Die Akte Wolf

Die Zeichen stehen auf Abschied bei Kapitän Andy Wolf, aber richtig überraschen tut einen das nicht. Und ganz unabhängig nun davon, ob man nun jetzt tatsächlich ab 1. Juli getrennte Wege gehen wird oder ob man nun sportlich Wolf als Verlust ansieht, oder eher weniger, so ist die Ehe Wolf und der FCN schon jetzt mindestens schwer belastet, wahrscheinlich sogar zerrüttet – der Rosenkrieg droht, gerade weil Andy seit 14 Jahren im Verein ist und nicht wirklich weg wollte.

Eine kleine Chronologie und etwas Kritik – und eine Fortsetzung des Artikels „Vertragsverlängerung von Wolf [Ein Kommentar]

Wovon man ausgehen darf: Wolf hatte einen gut dotierten Vertrag (im Vergleich zum Rest der Mannschaft), resultierend aus seinen überdurchschnittlichen Leistungen im Jahr des Pokalsiegs und den in diesem Zusammenhang gewachsenen Begehrlichkeiten anderer Vereine im Jahr 2007 (siehe auch: focus.de). Nach gemeinsamen Höhen und Tiefen läuft dieser Vertrag nun eben zum 1. Juli 2011 aus und die Diskussionen drangen im Prinzip schon mindestens seit Ende 2010 auch in die Öffentlichkeit. (28.10.2010)

Was macht der Wolf? Nach einer schwachen letzten Saison präsentiert sich Andreas Wolf beim 1. FC Nürnberg in dieser Spielzeit bislang stark und erzielte bereits zwei Treffer. Am Saisonende läuft der Vertrag des Abwehrspielers aus, soll nun aber verlängert werden. „Wir haben eine große Bereitschaft, mit Andy zu verlängern“, sagt Manager Martin Bader. Wolf dazu: „Ich fühle mich wohl, bin hier zu Hause, wir spielen Bundesliga. Alles andere wird man sehen.“ (Quelle)

Danach, so mag man das interpretieren, formulierte der FCN das Angebot schriftlich, was von Wolf evtl. nicht wirklich als ernsthaft angesehen wurde. (24.11.2010)

„Ich würde mich über eine längere Zusammenarbeit freuen“, erklärt der ‚Club‘-Kapitän via ‚Bild‘ […] „Die Tendenz geht in Richtung Vertragsverlängerung“, so Wolf weiter. Ein konkreter Zeitpunkt für die Unterschrift steht allerdings noch nicht. Dem 28-jährigen Innenverteidiger soll ein unterschriftsreifer Kontrakt bis 2014 vorliegen. (Quelle)

Schon bald trübte den Optimismus offenbar ein gemeinsames Gespräch. (22.12.2010)

„Es gab ein Gespräch. Doch es zwickt an allen Ecken und Enden. Das ist nicht nur eine Formsache. Jetzt ist der Verein am Zug“, so der ‚Club‘-Kapitän in der ‚Bild‘. […] Im November schien eine Verlängerung kurz dem Abschluss. Doch seitdem sind sich die Parteien nicht näher gekommen. „Kommt nichts vom Verein, müssen wir uns ja anderweitig umsehen – auch, wenn das überhaupt nicht mein Ziel ist“, erklärt Wolf. (Quelle)

Geraume Zeit nach dem Jahreswechsel meldete sich Hecking zu Wort, der – rein auf das Sportliche konzentriert – Planungssicherheit für die sich langsam abzeichnende nächste Bundesliga-Saison wünscht. Nachvollziehbar, will man den durch die guten Leistungen gewonnenen Planungsvorsprung auch nutzen. (24.03.2011)

Hecking drängt auf Wolfs Signal: „Die sportliche Wertschätzung ist klar“, stellt Dieter Hecking fest, „das sieht er daran, dass er spielt. Wir wollen ihn sehr gerne halten.“ In der Abwehr sieht der Trainer auch keinen Handlungsbedarf, sofern Wolf bleibt. Doch Hecking will endlich eine Entscheidung von Wolf haben: „Es sollte bald mal Butter bei die Fische kommen.“ Der FCN-Coach würde sich gerne mit dem Innenverteidiger an einen Tisch setzen und die Lage besprechen, „dann sieht man, ob man zusammenkommt oder nicht“.

Während Bader in dem Zusammenhang noch einmal klar machte, wie man das erste Angebot an Wolf aus Sicht des Clubs verstand:

(a.a.O.) Wolf, Führungsspieler und Eigengewächs der Franken, hat schon länger ein Vertragsangebot vorliegen, das Martin Bader als „sehr, sehr gutes Angebot für unsere Verhältnisse“ einschätzt. „Wir müssen uns dafür nicht schämen“, unterstreicht der Manager, der Club wartet allerdings noch auf eine Antwort des Spielführers. Die blieb bislang aus, da sich das Fixgehalt nach unten verändern würde und Wolf so seine Leistungen nicht entsprechend gewürdigt sieht.

Zwischenzeitlich drang wohl durch, dass Wolf sich offensichtlich selbst ein wenig „umsah“ und auch hier und da seinen Unmut über das vorliegende Angebot zum Besten gab. So jedenfalls kann man Hecking am 27.3. interpertieren, der seinerseits die Verhandlungslage nicht positiv bewertete:

„Da gab es zuletzt Aussagen von ihm, bei denen ich die Stirn runzeln musste.” Zumal Hecking nicht versteht, warum sein Kapitän zögert. An mangelnder sportlicher Wertschätzung für Wolf kann es jedenfalls nicht liegen. „Sonst hätte ja Per Nilsson schon längst wieder in der Startelf gespielt”, unterstreicht der 46-Jährige.
Der bockende Ansbacher darf es also durchaus als Warnung verstehen, wenn Hecking betont: „So wie Andy im Moment den Markt sondiert, schauen wir uns natürlich auch um.” Allerdings plädiert Hecking dafür, weiter mit offenen Karten zu spielen: „Wenn das Angebot nicht passt, ist es ein Anruf. Dann setzt man sich zusammen und schaut, ob man zusammenkommt – oder eben nicht!” (Quelle)

Nur drei Tage später (30.3.) erschien im Boulevard eine kleine Replik:

Wie BILD berichtete, ist Wolf mit dem neuen Vertrags-Angebot mehr als unzufrieden. Auch in der Länderspiel-Pause erneuert der Abwehrrecke seine Kritik: „Das vorliegende Angebot ist nicht so, dass ich den Eindruck hätte, man will mich hier unbedingt halten.“ (Quelle)

Verbunden mit der nun deutlich werdenden gegenseitigen Kritik am Verhandlungsstil:

(a.a.O.) Heckings Forderung: „Beide Seiten sollten sich jetzt wie Männer zusammensetzen und in die Augen schauen. Danach weiß man, wie es weitergeht.“
Auch wenn Wolf stets betont, kein böses Wort über den Verein verlieren zu wollen, sitzt der Frust über das bisherige Angebot tief:
„Ich lasse mich nicht unter Druck setzen, schließlich habe ich auch fast ein Jahr auf das Angebot warten müssen. Schade, dass öffentlich so viel über meinen Vertrag gesprochen wird.“

Auch der ehrwürdige kicker (31.3.) sprang nun auf das Thema auf, nahm die Gerüchte um Wolfs Abwanderungstendenzen gen Petersburg und Moskau auf und fragte sich, was denn Wolf wirklich fehle um glücklich zu sein:

Ein Poker ums Geld. Wie der kicker erfuhr, hatte der Routinier vor einigen Wochen Anfragen von Zenit St. Petersburg und Spartak Moskau vorliegen. Ein Transfer kurz vor Beginn der russischen Meisterschaft stand im Raum. Wolf hätte einem Wechsel zugestimmt, letztlich meldeten sich aber beide Klubs nicht mehr. Dennoch ein Zeichen, dass Wolf wohl auf lukrativere Angebote wartet.
Auch mangelnde Wertschätzung seitens des Vereins soll eine Rolle spielen. Doch welche außer Geld erwartet Wolf? Trainer Hecking lässt ihn regelmäßig spielen, der FCN hat immer wieder betont, gerne verlängern zu wollen, auch wenn die Gegenseite diesen Eindruck nicht hat. Fakt ist: Wolf muss sich beeilen, der FCN schaut sich nach Alternativen um und könnte sein Angebot schon bald zurückziehen. Verpokert sich Wolf am Ende? Die Fronten sind jedenfalls verhärtet. (Quelle)

Was die Verhandlungssituation bedeutet, war im Prinzip klar:

So zieht sich der Vertragspoker um den Kapitän weiter hin. Der Club muss zweigleisig fahren und sich nach adäquatem Ersatz umsehen. Werden Martin Bader und Co. fündig, könnte sich Andreas Wolf verzockt haben. (Quelle)

Die Anhänger des 1. FC Nürnberg begannen mittlerweile, gerade vor dem Hintergrund, dass Wolf auf einen lukrativen Wechsel bereits wohl spekulierte und dem FCN mit Hinblick auf die neue Saison eine solche Hängepartie auch nicht unbedingt gut tut, kritischer mit dem Thema umzugehen. Waren zuerst die meisten wohl für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit, bröckelte die Front doch zusehends und kritische Töne in Richtung Wolf wurden lauter.

Im Saisonendspurt wurde es ruhiger um das Thema, erst im Mai nahm die Sache wirklich neue Fahrt auf. Es wurde bekannt, dass Wolf wohl das Angebot des FCN abgelehnt habe. Ein Abschied rückte in den Bereich des möglichen, die Fronten schienen verhärtet. (4.5.2011)

Darüber reden, bei welchem Verein er ab dem 1. Juli arbeiten wird, möchte Wolf zuvor nicht mehr; zu viel Unwahrheiten und Gerüchte seien verbreitet worden, sagt Wolf, der seit 14 Jahren für den 1. FC Nürnberg aufläuft. Eine erste Mannschaft ohne den Ansbacher ist eigentlich undenkbar. (Quelle)

Wolf schlug nun andere Töne an, betonte mehr und mehr die Verbundenheit zum Verein, ohne aber sich durchringen zu können, das Angebot doch noch anzunehmen. (11.5.2011)

Poker um Wolf geht weiter: Noch ist völlig offen, ob Andreas Wolf bleibt oder aber wechselt. Eine Tendenz ist in diesem Pokerspiel inzwischen jedoch deutlich zu erkennen: Ein durchaus möglicher Abschied würde dem eisenharten Abwehrspieler sehr schwer fallen. „Nach 14 Jahren ist es nicht einfach, zu sagen: Ich gehe jetzt“, gewährt er Einblick in sein Innenleben. Worte, die viel aussagen. Wie auch die hinzugefügte Bemerkung: „Jeder weiß, wie ich zu dem Verein stehe, dass mein Herz an ihm hängt.“ – Wolf hofft, dass nach offensichtlichem Abtasten gar bald das entscheidende Gespräch stattfindet. Offensichtlich liegen die Ansichten über sein künftiges Salär noch zu weit auseinander.

Während nun immer mehr Gerüchte um seine Zukunft rankten, ein Wechsel zum 1. FC Köln zum Beispiel, wurde es seitens FCN nun spürbar kühler, während Wolf wohl die Realität immer emotionaler machte – und auch die Medien stimmten ein. (11.5.2011)

Seit über 14 Jahren ein Herzens-Nürnberger: Hymnen auf den kantigen Innenverteidiger hört man derzeit eher selten, obwohl Wolf eine äußerst respektable Saison spielt. […] Auch sein Trainer Dieter Hecking ist zufrieden mit ihm, wie er hin und wieder betont. Gerne würde man Wolf auch behalten im Club, aber eben nicht um jeden Preis.
Wolf wird bald 29 und hat sich nie geschont, wenn es um seinen Club ging. Deshalb will er eigentlich auch gar nicht weg. „Jeder weiß, dass mein Herz am Verein hängt“, sagt er noch, „aber irgendwie muss man eben auf einen Nenner kommen.“ Einen Verhandlungstermin gibt es noch, mindestens. „14 Jahre sind 14 Jahre, die schmeißt man nicht so einfach weg.“

In der Gerüchteküche am gleichen Tag begann man allerdings etwas Zweifel zu hegen, ob die gehandelten Transferziele wirklich eine Karrieresprung für den Andy werden würden:

Holt der FC Augsburg Andreas Wolf aus Nürnberg?: Der 1. FC Nürnberg hat Wolf bereits am Jahresanfang ein Vertragsangebot unterbreitet. Das wurde aber vom Kapitän der Nürnberger abgelehnt. Außer dem FC Augsburg soll unter anderem auch noch der 1. FC Köln an Wolf interessiert sein. Der Kölner Express berichtet, dass Wolf hohe Gehaltsvorstellungen habe. Er soll eine Million Euro im Jahr verlangen. Ein Betrag, den der FC Augsburg wohl nicht ausgeben würde.

