Schräge Pfiffe – Vom Platz und von den Rängen

Ein Kommentar

Vollkommen unstrittig gab es am Samstag vor ausverkauftem Haus zwei klar Fehlentscheidungen mit Folgen. Mindestens eine davon, gemeint ist der zweite Elfmeter, lässt sich aber wohl nur durch den Videobeweis wirklich entschlüsseln. Die andere klare Fehlentscheidung, die Gelb-Rote Karte gegen Chandler, hätte man an einem guten Tag wohl richtig erkennen müssen, wurde aber eigentlich nur dadurch zum Aufreger, weil der mit Gelb bedachte bereits mit Gelb vorbelastet war und so mit der Ampelkarte dem FCN der wohl letzten Hoffnung auf eine Wende im Endspurt der Zahn gezogen war. Zwei (Fehl-)Entscheidungen, die – so man betroffen ist – unschön sind, aber leider auch laufend passieren – genau wie der Nach-vorne-Abpraller des Torwarts, der Querschläger des Innenverteidigers, der Fehlpass in der Vorwärtsbewegung oder das Luftloch des Stürmers vor dem Tor.

Mit Hinblick auf das Spielergebnis gegen Werder ist doch viel mehr der Punkt, dass – wie auch Hecking betont – der Schiedsrichter im Grunde einen genau so schlechten Tag hatte wie die Mannschaft des FCN. Und das ist nicht weiter tragisch und kommt halt auch mal vor, aber sich jetzt nur auf ein „verpfiffenes Spiel“ einzustimmen und die eigene Leistung immer nur im Nebensatz mitzuführen („ach ja, gut waren wir ja auch nicht“), klingt im Gesamtkanon doch eher wie „schlechte Verlierer sein“.

Die Frage ist nämlich durchaus erlaubt, wer denn (und wie) einen Ausgleich oder gar eine Führung noch hätte erzielen sollen. Die Historie des Spiels war doch eher so, dass die erste strittige Entscheidung (Foul an Ekici durch Silvestre) sehr schwer zu entscheiden war und auch nach Videostudien unklar bleibt bzw. sogar eigentlich richtig entschieden wurde. Die zweite kritische Situation, der Elfer gegen Pizzarro wiederum ist zwar gefühlt eine Bagatelle, faktisch aber ein Trikotvergehen, das nun mal vor allem auch diese Saison häufig schon geahndet wurde. Doch all dies war durch den abgefälschten Ball von Gündogan ja egalisiert, wobei man aber auch da schon sagen muss: Eine Torchance wäre der Ball ohne das Abfälschen auch nicht gewesen. Das 1:2 dann war in einem Spiel ohne viele Höhepunkte und großer Fehlerquoten ja fast schon die Entscheidung – und dieses Tor, die Entstehung des vorangehenden Freistoßes ist da ja nicht von Belang, war schlicht einer schlechten Abwehraktion vor die Füße des Gegners geschuldet. Kurzum: Viele Chancen hatte der FCN nicht, klare Chancen wurden nicht „verpfiffen“ und die beiden am Ende Spiel entscheidenden Gegentore wurden regelgerecht erzielt.

Sicher wissen wir heute nach Studium der Fernsehbilder mehr und fühlen uns bestätigt, dass Schiedsrichter Weiner insgesamt keinen guten Tag hatte, in vielen kleinen Entscheidungen falsch lag und selbst keine Linie fand. So krass wie im Gladbach-Spiel war es aber nicht, dazu war aber auch der FCN nicht stark genug.

Neutrale Beobachter stufen daher auch nicht ganz zu Unrecht die Reaktionen als übertrieben ein. Bereits während des Live-Spiels äußerten Kommentatoren die Bedenken, dass die Zuschauer und auch die Spieler sich hochschaukelten und sich dann im Folgenden mehr mit dem Schiedsrichter als dem Spiel beschäftigten. Und sicher war es auch keine gute Grundlage für die Chemie Schiedsrichter/Verein, wenn dieser bereits in der Anfangsphase darum bitten musste, das Bewerfen von Spielern der gegnerischen Mannschaft zu unterlassen. Spätestens nach dem ersten Elfmeterpfiff war dann endgültig das Kind im Brunnen und die Ränge machten sich dabei eben auch in ihren Reaktionen unglaubwürdig, wenn im Folgenden auch bei klaren Abseitsentscheidung hyperventiliert wurde.

Was ist die Lehre dieses Spiels? Der FCN stieß auf einen SV Werder, der seine Hausaufgaben gemacht hatte und sich auf den FCN eingestellt hatte. Gingen wohl lange viele Mannschaften mit breiter Brust ins Spiel gegen den Club, frei nach dem Motto: „Was kümmert uns deren Aufstellung/Taktik, wir sind eh besser und müssen nur unser Spiel durchbekommen!“, hat der 1. Platz der Rückrundentabelle eben Eindruck hinterlassen. Schon Littbarski nannte, was man so noch nicht oft hörte in Pressekonferenzen vor dem Spiel, einzelne Spielernamen und verwies auf die individuellen Stärken z.B. eines Ekici oder Mak und wie man denen begegnen wolle. Es ist eben der „Fluch des Erfolgs“, dass man nun selbst auf Gegner trifft, die mit einem Remis erst mal zufrieden wären und mit kompakter Defensive und Nadelstichen nach vorne ihr Heil suchen.

Wer immer vom Europapokal oder auch nur einem einstelligen Platz in der Liga auf längere Sicht träumt, wird dieses Spiel als Warnschuss nehmen dürfen. Wer da oben mitspielen will, der muss Siege einfahren (vor allem zu Hause) und wird oft auf Gegner treffen, die eben vor allem mal nicht verlieren wollen. Dagegen hat der junge FCN bisher noch kein schlüssiges Konzept entwickelt, vor allem wenn Leistungsträger angeschlagen oder formschwach sind oder eben gar nicht zur Verfügung stehen. Auch hat das Spiel gezeigt, dass die Mannschaft sich aus dem Konzept bringen lässt, wenn der Spielverlauf auch durch einen schwachen Schiedsrichter in die Schieflage kommt und ein ausverkauftes Haus das ganze noch zum Kochen bringt. Oder anders: Eine erfahrene Mannschaft weiß so eine Stimmung für sich zu Nutze zu machen oder eben sich entsprechend zurückzuhalten, gerade wenn es um kleinere Handgreiflichkeiten und verbalen Unmutsäußerungen geht. Niemand will die Aktionen Pizzarros hier im Geiste der Fairness beschönigen, aber Pizza wusste eben, was man zu tun hat und es gibt genug Fans, die so einen alten Recken, der mit allen Wassern gewaschen ist, gern in den eigenen Reihen hätten – nur beim Gegner ist es halt nicht gern gesehen.

