschütternd, dass in den 5 min nach dem 3:2 von der Mannschaft aber auch gar nichts kam. Unglaublich.

    Den Münchnern und deren Fans wünsche ich, dass weder die Championsleague noch der EC erreicht wird. Mal eine Saison ohne internationale Spiele würde denen doch mal richtig gut tun. Von wegen Erdung und so…. absolut ohne Häme!

    Allerdings bedeutet das auch, dass Ekici nicht bei uns bleiben würde… vielleicht sollten manche Wünsche doch nicht in Erfüllung gehen….

  • Ich stimme zu, dass es nur wenige Fangruppen in Deutschland gibt, die den Leidensweg des gemeinen Club-Fans mitfühlen können. Der Bayern-Fan an sicherlich auch niemals nachvollziehen, dass unsere Freude über den Pokalsieg vielleicht intensiver war als deren über eine beliebige deutsche Meisterschaft.

    Dennoch, ich erfreue mich lieber an den eigenen Stärken, als den Schwächen anderer.

    • Stephan:

      …ich erfreue mich lieber an den eigenen Stärken als an den Schwächen anderer…

      Ja, so sehe ich das auch.

      Wir sollten uns über den derzeitigen Erfolg unserer Mannschaft freuen und nicht über den derzeitigen Misserfolg eines anderen Vereins. Anti-Bayern-München-United ist nicht mein Ding. Ich bin Anhänger des 1. FC Nürnberg. Das ist (mehr als) genug.

  • Das schönste ist die Kombination aus der eigenen Stärke und der Schwäche der Anderen. Wann hat man das schon mal als Club-Fan? Alle 10 Jahre?

    • Was für ein gehässiger, von Hass getriebener und widerlich unfairer Artikel.

      Gefällt mir!

      Der Tobi:
      Wann hat man das schon mal als Club-Fan? Alle 10 Jahre?

      Also ich kann mich an überdurchschnittliche Saisonleistungen vom Club erinnern und auch an die ein oder andere schlechte Saison von Bayern oder anderen Großkopferten, aber in nun 21 Jahren Clubfanschaft hab ich so eine Saison, in der ja fast alle Großen wanken und wir gleichzeitig erfolgreich sind, noch nicht erlebt. Es müssen also mehr als 10 Jahre dazwischen liegen 😉

  • Na ja, man sollte aber die eigenen Schicksalsschläge nicht als besondere Leistung sehen. Ganz ehrlich ich hätte auf all die Abstiege verzichten können, ich wäre auch jetzt noch gern Rekordmeister, ich bin nicht Stolz auf unsere Leiden. Und ich werfe auch den Bayernfans nicht vor, dass ihr Verein erfolgreich ist. Dass erfolgreiche Mannschaften mehr Fans haben als weniger erfolgreiche durften wir in den 20ern des letzten Jahrhunderts auch einmal erleben (also ich nicht persönlich, da war ich ja noch nicht geboren), immerhin zog damals die wichtigste Fußballzeitschrift nach Nürnberg, weil unser Verein so glorreich spielte.

    Was mich aber schon ärgert akuell ist die Larmoyanz der Bayernfans, man kann doch nicht ständig davon faseln dass man sowieso der größte ist und dann Mitleid verlangen, wenn es mal nicht so ist. Oder was mich auch stört ist diese Stilisierung als „der deutsche Verein“ quasi die deutsche Vereins-Nationalmannschaft, die bitte jeder Deutsche unterstützen sollte. NEIN! Die Bayern sind ein Verein unter vielen und sie sind unser Konkurrent, den werde ich nie unterstützen.

  • Junge, Junge, Alex!
    Jetzt hast Du aber alle Neune abegeräumt. Mit Karacho in die Vollen!
    Das war deftig, aber, jawoll, das mußte mal raus.

  • Wenn man von „den“ Bayernfans spricht, ist das schon etwas seltsame schwarz-weiß Malerei. Generell bin ich davon kein Freund, weil es im Leben immer viel komplizierter ist und nur die Zeitung mit den vier großen Buchstaben will uns immer weißmachen, daß alles ganz einfach ist.

    Aus meiner Lebenserfahrung heraus, kann ich aber berichten, daß man als Glubberer mit allen anderen Fans immer hervorragend auskommt.

    Ich habe direkte Freunde, Bekannte und viele Kontakte gehabt zu verschiedenen Fans von der Westvorstadt, vom KSC, Lautern, BVB, HSV, Hertha, Schalke, Frankfurt, VfB, Pauli etc.pp. und eben sogar Verwandtschaft die Baiernfans sind. Ich denke da nur ans Pokalfinale in Berlin, als wir gemeinsam mit den Stuttgartern feierten. Wäre so etwas mit den Baiernfans möglich gewesen?

    Mit den „anderen“ Fans kann man genüsslich in alle Richtungen Diskutieren, Frotzeln, Meckern, Lachen und auch kreuz-und-quer Schadenfroh sein über das eigene und auch das andere Team (vgl. Alexanders 50 Punkte SGE)

    Bisher in meinem über 40jährigen Leben konnte ich das mit einem Baiernfan nie sein. Die haben immer eine besondere Art Borniertheit wenn es ihren eigenen Verein betrifft. Kein anderer Fan hat diesen Allmachtsanspruch auf alle Titel, immer ersten Platz, unbedingter Sieger usw.ff. Wenn verloren wird, dann ist es nicht wie bei uns: „Die anderen waren besser.“ Da heißt es dann eher gleich „Schiri Schuld, Rasen Schuld, Beleuchtung Schuld,…“

    Komisch, jetzt kommt doch schwarz-weiß Denke heraus.

    Oder teilen diese Erfahrungen andere Glubbfans hier auch?