Wolf kokettierte nun öffentlich mit bestimmten (wenn auch nur im Raum stehenden) Offerten. (16.5.2011)

„Es ehrt mich, dass ein so großer Verein wie der VfL Interesse hat.“ Damit nicht genug: „Felix Magath ist einer der größten Trainer in Deutschland. Dass ich auf seiner Liste stehe, ist mir eine große Ehre.“ (Quelle)

Die Situation spitzt sich zwischenzeitlich zu, eine Entscheidung steht im Raum. (23.5.2011)

Der 1. FC Nürnberg schließt in den kommenden Tagen die Akte Andreas Wolf. Wie das Online-Portal ‚oberbayern.de‘ berichtet, soll in naher Zukunft eine Entscheidung fallen, wie der Innenverteidiger seine Karriere fortsetzt. Bislang einigten sich Klub und Spieler nicht auf einen neuen Vertrag. (Quelle)

Und so kam es zu einer Entscheidung, die im Prinzip kraft Faktischen eintrat, ohne dass es eines weiteren Wortes bedurfte. (29.5.2011)

Es gibt kein Angebot mehr: Das Kapitel Andreas Wolf (28) beim 1. FC Nürnberg steht kurz vor dem Ende. Wolf zu BILD: „Es liegt für mich kein Vertragsangebot mehr vor!“ Damit endet die Club-Karriere des Ansbachers nach 14 Jahren aller Voraussicht nach am 30. Juni.
Vergangene Woche war FCN-Manager Martin Bader zu Gesprächen in die Schweiz gereist, hatte sich mit Wolf-Berater Wolfgang Vöge getroffen. Ein neues Angebot hatte Bader nicht mehr dabei…
Den ursprünglichen Vereins-Vorschlag aus dem Januar hatte Wolf längst abgelehnt. Das Gegenangebot des Spielers war wiederum für den FCN nicht interessant. BILD erreichte Bader am Sonntag in London, wo er sich das Finale der Champions-League angesehen hatte: „Es stimmt, aktuell gibt es nichts zu unterschreiben. Wir haben jetzt in drei Monaten keine wirtschaftliche Basis gefunden.“

Da zwischenzeitlich Timm Klose verpflichtet wurde (Quelle), ist die Tür für Wolf nun zu. Denn mit Wollscheid, Nilsson, Maroh und Klose stehen vier Innenverteidiger zur Verfügung, was Hecking reicht. Wobei Bader einräumt:

(a.a.O.) Ganz ausschließen möchte Bader eine späte Einigung noch nicht: „Petri Pasanen wurde in Bremen verabschiedet, jetzt wird ihm doch noch ein Angebot gemacht. Allerdings haben wir nun vier Innenverteidiger im Kader – und damit ist Trainer Dieter Hecking zufrieden.“

Womit wohl die Causa Maroh angesprochen ist. Wird der nach eigenem Bekunden mit dem Reservistendasein unzufriedene und entsprechend abwanderungswillige Maroh fündig, könnte sich für Wolf eine neue Tür aufmachen – wenn er denn überhaupt dann noch will. Ganz offensichtlich hat Wolf, der angeschlagen wirkt, aber die Lage nun erkannt und …

… findet die Entwicklung „schade, traurig“ und ist „ziemlich enttäuscht“: „Aber ich muss es akzeptieren. Irgendwie war das ja abzusehen, so wie es in dieser Saison gelaufen ist…“
Das Angebot von Manager Martin Bader „konnte ich nicht annehmen“, meint Wolf nach wie vor. Und das Gegenangebot gefiel dem Club wiederum nicht. „So wie ich es kenne, trifft man sich irgendwann in der Mitte. Aber der Club hatte anscheinend nicht das Bedürfnis“, sagt Wolf. (Quelle)

Doch genau da wirkt nun Wolf so wie einer, der sich gänzlich verpokert hat und eben unglaubwürdig wirkt mit dem Statement: „Es ging mir nicht ums Geld“ (a.a.O.). Denn wie der kicker (siehe oben) bereits Ende März hinterfragte, bleibt offen, worum es denn sonst ginge. Wolf wollte, der FCN wollte – und die Absichtsbekundung ihn auch als Stammspieler zu setzen hatte Hecking nicht nur formuliert, sondern faktisch im Spielbetrieb durch die Bevorzugung vor Nilsson auch manifestiert. Was also blieb an Wünschen seitens Wolf, wenn es eben ausdrücklich „nicht ums Geld“ gegangen sei?

Es ist wohl müssig zu spekulieren, was Wolf wirklich meinte – denn am Ende wird man das Thema Geld einfach nicht ausblenden können, Beteuerungen hin oder her. Geld, das ist ganz sicher mehr im Fußball als Entlohnung, das ist Standing, das ist Ausdruck einer hierarchischen Position in einem Verein. Und weit mehr Unruhe, als einen überbezahlten Jungstar in die Mannschaft zu holen, kann man wohl kaum in kurzer Zeit erreichen.

Als Wolf seinen „neuen Vertrag“ sah, muss er wohl vor allem im Stolz getroffen worden sein – das hat zwar nur bedingt was mit Geld zu tun, aber eben halt auch. Seine Aussage darf man ihm daher durchaus als authentisch abnehmen, auch wenn sie in der Sache kaum haltbar ist. Wolf sah sich in Frage gestellt, wie ein junger Spieler, der sich erst beweisen muss. Sah sein Standing als Kapitän gefährdet, wollte sich so nicht schleichend entmachten lassen und dann nach einer Schwächephase erst auf der Bank und dann vielleicht Tribüne landen sehen. Wolf sah ja durchaus, dass mit Wollscheid einer neben ihm gerade erblüht und mit Nilsson von hinten einer drängt, der auch den Anspruch erhebt, Führungsspieler zu sein. Und über die Vorteile/Schwächen der beiden Konkurrenten scheiden sich die Geister (Pro Wolf: Zweikampf, Kämpferherz, Torgefahr bei Standards; Pro Nilsson: Taktik, Spielaufbau).

Soweit der Stand der Dinge – eine Frage aber bleibt offen: Was hätte man besser machen können?

Ganz unabhängig, ob man im letzten Moment nun doch noch einen Weg findet oder nicht, ist der Ablauf der „Akte Wolf“ kein Ruhmesblatt für beide Seiten. Diskussionen über die Medien zu führen ist (außer für die Medien) keinem dienlich. Gerade wenn es um Ikonen beim Club geht, wie es Wolf mit seinen 14 Jahren Zugehörigkeit nun ist, aber wie es auch in kürzester Zeit einst ein Hans Meyer oder Galasek waren, hat man sich beim Club von jeher schwer getan, was einen sauberen Abgang anging. Bei Meyer ließ man diesen noch einen Pressekonferenz machen, während man im Nebenraum schon die Entlassung klar machte, bei Galasek ließ man sein mediales und emotionales Angebot, doch noch mal 1 Jahr dranzuhängen um den Betriebsunfall zu korrigieren, unerhört im Raum verklingen.

Und so bleibt auch bei Wolf der schale Beigeschmack, dass man das ganze doch etwas „würdiger“ hätte gestalten können. Sportlich und taktisch mag man dem FCN nichts vorwerfen können. So wie es sich darstellt, ist das Angebot an Wolf angemessen (in Bezug auf Leistung und Gehaltsgefüge) und sportlich sinnvoll, wenn man den Konkurrenzkampf im Team wieder erhöht und so auch klar macht, dass es keine Freifahrtsscheine für Positionen gibt – auch nicht für den Kapitän. Aber in Anbetracht der Befindlichkeiten eines solchen Eigengewächs, wäre auch im Sinne der Fans, für Wolf eine goldene Brücke eine gute Sache gewesen. Kurzum: Auch wenn Wolf sich selbst mit seinen Aussagen einen Bärendienst erwiesen hat und vielleicht in Sachen Vertrag überschätzte und sich dann final verzockte, hätte es dem FCN gut zu Gesicht gestanden, noch deutlicher die „Kommunikation“ an sich zu ziehen und mit Wolf hinter geschlossenen Türen die Optionen aufzuzeigen, statt hier den Geschehnissen ihren Lauf zu lassen und am Ende das Resultat nur noch festzustellen.

Doch eines muss man auch klar formulieren: Wir waren intern bei Clubfans United doch sehr unterschiedlicher Auffassung, ob man das dem FCN überhaupt als Kritik ankreiden kann, und ich persönlich war ein Kritiker. Doch liest man sich die Chronologie dann noch einmal durch, hätte man sich allein über die Aussagen, die in der Öffentlichkeit getätigt wurden, auch seitens Wolf bereits ein klares Bild machen können. Dass Wolf auf ein „am Ende trifft man sich doch immer in der Mitte“ setzte, ist – bei allem Respekt – etwas naiv gedacht. So ein Verhandlungsgesetz gibt es nicht und ein seriöser Kaufmann, als der sich Bader darstellen will, wird nicht feilschen wie am Bazar, sondern macht konkrete und durchdachte Angebote. Und genau so kommt Bader in den letzten Jahren auch über die Medien an. Daher ist die „Kommunikations-Schelte“ auch in dem Fall eher eine kleine Anmerkung: Man hätte wohl mehr miteinander als übereinander reden sollen (was auch seitens Hecking als Wunsch so rüberkam: „Beide Seiten sollten sich jetzt wie Männer zusammensetzen und in die Augen schauen.“). Aber was intern gesprochen wurde, kann man eben nur erahnen. Offensichtlich aber zu wenig – von welcher Seite aus auch immer.

Es bleibt am Ende wohl ein eher unglücklicher Abgang eines Spielers, der zwar nie der große Publikumsliebling wurde, dafür zeigte er sich auf und neben dem Platz einfach zu oft zu rustikal, dem man aber seine Einstellung und Identifikation immer hoch anrechnete.

Vielleicht tut sich ja doch noch ein Türchen auf, für den Wolf, ein Schaden wäre es sicher für beide Seiten nicht. Und wenn es zum Abgang kommt, sollte man jetzt allseits besser schweigen und sich dann alles Gute auf dem weiteren Weg wünschen. Auch damit Andy Wolf in der Historie des FCN den Platz einnimmt, den er sich über lange Jahre verdiente.

Nachtrag (aktuell): Andreas Wolf mit einem „Offenen Brief an alle Club-Fans

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich mir meinen Abschied mal etwas anders erhofft hatte. Die ganzen Spekulationen und die Darstellung in den Medien waren aus meiner Sicht leider oft nicht ganz korrekt – das gehört aber nunmal zum Geschäft. (…) Ihr könnt mir aber glauben, dass für mich das Geld nicht der ausschlaggebende Punkt war. Meiner Meinung nach sollte auf menschlicher Basis eine gewisse Wertschätzung vorhanden sein, und die konnte ich leider nicht vorfinden. Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass mich der Trainer und der Verein wirklich weiter mit an Bord hätten haben wollen, wäre es nicht am Finanziellen gescheitert. (…)

Manchmal läuft es eben anders als man denkt. Zu diesem Zeitpunkt kann ich auch noch nicht sagen, wo mich mein Weg hinführen wird. Ich kann und möchte mir irgendwie gar nicht vorstellen, gegen Euch und „meinen Club“ zu spielen…

Update (01.06.2011):

Der Abschiedsbrief, der zwischenzeitlich auch beim Supporters Club Nürnberg in voller Länge zu lesen ist, lies mit Resonanz nicht auf sich warten. Auch Emotionales und auch ein klein wenig Versöhnliches.

Wolf nimmt Abschied nach 14 Jahren ehrlicher Arbeit: „Irgendwann“, sagt Wolf am Telefon, „komme ich zurück zum Club – Hand in Hand mit Marek.“ Andreas Wolf lacht – und sagt, dass das eine sehr schöne Vorstellung sei; jetzt, zum Abschied.

„Von uns wird man kein schlechtes Wort über Andreas hören“, sagt Martin Bader, „wir sind ihm dankbar für 14 Jahre, und die Tür beim 1.FC Nürnberg wird ihm immer offen stehen“ – die Tür, durch die er, am 7. Mai beim 1:2 gegen Hoffenheim, seinen Verein gemeinsam mit Marek Mintal verlassen hat.

Und für manchen hatte die Sache dann auch zwei Seiten.

Kommentar: Abschied mit Beigeschmack: Fakt ist, dass der langjährige „Leit-Wolf“ am Valznerweiher nicht mehr unter Artenschutz stand. Trainer Hecking scheint im Abwehrzentrum lieber auf Jungstar Wollscheid sowie den von ihm geholten Nilsson zu setzen, was ja legitim ist. Den Routinier zum Reservisten zu degradieren, hätte aber massives Konfliktpotenzial beschert, weshalb dem Club ein Wechsel seines grätschenden Großverdieners wohl zumindest nicht ungelegen kommt.

Neue (und alte) Transfergerüchte werden gehandelt:

Andreas Wolf zurück in sein Geburtsland? Zenit St. Petersburg soll interessiert sein: Demnach buhlen auch der 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und RB Salzburg nach wie vor um die Gunst des Rechtsfußes.

