Drei Dinge

Schon zwei Nächte darüber geschlafen, und noch immer pulsiert es in einem wenn man an die 90 Minuten vom zurückliegenden Samstag denkt. Das Spiel, in dem der 1. FC Nürnberg über seine eigenen Beine gestolpert ist, lässt sich dabei relativ einfach auf drei Kerngeschehen reduzieren.

Das wäre zum einen das Tor zum 1:0 durch Mandzukic, bei dem man auf den ersten Blick, schnell Torwart Alexander Stephan den schwarzen Peter zuschieben kann. Bei genauerer Betrachtungsweise beginnt die lange Fehlerkette aber schon im Halbfeld, wo die Wolfsburger nach belieben kombinieren können und am Ende Lakic die Flanke auf Mandzukic schlägt. Dieser steht unbedrängt am linken Pfosten und köpft, an dem vorbeifliegenden Stephan vorbei, der erst zwei Minuten vorher mit einer Klasse Parade den Rückstand noch verhindert hatte, zum 1:0 ein. Unser dritter Torwart sieht da sicherlich nicht gut aus, aber was will man ihm vorwerfen? Erstens darf die Flanke so nicht in den Strafraum kommen, die Entstehung ist also schon mal ein Problem. Des weiteren steht Klose irgendwo, aber nicht da wo er stehen sollte, nämlich bei Mandzukic. Stephan sah das Unheil nach eigenen Aussagen kommen und versuchte den Ball noch vor dem völlig frei stehenden Wolfsburger Mandzukic weg zu fausten um den Gegentreffer zu verhindern, vergeblich.

Hecking hatte einmal mehr ein glückliches Händchen. Zwölf Minuten nach der Einwechslung von Christian Eigler, für den an Konstanz vermissenden Mak, markierte dieser den durch seine inbegriffene Verletzung teuer erkauften Ausgleich. Unglück im Glück. Das 1:1 brachte die Wolfsburger, die Aufgrund der Verletzung Madlungs mit Polak und Thoelke (erstes Bundesligaspiel) in der Innenverteidigung agieren bzw. experimentieren mussten, völlig aus dem Konzept. Man merkte spürbar das Wolfsburg angeschlagen, wenn nicht sogar angezählt war. Aber der Club konnte das Nervenflattern seines Gegners, wie schon vor zwei Wochen gegen Mainz, nicht zu seinem Vorteil ausnützen. Stattdessen haderte der 1. FC Nürnberg, in Persona von Alexander Esswein, selbst mit den Nerven und fand binnen zwei Minuten zweimal in Benaglio seinen Meister. Zumindest zeigte er sich nach dem Spiel selbstkritisch:

„Es ist beschissen gelaufen. Ich habe zwei Großchancen, die ich machen muss. Ich hatte wahrscheinlich zu viel Zeit zum Nachdenken, als ich alleine auf den Torwart zugelaufen bin. Da gibt es aber keine Ausreden. Ich hatte alle Möglichkeiten, den muss ich einfach machen.“

Und wenn man die eben nicht macht, dann muss man zumindest diesen einen Punkt mitnehmen. Aber wie es eben im Fußball oft so schön heißt „Wenn man vorne seine Buden nicht macht, bekommt man eben hinten eine rein“. So auch an diesem Samstag. Der Club warf sich am Ende, durch einen von Mike Frantz verursachten und berechtigten Foulelfmeter, selbst aus der Bahn und brachte sich somit um mindestens einen hochverdienten Punkt. Anstelle Dejagah einfach zu stellen lässt Frantz ohne Not das Bein stehen, Dejagah bedankte sich dafür artig. Natürlich wusste man vor der Saison, und vor allem in den letzten Wochen mit den vielen Verletzten, dass es nicht leicht werden wird. Aber sich selbst ein Bein zu stellen ist mehr als unnötig, wenn nicht sogar deppert. Gerade unter dem Aspekt, dass man eigentlich im gesicherten Mittelfeld stehen könnte und nun quasi schon in der Pflicht steht gegen Stuttgart zu gewinnen. Denn danach muss man als Sparringspartner zu den Bayern fahren und läuft Gefahr in einen Strudel zu geraten in den man eigentlich nicht mehr kommen wollte.

20 Gedanken zu „Drei Dinge

  • Nachdem nun ein Viertel der Saison gelaufen ist, sieht meine börsentechnische Quartals-Bilanz so aus:

    Die Quartalszahlen beim 1.FCN sind auf Grundlage des Punktdruckmessers zufriedenstellend ausgefallen. Allerdings verzeichnete das operative Geschäft in den letzten Wochen einen starken Umsatzeinbruch.
    Aufgrund des schwierigen Umfelds in den kommenden Wochen sowie fehlender Kursfantasie wird die Club-Aktie von Analysten zum Verkauf empfohlen.

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  • Stefans Titel könnte auch “Drei Dinger “ lauten, denne die hatte Esswein vor dem Schuh – mit bekanntem Ausgang.
    Nüchtern betrachtet lässt sich die Niederlage daran fest machen. Die Chancen waren da, aber ohne zählbaren Erfolg.
    Nun wäre es in der Tat ungerecht, ihm diese Fahrlässigkeit nachhaltig anzulasten.
    Erstens hat er sich alle Chancen erarbeitet, v.a. vor dem Pfostenkracher war es erstaunlich, dass er den Pass erlaufen konnte.
    Zweitens muss man es, so schwer es fällt, unter Erfahrung sammeln abbuchen.
    Sicherheit gewinnen Esswein, Mak und Co. nur über das Vertrauen des Trainers.
    Es wird ein Wettlauf werden: Negativer Strudel gegen rechtzeitiges Erfolgserlebnis – gegen Stuttgart wäre ein Sieg nach Lage der Dinge Pflicht. Nur dran glauben khan ich nicht so recht…

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  • Teo: Stefans Titel könnte auch “Drei Dinger “ lauten, denne die hatte Esswein vor dem Schuh – mit bekanntem Ausgang.