    Oh, ein Smilie, weil wir statt wie üblich, Tabellenberechnungen anstellen zu müssen, uns über sowas Gedanken machen können, ist schon noch drin: 😀

  • Man kann sich schon genüßlich zurücklehnen, wenn man den Saisonverlauf vom Club sieht und den der anderen sogenannten Großen der Liga Bayern,HSV, S04. Bei allen 3 Vereinen werden die Trainer entlassen, außer bei den Bayern, da wird van Gaal noch eine Gnadenfrist gewährt, bis Saisonende. Gescheitert an ihrer eigenen Überheblichkeit (Bayern), gescheitert an ihren selbstherrlichen Aufsichtsräten(Tönnies S04, Hoffmann HSV). Deshalb können wir nur hoffen, dass die Zeiten beim Club vorbei sind, warnende Beispiele (Schmelzer, Voack) hatte der Club genug. Deshalb genießen wir die Ruhe bei unserem Club und hoffen, dass Hecking und Bader weiterhin so gut harmonieren.

  • Ja, Woschdsuppns Meinung teile ich. Arroganz Arena, das ist so. Die Bauernfans aus München stammend in meinem Bekanntenkreis sind allerdings allweil alle ganz ruhig. Die sind als „Dahoamische“ danach gefragt eben Bauern Fans wenn es um Fußball geht, weil das so ist. So wie in München schließlich auch alle MVG fahren (müssen) wenn es um den ÖPNV geht.

    Ich hatte mal einen HSV Fan-Kommentar und den anderen Satz hier rein gepostet, die haben immer noch Gültigkeit.

    Es gibt keine Bayern Fans sondern nur Symphatisanten.

    Bayern München wird bundesweit oft als inoffizielle Nationalmannschaft gehandelt, und ihre Fans sind meistens heimliche Loser, die halt immer auf der Gewinnerseite sein wollen.

    So langsam tun mir sie leid. Nicht.

    Bader raus.

    • Wunderbarer Artikel, made my day!

      Pinola: Arroganz Arena

      da passt Aussehen und Name einfach zusammen. Sieht aus wie ein Schlauchboot, irgendwie aufgeblasen!

  • Was vielleicht noch ein nicht beleuchteter Faktor ist, ist die Ironie.

    Wenn ein Clubfan sich über das Ausscheiden aus der CL, das Verpassen einer Meisterschaft „freut“, dann muss man doch sehen, was unser Alltag sonst so ist: Abstiegsangst, Finanzsorgen, Verlustängste.

    Wie kann einem denn eigentlich das Ironieverständnis abgehen, wenn ein (ich übertreibe) „Armer“ am Spieltisch sich bei einem kleinen Gewinn freut und den „Reichen“, der gerade eine kleines Vermögen verspielt hat, was ihm aber auf Dauer nicht wirklich weh tut, aufzieht.

    Genau das fehlt mir bei so vielen „Großen“ einfach: Die Fähigkeit der Selbstironie. Aber woher soll es denn auch kommen? Wir haben uns durch die Jahre des Leidens eine Art „schwarzen Humor“ in Kombination mit Fatalismus angeeignet. Wir rechnen mit dem Schlimmsten, oft genug tritt es auch ein, wir jammern und klagen und dennoch sind wir Jahr für Jahr da. Genau DAS möchte ich bei so manchem hochgepumpten Erfolgsverein mal sehen. Bei Werder bin ich mir sicher: Sollten die sogar absteigen, wären sie immer noch beliebt. Bei Wolfsburg dagegen – bei allem Respekt – kräht doch nach 1-2 Jahren Zweitklassigkeit kein Hahn mehr danach.

  • Autor: Otto Rehakles……:-)

    Fiktive Rede von Luis Versager Gaal (in Anlehnung an die Meisterrede letztes Jahr):

    Louis: Wer hoat die dümmste Abwehr in Europa? Antwort: Bayern München!

    Louis: Wer hoat den Trainer, der van Bommel, Lucio und Ze Roberto vergrault hat? Antwort: Bayern München!

    Louis: Wer hoat oane Hühnerhaufenabwehr mit Durchschnittskickern wie Breno und Badstuber und oan Fliegenfänger ohne Kroaft? Antwort: Bayern München

    Alle: Koan Titel und koa Championsleague Dank dem holländischen Tulpenpflanzer und nächste Saison hoaßts vielleicht Europaleague gegen den Moaster von Kasachstan….oane Kroaft aber mit oam Neuer Torwart und Abwehrspuilern, die den Noama verdiena……

    Küßchen von dem „Flaschentrainerbiest“ der die Moannschaft mit der dümmsten Abwehr Europas trainiert hoat und den der Wurst-Ulli hoffentlich jetzt vorzeitig feuert….wie den Felix aber mit Millionenabfindung vom Festgeldkonto“

    JSchieber: „Des macht einfach Spaß den Bayernkunden einzuheizen….“

  • Ach ja, und noch eine vielsagende Anekdote (leider finde ich die Funstelle nicht mehr): Real Madrid hatte sich neulich beschwert, dass andere Vereine sich von Barcelona bisweilen dann austanzen lassen, wenn das Spiel entschieden ist, während man gegen Real immer bis zum letzten Moment alles in die Waagschale würfe. Begründung: Barcelona ist einfach auch bei den gegnerischen Spielern in der Regel sympathischer. Bayern München ist da eher das Real Madrid der Bundesliga – ohne den Vergleich sonst übertreiben zu wollen.

  • Ja der FC Bayern sollte sich mal hinterfragen, warum die Symphatiewerte doch eher durchwachsen sind, wenn ich an einen Uli Hoeneß denke, der gewöhnlich mit hochrotem Kopf, der ganzen Liga erklärt, wie die Welt funktioniert und der FC Bayern sowieso das Maß der Dinge sei. In dieser Saison bekommen sie in allen Wettbewerben das Gegenteil bewiesen, selbstverständlich trotz dem besten Kader weltweit. Das ist auch keine Häme und auch kein Neid, sondern einfach nur Genervtheit. Und es gibt bald ein Wiedersehen auf dem Platz das wäre einfach die Krönung in einer unglaublichen Saison endlich mal wieder die Roten zu schlagen, Träumen muß erlaubt sein!

