Zwischen Antrag, Auftrag und Aufsichtsrat

Das Beste vorweg: Seit vielen Jahren konnte der 1. FC Nürnberg endlich wieder einen Gewinn verbuchen, einen Jahresüberschuss von 4,3 Millionen Euro nach Steuern. Das präsentierte der Vorstand für Finanzen & Verwaltung, Ralf Woy, auf der Bilanzpressekonferenz am Sonntag und anschließend auf der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern – das ist das beste Ergebnis (seit Bilanzierung) in der Vereinshistorie! Möglich war dies unter anderem durch die Verkäufe von Ilkay Gündogan und auch Dennis Diekmeyer – der erst im Juli 2010 zum Hamburger SV wechselte und somit erst im zurückliegenden Geschäftsjahr zu Buche schlägt – sowie den gestiegenen Einnahmen im TV Bereich (da spielt jedes Jahr Bundesliga-Zugehörigkeit in den letzten fünf Jahren eine gewaltige Rolle!). Mit diesem positiven Ergebnis konnten die bestehenden Schulden von 10,6 Millionen Euro auf 6,4 Millionen Euro gedrückt werden. Darüber hinaus belasten den 1. FC Nürnberg keine Bankverbindlichkeiten mehr. Das ist für alle Seiten sehr beruhigend und gibt endlich wieder größeren Handlungsspielraum. Dieses Mehr an Handlungsspielraum führte zur Frage aus dem Auditorium, ob man denn dann auch in Zukunft auf Transfererlöse angewiesen sei. Woy antwortete (nach einigen erklärenden Ausführungen) mit einem deutlichen „Ja“. Sportdirektor Martin Bader ergänzte dazu, um auch konkret die Personalie Philipp Wollscheid aufzugreifen, dass der 1. FC Nürnberg derzeit ganz klar den Finger auf allen Transfers hat und zudem auch Wollscheid selbst erklärt habe, gerne in Nürnberg bleiben zu wollen. Vielleicht hätten sich hier manche eine andere Botschaft erhofft, aber dass Transfers auch in Zukunft zum üblichen Geschäftsbetrieb eines Bundesligaclubs gehört, machten Wolf und Bader noch einmal klar, das habe aber nicht nur etwas mit Konsolidierung der Finanzen zu tun, auch Spieler selbst wollten ja manchmal sich verändern oder ein Trainer anders planen, das müsse man dann individuell bewerten und für alle Seiten das beste Ergebnis anstreben. Derzeit sei der FCN aber in einer guten Position. Bei einem weiteren emotional belegten Thema, dem Hauptsponsor Areva, gab Woy bekannt, dass man den bis Saisonende 2012 laufenden Vertrag wohl nicht verlängern werde und man sich daher so oder so mit Beginn des neuen Jahres um einen neuen Hauptsponsor bemühen wird.

Die Aussprache nach den Berichten pendelte dann (wie gewohnt) zwischen amüsant und hitzig. Anträge von Mitgliedern wurden eingereicht, diskutiert und dann doch wieder zurückgezogen. Wie so oft in solchen Vereinsveranstaltungen war schwer zu vermitteln, dass sich die „Aussprache zu den Berichten“ auch auf die Berichte beziehen müssen und nicht zur allgemeinen Aussprache einladen. So wollte ein Mitglied wissen, wer von den Aufsichtsräten wie oft bei den 39 Sitzungen anwesend war, was nur bedingt etwas mit den vorangegangenen Ausführungen zu tun hat. Da das Thema aber gerade mit Blick auf die im Aufsichtsrat vertretene Politprominenz großes Interesse hat, zeigte sich Vorstand Ralf Woy auf diese Frage auch sehr gut vorbereitet und verlas tatsächlich die detaillierte Anwesendheitsliste aller 39 Sitzungen (plus folgenden). Während die meisten Aufsichtsräte an ca. 90-100% aller Sitzungen teilgenommenen haben, bildeten Oberbürgermeister Maly mit 15 Teilnahmen und Markus Söder mit nur sieben Teilnahmen das Schlusslicht. Für Bayerns Gesundsheitsminister gab es bei der Verkündung dieses doch dürftigen Wertes doch lautstarke Reaktionen von Buhrufen bis Gelächter. Söder ergriff darauf hin das Wort zur Verteidigung: Aufgrund eines als Minister prall gefüllten Terminkalenders sei eine häufigere Anwesenheit nicht realisierbar gewesen, er habe sich aber stets informiert und an den Diskussionen vorab beteiligt. Dennoch empfände auch er den Zustand als unbefriedigend und habe daher auch auf eine Kandidatur zur Neuwahl verzichtet.