Und wie zu erwarten war, greifen auch die überregionalen Medien das Thema auf und titeln bisweilen boulevardesk mit „Keine Wertschätzung„, so auch übrigens der kicker mit „Keine Wertschätzung: Wolf verlässt den Club“, der dann aber interessanterweise später seine Headline korrigierte, und sich im Artikel um eine sachliche Darstellung der Positionen bemüht:

Wolf verlässt den Club: Wolf schreibt darin, dass er sich seinen Abschied „mal etwas anders erhofft hatte“. Die Darstellung der Verhandlungsphase mit dem Club sei „oft nicht ganz korrekt“ gewesen, für ihn sei das Geld nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen. Der Abwehrspieler habe sich „eine gewisse Wertschätzung“ von Seiten des Vereins erhofft. „Und die konnte ich leider nicht vorfinden.“ Hätte er das Gefühl gehabt, Trainer und Verein würden ihn gerne weiter mit an Bord haben, „wäre es nicht am Finanziellen gescheitert“, so Wolf in dem Schreiben.

Die sportliche Leitung in Nürnberg widerspricht dieser Darstellung. Unter Trainer Dieter Hecking war Wolf gesetzt. Sportdirektor Martin Bader unterstrich: „Es ging immer nur ums Finanzielle.“ Zum Hintergrund: Wolf hatte kurz nach dem Pokalsieg zu sehr guten Konditionen verlängert. Den nun auslaufenden Kontrakt hätte der FCN nur zu stärker leistungsbezogenen Konditionen verlängert. Der Spieler wollte dies nicht.

Die Fans in den diversen Foren gehen weitgehend nüchtern mit dem Thema um. Man bedauert die Trennung, nahm das hin und her um den Vertrag aber nicht sonderlich positiv auf, so dass ein Abschied als fast unvermeidlich angesehen wird. Natürlich gibt es auch genug Mahner, ob man den Verlust des „Leitwolfs“ nicht noch einmal bedauern würde, aber so ist das eben mit Entscheidungen.

Tschüss, Andy!: Der Club wird allmählich zum Kindergarten. Nun geht einer der letzten Routiniers: Kapitän Andreas Wolf konnte sich mit dem Verein nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Schade, denn Wolf gehörte am Valznerweiher zum Inventar – im März 2002 absolvierte er sein erstes von insgesamt 175 Bundesligaspielen für den 1.FC Nürnberg. […] Nun zählen Verdienste von gestern im harten Profigeschäft wenig, und aus dem rustikalen Abwehrrecken Wolf wird auch kein Filigrantechniker mehr – aber dennoch ist es fraglich, ob Hecking und Bader sich einen Gefallen damit tun, den Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung auf diese Weise zu entschärfen.

Wobei genau dieser Punkt, der Konkurrenzkampf, für viele mit ein, wenn nicht der Grund für die Trennung gewesen ist. Hecking wollte ihm wohl – so wird gemutmaßt – keine Stammplatzgarantie geben und das könnte der Grund gewesen sein, warum Andy nicht bleiben wollte und was er mit der fehlenden Wertschätzung meinte. Aber das ist natürlich alles reine Spekulation.

78 Gedanken zu „Die Akte Wolf

  • Schön zusammengefasst! Das hilft doch noch ein wenig, das ganze Theater zu verstehen. Danke für den erstklassigen Service!

  • Herrlich aufbereitet. Danke Alexander.

    Ich kann mir nicht helfen, aber mein Eindruck auch im Fall Wolf wieder mal: Kommunikation ist NICHT die Stärke von M.B. und an der hat’s hier m.E. gefehlt. Von Andy der wahrscheinlich nur noch im Schmollwinkel saß, konnte man diesbezüglich sicher nichts erwarten. Zu der wortgewandten Fraktion der Abitur-Fussballer gehört er halt nun mal nicht. 😉

    Naja, als Mannschafts-Kapitän wird man halt beim Club auch nicht glücklich. Die Liste ist lang.

    • Derbfuss: Kommunikation ist NICHT die Stärke von M.B. und an der hat’s hier m.E. gefehlt.

      Ganz vorsichtig formuliert: Genau.

      Man weiß natürlich nicht, was intern passiert, aber nach außen wirkt es manchmal so, als sitze MB manches lieber aus als sich der Konfrontation zu stellen. Mag täuschen, der Eindruck, aber auch gegen den Eindruck kann man ja was mit Kommunikation tun.

      Natürlich ist das legitim bestimmte Parameter vorzugeben und wenn die dann eintreten, verweist man auf die eingangs skizzierte Konsequenz. Aber zumindest hier bei mir im Beruf funktioniert das nie. Da kannste zehnmal sagen: Aber klar, wenn man eben dann mehr Leistung gefordert hat als bestellt, wird es am Ende teurer – aber wenn ich nicht im Moment der Leistungsforderung sage „Halt! Ab jetzt kostet es mehr!“, haut mir das jeder um die Ohren, weil ich das nicht transparent gemacht habe. Weiß nicht, ob der Vergleich so klar ist, aber so geht es mir manchmal bei MB: Man lässt einfach geschehen und sich dabei nichts zu Schulden kommen: Aber in der Kommunikation kann man hier – bei aller Rücksicht auf die Belange des Vereins – eleganter kommunizieren und würde damit viel Unmut schon im Keim ersticken.

    • Derbfuss: Kommunikation ist NICHT die Stärke von M.B. und an der hat’s hier m.E. gefehlt.

      Dann muss ich schon mal ketzerisch die Frage stellen: Wie bitte hätte man es denn dann kommunizieren sollen? Zu Beginn der Verhandlungen stand doch die klare Aussage, dass man mit Andy verlängern will und hat ihn sportlich in keinster Weise in Frage gestellt. Trotz aus den Fanlagern teilweise formulierter Kritik war er immer unumstrittener Stammspieler und wurde auch in den Äußerungen der sportlichen Leitung stets als solcher gestützt. Die Gehaltseinbuße war aus dieser Sicht nur theoretischer Natur, man hat also lediglich etwas mehr Sicherheit für den Verein eingebaut. Da kann mir also keiner erzählen, dass es zunächst nicht NUR ums Geld ging, es war ja noch mitten in der Saison, die angeblich mangelnde Wertschätzung zeigte sich also nur darin, dass man keine verbesserten Bezüge angeboten hatte, sondern den Vertrag den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Club, die nunmal nicht mehr den Überschuss der Pokalsiegersaison auswiesen, sondern ein empfindliches Minus, angepasst hatte. Denn die tatsächliche Wertschätzung erfuhr Andy jede Woche mit Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellung.

      Soweit zur Ausgangslage. Wir wissen nicht, wie hoch die Gegenforderung war und ob sich der Club noch einmal auf Andy zubewegt hat, aber da gibt es seitens M.B. auch nichts zu kommentieren oder kommunizieren, das sind laufende Verhandlungen. Die Aussage, dass die Vorstellungen weit auseinander liegen reicht da meiner Meinung nach völlig aus. Und „normalerweise trifft man sich in der Mitte“, naja wenn der Club 1 Million sagt und Andy 2 Millionen dann muss man nicht zwingend bei 1,5 Millionen abschließen (nur um das mal zu überspitzen).

      In der nun folgenden langen Hängepartie muss man sich nicht ständig erklären, es hat sich an der Lage ja nichts geändert. Ich sehe da kein Defizit. In der Folge werden aber die Aussagen von Andy Wolf zunehmend unglücklich, während man sich auf der Gegenseite professionell zurückhaltend verhält. Und eine mangelnde Wertschätzung zu beklagen, nachdem die Fronten verhärtet sind…hmmm.

      Der offene Brief kommt auf den ersten Blick recht sympatisch rüber, wird aber die Tür eher endgültig zu machen, als sie wieder zu öffnen, schiebt er doch den schwarzen Peter zu eindeutig den Verantwortlichen beim Club zu. Ich kann den Versuch verstehen, seine Außenwirkung verbessern zu wollen, das zeigt, dass ihm der Club und die Fans am Herzen liegen und er möchte einen Abgang im Guten.

      Trotzdem bleibt der Eindruck, dass er Wertschätzung zu sehr mit Geld übersetzt hat. Jetzt weiß ich nicht, wie die Wertschätzung aussehen hätte sollen, nachdem man sich wirtschaftlich festgefahren hatte. Er kann nunmal auch nicht erwarten, dass er dann um den Verbleib angefleht wird, wenn er zuvor so wenig kompromissbereit war und MaBa zur Suche nach Alternativen gezwungen hatte. Und sportlich ist er eben nicht unersetzlich. Wie sehr er dann im Mannschaftsgefüge fehlen wird, wird man sehen.

      Ich jedenfalls sehe seinen Brief als den Versuch einer versöhnlichen Geste gegenüber den Fans, was ich gut verstehen kann. Gegenüber dem Club allerdings finde ich den Brief eher unglücklich, das wird den Verantwortlichen nicht sonderlich gefallen.

      Was solls, ich wünsche Andy alles Gute, dass er bei einem neuen Verein glücklich wird und trotzdem den Club als seinen Verein im Herzen behalten kann. Es geht ein echter Clubberer, eine echte Identifikationsfigur, was sehr schade ist. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder….

      • Optimist: Dann muss ich schon mal ketzerisch die Frage stellen: Wie bitte hätte man es denn dann kommunizieren sollen?

        Die Frage hat mir Stefan auch laufend gestellt. Und ich kann auch nur antworten (ohne jetzt von dir konkret gefragt worden zu sein): Ein erfahrener Kommunikationsprofi kann es besser. Wie genau, dazu müsste man ein erfahrener Kommunikationsprofi sein und selbst wenn ich mir einiges in dem Bereich zutraue fehlen für eine vernünftige Antwort die Hintergrundfakten (von den Gesprächen hinter den geschlossenen Türen). Das Ergebnis aber ist eben nicht „sehr gut“, sondern eben maximal „ausreichend“. Krisenkommunikation ist eben nicht mal eben aus dem Ärmel geschüttelt.

        • Alexander | Clubfans United: Ein erfahrener Kommunikationsprofi kann es besser. Wie genau, dazu müsste man ein erfahrener Kommunikationsprofi sein und selbst wenn ich mir einiges in dem Bereich zutraue fehlen für eine vernünftige Antwort die Hintergrundfakten

          Das ist vielleicht der entscheidende Punkt und genau da kann man MB auch nicht fundiert kritisieren, ohne die Fakten zu kennen. Was, wenn eine transparentere Kommunikation, ein Offenlegen von Fakten eher zu mehr Kontroversen geführt, ja gar das Ansehen einer beteiligten Partei geschädigt hätte? Was, wenn es besser war, sich bedeckt zu halten? Ich weiß nicht, was ein Kommunikationsprofi hätte anders machen können, aber bei dem, was außen ankam, sehe ich in der Kommunikation die Vorteile klar bei MB.

  • Was die Kommunikation angeht bin ich mir da nicht so sicher ob man dies so MaBa vorwerfen kann. Denn dazu gehört noch Andy Wolf und sein Berater die seit Monaten rumeiern. Was soll da der Manager dann groß nach aussen tragen wenn es nichts zu vermelden gibt?

    Fazit: Schwierige Lage für alle beteiligten aber am Ende wohl sportlich und wirtschaftlich richtig entschieden.

  • Der schon von JohnnyVegas angesprochene offene Brief von Andy Wolf:

    Liebe Clubfans,

    nachdem nun nach 14 ereignisreichen Jahren beim Club für mich leider die Zeit des Abschieds gekommen ist, ist es mir ein Bedürfnis mich bei Euch zu verabschieden. Wir haben zusammen so viele schöne und bewegende Momente, aber auch einige Tiefschläge erlebt. Ich möchte keinen dieser Momente missen, denn das alles hat uns zusammengeschweißt und geformt. Ich möchte mich einfach bei Euch für die unvergleichliche Unterstützung in all den Jahren bedanken. Das hat mir immer Kraft gegeben, wenn es mal nicht so lief und es war unglaublich schön, wenn es mal gut gelaufen ist. Durch Euch habe ich gelernt, dass es beim Club „nicht nur um Fußball“ geht. Das wird mir nun schon ziemlich fehlen, denn der Club war MEIN Verein, seit ich in den 90ern zum ersten Mal mit meinen Kumpels in der Nordkurve gestanden bin, und er wird auch immer ein Teil von mir bleiben.

    Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich mir meinen Abschied mal etwas anders erhofft hatte. Die ganzen Spekulationen und die Darstellung in den Medien waren aus meiner Sicht leider oft nicht ganz korrekt – das gehört aber nunmal zum Geschäft. Ich kann Euch nur sagen, dass ich sehr gerne weiter in Nürnberg geblieben wäre und hier vielleicht auch eines Tages meine Laufbahn beendet hätte. Es wäre gelogen, wenn es im Profigeschäft nicht auch um Geld gehen würde. Ihr könnt mir aber glauben, dass für mich das Geld nicht der ausschlaggebende Punkt war. Meiner Meinung nach sollte auf menschlicher Basis eine gewisse Wertschätzung vorhanden sein, und die konnte ich leider nicht vorfinden. Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass mich der Trainer und der Verein wirklich weiter mit an Bord hätten haben wollen, wäre es nicht am Finanziellen gescheitert. Ich habe mir hier in Nürnberg in 14 Jahren etwas aufbauen können, meine Familie und meine Freunde sind hier und ich habe erst letztes Jahr ein Haus gebaut. Das alles ist mir deutlich wichtiger als „der letzte Euro“.

