Kater ohne Stimmung

Gegen wen spielte noch mal die Borussia aus Dortmund, als sie damals 2011 vorzeitig Meister wurden? Keine Ahnung. An den Club wird man sich jedenfalls kaum erinnern – manche werden sich fragen, ob es überhaupt Bild- und Tonmaterial gibt, auf denen der FCN zu sehen ist. Ach doch! Zwei Szenen gab es ja doch mit FCN-Beteiligung im TV – aber der Reihe nach.

Sport-Historisch betrachtet wird das 0:2 beim danach nicht nur designierten, sondern dann auch rechnerisch deutschen Meister, kaum eine Erwähnung finden, dabei hatte man ja eigentlich selbst noch große Ziele. Der Club begann ordentlich und konzentriert, die Borussia mit spürbar wackligen Knien. Ein verdeckter Schuss aus der zweiten Reihe wurde von Schäfer halb nach vorne abgelenkt, was passieren kann, aber nicht passieren muss, und der dann freistehende Barrios, der da ja auch nicht so allein sein muss, drückt den Ball nur noch ins Tor. Natürlich Barrios, der trifft ja immer gegen den Club. Dann kurz vor der Halbzeit ein langer Ball, bei dem alle am Sportplatz laut aufschreien “Achtung, der dotzt!”, der über Pinola dotzt, der dabei naturgemäß kein gute Figur macht, und Lewandowksi geistesgegenwärtig hebt den Ball geschickt über Schäfer. Im Prinzip war es das dann, rein sportlich gesehen, mit dem Spiel. In der zweiten Halbzeit sollen wohl weiterhin 22 Spieler die 80.720 Zuschauer mit einer Ballsportart unterhalten haben, in der Außendarstellung gerierte es sich allerdings dann eher zum mit 80.731 beteiligten Menschen größten Public Hearing der jüngeren Geschichte, klebten die Ohren doch eher am Radio in Richtung Köln als die Augen am Spielfeld.

Als bloße Randfiguren, die für den neuen Meister Spalierstehen fühlten sich da so manche – und der gerade wieder erwachte fränkische Stolz, den man als Europapokalaspirant auf Augenhöhe mit dem Meister (resultierend aus der Punktausbeute seit dem Vergleich der Hinrunde) auch haben durfte, wurde im sommerlichen letzten Aprilwochenende dezent geknickt. Wenn andere feiern, man aber gerade sein (heimliches) Saisonziel verspielte, fühlt man sich ungefähr so, wie derjenige, der auf einer rauschenden Studentenfeier diesmal mit dem Fahren dran war …

Katerstimmung und das ohne richtige Feier am Vortag – oder doch eben Katzenjammer. Den Fan schmerzt die Brust und er weint der “verpassten Chance” im Spiel gegen Mainz nach. Aber tut man der Sache denn damit Recht? Nein. Wenn man gesehen hat, wie Mainz die Eintracht auseinandernahm, weiß man, dass Mainz auch einfach eine starke Truppe hat und eine gute Saison spielt. Ein Remis war daher keine Schande. Und beim Meister zu verlieren vor dieser Kulisse ist nun auch wirklich kein Malheure, das haben von 16 angetretenen Mannschaften auch 11 genau so erlebt und nur eine konnte einen Dreier mitnehmen, das war Bayer Leverkusen am ersten Spieltag der Saison. Dass der BVB dieses Jahr immer in der Lage ist ein Tor zu machen, ist eine Qualität des Teams. Dass die gegen den Club eben bisschen unglücklich aussahen und am Ende irgendwie unspektakulär zu Stande kamen (schnöder Abpraller nach vorne und ein Stellungsfehler) kommt eben vor, auch wenn man dann immer meint, da wäre doch vielleicht doch was gegangen – ein Trugschluß, wenn man die Saisonleistung der Borussia ansieht. Also lieber so verlieren, als berauschend deklassiert worden zu sein.

Nein, man sollte sich jetzt schnell ein “Alka Seltzer” (oder ein vergleichbares Produkt, gerne auch aus der Naturheilkiste) einwerfen und sich diese unglaubliche Saison nicht trüben lassen. Der 6. Platz ist mehr als wahrscheinlich – aber bereits jeder einstellige Platz ist eine Sensation für einen Verein, den viele (auch aus den eigenen Reihen) als “designierten Absteiger” sahen. Und: Dieser Erfolg wird auch nicht fruchtlos sein, denn die Mehreinnahmen durch TV-Gelder werden uns volle vier Jahre lang erfreuen.

Die erste Reaktion hier in Frankfurt (und die haben bekanntlich andere Probleme gerade) war im Übrigen: “Seid doch froh, dass der Spuk nun vorbei ist. Steigt dann eben Mainz nächstes Jahr ab, weil sie mit der Doppelbelastung nicht zurecht kommen.”

Es bleibt der Borussia aus Dortmund und Kloppo nebst gesamten Verein nur herzlichst zur verdienten deutschen Meisterschaft zu gratulieren. Eine klasse Saison, die jeden Fußball-Freund einfach nur begeistern musste, auch wenn man die Schalker Fanfreundschaft damit etwas strapaziert. Und für die Spieler sollte das einfach nur Ansporn sein: Wer hat schon die Gelegenheit, einmal so eine Begeisterung und einen Titelgewinn mitzuerleben. Auch wenn man selbst nicht feiern kann, so ist das doch ein riesen Erlebnis. Und wer weiß … zwar sieht es derzeit nicht mehr danach aus, aber mit einem Sieg gegen Hoffenheim und gleichzeitig einem Sieg unserer Schalker Freunde, dann könnte es am Ende doch noch mal spannend werden und man feiert vielleicht am Ende doch noch in Hannover den “Europapokal”. 😉

32 Gedanken zu „Kater ohne Stimmung

  • 02.05.2011 um 11:39
    Permalink

    War am Samstag selbst im Stadion, wenn auch emotional ein wenig geknickt zwischen den ganzen feiernden Borussen… nicht weil wir aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nach Europa ausschwärmen, sondern weil’s einfach nicht schön ist den eigenen Verein verlieren zu sehen…

    Trotzdem, war schön den Club mal wieder live zu sehen. Und ein imposantes Erlebnis diesen besonderen Tag im Stadion erleben zu dürfen.