Oft gefordert, aber offensichtlich nur in der Theorie, ist die Einbeziehung ehemaliger Spieler des 1. FC Nürnberg in verantwortliche Positionen beim Club. Sie scheinen zumindest wenig Chancen bei den Mitgliedern an den Wahlurnen beim Aufsichtsrat (AR) zu haben. Bereits im letzten Jahr scheiterte Manfred Müller, diesmal musste Horst Leupold „ungewählt“ wieder von Dannen ziehen, wobei dieser sich mit einer eher langatmigen Rede, die nur wenige begeistern konnte, auch selbst keinen Gefallen tat. Ein anderer Ehemaliger der jüngeren Zeit, Marc Oechler, befand sich zumindest schon mal im AR, stand nun aber zur Wiederwahl – ihm schadete ganz offensichtlich eine von der Sport BILD ausgelösten Debatte um Anlageberatungen bei aktiven Spielern – dies hat ihn, wenn man die Stimmung unter den Mitglieder richtig deutete, um viele Stimmen gebracht hat und so wurde er mit nur 254 von 715 Stimmen nicht erneut berufen. Dafür rückte ein anderer „Promi“ nach, Günther Koch (GüKo). Von den einen als „Münchner Cluberer“ argwöhnisch beäugt, von anderen als die „Stimme Frankens“ gefeiert, erhielt er 511 Stimmen und wurde damit sogar für vier Jahre von den Mitglieder in den Aufsichtsrat gewählt (Hintergrund: Die drei Kandidaten mit den meisten Stimmen sind auf vier, die weiteren drei für drei Jahre gewählt). Ob es wirklich eine gute Entscheidung war, einen ehemaligen bzw. derzeit noch aktiven Journalisten und Radio-Reporter in den Aufsichtsrat zu wählen, sei dahingestellt. Und ob seine offen angekündigte „kritische Haltung“ am Ende mehr blockiert als hilft, wird sich zeigen müssen. GüKo hat es als Medienprofi aber verstanden, die Stimmung auf seine Seite zu ziehen. Ob beispielsweise Forderungen, den Bayerischen Rundfunk dazu zu verpflichten aus dem Studio Franken ihr Blickpunkt Sport zu senden und dann eben Bayern-Spieler auch mal anreisen müssen, statt umgekehrt, eher aus der „populistischen“ Trickkiste kommen, mag jeder für sich selbst bewerten. Wie man mit einer authentischen und flammenden Rede ohne Effekthascherei ein Publikum für sich gewinnt zeigte dafür Peter Schmitt, seine Ausführungen über Jung und Alt gemeinsam, Tradition und Engagement, überzeugten sicher so manchen Unentschlossenen zur Wahl seiner Person, der auf dem Papier ja eher ein „unbeschriebenes Blatt“ für viele gewesen sein dürfte.

Komplettiert wird der AR, der drei Positionen „wieder“ und drei weitere „neu“ zu besetzen hatte, von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Peter Schmitt, Prof. Klaus L. Wübbenhorst und Klaus Schramm, die im Amt bestätigt wurden, sowie Christian Ehrenberg vom BAC, dem Bündnis für aktive Clubfans. Christian Ehrenberg ist neben Ralf Peisl der zweite „Mann aus dem Volk“ – genauer gesagt: „aus den Fans“ – im AR. Wir hatten die Gelegenheit ihn persönlich kennen zu lernen, mehr dazu in Kürze.

Die Ergebnisse der Aufsichtsratswahl 2011
Die Ergebnisse der Aufsichtsratswahl 2011