  • Ich unterstreiche ja viele Artikel, die hier stehen.
    Den oben stehenden Text unterstreiche ich allerdings doppelt, hebe ihn mit einem gelben Marker hervor und male noch eine stattliche Anzahl an Ausrufezeichen daneben.

    Alles huldigt und duckt sich vor den großen, den GANZ großen, den unschlagbaren Bayern, die ja immer mindestens die Meisterschaft und den Pokal gewinnen müssen, und im seltenen Falle eines Misslingens gleich Schals stricken lassen, die besagen, dass die vergeigte Trophäe ja nur mal ausgeliehen ist und woanders als in München nix zu suchen hat.

    So etwas – so eine Arroganz – hört man von anderen Vereinen nicht. Natürlich hat niemand in der Liga so viele Erfolge wie die Bayern vorzuweisen, keine Frage.
    Aber während man von Trainern wie Schaaf oder Klopp vorwiegend sachliche, nüchterne, bescheidene Aussagen serviert bekommt, dröhnt und poltert es seit Jahren aus München: Es reicht nicht, wenn wir die anderen schlagen – wir müssen sie aus dem Stadion fegen, sie vernichten, ihnen zeigen, wer die beste Mannschaft Deutschlands ist usw usw.
    Selbst nach den Niederlagen im Pokal gegen Schalke und den Schlappen gegen Hannover und Dortmund sehe ich im Fernsehen Bayern-Fans, die grinsend erklären, dass sie ab jetzt aber trotzdem alle besiegen werden und sinngemäß dann halt nächstes Jahr die Weltherrschaft erringen werden.

    Wie soll ich das denn sympathisch finden?
    Wie soll ich da denn traurig sein, wenn die aus allen Wettbewerben fliegen?
    Wie soll es mir da denn zu Herzen gehen, wenn sich so ein Verein untereinander zankt und den Trainer kickt, mit dem er wenige Monate zuvor noch demonstrativ den Kontrakt verlängert hat?

    Nicht die Bohne hab ich Mitleid, nicht mal ansatzweise bin ich traurig, nö.

    Ich halte viel von Uli Hoeneß (tue ich wirklich): Er hat vielen Vereinen geholfen, hat viel Gutes für die Liga getan und ich vergesse auch nicht seine bewegende Ansprache nach dem Tod von Dominik Brunner.
    Aber leider versprüht auch er gelegentlich eine Arroganz, die es unmöglich macht, die Bayern zu mögen.

    Andere Mannschaften haben auch Gene.
    Meines ist rot und schwarz.

  • P.S.: Mit 60er Fans aus München kann man übrigens auch wunderbar quatschen! 😀

  • Alexander wie man ihn selten liest.
    Das letzte Mal als ich hämische Schmählieder auf die Bayern sang, das war 1999 kurz vor Anpfiff der Begegnung gegen Freiburg.
    Ich habe mir danach geschworen, nie wieder Häme oder ähnliches gegenüber Bayern zu empfinden. Nachdem das den Club auch nicht von diversen Abstiegen bewahrt hat, konnte ich diese Art des Aberglaubens ad acta legen.

    Das tollste an vielen Bayernfans dieser Tage ist, dass sie sich gar nicht so recht erinnern können Bayernfan zu sein… Sympathisant vielleicht, man freut sich, wenn sie gut spielen, aber Fan? Nein, nicht gerade. Bei einer repräsentativen Umfrage gibt es zurzeit mindestens 30% weniger Bayernfans als letztes Jahr. Versteckt euch ruhig, es hilft euch nichts. Ihr werdet dieses Jahr keinen Titel holen. Ihr werdet sehr große Probleme haben, einen Trainer zu finden, der sich euch antun möchte (vielleicht Jupp, weil eure Lebensversicherung Uli H. ihn nochmal überzeugt nach München zu kommen), einen erstklassigen Torhüter zu bekommen, weil ihr lieber euren unverständlichen Dialekt-Wortwitz zur Schau stellt, statt Leistung zu honorieren und vor allem:
    IHR WERDET GRößTE PROBLEME HABEN AM ENDE DER SAISON IN DER TABELLE VOR UNS ZU STEHEN.

    • Teo: IHR WERDET GRößTE PROBLEME HABEN AM ENDE DER SAISON IN DER TABELLE VOR UNS ZU STEHEN.

      so isses! 😀

  • Ich schließe mich hier meinen beiden Vorrednern an und bekenne, dass ich in Europacup grundsätzlich den deutschen Teams die Daumen drücke, weil mir die Bundesliga viel näher ist, als die Ligen in Italien, Spanien und England (gut große Sympathie für den FC Liverpool, noch aus der Zeit der späten 70-er), weil diese die Hauptverantwortlichen für die Preistreiberei im Fußball sind und weil ich besonders den italienischen Fußball (Verletzungen vortäuschen, versteckte Fouls, Zeitschinderei…) grundsätzlich wirklich nicht mag.
    Ich bekenne auch, dass Gerd Müller DAS Idol meiner Jugend war.

    Dass die Bayern gerade „abkacken“ nehme ich amüsiert zur Kenntnis, so wie früher in der Schule, wenn auch mal der Klassenprimus daneben gelangt hat. Letztendlich war der nicht unverdient der Beste, weil er entweder cleverer war, oder sich einfach mehr angestrengt hat.

    Ob meine, in diesem Punkt einmal sehr gemäßigte Ansicht, meinem Alter zuzuschreiben ist oder dem Umstand, dass ich seit vielen Jahren im Ausland lebe und weniger von übermütigen Bayern Fans genervt werde, weiß ich nicht.
    Könnte aber daran liegen….

  • Ich bin auch schorschvolkerts meinung. und ich bin (noch) in den mitzwanzigern….