    Und noch eine gebrochene Lanze: für Cohen, was der an Einsatz zeigt ist überdurchschnittlich. Den Rest der Mannschaft hab ich als ein wenig “leer” empfunden.

  • 02.05.2011 um 11:50
    Permalink

    Super Artikel und volle Zustimmung!
    Es ist doch wunderbar, das Saisonziel übererfüllt und mit ein bisschen Glück am letzten Spieltag ein Fernduell um “Europa” bei dem wir dann alle nochmal richtig mitfiebern können. Und wenn es nicht mehr reicht genießen wir einfach die letzten beiden Spiele dieser hammergeilen Saison und freuen uns auf die Kommende!

    Nichts desto trotz hier meine zugegeben gewagte Prognose für das Finale:

    33. Spieltag
    1. Schalke schlägt Mainz weil die Knappen ansonsten richtig tief im zweistelligen Bereich versinken, wenn auch ohne Abstiegsgefahr

    2. Pauli schlägt die Bayern und ist damit weiter im Geschäft

    3. Wir gewinnen das letzte Heimspiel gegen Hoffenheim durch zwei Tore von Marek Mintal. Und Europa hin oder her…das wäre das Geilste überhaupt!!! 🙂

    34. Spieltag:
    Mainz verliert zu Hause gegen Pauli und Wir gewinnen in Hannover 😉 Dass wir die Bayern damit letztendlich doch noch in die CL schicken, soll mir dann auch herzlich egal sein 😉

  • 02.05.2011 um 12:06
    Permalink

    Bin mal gespannt um wieviel Prozent die Geburtenrate aufgrund der gewonnenen Meisterschaft ansteigt, und wieviele Kevins und Jürgens dann in Dortmund durch die Gegend stolpern…

    Dass der Club ein wenig “leer” daherkommt, verdeutlicht mir nur, was für ein Kraftakt die Saison bisher gewesen sein muss. Insofern kommen die europäischen Weihen noch zu früh, denn Ligaalltag, DFB- Pokal und Euro- Liga sind schon ein schwerer Rucksack.

  • 02.05.2011 um 12:43
    Permalink

    Btw.: BADER RAUS! 😀

    Pekhart soll für vier Jahre unterschreiben
    Der 21-jährige Angreifer soll einen Vierjahresvertrag erhalten, die ursprüngliche Ablöseforderung in Höhe von drei Millionen Euro konnte Bader entscheidend drücken, der Grundpreis wird wohl eine gute Million betragen, Nachzahlungen bei guten Leistungen des Stürmers kann es geben. “Wir verfolgen seinen Werdegang seit einem Jahr und trauen ihm eine gute Rolle bei uns zu”, sagt Bader.
    http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/551871/artikel_pekhart-soll-fuer-vier-jahre-unterschreiben.html

    • 02.05.2011 um 13:26
      Permalink

      Alexander | Clubfans United: Btw.: BADER RAUS!

      Jawoll! Passend zum schönen obenstehenden Vorschlussfazit will auch ich mit einstimmen! 😀 😀 😀

  • 02.05.2011 um 16:03
    Permalink

    Das beste was Bader tat war nach Oe, als auch er das Konzept mittrug das gescheitert ist, danach Dieter Hecking zu verpflichten. Das war mitten ins Schwarze und hat ihm vermutlich auch den eigenen A***** gerettet :-). MB stand ein paar Jahre nicht zu unrecht in der Kritik, gleichermaßen gibt es derzeit keinen Ansatzpunkte für Kritik. Fußball ist bekanntlich ein kurzlebiges Geschäft, das kann sich auch wieder ändern, wenn man sieht was in Köln und Frankfurt los ist.

    • 02.05.2011 um 16:58
      Permalink

      Juwe: Das beste was Bader tat war nach Oe, als auch er das Konzept mittrug das gescheitert ist, danach Dieter Hecking zu verpflichten. Das war mitten ins Schwarze und hat ihm vermutlich auch den eigenen A***** gerettet

      In der Summe ist Bader nun acht Jahre beim 1. FC Nürnberg. In den ganzen 8 Jahren lief es mal 1,5 Jahre richtig beschissen (das wird ihm wohl ewig und drei Tage vorgehalten) und auch ich hab ihn in dieser Zeit oft und mehrmals kritisiert. Und so wie ich ihn kritistiert habe kann ich ihn auch jetzt loben für die Arbeit die gemacht wurde. Die Rechnung mit wenn es gut läuft ist es der Trainer und wenn es schlecht läuft ist der Manager schuld kann ich nicht nachvollziehen. Wir können wirklich froh sein MB im Verein zu haben wenn ich mich nur mal in der Bundesliga ein bisschen umschaue. Andere Vereine würden MB mit Kusshand nehmen.