Mit zunehmender Dauer der JHV lichteten sich die Reihen und die Konzentration ließ spürbar nach. Gerade AR-Vorsitzender Schramm, dessen Verdienste um den Verein und in seiner Funktion außer Frage stehen, zehrte mit seinen sonoren Ausführungen im unteren Frequenzbereich an den verbliebenen Aufmerksamkeitsreserven. Erweckt wurde die Versammlung durch einen Antrag auf Satzungsänderung, der besagte, man sollte den Aufsichtsrat zustimmungspflichtig machen, wenn es um die Wahl eines neuen Hauptsponsors gehe. Der Antrag, der ganz offensichtlich auf den bestehenden Hauptsponsor Areva zielte und solches Engagement durch Beteiligung des AR zukünftig vermeiden „solle“, scheiterte aber. Vorstand Ralf Woy betonte nachdrücklich, dass eine weitreichende Einbeziehung des AR bereits in der Geschäftsordnung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat verankert sei, zudem appellierte er für mehr Vertrauen in die handelnden Organe und führte dabei aus, dass man ganz sicher solche Interessen der Fans immer mit einbeziehe und man die Botschaft in Sachen Areva auch durchaus verstanden habe. Wübbenhorst ergänzte zum Thema, gefragt als Mitglied des AR und seine Haltung dazu, dass man ja auch überhaupt erst mal mehrere Alternativen haben müsse, um sich zwischen selbigen überhaupt entscheiden zu können. Daran müsse man generell erst mal arbeiten, sich solche Alternativen zu schaffen (und man mag anmerken: … und dazu liefert die oft offen zur Schau getragene Sponsoren-Kritik bis nahe der -Feindlichkeit seitens der Fans auch keinen hilfreichen Beitrag).

Rundum war es zwar wieder einmal eine lange, aber durchaus angenehme Mitgliederversammlung ohne echte großen Aufreger. Die den Mitgliedern spendierten „3 im Weckla“ (wahlweise 2 Wiener) erfüllten ihren Zweck. Dazu thematisch passend sorgte nur noch ein Thema für Irritationen, die angebliche geplante Einführung eines Chipkartensystems für den bargeldlosen Kauf von Getränken und Speisen im Stadion. Das sicherlich kontroverse Thema, das allerdings auf einer JHV eigentlich nichts verloren hat, führte nach langem Hin und Her (wobei die Frage der Form der Abstimmung ebenso hitzig diskutiert wurde wie die Frage, ob man über die Notwendigkeit abzustimmen dann öffentlich oder geheim abstimmt, und wie und ob über die Frage der geheimen Abstimmung wiederum abgestimmt werden müsse usw.) zu einem inoffiziellen, satzungsmäßig irrelevanten und insgesamt maximal als unverbindlichen Stimmungsbild der (mit Betonung) im Saal verbliebenen Mitglieder (ohne die Chance auf eine Vorbereitung des Themas) deklarierten „Votum“ gegen eine Einführung. Das war so zu erwarten, man darf aber durchaus davon ausgehen, dass solche Systeme dennoch weiter in den Planungen eine Rolle spielen, wobei man auch die Hoffnung haben darf, dass Lösungen gefunden werden können, die allen Interessen gerecht werden.

Aufgrund der sportlich zufriedenstellend bisher verlaufenen Saison, die gute Bilanz und auch die guten Perspektiven für die nahe und mittlere Zukunft, ging man zufrieden nach Hause. Ob die im Vorfeld fast in den Mittelpunkt gerückten „Visionen“ eines großen Stadionneu- oder -umbaus einmal Wirklichkeit werden, steht auch nach der JHV in den Sternen. Im Vordergrund steht sicher weiterhin die finanzielle Konsolidierung und die sportliche Etablierung in der Bundesliga. Alles andere sind legitime Träume, aber – wie auch OB Maly noch einmal klar machte – Träume der Zukunft, denn solange man den letzten Umbau noch abzahlt, sollte man den nächsten nicht schon beginnen. Dem kann man kaum widersprechen.

34 Gedanken zu „Zwischen Antrag, Auftrag und Aufsichtsrat

  • Schönes Stimmungsbild, das einem doch einen besseren Einblick verschafft als die Presseberichte. Danke!

    0

    0
  • Danke für den ausführlichen Bericht über die JHV.
    Ich denke ich habe da nicht viel verpaßt und mit Günther Koch und Christian Ehrenberg wurden auch die Leute gewählt, die ich auch auf den Zettel gehabt hatte.

    0

    0
  • „und dazu liefert die oft offen zur Schau getragene Sponsoren-Kritik bis nahe der -Feindlichkeit seitens der Fans auch keinen hilfreichen Beitrag“
    Sehr richtig!!

