Es fehlt die Konsequenz

“Als nach der Pause Bunjaku für Pino kam, war das eine Dreier-Abwehr”, sagte Hannes (klick), “aber was das insgesamt für ein System war, kann ich nicht sagen.”

“Soweit ich das von meinem Sofa aus erkennen konnte, war das ein 3-5-2”, sagte ich, “genauer gesagt ein 3-1-4-2.” Ich nahm einen der auf dem Tresen liegenden Notizblöcke und zog einen Kugelschreiber aus der Innentasche meines Jacketts:

STEPHAN

       WOLLSCHEID       SIMONS       KLOSE

           FEULNER               

CHANDLER       HEGELER     MENDLER       ESSWEIN

BUNJAKU            EIGLER

“Als dann Mak für Mendler kam, ging Esswein in die Spitze, Bunjaku auf die Position von Mendler und Mak spielte links. Und als später Wießmeier für Esswein kam, ging Bunjaku wieder nach vorne.”

“Fimfasibzich Minuddn Iebazohl und grood amoll aa Door. A weng weng”, sagte Alfred (klick).

Ich nahm einen Schluck aus dem Glas.

“In da zweidn Holbzaid woor da Glubb driggnd iebaleeng. Driggnd iebaleeng woor da Glubb. Die Breema senn ja kaum ieba die Middllienie kumma, die woorn ja bloos nuch hindn drinnagschdandn. Doo muss firn Glubb scho a weng mehr rausschbringa als a aanzichs Door. Nuch dazuu bloos aans nooch am Eggboll. Ausm Schbill raus hodd da Glubb ja ka echde Schongs kabd. Wall aa die Flangn nedd gschaid kumma senn. Der aane doo, der auf rechdsaußn gschbilld hodd, is aichndlich a schdorga Schbiela, a schdorga Schbiela is des aichndlich, der der, die Numma segsazwanzich hodda…”

“Chandler”, sagte ich, “Timothy Chandler.”

“…der soll si amoll woss annäsch aifolln lossn als imma bloos Flangn aufn Kibba. Jeede Flangn aufn Kibba.”

“Ja”, sagte ich, “vorne passiert zu wenig. Da werden trotz überlegener Spielführung zu wenig Torchancen herausgespielt. Im Angriffsspiel muss mehr Konsequenz rein. Sechs Tore nach sechs Spielen, das ist nicht allzu viel. Vor allem, wenn man bedenkt man, dass drei Tore davon durch Standards fielen.”

“Vill zu weenich is des.”

“Wenn der Schiri bei der Notbremse von Wiese gegen Eigler Vorteil gelten lässt, macht Mendler das 1:0 und das Spiel läuft anders”, sagte Hannes.

“Vielleicht”, sagte ich.

“Der Schiri muss weiterlaufen lassen”, sagte Hannes.

“Wenn der Schiri nicht abpfeift, hätte Wiese die Situation noch geklärt”, sagte Konrad Lorenz (klick).

“Wenn der Schiri nicht abpfeift, hätte Wiese keine Chance mehr gehabt, einzugreifen”, sagte Hannes.

“Gratulation”, sagte ich und prostete Konrad Lorenz zu: “Gladbach ist ja voll auf Meisterkurs.”

“Die Gladbacher haben zurzeit einen tollen Lauf”, sagte Konrad Lorenz, “mal sehen, ob sie den Lauf gegen den Club fortsetzen können.”

“Des Schbill is völlich offn. Des Schbill dibbi nedd im Oddsedd. Des konn Gladbach gwinna, des konn obba aa da Glubb gwinna. Ooda Unendschiedn. Des konn aa a Unendschiedn geem. Obba firn Glubb is woss drinna. Wenna vorn konsequenda schbilld, is firn Glubb woss drinna. Horch, Michael, hosd a Zigareddn fir miech, konnsd ma aane geem?”

“Im Angriffsspiel muss mehr Konsequenz rein”, sagte ich und gab Alfred eine Blend 29 und versuchte mich zu erinnern, wann der Club das letzte Mal in Gladbach gewonnen hat.

P.S.: Der letzte Sieg des 1. FC Nürnberg in Mönchengladbach datiert vom 15. Spieltag der Saison 2005/06. Der 1. FC Nürnberg gewann dieses Auswärtsspiel mit 1:0 durch ein Tor von Marek Nikl in der 62. Spielminute (klick). Übrigens: Der 1. FC Nürnberg bestritt dieses Spiel in einem 3-5-2 (bzw. 3-1-4-2). Und zwar gegen elf Mönchengladbacher. Und von Anfang an (klick):

 Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg

vom 3. 12. 2005

SCHÄFER

       WOLF       CANTALUPPI       NIKL

          MNARI               

SAENKO       POLAK     BANOVIC       PINOLA

SCHROTH            KIESSLING

Spielbeginn:

15 Uhr 30

[Spielberichte: klick, klick, klick, klick.]

 


Bild (Teaser): Frittenmeister
Bild (Arikel): Berlin, Blick in eine Kulturhaus einer Kleingartensiedlung – Author: Franke, Klaus – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license. Attribution: Bundesarchiv, Bild 183-1989-0309-011 / CC-BY-SA (bearbeitet von Clubfans United)

6 Gedanken zu „Es fehlt die Konsequenz

  • 21.09.2011 um 13:59
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    Der Trick ist es wohl antizyklisch zu sein. Erst spielten alle mit Libero, dann kam die Viererkette mit Raute, als sich auf dem Niveau alle neutralisierten fing man an auf 4-3-3- zu gehen. Jetzt eben wieder zurück zur Dreierkette.

    Hecking brachte das ganz gut auf dem Punkt als er davon sprach, dass die 9 Punkte (das war vor dem Spiel) es erlauben würden taktisch zu variieren. Das wohl der Punkt. Antizyklisch taktieren ist ein Vorteil, wenn man die richtigen Leute hat und Selbstvertrauen, dann ist es eine “Waffe” um den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Der HSV bspw. spielte dagegen eher antizyklisch gegen sich selbst – nur um mal ein Beispiel zu bringen.

  • 21.09.2011 um 17:49
    Permalink

    Alexander | Clubfans United: Der Trick ist es wohl antizyklisch zu sein. Erst spielten alle mit Libero, dann kam die Viererkette mit Raute, als sich auf dem Niveau alle neutralisierten fing man an auf 4-3-3- zu gehen. Jetzt eben wieder zurück zur Dreierkette.

    Hecking brachte das ganz gut auf dem Punkt als er davon sprach, dass die 9 Punkte (das war vor dem Spiel) es erlauben würden taktisch zu variieren. Das wohl der Punkt. Antizyklisch taktieren ist ein Vorteil, wenn man die richtigen Leute hat und Selbstvertrauen, dann ist es eine “Waffe” um den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Der HSV bspw. spielte dagegen eher antizyklisch gegen sich selbst – nur um mal ein Beispiel zu bringen.

    Genauso wie der Club in der Halbserie der Aufstiegssaison unter Oenning…

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