    Manchmal läuft es eben anders als man denkt. Zu diesem Zeitpunkt kann ich auch noch nicht sagen, wo mich mein Weg hinführen wird. Ich kann und möchte mir irgendwie gar nicht vorstellen, gegen Euch und „meinen Club“ zu spielen…

    Auf jeden Fall möchte ich Euch für unsere gemeinsame Zeit und die einzigartige Unterstützung von ganzem Herzen danken. Ich war nie ein großer Redner, aber das musste ich einfach nochmal loswerden. Für mich wird es wohl nie mehr das Gleiche geben. Bleibt wie Ihr seid und unterstützt die Jungs weiter so! Engagiert Euch weiterhin so für den Club und haltet die Augen offen! Es war mir eine Ehre für Euch zu spielen.

    Vielleicht bis bald…

    Mit rot-schwarzen Grüßen

    Euer Andy Wolf

  • Vielleicht bis bald…

    ??????? auch hier fehlt ein bißchen Fingerspitzengefühl von Andi Wolf.

    Ich meine der Verein, M.B. und D.H. haben völlig loyal gegenüber
    A.W. gehandelt. Zumdest liest sich dies so, die Nebenkriegsschauplätze sind mir bzw. der Öffentlichkeit nicht bekannt.

  • Die wirklichen Hintergründe und Fakten aus den Verhandlungen kennen eben nur die direkt beiteiligten Personen. Insofern vertraue ich auf die Kompetenz von Bader und Hecking im Bezug auf die Zusammenstellung des Kaders und die damit verbundene Positionierung in den Verhandlungen. Trotzdem sehe ich die derzeitige Entwicklung mit ein bisschen Sorge. Sicher, der Club hat sich mit seinem NLZ und derzeitigen sportlichen Leitung einen guten Namen gemacht. Ansonsten würden Jungs wie Scheffer und Eckstein nicht für die U-23 und Spieler wie Esswein, Klement und Zeitz nicht für die Erste unterschreiben. Aber Alles in Allem geht mir derzeit ein bisschen viel Erfahrung von Bord!
    Mit den Abgängen von Marek und Andi geht im Bezug auf die Erfahrung doch Einiges verloren.
    Andi mag nicht der große Fußballer sein, aber wenn es drauf ankommt kämpft er bis zum Letzten und geht dahin wo es wehtut-o.k. manchmal tut er auch jemandem weh 😉
    Und bei Marek sehe ich es noch schlimmer; sehen wir uns doch mal die derzeitige Offensive an. Im Mittelfeld sind Gündogan und Ekici weg, im Sturm soll Okotie ausgeliehen werden und Bhen Kalifa steht angeblich schon wieder vor dem Absprung. Was wir bis dato geholt haben sind allesamt junge hofnungsvolle Leute wie Zeitz, Esswein etc., letzten Endes aber alles „grüne“ Jungs und ob die Verletzten wie Bunjaku und Frantz gleich wieder so stark wie früher zurück kommen steht auch in den Sternen.
    Ich hoffe, dass es gut geht und die Transferperiode steht ja noch am Anfang, aber ich habe schon so meine Bedenken.

    Zur Kommunikation nach Außen wage ich kaum was zu sagen. Mir Fehlen da einfach die Internas und es gab so manche Entscheidungen in den letzten beiden Jahren die ich Anfangs nicht so nachvollzeihen konnte, die sich aber letzten Endes als richtig erwiesen haben.

    Im Bezug auf den offenen Brief von Andi bin ich der Meinung, dass er ihn hat veröffentlichen lassen um bei den Fans besser dazustehen, nachdem die Verhandlungen scheinbar definitiv in die Hose gegangen sind. Ich denke das ist legitim. Das zeigt tatsächlich, wie hier schon jemand anders erwähnt hat, dass ihm der Verein und die Fans nicht am Allerwertesten vorbei gehen!
    Im Gegensatz zu Marek musste er das tun, denn seine Personalie wurde ja auch unter den Fans durchaus kontrovers diskutiert.

  • Den Bericht von Optimist finde ich treffend und auf den Punkt gebracht. Schade, dass Andy wahrscheinlich gehen wird, stimmt mich auch traurig.
    Nüchtern betrachtet hat er (AW u. sein Berater) sich einfach nur „verzockt“ und mit seinem Offenen Brief Schadensbegrenzung betrieben, weil ihm vielleicht bewusst geworden ist, dass manchmal weniger mehr ist!
    MB und DH haben sich m. E. professionell verhalten, sehen den Verein, das ganze Konstrukt und seine (hoffentlich) rosige Zukunft.
    Alles für den Club!

  • @stefan sowie @Optimist
    Ich glaube hier etwas missverstanden worden zu sein. Mir ging es ausschließlich um die INTERNE Kommunikation. D.h um das Reden mit den Betroffenen selbst. Ich kann das auch garnicht belegen, sondern nur mit einem Bauchgefühl (plus Lebenserfahrung und Menschenkenntnis) erklären.

    • Derbfuss: Mir ging es ausschließlich um die INTERNE Kommunikation.

      Und darüber wissen wir (leider) nichts. Von außen hat es den Eindruck gemacht als spielten Wolf und sein Berater die beleidigte Leberwurst. Mit dieser dann zu kommunizieren ist wohl auch nicht so einfach.

      Darum sehe ich es auch wie „Optimist“, was soll mann kommunizieren wenn es nichts zu kommunizieren gibt?

      • Stefan - clubfans-united.de: Und darüber wissen wir (leider) nichts. Von außen hat es den Eindruck gemacht als spielten Wolf und sein Berater die beleidigte Leberwurst. Mit dieser dann zu kommunizieren ist wohl auch nicht so einfach.

        Darum sehe ich es auch wie “Optimist”, was soll mann kommunizieren wenn es nichts zu kommunizieren gibt?

        Diese Auffassung darf man vertreten, wenn man Privatmann ist, aber nicht als „Unternehmenskommunikation“. Da – meine Meinung – muss ich nicht nur reagieren, sondern agieren. Und wenn man merkt, dass in der öffentlichen Meinung Wildwuchs auftritt, kann man da schon durchaus gegensteuern. Wie gesagt: Auch wenn uns der FCN sehr familiär ist, so reden wir doch über den Profi-Bereich und damit über Business.

        Und noch mal ein Einwurf: Mir geht es da nicht darum, irgendwelche Fehler zu suchen nur um was zum kritisieren zu haben. Aber wenn man darüber spricht, wie man konstruktive Kritik äußern kann, um auf Verbesserungspotenzial des Vereins hinzuweisen, so muss man den Punkt ansprechen (wie auch den Bereich Merchandise …)

  • „Am letzten Euro lags nicht.“
    Ja mei. Dass es hier nicht um Euros, sondern um deren zigtausende geht, war mir auch klar.
    Die genauen Zahlen werden natürlich nicht genannt, weil sonst der gemeine Fan, der sich seinen Lebensunterhalt sauer verdienen muß, einen ziemlichen Hals kriegen würde.

    Und mit „Wertschätzung“ kann man auch wunderbar Wortspiele betreiben. Wie „schätze“ ich den Wert? Wie beziffert sich eine Wertschätzungseinheit?
    Damit wären wir vermutlich im vorliegenden Fall schon wieder ausschließlich bei den Euros.

    Da es zwischen Verein und Spielern vermutlich eine Abmachung gilt, alles Finanzielle vertraulich zu behandeln und nichts nach außen dringen zu lassen, entsteht natürlich leicht der Eindruck, die würden einfach nicht richtig miteinander reden. Aber das glaube ich nicht. Der Spieler hat eben seinen Berater (m.W. hier Wolfang Vöge), der natürlich auch mit allen Wassern gewaschen ist. Alles was recht ist, aber ich glaube nicht, daß es an interner Kommunikation gefehlt hat. Da ging es garantiert hin und her.

    Ich sehs wie Gunner: „Nüchtern betrachtet hat er (AW u. sein Berater) sich einfach nur “verzockt” und ich tendiere auch dazu, hier weder Bader noch Hecking einen Vorwurf machen zu wollen.

    • BSE08: Und mit “Wertschätzung” kann man auch wunderbar Wortspiele betreiben. Wie “schätze” ich den Wert? Wie beziffert sich eine Wertschätzungseinheit?

      Ich denke ihm ging es wohl auch um die Kapitänsbinde und einen Stammplatz. Und genau das wollte man ihm wohl, zurecht, nicht versprechen.

  • @ Stefan: ….zumal er den Stammplatz zuletzt vielleicht nur aufgrund der Kapitänsbinde hatte – zumindest zu Saisonbeginn gegenüber Maroh und seit sich Wollscheid als IV Nr.1 aufgedrängt hatte.

    Halte ich für plausibel, ist aber natürlich naiv: solche Garantien gibt es nicht!

    Und dann landen wir wieder beim Geld: Denn auf der Bank hätte er ja bei einem stärker leistungsbezogenen Vertrag deutliche Einbußen hinnehmen müssen; da war ihm wohl das Risiko zu groß.

    • Optimist: @ Stefan: ….zumal er den Stammplatz zuletzt vielleicht nur aufgrund der Kapitänsbinde hatte – zumindest zu Saisonbeginn gegenüber Maroh und seit sich Wollscheid als IV Nr.1 aufgedrängt hatte.

      Halte ich für plausibel, ist aber natürlich naiv: solche Garantien gibt es nicht!

      Und dann landen wir wieder beim Geld: Denn auf der Bank hätte er ja bei einem stärker leistungsbezogenen Vertrag deutliche Einbußen hinnehmen müssen; da war ihm wohl das Risiko zu groß.

      Thats it, auch meine Theorie 🙂

  • Wieder mal GANZ großes Komliment an den Artikel. Ich wüsste keine Fachzeitschrift in Deutschland, die das hätte besser aufbereiten können.

    Eine kleine Korrektur dennoch:
    Der Satz „Es bleibt am Ende wohl ein eher unglücklicher Abgang eines Spielers, der zwar nie der große Publikumsliebling wurde…“ ist so nicht ganz korrekt.
    Es gab durchaus eine Zeit, in der das Stadion nahezu in jedem Heimspiel „Andy für Deutschland“ skandiert hat.

  • Ganz großes Tennis der Artikel. Da steckt ebenso viel Herzblut drinnen, wie in Andy Wolfs Blutgrätschen.

    Objektiv kann man hier ja leider nicht urteilen, da einem die internen Infos dazu fehlen. Rein subjektiv – also das was die Artikel, Pressemitteilungen etc. beschreiben – muss man ganz fair sagen: Andy da haste dich vielleicht echt verzockt. Nachdem ich den Brief gelesen habe, hatte ich tatsächlich für einen kurzen Augenblick wieder Mitleid, aber andererseits denke ich mir: Wir Normalbürger können in der heutigen Wirtschaftswelt auch nicht solche Ansprüche stellen. Am Gehalt lag’s ja „anscheinend“ nicht. An der Binde und am Stammplatz? Ja mei, versprechen kann man da nix. Da muss man sich halt in der Vorbereitung wieder reinhängen und dann klappt das vielleicht auch wieder.

    Andererseits ist es schon irgendwie so, Andy war schon Kult. Irgendwo. Und reingehängt hat er sich allemal. Daher finde ich lediglich schade, dass man ihm vielleicht nicht auch (ähnlich wie bei Mintal) langfristig eine Vereinstätigkeit (was auch immer) anbieten kann. Nach dem Motto … Ok Andy das mit Profivertrag wird wohl nix mehr, aber da bist trotzdem gerne willkommen. Ich glaube das hätte schon die oder andere Woge geglättet.

    Irgendwo ist Andy schon in einer suboptimalen Lage. Letztes Jahr neues Haus gebaut etc. … das finde selbst ich dann doof, wenn man wieder weg müsste. Aber wie gesagt, ganz unschuldig ist er nicht. Leider. Wie oben schon mal gesagt, er gehört halt nicht zu den Abi-Spielern – aber genau das macht ihn dann ja auch wieder sympatisch.

    Mach’s gut Andy

  • Sehr schade um den Wolf – aber auch wieder sehr professionell vom Verein (ENDLICH!!) sich nicht auf Stammplatzgarantien oder ähnlichen Mist einzulassen.
    (wenn es denn darum gegangen ist).
    Der FCN scheint sich mit Hecking (wiederum ENDLICH!!) zu einem professionellen Verein zu entwickeln. Naja, hoffen wir’s halt…

  • Danke für die spitzenmäßige Chronologie!