    0

    0
  • …und soeben hat uns Jogi Löw eine weitere Finanzspritze gegönnt.
    Gündogan bestreitet soeben sein erstes Länderspiel – in der 84.Minute eingewechselt für Lahm.
    Wie hoch der Nachschlag aus Dortmund ist, weiß ich nicht, zu unterschiedlich waren die Angaben. Sicher ist wohl nur:
    Gündogan bessert auch diese Saison noch unsere Bilanz auf :-))

    0

    0
  • Ich hätte zum Bericht auch eine Aussprache bzw. Anfragen zu machen:
    1. Sind wir nicht nach dem letzten Gewinnjahr abgestiegen?
    2. Ist der Auftritt von Jens Hegeler in der zweiten Mannschaft als Rüffel zu bewerten?
    3. Wer wird neuer Trikotsponsor?
    4. Wer wird neuer Stadionnamenseinkäufer?
    5. Hat Optimist seine Flugangst überwunden und steht anstelle von Pino bereit zum Einsatz?
    6. Waren die drei im Weggla von HoWe?
    7. Wer verhindert ein Kopfballtor von Mandzukic gegen uns?
    8. Wieviel Geld brachte uns Gündogans Kurzeinsatz zusätzlich in die Kassen?

    0

    0
  • Woschdsubbn,

    1. – 6.: ??

    7.: Kamavuaka. 🙂

    zu 8. spekulier ich mal fürs erste Pflichtländerspiel 500.000,– €

    0

    0
  • Danke, Stefan, für diesen ausführlichen Bericht. Ich hatte ihn aber insgeheim auch erwartet. 😉

    @Woschdsubbn:
    zu 1.: irrelevant
    zu 2.: irrelevant
    zu 3.: Weiß noch keiner
    zu 4.: siehe 3.
    zu 5.: irrelevant
    zu 6.: Glaube ich nicht.
    zu 7.: Mal schaun
    zu 8.: I.d.R. steht in Ablöseverträgen, dass eine bestimmte Anzahl an NM-Einsätzen vorliegen muss, bevor es eine Nachzahlung gibt. Gündis Kurzeinsatz alleine lässt die Clubkassen also sicher nicht klingeln, da muss schon noch mehr kommen. Bei Stefan Kießling waren es vereinbarte 10, auf die letzten warten wir immer noch und werden wir noch lange warten. Es wäre also nicht zu unrealistisch, wenn man im Vertrag mit Dotmund eine ähnliche Zahl vermuten würde.
    Btw: Wäre der Vorstnd nach Satzung über solche Dinge der Mitgliederversammlung gegenüber nicht auch auskunftspflichtig?

    0

    0
  • Claus:
    zu 5.: irrelevant

    Meine Flugangst wäre auf der Fähre tatsächlich irrelevant….

    Ich bin Einsatzbereit, aber LV ist nicht meine Position. Ich wäre eher ein Didavi – Ersatz. Aber ich spiele natürlich da, wo mich der Trainer hinstellt 😉

    0

    0
  • Claus: Danke, Stefan, für diesen ausführlichen Bericht. Ich hatte ihn aber insgeheim auch erwartet.

    *räusper* *meld*

    Woschdsubbn: 1. Sind wir nicht nach dem letzten Gewinnjahr abgestiegen?
    2. Ist der Auftritt von Jens Hegeler in der zweiten Mannschaft als Rüffel zu bewerten?
    3. Wer wird neuer Trikotsponsor?
    4. Wer wird neuer Stadionnamenseinkäufer?
    5. Hat Optimist seine Flugangst überwunden und steht anstelle von Pino bereit zum Einsatz?
    6. Waren die drei im Weggla von HoWe?
    7. Wer verhindert ein Kopfballtor von Mandzukic gegen uns?
    8. Wieviel Geld brachte uns Gündogans Kurzeinsatz zusätzlich in die Kassen?

    Zu 1: Müsste man mal nachsehen… Aber ich glaube eh nicht an solche „Zufälligkeiten“

    Zu 2: Sehe ich nicht so. Hegeler hat ein Formtief und in der U23 die Chance ohne medialen Druck nach seiner Form zu suchen.

    Zu 3: Das ist noch vollkommen offen. Woy sagte auch, dass das eine große Aufgabe ist, die vor allen liegt, aber genau deshalb seien sie ja auch im Amt.

    Zu 4: Das ist meiner Kenntnis nach nicht Aufgabe des Clubs, da hat man nur Mitspracherecht, da man nicht der Betreiber des Stadions ist, sondern nur Mieter.

    Zu 5: Ich denke Platte ist dann doch die bessere Wahl. 😛

    Zu 6: Ich habe die drei vor Verzehr nicht danach befragt.