      • 02.05.2011 um 18:57
        Permalink

        Ich glaube meine Meinung ist nichts neues, Bader ist für mich ein sehr guter lauterer Kaufmann und mit Hecking hervorragend sportlich beraten. Erstaunlicherweise ging es ja dann schief, wenn die Trainer eben sportlich danebenlagen, hier war Bader nie ein regulativ ‘sportlich’ betrachtet. Und das Thema, wenn es schief läuft ist nicht der Trainer schuld sondern MB, kann man spielend entkräften, es mussten ja immer die Trainer den Hut nehmen, glaube 6 an der Zahl und nicht Martin Bader. Also war die Schuldfrage ansich hier auch immer klar 🙂

        Stefan - clubfans-united.de: In der Summe ist Bader nun acht Jahre beim 1. FC Nürnberg. In den ganzen 8 Jahren lief es mal 1,5 Jahre richtig beschissen (das wird ihm wohl ewig und drei Tage vorgehalten) und auch ich hab ihn in dieser Zeit oft und mehrmals kritisiert.Und so wie ich ihn kritistiert habe kann ich ihn auch jetzt loben für die Arbeit die gemacht wurde. Die Rechnung mit wenn es gut läuft ist es der Trainer und wenn es schlecht läuft ist der Manager schuld kann ich nicht nachvollziehen. Wir können wirklich froh sein MB im Verein zu haben wenn ich mich nur mal in der Bundesliga ein bisschen umschaue. Andere Vereine würden MB mit Kusshand nehmen.

        • 02.05.2011 um 20:04
          Permalink

          Juwe: Und das Thema, wenn es schief läuft ist nicht der Trainer schuld sondern MB, kann man spielend entkräften, es mussten ja immer die Trainer den Hut nehmen, glaube 6 an der Zahl und nicht Martin Bader. Also war die Schuldfrage ansich hier auch immer klar

          Ich meinte damit das sich der Fan so immer leicht tut ala “Bader raus” wenn es scheisse läuft und wenn es so wie jetzt ist “Super Hecking”. Unter Bader gab es imho 4 Trainer. Wolf, Meyer, Van Heesen/Oenning (wobei TVH selbst gegangen ist) und jetzt Hecking.

  • 02.05.2011 um 17:32
    Permalink

    Für mich ist diese Bader-Diskussion durchaus relevant, auch wenn ich manchmal bisschen ironisch mit umgehe. Sie zeigt – wie übrigens auch bei den Trainern – wie sich unsere Welt gewandelt hat. Heute denken und handeln wir vorwiegend ergebnisorientiert. Das führt dazu, dass Leute nur noch auf Ergebnis-Maximierung zielen, gerade im Management. Langfristiges Handeln, das auch Risiken minimiert und zwischenzeitliche Tiefen einkalkuliert, sind selten gewünscht – vor allem wenn ein anderer kurzfristigen Erfolg verspricht. Da sind es die Anleger, hier die Fans. Wir reden immer davon, dass wir (vgl. Werder mit Allofs/Schaaf) langfristige Konzepte toll finden, schmeißen diese Überzeugung aber sofort weg, wenn Misserfolg eintrifft.

    Für mich zählt nicht der Erfolg, sondern ob der Handelnde die Kompetenz, die Integrität und ein Konzept hat. Ich werfe dann doch nicht meinen besten Mann raus (was in der Wirtschaft gang und gäbe ist), nur weil er ein Geschäft mal vermasselt, wenn er 10 andere top gemeistert hat.

    Bei Trainern ist da manchmal wenigstens noch ein Nebeneffekt als Legitimation “Neue Besen kehren besser”, auch wenn das statistisch wohl auch nicht mal stimmt, dass Trainerwechsel was gebracht hätten (siehe diese Saison – da haben nämlich alle gewechselt, manche mehrfach, drei steigen trotzdem ab – Schaaf nicht, Stani wohl doch – und nun?).

    Bei einem Transfer ist immer ein Risiko dabei, die Summe der richtigen Entscheidungen kann man oft nur rückblickend bewerten. Und wenn ich heute Baders Werk ansehe, sogar wenn wir nächstes Jahr wieder einen Schritt zurück müssen (was zu erwarten ist), dann kann man im Vorher/Nachher-Vergleich doch nur den Hut ziehen. Das ist ähnlich wie Bruchhagen in Frankfurt. Ich kann da Sachkritik in einzelnen Punkten verstehen, das ist auch wichtig, aber gerade auch bei Bader gibt es eine ganz notorische Nörgelfraktion, was ich Null nachvollziehen kann.

    • 02.05.2011 um 19:37
      Permalink

      Alexander | Clubfans United:
      Wir reden immer davon, dass wir (vgl. Werder mit Allofs/Schaaf) langfristige Konzepte toll finden, schmeißen diese Überzeugung aber sofort weg, wenn Misserfolg eintrifft.

      Der derzeitige Erfolg liegt ja darin begründet, dass der Club jetzt die Früchte des Bader-Oenning-Konzeptes erntet. Oenning hat halt leider die Leistungsfähigkeit “seines” Kaders überschätzt und Dieter Hecking musste punktuell nachrüsten, aber das Konzept als solches blieb erhalten, auch wenn man vorübergehend auf Leihspieler zurückgreifen musste. Wo würden wir denn heute ohne einen Philipp Wollscheid stehen? Der Club würde bei Standardsituationen immer noch so viele Gegentreffer bekommen wie in der Hinrunde. Die Kaderplanung ist mMn in erster Linie Sache des Trainers, und nicht des Managers. Im Idealfall arbeiten beide so gut zusammen wie derzeit, und dann möchte ich keine Lorbeeren einseitig verteilen. Dass exzellente Nachwuchsspieler von anderen Vereinen für das sprichwörtliche Butterbrot zum Club gelotst werden konnten, ist mit Sicherheit der Verdienst von Dieter Hecking UND Martin Bader, oder im Falle von Ilkay Gündogan der Verdienst von Michael Oenning UND Martin Bader.

      • 03.05.2011 um 07:44
        Permalink

        Claus: Der derzeitige Erfolg liegt ja darin begründet, dass der Club jetzt die Früchte des Bader-Oenning-Konzeptes erntet. Oenning hat halt leider die Leistungsfähigkeit “seines” Kaders überschätzt und Dieter Hecking musste punktuell nachrüsten, aber das Konzept als solches blieb erhalten, auch wenn man vorübergehend auf Leihspieler zurückgreifen musste.