Man sollte einfach dieses Spiel nicht überbewerten – einfach weil die Saison insgesamt schon zu gut ist.

»Auch deshalb ist die gefühlte Enttäuschung außerhalb des Sportparks größer als innen, „weil an dieses Spiel von außen eine große Erwartungshaltung geknüpft wurde. Aber dafür ist die Gesamtsituation zu gut, als dass das so ein Negativschlag gewesen wäre, der uns meilenweit zurückwirft.“«
Quelle: Hecking via FCN.de

Was nicht heißen soll, dass man aus so einem Spiel nicht auch viel lernen kann.

39 Gedanken zu „Schräge Pfiffe – Vom Platz und von den Rängen

  • Stimmt schon.
    Die Saison verläuft zu gut, um dieses Spiel überzubewerten.
    Ein Fass wie bei Rafati muss man deswegen nicht aufmachen.
    Die Niederlage ist auch nicht weiter dramatisch.
    Wie unser Trainer sagte, hat man die Niederlage auch vor allem sich selbst zuzuschreiben.
    Werder hat unter dem Strich verdient gewonnen.

    Dass Michael Weiner aber nicht fähig ist,
    auch nur einen seiner offensichtlichen Fehler zuzugeben,
    statt dessen aber eine vergiftete Atmosphäre anprangert,
    sprich Ursache und Wirkung mal schön vertauscht,
    ist alles andere als souverän.

    Ganz anderer Meinung bin ich allerdings, was „den Recken, der mit allen Wassern gewaschen ist“ anbelangt. Nix gegen Pizza, aber generell sollten solche Schindereien, von wem auch immer, hart (und auch nachträglich) bestraft werden. Mit „Schlitzohrigkeit“ oder gar „Professionalität“ hat das, finde ich, nichts zu tun. Eher mit mangelhafter Kollegialität.

    • Bundestrainer: Ganz anderer Meinung bin ich allerdings, was “den Recken, der mit allen Wassern gewaschen ist” anbelangt. Nix gegen Pizza, aber generell sollten solche Schindereien, von wem auch immer, hart (und auch nachträglich) bestraft werden. Mit “Schlitzohrigkeit” oder gar “Professionalität” hat das, finde ich, nichts zu tun. Eher mit mangelhafter Kollegialität.

      Eigentlich kann man da gar nicht „ganz anderer Meinung“ sein, weil das ja schon nur die Darstellung einer „anderen Meinung“ war. 😀

      Aber ich finde, man tut da Pizza nun auch bisschen Unrecht. Er ist ja nun wirklich nicht die Inkarnation von Hugo Sanchez oder Pippo Inzaghi. Dass er etwas theatralischer fiel, als der Schubbser oder das Trikotziehen vielleicht nötig gemacht hätten, macht den Auslöser des Ganzen ja nicht wett: Chandler schubbste, Wollscheid zog – will man da den Täter schützen, weil das Opfer zu spektakulär auf das Vergehen hinweisst? Und beim letzten Elfer – im Spielverlauf auch eigentlich geschenkt – sehe ich auch noch keine Andy-Möller-Gedächtnis-Schwalbe. Klar sinkt er darnieder, aber es ist eben die Aufgabe des Schiedsrichters, das als eigenes Stolpern oder Foul zu bewerten. Ist ja auch nicht so, dass noch kein FCN-Spieler mal gern das dargebotene Bein – auch prophylaktisch – zum Anlass nahm zu Boden zu gehen. Da führen wir doch gerade eine etwas zu (schein-)heilige Diskussion.

      Dem Grunde nach bin ich ja bei dir: Gerne fordere ich mehr Sportsgeist, klare Regeln, harte Strafen für Simulanten, auch nachträglich. Aber da bin ich dann im Zweifel auch ziemlich allein, wenn es wirklich zu solchen Regeln käme und der Clubspieler betroffen ist (ich erinnere da nur ungern an den Faustschlag von Pinola gegen Cacau …)

  • Falsche Abseitsentscheidungen wurden bisher immer vergessen. Es wären sicherlich etwa drei klare Torchancen mehr für den Club geworden. Und die falschen Seitenausentscheidungen waren auch kurios. Da hatte nicht nur der Weiner einer miesen Tag erwischt, auch der Linesman auf der Gegengeraden-Seite war meistens falsch gelegen. Und damit fing das ganze dann gleich an.

    Warum das hier so hochgekocht wird? Das hat mit dem Medium wohl zu tun. Egal was im Internet wie oder wo geschrieben wird, meistens neigt man doch dazu aktuelle Launen in Beiträge einfliessen zu lassen.

    Generell wurmt einen aber beim Thema Schiedsrichter halt die altertümliche Funktionärs-Betrachtungsweise der Unfehlbarkeit, die man schon seit Jahren mit diversen Hilfsmitteln stark verbessern hätte können. Mit mehr als lahmen Argumenten wird das aber verteidigt, verzögert, nicht eingeführt, wieder verschoben usw.ff.
    Das ist wirklich sehr mittelalterlich und erinnert an ein anderes, bekanntes Unfehlbarkeitsdogma…

    Andersherum: Die Komplexität z.b. der Abseitsentscheidung mit aktiv und passiv kann nun doch kein Linienrichter mehr verfolgen. Auch da gab es am Wochenende wieder sehr verzögertes Fähnchenwinken. Das mit gleicher Höhe funktioniert auch nicht besonders und im Zweifelsfall wird für den Angreifer praktisch nie gepfiffen.

    In einem 11Freunde-Heft war mal ein Bild der Schiri-Ausstattung drin. Bis auf die Summer und Headsets ist das alles noch tiefste Fußball-Urzeit aus dem 19. Jahrhundert: Fähnchen, Pfeife und Kärtchen. Und gerade bei der Kärtchenvergabe muß man halt mal seine Aufzeichnungen anschauen BEVOR man eine – dann überraschend – zweite gelbe Karte zieht. Gelle, Herr Weiner?