    Zu 7: Klose/Wollscheid/Stephan

    Zu 8: Das wird wohl immer im Reich der Spekulation bleiben, da Woy betonte, dass solche Vetragsdetails nicht veröffentlicht werden (und nur als Summe später in den Bilanzen auftauchen)

    0

    0
  • Alexander | Clubfans United: *räusper* *meld*

    Tschulli, da habe ich wohl unter der Überschrift nicht weit genug gelesen. Es kam aber auch schon vor, dass sich die Leser bei Dir bedankt haben und der Artikel von Stefan war. Sieh es einfach als ausgleichende Gerechtigkeit.

    Alexander | Clubfans United:
    Zu 8: Das wird wohl immer im Reich der Spekulation bleiben, da Woy betonte, dass solche Vetragsdetails nicht veröffentlicht werden (und nur als Summe später in den Bilanzen auftauchen).

    Ah ok, damit ist diese Frage auch beantwortet.

    0

    0
  • Glubb-Blog,

    Mag ja sein. Aber ist es wirklich so erstrebenswert nur um des Geldes Willen alles zu schlucken, was einem vorgesetzt wird? Ich finde es gut, dass sich in Nürnberg kritisch mit Engagements solch dubioser Firmen wie Areva auseinandergesetzt wird und einem Wildwuchs der Kommerzialisierung (Stadionnamen) Einhalt geboten wird.

    Was nützt mir aller erkaufter Erfolg, wenn ich mich nicht mehr mit dem Verein identifizieren kann? Ich persönlich freue mich jedenfalls, dass der Vertrag mit Areva nicht fortgesetzt wird und hoffe, dass ich mir 2012 endlich mal wieder ein Club-Trikot kaufen kann.

    0

    0
  • Optimist: Schönes Stimmungsbild, das einem doch einen besseren Einblick verschafft als die Presseberichte. Danke!

    Stimmt! Das nenne ich mal einen ausgezeichneten Lagebericht!

    0

    0
  • Kugelblitz:
    Glubb-Blog,

    Mag ja sein. Aber ist es wirklich so erstrebenswert nur um des Geldes Willen alles zu schlucken, was einem vorgesetzt wird? Ich finde es gut, dass sich in Nürnberg kritisch mit Engagements solch dubioser Firmen wie Areva auseinandergesetzt wird und einem Wildwuchs der Kommerzialisierung (Stadionnamen) Einhalt geboten wird.

    Was nützt mir aller erkaufter Erfolg, wenn ich mich nicht mehr mit dem Verein identifizieren kann? Ich persönlich freue mich jedenfalls, dass der Vertrag mit Areva nicht fortgesetzt wird und hoffe, dass ich mir 2012 endlich mal wieder ein Club-Trikot kaufen kann.

    Wie fast immer eine Frage der Balance. Bspw. fand ich die Kritik an Areva als Sponsor durchaus berechtigt und wurde auch angebracht, ob man dann sich vor den Valze stellen muss zum demonstrieren und Trikot-Aufdrucke durchstreichen muss – oder formuliert, dass quasi die Spieler auch noch respektlos seien in Anbetracht der Opfer in Japan, nur weil sie in solchen Trikots spielen, das war definitiv überzogen. (Meine Meinung)

    Man muss auch immer das Gesamtbild ansehen, das man nach Außen abgibt: Trikotsponsor doof, Stadionname doof, alles doof. Dann braucht man sich nicht wundern, dass keiner einsteigen will. Nix gegen Kritik, aber das kann man gerade in einem Verein eben auch diskreter über die entsprechenden Organe zwischenzeitlich.

    0

    0
  • Aber es dürfte doch jedem potentiellen neuen Trikotsponsor vollkommen klar sein, warum bei Areva Kritik geübt wurde – übrigens schon vor Fukushima.
    Man kann es auch andersherum betrachten: ein neuer Sponsor, wenn es nicht gerade Krauss-Maffei oder EADS (ist als Mercedes-Benz schon bei der Nati, worüber sich kein Schwein echauffiert) ist, könnte es auch als positives Signal betrachten, sich bei einem Verein zu engagieren, dessen Umfeld eben nicht lämmergleich und kritiklos alles schluckt, was mit dem (verstrahlten) Klingelbeutel daherkommt.
    Ist doch cool für Solaranbieter oder „seriöse“, meint gesellschaftlich nicht SO fragwürdige Unternehmen.

    0

    0
  • Ganz davon abgesehen bedanke ich mich explizit bei Stefan für die hochinteressante und sehr nachvollziehbar dargebotene Info über die Mitgliederversammlung!