        Da ist was dran. Außerdem ist Hecking vermutlich einfach der bessere Trainer, bringt mehr Erfahrung mit und kann besser mit Krisensituationen umgehen. Als es bergab ging, wirkte MOe zunehmend ratlos/hilflos und hat wohl auch in der Menschenführung nicht mehr die richtigen Stellschrauben gefunden, konnte die Spaltung im Team nicht verhindern. Hecking scheint mir da den besseren Zugang zu haben. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob DH nicht mit MOe’s Kader, hätte er von Anfang an damit auskommen müssen, mehr gemacht als die 12 Punkte von MOe zum Winter….

        • 03.05.2011 um 13:36
          Permalink

          Optimist: Als es bergab ging, wirkte MOe zunehmend ratlos/hilflos und hat wohl auch in der Menschenführung nicht mehr die richtigen Stellschrauben gefunden, konnte die Spaltung im Team nicht verhindern. Hecking scheint mir da den besseren Zugang zu haben.

          Dazu möchte ich nur bemerken, dass so ziemlich dieselben Zeilen dereinst über Hecking geschrieben hätten werden können bzw. sinngemäß auch geschrieben wurden. Ronald Reng schildert eine Episode der Hannoveraner Zeit, als Hecking in einem Spiel bei eigener Führung das tat, was die meisten Trainer da eben tun: er ersetzte einen offensiven durch einen defensiven Spieler. Das Spiel ging verloren, die Kritik an Heckings angeblicher Hilflosigkeit und taktischen Fehlerhaftigkeit überschlug sich. Was ich damit sagen möchte: Fußball ist primär Dynamik, was sowohl positiv als auch negativ wirken kann. Wäre Hecking mit seiner Mannschaft damals in einer Positivspirale gewesen, wäre das Spiel entweder nicht verloren gegangen oder es hätte, wenn doch, kaum ein Hahn danach gekräht. Aber bei einer negativen Dynamik sieht das Ganze völlig anders aus, wird anders interpretiert und somit auch anders wirkungsmächtig, was eine anfänglich subjektive Interpretation ironischerweise ex post objektiviert. Insofern ist der Versuch, die negative Dynamik durch eine im Grunde genommen radikale Maßnahme, d. i. ein Trainerwechsel, zu brechen, verständlich und wohl auch legitim. Aber der inflationäre Gebrauch dieses Mittels lässt gerade die Radikalität dieser Maßnahme verblassen und beraubt die Maßnahme Trainerwechsel damit einer wesentlichen (möglichen und erhofften) Wirkung. Wer als Spieler in einer Saison zwei, drei Trainer erwarten kann, kann getrost der Zukunft entgegen sehend den alten Stiefel weiterspielen.

          In Bezug auf Daum und seine Methoden muss man fairerweise festhalten, dass er einer der ersten “Modernisten” in der Bundesliga war. Zum einen sehe ich bei ihm einen Pionier eines Versuchs, über offensive Extrovertiertheit die Medien im Interesse des eigenen Erfolgs zu instrumentalisieren. Diese, über das eigentliche Training damals weit hinausgreifende Erfolgsorientierung pflegte Daum überdeutlich und öffentlich. Daneben und durch den initiierten Hype auch deshalb wurde weniger beachtet, dass Daum bei den von ihm trainierten Vereinen moderne Formen datenbankgestützten Scoutings einführte und sich dabei, auch das eine Neuerung, dezidiert nicht nur auf den engeren europäischen Markt beschränkte. Auch diverse andere Maßnahmen (Motivationstrainer, Teambuildingmaßnahmen, intensive psychologische Betreuung) hat Daum wenn schon nicht eingeführt so doch zumindest popularisiert. Damit kommen wir zu einem Problem der Daumschen Methoden heute: alle machen das heute so. Insofern kann sich ein Trainer Daum nur minimal vom Rest abheben und etwas bewegen. Man kann in meinen Augen gar nicht überschätzen, wie sehr sich die Arbeitsweisen in den Vereinen heute ähneln, da alle wichtigen Leute des funktionalen Unterbaus auf denselben Sporthochschulen studiert haben bzw. ihr MBA Diplom auf denselben Handvoll Wegen erworben haben. Insofern erleben wir derzeit eine Entwicklung, in der Zufälle eine immer größere Rolle spielen können, insofern sie den Einstieg in eine Dynamik einläuten, die dann schwer zu brechen ist, weil, gemäß des herrschenden wissenschaftlichen Paradigmas auf allen Ebenen, nicht gar so vieles anders gemacht werden kann. Zufälle zum einen – Geld zum anderen, das dürften die langfristig immer bedeutenderen bestimmenden Faktoren sein; kurzfristige erratische Ausreißer immer mit inbegriffen. Auch diese Saison bildet da keine Ausnahme. Trotz aller Irrungen und Wirrungen: Absteigen wird aller Voraussicht nach trotz miserabligster Saisonverläufe eben kein potenter Verein wie Wolfsburg oder Stuttgart, dagegen steht der ökonomisch schwächste Verein St. Pauli wohl als erster Absteiger fest. Auch im Kampf um die oberen Plätze dürfen Mainz und der Club zwar mal ein bisschen mitmischen, die richtigen Fleischtöpfe der Champions League bleiben ihnen aber weiter verschlossen und werden zuletzt wohl auch wieder den Etablierten (d. i. die üblichen Verdächtigen) geöffnet werden, wenn Hannover nicht doch noch die ganz große Überraschung gelingt.

          Ganz am Rande erstaunt mich sowohl bei denjenigen, die Baders Lauterkeit und kaufmännisches Geschick loben genauso wie bei den Kritikern des Baderschen Wirkens die offenbar beiderseits vorhandene intime Kenntnis der Entscheidungsstrukturen beim Club. Dinge, die den armen Zeitungslesern offenbar für immer verschlossen bleiben müssen.