    Bin auch der Meinung, dass die Kommunikationskultur bei unserem Glubb etwas besser sein könnte. Richtig ägerlich fand ich in jüngster Vergangenheit, dass finanzielle Schieflagen nur in Salamischeiben verabreicht wurden. Krisen-PR geht anders. Aber ok, derzeit gibts ja Gottseidank in dieser Hinsicht richtig Positives zu berichten.

    Ob man Martin Bader eine zu defensive Kommunikation in Sachen Andi Wolf attestieren kann? Hm. Meiner Meinung nach ist es manchmal auch besser, das Thema nicht noch aufzukochen. Medien machen gerne mal auf Missionar und schwupps ist der Club der böse Arbeitgeber und der Spieler paradoxerweise das große Opfer. Außerdem hat sich Andi Wolf ohnehin selbst ins Abseits gelabert. Was nach meinem Dafürhalten in erster Linie dem Berater anzukreiden ist, der seinen Klienten auch mal bremsen kann.

    Finde den Beitrag von @Optimist sehr treffend.

    Den offenen Brief find ich nicht gelungen. Natürlich gings vor allem um’s Geld, wenn auch nur als Symbol der Wertschätzung. Ich bin gerne naiv, was unseren Club anbelangt, so naiv dann aber wirklich nicht. Aber auch so ein Brief geht doch über den Schreibtisch des Beraters.

    @Roland hat Recht, mit Andi Wolf geht ein großes Stück Erfahrung. Und auch ein gutes Stück Mannschaftsgefüge. Und natürlich auch Identifikation. Andererseits hab ich Wolf nur noch als Nebenmann neben Wollscheid gesehen, wie so viele im Stadion. Im Spielaufbau ist unser Andi ja wirklich keine Granate. Mit Schäfer, Nilsson und Simons haben wir noch drei Führungsspieler, die Andi’s Abgang auffangen sollten, was das Gefüge anbelangt.

    Der Club ist auf Konsolidierungskurs. Andi Wolf war Großverdiener und er wollte wohl noch mehr. Insofern nur konsequent, ihm nicht zu verlängern. Preis- Leistungsverhältnis halt. Außerdem ist Identifikation eher eine Bringschuld des Spielers.

    Keine Frage: Die Mannschaft ist auch in diesem Sommer nochmal ne große Baustelle. Da müssen wir nochmal durch. Klassenerhalt rulez. Bange ist mir aber nicht. Hecking und Bader haben Vertrauen verdient.

  • Von mir gab es vorgestern ja auch schon einen Kommentar zum Thema Wolf, dort habe ich mich dagegen gewandt dass man Wolf nun noch schlechte Worte hinterher werfen muss. Ich finde aber auch nicht, dass man jetzt Bader kritisieren kann.

    Was ist passiert? Ein langjähriger Spieler, am Schluss Kapitän, steht vor der Vertragsverlängerung. Sein letzter Vertrag war der Top-Vertrag mit relativ hohem Festgehalt. Damals hätte man Bader den Vorwurf machen können, dass er die sportliche Entwicklung nach dem Pokalsieg zu blauäugig gesehen hat. Sicher den Abstieg hätte man nicht vorhersehen können, aber dass es danach wieder gegen den Abstieg gehen könnte, das hätte man vielleicht schon einplanen sollen. Sprich, beim Club sind Festgehälter immer ein sehr hohes Risiko für den Verein.

    Es ging also nun von Seiten des Vereins darum einen der letzten Verträge, der noch sehr hohe Fixkosten bedeutete zu ändern. Dazu kommt, dass der Verein heute deutlich konservativer handelt was Schulden betrifft als früher, durch die neue, strengere Lizenzierung der DFL ist das auch gar nicht mehr anders möglich. Dazu kommt eine neue strategische Vereinsausrichtung mit höheren Kosten für den Nachwuchs, siehe NLZ. All das bedeutet, dass man eher insgesamt weniger Geld in einen Spieler wie Andi Wolf stecken kann.

    Welche Möglichkeiten hat in einem solchen Fall der Verein?

    A) Man sagt dem Spieler klipp und klar, dass man nicht mit ihm verlängern kann und will, damit gibt es einen sauberen Cut und man geht nach der Saison getrennte Wege.

    B) Von Vereinsseite will man den Spieler zu für den Verein besseren Konditionen gerne halten. Dies zeigt man dem Spieler mit einem neuen Angebot, das deutlich weniger Fixgehalt anbietet, das aber über Leistungsprämien fast wieder den alten Gehaltsbereich erreicht. In dem Fall sollte dem Spieler klar sein, dass nach oben wenig Handlungsspielraum besteht.

    Der Spieler kann nun zwei Dinge tun:

    1.) Er sagt dem Verein klar, dass er eher mehr mit dem neuen Vertrag verdienen will, ansonsten würde er gehen.

    2.) Der Spieler eiert rum, spricht von Wertschätzung etc. und meint am Ende aber doch nur mehr Geld. Dass es weder eine Stammplatzgarantie geben kann noch eine Garantie auf das Kapitänsamt müsste Wolf doch auch klar sein, oder? Und ganz ehrlich, ich fürchte Wolf wäre nicht der Kapitän der sich ohne Murren auf die Bank setzt, wie es Nielsson in Hoffenheim tat. Wenn Wolf Kapitän ist muss er spielen, sonst habe ich als Trainer ein Problem in der Mannschaft.

    Im Prinzip war damit auch fast klar, dass Wolf nach dieser Saison eher nicht Kapitän bleiben konnte, es hätte also ein Fall Amanatidis eintreten können. Nicht ungefährlich, wie man diese Saison bei Frankfurt gesehen hat.

    Wolf und sein Berater haben sich aber sicher auch keinen Gefallen damit getan, dass man via Medien versucht hat den Verein unter Druck zu setzen, sprich immer wieder davon sprach, dass der Verein zuwenig Respekt zeigt. Würde es hier irgendjemand gefallen in der Öffentlichkeit von einem Verhandlungspartner als respektlos bezeichnet zu werden? Ich denke nicht, insofern sieht man auch sehr deutlich wem es an Kommunikationsfähigkeit gefehlt hat.

    Aus meiner Sicht haben Wolf und sein Berater, die aktuelle Situation schlicht falsch eingeschätzt und sind einfach davon ausgegangen, dass man mit 28 Jahren seinen TOP-Vertrag abschließt. Dass sich aber einige Vorraussetzungen geändert haben, das haben sie nicht gesehen. Man muss nur mal überlegen, welche Begehrlichkeiten man bei z.B. Wollscheidt geweckt hätte, wenn Wolf den erhofften Vertrag bekommen hätte.

  • Wolf und/oder sein Berater haben natürlich gespürt, dass beim Club (glücklicherweise!) inzwischen ein Wind herrscht, der irgendwelche alten Pfründe goutiert.
    Für Werte wie Vereinstreue, Zugehörigkeit, Knochen hinhalten und andere Gefühligkeiten gibt es, wie Wolf und Berater meinen, nicht die adäquate Schätzung. Wert-Schätzung.

    Diese scheinbare Naivität ist m.E. keine, kann auch gar keine sein, denn sonst wäre der Spielerberater keiner, sondern ein pubertierender Junge, dem bei seinem Praktikum in der großen weiten Wirtschaftswelt in Ermangelung des ausentwickelten präfrontalen Kortex die Gäule durchgegangen sind und er vom Chef einen auf die Nuss bekommen müsste.

    Es scheint eher der Versuch, die Öffentlichkeit zu manipulieren und damit zu mobilisieren. Spekulierend auf eben jene oben exemplarisch genannten, doch eher abstrakten und immateriellen „Werte“, die die Fans emotionalisieren und zu einer „Pro-Andy-Aktion“ mobilisieren könnte, welche wiederum die Verhandlungsführer vom Club zum Einknicken und Modulationen der Modalitäten zwingen würde. Wollte man es sich nicht mit seiner Anhängerschaft verscherzen, wie in den Fällen Galasek und mit Abstrichen M.Mintal.
    Eigentlich schlau. Und erst das Timing: Der Verein musste sich nämlich sehr mühsam und unter sehr kritischer, zum Teil hasserfüllter Beobachtung durch seinen Anhang mit den Fehlern der Vergangenheit beschäftigen, um etwas daraus zu lernen. Von nun an galt es, gegen alle Widerstände, die Geschicke des Vereins finanziell und sportlich im absoluten Rahmen des Machbaren selbstkritisch und konsequent neu zu lenken.

    Das aber ist noch gar nicht lange her – vielleicht steht das ja alles noch auf so tönernen Füßen, dass sich mit dem Begriff der „letzten Identifikationsfigur“, dem „Frankenmohikaner“ et al. nicht vielleicht ein bisschen wuchern ließe.

    Umso bemerkenswerter ist für mich die Standhaftigkeit des Vereins, einen Mann wie Andreas Wolf der neuen Konzeption, die sich langsam zu bewähren scheint, soweit unterzuordnen, dass auch er sich den Entwicklungen anzupassen hat.

    Die äußere oder interne Kommunikation ist mir dabei herzlich egal, da halte ich es mit dem birnenförmigen Altkanzler: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“. Ich glaube nicht, dass „der Fall Wolf“ einen akquirierten Spieler davon abhalten wird, zum Club zu wechseln. Denn durch die Konsequenz entsteht auch Glaubwürdigkeit. Wenn der Trainer dem neuen Spieler sagt, er wirft ihn rein, wenn er in der Vorbereitung, vielleicht schon im Urlaub, Gas gibt, oder die ersten Wochen in der U23 auffällt, so kann sich jeder vorstellen, dass ein Esswein dann nicht entsetzt zurückzieht, weil mit dem Berater vom Andy Wolf nicht richtig kommuniziert wurde. Käse.

    Ich gebe gerne zu, dass ich – bei aller Wertschätzung (sic!) für A. Wolf – selbigen schon länger für ein fußballerisches Auslaufmodell halte, etwa eine Art Jürgen Kohler des Frankenlandes. Toller Einsatz, Grätschen, Kämpfen, Defizite durch Routine oder Fouls kompensieren – all das steht außer Frage. Ein sympathisch schützenswertes Exemplar des „alten Fußballs“ der Prä-Barcelona/Arsenal/Kloppduttkurz-Ära.

    Doch wenn man ehrlich ist, Wolf gelingt es kaum, sich den neuen spielerischen Erfordernissen zu stellen. Er ist aus der Zeit, aus dem System gefallen – schade für ihn persönlich, traurig für den Verein und die Fans. Aber so ist das Leben – in allen Berufen wohlgemerkt.

    Es ist ja auch nicht so, dass der Verein ihm Obstbäume für seinen Garten angeboten hat. Aber Wolf selbst oder zumindest seinem Berater dürfte klar sein, dass der nicht genügend wertgeschätzte A. Wolf zunehmende Probleme mit dem unter D. Hecking bislang stimmigen neuen System haben wird.
    Kämpfer hin oder her, es ist absehbar, dass er sich eine neue Art des Fußballspielens hätte erarbeiten müssen, um sich dem System anpassen zu können. Dazu scheint er mir, mit Verlaub, aus vielerlei Gründen nicht in der Lage. Selbst ein im Urlaub gnadenloses Privattraining à la Nowitzki würde ihm da kaum weiterhelfen.

    Also muss es jetzt darum gehen, seinen güldenen Pokalsiegervertrag in möglichst vielen Paragraphen und Absätzen zu konservieren, vielleicht sogar noch weiter anzufüttern. Doch weil – konsequenterweise – ein deutlich stärker leistungsbezogenes Papier auf dem Tisch liegt, nun ja, dann müsste man die Zeichen der Zeit, nicht nur des Vereins, erkannt haben.

    Profifußball ist – wie hier bereits mehrfach erwähnt – ein Geschäft. Dem Verein unterstelle ich mal großzügig, schon aus Eigeninteresse dem gesamten Kader gegenüber größtmögliche finanzielle Fairness walten zu lassen. Wenn nun ein Spieler mit seinen Forderungen den vorgegebenen Rahmen zu sprengen versucht und nicht bereit ist, davon abzulassen, hat das für mich persönlich überhaupt gar nichts damit zu tun, wie sehr ein Spieler mit seinem Verein verbunden ist.

    Glaubt jemand hier allen gerammelten Ernstes, dass A. Wolf nicht zu Real Madrid, zu Arsenal, zu Spartak Ölmulti gegangen wäre, wenn er dort ein entsprechend höher dotiertes Salär, häufig verbrämt unter der vielbeschworenen „sportlichen Weiterentwicklung“, vorgefunden hätte?

    Ist es umgekehrt nicht auch so, dass die 14 Jahre beim Club letztlich auch der Tatsache geschuldet sind, dass dieser Verein überwiegend ein Wanderer zwischen den Bundesligen (hoffentlich:) war? Und dass Wolf mit all seinen Qualitäten diesen Mannschaften, in denen er spielte, überwiegend weiterhelfen konnte, da diese gar nicht über das generelle Niveau verfügten, welches im Vergleich die Fähigkeiten von Wolf jemals infrage gestellt hätte?