  • Hmm…
    Kann es sein, dass uns diese Niederlage trotz der insgesamt großartigen Saison mehr weh tut, als wir es eigentlich zugeben wollen?

    Auch wenn der Kommentar berechtigt ist und ich auch zustimme, werd ich das Gefühl nicht los, dass wir diesmal 1-2 Tage länger brauchen, um ddie Niederlage so richtig zu verdauen.

    Bei der Mannschaft geht’s hoffentlich schneller.
    Vielleicht kommt die Ländespielpause ja gerade richtig für uns…

  • Wenn man ehrlich ist, dann hätten wir schon das Spiel in Wolfsburg verlieren können, aus Wolfsburger Sicht sogar verlieren müssen. Auch dort war das Spiel einigermaßen ausgeglichen, auch dort gabe es jede Menge Zweikämpfe im Mittelfeld, auch dort spielten wir keine einzige Torchance heraus, auch dort hatte der Gegner einige Torgelegenheiten mehr.

    Wie Alexander glaube ich, dass unsere Gegnerschaft endlich begriffen hat, dass es vielleicht doch Sinn macht, sich ein paar Gedanken zu machen, wie man diese Glubberer denn am besten bespielt. Das war dann vorletztes und letztes Wochenende auch deutlich zu erkennen. Mal abgesehen davon ging es für Werder und den VfL ja um einiges, wie sagt man, um die Existenz, dementsprechend verbissen wurde dann auch gearbeitet, wurden wir bearbeitet.

  • @Alexander

    Nee, ich assoziere Pizza keineswegs mit Schwalbenkönigen und beziehe mich auch nur auf den Elfer zum 1:3. Dass sich Pizza beim Interview (ich glaub‘, im „Sportstudio“ wars zu sehen) auf eben jene Frage abwechselnd an Nasenspitze und Ohren rumfummelte, hat auch schon irgendwie verraten, dass er sich nicht wohl fühlt in der Rolle einer Schwalbe. Aber, es war nicht spielentscheidend, seh ich auch so.

    Hm. „Faustschlag“. Hab ich eher als „Magenstubbser“ gesehen, wohl wissend um die schauspielerischen Ambitionen von Cacau. Aber klar, Interpretationssache.

    Wir werden Pizza’s Einlage also recht schnell wieder vergessen. Im Gegensatz übrigens zu vielen BVB-Fans etwas fortgeschrittenen Semesters, die den Glubb noch ziemlich stark mit Christian Wück und dessen damaliger Schwalbe assozieren. Immerhin dürfte ihnen das damals die Meisterschaft verhagelt haben.

    Dass Rapha Schäfer nach Pizza’s Schwalbe so heftig protestierte, entbehrte nicht einer gewissen Pikanterie. Da war doch was 2007 in Berlin. Gomez hebt im Strafraum ab, Schäfer sieht sehr unglücklich aus, Weiner pfeifft kurz vor Schluss Elfer, Schäfer protestiert heftig, fällt dadurch in Ungnade bei VfB-Anhängern, was ihm folglich das schlimmste Jahr seiner Karriere einbrockte. Das war für Rapha vielleicht auch so ne Art Deja Vu am Samstag.

    Aber ok. Pokalsieg. Alleine der Gedanke wirkt wie Prozec und ich bin ruhiggestellt … 😉

    • Bundestrainer: Dass Rapha Schäfer nach Pizza’s Schwalbe so heftig protestierte, entbehrte nicht einer gewissen Pikanterie. Da war doch was 2007 in Berlin. Gomez hebt im Strafraum ab, Schäfer sieht sehr unglücklich aus, Weiner pfeifft kurz vor Schluss Elfer, Schäfer protestiert heftig, fällt dadurch in Ungnade bei VfB-Anhängern, was ihm folglich das schlimmste Jahr seiner Karriere einbrockte. Das war für Rapha vielleicht auch so ne Art Deja Vu am Samstag.

      Historie-Check: War das nicht die Forderung der roten Karte gegen Cacau die zum Zerwürfnis mit den VfB-Fans führte?

  • Das Erleben eines Spiels im Stadion ist halt durchaus ein anderes als im Kommentatorensessel oder vor der Röhre zu Hause auf der Couch:

    „Bereits während des Live-Spiels äußerten Kommentatoren die Bedenken, dass die Zuschauer und auch die Spieler sich hochschaukelten und sich dann im Folgenden mehr mit dem Schiedsrichter als dem Spiel beschäftigten. Und sicher war es auch keine gute Grundlage für die Chemie Schiedsrichter/Verein, wenn dieser bereits in der Anfangsphase darum bitten musste, das Bewerfen von Spielern der gegnerischen Mannschaft zu unterlassen. Spätestens nach dem ersten Elfmeterpfiff war dann endgültig das Kind im Brunnen und die Ränge machten sich dabei eben auch in ihren Reaktionen unglaubwürdig, wenn im Folgenden auch bei klaren Abseitsentscheidung hyperventiliert wurde.“

    Ein bisschen viel unnütze und übertriebene Polemik gegen diejenigen Clubfans, die ohne Zeitlupe und Hochauflösung ihre Mannschaft durch die Gesamtheit der nicht richtigen Fehlentscheidungen eines Schiedsrichters ohne klare Linie benachteiligt sahen, was berechtigt war.

    Und Sportkamerad Frings, das war deutlich genug zu beobachten, den geworfenen Gegenstand zur Theaterrequisiste gemacht. Was nun bitte nicht so zu verstehen ist, dass das Werfen von Gegenständen eine zu duldende Geste ist, aber leider häufig genug vorkommt.

    • Christian: Das Erleben eines Spiels im Stadion ist halt durchaus ein anderes als im Kommentatorensessel oder vor der Röhre zu Hause auf der Couch:

      Kein Grund irgendwelche Gräben wieder aufzutun zwinschen Stadiongänger und Fans, die das Spiel auf andere Weise verfolgten oder verfolgen mussten. Dass man im Stadion von der Stimmung vereinnahmt wird ist ja üblicherweise das tolle an der Sache. Und ehrlich: Ich persönlich wäre gern da gewesen.