  • Es kommt bei mir darauf an. Beim europäischen Wettbewerb bin ich durchaus Erfolgsfan mit patriotischen Neigungen, allerdings kann ich eben auch einer Niederlage eines Großkopferten dann was humorvolles abgewinnen. Dortmund hätte ich gern weiter gesehen und die Niederlage Leverkusens schmeckte mir gar nicht.
    Auf europäischen Parkett schlägt zudem zugegebenermaßen mein Herz für Barca, das aber schon lange und schon weit vor der Zeit Messis.

  • Mich wird vor allem interessieren, wie sich Vereine wie Hangover nächstes Jahr auf internationalem Parkett so schlagen. Sofern sie das schaffen, immerhin spielen sie ja im letzten Spiel gegen uns. OK, den Verein aus der sprödesten Metropole Deutschland gibt es schon ein paar Jahre, immerhin besser als wenn sich europäische Fußballfans nächstes Jahr die Augen reiben, weil sie 1899 für eine Postleitzahl und das Kaff Hoffenheim nicht auf ihrer Landkarte gefunden haben und wenn doch, dann auf Google Earth dann dort gar kein Stadion zu sehen war.

    Schwierig für den Bauernfan wird sein, wenn der Bundesjogi so langsam die ganzen jungen BVB-Spieler in die Nationalmannschaft einschleust, dann können sie an der Isar ja nicht mehr jammern, dass diese Freundschaftsspiele gegen Montenegro und Nordirland dem gemeinen Bauern-Superstar schaden. Hi JSchieber, Thema Breno: Der wird langsam zum Super-GAU für den FCB hochsterilisiert. Zuerst sichert er uns als „armer FCN“-Leihe hochanteilig den Klassenerhalt, war beim Einkauf sackteuer, dann dauernd verletzt und hat laut Presse gegen Milano dem FCB in der IV Riesensummen gekostet, weil er vorgestern Aussetzer hatte. Und eine unnötige Rote hatte er ja auch schon kassiert und und und…

    Da fällt einem noch eine ganze Menge ein, denn gäbe es den FCB nicht, hätte Deutschlands Sportboulevard fast nichts mehr zu schreiben, außer momentan. Obwohl… Der Zirkus in Hamburg und auf Schalke wird doch trotzdem kaum beachtet und macht viel weniger Wind, als wenn die Titanen in München einen Furz lassen. Also letztendlich sichert der FCB Arbeitsplätze: In der Presse, im Boulevard, in der Merchandiseindustrie und in der Kneipe am Stammtisch für den Wirt und wasweißich. Ja, er ernährt sogar T-Shirt-Bedrucker in Franken, denn ein Viertel unserer Fanklamotten bestehen doch aus „Sch…. FCB“ oder „3:0, ich war dabei“

    Über Hannover hätte ich jetzt keine drei Sätze zusammen gekriegt…

  • Stefan - clubfans-united.de: Der natürliche Grundzustand des Bayern-Anhängers ist also nicht Verzweiflung, das Gefühl der Ausweglosigkeit und Schwäche, sondern Bayern-Anhänger leben in einem Ausgangszustand der Arroganz und Überlegenheit. Verzweiflung wegen und durch ihren Fußballclub ist diesen Menschen vollkommen fremd.(exemplarisch für manche andere)

    Donnerwetter, ihr kennt die aber recht gut.

    Vermutlich sehe ich das alles ein bisschen differenzierter, weil ich mitten in Feindesland arbeite und wohne (Arbeit grob zwanzig Meter vom westvorstädtischen Rathaus entfernt, Wohnung etwa hundert Meter vom ortsansässigen Batzi-Nest=Sportsbar). Ist eine Menschenansammlung erst einmal groß genug, dann finden sich auch genug Pissnelken darin; sich an denen zu orientieren mag vielleicht naheliegen, weil Schreier immer mehr auffallen, führt aber nach meinen unmaßgeblichen Erfahrungen in die Irre.

    Dass ein Establishment sich selbst konservieren will (Verteilung der Fernsehgelder 1. und 2. Liga, Aufteilung der UEFA-Kohle auf CL und EL), ist doch eher natürlich – Hand auf’s Herz: Würden wir „Nein, danke“ sagen, wenn wir oben stehen würden? Dass dann manchmal realistisch gemeinte Einschätzungen als Selbstüberhöhungen rüberkommen, führe ich aber auf eine andere Perspektive zurück. Wer die Erstligatabelle in der Regel von unten sieht, der sieht sie eben anders als jemand, der sie normalerweise von ganz oben oder von ganz außerhalb betrachtet. So darf ich mir HEUTE NOCH unfreundliche Kommentare zu MBs Zitat von der „Tristesse der Zweiten Liga“ anhören (war mE nicht hämisch gemeint, kam aber genau so an). Und das, was nicht so realistisch gemeint ist, darf getrost in die Schublade „Trommeln gehört zum Geschäft“ gestopft werden.

    Selbstverständlich konnten wir (meine Frau und ich) uns eine gewisse diebische Freude über das Ausscheiden des FC Bollywood auch nicht verkneifen, weil irgendwie damit nicht so recht zu rechnen war. Falls der Club überhaupt jemals in diese Lage kommen sollte, dann dürfen wir dies (wenigstens vom Status Quo ausgehend) als unfassbaren Erfolg werten. Dass dieses Ausscheiden vielleicht einmal unser Schaden sein könnte, wenn wir in zwei, drei Jahren wegen marginaler Punktedifferenzen in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung als Sechster nicht nach Europa tingeln dürfen, … naja, lässt sich wohl kaum auf genau dieses eine Spiel zurückführen (hätte aber was von typisch Club – ich rechne fest mit dem sechsten Platz in der diesjährigen Abschlusstabelle – nächstes Jahr wieder weiter hinten).