          Worauf ich anspiele illustriert eine Schalker Geschichte aus jüngster Zeit. Gemeinhin galten ja alle Einkäufe etc. als Magaths Werk. Als dieser aber geschasst wurde, war ein wesentlicher Pfeil im taktischen Köcher der Schalker Vereinsführung der (im Nachhinein bei der schiedlich friedlichen Trennung kassierte) Vorwurf, Magath hätte pflichtvergessen genehmigungspflichtige Transfers über 300000 Euro (wenn ich mich recht erinnere) alleine entschieden und durchgeführt. Das heißt im Umkehrschluss: der so genannte Alleinherrscher konnte offenbar gerade mal im Bereich unter 300000 Euro alleine herrschen – welche Spieler bitteschön bekommt man aber heute noch für unter 300000 Euro? Alle anderen Transfers mussten also offenbar zuerst von einem wie auch immer gearteten Kontrollgremium abgesegnet werden. Das wurde, mit oben erwähnter Ausnahme, aber meines Wissens nirgendwo so kommuniziert oder auch analysiert. Absegnen heißt immer auch Mitverantwortung. Dass es in der in die Vereine diffundierten Abnickerkultur unserer Wirtschaft mit der Mitverantwortung und Kontrolle nicht zum Besten bestellt ist, das steht auf einem anderen Blatt und soll uns nicht beschäftigen. Aber ich sehe, dass sich sowohl Kritiker des Baderschen Wirkens wie auch Unterstützer hier mitunter unausgesprochen eines Bildes des Alleinentscheiders bedienen, das in meinen Augen höchst romantische Züge aus der Zeit der großen Unternehmerpersönlichkeiten wie Schickedanz, Grundig usw. trägt. Ich sage nicht, dass das beim Club nicht doch noch so ist, aber ich kann im Hinblick auf den Rest der Wirtschaft nicht erkennen, dass so ein Bild eine große Wahrscheinlichkeit aufweist. Bei allen, die Bader sonst als Kaufmann loben oder auch nicht, die seinen Sportsachverstand loben oder auch nicht, die dem Trainer oder auch dem Manager einen Transfer zuschreiben oder auch nicht – bei all denen würde mich mal interessieren, woher sie ihre Weisheiten eigentlich nehmen. Ich lese nicht gerade wenig einschlägig Veröffentlichtes – eine Basis für derart dezidierte Urteile über Interna bildet das alles nicht.

          • 03.05.2011 um 14:45
            Permalink

            Hörnla: alle machen das heute so. Insofern kann sich ein Trainer Daum nur minimal vom Rest abheben und etwas bewegen. Man kann in meinen Augen gar nicht überschätzen, wie sehr sich die Arbeitsweisen in den Vereinen heute ähneln, da alle wichtigen Leute des funktionalen Unterbaus auf denselben Sporthochschulen studiert haben bzw. ihr MBA Diplom auf denselben Handvoll Wegen erworben haben. Insofern erleben wir derzeit eine Entwicklung, in der Zufälle eine immer größere Rolle spielen können

            Dazu fällt mir dann nur noch ein, dass es eine Eigenschaft gibt, die den entscheidenden Unterschied für einen längerfristigen Erfolg machen kann: Die Sozialkompetenz des Trainers und seine natürliche Autorität, die Fähigkeit, die Spannung hochzuhalten und unterschiedlichste Perönlichkeiten einer heterogenen Gruppe so zusammenzuhalten, dass tatsächlich eine Mannschaft entsteht. Das mag für den kurzfristigen Erfolg weniger wichtig sein, wenn vieles Neue auf die Spieler zukommt, aber nach längerem Zusammenarbeiten ist das der enrtscheidende Unterschied. Das wird oft unterschätzt, glaube ich. Und das hat man, oder eben nicht. Das laässt sich nur begrenzt schulen.

            • 03.05.2011 um 17:46
              Permalink

              Optimist: Die Sozialkompetenz des Trainers und seine natürliche Autorität, die Fähigkeit, die Spannung hochzuhalten und unterschiedlichste Perönlichkeiten einer heterogenen Gruppe so zusammenzuhalten, dass tatsächlich eine Mannschaft entsteht.

              Da stimme ich Dir vollkommen zu. Ich glaube allerdings, dass es da heute ein erhebliches Reservoir an geeigneten Kandidaten gibt. Man sehe sich nur an, wie viele gestandene und z. T. in höheren Klassen durchaus erfolgreiche Trainer in der 3. oder gar der Regionalliga arbeiten. Dazu kommen Jahr um Jahr neu Ausgebildete. Ich denke, dass unter diesen Bedingungen auch der zu Recht von Dir angeführte Faktor Sozialkompetenz schwerlich ein Alleinstellungsmerkmal bilden dürfte.

              • 03.05.2011 um 18:03
                Permalink

                Hörnla: Man sehe sich nur an, wie viele gestandene und z. T. in höheren Klassen durchaus erfolgreiche Trainer in der 3. oder gar der Regionalliga arbeiten.

                Ja, andererseits sieht man auch, dass es extreme Beispiele eines raschen Verfalls der Wirkung eines Trainers gibt, die wohl auch auf Defizite im Bereich der Menschenführung zurückzuführen sind. Hier fallen mir spontan die Herren Labbadia und Neururer ein, die es nirgends lange geschafft haben (bisher), was nicht nur am Kader liegen kann (wie z.B. beim HSV). Aber auch hochgehandelte Namen wie aktuell Van Gaal haben da ihre Problemzonen. Gegenbeispiel hierzu ist Thomas Schaaf, der offensichtlich über Jahre dauerhaft von allen Spielern respektiert wird – eben natürliche Autorität ausstrahlt.