      Aber dieses Hochschaukeln kenne ich sonst nicht in Nürnberg. Da wird sich halt mal aufgeregt und dann ist auch wieder gut. Das ist auch ein Effekt, den ich mit anderen Fans vereinsübergreifend schon diskutierte und vor allem der Atmosphäre in der Commerzbank-Arena sonst zuschreibe: Eine kleine Aktion, ein Foul oder eine Schwalbe, und der betreffende Spieler des Gegners wird „gedisst“ bis zur 90ten Minute. Warum? Weil es so schön Stimmung macht, meinte mal ein SGE-Fan zu mir. Sozusagen „taktischer Fan-Support“. Aus Nürnberg kenne ich das eben sonst nicht und ich finde: Das ist auch gut so.

      Christian: Ein bisschen viel unnütze und übertriebene Polemik gegen diejenigen Clubfans, die ohne Zeitlupe und Hochauflösung ihre Mannschaft durch die Gesamtheit der nicht richtigen Fehlentscheidungen eines Schiedsrichters ohne klare Linie benachteiligt sahen, was berechtigt war.

      Ich sah da keine Polemik in der zitierten Passage. Es ist die reine Wiedergabe des Gehörten und der Hinweis auf eine Binsenweisheit, dass das Bewerfen aus dem Fanblock keinen guten Eindruck auf Unparteiische macht.

    • Christian: Sportkamerad Frings, das war deutlich genug zu beobachten, den geworfenen Gegenstand zur Theaterrequisiste gemacht. Was nun bitte nicht so zu verstehen ist, dass das Werfen von Gegenständen eine zu duldende Geste ist, aber leider häufig genug vorkommt.

      Sportskamerad Fring hat eben kurz zuvor versucht, Kollege Gündogan wieder ins Krankenhaus zu treten, was ihm zum Glück misslang und dem Schiedsrichter wohl nicht heftig genug ausfiel um eine verdiente Karte zu ziehen. Nicht, dass ich das billige oder gutheiße, aber er hat sich nunmal selbst zur Zielscheibe der Fan-Wut gemacht. Ohne die Vorgeschichte wäre da sicher auch nichts geflogen….

      • Optimist: Sportskamerad Fring hat eben kurz zuvor versucht, Kollege Gündogan wieder ins Krankenhaus zu treten, was ihm zum Glück misslang und dem Schiedsrichter wohl nicht heftig genug ausfiel um eine verdiente Karte zu ziehen. Nicht, dass ich das billige oder gutheiße, aber er hat sich nunmal selbst zur Zielscheibe der Fan-Wut gemacht. Ohne die Vorgeschichte wäre da sicher auch nichts geflogen….

        Vielleicht fehlt mir da ganz generell der emotionale Zugang, was einen Menschen dazu bewegt mit Gegenständen, die im dümmsten Falle wirklich weh tun oder gar verletzen können, von seinem Platz aus zu bewerfen. Aber ich muss an dieser Stelle zugeben auch noch nie einen Becher Bier in die Menge geworfen zu haben. So, jetzt ist es raus …

      • Optimist:

        Sportskamerad Frings hat … versucht, Kollege Gündogan wieder ins Krankenhaus zu treten…

        So weit sollte man bei allem bei allem Ärger über die Niederlage und die schwache Schiedsrichterleistung dann doch nicht gehen.

        Ich habe auch schon Spiele gesehen, in denen ein Club-Spieler ein rot-würdiges Foul begangen hat, das nicht entsprechend geahndet wurde.

        • belschanov: So weit sollte man bei allem bei allem Ärger über die Niederlage und die schwache Schiedsrichterleistung dann doch nicht gehen.

          Ich habe auch schon Spiele gesehen, in denen ein Club-Spieler ein rot-würdiges Foul begangen hat, das nicht entsprechend geahndet wurde.

          Genau. Oder wie das geflügelte Wort schon sagt: Wer im Wolfsbau sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Oder so ähnlich.

        • Wir hatten auch schon häufig Glück, wenn ich an verschiedene Tacklings unseres Mannschaftskapitäns im Verlauf der bisherigen Saison denke beispielsweise und egal wie ein Spiel ausgeht, hinterher ist immer der Schiedsrichter schuld, glaube für die Aufgabe braucht man wirklich ein gerütteltes Maß an Masochismus. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es unter den Pfeifenmänner auch wirklich richtige Pfeifen gibt.

          belschanov: So weit sollte man bei allem bei allem Ärger über die Niederlage und die schwache Schiedsrichterleistung dann doch nicht gehen.Ich habe auch schon Spiele gesehen, in denen ein Club-Spieler ein rot-würdiges Foul begangen hat, das nicht entsprechend geahndet wurde.

        • belschanov: So weit sollte man bei allem bei allem Ärger über die Niederlage und die schwache Schiedsrichterleistung dann doch nicht gehen.

          So weit, wie es wohl rüberkam, wollte ich auch nicht gehen. Ich habe lediglich sprachlich überhöhen wollen – und keine Absicht unterstellen. So einer ist Frings nicht; hart ja, aber kein Boulahrouz.

  • @Alexander: Ich habe auch noch nie einen Becher Bier geworfen, sondern ärgere mich, wenn das irgendein Freak über mich gießt. Dennoch muss ich hier einmal festhalten, dass ich inmitten der Nordkurve keinerlei „Hochschaukeln“ erlebt habe. Wenn dann hat Weiner hier immer wieder neuen Anlass gegeben. Es war nicht mehr als die gewöhnliche Empörung wie man sie auch sonst kennt, zumal Schieber-Schmähungen für den Schiri sicherlich nichts Neues sind, sondern bekannt seit es Fußball in Stadien gibt, und auch keine neue Qualität bekommen haben. Eher sind da hypersensible Sensoren auf den Kommentatorensesseln, die hier einem das gerne glauben machen (wollen). Wie schon gesagt, ich habe auch noch nie etwas geworfen, geschimpft schon.

  • @ Alexander: Nur um das klar zu stellen: Alles andere als Schimpfen, Schieber rufen (wenn er einer ist 😉 ) oder auspfeifen ist komplett idiotisch und nicht zu tolerieren. Auch ich würde nie etwas werfen. Hab ich auch noch nie….