    Ich persönlich habe Alexanders Artikel gelesen und in vollen Zügen genossen – bis ich auf den Link zu breitnigge.de stieß. Was dort teilweise abging, hat mir aber einen Schauer übern Rücken laufen lassen. Ich kenne die Hintergründe nicht. Ich kann erst recht nicht beurteilen, welcher Art und in welcher Tiefe die persönliche Bekanntschaft sein könnte, ich habe nur erst kürzlich selbst erleben dürfen, wie unzulänglich man selbst ist; als ElectricMaxxx die gelben Lichter am Eingang zu unserer Leichtschuldenkampfbahn erklärte, fielen mir Schuppen von den Augen, weil er das vor etwa anderthalb Jahren schon einmal bei unserer einzigen Begegnung (Auswärtsspiel Frankfurt) erwähnt hatte – ich hatte es schlicht und einfach vergessen. Beim Frankfurt-Heimspiel wurde jemand nach gelben Einlasslicht direkt vor meiner Frau und mir aber so richtig gründlich gefilzt. Böller auf dem Parkplatz, Polizei in Truppenstärke an allen Ecken und Enden auf dem Weg zum Stadion: Ich schob einfach den vollkommen falschen Film. Insofern: Entschuldige bitte, ElectricMaxxx.

    Kurz und gut: Auch ich habe meine sorgsam gepflegten Vorurteile über Bayern-Fans. Die gelten aber auch nur für die Masse, sobald mir ein einzelner gegenübersteht, passt der auch irgendwie nicht so recht in die vorgedachte Schablone. Daher versuche auch ich immer, schön locker in der Hose zu bleiben. Es gibt wichtigeres als die Fanschaft zu einem Fußballverein. Kastrati gehts übrigens wieder besser.

    • Es geht beim FC Bayern nicht um die Pissnelken die in einer Anhängerschaft einfach vorkommen sondern der Fisch beginnt da vom Kopf herab zu stinken.

      Ich fand es unerträglich wie die Bayern Verantwortlichen insbesondere Hoeneß und Rummenigge über Jahre permanent die ganze Liga belehren mussten und gleichermaßen darauf hinweisen, dass nur sie selbst das Maß aller Dinge sind im Deutschen Fußball. Trotz des zugegebenen stolzen Etats ist dem eben nicht so.

      Gipfelte auch noch darin dass Hoeneß ja auch vor der letzten WM wußte, dass man aus Sicherheitsgründen in so ein Land wie Südafrika erst gar nicht fährt. Zum Glück verhallten solche Unkenrufe ungehört. Diese Münchner Art wenn es selber nicht so läuft wenigstens bei anderen Unruhe zu stiften kann ich einfach nicht ausstehen. Freut mich auch dass es bei Mats Hummels und Dortmund den Bayern nicht gelungen ist.

      Farbfilmvergesser: Donnerwetter, ihr kennt die aber recht gut.

      Vermutlich sehe ich das alles ein bisschen differenzierter, weil ich mitten in Feindesland arbeite und wohne (Arbeit grob zwanzig Meter vom westvorstädtischen Rathaus entfernt, Wohnung etwa hundert Meter vom ortsansässigen Batzi-Nest=Sportsbar). Ist eine Menschenansammlung erst einmal groß genug, dann finden sich auch genug Pissnelken darin; sich an denen zu orientieren mag vielleicht naheliegen, weil Schreier immer mehr auffallen, führt aber nach meinen unmaßgeblichen Erfahrungen in die Irre.

      Dass ein Establishment sich selbst konservieren will (Verteilung der Fernsehgelder 1. und 2. Liga, Aufteilung der UEFA-Kohle auf CL und EL), ist doch eher natürlich – Hand auf’s Herz: Würden wir „Nein, danke“ sagen, wenn wir oben stehen würden? Dass dann manchmal realistisch gemeinte Einschätzungen als Selbstüberhöhungen rüberkommen, führe ich aber auf eine andere Perspektive zurück. Wer die Erstligatabelle in der Regel von unten sieht, der sieht sie eben anders als jemand, der sie normalerweise von ganz oben oder von ganz außerhalb betrachtet. So darf ich mir HEUTE NOCH unfreundliche Kommentare zu MBs Zitat von der „Tristesse der Zweiten Liga“ anhören (war mE nicht hämisch gemeint, kam aber genau so an). Und das, was nicht so realistisch gemeint ist, darf getrost in die Schublade „Trommeln gehört zum Geschäft“ gestopft werden.

      Selbstverständlich konnten wir (meine Frau und ich) uns eine gewisse diebische Freude über das Ausscheiden des FC Bollywood auch nicht verkneifen, weil irgendwie damit nicht so recht zu rechnen war. Falls der Club überhaupt jemals in diese Lage kommen sollte, dann dürfen wir dies (wenigstens vom Status Quo ausgehend) als unfassbaren Erfolg werten. Dass dieses Ausscheiden vielleicht einmal unser Schaden sein könnte, wenn wir in zwei, drei Jahren wegen marginaler Punktedifferenzen in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung als Sechster nicht nach Europa tingeln dürfen, … naja, lässt sich wohl kaum auf genau dieses eine Spiel zurückführen (hätte aber was von typisch Club – ich rechne fest mit dem sechsten Platz in der diesjährigen Abschlusstabelle – nächstes Jahr wieder weiter hinten).

      Ich persönlich habe Alexanders Artikel gelesen und in vollen Zügen genossen – bis ich auf den Link zu breitnigge.de stieß. Was dort teilweise abging, hat mir aber einen Schauer übern Rücken laufen lassen. Ich kenne die Hintergründe nicht. Ich kann erst recht nicht beurteilen, welcher Art und in welcher Tiefe die persönliche Bekanntschaft sein könnte, ich habe nur erst kürzlich selbst erleben dürfen, wie unzulänglich man selbst ist; als ElectricMaxxx die gelben Lichter am Eingang zu unserer Leichtschuldenkampfbahn erklärte, fielen mir Schuppen von den Augen, weil er das vor etwa anderthalb Jahren schon einmal bei unserer einzigen Begegnung (Auswärtsspiel Frankfurt) erwähnt hatte – ich hatte es schlicht und einfach vergessen. Beim Frankfurt-Heimspiel wurde jemand nach gelben Einlasslicht direkt vor meiner Frau und mir aber so richtig gründlich gefilzt. Böller auf dem Parkplatz, Polizei in Truppenstärke an allen Ecken und Enden auf dem Weg zum Stadion: Ich schob einfach den vollkommen falschen Film. Insofern: Entschuldige bitte, ElectricMaxxx.