    Aber jetzt endlich (überhaupt nicht persönlich gegen Wolf gemeint, sondern ganz allgemein) ist der Club endlich in der Situation, auch ein sog. Urgestein in einen der sportlichen und finanziellen Situation angemessenen Kontext zu stellen. Wenn so etwas zu einem Kräftemessen ausartet, weil Berater und Spieler oder meinetwegen nur der vorpreschende und sich seiner Sache sicheren Berater meinen, der Spieler habe einen Sonderstatus – und nichts anderes bedeutet in meinen Augen der Begriff „Wertschätzung“ – so hat man sich von dieser Seite her verspekuliert und der Verein, gottlob, sich als nicht (mehr) korrumpierbar erwiesen.

    Zu guter Letzt:
    Ich halte das Gespenst des nun möglicherweise brüchigen Mannschaftsgefüges für rein virtuell. Man stelle sich vor, Teil einer Mannschaft zu sein, in der ein nachvollziehbar transparentes Gehaltsgefüge herrscht, leistungsbezogen, angemessene Grundgehälter etc. pp.
    Nur ein einziger Spieler verfügt, nach allerneuesten Verhandlungen wohlgemerkt, über einen auffallend anderen Vertrag, von dessen Ausgestaltung der Verein bei allen anderen Spielern offiziell abgerückt ist, der diesem einzelnen Spieler jedoch mehr Geld, weniger Leistungsbezug, womöglich auch noch die Symbolkraft des Kapitänsamtes zusichert.

    Nein, dieser Spieler ist kein romantisch heimatverbundener 85-facher Nationalspieler, auch kein niederländischer Wunderspieler oder brasilianischer Zauberfuß. Vielmehr handelt es sich um einen nicht mehr sonderlich entwicklungsfähigen Defensivfuchs, dessen spielsystemimmanente und taktische Anpassungsfähigkeit für die anderen Spieler vermutlich eher in auffallender Diskrepanz zu seinen Vertragsmodalitäten stehen würde.

    Dieser Spieler aber soll für Ordnung, Halt, Struktur, gesunde Hierarchie und gegenseitige Achtung innerhalb der Mannschaft sorgen? Ausgerechnet der soll unterstützend dabei wirken, das Team im besten Falle zu einer verschworenen Einheit werden zu lassen, die sich Samstag für Samstag den Hintern aufreißt – auch und vor allem (!!!) für den anderen, den Nebenmann, der vielleicht mal keinen so guten Tag erwischt hat?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser von vielen herbeigeredete Aspekt des „wenn er schon nicht so irre gut spielt, so ist er aber doch unersetzlich/wichtig für den Zusammenhalt der Truppe“ ganz schnell ins Gegenteil umschlagen würde.

    Sobald dieser (Vertrags-)Ausnahmespieler einige Male hintereinander erkennbar Leistungsdefizite an den Tag legt, durch einen der durchaus vorhandenen ähnlich befähigten Ersatzspieler gut ersetzt wird und dann nur noch aus dem Hintergrund seine Pfeile abzuschießen versucht, um sich Gehör und Gewicht zu verschaffen, doch mit denen er die Mannschaft immer weniger erreichen wird, bröckelt sein Status nicht nur; er wird von einer festen zu einer eher gasförmigen Größe.
    Ich erinnere an Ballacks Erweckungserlebnis Mannschaftsbesuch in Südafrika: „Huch, wo ist meine Hierarchie geblieben?“

    Danke, Andy Wolf! Vielen Dank! Ganz aufrichtig gemeint, denn es mag sich lesen wie ein bösartiger Abgesang. Auch ich weiß, welch vorzügliche Leistungen dieser Verteidiger gezeigt hat, wie wichtig er für die Mannschaft war, wie oft er die Truppe mitgerissen hat. Das alles aber basiert immer nur auf der Leistung, die ein Spieler Tag für Tag erbringt. Damit verschafft er sich noch immer den größten Respekt. Nicht mit führen, schreien, anweisen, zurechtstutzen, wie es auch ein O. Kahn immer und immer wieder einfordert. Hat bei Barca irgendwer mit seinen Mannschaftskameraden auf dem Platz geredet? Nö, oder? Gute Nacht, Herr Kahn. Auf Nimmerwiedersehen, du Zeit der Leitwölfe, der vertikalen Hierarchien. Der neue Club gefällt mir einfach viel besser. Und zwar wurscht, ob am Ende 6. oder 15.

    Zurück zu Andy Wolf: Als Fußballer gegen Ende des zweiten Spielertrimesters hat er alles Recht der Welt, sich einen toll ausgestalteten Vertrag zu gönnen. Aber der Mantel der Trauer, der ihn jetzt zu umwehen scheint, wäre nur dadurch glaubwürdig – so aber nehme ich ihm dieses gefühlige Gekaspere nicht ab. Die Öffentlichkeit wird hier, wie auch beim TV-Programm, regelmäßig unterschätzt. Jeder, der halbwegs alle Latten am Zaun hat, kann doch einen mittelmäßig begabten Berufsfußballer verstehen, der sich an die Geldtöpfe stürzen will.

    Fußballprofi ist keine Mission, es handelt sich um einen BERUF. Wenn auch um einen medial hochgepuschten, so dass bei dem einen oder anderen gerne mal das Zentrum des Daseins in die eigene Richtung verschoben wird.

    Heute kräht auch kein Hahn mehr nach einem gewissen Herrn Bancé.

  • Erster Satz natürlich: „der KEINE alten Pfründe…
    Sorry!

  • @berlinclub: Zur Ehrenrettung von Andi Wolf muss ich dann doch schon noch erwähnen, dass der Club in der jüngeren Vergangenheit seine größten Erfolge (2x 6. in der Abschlusstabelle, 1x Pokalsieger) mit ihm und dadurch auch automatisch ein Stück weit durch ihn erreicht hat, auch wenn man natürlich konstatieren muss, dass die Abwehr in der Rückrunde deutlich stabiler war. Der Grund hierfür ist allen bekannt.

  • wolf wurde abserviert.
    undank ist der welten lohn. ich galube andy, wenn er sagt, dass es nicht nur um das finazielle ging. ihm hat scheinbar das vertrauen und die wertschätzung gefehlt.

    bader und hecking haben gesehen, dass wollscheid und nilsson auch funktionieren. dazu noch der transfer des in den mediwn angepriesenen klose, der aussieht wie mario gomez. maroh noch dazu. dann hat man 4 iv und wolf war wohl neben nilsson der teuerste. naja, wollscheid ist bei gleichbleibenden leistungen nach der nä saison weg und dann…

    der leitwolf wird mir fehlen. getreu seinem motto: blut und schweiß!

    mach es gut andy und geh bitte nicht zu wolfsburg!

  • @Manu:
    Preisfrage: Wodurch drückt sich die Wertschätzung einem Fußballprofi gegenüber aus?

  • @ claus

    um kohle ging es wolf nicht nur.

    sicher, er ist nicht mehr der jüngste und der kommende vertrag ist einer der wichtigsten in seiner laufbahn.

    wolf ist damals mit in die zweite liga. andy ist einer von uns. und nach außen können bader und woy immer den gierigen wolf darstellen und denunzieren. so einen abgang hat er nicht verdient. deshalb wohl auch sein offener brief.

    ich finde es schade. wolf hat immer alles gegeben. warum sollte er seine aufopferungsgabe und seinen einsatz dann nicht versilbert bekommen. vergoldet – da sind wir uns sicher einig- wird beim glubb eh kein spielergehalt.

    • Manu: und nach außen können bader und woy immer den gierigen wolf darstellen und denunzieren

      Wo steht das? Denn davon habe ich nichts mitbekommen. Die Fronten sind vielleicht verhärtet, und dazu hat auch Wolf einen großen Teil beigetragen, aber von denunzieren sind wir weit entfernt denke ich. Bader hat kein schlechtes Wort über Wolf fallen lassen, eher im Gegenteil.

  • wenn es ums kämpfen,kratzen, beißen geht – dann brüllen hier alle wieder nach typen wie andy wolf . blut und schweiß!

    heute wird er hier als auslaufmodell hingestellt. der nicht mehr in moderne systeme passt. aus meiner sicht eine farce.

    solche kanten braucht der club. heute- gestern-morgen. schließlich spielen wird kein „weißes balett“ sondern ziel ist und bleibt nun einmal der klassenerhalt und die etablierung auf lange sicht.

    wer meint, wir spielen immer eine solche runde, der irrt.

    ich hätte wolf gehalten. brauche ich wohl kaum noch erwähnen.

  • „Abschied

    1. FC Nürnberg vergrault Kapitän Andreas Wolf“

    so zumindest sieht es die WELT ONLINE.
    Quelle http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/1-fc-nuernberg/article13406854/1-FC-Nuernberg-vergrault-Kapitaen-Andreas-Wolf.html

    nun mit dieser Überschrift hat Andy Wolf wohl durch seinen Brief erreicht, was er erreichen wollte… den Schwarzen Peter hat jetzt der Verein.

    @Manu: ich denke auch, dass uns ein Spieler wie Wolf in der nächsten Saison bitter fehlen wird; aber das hatte ich hier schon in einem anderen Thread erwähnt…

    ALLERDINGS stellen sich die Dinge wohl nicht so einfach dar, wie es unser (Ex-)Capitano jetzt wohl gerne hätte.
    Er war derjenige der mit der Zockeerei begonnen hat, nichr MaBa oder DiHe, das kann man oben ja eindrucksvoll zusammengefasst nachlesen..

    Zusammengefasst:
    Fussballerisch wird Wolf uns nicht fehlen, aber als Leader, Identifikationsfigur und Kampfschwein allemal.

    Stellt sich nur die Frage, ob die Mannschaft in der neuen Saison ihre Aufgaben allein mit fussballerischen Mitteln lösen können wird….

    mit den bisherigen Abgängen geht doch ein riesiges Mass an Erfahrung und Talent…. diese Lücken scheinen mir die bisherigen Neuzugänge – mit Verlaub – nicht füllen zu können!

    ==> die neue Saison wird wieder mal Pandoras Büchse sein, aber hey ich freu mich drauf! Wir haben wieder Gelegenheit jede Menge zu kritisieren, analysieren und kommentieren und darauf kommt es doch an.

    Die Spiele der letzte Saison habe ich als (typischer) Franke – mit einem Augenzwinkern – häufig so erlebt:
    „Jetzt gewinnen die schon wieder! Das regt mich auf, dass man sich hier nicht mal mehr aufregen kann!“

    A propos Neuzugänge:
    Jetzt kommt wohl auch in die Personalien Feulner und Divadi Bewegung..
    zu Feulner: bei allem Respekt, wie soll uns ein 29 jähriger Bankdrücker weiterhelfen? Klärt mich bitte auf wenn ihr könnt…

    • JohnnyVegas: nun mit dieser Überschrift hat Andy Wolf wohl durch seinen Brief erreicht, was er erreichen wollte… den Schwarzen Peter hat jetzt der Verein.

      Das stimmt so zum Glück nicht ganz. Einige Medien sehen das differenzierter und unterstellen Wolf durch seinen Brief ein „Nachtreten“ und damit eben diese Absicht, den schwarzen Peter weiterzuschieben. Auch die Geschichte mit der Wertschätzung wird eher als einseitige Empfindung abgetan, da das als Stammspieler und Kapitän nicht nachvollziehbar wäre und die Wertschätzung daher eben doch nur am Geld läge. Mir fällt nicht mehr ein, wo ich das überall so dargestellt gelesen habe, aber u.a. auf Sport1 und auch der Kicker versucht ja eher eine neutrale Sicht.

      @ Claus: Deine Spekulation in der Antwort auf Manu halte ich für ziemlich stimmig, was die Herkunft dieser Wertschätzungs-Geschichte betrifft. Gleichsam könnte tatsächlich eine gewisse Absicht zur bewussten Degradierung dahinter stecken, da seine Stellung und eigene Positionierung vielleicht für bedenklich für das Gefüge angesehen wurde, vor allem, wenn ihm der Stammplatz abhanden kommen würde. Die Anekdoten über Begegnungen mit Wolf (wie man auch immer dazu stehen mag) deuten doch eher darauf hin, dass man ein aufkommendes Konfliktpotential lieber bereinigen wollte.