    Das Problem mit dem Schiri waren eigentlich nicht die krassen Fehlentscheidungen, die letztlich vielleicht nicht spielentscheidend waren, sondern die vielen kleinen und die ungleiche Bewertung von Zweikämpfen sowie die Honorierung der offensichtlichen Theatralik von Pizarro. Nicht nur beim Elfer, auch sonst war der sehr wacklig auf den Beinen. Und das grobe Foul von Frings zu Anfang war schon ohne Zeitlupe auf den ersten Blick und klar erkennbar dunkelgelb. Und Frings durfte, nachdem er ja nicht vorbelkastet war, munter weiter unseren Spielmacher treten, um ihn aus dem Spiel zu nehmen. Wurst-Uli wäre da Amok gelaufen, warum der Schiri seine Starspieler nicht schützt. Manchmal fehlt uns halt so ein Meinungsmacher…

  • Nur leicht OT: Am Mittwoch abend ab 19:45 Uhr ist bzgl. Fanreporter auf einem bekannten, allgemein empfänglichen Sport-TV Sender angeblich der Glubb dran. Obacht: Ich habe keine Ahnung, ob die Sendung was taugt. Außerdem liegt mir nix ferner, als für einen Telekommunikationsgiganten Werbung zumachen. 😀

  • @Alexander

    Ok, hast natürlich Recht: Die Rote Karte für Cacau war die Ursache oder zumindest hauptursächlich. Muss mich somit korrigieren.

  • @Christian und @Optimist – Ging in dem Fall ja nicht darum, ob ihr Becher oder Feuerzeuge werft, sondern dass es eben passiert ist und da Unparteiische (und bei der Vorgeschichte der Nürnberger Fans auch nicht ganz zu Unrecht, auch wenn es zuletzt erfreulich ruhig wurde) leicht nervös werden.

    • Alexander | Clubfans United: Ging in dem Fall ja nicht darum, ob ihr Becher oder Feuerzeuge werft, sondern dass es eben passiert ist und da Unparteiische (…) leicht nervös werden.

      War wohl genau das Gegenteil: Als direkt nach Schlusspfiff Ordner mit aufgespannten Schirmen zum Schiri liefen, schickte der die weg. Im Interview behauptete er dann auch noch, es wäre Stimmung gegen das Schirigespann gemacht worden – was nur auf das Gespann zutraf. Wir sitzen in der Südkurve unter sehr besonnenen Fans (die meisten fürchten mehr die EL als dass sie sie erhoffen), wenn selbst diese wild schimpfend brüllen (was sie beim Gladbach-Spiel nicht taten), dann stimmt da was nicht. Aus meiner Wahrnehmung haben eine ganze Reihe „kleinerer“ Fehlentscheidungen (Einwurf, Freistoß) innerhalb weniger Minuten die Neutralität der „Unparteiischen“ ad absurdum geführt.

      Was soll’s, Weiner hat seine Zensuren bekommen (siehe Bild und Kicker – die ich übrigens als angemessen empfinde). Dummerweise kann so ein Spiel immer nur im Zusammenhang gesehen werden. Wer schon mal Fußball gespielt hat, wird bestätigen können, wenn Du bei fast jedem Zweikampf einen Freistoß gegen dich bekommst, dann lässt du es irgendwann.

      Im Prinzip sind wir ja bei einander: Das Spiel ist vorbei (und kommt hoffentlich nicht so schnell in ähnlicher Form wieder). Ob Weiner Rafati rächen musste oder sich bei Werder für das Pokal-Aus revanchieren wollte, ob er den Club nicht ausstehen kann oder ob er für die armen Gäste i.A. pfeift: Ist um’s Eck. Gott sei Dank brauchen wir die Punkte nicht für den Klassenerhalt.

      In gewisser Hinsicht bin ich ja sogar froh, dass die Serie gerissen ist und der Club nicht mehr Rückrundentabellenführer ist, sollen sich doch die Medien wieder um die Affentänze kümmern, die auf den Trainerbänken/Vorstandetagen anderer Vereine aufgeführt werden.

  • @Alexander: Es ist rein nichts passiert, außer dass der Club verloren hat und das nicht ganz zu unrecht. Der Schiri bleibt ein eigener, aber fataler Fall, wenn man den NN folgen kann:

    „Im Oktober des vergangenen Jahres schimpften noch die anderen. „Das eigentlich Ärgerliche ist aber, dass er nach der Sicht der Fernsehbilder immer noch behauptet hat, er habe keinen Fehler gemacht“, sagte zum Beispiel Thomas Schaaf, der Trainer des SV Werder Bremen. „Das war eine glasklare Fehlentscheidung“, konkretisierte Sebastian Prödl, der Innenverteidiger des SV Werder Bremen. Beide meinten: Michael Weiner, den Schiedsrichter.

    Der Trainer Schaaf und der Schiedsrichter Weiner hatten kurz zuvor dem Innenverteidiger Prödl im Pokalspiel beim FC Bayern München dabei zugesehen, wie er in der zweiten Halbzeit einen Ball ins Tor köpfte. Prödl freute sich, Schaaf freute sich — und Weiner pfiff ab. Ein Foul hatte der Unparteiische gesehen, am Ende Werder 1:2 verloren“:
    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nn-sport/frostige-atmosphare-im-frankenstadion-1.1088483

    Darüber hinaus ist die Bremer Presse wohl auch auf den Zug der Moralsensoren aus dem Fernsehen aufgesprungen. Wenn man den Weser-Kurier dazu gelesen hat, dann ahnt man, wie viel dörflicher Dünkel und Bitterkeit in Bremen herrschen – trotz der 3 Punkte:
    http://www.weser-kurier.de/Artikel/Werder/News/345689/Aerger+konzentriert+sich+auf+Frings+und+Pizarro+.html

    Mal sehen, ob der Bremer Abstieg mein nun frommer Wunsch bleibt.

    • Christian: Darüber hinaus ist die Bremer Presse wohl auch auf den Zug der Moralsensoren aus dem Fernsehen aufgesprungen. Wenn man den Weser-Kurier dazu gelesen hat, dann ahnt man, wie viel dörflicher Dünkel und Bitterkeit in Bremen herrschen – trotz der 3 Punkte:
      http://www.weser-kurier…ings+und+Pizarro+.html

      Die Sichtweise des Weser-Kurier ist allerdings in der Tat sehr exklusiv und subjektiv. Die Aktion von Frings gegen Gündogan hat man geflissentlich übergangen. So stellt sich das natürlich dann „wie aus heiterem Himmel“ dar. Zudem halte ich es für grotesk, dem Nürnberger Publikum ein notorisch aggressives Verhalten zu unterstellen. Vielleicht hat in den letzten Jahren der Auswärtssupport durch einige Chaoten manche Image-Schramme bekommen, aber im Frankenstadion selbst? Sehr eigenwilliger und für Bremer Verhältnisse ungewohnt boulevardesker Artikel. Danke an Christian für den Hinweis darauf!