      Kurz und gut: Auch ich habe meine sorgsam gepflegten Vorurteile über Bayern-Fans. Die gelten aber auch nur für die Masse, sobald mir ein einzelner gegenübersteht, passt der auch irgendwie nicht so recht in die vorgedachte Schablone. Daher versuche auch ich immer, schön locker in der Hose zu bleiben. Es gibt wichtigeres als die Fanschaft zu einem Fußballverein. Kastrati gehts übrigens wieder besser.

  • Mir ist es eigentlich egal wo Bayern steht oder wie Bayern spielt. Hauptsache der Club spielt weiter so gut Fussball. Ich bin sicher kein Bayern-Fan, aber hätten uns die Münchner nicht letzte Saison Ottl und Breno ausgeliehen, würden wir uns wahrscheinlich heute über das Derby gegen Greuther Fürth unterhalten. Ekici ist auch von den Bayern ausgeliehen und mit etwas Glück bleibt er noch ein Jahr beim Club. Also ein bischen Schadenfreude ist ganz gut und wenn wir die Bayern am 9. April mit 3:0 nach München zurückschicken könnten, würde ich mich riesig freuen. Bayern spielt mit seinen finanziellen Möglichkeiten aber weiterhin in einer anderen Liga wie der Club. Der Club hat es leider versäumt Honeß bei seinen Gastspiel beim Club festzuketten, wie es der ehemalige Präsident Roth schon gesagt hat, dann wären uns Club-Fans bestimmt einige Abstiege erspart geblieben und finanziell stände der Club sicherlich auch anders da. Martin Bader hat es geschafft den Club aus den negativen Schlagzeilen zu bringen (siehe S04,HSV,Wolfsburg)
    und versucht den Club auf ein tragfähiges Fundament zu stellen. Dieter Hecking hat es geschafft das der Club auf Platz 6 der Bundesliga steht mit Chance auf die EL. Deshalb kann Bayern von mir aus jedes Jahr Meister werden und die Champions League gewinnen, Hauptsache den Club-Verantwortlichen gelingt es, ihre sehr gute Arbeit weiterzuführen und auch nach Durststrecken, (die sicherlich auch kommen werden) kühlen Kopf zu bewahren.

  • Ein befreundeter, gut erzogener Bayernfan ist zufällig an Karten fürs Cl- Spiel gekommen, und hat sich natürlich gefreut wie ein Schnitzel. Da schreibt er via Facebook noch von „super erste Halbzeit“, gefolgt von „FCB- make me proud!“, und danach kam lange gar nix mehr. Da tat er mir – ganz ohne Häme- schon ein wenig leid, zumal er schon beim Pokalspiel gegen Schalke zugegen war, und sich jetzt als echter Seuchenvogel Klopp’scher Definition fühlt. Die Bayern und ihre Fans Tage kommen mir dieser Tage vor wie ein Fussballprofi mit Grasallergie, irgendwie skurill, aber letztlich doch ein Allerweltsleiden.

  • Mal was anderes: Wir diskutieren gerade in einem Kumpelforum die verschiedenen EL- und CL-Qualifikationsfälle, nicht ganz uneigennützig durch. Vielleicht ja dem Glubb ja doch der 6. Platz.

    Dazu gibt es den Wikipedia Artikel zur UEFA 5 Jahreswertung. Und da steht irgendwas verschwurbeltes drin zu folgenden, noch möglichen Fall:

    – Schalke wird DFB-Pokalsieger UND gewinnt die Champions-League

    -> So, als Titelverteidiger ist nun Schalke automatisch für die CL qualifiziert und natürlich auch für die EL. In diesem Fall rutscht dann, da nicht mehr als 3 deutsche Vereine in der CL sein dürfen und Schalke als DFB-Pokalsieger auch für die EL qualifiziert wäre, der Tabellendritte in die EL ab.
    -> In der EL wären dann: 3., 4. und 5. (?) der Buli und Duisburg als DFB-Pokalfinalist.

    Könnt ihr das bestätigen oder wie seht Ihr diese seltsamen Quali-Regeln?

    (Baiern wären dann als etwaige Dritte NICHT in der CL?)

  • Ich denke und fühle konzentrisch. Der Mittelpunkt ist der Club. Und Fürth ist mir lieber als Ingolstadt oder Augsburg. Aber Ingolstadt liegt mir näher als Bochum oder Oberhausen. Und das rote München ist mir lieber als Schalke, Mailand oder Madrid.

  • @ Wolferl
    Bis auf ein tiefes schwarzes Loch im roten München (das blaue München stört mich nicht) und einer hellen Sonne im hohen Norden bei Bremen geht es mr da ähnlich… 😉

  • Vielleicht sollten wir ja doch mal die große Sympathie-Umfrage starten, die neulich vorgeschlagen wurde. Aber wie gesagt: Man kann nicht alle Mannschaften der 1. und 2. Liga machen plus dann noch paar Altvordere wie RW Essen oder Wacker Burghausen. Wenn man das macht, dann brauchen wir eine überschaubare Gruppe zur Abstimmung. Hoffenheim und Wolfsburg kann man da ja schon mal rausnehmen, Hannover sicher auch, Sympathiewerte gibt es aber vielleicht tatsächlich für Freiburg oder Mainz.

  • @ Alexander
    also aus der BuLi würde ich keinen weglassen und in der 2. Liga vielleicht nur relevante Clubs (regelmäßig erstklassig bzw. derzeit im Aufstiegsrennen oder regional benachbart) einbeziehen. Kandidaten wie Paderborn halte ich dagegen für verzichtbar.