    Von dem Pfostenschuss in der ersten Halbzeit habe ich mal abgesehen 🙂 Klar muss man zwischen Erfahrung sammeln und Fahrlässigkeit abwägen. Am Ende war es wohl ein bisschen was von beidem.

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  • Ich sehe momentan wenig was mir Mut macht. Wenn wir gegen so einen schlechten und verunsicherten Gegner so dumm verlieren…. Das Problem, in der Bundesliga hat man nicht so viel Zeit Erfahrung zu sammeln…. Sollten wir in den nächsten beiden Spielen nicht Punkten stehen wir hinten drin. Und dann will ich mal die junge und unerfahrene Mannschaft sehen wenn Sie mit dem Rücken zur Wand steht. Daher schwant mit schlimmstes…

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  • Also bitte, nicht gleich wieder die Untergangsszenarien hervorkramen. Positives Denken ist angesagt! Was sollen Mainz und Freiburg erst sagen, die zu Hause gegen die beiden Tabellenletzten verloren haben? Die müssten dann ja gleich aufgeben und sich vom Spielbetrieb abmelden….

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  • Der Tobi,
    Moment. Da liegt noch das Pokalspiel dazwischen. In Aue. Ein vermeintlicher Aufbaugegner. Und weil ich den Club mal wieder siegen sehen will, fahre ich seit langem mal wieder zu einem Auswärtsspiel. 😉
    Und für Bayern reichen auch schon kleine Ziele. Das erste Gegentor für Neuer wäre ein solches.

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  • Teo: Und für Bayern reichen auch schon kleine Ziele. Das erste Gegentor für Neuer wäre ein solches

    Gute Idee, dann müssen wir hinten nur noch zu Null spielen 😉

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  • Teo: . In Aue. Ein vermeintlicher Aufbaugegner.

    Ich wäre weit entfernt Aue als Aufbaugegner zu bezeichnen, dort im Erzgebirge spielen die Mannschaften auswärts genau so gerne wie zu Bundesligazeiten I damals in der Lausitz in Cottbus! Ich sehe die Chancen grob geschätzt bei 50:50, da unser Club derzeit seine Partien auch nicht unbedingt dominiert. :-O

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  • Juwe,

    Lass mir doch meine Träume 😉
    Ich hab doch schon “vermeintlich “ geschrieben.

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  • bader hat als ziel bis zur winterpause 20 punkte ausgegeben-da fehlen ja nur noch neun…bei noch 8 spieltagen jetzt auch nicht gerade übermotiviert der herr bader-wie wär es denn mit der alten parole:heimspiele müssen gewonnen werden!?das wären dann stuttgart,freiburg,fck,hoffenheim-12punkte…auswärts gegen bayern,schalke,leverkusen und beim hsv
    nach unserem derzeitigen punkteschnitt hätten wir nach dem 17spieltag:10 zusätzliche punkte
    schau mer mal

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  • Optimist: Was sollen Mainz und Freiburg erst sagen, die zu Hause gegen die beiden Tabellenletzten verloren haben? Die müssten dann ja gleich aufgeben und sich vom Spielbetrieb abmelden….

    Die beiden konnten mir aber in spielerischer Hinsicht bislang ausgesprochen gut gefallen!

    Mir kann beim Club bislang eigentlich nur die Bilanz gefallen. Wenn das so bliebe, wär ich natürlich trotzdem zufrieden. Aber die Entwicklung des Pfeils beim Punktdruckmesser gefällt mir gar nicht.

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  • Was sich vor der Saison schon abgezeichnet hat, wird langsam glasklar: dieses Jahr gehts knallhart gegen den Abstieg. Einerseits der viel dikutierte personelle Aderlass beim Club, der natürlich nicht vollständig kompensiert werden kann. Dann gibt es dieses Jahr ohne WM (dem Anschein nach) weniger Überraschungen in der Tabelle, und vor allem bleibt insgesamt ein wirklich überschaubares Feld an Konkurrenten die ebenfalls um den Abstieg spielen übrig.
    Ernsthaft nennen würde ich da nur Augsburg, Lautern, Mainz, Freiburg und den Club, drei von den fünf müssen wahrscheinlich runter (bzw Relegation). HSV und VW werden sich sicherlich noch steigern. Die nächsten in der Reihenfolge wie Köln, Hoffenheim, Hannover, Hertha zeigen stabile Qualität die fürs Mittelfeld reicht.
    Unsere Mannschaft zeigt momentan zwar keine katastrophalen Leistungen, aber doch unheilvolle Symptome eines Absteigers: andauernde Verletzungssorgen, leichtfertige Chancenverwertung und Spiele gegen angeschlagene Gegner, die deppert verloren oder nicht gewonnen werden. Zudem wirkt das Aufbauspiel in den letzten Wochen, eigentlich fast in jedem Spiel der Saison, qualvoll langsam und umständlich.
    Gut, der Punktedruckmesser sieht immer noch ordentlich aus, die innerliche Unruhe steigt allerdings langsam. BERUHIGT MICH, SPIELER!

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  • Ach, wir steigern uns schon auch noch. Soviele Verletzte muss erstmal einer der Konkurrenten verschmerzen. Die kommen da auch noch mal rein! Wie gesagt, noch einige Pünktchen heimstolpern bis wir wieder das Lazarett gelichtet haben und dann werden wir wieder in der Rückrunde kommen! Ihr werdet es sehen. Jetzt erstmal ein Pünktchen gegen den leider erstarkten VfBäh.

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