  • Also sowas: Den Pressevertretern des Bremer Weser Kuriers bitte im Stadion zukünftig Zucker auf die Drei im Weggla und Milch ins fränkische Bier!
    Als ob der Franke an und für sich und der Glubberer im Besonderen unfreundlich ist und keine schöne Stimmung im Frankenstadion macht. Eine unglaublich groteske und unhaltbare Behauptung, die von einem maximal Unwissenden stammen muß.
    Da sollte aber dringend der Alfred dem Herren (wk) mal eine Blend 23 um die Ohren blasen und vielleicht aweng a Bier über die Huusn schüddn!

  • Der Weserkurier muss im Moment um die Sympathie von Werder kämpfen, Hausblatt ist die Kreiszeitung, da kommt so eine Situation schon mal gelegen um Stimmung zu machen. Hat mit Journalismus nix zu tun, aber hat Sportjournalismus noch irgendetwas mit Journalismus zu tun?

    Da wird eine kritische Stimmung im Stadion gegen den Schiri nach einigen Fehlentscheidungen desselben sofort als aggressive Stimmungsmache der Fans hoch gejazzt. Da werden moralinsaure Kommentare zu Trainerwechseln abgelassen, obwohl man vorher lustig mitgemacht hat beim Kesseltreiben gegen den Trainer, bzw. obwohl man sich heimlich über die boulevardeske Aufmerksamkeit gefreut hat und schnell mal die Auflage erhöhen konnte.

    Oder man macht sich gern mal gemein mit Spielern, Trainern Funktionären, war vor 20 Jahren Waldemar Hartmann noch die Duzmaschine verhält sich heute kein sog. Fieldreporter oder Interviewer mehr anders. Immer schön nach dem Motto, wir gehören im Showbusiness Bundesliga doch alle zusammen. Bei anderen Sportarten, zumindest bei einigermaßen massentauglichen ist es kaum anders.

    Wo viel Blogs per se parteiisch sind, auch dieser hier, da sollte selbstim Lokalblatt doch zumindest noch ein Hauch von Objektivität herrschen, leider ist es fast immer umgekehrt, man liest mehr pro und contra, bekommt mehr Blickwinkel auf das Geschehen in Blogs wie hier, als in den gedruckten Sportausgaben.

    Das Wort Sportjournalismus ist ein Widerspruch in sich selbst geworden!

    • Armin: Wo viel Blogs per se parteiisch sind, auch dieser hier, da sollte selbstim Lokalblatt doch zumindest noch ein Hauch von Objektivität herrschen, leider ist es fast immer umgekehrt, man liest mehr pro und contra, bekommt mehr Blickwinkel auf das Geschehen in Blogs wie hier, als in den gedruckten Sportausgaben.

      Das ist Zitat-reif!

  • Übrigens hat auch ein Arbeitskollege von mir, der nicht als Fan sondern nur als Sympatisant (er kommt aus der Gegend von Jena) im Stadion war die Pfeiferei genauso schlecht und einseitig empfunden – und er saß nicht neben mir so dass ich ihn in seinem Urteil beeinflussen hätte können. Er ging 5 min. vor dem Ende und teilte mir per sms mit: „Mir reichts, so einen Schiri hab ich noch nicht erlebt!“

    Man sieht: Wir sehen das nicht nur durch die Vereinsbrille so, wie es eben ist.

  • @Optimist: Das will ich gerne so unterschreiben.

    Selbst wenn es uns nicht ganz gelingen mag, die Club-Brille abzunehmen, so ist Fußball in schöner Regelmäßigkeit doch immer wieder derselbe: Die öffentliche Wahrnehmung des 1. FC Nürnberg wird mit entscheidend von Medienvertretern gelenkt. Nicht erst seit Bader sich aufgeregt und Hecking sich wohlweislich beschwert hat. Denn so werden Sympathien und Antipathien geschürt und befeuert.

    @Armin: Was den Sportjournalismus betrifft so gebe ich dir völlig recht, denn ernstzunehmender Journalismus hat den Auftrag der Meinungsbildung und darf nicht deren Gegenteil dienen, der Stimmungsmache.

    Wir brauchen unsere rotschwarze Brille zu keiner Zeit abzunehmen. Wir sollten aber nicht vergessen, sie hin und wieder zu putzen, der Klarsicht und des Durchblicks wegen. Eine gewisse Journaille – vor allem im Fernsehen – beliebt auch immer mehr ihrer eigenen, ohne Gewähr objektiven Brille, die zuweilen verdächtig zur Farbenblindheit neigt. Wenn einzelne Szenen aus dem Zusammenhang (eines Fußballspiels) gehoben und gar hochgekocht werden und andere nicht.

  • Trotz Wirtschaftsfaktor, Umsatzzahlen, Unterhaltungswert, Unberechenbarkeit, Boulevardpressegrundlage, Imagewert, öffentlichen Diskussionen und und und ist Fußball immer noch ein Spiel über 90 Minuten. Und wird einfach viel zu ernst genommen. Und genau das liebe ich daran. Genau das ist doch die wichtige Ventilfunktion in der Gesellschaft, also darf die Lokalpresse entgegen dem Grundprinzip auch mal parteiisch sein.

    Wollen wir jetzt eine Art Hippokratischen Eid für Sportjournalisten einführen? Fußball, Stadion und Berichterstattung sind halt Panem Et Circensis des aktuellen und des letzten Jahrhunderts. Und Blöd und AZ sorgen doch auch für fussballerische Emotionen, das ist mir lieber als drei Seiten über die neueste Botox-Session von Tatjana Silikon-Gsell.

    Sportjournalismus darf patriotisch sein, sonst würde ihn keiner lesen. Ich darf auch München als Stadt Scheiße finden, auch wenn es die Bauern nicht geben würde und ich darf auch ganz parteiisch die Grünen wählen, ohne damit die Demokratie in Frage zu stellen. Herrlich, mal Dampf abzulassen gegen Rafati, Poschmann, Weiner, Blatter, Frings, Oenning, Osram, Wurst-Uli… andernfalls werden Fußballspiele halt zukünftig per Publikumsabstimmung entschieden und so lange gespielt bis die Bauern gewonnen haben.

    Mit einem haben die Bazis aber recht: Leben und leben lassen. Also packts endlich sechs Mio’s von der Kartelkasse aus und helft’s den 60ern.