  • Es ist hier ja, finde ich, alles geschrieben worden, meines Erachtens ist die Akte Wolf ein Summenspiel der hier erörterten Gründe. Wesentlich bleiben auch für mich aber zwei Themen. Als Kapitän versteht Wolf möglicherweise menschliche Wertschätzung von vereinsseite als eine Art Stammplatzgarantie, was nachvollziehbar ist, die ihm vermutlich aber niemand geben kann. Konflikte sind somit vorprogrammiert und das es laut Wolf nicht hätte am Geld scheitern müssen heißt ja nicht, dass es letzten Endes dann doch daran gescheitert ist. Andis W. Beteuerung ‚jede Seite hat ihre Vorstellen und dann trifft man sich halt in der Mitte‘, hier ist eben auch die salomonische Mitte davon abhängig, wie weit die Vorstellungen auseinanderliegen…

  • @Manu:
    Damit wir uns nicht missverstehen: Ich hätte Andi nächste Saison auch lieber im Rot-Schwarzen gesehen, aber nicht um jeden Preis und auch nicht mit Stammplatzgarantie. Die Versilberung hat er (für Nürnberger Verhältnisse) in den letzten 4 Jahren bekommen. Im Sinne des Vereines musste da eine Korrektur nach unten erfolgen, und das war allen Beteiligten klar, denke ich, schon auch, um keinen Neid bei den Nachwuchsspielern (Stichwort: Philipp Wollscheid) aufkommen zu lassen.
    Deswegen folgende Spekulation, wie es zu dieser Missstimmung gekommen ist:
    MB möchte Gehaltskosten sparen, aber AW auch nicht vergrätzen. Deswegen bietet er ihm einen Vertrag an, der bei Stammplatz die gleichen Bezüge sichert, aber wesentlich stärker leistungsbezogen ist, wohlwissend, dass AW bei DH alles andere als eine Stammplatzgarantie hat. Diese Taktik ist durchschaubar und wird von AW auch richtig interpretiert. Es werden natülich keine Stammplatzgarantien in Spielerverträge geschrieben, aber in dieser Situation wird AW im Gegenteil klar, dass er schleichend aus der Mannschaft entfernt werden soll. In so einer Situation wäre ich vermutlich auch leicht angefressen, diese Taktik kann man durchaus als fehlende Wertschätzung interpretieren. Oder, um AW zu zitieren: „Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass mich der Trainer und der Verein wirklich weiter mit an Bord hätten haben wollen, wäre es nicht am Finanziellen gescheitert.“
    Ich denke, Andi hätte wahrscheinlich ein geringeres Fixum und ein daraus resultierends niedrigeres Gesamteinkommen durchaus akzeptiert, aber nicht das angebotene Verhältnis zwischen Fixum und leistungsbezogenen Zahlungen mit den offensichtlichen Hintergedanken.
    Wie gesagt, alles reine Spekulation.
    Was war jetzt im Sinne des Vereines richtig und was falsch? Nun, wir werden es logischerweise nie erfahren. Es werden in Zukunft sicher Situationen entstehen, in denen der eine oder andere sagen wird: „Mensch, häddn mä blous den Andi nu!“ Nur wie die Zukunft mit ihm laufen würde, weiß natürlich niemand. Alles reine Spekulation.

  • Dieser Vergötterung des Herrn Wolf möchte ich folgendes prägendes Erlebnis entgegensetzen:

    Gegen Ende des DFB-Pokalspiels zwischen dem Glubb und dem 1. FC Köln im Dezember 2002, das der Erstligist Glubb gegen den Zweitligisten Köln mit 0 : 2 verlor, begab ich mich zum Spielertunnel auf die Haupttribüne (war damals noch möglich) um die Spieler beim Gang in die Kabine zu ihrer Leistung zu befragen. Auf die pauschale Aussage gegenüber den mit hängenden Köpfen in die Kabine schleichenden Spieler, dass „das Spiel seitens des Glubb eine einzige Arbeitsverweigerung gewesen wäre und man ihnen das Gehalt um 30% kürzen müsste“ kam Wolf auf mich zu und sagte sinngemaess im besten „kanackisch“ bzw. wohl „westfränkisch“: Was willst Du, was ist los, willst Du stänkern?“

    Ich war über diesen aggressiven Ton und die darin zum Ausdruck kommende Unverfrorenheit extrem schockiert! Ich fand das eine Unverschämtheit wie er mit dieser Kritik umging und deswegen ist er für mich seit 2002 der „kritikunfaehige geldgeile Ansbacher Raffzahn“ und nicht die Rotschwarze Ikone. Vielleicht versteht Ihr jetzt warum ich immer den Kopf schütteln muss, wenn vor mir jemand mit „Wolfbeflocktem“ Jersey rumläuft, insbesondere wo er von jedem Wolfjersey auch noch finanziell profitiert!

    Vergessen wir Wolf, es lebe Wollscheid, Klose, Pinola, Chandler und Nilsson. Danke Martin Bader, dass jetzt beim Club das lupenreine Leistungsprinzip gilt!

    • JSchieber: Gegen Ende des DFB-Pokalspiels zwischen dem Glubb und dem 1. FC Köln im Dezember 2002, das der Erstligist Glubb gegen den Zweitligisten Köln mit 0 : 2 verlor, begab ich mich zum Spielertunnel auf die Haupttribüne (war damals noch möglich) um die Spieler beim Gang in die Kabine zu ihrer Leistung zu befragen.

      Jetzt muß ich doch mal fragen: Bist Du Journalist? Vom Rundfunk? Oder bist Du da einfach nur als Fan hingegangen – denn dann würde ich mich als Spieler auch genervt fühlen.

    • JSchieber:
      Dieser Vergötterung des Herrn Wolf möchte ich folgendes prägendes Erlebnis entgegensetzen:

      Naja, die Aussage war jetzt auch nicht gerade wenig provokant. Da kann man sich schon mal aufregen. Ob er das nun auf diese Weise hätte tun sollen oder nicht, ist Ansichtssache. Ich bin da eher ein Anhänger des Mottos „Wie es in den Wald hineinschallt…“

      Die Charakterfrage habe ich mir bei Wolf allerdings auch schon gestellt. Ebenfalls durch ein persönliches Erlebnis. Ich saß einst im Restaurant direkt neben ihm (mit dem Rücken zu ihm). Und immer wenn ich in den knapp 1,5 Stunden mal etwas rüber gelauscht habe, war Wolf gerade dabei entweder über Mitspieler oder über den Trainer (Oenning) oder über ihm gestellte Aufgaben zu lästern.

      Nun haben wir sicherlich alle mal Phasen, in denen wir über bestimmte Gegebenheiten im Job gegenüber unseren Vertrauten hadern, aber die Vehemenz mit der er sein Gift verbreitet hat, war schon ein anderes Kaliber. Da hatte ich mehrfach das Gefühl einer bevorstehenden Meuterei.

      Im Endeffekt kann es aber genauso sein, dass dies der Normalzustand bei Wolf war, was dann natürlich die Frage aufwirft, inwiefern er bei dieser Einstellung noch Vorbild für junge Spieler und genereller Führungsspieler sein kann.

    • JSchieber:
      Dieser Vergötterung des Herrn Wolf möchte ich folgendes prägendes Erlebnis entgegensetzen:

      Gegen Ende des DFB-Pokalspiels zwischen dem Glubb und dem 1. FC Köln im Dezember 2002, das der Erstligist Glubb gegen den Zweitligisten Köln mit 0 : 2 verlor, begab ich mich zum Spielertunnel auf die Haupttribüne (war damals noch möglich) um die Spieler beim Gang in die Kabine zu ihrer Leistung zu befragen. Auf die pauschale Aussage gegenüber den mit hängenden Köpfen in die Kabine schleichenden Spieler, dass “das Spiel seitens des Glubb eine einzige Arbeitsverweigerung gewesen wäre und man ihnen das Gehalt um 30% kürzen müsste” kam Wolf auf mich zu und sagte sinngemaess im besten “kanackisch” bzw. wohl “westfränkisch”: Was willst Du, was ist los, willst Du stänkern?”

      Ich war über diesen aggressiven Ton und die darin zum Ausdruck kommende Unverfrorenheit extrem schockiert! Ich fand das eine Unverschämtheit wie er mit dieser Kritik umging und deswegen ist er für mich seit 2002 der “kritikunfaehige geldgeile Ansbacher Raffzahn” und nicht die Rotschwarze Ikone. Vielleicht versteht Ihr jetzt warum ich immer den Kopf schütteln muss, wenn vor mir jemand mit “Wolfbeflocktem” Jersey rumläuft, insbesondere wo er von jedem Wolfjersey auch noch finanziell profitiert!

      Vergessen wir Wolf, es lebe Wollscheid, Klose, Pinola, Chandler und Nilsson. Danke Martin Bader, dass jetzt beim Club das lupenreine Leistungsprinzip gilt!

      Vielleicht reagiert ein Spieler, der mit seiner eigenen Leistung auch nicht unbedingt zufrieden sit, direkt nach dem Spiel auf solche Fragen „von der Seite“ auch mal etwas unangemessen. Das sind aber Fehler die man Spielern auch mal zugestehen kann!
      Hier aber dann mit Begrifflichkeiten wie „Kanackisch“ etc. um die Ecke zu kommen halte ich für bedenklich und absolut nicht in Ordnung!
      Ich halte so etwas für beleidigend und absolut fehl am Platz und ich denke und hoffe ich sehe das nicht als einziger so!

  • Ekici, Gündogan, Schieber, Mintal und jetzt auch noch Wolf. Der Club verliert einen weiteren wertvollen Spieler. Ich glaube beide Seiten haben sich bei dieser Angelegenheit nicht mit Ruhm bekleckert. Ich bin schon sehr enttäuscht, weil ich mir den Club ohne Wolf in der Innenverteidung überhaupt nicht vorstellen kann. Naja, der Club hat ja noch Schäfer im Tor, der ja zu den „TOP TEN Torhütern“ in der Bundesliga gehören soll! „Der“ wird „das“ schon richten – nur der Glaube feht mir -!

  • @ stefan:

    meinte ja nur, dass es so über die medien propagiert wird bzw. man es so interpretieren könnte.

    sicher, nun hat der verein den schwarzen peter. er hat wolf nicht die wertschätzung gegeben. ich war bei den gesprächen nicht dabei, kann da also nur spekulieren.

    meines erachtens hätte diese „affäre“ bzw dieser hickhack nicht an die öffentlichkeit gehört.

    wolf hätt klar sagen müssen, dass er für so eine summe nicht verlängert, hat er ja auch. bader und woy wollten absenken und haben klare fakten bzw ein angebot unterbreitet. wolf nimmt es nicht an, dann kommt es zur trennung. aus basta.

    werfe ihnen auch nichts vor. finde es nur bedenklich, leader komplett gehen zu lassen. wie gesagt, im abstiegskampf wird nach wolf gebrüllt werden… und für mich aht er nun einaml in den letzten 14 jahren den Club verkörpert, da mag er von anderen als „geldgeil“ oder „raffzahn“ betitelt werden. mir egal.
    um welche summen es geht wäre da eher mal interessant.

  • Nunja, ich will niemandem böse Absicht unterstellen, aber dass man dem Andi seinen alten Vertrag nicht einfach um 4 Jahre verlängert, müsste ja wohl allen (auch den Nichtbeteiligten) klar gewesen sein. Vielleicht hatte er aber genau so etwas erwartet, zur Not mit etwas geringeren Bezügen.
    Sollte meine Spekulation auch nur in der Nähe der Wahrheit liegen, so ist mir der jetzige Schlussstrich lieber als ein angefressener Ex-Kapitän auf der Bank, der dann wirklich ein großes Konfliktpotenzial für das gesamte Mannschaftsgefüge darstellen würde.
    Es bleibt, wie schon so oft, der schale Beigeschmack: Man hätte die Trennung auch etwas würdevoller gestalten können.
    Beim letzten Spiel in Hannover kamen aus der Clubkurve, nachdem Marek Mintal nochmal ausgiebig verabschiedet wurde, übrigens vereinzelt auch „Andi Wolf“-Chöre. Einige Leute ahnten schon, was kommen würde.

    • Claus: Nunja, ich will niemandem böse Absicht unterstellen[…..]so ist mir der jetzige Schlussstrich lieber als ein angefressener Ex-Kapitän auf der Bank, der dann wirklich ein großes Konfliktpotenzial für das gesamte Mannschaftsgefüge darstellen würde.

      Nein, keineswegs, ich sehe da eher eine gute Absicht dahinter, ein weitsichtiges Vorgehen im Sinne des Gesamtwohls den Club. Es wäre nur schöner gewesen (und würdevoller), hätte man all das VOR dem letzten Spiel klären können, um Andy noch angemessen zu verabschieden.

  • @JSchieber
    Was und v.a. wie du über Andi Wolf schreibst, sagt doch mehr über dich aus, als über den Spieler.

    Der Spieler geht, aus welchen Gründen auch immer, und ich kann nicht erkennen, warum manchen ausgerechtnet jetzt daran gelegen ist, irgendeine angebliche miese Charakterschwäche über den Spieler hier auszupacken. Seltsames Phänomen.

    • Passivsportler:
      @JSchieber
      Was und v.a. wiedu über Andi Wolf schreibst, sagt doch mehr über dich aus, als über den Spieler.

      Der Spieler geht, aus welchen Gründen auch immer, und ich kann nicht erkennen, warum manchen ausgerechtnet jetzt daran gelegen ist, irgendeine angebliche miese Charakterschwäche über den Spieler hier auszupacken. Seltsames Phänomen.

      Absolut richtig! Gegen sachliche Darstellung von Erlebtem wie es Kugelblitz weiter ober getan, hat auch denke ich Nieman etwas einzuwenden!
      Positive Darstellungen gibt es ja auch zu genüge. Zum Beispiel der Kommentar vom „Maik“ im Glubb-Blog, der zeichnet ein komplett anderes Bild von Andi.