                • 03.05.2011 um 18:16
                  Permalink

                  Optimist: Hier fallen mir spontan die Herren Labbadia und Neururer ein, die es nirgends lange geschafft haben (bisher), was nicht nur am Kader liegen kann

                  Kleiner Einspruch 😉 – ich sehe Neururer und Labbadia in verschiedenen Kategorien. Auch Neururer hat am Anfang versucht, Neues einzuführen und offensiv zu popularisieren (Stichwort: profigerechte Ernährung [und Lebensführung] auch für Fußballprofis aus Vereinen im unteren Tabellendrittel usw.). Insofern weist er da für mich durchaus Ähnlichkeiten mit Daum auf. Allerdings hat er sich danach ja – und das ist die Gefahr, wenn man die Medien zu sehr in seine Arbeit einbezieht, so dass am Ende dann Ross und Reiter vertauscht werden – sich bekannterweise medial verzettelt und als Vertragspartner bzw. Arbeitnehmer, d. i. Trainer, zunehmend desavouiert – Stichwort: Absage per SMS usw. . Nach derartigen stilistischen Fehlgriffen und derart offensichtlicher mangelnder Seriösität (wobei ich mich natürlich nur auf das Veröffentlichte beziehen kann) darf im Fußballbetrieb lediglich ein Matthias Sammer bei verbesserten Konditionen weiterwirken.

                  Labbadia ist dagegen ein Neuling, der sich erst noch Meriten erwerben muss und bisher vor allem dadurch auffiel, dass er es bei drei völlig verschiedenen Vereinen binnen kurzer Zeit geschafft hat, in fast identischer Weise Strohfeuer des Erfolgs zu entzünden und sich danach mit jeweils fast der gesamten Mannschaft zu zerstreiten.

  • 02.05.2011 um 17:59
    Permalink

    Ich kann mich den beiden Kommentaren von Stefan und Alexander nur anschließen.
    Martin Bader ist das beste was dem Club passieren konnte.

    Ich habe übrigens immer der Pro-Bader Fraktion angehört, auch wenn es nicht so gut lief.
    Der Mann hatte ein Konzept, für das wir jetzt die Früchte ernten.
    Schuldenfreier Verein, gute Mannschaft, Transfererlöse, NLZ und endlich keine Skandale mehr beim Club.

    Clubherz was willst Du mehr?

    Die 10.Meisterschaft klar, aber alles zu seiner Zeit. 😉

  • 02.05.2011 um 18:07
    Permalink

    Ich hab’s gewusst, den Pekhart lässt er nicht mehr von der Angel. Und als bei uns im Forum schon die ersten Stimmen ala “2-3 Millionen? Spinnt der Bader?” kamen, haben ich diesen versichert, dass der Bader maximal 1 Mio. oder wenig mehr ausgeben wird.
    Ich finde, das ist ein richtig guter Fang und Schieberersatz. Ich freue mich schon auf die nächste Saison.

  • 02.05.2011 um 22:34
    Permalink

    wollte mal ein paar sachen zu bader sagen:

    mb ist sicher ein fähiger kaufmann.

    die spieler, die diese saison verpflichtet wurden habe alle- ich betone: alle – eingeschlagen. okotiue zähle ich da bewusst nicht dazu. der junge ist fpr mich quasi aus der berufsunfähigkeit zurück, nach seinen knieverletzungen.

    da gehört viel glück dazu. fazit: der fcn gibt an konkurrenten drei topleute ab, die sich bei uns ihre sporen verdient haben. so ist das geschäft.

    der weg mit jungen spielern ist richtig. dazu solide leute wie einst galasek und jetzt simons, die die truppe heimlich still und leise führen können.

    dennoch möchte ich auch klar erwähnen, dass es mir bis heute schleierhaft vorkommt, wo die millionen von zwetschge etc gelandet sind. nur schuldenabau und mannschaft in liga 2 zählen da nicht.

    ich gehörte zu den kritikern und dazu stehe ich auch. läuft es dann läuft es. kritik bringt auch voran. 🙂

    mit esswein, pekhart und dazu noch die option für hegeler. gute transfers: chapeau herr bader

    der glubb ist halt für junge(deutsche) spieler auf einmal interessant!
    weiter so mb!

  • 02.05.2011 um 22:36
    Permalink

    ich bitte, meine tippfehler zu entschuldigen!

  • 03.05.2011 um 08:06
    Permalink

    In Sachen MO/DH: Ich freue mich ja, dass man DH so positiv sieht und mit etwas Abstand wird einem die Rolle von Hermann damals auch mehr und mehr bewusst, aber eines darf man auch nicht vergessen: Hecking hatte bisher noch keine echte Krise. Die kleine Krise hat er im Herbst mit Bravour pariert, aber es ist das eine, eine Mannschaft in der Krise zu übernehmen und nach oben zu bringen, das andere, mit einer Mannschaft in eine Krise zu kommen und rauszuführen. Am letzten Punkt scheitern in der Regel 9 von 10 Trainern, auch weil sie meist gar keine Chance bekommen es zu Ende zu bringen.

    Aber auch Methoden sehen im Licht des fehlenden Erfolgs anders aus. Heute liest man im SPIEGEL “Vom Daum zum Däumling” und führt aus “Der Trainer wirkt im Abstiegskampf überfordert, seine Methoden gelten als Hokuspokus, seine Sprüche werden hämisch belächelt.” Wohlgemerkt Daum, den man gerade noch für seine modernen Methoden zum Bundestrainer hochfeierte und dann aufgrund seiner persönlichen Verfehlungen fallen ließ wie eine heiße Kartoffel (nebst offenbar der Ansichten zu seinen Methoden).

    Im Erfolg sieht das alles immer prima aus, aber starten wir mit drei, vier Niederlagen in die neue Saison, bin ich gespannt, wie man Hecking dann beurteilt.

    • 03.05.2011 um 10:32
      Permalink

      Alexander | Clubfans United: Im Erfolg sieht das alles immer prima aus, aber starten wir mit drei, vier Niederlagen in die neue Saison, bin ich gespannt, wie man Hecking dann beurteilt.