  • Vorsicht, wir werden hier jetzt automatisch direkt mit der Wikipedia verlinkt!

    Ich mache mal einen Test 😀

    Ja, um Clubfan zu sein und darüber reden zu dürfen muß man nicht ein Levi Strauß oder ein Georg Wilhelm Steller sein. Denkt doch mal an unseren Günther Koch: Unvergessen war es, seine Radiokommentare im Stadion anzuhören. Da war der Kick in der Realität noch so unterirdisch, hat man Koch zugehört dachte man, der sitzt irgendwo anders und redet über ein völlig anderes Spiel. Also auch schon „früher“ gab es objektive Berichte.

    Problematisch ist halt die Oberflächlichkeit, die allgemein überall Zunimmt. Ich weiß nicht, ob man absichtlich dumm gehalten und für dumm verkauft wird oder ob nicht die Mehrheit tatsächlich einfach völlig uninteressiert ist. Allgemein wird immer weniger gelesen, Tageszeitungen kämpfen ums Überleben und an der Bildung wird schon seit Jahrzehnten gespart. Ist das der Lauf der Zeit?

  • @Pinola @Woschdsubbn

    Für mich gibt es da ganz klar einen „Verfall“ des Journalismus hin zum Boulevard! Der Boulevard darf und will emotionalisieren, der Journalismus aber soll eine „professionelle Fremdbeobachtung“ durch ausgebildete Journalisten sein. Und um weiter Wikipedia zu zitieren: „Journalismus trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Er wird deshalb oft als vierte Gewalt im Staat bezeichnet“

    Was wir heute an Tendenzen haben, geht eindeutig hin zu einem Paradigmenwechsel. Der Journalismus fühlt sich nicht mehr der Aufgabe verpflichtet, sondern der Auflage. Und dazu tut er nicht das, was richtig ist, sondern was gefällt. Wenn Abendzeitung und Bild sich dem schon immer verkauft haben (meine subjektive Meinung), so gibt es zunehmende Tendenzen, dass vormals sich selbst als „Fachmagazin“ eingestufte Blätter nun dem Boulevard verkaufen.

    Das kann man bedauern, wie ich es tue, das kann man aber auch hinnehmen frei dem Motto: Die Gesellschaft hat eben den Journalismus, den es verdient.

  • >Alexander

    Ja, den letzten Satz unterschreibe ich. Er bringt beide Meinungen zusammen.

    Die Tageszeitungen verlieren ihre Leser halt reihenweise, am Nürnberger Hauptbahnhof werden einen FAZ, SZ und Die Zeit oft hinterher geschmissen. Wenn Du selber Journalist bei einer Tageszeitung wärst, würde der letzte Beitrag ganz anders klingen.

    Der Journalist fühlt sich der Auflage verpflichtet, weil er nicht raus fliegen will und er seinen Kindern auch anständige Bildung bieten will. Deswegen schreibt er nichts unwahres, wer dies bemängelt, muß sich halt die SZ kaufen und darf sich über drei Seiten Hofberichterstattung zu Thurn-und-Taxis-Lieblingsmannschaft freuen.

    Es gibt keinen Niedergang des Journalismus. Es ist nur eine Übergangszeit. In dem Moment, wo im Internet der Alles-Gratisgedanke der Erkenntis weicht, dass sauber recherchierte, unabhängige Berichterstattung anständiges Geld wert sind, wird es wieder seriöseren Journalismus geben. Ich kauf mir keinen Spiegel, ich schau mal schnell bei Spiegel Online rein, wenn sowas wie in Japan passiert. Die Kosten für diesen Journalismus zahlen die Bannerbetreiber an den Spiegel. das ist das Modell der Zukunft.

    Vor ein paar Jahren baute Apple überteuerte Computer für Nerds. Jetzt fegen sie mit einem Mobiltelefon Firmen wie Nokia vom Markt. Was ich sagen will: In dem Moment, wo irgendeine Firma so eine Art zusammenrollbare Folie zum Überall-Zeitungslesen auf den Markt bringt, wird es genug Leute geben, die für so eine Art „Seriöser-Journalismus-Abo“ Geld ausgeben, der diesen Journalismus ermöglicht, den Du dir vorstellst.

    In dieser Übergangszeit werden halt neben den Berufsjournalisten auch Seiten wie Wikileaks die Vakanz in der oben zitierten vierten Staatsgewalt neben den etablierten Verlagen übernehmen. Ich finde, Wikileaks sollte sich mal der Fifa, dem DFB bzw. zugunsten wirklich guter Schiedsrichter auch ihren „unglücklichen“ Kollegen widmen.

    Könnt ihr eigentlich die Umfrage „Was Clubfans sonst noch mögen“ oben rechts wiederholen? Mich stört das Werder-Ergebnis.

    • Pinola: Wenn Du selber Journalist bei einer Tageszeitung wärst, würde der letzte Beitrag ganz anders klingen.

      Danke erstmal für deinen Beitrag mit vielen absolut vernünftigen Aspekten. Nur an 2-3 Stellen grätsche ich rein, das da ist eine davon. Denn wir sind als Blogger auch durchaus in einer vergleichbaren Lage! Stefan und ich haben lange abgewägt, auch weil wir beide ja „vom Fach“ sind, wohin wir mit Clubfans United wollen – Hobbyprojekt mit Idealen oder ein richtig reichweitenstarkes Fanmagazin basteln, das am Ende sogar noch paar Euro abwirft. Wie wir uns entschieden haben, ist hoffentlich klar *hüstel*, dass wir auch den anderen Weg „könnten“, hoffe ich zu glauben. Was uns also unterscheidet ist vielleicht noch das Angestelltenverhältnis und die Notwendigkeit damit zwingend unsere Brötchen verdienen zu MÜSSEN. Aber die Abwägung muss jeder – im Großen wie Kleinen – vornehmen.

      Pinola: Vor ein paar Jahren baute Apple überteuerte Computer für Nerds. Jetzt fegen sie mit einem Mobiltelefon Firmen wie Nokia vom Markt.