    0

    0
  • der woy hat in der bilanzpressekonfernz ganz klar bei den transferdetails gesagt…. für ein Spiel in der nati bekommen wir nichts….da werden so zahlen reingeschrieben 5 oder 10 oder 20 …. er sagte dass wir was bekommen wenn dortmund die CL wieder erreicht….

    0

    0
  • chris: er sagte dass wir was bekommen wenn dortmund die CL wieder erreicht….

    …muss ich jetzt auch noch Dortmund unterstützen???? Ich kann Kloppo nicht ausstehen, weil ich ihn als eitlen Selbstdarsteller, dem es an Demut mangelt empfinde! Wie schön es doch ist, „nur“ einen Fussballlehrer als Trainer zu haben! :mrgreen:

    0

    0
  • Alexander | Clubfans United:

    Man muss auch immer das Gesamtbild ansehen, das man nach Außen abgibt: Trikotsponsor doof, Stadionname doof, alles doof. Dann braucht man sich nicht wundern, dass keiner einsteigen will.

    Sehe ich genauso, auf die Art werden wir sicher nicht interessant für andere Sponsoren.

    @ berlinclub:
    Ein Solaranbieter wird sicher nicht bei uns Sponsor weil die Fans Areva vertrieben haben, sondern weil er sich einen Gewinn verspricht oder seine Firma bekannter machen will.
    Hat Areva nicht auch irgendwie mit alternativen Energien zu tun?

    0

    0
  • Bertl: Sehe ich genauso, auf die Art werden wir sicher nicht interessant für andere Sponsoren.

    @ berlinclub:
    Ein Solaranbieter wird sicher nicht bei uns Sponsor weil die Fans Areva vertrieben haben, sondern weil er sich einen Gewinn verspricht oder seine Firma bekannter machen will.
    Hat Areva nicht auch irgendwie mit alternativen Energien zu tun?

    Ja AREVA engagiert sich auch im Bereich der alternativen Energien, wenn auch in ziemlich gerimgem Maße.
    Ich kann nur Alexander unterstützen was seinen Kommentar hinsichtlich der „Balance“ angeht!
    Auf den Club und seine Spieler wurde medial eingeprügelt weil man den Vetrag mit Areva erfüllen wollte, dafür wurden andere für die Wahl ihrer Trikotssponsoren in den Himmel gehoben ohne die jeweiligen Sponsoren ebenfalls kritisch zu hinterfragen. Bestes Beispiel Mainz und der Sponsor „Entega“. Da hat es scheinbar Niemand interessiert zu welchem Großkonzern Entega gehört und wie es Dieser mit der Kernenergie hält!
    Das halte ich für deutlich bedenklicher als die Tatsache, dass der Club seinen Vetrag erfüllt hat.
    Und die gleichen Leute, gerade hier in Deutschland, unterstellen dem FC Barcelona Arroganz und Selbstdarstellerei weil die der Unicef über Jahre die Brust zum 0-Tarif zur Verfügung gestellt und noch dazu Geld überwiesen hat.
    Das ist dann doch schon fast scheinheilig!

    0

    0
  • Danke für Eure Aufklärung!
    Adidas-Arena, Puma-Stadion, Diehl-Arena, Siemens-Stadion, Frankensolar-Arena, Semikron-Stadion, GfK-Arena, Schöller-Park, Thomas Sabo Stadion, Datev-Park, Schaeffler-Stadion, Rehau-Arena, MAN-Stadion, da wird sich doch was finden lassen!?