    • Optimist:
      @ Alexander
      also aus der BuLi würde ich keinen weglassen und in der 2. Liga vielleicht nur relevante Clubs (regelmäßig erstklassig bzw. derzeit im Aufstiegsrennen oder regional benachbart) einbeziehen. Kandidaten wie Paderborn halte ich dagegen für verzichtbar.

      Dann nenn mal ne konkrete Auswahl 🙂

      • Alexander | Clubfans United: Dann nenn mal ne konkrete Auswahl

        Na, danke für den Peter 😉
        Club kann man weglassen, sollte klar sein, wo der hier landet 😉
        die restlichen 17 Erstligisten, dazu Platz 1 – 10 in Liga 2, zzgl. KSC, Ingolstadt, vielleicht FSV FFM für die Frankfurter Fraktion und vielleicht noch Bielefeld, OFC und Hansa…

        wird das zu viel? was wichtiges vergessen (z.B. Braunschweig, RB Leipzig, Unterhaching, Basler Burghausen)?

        Ist ein großes Fass….

  • Ich weiß ja nicht, wie man das umsetzen kann, aber ich hätte so als Modell eine Punktevergabe gemäß Anzahl der Kandidaten: Also bei 20 Teams verteilt man einfach 1 – 20 Punkte an die Teams nach Sympatiereihenfolge; je mehr, je lieber….

    • Optimist:
      Ich weiß ja nicht, wie man das umsetzen kann, aber ich hätte so als Modell eine Punktevergabe gemäß Anzahl der Kandidaten: Also bei 20 Teams verteilt man einfach 1 – 20 Punkte an die Teams nach Sympatiereihenfolge; je mehr, je lieber….

      Das wird dann technisch zu komplex. Das Modul, das wir aktuell hier haben, kann entweder „eine Antwort“ oder „mehrere Antworten“ zulassen. Das war’s. 🙂

      Ich denke man sollte es auch nicht zu akademisch machen. Die Umfragen hier sind ja auch nicht repräsentativ und werden (das kann man in den Logs gut sehen) bisweilen auch von manchen „intensiver“ als anderen verfolgt. :mrgreen:

      Und wie gesagt: Wolfsburg und Hoffenheim haben doch schon vor Ort kaum Freunde, warum sollte man die als Quotenfüller hierbei aufnehmen, da besteht ja kein Bezug. Freiburg eher, Mainz noch, vielleicht sogar Stuttgart und Frankfurt wegen der „konzentrischen“ Neigungen. Dazu die Vereine der bayuwarischen Zwangsgemeinschaft (inkl. Burghausen, Unterhaching, 1860, Augsburg, die Schanzer und die Westvorstadt), plus Schalke, Dortmund, Bremen und St. Pauli. Alles andere – wenn ich keinen vergessen hab – hat ja nur theoretische Stimmchancen.

  • Alexander, vergiss HANSA net in die Liste aufzunehmen!!! Sonst bin ich sauer… 😉

      • Alexander | Clubfans United: Bitte sei mir gewogen! Aber Hansa ist dem Rotstift zum Opfer gefallen…

        Bis jetzt schon 29 potentielle Hansa Fans ( 42%). Irgendwie erinnert mich das an Politik. Da wird auch nahezu die Hälfte der Bevölkerung nicht weiter beachtet… 😉

        Ich plädiere auch für“ Leu Braunschweig, SV Alsenborn, SpVgg Bayreuth, Göttingen 05, Bayern Hof, Kickers 1900 Berlin, Saar 05 Saarbrücken,VfR Heilbronn, FC Freiburg, FK Pirmasens, SW Essen, Preussen Münster, Sperber Hamburg, “ usw…alles Heroes meiner Jugend!! 😉

        • KUZ: Bis jetzt schon 29 potentielle Hansa Fans ( 42%). Irgendwie erinnert mich das an Politik. Da wird auch nahezu die Hälfte der Bevölkerung nicht weiter beachtet… ;-)

          Ich plädiere auch für” Leu Braunschweig, SV Alsenborn, SpVgg Bayreuth, Göttingen 05, Bayern Hof, Kickers 1900 Berlin, Saar 05 Saarbrücken,VfR Heilbronn, FC Freiburg, FK Pirmasens, SW Essen, Preussen Münster, Sperber Hamburg, ” usw…alles Heroes meiner Jugend!!;-)

          Jo, da kann ich auch noch welche beitragen wie den TSV Vestenbergsgreuth! Sogar den FSV Frankfurt mochte ich mal. Aber irgendwie musste ich das Ganze dann doch eingrenzen.

          Und gerade bei Hansa ist es schon nicht leicht den Verein zu mögen, irgendwie. Man sieht da ganz unschöne Sachen in den Medien seitens der Fans.

          • Alexander | Clubfans United:

            Und gerade bei Hansa ist es schon nicht leicht den Verein zu mögen, irgendwie. Man sieht da ganz unschöne Sachen in den Medien seitens der Fans.

            Hansafans sind Glubbfans sehr ähnlich. Und sehr phantasievoll. Vor einigen Jahren haben Hansa-Fans mal bei einem Spiel in Hannover Fische statt Böller mitgeführt. Der Selbstreinigungsprozess ist seit einiger Zeit im Gange. Leider wird inzwischen jede Verfehlung penibel dokumentiert und erwähnt, während anderswo Böllereien einfach ignoriert werden. Allerdings befürchte ich, dass es wohl am Sonntag im Spitzenspiel in Braunschweig ( Live im 3. Programm NDR) wieder Probleme geben könnte. Liegt aber auch daran, dass Magdeburg mit Braunschweig verbandelt ist und im Hinspiel der Braunschweiger-Block für 2 Spielunterbrechungen gesorgt hat.

            Falls es Dich interessiert, es ist gerade ein Buch über Hansa herausgekommen: Tradition im Norden – Die Geschichte eines Vereins in Zitaten!