      Die Mini-Krise im Herbst war gar nicht so ungefährlich, immerhin hatte man nach 4 Niederlagen am Stück nur 18 Punkte. Aber gut, wir haben die Kurve gekriegt, keine Ahnung was passiert wäre, hätten wir gegen Hoffenheim und H96 auch noch verloren….

      Für DH spricht, dass er bislang eher lange Trainerzeiten oder Abschiede aus anderen, nicht sportlichen Gründen (Aachen) vorzuweisen hat. Den Unterschied zu MOe sieht man vielleicht daran, dass die Führungsspieler hinter ihm und nicht gegen ihn stehen, obwohl auch bei DH z.B. ein Mintal kaum Einsätze bekommt. Und aus DHs vorigen Trainerstationen habe ich auch nicht in Erinnerung, dass Spieler nach seinem Abschied nachgetreten hätten, wie es bei vielen Trainern immer wieder vorkommt.

  • 03.05.2011 um 10:20
    Permalink

    Der Trainer ist immer der Depp. Wenn es schlecht läuft, kann man ja nicht die Mannschaft entlassen. Also bleibt die sportliche Verantwortung beim Trainer. Neuerding wird das aber gerne auch auf das Vereinsmanagement mit übertragen, siehe Gladbach, Köln (ok, Sonderfall) oder auch VWBurg.

    Sehr wohltuend finde ich, wie mit der großen Krise in Bremen umgegangen wurde und wird. Als der Verein fast am Ende der Tabelle lag, war da zwar auch das Geschrei in der Presse und unter manchen Fans groß, letztendlich hielt man aber an den langjährig schon gut funktionierenden Duo Allofs+Schaaf fest.
    Und das, obwohl natürlich die sich mittlerweile als “Fehleinkäufe” doch zu titulierenden Silvester, Arnautovic und vielleicht auch Wesley auf dem Mist des Duos gewachsen sind. Es ist halt doch auch eine gute Portion Glück bei solchen Neuerwerbungen im Spiel. Schönerweise muß man sagen, sonst würde die Bundesligatabelle ja wirklich dauernd nur ein Spiegelbild des Geldvermögens der Vereine darstellen.

    Diese Monokausalität für schlechtes Abschneiden (=”Trainer Schuld!”), auch wenn uns das gerade die Boulevardpresse immer glauben lassen will, gibt es jedoch nicht.

    Ich bleibe mal beim Beispiel Bremen: Gerade dort spielen noch weitere Fehleinschätzungen, aber auch andere Probleme eine Rolle:
    – Marin kann meist nicht ansatzweise Özil ersetzen
    – Dauerverletzung von Naldo als wichtigsten Mann der Abwehr
    – Formschwäche vieler Stützen wie Fritz, Mertesacker und Hunt
    – Frings kommt langsam in die Jahre
    – Arnautovic als bekannt schwierige Person, konnte nicht entsprechend eingebunden werden und spielt sein Potential irgendwie nie aus

    Nun wieder zurück zum Glorreichen:
    DH ist ein guter Trainer. Aber dazu kommt einfach auch eine große Portion reines Glück. Drei Beispiele dazu:
    – Wollscheid: War eigentlich vom 1. FC Saarbrücken schon als untauglich in die zweite Mannschaft abgeschoben, hat dann auf eigenen Antrieb doch irgendwie ein Probetraining beim Glubb erhalten und wurde danach verpflichtet. Jetzt gilt er als Riesen-IV-Talent und wird schon von den entsprechenden Nationalmannschafts-Vereinen umworben.
    – Chandler: Spielte seit seiner Jugend bei der Eintracht Frankfurt und kam dort aber nie über die Reserve hinaus. Wurde dann wohl über den Armin Reutershahn als ehemaligen Frankfurter Trainer zum Glubb geholt. In Rekordzeit zum US-Nationalspieler geworden und gleich mal gegen Messi mit einer tollen Leistung. Teilweise unglaublich präzise Flanken aus vollem Lauf.
    – Schieber: Sah in Stuttgart bei so vermeintlich gutklassiger Konkurrenz im Strum wie Cacao, Harnik, Marica und Progrebniak keine Einsatzmöglichkeit. Bei uns passte er wie angegossen sowohl ins Spielkonzept als wohl auch persönlich grandios in die Mannschaft.

    Was will ich mit meinem Wortreichen Beitrag sagen? Vorsicht, Phrasengefahr 😀

    Der Trainer und auch der Manager brauchen einfach auch das glückliche Händchen. Beim Glubb hat das diese Saison fast durchgehen “gepasst”!

    Hätte Gekas seine zwei 1000%igen Chancen gegen die Nordtiroler reingemacht, würde es wohl keine negativen Schlagzeilen über Frankfurt geben. Und ein 3:1 Sieg gegen Nordtirol beflügelt doch auch für die nachfolgenden Spiele.

    Ich denke mit einem entsprechenden finanziellen Hintergrund lassen sich halt die Chancen zum “Glück” durch einen größeren Kader z.b. einfach erhöhen. Garantie gibt es aber keine.

    Und das ist auch gut so.

    • 03.05.2011 um 15:09
      Permalink

      Woschdsubbn:

      Nun wieder zurück zum Glorreichen:
      DH ist ein guter Trainer. Aber dazu kommt einfach auch eine große Portion reines Glück. Drei Beispiele dazu:
      – Wollscheid: War eigentlich vom 1. FC Saarbrücken schon als untauglich in die zweite Mannschaft abgeschoben, hat dann auf eigenen Antrieb doch irgendwie ein Probetraining beim Glubb erhalten und wurde danach verpflichtet. Jetzt gilt er als Riesen-IV-Talent und wird schon von den entsprechenden Nationalmannschafts-Vereinen umworben.