    0

    0
  • Ihr habt mich mit dem „Solaranbieter“ ein bisschen zu ernst genommen, in der Sache aber bleibe ich dabei. Sollte es das tatsächlich überhaupt geben, dass ein liquides Großunternehmen keinen Dreck am Stecken hat und sich bei einem Verein, der neben inzwischen seriösem Geschäftsgebaren auf die Zukunft einer mehr oder minder regional gewachsenen jungen Mannschaft setzt und dazu ein Umfeld hat, das zahlreich ins Stadion geht sowie gesellschaftspolitische Meinungen zu unbestritten fragwürdigen Sponsoren kund tut, engagieren wollen, so kann es dies erhobenen Hauptes tun. Es wird beim Club ja nicht aus einer sich perpetuierenden Draufhau-Mentalität gegen alles und jeden geschossen, der auf der Sponsorentafel im Hintergrund aufgeführt ist.
    Ich verstehe das Problem nicht. Areva ist ein bekannter vertuschungskonzern, der weltweit mehr als fragwürdig agiert und für etwas steht, das man durchaus als inhuman bezeichnen kann. Und nur aus einer Vereinsräson heraus soll man das nicht benennen dürfen? „Es könnten ja andere abgeschreckt werden“ Uiii, das müssen ja dann Läden mit richtig Rückgrat sein. Gibt es – neben der Waffenindustrie, den mexikanischen Kartellen und den Geheimdiensten dieser Welt auf der nächsten Stufe verabscheuungswürdiger Geschäftsmodelle nicht zwangsläufig jene, die eine Technik verbreitet, deren langfristige Wirkung als schadhaft bekannt ist, die eigene „Betriebsstörungen“ als ungefährlich deklariert, weil es dabei nicht mal eine zweistellige Zahl an verstrahlten Mitarbeitern gab, die auf den Zug der regenerativen Energien aufgesprungen sind wie alle Großkonzerne, die sich schnellschnell das grüne Mäntelchen um ihre menschenverachtenden Geschäftsinhalte und -praktiken legen? Mich kotzt das gelinde gesagt an, dass man als Fan das nicht klar als eigene Meinung äußern darf, ohne als Hysteriker und das Wohl des Vereins auf die Kippe stellender Nestbeschmutzer angesehen zu werden.
    Deshalb bin ich verdammt froh, dass der Verein von einer Verlängerung dieses Vertrages Abstand genommen hat. Und welcher Konzern sich davon abgeschreckt fühl: bitte! Auf den kann ich als Clubfan eh verzichten. Soll der Gürtel eben ein bisschen enger geschnallt und meinetwegen die Verzehrkarte eingeführt werden. Briefmarken lauft man i.d.Regel ja auch als 10er-Streifen und ist damit indirekt Kreditgeber der Post. So what? Lieber ein Club ohne dicke Dreckflecken als ein Trikot, für das man sich schämen muss.

    0

    0
  • @Stefan: Darf man Dir eigentlich gratulieren? Du hast es mit diesem Beitrag hier in den offiziellen Pressespiegel auf der FCN-Homepage geschafft. Wow!

    0

    0
  • @berlinclub und Töffi: Ihr wollt den Alexander richtig ärgern, oder?

    Dieser Artikel hier ist jedenfalls der beste Bericht, den ich über die Mitgliederversammlung gelesen habe.

    0

    0
  • Ha! Kleine Erleichterung: Thorsten Fink ist Trainer beim HSV, da hat man wohl eine schöne Ablöse nach Basel überweisen müssen. Für mich ist es unwahrscheinlich, dass DH im Winter gen Norden zieht.
    Obwohl, es ist der HSV…;-)

    0

    0
  • berlinclub:
    Ha! Kleine Erleichterung: Thorsten Fink ist Trainer beim HSV, da hat man wohl eine schöne Ablöse nach Basel überweisen müssen. Für mich ist es unwahrscheinlich, dass DH im Winter gen Norden zieht.
    Obwohl, es ist der HSV…;-)

    Ja, die Sache mit Fink ist fix beim HSV, bereits ab Montag wird Fink laut Medienberichten das Training übernehmen. Aber ich hätte es mir auch nur sehr schwer Vorstellen können das Hecking während der laufenden Saison den Verein verlässt.

    0

    0
  • berlinclub,

    Ja, das ist eine Erleichterung!

    Andererseits, wenn das gängige Praxis wird, dass die großen den kleinen außer Spielern auch noch erfolgreiche Trainer abwerben, dann gute Nacht! Das Vorgehen des HSV empfinde ich als hochgradig unsportlich, dazu hat Fink bewiesen, dass er kein Rückgrat hat. Söldnermentalität ist als Trainer gaaaanz schlecht! Hoffentlich gehts schief, denn sowas sollte nicht auch noch mit Erfolg belohnt werden.

    Abgesehen davon, dass es idiotisch ist, eine Ablöse für einen Trainer zu bezahlen, der es sowieso nur 1 Jahr aushält :mrgreen: Der Markt ist voll von Arbeitslosen, die auch nicht weniger qualifiziert sind….