      Naja, das ist so eine Apple-Mär. Laut diesen Angaben hat Apple 2010 ca. 14 Millionen Smartphones verkauft – Nokia konnte „110 Millionen Mobiltelefone im gleichen Zeitraum verkaufen“, gefolgt von 71 Mio. Samsung und 28 Mio. LG.
      http://news.preisgenau.de/apple-unter-den-top-5-grosten-handy-herstellern-der-welt-13637.html
      Apples Marktanteil ist damit bei ca. 4 Prozent – unter „vom Markt fegen“ verstehe ich da was anderes…

      Pinola: Könnt ihr eigentlich die Umfrage “Was Clubfans sonst noch mögen” oben rechts wiederholen? Mich stört das Werder-Ergebnis.

      Im Gegenteil! Eigentlich sollte man sie (und werde ich auch) umgehend einfrieren. Denn so eine Umfrage sollte eben (siehe oben: Boulevard) nicht aufgeheizt stimmungsabhängig erfolgen sondern langfristige Tendenzen einfangen. 😉

      • Naja, das ist so eine Apple-Mär. Laut diesen Angaben hat Apple 2010 ca. 14 Millionen Smartphones verkauft – Nokia konnte “110 Millionen Mobiltelefone im gleichen Zeitraum verkaufen”, gefolgt von 71 Mio. Samsung und 28 Mio. LG.
        http://news.preisgenau….rn-der-welt-13637.html
        Apples Marktanteil ist damit bei ca. 4 Prozent – unter “vom Markt fegen” verstehe ich da was anderes…

        Stimmt, 4 % sind nicht so prall. Für einen Newcomer aber ganz gut, ich schätze mal dass das beim nächsten iPhone steigen wird. Ich schreibe das unter dem Eindruck meines Umfeldes, wo jeder mit dem iPhone prahlt, und das es so toll sei. Ich mußte jetzt bei Vertragsverlängerung auch ein Smartphone nehmen, weil es kein anderes mehr gab. Dabei will ich damit doch bloß telefonieren. Aber jetzt kann ich früher aus dem Stadion, weil ich die aktuelle Tabelle nach dem Spiel dann in der S-bahn abrufen kann, statt im Stadion zu warten.

        Bitte die Tabelle mit der besten Rückrundentabelle vom vorletzten Spieltag auch einfrieren.

        Meinst Du mit „vom Fach“ Verlagswesen oder Internetbranche?

        Ach ja, der früher für sein tolles Niveau bekannte AZ-Kommentarblog wurde jetzt scheinbar auch „bereinigt“. Macht ihr das auch, also kommen öfter mal solche tolle Gäste wie der Frankfurt Fan neulich?
        AZ-Anmerkungen zur Kommentarfunktion: „Des Weiteren können Beiträge gelöscht werden, die keinen sinnvollen Inhalt haben und offensichtlich nur dafür gedacht sind, zu stören oder zu provozieren…“

        • Pinola: Meinst Du mit “vom Fach” Verlagswesen oder Internetbranche?

          Ja, alles dabei. 😛
          Ich bin ja Projektleiter in einem Büro für visuelle Kommunikation und vor allem für den Bereich Internet und Social Media zuständig. Naja, und dann hab ich eben überhaupt so ne Web-Vita: http://www.endl.de/vita/index.htm

          Pinola: Ach ja, der früher für sein tolles Niveau bekannte AZ-Kommentarblog wurde jetzt scheinbar auch “bereinigt”. Macht ihr das auch, also kommen öfter mal solche tolle Gäste wie der Frankfurt Fan neulich?

          Der „Frankfurt-Fan neulich“ ist bekannt (mir sogar persönlich) und da weiß man: Der beißt nicht. 🙂

          Aber wir kümmern uns in der Tat um ein gemäßigtes Klima und reagieren auch, wenn es in die falsche Richtung geht. Das kann auch durch Editierung des Beitrags bis hin zu Kommentare nur nach Moderation gehen – hatten wir hier alles schon.

          Pinola: Ich schreibe das unter dem Eindruck meines Umfeldes, wo jeder mit dem iPhone prahlt, und das es so toll sei.

          Ist ja auch toll, ich bevorzuge trotzdem Android. Aber das ist nun ein gaaaannz anderes Thema. 🙂

    • Pinola: Könnt ihr eigentlich die Umfrage “Was Clubfans sonst noch mögen” oben rechts wiederholen? Mich stört das Werder-Ergebnis.

      Warum? Da kann Werder als Verein doch nichts dafür, dass wir so einen wahrnehmungsgestörten Schiri bekommen haben. Und unsportliche Täuschungsmanöver hat Pizarro auch nicht exclusiv, da haben sich auch Clubberer schon Elfer „erschwalbt“ oder selbiges versucht. Und die Härte von Frings war jetzt auch nicht schlimmer, als manches Einsteigen unseres neuen Publikumslieblings Cohen. Es liegt doch v.a. am Schiri, so etwas zu unterbinden oder in Grenzen zu halten.

      Nein, das Spiel, so ärgerlich es war, hat mit der grundsätzlichen Sympatie für die Bremer als Verein, die auch ich hege, absolut nichts zu tun!

  • Ich hab der Eintracht eine Stimme gegeben, weil die so richtig bodenständig geworden waren. Ich dachte schon, da seien jede Menge Ähnlichkeiten mit dem Club vorhanden.
    Kann ich das nochmal zurücknehmen?

  • off-topic:
    Naja, das ist so eine Apple-Mär. Laut diesen Angaben hat Apple 2010 ca. 14 Millionen Smartphones verkauft – Nokia konnte “110 Millionen Mobiltelefone im gleichen Zeitraum verkaufen”,

    Alexander, es ist nicht entscheidend wie viele Telefone man verkauft, entscheidend ist wieviel man als Firma damit verdient und da ist der Vorteil heute klar auf Seiten von Apple.

    Und zweitens hat es Apple als erster kommerzieller Anbieter geschafft einen Markt neben dem Handy zu generieren, die verdienen doch viel mehr mit den Apps als mit den Handys. Und da entsteht das größte Problem von Nokia, hat sich einmal ein Standard bei Anwendungen durchgesetzt, dann kannst Du die besten Geräte der Welt bauen, die will dann keiner mehr, siehe Video 2000 vs. VHS oder anderes. Das ist doch auch der Grund für den verzweifelten Versuch von Nokia mit Windows-mobile zusammen wieder Fuss zu fassen. Aber das hat mit hier ja nichts zu tun.

  • To whom it may concern: Schiedsrichter Weiner pfeift am Samstag den EM- Knüller Malta gegen Griecehnland. 🙂
    Armes Malta.

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