            Nur Zeitungszitate,Spielerzitate oder auch Zitate aus diversen Fussballforen usw über einen Verein. Das dürfte bisher einzigartig sein, nicht so eine Ansammlung unspezifischer Zitatesammlungen wie es gerade üblich ist. Also nicht nur ein Buch für Hansafans …

            Mit Deiner Erlaubnis gebe ich die Internetseite der Autorin bekannt, auf der Auszüge gelesen werden können. Und auch der Glubb ist ganz gut vertreten…. 😉 ( Bei allgemeinen Zitaten!!)

            http://www.fussballzitate-buch.de/3101.html

          • Alexander | Clubfans United: Und gerade bei Hansa ist es schon nicht leicht den Verein zu mögen, irgendwie. Man sieht da ganz unschöne Sachen in den Medien seitens der Fans.

            Da muss ich KUZ mal beistehen, auch wenn ich mit Hansa eigentlich gar nichts am Hut habe, weder regional, noch sonst wie. Aber immerehin habe ich ja auch Hansa für die Auswahl (am Rande) mit erwähnt…

            Man muss das, was man seitens der Fans mitbekommt und was der Verein repräsentiert schon trennen – sonst dürften wir unseren Club ja eigentlich auch nicht so richtig mögen (es sei nur an die Bochumer Pyro-Affäre erinnert, zugegebenermaßen sind sie seitdem aber fast vorbildlich).

            Was mir aber imponiert hat, ist, wie Hansa mit den Braunen umgeht, gerade in einer Region, die für rechte Tendenzen verschrien ist. Hansa hat kürzlich den gesamten NPD-Klüngel rausgeworfen und sich klar gegen Rechts positioniert. Seitdem habe ich eine deutliche Sympatie für Hansa (auch wenn es nicht für die Top 5 reicht). Dass es immer wieder Stinkstiefel bei den Fans gibt, ist etwas anderes. Zum einen distanziert sich Hansa von solchen Fans und zum anderen gibt es die ja eigentlich in jedem Verein….

  • Juwe: Ich fand es unerträglich wie die Bayern Verantwortlichen insbesondere Hoeneß und Rummenigge über Jahre permanent die ganze Liga belehren mussten und gleichermaßen darauf hinweisen, dass nur sie selbst das Maß aller Dinge sind im Deutschen Fußball. Trotz des zugegebenen stolzen Etats ist dem eben nicht so.

    Ganz genau das meine ich (wobei die Gefahr, Wurst-Uli über den Weg zu laufen, eher gering ausfallen dürfte): Was aus den Medien kommt und was den Menschen ausmacht, sind einfach zwei Paar Stiefel. Unter FCB-Anhängern ist der Uli extrem hoch angesehen, weil er nicht nur den FC in die immer noch aktuellen wirtschaftlichen Höhen gebracht hat (auch die 60er hatten ein Olympiastadion vom Freistaat mitfinanziert bekommen), sondern vor allem wegen seinem sozialen Engagement, von dem mir kaum etwas bekannt ist. Mir bleibt also gar nichts anderes übrig, als die Lichtgestalt (oder wie auch immer man das von Medien vermittelte Bild nennen will) und die Person zu trennen. Eine Meinung habe ich zu beiden, wobei ich aber auch genau weiß, dass ich mir zur Person kein Urteil erlauben darf/kann/soll. Und zur Medienperson bleibt mir nichts anderes übrig, als das zu nehmen, was ich mitbekomme (was zwangsläufig auch nur ein Ausschnitt ist). Sagt Hoeneß, dass der FCB überhaupt das Größte, Beste und Schönste ist, dann ist das eine Nachricht (und ich möchte lieber nicht wissen, wie oft solche Sätze mit „in meiner Karriere“ weitergegangen wäre, wenn die Zitate immer vollständig wären). Medien vermitteln Bilder und damit nur allzu oft auch Meinungen. Allein die allgegenwärtige Fokussierung auf den FCB bringt mich zum Kotzen. In allen Pokalrunden ist (fast) immer ein FCB-Spiel zu sehen. Und auch im Zusammenhang mit der Poschmann-Affäre fiel ein paar Mal der Vorwurf, es würde von den Medien immer nur über ein paar wenige Vereine berichtet und der Rest (zu dem auch der Club gehört) ist bestenfalls Suppengrün beim Hochzeitsgelage. Davon profitiert der FCB (und die wenigen anderen), und er wird sich deshalb auch in Zukunft kaum dagegen wehren, wird aber der Sache nicht gerecht.

    Thema unserer Debatte war aber zuerst das Verhältnis zu den FCB-Anhängern, von denen zumindest ich das Bild des hoffnungslosen Loosers habe, der sich am Vereinserfolg wieder aufrichtet. Mein persönliches, sorgsam gepflegtes Feindbild, das bei passenden Gelegenheiten aucxh immer wieder Bestätigung erhält. Aber das darf nicht für alle gelten, obwohl diese Erfolge vermutlich Looser anziehen.

    Vor gar nicht allzu langer Zeit hatte belschanov ein Video gelinkt, das einen kleinen Steppke bei zugegeben genialer Ballbehandlung zeigte. Begeisternd. Bloß die ersten zehn, fünfzehn Sekunden fokussierten auf den FCB, mit Logo und Lageplan und Wasweißichdergeier – da ging mir das Messer in der Hose auf. Ein Fanvideo eben, und zwar das eines Vaters, der (wohl hauptsächlich) auf seinen Steppke stolz ist. Das FCB-Getue diente vermutlich zur Glorifikation, da war bei mir der Rollladen schon unten, bevor der Kurze auch nur das erste Mal zu sehen war. Wir sehen also das Vereinsspezifische eigentlich gleich, schätze ich. Will ja auch nur zur Differenziation mahnen…

  • Das Bayern-Gen, das stammt aber nicht aus dem Buch von Sarrazin, oder?

  • @Alexander: Danke, das wusste ich bereits. 😉 Meine Bemerkung war nur als Witz oder allenfalls Satire gemeint. Nicht mehr, nicht weniger.

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