  • @Optimist: Vielleicht bekommt man ja wenigstens noch ein Abschiedsspiel für ihn hin, das hätte er sich verdient.

    @belschanov: PETZE!

  • @ Claus: Schaun mer mal, wo er hingeht. Wäre vielleicht was für die Saisoneröffnung, wenn es bei Marek noch etwas dauert….

  • @ Roland

    Mit der Bezeichnung “ kanackisch“ meine ich Wolfs Stil nach dem Motto: „Was willst Du Alter“! Da gibt es sogar ein Buch mit dem Titel: „Deutsch/kanackisch“! Mit Beleidigung hat das nix zu tun!

    Ich hab mich damals sehr geärgert über den Wolf, da er sich nach dem Spiel gegen Köln völlig uneinsichtig bezüglich der „Nulleistung“ gezeigt hat! Man wird doch wohl Spieler noch auf ihre Leistung ansprechen dürfen!

    PS. Streng genommen muss Andi sich jetzt bei der Agentur fuer Arbeit in Ansbach melden, da ihm ja die Arbeitslosigkeit droht……und er vermutlich jetzt umschulen muss….

  • Hui! Das Sommerpausengespenst schlägt zu?

    Ein normaler Vorgang, dass ein Mitarbeiter nach seinem Mitarbeitergespräch nicht mehr zufrieden ist und deshalb einen neuen Arbeitgeber sucht, wird ganz schön aufgebauscht. Danke dafür.

    Aber trotzdem bleibe ich bei meinem Gruß

    Farewell, Andy! Reisende soll man nicht aufhalten!

    Man muß sich als Arbeitgeber Glubb nicht erpressen lassen, noch muss man sich als Angestellter Wolf Sachen antun, die man glaubt nicht verdient zu haben.
    Daraus kann man nun alles Interpretieren und herauslesen, aber gerade aus BLÖD-Zitaten mag ich das nicht müssen.

    Für mich ist der Casus Lupus:
    Wollen wir auch zukünftig Fußball-Kämpfen oder sollen wir zukünftig Fußball-Spielen?!

    Ketzerisch ausgedrückt:
    Vielleicht sind wir ja schon tatsächlich soweit, dass wir wirklich mit SPIELERISCHEN Mitteln MEHR erreichen als vorher mit Grätschen, Ellbogen und Provozieren?
    😛

  • Mir war auch nicht daran gelegen mit der kleinen Anekdote nachztreten. Allerdings wird bei solchen Themen immer wie wild spekuliert ohne dass wir alle wissen, was Sache ist.

    Da liest man je nach Autor, das es Wolf nur ums Geld ging, dass Bader ihm ein faires Angebot unterbreitet hat und Wolf nur einfach nicht die Lage des Vereins erkannt hat oder eben, dass Wolf obwohl sportlich nicht mehr der Beste doch so wichtig für das Mannschaftsgefüge wäre.

    Fakt ist, wir kennen weder die Vertragsdetails der Angebote, noch Wolfs Beweggründe oder wie wichtig er wirklich für die Mannschaft ist. Wir können uns nur auf die Aussagen der Beteiligten stützen, die schon per Definition nicht objektiv sind.

    Und geschilderte Begegnung sollte eben zeigen, warum ich selbst gerade an der angeblichen Wichtigkeit im Mannschafsgefüge zweifel, auch wenn mir vollkommen bewusst ist, dass ich einen Menschen nicht nach Aufnahme mehrerer Gesprächs fetzen

    • Kugelblitz: Und geschilderte Begegnung sollte eben zeigen, warum ich selbst gerade an der angeblichen Wichtigkeit im Mannschafsgefüge zweifel,

      Der Wert für das Mannschaftsgefüge als Führungsspieler, was gerne angeführt wird, hätte leicht auch umschlagen können in einen Konfliktherd, der dem Mannschaftsgefüge schadet. Denn den offenen Brief kann man in Teilen auch als “Nachtreten” sehen. Und gibt einem einen Vorgeschmack, was passiert wäre, hätte er tatsächlich auf der Bank oder gar der Tribüne schmoren müssen.

      Eigentlich sollten wir auf das Urteilsvermögen unserer sportlichen Leitung vertrauen, die ein Konfliktpotential entweder verringern wollten oder es eben bereinigen mussten, wenn kein Entgegenkommen signalisiert wurde. Offensichtlich ist für mich jedoch, dass sie es erkannt hatten und entsprechend gehandelt haben.

  • @Woschdsubbn: Nix für Ungut, aber was mich an Deinem Beitrag gerade ärgert ist die Tatsache, dass bei einem Marek Mintal (völlig zurecht!) ein Riesenbohai ob seines Abschieds veranstaltet wurde, und man jetzt bei Andi Wolf mit einem Schulterzucken zum Tagesgeschäft übergehen soll. Ich habe jetzt keine Zeit und Lust, alle Deine Beiträge zum Thema Marek Mintal nachzuforschen, insofern entschuldige ich mich prophylaktisch schon mal dafür, falls ich Dir Unrecht tue. Ich bin aber der Meinung, dass ein Andi Wolf in der Historie des Clubs (siehe „LEGENDEN – die besten Club-Spieler aller Zeiten“) mindestens denselben Stellenwert hatte (man beachte den Tempus!) wie ein Marek Mintal (dito!). Letzterer war 8 Jahre beim Verein, ohne irgendwelche (offensichtlichen) Abwanderungsgedanken, der erste 14, 9 Jahre davon in der 1. Mannschaft. Mich würde ärgern, sollte hier offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen werden.

    • Claus:
      @Woschdsubbn: Nix für Ungut, aber was mich an Deinem Beitrag gerade ärgert ist die Tatsache, dass bei einem Marek Mintal (völlig zurecht!) ein Riesenbohai ob seines Abschieds veranstaltet wurde, und man jetzt bei Andi Wolf mit einem Schulterzucken zum Tagesgeschäft übergehen soll. Ich habe jetzt keine Zeit undLust, alle Deine Beiträge zum Thema Marek Mintal nachzuforschen, insofern entschuldige ich mich prophylaktisch schon mal dafür, falls ich Dir Unrecht tue. Ich bin aber der Meinung, dass ein Andi Wolfin der Historie des Clubs (siehe “LEGENDEN – die besten Club-Spieler aller Zeiten“) mindestens denselben Stellenwert hatte (man beachte den Tempus!) wie ein Marek Mintal (dito!). Letzterer war 8 Jahre beim Verein, ohne irgendwelche (offensichtlichen) Abwanderungsgedanken, der erste 14, 9 Jahre davon in der 1. Mannschaft. Mich würde ärgern, sollte hier offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen werden.

      OHA! Ja, da hast Du vollkommen recht! Ich schreibe halt oft einfach von der Leber weg und deshalb teilweise mal genau gar nichts objektives sondern rein subjektives, wie in diesen beiden Fällen.
      Bei Mintal hab ich dauernd geheult und bei Wolf zuck ich nur mit den Achseln. Das hängt wohl mit der für mich nur oberflächlichen Gleichheit der Vorgänge zusammen:

      – Legende Mintal: Wollte fußballspielend bleiben, kann aber nur als Funktionär bleiben. Er sieht sein Karriereende auch auch ein und kommt wohl sicherlich als Leuchtturm der Jugendarbeit oder für ähnliche Zwecke nach einigen weiteren Saisons als Fußballspieler irgendwo zurück. Besonders herausragend wegen mehrerer Comebacks und als einziger Torschützenkönig des Glubbs.

      – Legende Wolf: Wollte als Eigengewächs bleiben, zieht aber seine persönlichen Konsequenzen aus den Vertragsverhandlungen, die vor allem von ihm selbst auch immer wieder über die Presse mit ausgetragen wurden.

      Irgendwie war er für mich nie ein großer Sympathieträger per se im Vergleich zu Pino, Schäfer oder Mintal. Vielleicht zucke ich deshalb bei seinem Abgang und auch über die Art und Weise des Vorgangs mehr mit den Schultern?
      Entschuldigung, aber bei solchen „Unterhaltungen“ in Blogs oder Internetforen kommen über die rein schriftliche Mitteilung halt auch schwierig Zwischentöne an. Natürlich bedauere ich prinzipiell den Weggang von Wolf schon, aber was soll man machen, wenn er mit den monetären Leistungen nicht zufrieden ist? Das spielt sicherlich vordergründig die wichtigste Rolle, die anderen Fakten bleiben trotz der überragenden Zusammenfassung unseres Alexanders trotzdem letztendlich reine Spekulation.

      Sorry, wenn Du Dich über mich deshalb geärgert hast, Claus. Wenns mal bei einer Landbierparadiesaktion gemeinsam klappt, geb ich Dir eins aus! 😀

  • @Optimist: Schön, dass Du mich auf n-town.de wortwörtlich zitierst, aber dann bitte mit Quellenangabe. Du weisst ja wohl, dass solch ein Vorgehen in letzter Zeit sehr in Verruf geraten ist (völlig zurecht). 😉

  • @ Claus: Ich bin zerknirscht und erbitte Vergebung, das lag wohl daran, dass das mit dem Querzitat zu kompliziert geworden wäre 😉

    Ich fand die Passage einfach so treffend, dass ich es nicht besser hätte sagen können. Ich habe es aber wenigstens schön und in Deinem Sinne in meine Argumentation eingebaut????

  • @Optimist: Hast Du, und strafmildernd wirkt sich natürlich aus, dass Du keinen „Dr.“ dafür haben wolltest. 😉

  • …und ich hätte auch keinen, den ich nachträglich abgeben könnte 😉

  • @ Claus: Übrigens bin ich für brutalstmögliche Aufklärung, deshalb habe ich Deinen Satz drüben noch mal als Dein geistiges Eigentum deklariert.

  • Das hätte es jetzt nicht unbedingt gebraucht, da Du ja keinen „Dr.“ hast, den Du abgeben könntest.

  • Ehrlich gesagt, ein bisschen Angst um mein Diplom hatte ich schon 😆

  • Für mich war es letzte Saison schon ein strategischer Fehler Wolf als Kapitän zu bestätigen, nachdem man 3-4 bärenstarke Innenverteidiger hatte und man einem Konkurrenzkampf damit irgendwie ausgehebelt hat. Dennoch Wolf hat eine gute Saison gespielt auch wenn er sich selbst als Kapitano immer gesetzt sah. Ich bin mir sicher er wird nochmal einen Verein finden bevor die Karriere sich ausschleicht. Er kann ja dem Verein umgekehrt genauso dankbar sein für die Zeit und die Chancen, die er hier hatte.

    • Juwe: Ich bin mir sicher er wird nochmal einen Verein finden bevor die Karriere sich ausschleicht. Er kann ja dem Verein umgekehrt genauso dankbar sein für die Zeit und die Chancen, die er hier hatte.

      Scheint nicht ganz so einfach zu sein, die selben guten Konditionen wie beim Club zu bekommen, wenn man hört, dass er in Augsburg eine Jahresgage von über 1 Million gefordert haben soll. Entweder findet er einen zahlungskräftigen Verein in akuter IV-Not, oder er muss doch Abstriche machen. Augsburg böte sich ja zumindes an, weil er dann sein neues Haus nicht verlassen müsste und relativ heimatnah wäre.

  • @Woschdsubbn: Wie gesagt, nix für Ungut. Du musstest gewissermaßen auch als Ersatzmann für einige Schreiberlinge in anderen Foren herhalten. Dafür entschuldige ich mich, insofern steht es biertechnisch unentschieden. Aber ein Treffen im Landbierparadies, bei dem mehr als 2-3 Leute anwesend sind, sollte man schon mal hinbekommen.

  • Sixders Claus, dann bassds doch! Gerade wo Optimist, Du und ich immer fast auf einer Wellenlänge waren, sollten wir sowas doch einfach klären können! 😀

  • Auf dem Glubbforum schreiben sie jetzt einen „virtuellen offenen Brief“ für Wolf! Man sollte vielleicht die Preise in der Nordkurve um 300% erhöhen, damit unser Kultseidla mit seine Million netto pro Jahr weiter bekommen kann und nicht zur Arbeitsagentur muss (leistungsunabhängig natürlich)! Beim Glubbforum sind schon Originale aktiv…..

    Ich setz mich für ne Million netto pro Saison sogar anstandslos auf die Bank!

  • Für eine Million per anno wäre ich mir nichtmal für die Tribüne zu schade. Ich verstehe diese Leute nicht, ich verpsreche auch ich tue wenigstens so als würde es mir stinken ;-X

  • Wow, Respekt!
    Bin zwar kein Club-Fan, aber dieser Blogeintrag wurde mir von Blog-G.de empfohlen, und ich muss sagen:
    in einer solchen Qualität würde ich mir so einen Blog auch für Eintracht Frankfurt wünschen!
    (Die Kommentare habe ich nicht gelesen, beziehe mich rein auf den Blogger)
    Kompliment!

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