      Vielleicht ist es gerade im Bezug auf Spieler des FC S nicht nur Glück, sondern eher so, dass man bei Einschätzungen hinsichtlich der sportlichen Qualität, sofern diese denn aus Saarbrücken kommen, getrost vom Gegenteil ausgehen kann. 😉 Und Philipp ist ja beileibe nicht das erste Beispiel. Es gab da mal einen gewissen Herrn De Guzman der in SB auch in die 2. Mannschaft zurückgestuft wurde und hier dann für ein paar Spiele in der Verbandsliga über die Dörfer tingelte…seine folgende Entwicklung über Hannover zu La Coruna dürfte bekannt sein. 😉
      Ist aber zugegeben nicht ganz ernst gemeint!

      Was mich aber tatsächlich ein wenig ernster stimmt ist der Fall Marek Mintal. Ich weiß nicht wie es Euch Anderen hier geht, aber meine gute Stimmung, um nicht zu sagen Hochgefühl, wird immer dann wenn Meldungen hinsichtlich Mareks Zukunft kommen deutlich gedrückt. So ging es zumindest mir als ich eben die Bild-Artikel im Pressespiegel gelesen habe. Besonders bei der Aussage, dass er nicht wisse ob er wieder zurückkommt weil je erst einmal ein Platz gefunden werden müsste, schwingt glaube ich schon ein wenig Verbitterung oder zumindest Enttäuschung mit.

      Um das klarzustellen; ich hoffe, dass mein Eindruck mich da täuscht!

      • 03.05.2011 um 17:13
        Permalink

        Roland: Was mich aber tatsächlich ein wenig ernster stimmt ist der Fall Marek Mintal. Ich weiß nicht wie es Euch Anderen hier geht, aber meine gute Stimmung, um nicht zu sagen Hochgefühl, wird immer dann wenn Meldungen hinsichtlich Mareks Zukunft kommen deutlich gedrückt. So ging es zumindest mir als ich eben die Bild-Artikel im Pressespiegel gelesen habe. Besonders bei der Aussage, dass er nicht wisse ob er wieder zurückkommt weil je erst einmal ein Platz gefunden werden müsste, schwingt glaube ich schon ein wenig Verbitterung oder zumindest Enttäuschung mit.

        Es war bereits an mehreren Stellen zu lesen (und übrigens auch aktuell im besagten BILD-Artikel, wenn ich mich richtig erinnere): Mintal liegt ein Anschlussvertrag als Jugendtrainer beim Club vor – er muss nur zugreifen. Wenn er aber noch paar Jahre spielen will, kann man natürlich nicht sagen, was dann passiert, wenn er dann mal aufhört. Aber der FCN hat oft genug betont, dass man dann auch eine Lösung finden wolle und immer eine Tür offensteht. Aber wie dass dann aussieht, ist naturgemäß offen. Insoweit kann man Mintals Aussage auch so deuten, dass er damit meinte, dass die Zukunft dann in den Sternen steht – was ja auch stimmt.

  • 03.05.2011 um 10:21
    Permalink

    Wer Tippfehler findet, kann sie gerne behalten 😀

  • 03.05.2011 um 10:30
    Permalink

    Sehe ich ähnlich die Ansätze von Oe waren ja wohlklingend, nur die Umsetzung in der Praxis steht auf einem anderen Blatt und es war wohl auch etwas zu blauäugig. DH hat ähnliches einfach besser umgesetzt in dem er den Jungen Spielern beispielsweise einen erfahrenen Haudegen wie Simons an die Seite gestellt hat, die ganze Umsetzung war einfach kompetenter. Oe wird auch in Hamburg keinen Erfolg haben auch wenn sie sich in HH derzeit noch! von den schönen Reden blenden lassen. Ich fand Oe auch immer nen netten Typen, aber er ist solchen Aufgaben als Cheftrainer nicht gewachsen.
    Das ansich auch nur ein Beispiel dass Gutes zu wollen einfach nur die eine Seite der Medaille ist.

  • 03.05.2011 um 16:49
    Permalink

    Kurz dazwischengegrätscht, weil brandaktuell:

    Hui, jetzt geht alles ganz schnell:
    – Der kicker meldet, die Pekhard Verpflichtung ist da. 1Mio + unbekannte, leistungsbezogene Prämien als Ablöse
    – Weiterhin ist das mit Manuel Zeitz jetzt auch fest
    – Österreichische Zeitungen melden, daß angebl. Okotie wohl in BuLi 2 verliehen werden soll

    • 03.05.2011 um 17:43
      Permalink

      Woschdsubbn: die Pekhard Verpflichtung ist da

      Guter Transfer, an den Modalitäten (4 Jahre) kann man erkennen, dass das Vertrauen in den Club wieder gewachsen ist. Wenn man einen Verein nur als Sprungbrett sieht, dann wechselt man kürzer, für 2 oder max. 3 Jahre Laufzeit. Pekhart und seine Berater scheinen hier aber was entwickeln zu sehen. Freut mich, lasst es uns gut entwickeln! 😉

      Ich schätze, er bekommt die 9, die dürfte frei sein, oder?

  • 03.05.2011 um 17:14
    Permalink

    Dir Betreuer der Club-Homepage sind auch schneller geworden:
    http://www.fcn.de/news/artikel/pekhart-hat-unterschrieben
    “Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart.”
    Aber es wird schon so sein, wie der Kicker schreibt: 1 Mio. sofort und leistungsorientierte Nachzahlungen. Von der Ausleiheabsicht von Okotie habe ich schon vor einiger Zeit mal was gelesen. Er kann ja nach Fürth gehen, da muss er nicht umziehen.

  • 03.05.2011 um 17:49
    Permalink

    In Bezug auf Mintal:
    andere Vereine – siehe Dortmund und Dede – kriegen das offenbar auch hin, ohne das auf irgendeiner Seite (Fans, noch spielwilliger Spieler, Verein) Bitterkeit oder Unfrieden bleiben. Also: warum sollten wir das nicht auch schaffen?

Kommentare sind geschlossen.