    0

    0
  • Ja, es ist für uns eine Erleichterung.
    Auf der anderen Seite ärgere ich mich wie Optimist (vielleicht noch ein bisschen mehr, da ich freundschaftliche Beziehungen nach Basel pflege) und verstehe Fink auch nicht. Mit Basel spielt er derzeit CL, jetzt darf er gegen den Abstieg kämpfen, mit einem Verein, der sich schon bei der Trainersuche extrem unprofessionell verhalten hat (siehe auch Stevens). Da hat man ihm wohl ein ziemlich unmoralisches Angebot gemacht. Ich teile Optimists Hoffnung, dass es schief geht.

    0

    0
  • Da stimm ich Dir zu, Optimist.
    Bis auf die Kleinigkeit, dass es Fink dort ein ganzes Jahr aushält. So lange schafft es KEINER in Hamburg. 😀

    0

    0
  • Und weil Fink einen aus der HSV-Verzweiflung sicherlich mörderhochdotierten Vertrag bis 2014 (!!) hat, wird er so schlau sein, sich kurz nach der Winterpause rausschmeißen zu lassen, um dann nach Basel zurückzukehren und doppelt abzukassieren – das wärs doch!
    Mit dem Begriff „Söldnermentalität“ tue ich mich im Fußballgeschäft immer etwas schwer; unendlich lange Vereinstreue ist doch sehr romantisch gedacht.
    Finks Ziel war es sicherlich, irgendwann in der BuLi anzukommen. Er wird den HSV ziemlich ausgepresst haben, denn eine derartige Verhandlungsposition hat man auch als Trainer nicht alle Tage. Zu verlieren hat er gar nichts: derzeitiger Zu- und Tabellenstand der Mannschaft ist nicht mehr zu unterbieten und – wie erwâhnt – bei einer Vertragslaufzeit bis 2014… Ist doch für jeden Freiberufler eine attraktive Nummer, über eine so langfristige finanzielle Planungssicherheit zu verfügen.
    Es wirkt unseriös, das stimmt schon. Aber es gehören eben auch drei dazu (FCB, HSV und Fink), dass so etwas überhaupt zustande kommt. Kommt, wie im richtigen Leben, eben immer alles auf die Kohle bzw. die Perspektive an.

    0

    0
  • berlinclub: Mit dem Begriff “Söldnermentalität” tue ich mich im Fußballgeschäft immer etwas schwer; unendlich lange Vereinstreue ist doch sehr romantisch gedacht.

    Da hast Du sicher recht, aber ich denke schon, dass man das differenziert betrachten kann. Wenn ein Trainer zum Saisonende wechselt, selbst aus einem bestehenden Vertrag heraus, würde ich es ihm nicht so sehr übel nehmen, weil er ja allen Beteiligten ausreichend Zeit anbietet, den Verlust zu kompensieren. Das hat nichts mit Vereinstreue zu tun, sondern mit sportlicher Fairness. Mitten in der Saison, ohne triftigeren Grund außer dem eigenen Karriereplan seinen Verein, mit dem man hinreichend Erfolg hat zu verlassen, finde ich jedoch nicht in Ordnung. Hier unterstelle ich dann schon Söldnermentalität (ich mag das Wort auch nicht) oder kennt dafür jemand einen besseren Begriff?

    Etwas anderes wäre das übrigens, wenn sein Stuhl ohnehin gewackelt hätte oder Zerwürfnisse mit der Mannschaft, den Fans oder der Vereinsführung bestehen würden. Das wäre dann wieder verständlich, nachvollziehbar und auch verzeihlich. Aber davon ist ja zumindest nach Außen hin keine Rede….

    0

    0
  • @Optimist:
    Etwas anderes wäre das übrigens, wenn sein Stuhl ohnehin gewackelt hätte oder Zerwürfnisse mit der Mannschaft, den Fans oder der Vereinsführung bestehen würden. Das wäre dann wieder verständlich, nachvollziehbar und auch verzeihlich. Aber davon ist ja zumindest nach Außen hin keine keine Rede…

    Da hast Du recht, denn das wäre nach außen wesentlich eleganter kommunizierbar gewesen als die durchschaubare Nummer jetzt.
    Und ich hatte mir vor ein paar Tagen noch einen gefeixt, als Fink und der FC Basel verlautbaren ließen, der Trainer habe sich dafür entschieden, „den Champions-League-Teilnehmer FC Basel weiter zu trainieren.
    Schade, dass diese Aussage wohl nur Preistreiberei war.

    Letztlich ist das eh wurscht, denn Hauptsache ist doch, dass DH uns erhalten bleibt und die Spekulationen ein Ende haben.

    0

    0

Kommentare sind geschlossen.